Sonntag, 1

Disclaimer: Harry Potter gehört natürlich nach wie vor Joanne K. Rowling... und daran wird sich auch so schnell nichts ändern!

Sonntag, 1.11.1981. Früher Morgen

Es schien ein ganz normaler, nasskalter Morgen zu sein. Eigentlich sollte die Familie gemeinsam Frühstücken, aber da sich Roses vierjähriger Sohn Bryan bei einem langen Ausritt auf den Aethons mit seinem Vater stark erkältet hatte, lag er mit hohem Fieber im Bett. Da Rose die Begabteste im Zaubertrankbrauen in der Familie war, befand sie sich im Zaubertranklabor, um einen fiebersenkenden Erkältungstrank herzustellen.

Während dieser vor sich hinköchelte, blätterte Rose in ihrem Zaubertrankbuch auf der Suche nach einem weiteren Trank, den sie eventuell benötigen würde, wenn es Bryan nach dem ersten nicht besser gehen würde. Ein peitschenartiger Knall riss sie aus ihren Gedanken. Erschrocken fuhr sie zusammen, da der Knall ungewöhnlich laut war. Irritiert schaute sie sich um, denn zunächst glaubte sie, ein Hauself hätte dieses Geräusch verursacht, wie sie es manchmal taten, wenn sie auftauchten und wieder verschwanden. Doch als sie sich umsah, erblickte sie anstatt eines Hauselfen einen versiegelten Brief, welcher unschuldig auf dem Boden lag und ein äußerst vertrautes Familienwappen trug. Verwundert darüber, wie er, anstatt wie üblich von einer Eule gebracht zu werden wie durch Apparation hier aufgetaucht war, hob sie ihn vom Boden auf. Seit wann legten die Hauselfen ohne einen Ton zu sagen die Post hinter ihrem Rücken ab und machten sich aus dem Staub? Und seit wann schickten ihr die Familienmitglieder versiegelte Briefe innerhalb des Schlosses? Was sollte das?

„Elf!", rief sie und Diffy tauchte auf.

„Hast du diesen Brief ohne Kommentar hier abgelegt und bist wieder verschwunden?"

„Oh nein, oh nein Mistress, so etwas würde Diffy niemals tun!"

„Hat ein anderer von euch diesen Brief hier abgelegt?"

„Oh nein, Mistress, niemand von uns hat diesen Brief jemals vorher gesehen!"

„Gut, du kannst gehen."

Noch verwirrter als zuvor machte sie das Feuer unter dem Kessel aus, füllte ein kleines Fläschchen des Zaubertrankes ab, eilte nach oben, und gab Bryan zunächst den Heiltrank, damit er besser schlafen konnte. Anschließend hastete sie in den Salon, wo sie ihren Mann Magnus und ihre Mutter Linda vorfand, die am fertig gedeckten Frühstückstisch saßen und eifrig miteinander die Maßnahmen des Ministeriums gegen den Dunklen Lord diskutierten.

„Wenn es mit dem Ministerium so weiter geht wie jetzt, wird es wird es nicht mehr lange dauern, bis der Dunkle Lord es völlig unter Kontrolle hat.", sagte Magnus gerade verächtlich, während er seine Teetasse heftiger als üblicher auf den Tisch knallte.

„Und dann herrscht ein Halbblut über unsere Welt! Was können wir uns besseres wünschen!" erwiderte Linda sarkastisch und wischte sich mit einer Serviette den Mund ab.

Magnus öffnete gerade den Mund um etwas zu entgegnen, als er von Rose abrupt unterbrochen wurde, die die Tür aufriss und mit eiligen Schritten an den Tisch kam.

„Ich unterbreche ja nur ungern eure Diskussion, aber könnt ihr mir bitte mal verraten seit wann es bei uns üblich ist, versiegelte Briefe durchs Haus zu schicken? Und wie habt ihr das eigentlich ohne Hauself angestellt?", rief sie empört und wedelte mit der Pergamentrolle vor Magnus Gesicht herum.

Linda und Magnus sahen Rose ziemlich irritiert an.

„Wovon redest du denn, mein Kind?", fragte Linda verwundert und ging zu Rose herüber, um sich die Pergamentrolle näher anzusehen.

„Hiervon!", antwortete Rose und reichte ihnen die Pergamentrolle.

Magnus nahm die Rolle entgegen und sprach einige Kontrollzauber, um die Echtheit des Siegels zu überprüfen. Nachdem er sich davon überzeugt hatte, dass es keine Fälschung war, brach er das Siegel auf, und sah ungläubig auf das Pergament.

Er dachte noch irritierter: Das ist eindeutig Roses Schrift...

Er begann unter erwartungsvollen Blicken der beiden Frauen den Brief vorzulesen.

Hiermit schreibe ich Dir einige wichtige Informationen, die Du dringend beachten solltest und von denen Du zu deiner Zeit noch keine Kenntnis haben kannst. Ein Verwandschaftstest hat ergeben, dass Lily Potter unsere verschwundene Schwester Iris ist und ihr Sohn Harry somit unser Neffe. Iris und Petunia wurden nach ihrer Entführung von Muggeln aufgezogen, die Iris in Lily umbenannt haben, obwohl, wie Du weißt, ihre Namen in ihre Halsketten eingraviert waren.

