Später an diesem Abend als Caroline versuchte ihre Gefühle abzuschalten kam es anders als gedacht. Anscheinend war Elena nicht allein gekommen sondern alle anderen standen an der Tür. Elena war nur der Vorbote. Elena schrie „Caroline nein! Stefan sie versucht es abzuschalten." Gleichzeitig stürmten Stefan, Damon und alle Originale in den Raum.
Care starrte hasserfüllt im Raum herum. „Geht weg", rief sie laut aber keiner bewegte sich. Stefan ging mit erhobenen Armen auf sie zu. Doch sie trat zurück. „Caroline…", begann Stefan. Doch sie trat weiter zurück und rief laut: „Nicht". „Tu das nicht Blondie", riet Damon. „Wieso nicht?", fragte Care, „Du hast gesagt es wird nur noch schlimmer. Ich kann das nicht. Nicht meine Mum. Meine Mum die wegen mir noch schneller starb weil ich ihr mein Blut gab. Ich kann das nicht länger."
Sie versuchten zu dritt auf Caroline einzureden doch sie rutschte immer weiter weg und kämpfte mit allem was sie hatte. Die Mikaelson´s hielten sich bewusst zurück. Wenn jemand Caroline Forbes überzeugen konnte dann wohl ihre Freunde.
Aber es schien aussichtslos. Sie rutschte weiter in die Dunkelheit. Und als ihr Schalter kippelte blitzte Klaus nach vorn und umschlang ihr Gesicht mit seinen Händen. Care sah zu Boden. Sie konnte ihn nicht ansehen. Auch wenn sie es sich nie eingestanden hatte war er derjenige im Raum der sie überzeugen konnte.
„Sieh mich an", sprach Klaus leise. Im Raum war es nun totenstill. „Nein", hauchte Caroline und versuchte weiter zurück zu weichen. Doch Klaus ließ sie nicht und sagte noch einmal mit Nachdruck: „Sieh mich an Caroline". Die blonde Vampirin kämpfte mit sich selbst. Sie versuchte den dringend benötigten Schalter in sich zu finden um den Schmerzen zu entfliehen. Doch sie war sich der Hände auf ihren Wangen bewusst und dem Frieden der diese Berührung mit sich brachte. Sein Geruch brachte ihr Ruhe.
Langsam sah sie auf. Grün traf Blau. „Tu es nicht", sagte der Urhybrid. „Wieso nicht?" fragte Care leise. „Weil du es bereuen würdest", kam die prompte Antwort. „Ich kann das nicht. Ich schaffe es nicht", stammelte sie leise. „Doch du kannst Caroline", sagte er nochmal mit Nachdruck. „Woher weißt du das?", kam die leise Frage.
Klaus sah sich im Raum um und traf wieder ihre Augen. „Ich werde es dir sagen. Auch vor deinen vermaledeiten Freunden und wenn auch nur ein Wort diesen Raum verlässt wird ihr Tod eine Erlösung sein", warnte er leise und hörte nur zustimmendes Gemurmel im Hintergrund. Caroline schnaubte nur. Klaus lächelte leicht. „Ich habe es dir schon einmal gesagt", begann er. „Du bist schön und stark und voller Licht. Wenn jemand in dieser Dunkelheit strahlen kann bist es du."
Es war als wären sie plötzlich allein im Raum. Beide ignorierten die neugierigen Blicke seiner Familie und ihrer Freunde.
„Du bist stark Caroline und ich weiß dieser Schmerz ist mit nichts zu vergleichen aber du wirst es schaffen und weiter leben und eines Tages wieder glücklich sein. Dann wenn die Erinnerungen nicht mehr so schmerzen wirst du dein Lächeln wieder finden. Also atme gegen den Schmerz. Und es wird mit jedem Tag weniger werden."
„Wie?", fragte Care. Tränen traten in ihre Augen.
„Nun", sagte Klaus, „ Ich werde dich wenn nötig jeden Tag daran erinnern. Denn du kannst alles schaffen. Und wenn du denkst du schaffst es nicht. Denk daran, dass du es geschafft hast, einen Mann der Gefühle verabscheut hat dazu zu bringen Freundlichkeit zu zeigen. Und denke daran, dass du es geschafft hast, dass die mächtigste Kreatur auf Erden dich liebt."
