Disclaimer:
Immernoch alles von Tolkien, nichts von mir… eigentlich hat sich
nichts geändert.
Enemy: Hast du echt gedacht, ich
würde dir eine Zeile widmen? Danke fürs Beta. Chapter2:
Schicksal
Legolas
Part
Ich sehe dich in meinen Träumen. Deine herrlichen
Augen, voller Kraft, Mut, Leidenschaft. Ich will dir sagen was ich
fühle. Doch selbst wenn ich die Gelegenheit dazu hätte,
würde ich kein Wort sprechen können.
Der Blick aus dem Fenster, der starre Blick ohne Gefühle, ohne Ausdruck im Gesicht, wird immer alltäglicher.
Sie fangen an Verdacht zu schöpfen. Jedenfalls glaube ich das. Ich bin in der Einsamkeit gefangen. Es sind viele, die es bemerken. Mein Vater fragte mich oft, warum. Doch ich habe ihm nie geantwortet. Wenn doch, so habe ich gelogen.
Er glaubt mir nicht, sagt ich sei noch nie so schweigsam gewesen, würde doch sonst nicht so die Einsamkeit suchen. Ob er spürt was ich denke? Er weiß dass ich mich erst veränderte, als ich die Gefährten verließ. Wenn er mich ansieht, ist sein Blick wie Eis.
Ich will mir nicht ausmalen was er tun würde, wenn er wüsste was ich fühle.
Aragorns
Part
Morgen werde ich Bruchtal
verlassen. Ich werde nicht versuchen, dich zu finden. Ich kann deinen
Anblick nicht ertragen, ohne zu wissen, was du denkst. Ich werde nach
Bree gehen und dort vorläufig bleiben. Dort ist es egal, was ich
dir gegenüber empfinde, Legolas. Ich weiß nicht, wie lange
ich dort bleiben werde. Aber lange genug wird es in jedem Fall sein.
Vielleicht kann ich dort meine Gedanken wieder auf die richtige Bahn
bringen. Aber müsste ich dich dafür vergessen? Nie werde
ich den Augenblick vergessen, wie ich dir zum Abschied in die Augen
blickte.
Legolas, ich liebe dich. Warum nur, warum?
Die Nacht brach herein und es wurde still in Bruchtal und den Wäldern. Elronds Haus wurde von den Schatten der Nacht heimgesucht. In jeden Winkel, in jede Ecke schlüpften sie, nichts war sicher vor ihnen. Nur vor den Fenstern flohen sie. Vor dem Licht des Halbmondes, welches klar und silbrig in die dunklen Räume fiel.
Aragorn schlich durch die Hallen und Räume des Hauses nach draußen. Er hatte beschlossen Bruchtal in der Nacht zu verlassen, so würde niemand fragen wohin er ging, wann er zurückkam. All das waren Fragen, auf die die Antwort niemand wissen durfte.
Das Licht des Mondes fiel auf sein Gesicht, einen Augenblick blieb er stehen. Schaute sich um. Die Nacht war schon etwas besonderes. Langsam näherte er sich den Ställen, das Pferd mit dem er gekommen war, stand ruhig in seiner Box. Leise wie ein Schatten sattelte er den Vollbluthengst und führte ihn aus dem Tal heraus.
Gegen Mitternacht waren Ross und Reiter auf dem Weg nach Bree. Aragorn hatte keine Eile. Wozu auch, hier war er allein. Und was war besser um ein Geheimnis von erschreckender Größe zu bewaren, als die Einsamkeit? Langsam, auf jedes kleine Geräusch achtend, ritten sie weiter. Ein leiser Wind strich durch Aragorns Haare. Fuhr durch die weiche Mähne des Pferdes und verschwand zwischen zwei Kiefern in Richtung Osten.
Zur
selben Zeit im Düsterwald
Die
Gänge waren leer. Was tagsüber belebt und in einer
ständigen Unruhe erschien war nun still und erstarrt. Der dunkle
Mantel Nacht hatte alles und jeden unter sich bedeckt. Der Halbmond
spendete Licht. Die Welt war in ihren Schatten gehüllt.
Die Flamme einer Kerze erzitterte durch den leichten Nachtwind aus dem Westen. Eben noch die einzige Lichtquelle war sie nun ausgelöscht und der Raum wurde dunkel. Legolas schloss das Fenster und zündete die Kerze wieder an. Ein kleines Licht in der Dunkelheit. Legolas wusste das etwas geschehen musste. Wie lange konnte man sich Belastung hingeben? Stilles Hoffen, von niemandem bemerkt. Lange würde die Zeit nicht mehr stillstehen. Etwas war bereits geschehen, weit von hier entfernt...
