Sweet Sixteen

„Dad, ich weiß das wir kein neues Haus kaufen werden. Und ich weiß auch warum du mich mit zu dieser Marklerin geschleift hast."

Ich sah ihn mit einem wissenden Lächeln an und bemerkte wie auch sein Gesicht nun das schiefe Lächeln annahm das ich so toll fand.

„Dann tu bitte wenigstens überrascht wenn wir da sind Renesmee."

Er legte den fünften gang ein und raste mit einer enormen Geschwindigkeit den kurvenreichen Schotterweg zu unserem zu Hause entlang. In meinem Bauch verspürte ich ein kleines Kribbeln, nicht nur wegen der Geschwindigkeit sondern auch weil ich sah das vor unserem Haus ein Leihwagen stand und das konnte nur eines bedeuten.

Es waren alle da.

Wirklich alle.

Mein Vater parkte mit einem Zug neben den anderen Autos der Familie ein und kaum hatte er gehalten, war ich auch schon aus dem Auto gestiegen. Mit einem fröhlichen Lächeln auf den Lippen tänzelte ich zur Eingangstür von der aus ich auch schon die vielen Stimmen hören konnte. Darunter die von Jacob, die mir als erstes auffiel. Des weiteren die von Alice die merklich etwas aufgeregt war. Auch die Stimme von meiner Mum und die der anderen Familienmitglieder waren deutlich herauszuhören. Doch ehe ich die Türe nun öffnete wollte ich sicher gehen das ich eine ganz bestimmte Stimme fand. Und da war sie, ganz leise zwischen den ganzen anderen: mein Opa Charlie. Ich hatte ihn schon eine halbe Ewigkeit nicht mehr gesehen, um genau zu sein seitdem wir aus Forks weggezogen waren.

Mein Lächeln wurde noch einen Ticken breiter und ich öffnete die Eingangstür.

Was sich meinen Augen nun darbot war typisch für meine Tante Alice.

Überall standen Rote Kerzen und es waren viele Luftschlangen und Konfetti in allen Farben des Regenbogens verteilt. Auf dem großen Tisch neben dem Klavier stand ein riesig wirkender Kuchen der mit rosanem Zuckerguß versehen war. Auf dem Kuchen war eine große 16 aus Marzipan geformt. Um den kuchen verteilt lagen viele kleine und auch große Geschenke, die alle in demselben Papier gehüllt waren. Außer zwei Päckchen, diese unterschieden sich sowohl von den anderen als auch untereinander.

Als erstes fiel mir meine Mutter in die Arme:" Alles gute zum Geburtstag mein Schatz." tönte sie und eine leichte Melancholie war in ihrer Stimme zu vernehmen. Alle Familienmitglieder folgten dem Beispiel meiner Mutter, wobei ich Opa Charlie natürlich eine Sekunde länger in den Armen hielt als die anderen. Ich hatte ihn wirklich vermisst.

Nun fiel mein Blick auf die letzte Person im Raum die mich noch nicht umarmt hatte.

Jacob.

Mein Jacob Black.

Er war mein Beschützer, mein Begleiter aber vor allem mein bester Freund. Er kannte mich schon seit ich ein Baby war und unsere Verbindung war sehr eng. Ich mochte es einfach wenn er in der Nähe war. Er war ein Freund der Familie, was ich jedoch nie so richtig verstand da er doch von den meisten eher geärgert wurde. Doch wenn ich nachfragte wie es dazu kam das Jacob so etwas wie ein Teil der Familie wurde dann sagte man mir, dass das keiner mehr so genau wusste. Jacob war ein Gestaltenwandler und konnte sich zu einem riesigen, rostbraunen Wolf verwandeln. Vielleicht war es das was ihn mit meiner Familie verband.

Er war genauso verkorkst wie wir.

Jacob stand mit verschränkten Armen da und wirkte auf mich wie ein riesiger Baum. Er war wesentlich größer und auch breiter als ich. Er hatte viele Muskeln und wenn man nicht wusste, dass ich ein Halbvampir war konnte man denken er könnte mich einfach so zerquetschen. In Jakes Gesicht sah ich das Grinsen das ich an ihm so liebte.

