A/N: CSI oder die Charaktere hier gehören mir nicht. Ich leihe sie mir nur aus, um meiner abwegigen Fantasie freien Lauf zu lassen. Eine Verletzung des Copyrights ist nicht beabsichtigt.

Ich möchte mich ganz herzlich bei allen bedanken, die mir eine review geschrieben haben. Alle haben mich sehr gerührt und ich hätte wirklich nicht damit gerechnet, dass sie alle so positiv ausfallen würden. Vielen Dank!

Kleiner Tipp für das zweite Kapitel: Langsam lesen und Lieblingsmusik hören! Das ist nämlich nie falsch:D

Das Wunder des Herzens 2

Die Wunde an seinem Kopf war zu einem dünnen, roten Strich geworden. Es tat weh, wenn er sie mit seinen Fingerspitzen berührte.

Er konnte sich immer noch nicht richtig erklären, was vorletzte Nacht in dem Haus passiert war. Der Unfall an sich war ihm egal. Was ihn wach gehalten hatte, war der Gedanke an Sara, wie sie gehalten hatte, wie sie auf ihn hernieder geblickt hatte. Er hatte die Augen aufgeschlagen und einen Engel gesehen.

Grissom seufzte und blickte sein Spiegelbild etwas müde und bedrückt an. Er wusch sich die Hände ein zweites Mal, bevor er dann die Herrentoilette verließ und versuchte, mental mit der letzten Nacht abzuschließen, die er gerade hinter sich gebracht hatte.

Langsam ging er durch die Gänge, sein Blick streifte die Menschen nur, die ihm begegneten, er wunderte sich, warum er eigentlich fähig war, den Gruß dieser Menschen zu erwidern. Niemanden sah er richtig an. Niemanden.

Bis sein Blick doch hängen blieb.

Sara, Greg und Warrick hatten sich im Breakroom niedergelassen, alle drei tranken sie Kaffe aus blauen Tassen und unterhielten sich angeregt über irgendein Thema, welches nichts mit der Arbeit zu tun haben schien, denn alle trugen sie ein Lächeln im Gesicht.

Sara war gerade dabei, ihren Kollegen etwas zu erklären, als es geschah.

Sie stellte ihre Tasse auf dem Tisch ab, gestikulierte kurz mit den Händen – und zeichnete ein imaginäres Kreuz über die Stelle, wo sich ihr Herz befand.

Ich schwöre.

Es war wie ein Tritt in den Magen für Grissom. Endgültig verlor alles in seiner Welt die Bedeutung, wäre alles um ihn herum plötzlich in Flammen aufgegangen, Grissom hätte es nicht gemerkt.

Es gab nur mehr noch diese junge Frau. Diese eine, viel zu junge Frau.

Ihre braunen Rehaugen, der Ausdruck ihres Gesichtes, der von purer Intelligenz sprach, die nackte Haut ihrer Unterarme, der schlanke Oberkörper.

Dieses Herz, das da schlug, dieses Herz, das ihn in tiefer Dunkelheit gefunden hatte. Am liebsten hätte er ihr zugerufen, sie solle nicht aufhören, alles, nur nicht aufhören.

Er wusste selbst nicht genau, was er damit meinte, verschwendete aber nicht den kleinsten Gedanken daran.

Ich schwöre.

Diese eine Geste hatte ihn aus den Fugen geworfen, und er wusste nicht, warum.

Ich schwöre.

Ein lautes Krachen riss ihn aus seinen Gedanken.

Erschrocken fuhr er herum, bemerkte dann zu seiner Beruhigung, dass nur jemand etwas umgestoßen hatte, und wandte seine Aufmerksamkeit wieder den drei Menschen im Breakroom zu, aber auch diese hatten den Lärm wahrgenommen.

Sara sah auf und erblickte Grissom, der komplett tatenlos im Gang herumstand. Ein belustigtes Lächeln verzog ihre Lippen. Sie stand auf und kletterte über Gregs Beine, wie immer kam es dem jungen Mann nicht in den Sinn, ihr einfach auszustellen.

Im Gang blieb sie direkt vor ihm stehen. „Hey Grissom!" grüßte sie ihn auf ihre typische Art und lächelte ihn an.

„Guten Tag, Sara!" erwiderte dieser ebenso freundlich, in Gedanken betrachtete er ihr Haar, wunderte sich, wie lang es geworden war.

„Ich wollte dir das Buch zurückgeben, das du mir geliehen hast. Das war echt interessant!" sie lächelte noch breiter.

„Das freut mich aber, ich war mir sicher, es würde dir gefallen." er sprach seltsam leise, als wolle er nicht, dass jemand anderes ihn hörte, und fühlte sich plötzlich verlegen.

„Ja, das hat es! Und es gibt so vieles, das ich mit dir besprechen muss! Natürlich habe ich alle wichtigen Stellen mit Textmarker hervorgehoben, und Eselsohren in die Seiten gemacht, damit ich ja alles wieder schnell finde!"

Grissoms eigenes Herz blieb für mindestens eine Sekunde stehen. „W…was hast du…?" der Widerwillen und der Unglaube in seine Stimme ließ ihn kaum einen Satz formen.

„Jaja! Blöderweise ist mir dann eine ganze Kanne Kaffee umgefallen und alles ist übers Buch drüber. Aber so schlimm ist das ja auch nicht, jetzt hat es einen echt antiken Grauschleier!"