Als am Morgen die Sonne am Himmel aufzog, war nichts mehr da, was darauf andeutete, das eine ganze Nacht vergangen war, ohne Licht, viele Geräusche und voller Schatten. Legolas verließ das Haus und entfernte sich ein Stück. Erst gegen Mittag kehrte er zurück. Er wurde dort von Thranduil, seinem Vater und König des Düsterwaldes, abgefangen. „Folge mir", sagte dieser und zog Legolas mit sich.
„Nun sage mir, was dich bedrückt." Hätte Legolas es sagen können, hätte er es vielleicht getan. So aber gab es keinen anderen Ausweg als zu lügen. „Nichts, Vater. Es geht mir gut." Thranduil wandte sich von ihm ab. In seinen Augen konnte man sehen, dass er seinem Sohn nicht glaubte. Doch was würde er tun, wenn er die Wahrheit kennen würde? So war es doch besser, mit dieser Lüge zu leben. Nichts war sie gegen den Schmerz in Legolas Herz. Nichts, gegen die Leere, die Aragorn hinterlassen hatte.
Thranduil sah ihm nach, versuchte aber nicht ihn aufzuhalten.
Die Luft war erfüllt von des Geräuschen des Waldes. Legolas entfernte sich von dem Palast. Die Einsamkeit war erlösend und belastend zugleich.
Es war so eindeutig. Nie würde er ihn wiedersehen, niemals. Und vielleicht war es das Beste so.
Für alle Beteiligten.
Legolas
Part
Ich fühle mich hin
und hergerissen. Einerseits weiß ich, dass ich dich nicht
wieder sehen darf. Doch nichts wünsche ich mir sehnlicher. Ich
weiß nicht, was ich mir davon verspreche. Selbst wenn es mir
gelingen würde, ich kann nicht glauben dass du dasselbe für
mich empfindest, wie ich für dich. Ich würde uns nur in
Gefahr bringen, wenn ich dich suchen würde. Aber ich kann auch
nicht länger hier bleiben.
Ich werde den Düsterwald verlassen. Nicht für immer. Aber ich kann einfach nicht länger alle anlügen. Auch wenn es mir töricht vorkommt einfach zu gehen. Ein festes Ziel habe ich nicht vor Augen. Es wird sich zeigen.
In Bruchtal sind wir uns zum ersten Mal begegnet. Doch damals war mir diese erste Begegnung ziemlich gleichgültig. Und auch während der Zeit des Ringkrieges empfand ich nicht mehr als Freundschaft für dich. Wie können sich meine Gefühle so stark verändern?
Der Westwind bringt Veränderung. Ich werde ihm folgen. Die alte Waldstraße die bis in den Chetwald führt. Es gibt keinen bestimmten Grund dieser Straße zu folgen. Aber ich spüre das im Westen die Veränderung liegt.
Aragorns
Part
In wenigen Tagen werde ich
in Bree sein. Vielleicht war es nicht gut, Bruchtal zu verlassen. In
dieser vollkommenden Einsamkeit ist es nicht möglich einen
anderen Gedanken zu fassen, als die Erinnerung an dich.
Legolas, nie mehr werde ich in deine herrlichen Augen sehen können. Nie mehr deine wundervoll klingende Stimme hören. Wie sehr wünsche ich, du wärest jetzt bei mir. Doch so darf es niemals kommen. Nirgends wären wir sicher. Unsere Liebe wäre verboten. Wüsste ich doch nur, was du denkst. Tag und Nacht quäle ich mich. Ich denke an dich. Ich liebe dich und darf es nicht.
Du würdest verstoßen werden, wenn du dieselben Gefühle für mich hättest, wie ich für dich. Doch daran darf ich nicht mal im Traum denken. Nie würde ich daran denken dir Schaden zuzufügen. Ich weiß, es ist schwer, aber habe ich eine Wahl?
Ab uns zu denke ich an Arwen. Ich frage mich, wo sie ist. Ob sie glücklich ist. Vielleicht hat sie erneut Liebe gefunden, jemanden der ihr mehr geben kann, als ich es konnte.
Dürfte ich doch nur dich lieben, selbst wenn du es nicht erwidern würdest.