Während Lily James Potter geheiratet hat, hat Petunia einen Muggel namens Vernon Dursley geheiratet und mit diesem einen Sohn. Somit sind sie die einzigen offiziell bekannten Verwandten von Harry, so dass Dumbledore Harry nach dem Tode seiner Eltern zu ihnen bringen wird, damit diese seine Vormundschaft übernehmen. Es wäre klug dies zu verhindern und ihm eine Erziehung angedeihen zu lassen, die einem Reinblüter würdig ist.

Die Muggel wohnen in Little Whining, Surrey, Ligusterweg Nr. 4.

Mögest Du bei diesem Vorhaben erfolgreich sein.

Rose Amalia Moore, am 6.11.1998, Dragon's Sheer Castle."

Während Magnus den Brief vorlas wurden alle drei immer blasser, und bevor er zu Ende lesen konnte, sank Linda kraftlos in einen Stuhl.

„Was in aller Welt geht hier vor!", flüsterte Magnus.

Einige Momente lang sagte niemand von ihnen ein Wort. Magnus reichte den Brief an Rose und Linda weiter, die ihn noch einmal gemeinsam durchlasen. Schließlich durchbrach Rose die Stille.

„ Das ist ganz klar meine Schrift, aber ist es überhaupt möglich, Briefe 17 Jahre in die Vergangenheit zu schicken?"

„Wenn es möglich ist, werde ich es herausfinden."

Mit diesen Worten stand Magnus auf und wandte sich zum gehen.

Rose ließ sich am Tisch nieder, und hörte endlich auf ihr Magengrummeln. Sie schenkte sich eine Tasse Tee ein und nahm sich ein Brötchen, um es zu belegen.

„Wenn das wahr ist, was in diesem Brief steht, ich schwöre dir, dass ich nicht eher ruhen werde, bis ich den gefunden habe, der uns und Iris diese Schande bereitet hat und er nach den alten Regeln bestraft wurde!", zischte Linda eiskalt, und ließ sich zur Beruhigung einen Cognac von Diffy bringen.

Mit zitternder Hand lehrte sie das Glas in einem Zug und seufzte, als der Alkohol seine Wirkung tat.

„Unsere Iris soll einen Blutsverräter geheiratet haben, das ist...das ist..." Sie fand keine passenden Worte, um ihren Gefühlen Ausdruck zu verleihen.

Sie konnte es nicht fassen. Ihr ganzes Leben lang hatte sie versucht, mit dem Umstand klarzukommen, dass ihre Tochter tot war und dass sie sie nie hatte aufwachsen sehen. Und jetzt sollte ihre Tochter sich ihrer reinblütigen Abstammung nicht bewusst gewesen sein und das Leben einer Muggelstämmigen geführt haben?! Das war fast zu viel um es zu begreifen. Wie viel hätte sie dafür gegeben, um ihre verschollenen Töchter wiederzusehen. Und jetzt das!

Rose sah ihre Mutter mit einem besorgten Stirnrunzeln an, während sie ihr Brötchen aß. Sie wollte keine Wiederholung der Depressionen haben, die sie in ihrer Kindheit beobachten musste.

Nach einer Weile fuhr Linda fort:

„Was in aller Welt hat sich diese Person dabei gedacht, ein unschuldiges Baby von reinem Blut und edler Herkunft in die Hände von Muggeln zu geben? Und jetzt kämpft sie auch noch mit diesem Potter gegen den Dunklen Lord und gegen alle anständigen Reinblüter! Wohin soll das noch führen, Rose? Na wenigstens ist dieser Potter reinblütig, auch wenn er keine anständige Erziehung genossen hat."

„Eben, Mutter, stell dir vor, sie hätte ein Schlammblut oder gar einen Muggel geheiratet, da ist Potter das kleinste Übel. Das Wichtigste ist, dass Iris von ihrer wahren Herkunft erfahren muss, und ihren richtigen Namen. Und wir müssen sie vor dem Dunklen Lord in Sicherheit bringen. Er wird wohl kaum Verständnis dafür haben, wenn er davon erfährt. Die Potters gehören zu den wichtigsten Gegnern des Dunklen Lords."

Linda nickte und seufzte tief. „Das wird nicht einfach werden, Rose."

Sie berieten noch eine Weile, wie am besten vorzugehen wäre, um unbemerkt von Dumbledore mit Iris Kontakt aufzunehmen, denn dieser stand den Potters zu nahe, als dass er sich nicht in irgendeiner Form einmischen würde. Die Potters zu treffen war praktisch unmöglich, da sie versteckt wurden und niemand wusste, wo sie zu finden waren – außer Dumbledore natürlich.

Zwischendurch sah Rose noch einmal nach Bryan, welcher tief und fest schlief und am nächsten Morgen hoffentlich seine Erkältung überstanden hatte.

Die Standuhr im Salon schlug zehn Mal, als Magnus endlich mit einem alten, in dunkles Leder gebundenen Buch in den Salon zurückkehrte. Atemlos berichtete er:

„Es ist tatsächlich möglich, Gegenstände in die Vergangenheit zu schicken, aber dieser Zauber gehört zu dem geheimen Wissen der Druiden."

