Die Leichtigkeit, mit der sie immer aus der Schale stieg schien ihn immer noch zu begeistern.
Gut, dafür war sie da.
Dafür war sie gemacht worden.
Um ihm zu dienen. Wenn auch nicht immer er das Sagen hatte. So weit sie wusste, ließ er sich nur selten reinreden. Nicht so bei ihr. Sie hatte er nie mit einem seiner arroganten und abschätzigen Blicke gepeinigt. Zumindest nicht bei ihren ernsten Gesprächen. Oder überhaupt bei Gesprächen.
Ihr Kopf und ihr Hals ragten über den Rand der Schüssel und sie betrachtete das von Sorgen zerfurchte Gesicht ihres einstigen Liebhabers. Er sah genervt aus. Genervt und sehr sehr müde.
„Severus", sagte sie leise.
Sie sah wie sich seine Lippen leicht öffneten und er den Kopf ein klein wenig senkte, aber die Augen öffnete er nicht.
Elines Augenbrauen hoben sich. Das war wohl eine Anspielung auf einen ihrer letzten Besuche. Wie amüsant. Sie lächelte und streckte vorsichtig die Arme nach oben und ließ ihren durchscheinenden Körper aus der Schale gleiten. In diesem Moment spürte sie seinen Blick.
Wie er ihr folgte, sie durchbohrte, versengte. Sie liebte diese Augen noch immer.
Diese schwarzen, glänzenden, wunderschönen Augen.
Ihr bloßer Fuß setzte auf den kalten Steinboden auf. Nicht, dass sie gar nichts anhatte. Nein, sie steckte in einem langen, eng anliegenden, dunkelblauen Kleid, das sich wie tiefes Wasser um sie schmiegte und ihre Figur betonte. Ihre immer noch 18-jährige Figur.
Denn mit diesem Alter war sie getötet worden. In seinen Händen.
Sie hatte schon früh gemerkt, dass Sev zur dunklen Seite der Magie tendierte. Es war nicht weiter schwierig gewesen, ihm dahin zu folgen. Leider war das auch ein Fehler gewesen. Ein schlimmer Fehler.
Sev hatte seine Trauer unterdrückt indem er vorgab stolz zu sein, dass seine Geliebte vom Dunklen Lord persönlich umgebracht wurde.
Eline lächelte bei dieser Erinnerung.
„Ich muss etwas wissen", sagte Severus laut und trat einen Schritt auf sie zu. Eline setzte den anderen Fuß auf den kalten Steinboden. „Modrig, feucht und bitterkalt...", murmelte sie. „Mich wundert es, dass du das nicht schon längst hinter dir gelassen hast, Sev."
Er sah sie unverwandt an, sagte jedoch nichts.
Eline flüsterte weiter: „Wir beide und besonders du, wissen doch schon lange, dass du besser bist als du sich gibst. Warum also brauchst du das Dunkle selbst hier in deinem direkten Umfeld? Wo du ständig bist? Und mit mir redest..?"
Die letzte Frage hatte gesessen.
Er machte einen abfälligen Laut und das genügte ihr. Es war für sie nicht schwierig eine Reaktion, und war sie noch so klein, aus ihm rauszukitzeln. Wenn sie sich aber seine Gedanken ansah, wusste sie, dass sie die einzige war, der das gelang. Vor langer Zeit gab es noch jemanden der das konnte. Eline hatte sie gehasst. Aber das war schon lange vorbei. Nun gehörte Severus ihr. Ihr allein.
„Sei nicht so zimperlich, setz dich, ich muss dringend mit dir sprechen", sagte er, ging zügig an ihr vorbei und setzte sich auf seinen Bürosessel.
„Sei doch nicht gleich so anhänglich, Liebster", lachte sie und sprang kurzerhand auf den Tisch. Neben der Stelle, wo ihre Füße aufsetzten sprossen mit immenser Geschwindigkeit Vergissmeinnicht und Gänseblümchen, die im selben Moment aber auch wieder verwelkten und zu einem braunen, unansehnlichen Häufchen wurden.
„Das ist neu", erklang seine leise Stimme.
Eline erschauderte. Diese Rauheit, dieser Klang von unerbittlicher Unnachgiebigkeit war der Severus Snape den sie kannte. Den sie wollte.
Sie kniete sich hin und streckte ihre Arme nach ihm aus.
„Severus", flehte sie. Erstaunen blitzte in seinen Augen auf. Genau wie sie beabsichtigt hatte. „Halt mich fest... bitte..."
Ohne zu zögern kam er auf sie zu. Fest und unnachgiebig. Stark und leidenschaftlich war ihr Kuss. Und dann zuckte er zurück, so als hätte sie ihn gebissen. Wie eine Schlange.
„Nein", sagte er bestimmt. Er wich zurück und tippte mit dem Zeigefinger auf ihre Stirn. „Damit kommst du mir nicht davon, erst reden wir."
„Soll das heißen, ich werde heute länger bleiben?", fragte sie mit einem durchtriebenen Lächeln. Severus blickte sie lange an. Er schüttelte kurz den Kopf und machte eine willkürliche Geste mit der Hand. „Von mir aus, bleib solange es dir Spaß macht. Mir ist das gleichgültig, Eline"
Da wurde sie ernst.
„Wie kannst du sowas sagen, Severus? Soll das heißen, ich bedeute dir rein gar nichts mehr? Bin ich nicht mehr wertvoller als ein Haufen Dreck für dich?" Ihre Stimme wurde immer lauter, bis sie sich zusammenriss und der Bürotür einen nervösen Blick zuwarf. „Wie spät ist es?", fragte sie kleinlaut. „Es ist sehr früh", sagte er leise.
„Sehr schön!"; rief sie ,"dann kann ich dich ja weiter beschimpfen, Sev! Was zum Teufel fällt dir ein, mich so zu ignorieren?", drehte sie auf. Kurz vor den Tränen. Sie wollte nicht weinen. Nicht vor diesem starken, so verdammt starken Mann. Sie schrie ihn an: „Warum lässt du mich glauben, dass du mich nicht mehr liebs-!" Seine Hand versperrte ihren Worten den Weg zu ihm. „Sei still."
Er küsste ihre tränennassen Lippen.
Er wollte sie jetzt nicht loslassen.
Vielleicht später.
Später.
Authors comment: Bitte seid nicht zu hart zu mir. Ich mag HP eben. Da schreibt man halt auch mal eine FF. ich kritisier ja auch keine gut geschriebenen Naruto-FF... (Habt ihr das mitgekriegt=? Ich hab meine eigene FF als gutgeschrieben bezeichnet...) SHAME ON ME.
Verklagt mich^^
Evt kommt noch 'ne Fortsetzung. Ganz Vielleicht. Später. (^i^)