Legolas, wie soll es jetzt weitergehen?
Bald werde ich Bree erreichen. Dort ist es egal was andere über mich denken. Und es ist egal was ich über dich denke.
Der Mond hatte sich von der Form des Halbmondes in eine schmale Sichel verwandelt. Durch die Kronen der hohen Bäume des Düsterwaldes war er nicht gut zu sehen. Aber sein Licht schaffte es sich auf Umwegen durchzuschlängeln und trotz allem den Boden an einigen Stellen zu berühren.
Jemand schlich sich aus dem Bereich, wo die Elben lebten, fort. In die Tiefe des Waldes. Man hätte ihn für einen Schatten halten können. Er trug einen langen schwarzen Umhang mit einer Kapuze, die er tief ins Gesicht gezogen hatte. Man konnte die Augen nicht erkennen. Niemand bemerkte ihn.
Niemand bemerkte, wie er den Wald verließ. Erst am nächsten Morgen ging überall der Ruf um: „Der Prinz, er ist fort!"
Aragorn erreichte Bree nach etwa sieben Tagen. Die vertraute Umgebung schien fremd und verändert. Alles war anders geworden und niemand hatte die Veränderung aufhalten können. Niemand hatte es vorhersehen können oder konnte es nun begründen.
Der Chetwald lag kalt und verlassen da. Aragorn ahnte nicht das Legolas in einem Abstand von etwa 2 Tagen auf demselben Weg war.
Zwei Tage später erreichte Legolas das Stadttor von Bree. Die Stadt war in die Schatten der Nacht getaucht. Nicht einmal der Mond spendete Licht, es war Neumond. Vollkommene Dunkelheit. Legolas zog die Kapuze des Umhangs tiefer ins Gesicht als er vor dem Eingangstor von Bree stand.
In der Stadt sah man ihm nach wie einem Geist. Vielleicht lag es an dem Umhang und der Tatsache, das er völlig lautlos war. Das Gasthaus lag versteckt zwischen zwei Wohnhäusern, als wenn man nicht wollte, das es sofort ins Auge fiel. Vielleicht diente es dem Zweck ungebetene Gäste fernzuhalten.
Das Pferd, dass er mitgenommen hatte, wurde von einem Menschen ums Haus herum in einen Hinterhof zu den Ställen geführt. Legolas betrat das Gasthaus.
Das Betreten des Gasthauses war wie das Betreten einer anderen Welt. Menschen saßen an den Tischen, lachten, tranken Bier. Man konnte sich hier fehl am Platz vorkommen. Noch hätte er die Chance gehabt zu gehen. Aber innere Kräfte hielten ihn zurück. Mit jeder Sekunde die verstrich, hatte Legolas mehr das Gefühl Aragorns Anwesenheit zu spüren.
„Kann ich Euch helfen?"
Legolas zuckte zusammen, als die Stimme ertönte. Es war der Wirt, Butterblüm. Er war stets freundlich, etwas vergesslich und das Wohl der Besucher des Ponys lag ihm am Herzen. Er war nicht sehr groß und etwa einen Kopf kleiner als Legolas. Legolas fühlte sich unfähig zu antworten. Was sollte er erwidern? Er hatte keinen wirklichen Grund gehabt hierher zu kommen, außer dem Grund den Düsterwald zu verlassen. „Nein", sagte Legolas. Butterblüm nickte nur. Er blieb eine Weile neben Legolas stehen als warte er auf etwas.
„Alles in Ordnung?", fragte Butterblüm mit besorgtem Ausdruck. Er musterte Legolas interessiert. „Ihr wirkt so angespannt." „Kümmert Euch um die Gäste die danach verlangen", sagte Legolas. Butterblüm schien eingeschüchtert. Er nickte wieder, drehte sich auf dem Absatz um und ging zurück hinter den Tresen. Er ließ seinen Blick unauffällig zurück zu Legolas schweifen. Er merkte das etwas merkwürdiges vor sich ging und es gefiel ihm gar nicht dass es sich in seinem Gasthaus abspielte.
Legolas
Part
Inzwischen frage ich mich
warum ich hergekommen bin. Der Sinn den ich anfangs darin sah den
Wald zu verlassen erscheint mir nun nicht mehr wichtig. Ich bin
gegangen um den Gedanken die mich quälen zu entfliehen. Und es
war ein innerer Ruf aus dem Westen der mich hierher trieb. Ich meine
deine Anwesenheit hier spüren zu können. Ich weiß das
du früher sehr oft hier warst, aber es ist nicht möglich
das du nun auch hier bist. Es kann nicht sein.