Linda und Rose verstanden, was er damit sagen wollte. Das Wissen und die Bücher der alten Druiden waren verflucht. Falls ein Nachfahre jener Druiden, wie es die O'Dwyers und Moores waren, jemals willentlich versuchen sollte, das geheime Wissen der Druiden an Außenstehende weiterzugeben, würde dieser durch jenen Fluch sofort sein gesamtes Gedächtnis verlieren. Erzwungene Maßnahmen führten zur Bewusstlosigkeit und die Bücher ließen sich nur von direkten Nachfahren des jeweiligen Autoren lesen, jegliche Versuche, die starke Magie des Buches zu brechen, führte zur dessen Zerstörung. Der Dunkle Lord wusste dies schon seit langem, aber hatte sich trotzdem nie davon abhalten lassen, trotzdem nach einer Möglichkeit zu forschen, an dieses Wissen zu gelangen. Bisher jedoch zum Glück ohne Erfolg.

Nur verheiratete Erben konnten das Wissen untereinander teilen.

„Nun gut, dann müssen wir herausfinden, ob Lily Potter tatsächlich unsere Iris ist und Petunia ernsthaft einen Muggel geheiratet hat. Wenn dem so ist, und Petunia von diesem wertlosen Ding auch noch Kinder haben sollte, die vielleicht sogar magische Fähigkeiten aufweisen, wie in aller Welt sollen wir dann vorgehen? Wir können einem solchem Bastard ja nicht einfach Zugang zu unserem Erbe gewähren, es würde sicher Ansprüche stellen, sobald es von unserer Verwandtschaft erfährt und..."

„Nun mal langsam Linda, noch wissen wir ja noch gar nicht, wie die Situation tatsächlich aussieht.", unterbrach Magnus sie, bevor sie sich in Rage reden konnte.

„Und Petunia konnte es ja nicht besser wissen, sie hält sich sicher für einen normalen Muggel.", wandte Rose ein.

„Vielleicht sollten wir zunächst-..." Doch bevor Rose weitersprechen konnte, wurde sie von einen sehr energischem Klopfen am Fenster unterbrochen.

„Eine eilige Eule zu so früher Stunde?", wunderte sie sich und ließ eine sehr zerzaust aussehende Schleiereule ein, die eine Sonderausgabe des Tagespropheten am Bein trug. Stirnrunzelnd band Rose die Zeitung los, steckte ihr 3 Knut in ihren Beutel am anderen Bein, und entließ sie wieder in den Morgen. Als sie den Tagespropheten entrollte, lies sie ihn beim Anblick der Schlagzeile beinahe fallen.

„Was ist denn, Rose?", fragte Magnus. Wortlos reichte sie ihm den Tagespropheten.

„Was...!?"brachte er nur heraus, während er auf die Schlagzeile starrte. Sie lautete.

ER-DESSEN-NAME-NICHT-GENANNT-WERDEN-DARF VERNICHTET!!

NACH 11 JAHREN HAT DER TERROR ENDLICH EIN ENDE

Rose legte die Zeitung auf den Tisch und alle drei beugten sich fassungslos darüber und begannen zu lesen. Das Frühstück hatten sie vollkommen vergessen.

Neben dem Text waren Photos abgedruckt, die die halb heruntergebrannte Ruine des Potterhauses in Godric's Hollow zeigte, und ein wirres Durcheinander von Auroren und Menschen in merkwürdigen Uniformen, die von Ministeriumsangestellten bezaubert wurden, wahrscheinlich Muggelordnungshüter, dachte Rose. Darunter war ein Photo der Potters, dass das Paar unter einer Baumgruppe zeigte, doch während James Potters Gesicht gut zu erkennen war, befand sich das Gesicht seiner Frau im Halbschatten, so dass es weit weniger deutlich zu erkennen war. Deswegen dieser Brief, dachte Rose. So hätte ich sie niemals als meine Schwester erkannt.

Unter dem Photo der Potters war ein weiteres Photo eines kleinen, etwa einjährigen Jungen mit schwarzem zerzaustem Haar und einem blitzförmigen Schnitt auf der Stirn. Der Text offenbarte etwas Unglaubliches. Der Dunkle Lord hatte letzte Nacht anscheinend persönlich einen Angriff auf die Potters durchgeführt und beide getötet. Nun, das war nicht weiter erstaunlich. Voldemort hatte nicht umsonst den Ruf, der mächtigste Schwarzmagier der mindestens letzten 50 Jahre zu sein. Doch Dumbledore erklärte den Reportern, dass der Dunkle Lord auch den Sohn der Potters, den einjährigen Harry, hatte töten wollen, jedoch war dieser Junge zur Verwunderung aller noch am Leben. Wie es schien, hatte dieser Junge tatsächlich den tödlichen Avada Kedavra überlebt und war nun mit einer Fluchnarbe auf der Stirn gezeichnet. Natürlich sorgte diese Nachricht für Furore in der Zaubererwelt, die Harry nun als ihren Helden ansah, ihren Jungen-der-lebt.