Ihr Atem stockte. Hinter sich hörte sie mehrere Leute scharf die Luft einziehen. Aber keiner von Ihnen zählte. Es zählte nur der Mann vor ihr. Der Mann den sie als Monster kennengelernt hatte. Dem sie sich entziehen musste um die aufkeimenden Gefühle zu unterdrücken.
Der Mann der nicht mal unter Folter Gefühle zugestehen würde.
Der Mann, Klaus, der ihr seine Liebe gestand.
Sie sackte gegen ihn und er hielt sie in seinen starken Armen. Arme die ihr immer Schutz geboten hatten.
Dieser Abend hatte sie sicherlich nicht geheilt. Und der Schmerz würde auch nicht so schnell vergehen. Es würden viele Höhen und Tiefen vor ihr liegen einschließlich eines Kindes in New Orleans. Doch einer Sache war sich Caroline sicher als sie an diesem Abend zusammen mit Klaus in ihrem Bett lag. Jenes Bett an dem er vor vielen Jahren stand und ihr von der Schönheit der Welt erzählte und ihr einen Grund zum Leben gab. Sie würden es zusammen durchstehen und wann immer es nötig wäre, würde Klaus sie daran erinnern was es hieß sein Licht zu sein. Und mit einem letzten Blick auf den Brief ihrer Mutter den Elena ihr an diesem Abend gegeben hatte konnte sie sich endlich eingestehen, dass sie den Mann an ihrer Seite schon seit Jahren liebte. Starke Arme hielten sie als sie ins Traumland glitt und dem Gesicht ihrer lächelnden Mutter begegnete.
Meine geliebte Caroline,
wenn du diese Zeilen liest dann kann ich leider nicht mehr bei dir sein. Aber weißt du es ist nicht weiter schlimm. Ich hatte ein erfülltes Leben und ich bin so unendlich stolz auf dich und liebe dich mehr als du weißt.
Zweifle nie daran. Du bist zu der Frau geworden, die ich mir immer erhofft habe. Du bist stark und selbstbewusst und du wirst deinen Weg gehen.
Während ich diesen Brief schreibe bereitest du gerade mit Stefan das Haus für mich vor. Ich weiß mittlerweile, dass meine Bemühungen vergebens sind. Denn du kannst Stefan nicht lieben. Das ist kein Problem denn es war nur meine Angst, dass du alleine bist wenn ich nicht mehr da bin also habe ich euch zusammen getrieben.
Aber wir wissen beide, dass du nie allein sein wirst. Und ich weiß genau wie du auch, auch wenn du es nie zugeben würdest, dass es bereits jemanden gibt dem dein Herz gehört.
Du kannst es abstreiten so viel du willst. Aber ich habe deine Blicke gesehen. Auch als du ihn verflucht hast. Du hast gestrahlt wie ein Leuchtfeuer.
Klaus mag nicht der Mann sein, den wir uns für dich gewünscht haben. Aber er hat dich glücklich gemacht Schatz. Und egal wie viele Probleme er verursacht hat (Auch wenn ich das keinesfalls gut heißen kann) hat er dir eine Ruhe und Sicherheit gegeben wie keiner von uns es könnte.
Du magst es dir immer noch nicht eingestehen. Und bestimmt schaust du den Brief jetzt ganz entsetzt an. Aber wenn du merkst, dass du nicht mehr weiter weißt und dir keiner deiner Freunde helfen kann dann bitte ich dich Caroline geh zu ihm. Ich habe auch seine Blicke bemerkt und ich bin mir sicher, dass er dich liebt.
Ich werde immer an deiner Seite sein und über dich wachen. Und zweifle nie daran, dass ich dich liebe und unendlich stolz auf dich bin egal welchen Weg du gehst, welchen Mann du lieben wirst und welche Entscheidungen du im Leben treffen wirst. Denn du bist die Tochter des Sheriffs von Mystic Falls vergiss das nie.
In Liebe Mom.
~ Nigrissima nocte lux clarissima lucebit~
In der dunkelsten Nacht wird das hellste Licht scheinen.
