So... hier ist das erste Kapitel.
CaroloveSeverus: Ich hoffe, dass dir die Geschichte genauso gut gefällt, wie der Prolog und du wirst balb erfahren, was Amely und Cole mit Hermine und Severus zu tun haben ;-)
Viel Spaß beim lesen :)
1. Die erste Verspätung
„So ein Mist!", fluchte Hermine, als ihre Tasche riss und der komplette Inhalt auf den engen Flur in Richtung Kerker fiel. Die Bücher, die sie sich gerade ausgeliehen hatten fielen mit einem lauten Knall auf den Boden und ihr Tintenglass zerbrach und spritzte fast den gesamten Inhalt auf ihren Umhang.
„Reparo", sagte sie schnell und stopfte ihre Sachen in Rekordgeschwindigkeit zurück in die reparierte Tasche. Doch als sie sich der Tintenlache näherte hielt sie für einige Augenblicke inne. Am Rand der Lache lag ihre Hausaufgabe über das Veritaserum. Vorsichtig hob sie das Pergament auf und fluchte. An dieser Hausaufgabe hatte sie drei Stunden gesessen und mit sehr vielen wichtigen Informationen gefüllt, die sie aus vielen verschiedenen Fachbüchern hatte.
Sie sah sie sich genauer an und stellte erschrocken fest, dass sich mehrere unschöne Tintenspritzer über das Blatt zogen und am linken Rand eine lange Tintenspur entlanglief. Vorsichtig legte sie die Hausaufgabe in ihre Tasche und widmete sich jetzt dem Tintenfleck.
„Ratzeputz!", sprach sie schnell und rannte in Richtung Kerker weiter. Durch diesen Vorfall würde sie bestimmt zu spät kommen – und sie war noch nie zu spät gekommen!
Mit dem Zauberstab öffnete Severus schwungvoll die Tür und lief wie immer selbstbewusst und zielstrebig nach vorne zu seinem Platz. Kurz - bevor er gegen die Tafel rennen konnte – drehte er sich um und sah seine Klasse mit einem kritischen Blick an.
„Bevor wir mit unserem heutigen Thema anfangen möchte ich, dass sie mir ihre Aufsätze nach vorne bringen", sagte er und freute sich schon heimlich darauf die Gesichter seiner Schüler zu sehen, wenn diese ihre Miserablen Aufsätze zurückbekamen.
Alle standen auf und brachten ihre Blätter nach vorne und setzten sich so schnell es ging wieder hin. „Heute werden wir einen etwas schwierigeren Trank brauen", sagte er und hob gerade seinen Zauberstab um den Namen des Tranks an der Tafel erscheinen zu lassen, als mit einem lauten Knall die Tür aufflog und Miss Granger in den Klassenraum stürzte.
Sie klammerte ihre Tasche fest an sich, als hätte sie Angst, dass jemand sie klauen könnte und ihre Haare flogen wild um ihren Kopf herum. „Entschuldigung für die Verspätung, Sir", sagte sie außer Atem und ließ sich auf ihrem Platz zwischen Mr. Potter und Mr. Weasley nieder.
„Das macht zwanzig Punkte Abzug für Gryffindor", sagte er und musterte sie noch einmal genauer. Ihr Umhang schien am Saum sehr durchnässt zu sein und sie ließ eine Tintenspur hinter sich. Sie versuchte ihn so gut es ging zu ignorieren, doch er war noch nicht mit ihr fertig.
„Was wollen sie denn noch, Professor?", fragte sie, als er geschlagene fünf Minuten vor ihrem Platz stand und sie ansah. „Wie wäre es mit ihrer Hausaufgabe, Miss Granger?", fragte er und sah sie mit einem eisigen Blick an.
„Oh", sagte sie. „Natürlich." Sie kramte in ihrer Tasche und überreichte ihm ein sehr unappetitlich aussehendes Blatt, das voller Tintenflecke waren. Er zog seine Augenbraue hoch und sah Hermine prüfend an. „Das ist ihre Hausaufgabe?"
„Ja, Professor", sagte sie und wandte ihren Blick ab. Er ging nach vorne und legte das Blatt zu den anderen Rollen und fuhr mit seinem Unterricht fort. Auf der Tafel erschienen die Wörter Euphorie-Elixier und er fragte die Klasse, was das für ein Trank war. Doch keiner meldete sich. Bis auf eine, aber Miss Granger würde er nicht rannehmen, da sie für das zuspätkommen und die dreckige Hausaufgabe sich diese Chance verspielt hatte.
Er ließ den Blick über seine Klasse schweifen und sie wurde zusehends unruhiger und wedelte schon mit ihrem Arm. Er ignorierte das und schritt durch die Reihen. „Keiner weiß, was das Euphorie-Elixier ist?", fragte er und lief wieder langsam zurück zu seinem Platz.
„Das ist aber sehr dürftig."
Sie konnte es jetzt nicht mehr aushalten und rief die Antwort einfach dazwischen. „Das Euphorie-Elixier versetzt die Trinkenden in eine euphorische Stimmung. Allerdings sind die Nebenwirkungen häufig, dass diese Euphorie in lautes Singen ausartet und…"
Sie stoppte, als sich ihr Lehrer umdrehte und sie mit einem Todesblick ansah.