Linda, Rose und Magnus sahen sich ungläubig an und waren völlig sprachlos. Was immer sie erwartet hatten, als Grund für den Fall Voldemorts zu lesen, das war es sicher nicht.

Linda hauchte entsetzt: „Meine arme Tochter..der Brief kam zu spät...jetzt ist alles zu spät..."

Sie vergrub das Gesicht in ihren Händen und fing leise an zu Schluchzen. Rose eilte an ihre Seite und nahm sie in die Arme.

„Es ist nicht zu spät, nicht für Harry. Wir müssen ihn zu uns holen, hörst du?", flüsterte sie in Lindas Ohr.

Magnus fasste sich nach einer Weile uns sagte: „Jetzt ist es amtlich. Die Reporter haben den letzten Rest Verstand verloren."

„Dumbledore würde nie so etwas im Scherz von sich geben. Wie auch immer, wir werden ja in den nächsten Tagen sehen, ob Dumbledore den Reportern die Ohren lang zieht, sich so etwas auszudenken, oder ob es stimmt.", antwortete Rose, während sie ihrer Mutter sanft über den Rücken strich.

Sie mochte sich nicht ausmalen, wie es wäre, wenn Bryan plötzlich verschwinden würde, nur um dann Jahre später von seinem Tod zu erfahren. Es gab für eine Mutter wohl nichts schlimmeres, als das eigene Kind zu verlieren. Rose selbst hatte Iris/Lily nie kennengelernt, und konnte daher keine enge Beziehung zu ihr aufbauen.

Nachdem sie den zweiten Schock an diesem Morgen mittels eines weiteren Cognac überwunden hatten, und Linda sich einigermaßen beruhigt hatte, diskutierten sie darüber, wie sie den kleinen Harry zu sich holen könnten. An Frühstück war nun nicht mehr zu denken und sie ließen die Hauselfen den Tisch abräumen.

Magnus erklärte ihnen, dass sie nur zwei Möglichkeiten hatten, an Harry heranzukommen.

Entweder sie stellten einen Antrag auf eine Verwandtschaftsuntersuchung in der Abteilung für Familienangelegenheiten im Ministerium, um Harry auf legalem Wege zu sich zu holen, oder sie holten Harry direkt von den Muggeln ohne auf die Genehmigung des Ministeriums zu warten um dann im Ministerium den Verwandschaftstest durchführen zu lassen.

Der erste Weg kam nicht in Frage, da im Ministerium aufgrund der nächtlichen Ereignisse Chaos herrschen musste, und selbst mit den besten Beziehungen im Ministerium konnten sie nicht die Einmischung Dumbledores riskieren, der niemals zulassen würde, dass Harry in einer Familie aufwächst, die die Ansichten des Dunklen Lords teilt. Auch wenn Dumbledore aus Sicht der Moores und O'Dwyers nicht das Recht hatte, sich in ihre Familienangelegenheiten einzumischen, so war es in Harry Fall zu brisant und Dumbledores Einfluss auf das Ministerium zu groß. Aus diesem Grunde entschieden sie sich für die zweite Möglichkeit. Magnus ging ins Ministerium, um herauszufinden, ob Harry tatsächlich zu der Adresse gebracht würde, die in dem Brief stand. Dies nahm den ganzen Tag und reichlich Überredungskunst in Anspruch, da Harrys zukünftige Adresse geheim war. Die bekam er auch nicht mitgeteilt, sondern erfuhr nur, dass Harry zu Muggelverwandten kam. Diese Information reichte Magnus als Bestätigung allerdings.

Am nächsten Vormittag machten sich Rose und Linda, nachdem sie den Hauselfen aufgetragen hatten, auf Bryan zu achten, mit einem Tarnumhang in der Tasche auf den Weg zu der Adresse, die in dem Brief angegeben worden war. Sie mussten den Fahrenden Ritter nehmen, da ihnen der Zielort zum Apparieren mitten in einer Muggelgegend lag. Tagsüber Besen oder Kutsche zu benutzen wäre bei den vielen Muggelaugen zu auffällig gewesen. Also blieb ihnen nichts anderes übrig, eine holprige und laute Fahrt mit dem magischen Vehikel über sich ergehen zu lassen die ihnen fast das Frühstück raubte.

Sie ließen sich zu einem Spielplatz nahe des Ligusterwegs bringen, und waren mehr als froh, als sie dieses Gefährt endlich verlassen konnten.

Der Fahrende Ritter entließ sie in an einem dichten Gebüsch, in dass sich die beiden Frauen eilig zurückzogen, bevor sie von neugierigen Muggeln gesehen wurden. Es war ungewöhnlich mild für diese Jahreszeit und die Sonne strahlte von einem makellos blauem Himmel, wie in einem goldenen Oktober. Daher waren sie nicht überrascht, eine ganze Horde Muggelkinder zu sehen, die kreischend und lachend über den Spielplatz tobten.

In der Wohnsiedlung würden sie mit ziemlicher Sicherheit noch mehr Muggel zu sehen bekommen.

Nachdem sie unter dem mitgebrachten Tarnumhang verschwunden waren, verließen sie den Park und bogen zielstrebig in den Ligusterweg ein.

