A/N: Sorry! Ich weiß sehr wohl, dass ich euch auf Kapitel 2 habe lange warten lassen, auch wenn ich meine Gründe hatte. Der Streß in der Schule bring mich momentan fast um. In weniger als einem halben Jahr habe ich meine Abi-Prüfungen und muss schon jetzt so viel wie möglich von dem Unterrichtsstoff wiederholen. Außerdem habe ich zur Zeit keinen Beta-Leser, der meine neuen Kapitel korrigiert, weshalb ich immer und immer wieder selbst drüberschauen muss.

Dann noch ein großes Dankeschön an Sansi, Annuket und Megagirli, die eine Review zum ersten Kapitel geschrieben haben! Eure Reviews haben mich wirklich ermutigt, mit der Story fortzufahren.


Kapitel 2
Yami; Dunkelheit

Yugi erwachte allmählich aus seiner Bewusstlosigkeit, wenn auch vorerst nur geistig, keineswegs körperlich. Trotzdem bemerkte er das Pochen in seinem Kopf, dass mit jeder weiteren Sekunde geradezu unerträglich wurde. Poch...poch, poch. Würde das denn niemals aufhören? Um sich so gut es ging abzulenken, versuchte Yugi sich an das zu erinnern, was zu seiner Bewusstlosigkeit geführt hatte.

Eine dunkle verlassene Gasse, ein grünes Ungeheuer, dann war da noch ein weißer Engel und ein in schwarz gekleideter Kerl, der Sonnenbrillen zu lieben schien. Ja, daran erinnerte sich Yugi deutlich, denn der Kerl hatte sich auf ihn geworfen und schien dann noch wütend auf ihn zu sein, nur weil seine Sonnenbrille kaputt war. Mal davon abgesehen, dass die Sonnenbrille diesem Schwarzen stand, wer trägt mitten in der Nacht schon eine Sonnenbrille?

In seinem Kopf schwirrten noch unendlich viele Fragen, doch ein stechender Schmerz ließ ihn zusammenzucken. Jemand hatte etwas Kaltes auf seine Strin gelegt. Yugi wusste ganz genau, dass eine Person in seiner Nähe sein musste. Er konnte den Atem des anderen auf seiner heißen Haut spühren. Unwillkührlich zitterte er. Seine Neugier war, wie auch seine Angst, geweckt. Egal, was er sehen würde, er musste die Augen öffnen. Ansonsten befürchtete er noch sein ganzes Leben dazuliegen und nichts zu tun. Nur über diesen Schwarzgekleideten nachzudenken...

So langsam, wie es nur ging, hob er seine schweren Lider an. Zuerst wollte es ihm einfach nicht gelingen, doch nach und nach, Stück für Stück machte Yugi Fortschritte. Doch als er seine Augen endlich geöffnet hatte, half ihm das auch nicht sehr viel weiter, denn seine Sicht verschwamm immer wieder. Alles lag wie hinter einem Hitzeschleier. Genervt schloß Yugi seine Augen wieder, zwang sich zu innerer Ruhe, nahm drei tiefe Atemzüge und öffnete seine Augen erneut.

Doch das Einzige, was er sah, waren zwei ovale rote Sterne, die ihn besorgt anblickten. Erschreckt blinzelte er noch ein paar mal, bevor er erkannte, dass die Sterne keineswegs Sterne sondern ein Augenpaar waren. Nur...als er vorhin dachte, dass sie besorgt schauten musste er sich mächtig geirrt haben! Die rubinroten blitzenden Katzenaugen sahen ihn kalt und distanziert an, aber dennoch vermochte Yugi sich nicht von ihnen loszureißen. Es war als wäre er eine Schlange, die willig in die Augen ihres Bändigers starrte – hypnotisiert.

„Bist du okay?"

Die melodiöse Stimme des Rotäugigen erfüllte den Raum mit Leben und riess Yugi effektiv aus seiner Erstarrung. Zum ersten Mal richtete er seinen Blick nicht nur auf die roten Augen, sondern auf die Person, die auf der Bettkante neben ihm saß. Außer den roten Augen, die eine schlitzartige Pupille vorwiesen und ihm direkt aufgefallen waren, nahm Yugi die feinen und eleganten Gesichtszüge seines Gegenübers wahr. Seine Haut war so blaß wie Mondlicht und schien keine einzige Unebenheit zu besitzen. Das überirdische Gesicht wurde von Haaren umrahmt, die vom Kopf zu allen Seiten hin abstanden. Nicht unähnlich Yugis eigenen, doch er fand, dass seine Frisur im Vergleich zu der des Fremden lächerlich aussah. Beim Rotäugigen passte diese Frisur einfach perfekt. Sie ließ ihn cool, gefasst und gleichzeitig aber auch irgendwie verwegen und gefährlich wirken. So jemanden war er in seinem ganzen Leben noch nicht begegnet.

