Da bin ich wieder :)
Chapter 2
Grissom saß am Fenster und starrte nach draußen. Es war mittlerweile bereits hell und er sollte längst schlafen. Aber er konnte nicht. Er machte sich Sorgen um Sara. Irgendetwas würde passieren, das hatte er im Gefühl.
Er sagte sich, dass Gefühle nicht sicher waren; dass Sara auf sich selbst aufpassen konnte. Aber egal, was er auch versuchte, es funktionierte nicht.
Um 12 gab Grissom auf und ging zu seinem Auto. Er musste einfach sehen, dass bei Sara alles in Ordnung war.
Vor Saras Wohnung beschlich ihn ein noch seltsameres Gefühl. Irgendwas stimmte hier nicht.
Außerdem fragte er sich ständig, wie er ihr seine Anwesenheit erklären sollte, was er sagen sollte, wie er sich verhalten sollte.
Doch all diese Probleme waren vergessen, als er eine Gestalt auf den Treppen zu ihrer Wohnung liegen sah. Beim näheren Hinsehen erkannte er Sara. Er hockte sich neben sie.
„Sara? Sara!" Keine Reaktion. Verdammt. Hoffentlich war sie nur bewusstlos.
Grissom prüfte ihren Puls – Gott sei Dank, er war noch vorhanden. Mit der einen Hand hielt er ihre, mit der anderen suchte er ihre Taschen nach dem Wohnungsschlüssel ab.
Als er ihn endlich gefunden hatte, war ihm bereits der Schweiß ausgebrochen. Er ging zur Tür und schloss sie auf, was ihm mit den zitternden Händen schwer fiel, und eilte dann zurück zu Sara, um sie hineinzutragen.
Drinnen legte er sie auf ihrem Bett ab. Da sie nur eine 1-Zimmer-Wohnung hatte und deswegen sowohl das Sofa als auch das Bett gleich weit entfernt gewesen waren, hatte er sich kurzerhand für das Bequemere entschieden.
Er setzte sich neben sie und nahm ihre Hand. Bitte wach auf, war sein einziger Gedanke. Er wollte einen Arzt rufen. Musste eigentlich. Aber er konnte nicht. Sie würde es zu Ende bringen wollen. Und beim zweiten Mal würde Sara das sicher nicht überleben.
Wach auf, Sara. Wach bitte auf. Wach einfach auf.
Es war ihm nicht bewusst gewesen, dass er auf Saras Atem lauschte, aber als es plötzlich so verdammt still wurde, überkam ihn die grauenvolle Gewissheit, dass er der Einzige in diesem Raum war, der noch atmete.
Oh Gott, nein. Nein, bitte. Ich halt das nicht aus. Ich brauche sie. Bitte nicht. Oh Gott nein, nein…
Grissom war klar, dass er etwas tun musste. Einen Krankenwagen rufen. Aber nein, er durfte nicht. Er musste ihr selbst helfen. Sein letzter Erste-Hilfe-Kurs war eine Weile her. Erst jetzt wusste er, warum Ecklie ständig darauf bestand, dass er diesen Kurs wiederholte. Warum hatte er bloß nie auf ihn gehört?
Er versuchte sich daran zu erinnern, was er machen musste. Sie wieder beleben. Wie ging das noch gleich? Zuerst auf den Rücken legen. Grissom sah Sara an. So lag sie schon.
Dann musste er sie beatmen. Und irgendwo draufdrücken. Oh Gott. Wo zur Hölle war das noch gleich gewesen?
Aber als er anfing, sie durch den Mund zu beatmen, fiel ihm alles wieder ein. Er wusste einfach instinktiv, was er tun musste und wie. Trotzdem war es, als würde sein Körper das tun und sein Geist wäre mit etwas völlig anderem beschäftigt.
Als er hörte, wie Sara wieder zu atmen begann, ließ er sich erschöpft neben sie sinken. Er war eine Weile wie weggetreten, in einer anderen Welt. Deswegen hörte er auch das Telefon erst beim sechsten Klingeln. Abwesend nahm er den Hörer ab.
"Grissom." „Gil, ich dachte mir schon, dass du relativ schnell da sein wirst. Es tut mir fast Leid um die Kleine. Sie war wirklich hübsch; ein Jammer, dass ich sie beiseite schaffen musste."
Grissoms Hand ballte sich zu einer Faust. Wie konnte sie es wagen, Sara wehzutun. Versuchen, sie umzubringen. Es fast schaffen!
Aber wenigstens ging sie davon aus, dass Sara bereits tot war. Das hieße, sie war vorerst außer Gefahr – außer er würde sich verraten.
"Das hat sie nicht verdient. Warum tust du das? Sag es mir, Scarlett!"
Er hörte ihr Lachen, hoch und schrill und er verstand nicht, wie er es jemals hatte lieben können.
"Du weißt genau, warum ich das tue. Du kannst es jederzeit beenden, das weißt du. Du verdienst gut und ich bin nicht anspruchsvoll. Eine Ehe könntest du dir locker leisten."
Grissom wurde schlecht bei dem Gedanken, sie zu heiraten.
"Niemals.", sagte er.
Er wusste genau, dass es Sara nicht retten würde. Dann hätte er es schon längst getan. Aber Scarlett schreckte vor nichts zurück – und sie würde alles und jeden aus dem Weg räumen, der sie in irgendeiner Weise behinderte. Wirklich jeden.
„Überleg es dir gut, Gil. Es wird die Zeit kommen, da bereust du diese Worte."
Klick. Sie hatte aufgelegt. Grissom legte langsam das Telefon beiseite. Er sah zu Sara. Sie atmete jetzt wieder gleichmäßig und einigermaßen ruhig; nur das sie zusammenzuckte, als er sie zudeckte, irritierte ihn.
TBC...
Man darf auch reviewen :)