Sie begannen die Suche nach der Hausnummer 4, während sie angewidert die akkurat geschnittenen Hecken und die gepflegten Vorgärten betrachteten, in denen hin und wieder Muggel zu sehen waren. Sie fuhren mit lauten, stinkenden Qualm ausspuckenden Knatterkisten auf Rädern über den Rasen, die, wie es schien, eine Schnittfunktion besaßen. Andere beschnitten mit Rosenscheren ihre Sträucher, und wieder andere ließen sich mit ihren Nachbarn lautstark über eine gewisse Mrs. Figg aus, die ihren Garten nicht pflegte, sondern ihn sich selbst überließ.

Linda rümpfte angewidert die Nase. Dass die Muggel ihre Gärten pflegten gut, aber wie sie es taten, war mehr als gewöhnungsbedürftig.

„Dieser Gestank und Lärm ist ja kaum auszuhalten. Haben die Muggel keinen Geruchsinn?" flüsterte Linda.

„Bei einem so primitiven Volk darfst du nicht zu viel erwarten, Mutter." flüsterte Rose zurück.

Ein brummendes, ebenfalls stinkenden Qualm ausstoßendes blechernes Gefährt kam die Straße entlang gerollt, hielt einige Meter von Linda und Rose entfernt an, und fuhr plötzlich rückwärts auf sie zu. Gerade noch rechtzeitig hasteten sie zur Seite, ehe das Vehikel knapp neben ihnen eine Einfahrt hinauffuhr und dann zum stehen kam. Eine Tür des Gefährts öffnete sich, und eine mit einer weinroten Bluse und einem beigen Faltenrock bekleidete Frau stieg aus. Sie verströmte einen extrem süßlich riechenden Duft, der bei Rose einen starken Niesreiz verursachte, den sie gerade noch durch einen stummen Zauber unterbinden konnte.

„Mit der Nase der Muggeln scheint wirklich etwas nicht in Ordnung zu sein!", flüsterte sie, während die Muggelfrau die Fahrertür zuknallte und eine weitere Klappe hinten am Gefährt öffnete um prallgefüllte Taschen aus einem merkwürdig glänzenden Material herauszuhiefen, und die Klappe mit dem rechten Ellenbogen zudrückte. Rose und Linda beobachteten wie die Muggelfrau mit trippelnden Schritten zur Haustür ging und diese aufschloss. Kaum war die Tür einen Spalt auf, schoss ein kleiner Kruppähnlicher Hund heraus und wetzte genau auf Rose und Linda zu. Mit einem energischen schrillen Kläffen versuchte er sich durch die niedrige Hecke zu zwängen, die das Grundstück umgab. Rose und Linda erschraken, und standen still da.

„Mistvieh. Hau ab!", zischte Rose leise, und zielte mit ihrem Stab auf den Hund, einen Verwirrungszauber parat habend.

„Susi, was hat du denn, mein kleines Schnuckiputzi, komm hierher zu Mami!", rief die Frau mit süßlicher Stimme.

„Das wird zu auffällig, lass uns gehen!", flüsterte Linda. Zum Glück für die beiden fing die Muggelfrau ihren Hund ein und trug ihn ins Haus, bevor er das Grundstück über die Einfahrt verlassen konnte, um die Frauen zu verfolgen.

Linda sagte: „Wir müssen von nun an vorsichtiger sein, Dumbledore tendiert dazu, solche Vorfälle richtig zu deuten."

Schließlich fanden sie ohne weitere Zwischenfälle die Hausnummer 4. Sie schlichen um das Haus, sahen in alle Fenster und stellten fest, dass anscheinend niemand zu Hause war. Daher beschlossen sie zu warten und setzten sich auf die kleine Steinmauer neben dem Eingangstörchen.

Nach einer halben Stunde, in denen ein Muggelkind ihnen fast mit einem Fahrrad über die Füße gefahren war, kam eine Frau die Straße entlang, die einen Buggy mit einem ca. einjährigen sehr kräftig gebauten Kind vor sich herschob. Es hatte reichlich Babyspeck im Gesicht und blonde Haare, die denen seiner Mutter ähnelten.

Es plärrte laut:

"Ham, Ham...".

Die Mutter säuselte zuckersüß:

„Gleich, mein Schätzchen sind wir zu Hause, und dann bekommst du dein Schoki!"

Doch das Kind ließ sich dadurch nicht beruhigen, ganz im Gegenteil, es fing stattdessen an, aus vollem Halse in den höchsten Tönen zu brüllen.

„Du meine Güte! Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich glauben, das Kind hat Todesfeeblut in den Adern! Das Geschrei ist ja entsetzlich! Ich frage mich wirklich, wie die Muggel ohne Magie zurechtkommen können. Man könnte sie fast bemitleiden.", sagte Linda mit gerümpfter Nase.

Ihr Entsetzen wurde noch größer, als die Mutter, die inzwischen ununterbrochen auf das kreischende Bündel einredete, das Törchen zum Haus

Nr. 4 öffnete und hindurchging.

DAS ist Petunia?! Sie sieht uns überhaupt nicht ähnlich, und das ungezogene Blag kann dieses Benehmen nur vom Vater haben. Und er ist viel zu fett! Wissen die Muggel denn nichts über vernünftige Ernährung?" flüsterte Rose entsetzt.