„Erst zu spät kommen und mir eine dreckige Hausaufgabe abgeben, die man eigentlich gar nicht mehr als Hausaufgabe bezeichnen kann und jetzt auch noch dazwischen reden und mich anschreien", sagte er kühl und kam ihr bedrohlich nahe. „Das hätte ich nicht von ihnen erwartet."
Sie hielt sich schnell die Hand vor den Mund. Habe ich ihn wirklich angeschrieen?, dachte sie verzweifelt. „Es tut mir leid, Professor, aber ich wusste die Antwort und…", sie wurde wieder von ihm unterbrochen. „Wollen sie mich etwa kritisieren? Nur, weil sie jetzt im Abschlussjahr sind können sie sich noch lange nicht erlauben meinen Unterricht zu kritisieren", sagte er mit einer eisigen Stimme.
„Aber ich…"
„Und jetzt auch noch widersprechen? Das bedeutet dann wohl einen Monat Nachsitzen. Kommen sie nach dem Unterricht zu mir und ich werde ihnen die Zeiten sagen", sagte er ließ dann das Rezept an der Tafel erscheinen. „Fangen sie an. Am Ende möchte ich von jedem eine kleine Phiole haben."
Hermine holte sich die Zutaten und fing an zu brauen. Sie hatte noch niemals einen Lehrer angeschrieen. Eigentlich wollte sie doch nur die Antwort sagen, aber anscheinend war sie zu gestresst gewesen, wegen dem Vorfall vorhin…
Plötzlich hielt sie inne und griff schnell in ihre Tasche um sich einen Hustenbonbon zu holen. In letzter Zeit hatte sie öfter so ein kratzen und drücken im Hals, das plötzlich kam und dann genauso schnell wieder verschwand, wie es gekommen war.
Harry warf ihr einen besorgten Blick zu. „Ist alles in Ordnung, Mine?", fragte er.
„Ja klar. Mein Hals tut nur ein bisschen weh…"
„Nachdem du Professor Snape zusammen geschrieen hast kann ich mir das gut vorstellen", sagte Ron und musste sich die Hand vor den Mund halten um nicht laut loszulachen.
„Nein, das meinte ich nicht Hermine", sagte Harry und musste auch ein wenig schmunzeln. „Ich meinte eigentlich, weil du zu spät kommst, eine vollkommen verdreckte Hausaufgabe abgibst an der du über drei Stunden gesessen hast und auf Professor Snape losgehst. So kenne ich dich gar nicht."
„Ja… Als ich vorhin auf dem Weg hierher war ist meine Tasche gerissen und wie du dir vielleicht vorstellen kannst, hat mein Tintenglas das nicht überlebt. Nachdem ich dann die Sauerei im Flur beseitigt und meine Tasche repariert hatte kam ich eben zu spät", erklärte ich.
„Und dann hast du Snape fertig gemacht", kicherte Ron, was ihm eine sehr harte Kopfnuss von Professor Snape einbrachte.
„Was ist denn hier so lustig?", fragte er mit seiner kühlen Stimme.
„Gar nichts", erwiderte Harry fast genauso kühl. Sie konnte immer noch nicht verstehen, was genau er gegen Prof. Snape hatte. Obwohl sie zugeben musste, dass er sich mit seinem Verhalten nicht gerade Freunde machte, aber er war trotzdem ihr Lehrer und auch ein Mensch…
„Das will ich auch hoffen", sagte er und wandte sich wieder Neville zu, dessen Trank sich inzwischen blutrot gefärbt hatte.
„Mr. Longbottom", hörten sie seine schnarrende Stimme. „Was genau verstehen sie nicht an dem Satz: ‚Der Trank sollte dann sonnengelb leuchten' ?"
Nach dem Unterricht kamen alle Schüler zu ihm und brachten ihm ihre Phiolen. Innerlich musste Severus lachen. Das Rezept war – zugegeben- nicht ganz so leicht, aber trotzdem hätte er von seinen Schülern mehr erwartet. Die Farben der Tränke schienen jede Farbe, die es gab zu beinhalten. Es gab grüne, blaue, lilane, rosane, orange und… sogar einen schwarzen Trank.
Nur einer war wieder perfekt geworden. Freudig strahlend überreichte ihm Hermine einen sonnengelben Trank.
„Wenn sie glauben, dass sie dadurch nicht mehr nachsitzen müssen, haben sie sich geirrt", sagte er kühl, als er ihre Phiole entgegennahm. Das Lächeln auf ihrem Gesicht verschwand schlagartig.
„Heute um 19 Uhr Nachsitzen, im Klassenraum."
Sie nickte und verschwand so schnell wie möglich aus dem Klassenraum. Froh lehnte er sich in seinem Stuhl zurück. Er hatte der besten Schülerin aus seiner Klasse zwanzig Hauspunkte abgezogen und ihr einen Monat Nachsitzen aufgebrummt. Wenn das keine Meisterleistung war wusste er auch nicht weiter… und doch tat es ihm leid, wie das Lächeln auf ihrem Gesicht verschwunden war und wie sie ihn erschrocken angeblickt hatte, als sie bemerkte, dass sie ihn angeschrieen hatte.
Als ihm bewusst wurde, was er da gerade gedacht hatte wischte er diesen Gedanken entschlossen weg.
Seit wann tut dir eine Schülerin leid? Insbesondere weil sie eine Gryffindor ist, müsstest du sie hassen!