Aragorns
Part
Eine merkwürdige
Ausstrahlung geht von dem Fremden aus der eben das Gasthaus betrat.
Ich habe das Gefühl ihn zu kennen. Aber woher? Ich kann mir
diese Gefühle nicht erklären. Vielleicht ist es falsch,
vielleicht wäre es besser unerkannt zu bleiben.
Aragorn ging langsam auf Legolas zu. Dessen Gesicht war durch den Umhang verhüllt. Legolas bemerkte Aragorn erst als er ihn ansprach. Ein pikanter Schauer durchfuhr ihn. Er drehte sich um und erkannte Aragorn vor sich. Das Butterblüm sie beobachtete beachtete er nicht weiter. Zu geschockt um etwas zu sagen hoffte Legolas das es nicht wirklich war. Es konnte nicht wahr sein. Aber vielleicht ihr Schicksal.
„Wer seid Ihr?", fragte Aragorn. Legolas antwortete noch immer nicht. Dann, ohne zu genau zu wissen was er tat, zog er die Kapuze des Umhangs aus dem Gesicht. Weiterhin schweigend. Aragorn fuhr zurück. Legolas war nach Bree gekommen, aber weshalb? Gab es einen Grund dafür? Die Geräusche des Gasthauses schienen zu verstummen. Es war ein teils schrecklicher, teils wunderbarer Moment. Schrecklich da er nicht sein durfte, wunderbar da es in diesem Moment nur sie beide gab und niemanden sonst. „Was tust du hier?", fragte Aragorn. Legolas fühlte sich noch immer nicht fähig etwas zu erwidern. Langsam drangen die Geräusche und Stimmen wieder in ihr Bewusstsein. Die Zeit lief weiter. Aragorn sah nun aus dem Augenwinkel das Butterblüm sie noch immer beobachtete. „Komm, wir können hier nicht bleiben", sagte er. Ohne weitere Worte drehte er sich um und ging auf die Treppe zu die zu den Zimmern führte. Legolas folgte ihm. Vor zwei Tagen hatte er für unbestimmte Zeit eines von ihnen gemietet.
„Was tust du hier?", fragte Aragorn noch einmal, als sie sich in dem kleinen, halbdunklen Raum gegenüber standen. Gab es eine Antwort die nicht entweder verräterisch oder gelogen war? Welche Worte konnten verräterischer sein als dieses grausame Schweigen? „Es... ist schön dich zu sehen", sagte Legolas. Die Mundwinkel des Menschen zuckten. Was Legolas wirklich sagen wollte, konnte er nicht über die Lippen bringen. „Niemand weiß dass du hier bist, oder?" Aragorn sprach ruhig, weder verärgert, noch nervös. Dieser Tonfall in seiner Stimme war neu. Nie zuvor hatte Legolas ihn so sprechen hören. Aragorn trat ein Stück näher an ihn heran. Er bemühte sich, nicht nervös zu klingen, sich etwas anmerken zulassen, denn einerseits stimmte es ihn glücklich, Legolas zu sehen. So lange hatte er gewünscht noch einmal in seine Augen zu sehen.
Sie schwiegen sich eine Weile an. Draußen prasselte inzwischen der Regen gegen die Fensterscheiben, fiel auf die Straße, bewässerte Pflanzen und vermischte den Staub der Straße mit Erde und Sand.
„Ich konnte es nicht ohne dich ertragen. Verzeih mir", flüsterte Legolas. „Verzeihen?", antwortete Aragorn, nun endlich konnte er lächeln. „Was?"
Legolas sah ihn verwundert an. „Aragorn..." Vorsichtig berührte Arahorn Legolas Lippen. „Es ist auch schön dich zu sehen", sagte er. Legolas wagte nun kaum mehr zu atmen. Die Worte berührten ihn. Die Stimme, sie klang ganz neu. Legolas fühlte Aragorns Hand an seinem Nacken, mit stiller Hingabe ließ er es geschehen. Aragorn spürte das Legolas noch immer angespannt war und der Situation nicht vollständig gewachsen. Er zog ihn noch näher an sich heran.
Zuerst
vorsichtig berührten sich ihre Lippen. Kurz trafen sich ihre
Blicke, dann küssten sie sich voller Liebe.
Verboten oder
nicht, sie hatten zueinander gefunden.
4