Sara musste sich fast auf die Zunge beißen, um nicht laut loszulachen. Grissoms Gesicht hatte einen absolut geschockten Ausdruck angenommen, seine Augen waren groß wie Untertassen und seine Unterlippe zitterte leicht. Am liebsten hätte sie ihn jetzt in den Arm genommen. Er sah aus, als wäre er kurz davor, in Tränen auszubrechen.

„Grissom."

„Ehm, w..was?"

„Dem Buch geht es gut!" ein etwas süffisanter Ausdruck machte sich auf ihren Zügen breit. „Das war nur ein Scherz."

Damit zog sie das besagte Buch unter ihrer Jacke hervor und reichte es ihm. Es sah wirklich einwandfrei aus.

Sie lächelte ihn an, drehte sich um und ließ ihn einfach stehen.


Als er endlich wieder in seinem Büro saß, berührte er zum wiederholten Male an diesem Abend die genähte Wunde an seiner Stirn. Und zum wiederholten Male an diesem Abend wanderten seine Gedanken zu Sara. Er verstand sie einfach nicht. Sie war ein Mysterium für ihn, einfach schon aus dem Grund, weil ihre Gedankengänge für ihn oft kaum nachvollziehbar waren. Sara war ein Mensch, der aus dem Bauch heraus lebte. Er bewunderte das an ihr, er selbst hätte dazu viel zu viel Angst gehabt. Sie traf Entscheidungen schnell, manchmal vielleicht zu schnell, aber immer aus vollem Herzen. Sie stand hinter den Dingen die sie sagte und tat. Das war mehr, als man von vielen anderen Menschen behaupten konnte.

Was tat er nur? Was geschah mit ihm? Er verstand gar nichts mehr. Seit dem Zeitpunkt als sie ihn gefragt hatte, ob er mit ihr Abendessen wollte, seit diesem Zeitpunkt hatte er sie gemieden. Er konnte sich so etwas nicht erlauben.

Er war ihr Supervisor, ihr Vorgesetzter. So etwas konnte nicht gut gehen. Er war sich seinen Gefühlen nicht sicher, war ihr aus dem Weg gegangen, hatte sie manchmal sogar vollkommen ignoriert.

Auch sie schien sich nach dieser Eskapade von ihm abgewendet zu haben, aber sie vollkommen aus seinem Leben zu streichen, das funktionierte einfach nicht.

Sara…er kannte sie jetzt schon so lange, fast über zehn Jahre. Sie war noch so jung gewesen, als er sie kennen gelernt hatte, fast noch ein halbes Kind. Und dennoch hatte er sich sofort von ihr angezogen gefühlt.

Sie war brillant, keine Frage. Manchmal hatte er das Gefühl, dass sie zu Leistungen fähig war, die ihren Tätigkeitsbereich hier vollkommen überstiegen.

Grissom packte seine Sachen und zog seine Autoschlüssel aus der Tasche. Es war Zeit für ihn, nach Hause zu gehen.


Er steckte den Schlüssel in das Zündschloss seines Wagens und richtete sich den Rückspiegel neu ein. Da sah er Greg, der ebenfalls zu seinem Wagen ging. Der junge Mann wirkte nervös, wie er es oft war.

Dieses Mal war es allerdings kein Wunder, Grissom konnte es ihm sogar gut nachfühlen. Greg war immer nervös, wenn er vor wichtigen Dingen stand. Und auch Grissom musste gestehen, dass er um nichts in der Welt mit Greg hätte tauschen wollen.

Plötzlich flog die Eingangstür des Labors auf und Sara kam heraus. Sie wirkte im Gegensatz zu Greg und Grissom selbst überhaupt nicht müde.

„Greg, warte!" rief sie und sprintete über den asphaltierten Parkplatz, bis sie Greg erreicht hatte. Dieser war verwundert stehen geblieben und starrte seine Kollegin verdutzt an.

„Sara, was ist denn? Hab ich was vergessen?" fragte er vorsichtig.

„Nein, nein, natürlich nicht!" beruhigte sie ihn, während sie ihren Atem wieder unter Kontrolle brachte.

„Ich hab nur gerade gehört, dass Griss dich deinem nächsten Test unterziehen will!"

„Ehm, ja, genau, das stimmt." stotterte Greg etwas verlegen.

Da floss Sara förmlich in seine Arme. Gregs Augen weiteten sich, nur langsam und schüchtern erwiderte er ihre Umarmung. Die Leberflecke auf seiner Wange schienen sich plötzlich viel mehr von seinem Gesicht abzuheben als normal.

„Ich wollte dir nur sagen, dass du nicht nervös zu sein brauchst. Mach einfach alles so wie immer, dann kann es nur hinhauen!" sie wiegte ihn kurz hin und her, und Greg schien sich etwas zu entspannen.

„Chaka, du schaffst es!" sie grinste fast schelmisch, streichelte mit beiden Händen über Gregs Wangen und entzog sich dann wieder seiner Umarmung. Gleich schnell wie vorher rannte sie wieder zurück in das Gebäude.

Hasch mich, ich bin der Frühling.

Grissom blieb buchstäblich der Mund offen stehen. Die Fingerknöchel seiner Hände wurden weiß, und in dem Moment hätte er wohl alles dafür gegeben, mit Greg tauschen zu können. Alles.

Ich schwöre.


Okay, Leute, mein zweites Kapitel. Ich war mit total lange nicht sicher, ob es eine gute Entscheidung war, weiter zu schreiben, vor allem, weil mir dieses Kapitel nicht so gut wie das erste erscheint. Und wie immer hoffe ich auf reviews. Sagt mir bitte ganz ehrlich, was ihr denkt! Nea