Plötzlich fegte eine schlanke Hand durch sein Gesichtsfeld und die melodiöse Stimme erklang erneut: „Ich habe dich etwas gefragt, Kleiner. Ist alles okay mit dir?"

„Lass ihn doch! Wir sollten sowieso nicht hier herumhängen und den Kleinen bewachen...selbst wenn es eine Anweisung von Pegasus war...Der Typ wird von Tag zu Tag verrückter!"

Yugi hatte bis jetzt nicht gemerkt, dass sich außer dem Rotäugigen und ihm noch jemand anderes im Raum aufhielt. An einer Wand, nicht unweit einer Art Tür entfernt, lehnte der weiße Engel. Naja, nach dieser Ansprache und dem giftigen Unterton zu urteilen, war er alles andere als ein Engel. Der Weiße wirkte genervt und schien ziemlich übler Laune zu sein. Seine Arme hatte er fest vor der Brust verschränkt, der Rücken war locker an die Wand gelehnt. Insgesamt bot er eine einschüchternde Erscheinung.

„Im Gegensatz zu dir nehme ich meine Aufträge ernst. Wir wissen ja alle, wie nachlässig du sein kannst, nicht war Seto?"

Auf dem Gesicht des Schwarzen deutete sich ein zynisches Lächeln an, seine Augen blitzten vor Hohn.

„Tsss..."

Auch wenn Seto die Beleidigung keineswegs entgangen war, zog es es doch vor, nicht darauf einzugehen. Wegen des Kleinen gab es für einen Tag schon mehr als genug Streit. Genau deshalb stieß er sich nun mit seinen Armen von der Wand ab und schritt auf die Tür sie, die mit einem leisen „shhhh" in weniger als einem Augenblinzeln zur Seite glitt. Seto warf einen allerletzten Blick zurück ins Zimmer, wo Yami immer noch wie festgeklebt neben dem Jungen saß. Seine Augen verengten sich zu zwei blitzenden Lichtkugeln, bevor er verachtend mit der Zunge schnalzte und den Raum verlies.

Nachdem der Weiße den Raum verlassen hatte, breitete sich unbehagliches Schweigen zwischen Yugi und Yami aus. Natürlich aus völlig unterschiedlichen Gründen. Der Eine war verlegen, nervös und die Nähe zum Rotäugigen machte ihn innerlich ganz unruhig, so dass ihm beinahe schlecht wurde, aber auf eine schöne Art und Weise. Wie sowas möglich sein konnte wusste Yugi nichtmal ansatzweise.

Während der Kleine neben ihm immer wieder unruhig seine Finger ver- und entschränkte, saß Yami einfach nur locker auf der Bettkante. Im Gegensatz zu Yugi genoß er die Stille im Raum und fühlte sich entspannt, da es dem Kleinen allem Anschein nach besser zu gehen schien. Warum er sich so dermaßen erleichtert fühlte konnte er nicht sagen. Bisher hatte Yami sich recht wenig um das Wohlergehen anderer gesorgt und was wollte er da ausgerechnet mit einem gewöhnlichen Menschen? Dennoch gab es was an dem Jungen, dass Yami nachdenklich machte. Selbst Pegasus wollte ihn vorerst eine Weile im Hauptquartier behalten und das hieß schon einiges.

„Was ist an dir so besonders?"

Eigentlich waren diese Worte nicht für die Ohren des Kleinen bestimmt, aber es rutschte Yami numal so raus. Er hatte es noch nie leiden können, wenn ihm etwas entging oder wenn man ihn in irgendetwas, was die Organisation betraf , nicht einweihte.

„Wie bitte..."

Wie nichts anders zu erwarten, war Yugi mehr als nur verwirrt. Erst saßen sie minutenlang nebeneinander, ohne ein Wort zu sagen und dann fiel ihm auf einmal auf, wie die roten Augen seines Gegenübers dunkler, distanzierter wurden, bis er etwas später mit diesen einen Satz die Stille schneidend durchbrach. Was war an ihm besonders? Wenn Yugi recht überlegte nichts...

