Kapitel 1 (Jensen)
Es war halb sechs am Morgen als mein Wecker schrill angefangen hatte zu klingeln. Ich st hnte leise auf, zog das Kissen unter mir hervor und legte es auf meinem Kopf. Ich wollte noch schlafen, war hundem de, doch ich wusste ich durfte nicht mehr. Erneut gab ich einen Laut von mir, der dem Jaulen eines gequ lten Hundes mehr als nahe kam, dr ckte das Kissen weg und schaltete den Wecker aus.
Wenn ich morgens schon so schlecht aus dem Bett kam, konnte der Tag nur beschissen werden.
Das war schon immer so gewesen und w rde immer so bleiben. Ich setzte mich auf und schwang meine Beine aus dem Bett. Mit der rechten Hand strich ich mir durchs Haar und stand dann auf, um durch die gegen berliegende T r ins Bad zu verschwinden.
Ich griff nach dem Wasserhahn der Dusche und stellte diese an. W hrend das kalte Wasser erst mal ablaufen konnte nahm ich den Rasierer und vernichtete meinen 3-Tage-Bart der sich grunds tzlich ber das Wochenende bildete. Wochenende, oh man es war gerade vorbei und ich k nnte schon wieder eins gebrauchen. Ich seufzte schwer, legte den Rasierer dann weg und stieg unter das mittlerweile sch n warme Wasser.
Erneut schloss ich die Augen und gab mich einige Sekunden dem wohligen Gef hl des massierenden Strahls hin, bevor ich nach dem Duschgel griff und anfing mich einzuseifen.
Nach gut einer halben Stunde stand ich geputzt und gestriegelt in meiner kleinen K che und dr ckte auf den Knopf der Kaffeemaschine. Immerhin eine Tasse wollte ich mir noch g nnen. Eine Tasse lang Ruhe! Ich seufzte schwer. W hrend die Maschine meine Tasse f llte ging ich vor die T r und griff nach der Zeitung.
Immer und immer wieder das Gleiche. Der Ablauf meines Morgens, dass was in der Zeitung stand es gab nichts Neues mehr, keine Abwechslung. Alles dete mich an. Aber es half ja nichts, da musste ich eben durch. Es war nicht das Leben das ich mir gew nscht hatte, aber ich lebte.
Nachdem ich meinen Kaffee getrunken hatte verlie ich meine Wohnung und ging zu meinem Auto. Immerhin das bedeutete mir noch was. Keiner, wirklich keiner, durfte auch nur einen Kratzer in meinen Impala machen. Dieses Auto hatte ich schon bevor ich berhaupt meinen F hrerschein bekommen hatte und ich liebte es, weil es dass einzig Konstante in meinem Leben war, das mich nicht ankotzte.
W hrend der drei ig Minuten langen Fahrt zu der Bank in welcher ich als Manager arbeitete, drehte ich den Lautst rkeregler der Musikanlage voll auf um mir immerhin die Fahrt so angenehm wie m glich zu machen. Doch kurz bevor ich ins Parkhaus fuhr drehte ich sie aus.
Ich parkte den Wagen auf meinem Platz, schaute pr fend in den Innenspiegel und r ckte meine Krawatte zurecht. Dann stieg ich aus und machte mich auf den Weg in mein B ro. Das w rde wieder ein schei langer Tag werden.
**Mr. Ackles hier Mr. Ackles da. **
**Sie m ssen das tun und jenes.**
**Das brauch ich in zwei Stunden, das bis sp testens Morgen. **
Wer allen Ernstes glaubte das ein Manager ein super Leben hatte, der hatte sich geirrt, es war Stress pur und das von Beginn an, als ich das Geb ude betrat, bis dahin, wo ich in mein Bett fiel und sofort einschlief. Das einzig reizvolle an diesem Job war mal das Geld gewesen, ich verdiente nicht schlecht, aber nach meiner Scheidung ging jede Menge an meine Ex-Frau und meine s e Tochter. Die ich dazu gesagt, nicht mal mehr sah, weil meine Frau sich nach Italien abgesetzt hatte, mit so einem M chtegern-Gigolo.
Das Geld, das noch brig blieb reichte jedoch aus um mir einen angenehmen Lebensstandard zu erm glichen. Aber heiraten w rde ich nie wieder, nicht nach dieser Pleite! Niemals.
Mein ganzes Leben kotzte mich einfach an und alles was ich wollte war weg. Doch weglaufen war etwas f r Feiglinge aber manchmal w re ich gerne einer.
So verging die Woche wie im Flug und es war Freitagabend. Ich sa noch im B ro w hrend fast alle anderen schon lange zu Hause waren. Br tete ber den Bericht der Jahresbilanz und w rde lieber draufkotzen als draufsehen. Aber es half ja alles nicht. Ich griff neben mich, zielstrebig ohne hinzusehen nach meiner Tasse, und trank einen Schluck der schwarzen Fl ssigkeit. Als ich mein Handy klingeln h rte blickte ich von der Akte auf und griff in die Tasche meines Jacketts.
Ich seufzte kurz und ging dran. Hey Alter wo bleibst du? Wollte mein bester Freund wissen und ich runzelte die Stirn. Wie wo bleib ich? Fragte ich ihn und schlug nun die Akte zu. Konnte ich auch am Montag machen. Ja hm Hallo .? Kam es von Jared und mir kam es schlagartig in den Sinn. FUCK!
Ich h..ja , Alter, du hast meinen Geburtstag vergessen? Er klang m chtig entt uscht und ich konnte es nachvollziehen. Am liebsten h tte ich gesagt, nein hab ich nicht, wollte nur mal sehen wie du reagierst, aber schei e, ja ich hatte ihn vergessen. Sitzt wetten noch im B ro und maulst innerlich dar ber, dass dein Leben so beschissen ist, was? Jared klang schon deutlich normaler und somit wusste ich, dass er mich eben mit der Tonlage nur schocken wollte. Ich br te ber Bilanzen okay? Sag ich doch! Lass Bilanzen sein was sie sind, beweg deinen kleinen s en Arsch hier her du bist immer der Letzte! Ich verdrehte die Augen.
Das war so typisch Jared, locker, l ssig und immer einen dummen Spruch auf den Lippen. Fr her war ich auch mal so gewesen! Ich seufzte und stand auf. Bin bald da ! Sagte ich leise und zog gedanklich drei Kreuze das ich sein Geschenk schon lange hatte. Beeil dich ! Meinte er dann und legte auf.