Linda starrte die beiden lediglich mit offenem Mund an.

Als Petunia und ihr Sohn, dessen Stimme sich inzwischen überschlug, die Haustür hinter sich verschlossen hatten, atmeten die beiden Hexen auf.

„Harry scheint noch nicht hier zu sein.", sagte Rose.

„Dann werden wir jetzt gehen und heute Nacht wiederkommen, Dumbledore wird Harry sicher nicht am helligten Tage hierherbringen. Er würde zu sehr auffallen mit seinem verschrobenem Kleidungsstil, selbst in Muggelkleidung. ", antwortete Linda.

Also machten sie auf den Weg zurück zum Spielplatz, um von dort aus nach Hause zu Apparieren. Auf dem Weg dorthin fiel ihnen eine getigerte Katze mit einem Brillenmuster um die Augen auf. Sie saß seltsam steif vor der Tür eines Hauses mit einem für diese Gegend ungewöhnlich verwilderten Garten. Und sie schien auf jemanden zu warten.

„Wohnt hier jemand von uns?" fragte Rose.

„Das weiß ich nicht. Außer dem muggelverrückten Weasley fällt mir auch niemand ein, der freiwillig hierher ziehen würde.", antwortete Linda angewidert.

„Die Blacks wohnen in einer viel schlimmeren Muggelgegend.", wandte Rose ein.

„Das ist etwas anderes. Die Blacks wohnen seit etlichen Jahrhunderten dort. Die Muggel kamen später dazu, und dann war der Ort schon so stark magisch aufgeladen, dass es unklug gewesen wäre, umzuziehen. Wie du weißt, dauert es mindestens ein Jahrhundert, bis ein Haus wieder so stark wird, dass die Rituale, die ein Haus an eine Familie binden, auch wirksam sind. Wäre es nicht zu auffällig, hätte Walburga längst etwas gegen ihre Nachbarn unternommen. Zu schade, dass Araminta Meliflua nicht die Legalisierung der Muggeljagd durchsetzen konnte."

Sie waren wieder im Park angekommen und apparierten nach Hause, wo sie zuerst nach Bryan sahen, der vergnügt mit den Hauselfen spielte und dank Roses Trank wieder völlig genesen war.

Um Mitternacht tauchten Rose und Linda in dem Gebüsch am Spielplatz mit einem leisen plopp auf. Sie verschwanden wieder unter dem Tarnumhang und machten sich ein zweites Mal zum Ligusterweg Nr. 4 auf. Seltsamerweise waren alle Laternen im Ligusterweg erloschen, so dass die beiden Hexen im blassen Mondlicht kaum die Hausnummern entziffern konnten. Da Lichtzauber zu auffällig waren, waren sie gezwungen, das Haus der Dursleys in der Finsternis ohne Magie zu finden.

„Wozu gibt es eigentlich Laternen in dieser Straße? Bekommen die Muggel nicht einmal so etwas hin?", fragte Rose genervt.

„Es hat zumindest den Vorteil, dass die Muggel nichts mitbekommen.", sagte Linda.

Nach einiger Zeit blieb Linda abrupt stehen.

„Sieh mal, Rose, dahinten, dass sieht doch sehr nach Dumbledore aus!"

Tatsächlich konnte man in etwa dreißig Metern Entfernung eine große Gestalt ausmachen, deren langes, weißes Haar in der Dunkelheit zu leuchten schien. Neben ihm saß eine weitere dunkle Gestalt, zu der Dumbledore sich gerade setzte.

„Jetzt ist klar, wieso die Laternen nicht funktionieren.", flüsterte Rose.

„Es ist besser, wenn wir diesen Abstand einhalten, Dumbledore hat ein feines Gespür für Beobachter und spürt selbst Personen unter Tarnumhängen auf.", flüstere Linda.

Sie lauschten gespannt, konnten aber nichts verstehen, was die beiden sprachen. Plötzlich sprang jedoch die zweite Gestalt auf, zeigte auf das Haus und sagte deutlich hörbar mit der Stimme einer älteren energischen Dame:

„Sie meinen doch nicht- sie können einfach nicht die Leute meinen, die hier wohnen? Dumbledore – das geht nicht. Ich habe sie den ganzen Tag über beobachtet. Sie können keine zwei Menschen finden, die uns weniger ähneln. Und sie haben diesen Jungen – ich habe gesehen, wie er seine Mutter den ganzen Weg die Straße entlang gequält und nach Süßigkeiten geschrien hat. Harry Potter und hier wohnen?"

Dumbledore erwiderte leise etwas, und die Gestalt setzte sich wieder. Nach einigen Minuten, in denen das Gespräch zwischen Dumbledore und seiner Begleiterin leise verlief, ertönte plötzlich ein immer lauter werdendes Brummen und Knattern. Verwundert sahen Linda und Rose sich um, bis sie ein immer näher kommendes Licht über den Dächern der Siedlung erblickten.

„Was bei Merlins Bart.. dieser Idiot weckt noch alle Muggel auf!" zischte Linda ärgerlich.