Nicht einmal in seinem bisherigen Leben hatte Yugi etwas zustande gebracht, das man würdigen konnte. Er hatte keinerlei Talente, außer vielleicht eine Vorliebe für Kunst, war für die meisten anderen komplett unsichtbar und würde es bleiben, selbst wenn er seine Haare neon-grün färben würde und er war schüchtern, verdammt schüchtern. Man konnte es ruhig als Wunder bezeichnen, dass er es fertig brachte, dem Rotäugigen überhaupt direkt in die Augen zu sehen.

„Sehr gesprächig scheinst du ja nicht zu sein."

Yami legte seinen Kopf schief zur Seite und lächelte den Kleinen leicht an. Dann stemmte er sich mit seinen Händen von der Bettkante empor und streckte sich erstmal augiebig. Wenn er richtig gezählt hatte, musste er schon seit meheren Stunden dort gesessen haben. Draußen musste die Sonne schon hoch am Himmel stehen, was bedeutete, dass es später Nachmittag war und der Dämon um diese Zeit fast immer tief und fest schlief. Sicher, normalerweise brauchte er nicht oft Schlaf, aber er mochte ihn numal. Die Ruhe, die ihn dabei umfing, konnte man durch nichts ersetzen. Als wenn jemand auf sein Stichwort gewartet hätte, fing an Yamis Handgelenk etwas zu piepen und blinken an.

Auch wenn das Piepen recht leise war, erschreckte es Yugi. In dieser ungewohnten und völlig unbekannten Umgebung konnte und würde ihn wohl alles erschrecken. Wenn er dieses Gebäude, nein, selbst diesen Raum ohne einen Herzinfarkt verlassen konnte, würde das schon ein Erfolg sein. Naja, ein wenig neugierig konnte man ja sein und so nahm Yugi das komische Armband des Rotäugigen unter genaue Betrachtung. Wenn man nicht eindeutig hören würde, dass es piepst und dazu noch plötzlich blinkt, könnte man es für ein normales, schwarzes Lederarmband halten. Irgendwie richtig futuristisch und das bestätigte sich dann auch, als, wie aus dem Nichts, eine Art Hologramm über dem Armand schwebte.

Okay, jetzt musste Yugi stark blinzeln. Konnte es nicht doch sein, dass er weiterhin tief und fest schlief? Als das Armband dann noch zu sprechen begann, hätte Yugi erneut bewusstlos umfallen können.

„Yami! Seto hat mir soeben berichtet, dass der Junge endlich wach ist. Würdest du so nett sein und ihn in mein Büro schaffen? Sicher würdest du das tun, nicht war?!"

Yami räusperte sich laut und rollte mit den Augen, eine Antwort sparrte er sich aus Prinzip. Niemand würde Pegasus jemals für voll nehmen, er hatte einen Knall und jeder, der der Organisation angehörte, wusste das, teilte diese Meinung. Trotzdem war Pegasus der schusselige Chef dieses Unternehmens und ließ es zu Zeiten auch einige Leute spüren. In der tat konnte er wütend und fürchteinflößend werden, doch zumeist war er eben so: kindisch und schusselig! Allein aus diesem einen Anruf konnte man das heraushören. Für Yamis Geschmack hatte sich Pegasus viel zu enthusiastisch und aufgeregt angehört. Wieder kam ihm der Gedanke: warum war der Junge für Pegasus so immens wichtig?!

„Kleiner, komm wir gehen. Ich habe auch nicht ewig Zeit..."

So als ob diese Worte ein Befehl gewesen wären, sprang Yugi regelrecht aus dem Bett und ging auf Yami zu. Das Gespräch, oder besser der Monolog des Mannes, hatten in etwas mehr verwirrt, aber wenigstens wusste er jetzt den Namen des Rotäugigen das heißt, solange Yami nicht nur ein Code-Wort war. Denn Yami ist schon ein komischer Name. Dunkelheit...


A/N: Um auf den Punkt zu kommen: Reviews!

Möchte gerne viele Reviews haben, denn (wenn es auch nicht immer so aussieht) sie bringen mich dazu, die Kapitel schneller zu schreiben oder überhaupt zu schreiben und entschuldigt meine Fehler in dem Kapitel. Hoffe darauf, bald wieder einen Beta zu haben!