„Na Nessie? Alte Schachtel?" kam es zwischen seinen blendend weißen Zähnen hervor und ein hallendes Lachen folgte. Für meinen Spitznamen bekam Jacob immer wenn er ihn aussprach einen strafenden Blick meiner Mutter aber das schien den großen Indianer nicht zu stören. Er öffnete seine Arme und kam noch einen Schritt auf mich zu:

" Alles Gute zum Geburtstag."

und mit diesen Worten nahm er mich in seine warmen, starken Arme und drückte mich ganz leicht. Sein Geruch umströmte mich und kurz fühlte ich mich wieder wie ein Kind. Sein Geruch war atemberaubend, die anderen sagten zwar immer er würde stinken wie nasser Hund, aber für mich roch er nach Wald, nach Natur, nach Sonnenstrahlen. Er roch einfach nach allem was schön war. Ein leises Kichern kam aus meiner Kehle als mich Jacob nach einer halben Ewigkeit immer noch nicht losließ.

"Jake.." flüsterte ich und brachte ihn so dazu von mir abzulassen. Es war nicht so das ich seine Umarmung nicht genoß, nein ich wusste nur das Alice und die anderen wohl darauf brannten das ich meine Geschenke aufmachte.

Jake löste sich von mir und setzte sich mit seinem typischen Grinsen auf das gemütliche Sofa das Alice am Rand aufgestellt hatte. Die anderen setzten sich ebenfalls und ich stand nun vor dem Berg an Geschenken.

Ich nahm zuerst eines der rot eingepackten und öffnete es langsam. An den Blicken von Oma Esme und Opa Carlisle konnte ich erkennen, dass es von ihnen stammte.

Als ich das Geschenk vom Papier befreit hatte lächelte ich und meine glitzernden Augen glitten zu meinen Großeltern.

" Eine Reise nach Italien?"

Esme nickte ein wenig:" nun von uns kann leider keiner mit dir kommen, also haben wir entschieden das Jacob mit dir fährt." Nun glitt ihr Blick zu meiner Mutter: „deine Eltern haben natürlich nichts dagegen." Fügte sie nun hinzu und ich sah wie das Lächeln meiner Mutter gezwungener wurde.

Sie hatte es nicht gerne mich allein zu lassen aber die Reise nach Italien war schon seit langem mein Wunsch gewesen. Ich liebte die Sonne doch aufgrund der Besonderheiten meiner Familie war es nie möglich gewesen Urlaub in einem sonnigen Gebiet zu machen. Aber nun wurde mir mein Traum erfüllt und noch dazu durfte ich mit Jacob fahren was die ganze Sache noch besser machte. Das brachte mir ein wenig Freiraum den ich sonst dank meiner Mutter kaum hatte. Ich liebte meine Mutter aber sie war manchmal einfach zu vorsichtig. Sie beobachtete sogar Jacob argwöhnisch wenn er sich mit mir beschäftigte.

Ich umarmte Esme und Carlisle stürmisch und drückte beiden einen Kuss auf die Wange bevor ich mich den anderen Geschenken widmete.

Doch bevor ich mich zum Tisch zurückgehen konnte stand auch schon Jacob vor mir der mir sein Geschenk in die Hände drückte.

Wieder dieses hämische Grinsen.

Ich lächelte Jacob an und flüsterte ein leises:" danke" bevor ich die Verpackung aufmachte. Es war eines der zwei Geschenke die sich von den vielen rot eingepackten unterschieden hatten. Das grüne Geschenkpapier glitzerte ein wenig und als ich es vollends entfernt hatte sah ich ein kleines Schmuckdöschen in meinen Händen. ´Tiffany und co.` stand darauf in kunstvollen, silbernen Buchstaben. Egal was sich darin befand, es muss wohl sündhaft teuer gewesen sein. Ich sah Jake mit einem wohlwissenden Lächeln an doch der nickte mir nur zu und deutete so an ich solle es öffnen. Und als ich es dann langsam aufklappte war…

Gar nichts darin.

Gar nichts.

Ich sah wieder fragend zu Jacob doch der hatte immer noch sein Grinsen auf den Lippen:" den Rest deines Geschenks bekommst du in Italien." Sagte er heiter und kicherte dann schon leise los.