Das laut knatternde Ding verlor rasch an Höhe, bis es mit einem lauten Aufheulen einige Meter von Dumbledore aufsetzte. Man konnte nun eine große massige Gestalt erkennen, die auf dem Gerät saß. Laut Quietschend kam es zum stehen, bevor endlich wieder Stille herrschte und das Licht von dem Gerät erlosch. Die Stille hielt jedoch nicht lange an, denn nachdem Dumbledore den angekommenen leise begrüßt hatte, erwiderte dieser mit einer kräftigen, lauten Bassstimme:

„Hab es geborgt, Professor Dumbledore, Sir, der junge Sirius Black hat es mir geliehen. Ich hab ihn, Sir."

„Wie bitte? Er hat Black mitgebracht?", fragte Rose verwirrt.

Nach einer kleinen Pause dröhnte es:

„Nein, Sir, das Haus war fast zerstört, aber ich habe ihn gerade noch herausholen können, als die Muggel angeschwirrt kamen. Er ist eingeschlafen, als wir gerade über Bristol flogen."

„Ich seh Black nicht, Rose...ich glaube er meint eher Harry...", kam es von Linda.

Dumbledore und die ältere Dame beugten sich über etwas, das sich in den Armen dieses Riesen befand.

Schließlich übergab der Riese ein Bündel an Dumbledore.

„Das muss der kleine Harry sein.", flüsterte Rose.

Nach einer Weile ging Dumbledore zu der Haustür der Muggel und machte Anstalten, es vor die Tür zu legen.

„Er will doch nicht das arme Kind einfach vor die Tür legen? Hat er den Verstand verloren!?", entrüstete sich Rose.

Linda schnaubte lediglich zur Antwort.

„Könnte ich… könnte ich ihm Adieu sagen, Sir?", sagte der Riese.

Nach einem Nicken Dumbledores beugte er sich zu Harry hinunter und gab ihm einen Kuss. Linda und Rose verzogen angewidert die Gesichter.

„Das erste, was ich mit Harry tun werde, wenn wir zurückgekehrt sind, ist, ihn gründlich zu waschen." flüsterte Linda.

Kaum hatte der riesige Kerl sich aufgerichtet fing er plötzlich laut an zu heulen, was ihm ein lautes Schhhhhhhhhhh! von der älteren Dame einbrachte. „V-v-verzeihung!" Er zog ein großes Tuch aus seiner Tasche und schneutze sich laut trompetend.

„Aber ich k-k-kann es einfach nicht fassen - Lily und James tot, und der arme kleine Harry muss jetzt bei den Muggels leben!".

Die Dame sagte leise etwas. Dumbledore ging zur Hautür und legte Harry vorsichtig ab, wandte sich um und sagte ebenfalls etwas, worauf der Riese antwortete:

„Jaow, ich bring Sirius seine Kiste zurück. Nacht, Professor McGonagall – Professor Dumbledore, Sir."

Er stieg auf das Gefährt, und es dröhnte wieder laut durch die Dunkelheit, bis es sich erhob und am Nachthimmel verschwand. McGonagalls Gestalt schrumpfte urplötzlich und nahm immer mehr die Form eines vierbeinigen Tieres an, bis sie in Gestalt einer Katze vor Dumbledore stand.

„Sie ist ein Animagus!" sagte Rose erstaunt. „Sie hat vor dieser Tür gesessen!"

„Das kann auch eine normale Katze gewesen sein.", antwortete Linda.

Die Katze wandte sich um und lief die Straße hinunter, direkt auf Rose und Linda zu.

Sofort wechselten sie die Straßenseite, damit sie nicht in sie hineinlief.

Dumbledore hatte sich inzwischen mit großen Schritten zur entgegengesetzten Richtung aufgemacht und war schon fast nicht mehr zu sehen. Auf einmal flog in jede Laterne ein kleiner Lichtball, welche die Straße einige Augenblicke später in ein gelbes Licht tauchten. Rose und Linda bekamen große Augen, als sie nun einen besseren Blick auf den Katzenanimagus bekamen. Sie hatte ein getigertes Fell und ein auffälliges Brillenmuster um die Augen. Sie war es tatsächlich.

Als sie etwa 15 Meter von ihnen in eine kleine Seitenstraße einbog und schließlich außer Sichtweite war, sagte Linda:

„Auf wen oder was hat sie in diesem unordentlichen Garten gewartet, wenn die diese Muggel aus Nr. 4 beobachten wollte? Ich werde Magnus sagen, er soll versuchen herauszufinden, ob hier jemand von uns wohnt. Jetzt sollten wir Harry holen und verschwinden."

Sie näherten sich vorsichtig dem Haus Nr. 4 und stiegen über die niedrige Gartenmauer. Nachdem sie sich vergewissert hatten, dass kein Muggel aus den Nachbarhäusern aus dem Fenster sah, gingen sie leise zur Tür. Rose beugte sich hinunter und nahm Harry vorsichtig, um ihn nicht zu wecken, in die Arme. Als sie sich wieder aufrichtete, bemerkte sie einen Brief, der an die Dursleys adressiert war.

„Dumbledore will das alles in einem Brief erklären? Da bin ich mal gespannt, was dort drin steht.", flüsterte sie.