Auch ihn umarmte ich nun doch biss ihn bei dieser Umarmung leicht ins Ohr. Ich weiß, dass das bei allen eher anrüchig rüber kam aber für Jacob und mich war nichts sexuelles dabei, es war einfach meine Art ihn zu necken.

Nun ging ich wieder zum Tisch und nahm ein weiteres kleines Geschenk vom Tisch das wieder in diesem schönen roten Papier gewickelt war. Ich sah fragend in die Runde doch Alice sprang dann schon auf mich zu. Sie zog Jasper an der Hand mit zu mir und ihr süßes Lächeln war zu sehen:" das ist von uns Renesmee." Trällerte sie fröhlich und wartete bis ich es auspackte.

Ich lies das Papier langsam vom Geschenk gleiten das so groß war wie eine Zigarettenschachtel. Und als das ganze Papier entfernt war funkelte mich eine neue rote Digitalkamera an. „Du magst doch rot nicht war?" fragte mich Jasper und lächelte.

„Rot ist meine Lieblingsfarbe. Oh danke Alice." Ich umarmte sie und hauchte ihr einen Kuss auf die kalte Wange. „Danke Jasper." Auch ihn bedachte ich mit einer Umarmung und einem Bussi auf die Wange.

„Damit kannst du alles in Italien für die Ewigkeit festhalten." Flüsterte mir Alice ins Ohr und kicherte leise bevor sie mir die Kamera und das Papier aus der Hand nahm und beides wieder auf den Tisch legte. Sie wollte, dass ich die anderen Geschenke auspackte. Es war nicht so das Alice etwa gespannt war was sich in den verschiedenen Verpackungen befand, nein das wusste sie dank ihrer Gabe wohl schon längst, aber sie war auf meine Reaktion gespannt.

Ich nahm mir das nächste Päckchen. Dieses war in silbernes Papier eingehüllt und wenig kunstvoll verpackt.

Das musste von Charlie sein.

Er hatte es nicht so mit filigranen Dingen. Ich warf ihm ein Lächeln zu und sah das seine Wangen ein wenig gerötet waren also konnte ich davon ausgehen das es wirklich von ihm war. Es war kaum größer als das Päckchen das ich von Jacob bekommen hatte.

Ich entfernte hurtig das Papier das ein wenig glitzerte und dann öffnete ich die kleine Schatulle die ich in Händen hielt. Zum Vorschein kamen ein Paar wunderschöne Ohrringe. Sie waren aus Silber und hatten einige kleine rote Steine die im Licht funkelten.

"Die Verkäuferin meinte das würde euch jungen Mädchen heutzutage gefallen, aber wenn du es nicht magst kann ich es auch wieder umtauschen." sagte Charlie etwas verlegen und kratzte sich am Hinterkopf.

Mein Lächeln wurde ein wenig breiter und ich nahm die Ohrringe sofort aus ihrer Schachtel um sie mir anzulegen. Mit einigen kurzen Handgriffen glitzerten nun die kleinen Schmuckstücke an meinen Ohren. Ich warf einen kurzen Blick in den Spiegel der in unserer Eingangshaale hing und dann tänzelte ich zu Charlie. Ich umarmte ihn heftig und flüsterte in sein Ohr:" Sie sind wunderschön, danke Opa Charlie."

Danach löste ich mich wieder von ihm und nachdem ich einen erneuten Blick in den Spiegel geworfen hatte widmete ich mich nun den letzten zwei Geschenken. Beide waren in rotes Papier gehüllt. Das eine war ein nicht sehr großer Würfel und das andere war eher länglich und flach.

Ich nahm das flache in die Hand doch da unterbrach mich mein Vater:" Engel, das solltest du glaube ich als letztes aufmachen." Und ich erkannte sein schiefes Lächeln als ich ihn etwas verwirrt ansah.

Nun gut.

Also legte ich das flache Geschenk, das eindeutig von meinen Eltern stammte, wieder auf den Tisch und nahm dann das andere. Das musste von Tante Rosalie und Onkel Emmett sein. Rosalie lächelte mich wie immer mütterlich an und Emmett hatte ein Grinsen auf den Lippen.

Ich öffnete das Päckchen und darin war eine kleine Box. Ich nahm den Deckel von der Box und darin fand ich einen Schlüssel.