„Gehen wir.", sagte Linda. Schweigend machten sie sich wieder auf den Rückweg. Im Gebüsch des Spielplatzes faltete Linda den Tarnumhang sorgfältig zusammen und verstaute ihn in einer Tasche ihres Umhangs. Rose nahm Harry fest in ihre Arme, dann apparierten sie.

In ihrem Schloss angekommen, machte Linda ihr Vorhaben wahr und wusch Harry sorgfältig, und behandelte seinen Schnitt auf der Stirn mit Murtlap-Essenz und zog ihn um. Zum Glück hatte sie die alten Strampler von Bryan im Haus. Harry, der natürlich inzwischen aufgewacht war, sah vor allem Rose sehr interessiert an, da sie seiner Mutter sehr ähnlich sah.

Auch Magnus begrüßte Harry in der Familie, ehe Rose Harry schlafen legte.

Nun konnten sie sich endlich dem Brief zuwenden, den Dumbledore zu Harry gelegt hatte. Linda nahm den Bogen aus dem Umschlag, entfaltete ihn und las ihn den anderen vor:

Sehr geehrte Mrs. Dursley,

mit großem Bedauern muss ich Ihnen mitteilen, dass Ihre Schwester Lily Potter und Ihr Schwager James Potter in der Halloweennacht von Lord Voldemort getötet wurden. Deren Sohn Harry, der demnach Ihr Neffe ist, hat den Mordversuch durch den tödlichen Fluch wie ein Wunder überlebt, weil Lily ihr Leben für das von Harry geopfert hat. Voldemort wurde beim Versuch ihn zu töten vernichtet. Es ist wichtig, dass Harry von einem Blutsverwandten Lilys aufgenommen wird, um Harry vor weiteren Übergriffen von den Anhängern Voldemorts zu schützen, und da die Gefahr besteht, dass Voldemort eines Tages wiederkehrt.

Ich habe einen Schutzzauber gesprochen, der Harry und Ihre Familie beschützen wird, solange Harry Ihr Haus als Zuhause bezeichnen kann. Dies wird bis zu Harry siebzehnten Geburtstag der Fall sein, denn dann ist er nach dem Zauberergesetz volljährig.

Deshalb bitte ich Sie darum, Harry aufzunehmen und wie ihren eigenen Sohn aufzuziehen, nicht zuletzt, weil Sie die letzte Blutsverwandte Harrys sind.

Harry wurde am 31.07. 1980 geboren. Wenn er elf Jahre alt wird, wird er eine Anmeldung von Hogwarts erhalten, das Schulgeld wurde bereits von Lily und James bezahlt.

Dadurch, dass Harry den tödlichen Fluch überlebt hat, wurde er in der Zaubererwelt sehr berühmt und sollte daher die Möglichkeit erhalten, eine normale Kindheit mit viel Liebe zu durchleben. Wenn Sie bereit sind Harry aufzunehmen wird durch diesen Vorgang der Schutzzauber aktiviert.

Ich wünsche Ihnen mein herzliches Beileid zum Verlust Ihrer Schwester und viel Glück für die Zukunft.

Mit freundlichem Gruß

Albus Dumbledore, Direktor von Hogwarts

Dieser Narr! Was hat er sich dabei gedacht?! Wenn der Schutzzauber erst aktiviert wenn Harry aufgenommen wird hätte ihn ja jeder mitnehmen können. Unverantwortlich so etwas!", schnaubte Linda.

„Die hätten Harry wohl eher totgefüttert. Ganz davon abgesehen, dass Muggel nun wirklich keine Ahnung haben, wie man einen Zauberer erzieht.", zeterte Rose.

„Das ist wirklich typisch Dumbledore. Ich glaube kaum, dass er Harry nur wegen des Schutzzaubers bei den Muggeln unterbringen wollte. Das wäre bei einer Zaubererfamilie mit einem Fidelius-Zauber mit ihm selbst als Geheimniswahrer auch möglich gewesen oder er hätte gleich seinen Aufenthaltsort unortbar machen können. Dumbledores Taten sind nie ohne einen tieferen Grund. Und als wenn eine Zaubererfamilie nicht in der Lage gewesen wäre ihn aufzuziehen, ohne dass er aufgrund seiner Berühmtheit arrogant wird. Das ist doch Unsinn! Nein, ich denke, er wollte ihn von der Zaubererwelt abschotten. Selbst wenn Dumbledore gewusst hätte, dass wir Harrys Verwandte sind, hätte er Harry zu den Muggeln gebracht, davon können wir ausgehen. Er kennt unsere Einstellung und wollte Harry lieber unter seinem Einfluss haben, und ihn muggelfreundlich aufziehen lassen. So sieht es nämlich aus. Tja, Pech gehabt, Dumbledore.", sagte Magnus gehässig.

„Jetzt ist Harry hier, und hier wird er auch bleiben. Morgen werden wir ihn im Ministerium bei uns registrieren lassen, damit er rechtskräftig bei uns leben kann. So, und jetzt sollten wir schlafen gehen. Es ist schon spät und wir haben morgen viel zu tun. Gute Nacht.", sprach Linda das Schlusswort.