Aber nicht irgendeinen Schlüssel.

Es war ein Autoschlüssel auf dem ein kleines Mitsubishizeichen zu sehen war. Mit großen verblüfften Augen sah ich zu meiner Tante und meinem Onkel und Emmett brummte nur Lächelnd:" Es ist ein Evo X , wir dachten es wird Zeit das du dein eigenes Auto hast."

Ich hatte schon zu meinem Fünften Geburtstag das Autofahren von Onkel Emmett gelernt aber ein eigenes Auto hatte ich bis jetzt nicht besessen. Ich sprang Emmett freudestrahlend in die Arme und küsste seine Stirn bevor ich dann auch schon Rosalie umarmte. Als ich mich wieder von ihr gelöst hatte machte ich einen kleinen Sprung auf der Stelle :" Oh das ist soo cool." Entfuhr es meiner Kehle und ich sah Emmett fragend an:" Können wir gleich eine Runde fahren?"

„Wenn du das letzte Geschenk aufgemacht hast können wir das gerne machen." Erwiederte Emmett kichernd und deutete auf den Tisch auf dem noch das längliche Geschenk meiner Eltern lag.

Ich tänzelte aufgeregt zum Tisch und nahm das Geschenk meiner Eltern.

Ich schüttelte es kurz und ein leises klappern war zu vernehmen. Nachdem ich das Papier abgemacht hatte öffnete ich die kleine längliche Schachtel und erblickte den Inhalt.

Einen Bleistift.

Einen Bleistift?

Ich sah meinen Vater und meine Mutter fragend an und kicherte etwas:" das stellt natürlich alles Vorhergewesene in den Schatten." Sagte ich mit einem leicht ironischen Unterton doch das Lächeln meines Vaters und der etwas besorgte Ausdruck meiner Mutter verrieten mir das es mehr mit diesem Bleistift auf sich hatte.

„Das ist ein Symbolisches Geschenk Renesmee." Erklärte mein Vater und sein schiefes Lächeln wurde zu einem breiten Grinsen.

„Du wirst ab Montag in die Schule gehen."

Ich stand regungslos da bevor ich alle in der Runde nacheinander ansah. Alle lächelten mich glücklich an. Meinen Atem hielt ich an und mein Herz begann zu rasen.

Ich durfte in die Schule gehen?

Ein leises Quieken kam aus meinem Mund und ich sprang zu meinen Eltern um sie beide in die Arme zu schließen.

„Ich glaub es ja nicht!"

Das war mein Traum gewesen. Schule. Normalität, zumindest ein wenig.

„Ihr seid die Besten!" entfuhr es mir und ich konnte mir einige Freudentränen nicht verkneifen. Alice, die dies wohl vorausgesehen hatte hielt mir auch schon ein Taschentuch vors Gesicht mit dem ich mir meine Tränen wegwischte.

„Ich danke euch allen." Sagte ich dann kichernd. Ich konnte mein Glück immer noch nicht glauben.

Doch bevor ich erneut in Freudentränen ausbrechen konnte nahm mich Onkel Emmett an der Hand und führte mich in die Garage: „ Komm schon, dein Geschenk wartet." Brummte er freudig und nachdem ich mein neues Auto nun zu einer Probefahrt ausgeführt hatte und zumindest alle menschlichen, oder auch halbmenschlichen Gäste den Kuchen verdrückt hatten , fiel ich total erschöpft aber glücklich aufs Sofa und schloss meine Augen. Die meisten waren schon in ihren Zimmern oder räumten auf. Charlie war in sein Hotel gefahren und Jake hatte es sich neben mir auf dem Sofa bequem gemacht.

Langsam glitt ich ins Reich der Träume.

„Ich bring sie ins Bett." Hörte ich die flüsternde Stimme von Jake sagen, welcher mich auch schon sanft an seinen warmen Brustkorb zog. Unterbewusste sog ich erneut seinen Duft ein und konnte nur noch die leise Stimme meiner Mutter hören die Jake:" Benimm dich Jacob Black!" zuzischte. Dieser brachte daraufhin nur ein wohliges Lachen zustande welches er aber sogleich zügelte um mich nicht aufzuwecken.