Kapitel 2:

Ginny war gerade im St.-Mungo angekommen, als ihre Mutter aus einem der Kamine auftauchte und sofort auf sie zugerannt kam.
"Oh Ginny, meine Kleine, was ist denn los? Was ist denn mit Harry passiert?"
"Ich weiß es auch noch nicht, ich bin auch eben erst angekommen." antwortete Ginny unter Tränen.
"Dann lass uns gleich mal zu ihm gehen. Wo liegt er denn überhaupt?"
"Ebene 4, du weißt, was das heißt!"
"Mein Schatz, das tut mir so leid für dich."
Rasselnd kam der Fahrstuhl vor ihnen zum stehen, sie stiegen ein und fuhren auf Ebene 4, wo sofort eine Frau auf sie zukam.
"Sie müssen Mrs. Potter sein. Kommen sie bitte sofort mit."
Und die Frau ging voran in ein kleines Büro am Anfang der Station.
"Nehmen Sie doch bitte Platz, Heilerin Walkwik wird Ihnen gleich berichten, was geschehen ist."
Weg war sie.
Die beiden Frauen warteten angespannt und nervös auf das Eintreffen der Heilerin. Die ließ auch nicht lange auf sich warten.

"Guten Tag, ich bin Heilerin Walkwik und Sie müssen Mrs. Ginevra Potter und Mrs. Molly Weasley sein. Wie mein Brief Ihnen schon mitgeteilt hat, liegt IhrMann und Schwiegersohn, Mr. Harry Potter, auf meiner Station, seit er heute morgen gebracht wurde."
"Ja, aber was ist denn passiert?" wollte Ginny nun endlich wissen.
"Das wissen wir leider auch nicht genau, sicher ist aber, dass ein paar Todesser ihn mit dem Imperius- , dem Cruciatusfluch und noch ein paar Anderen gleichzeitig belegt haben müssen. Wir haben das notwendigste schon getan, aber viel konnten wir nicht ausrichten. Deswegen möchte ich mit Ihnen reden, Mrs. Potter. Unsere Abteilung für die Suche nach vergessenen Heilmethoden hat vor kurzem ein paar neue Wege gefunden, um eben solche Schäden zu beheben. Wir würden diese jetzt gern ausprobieren, natürlich nur mit Ihrer Zustimmung."
"Aber sicher, fangen Sie nur sofort damit an. Je eher er wieder gesund wird desto besser."
Kaum war die Heilerin aus dem Zimmer geeilt, da brach Ginny zusammen. Ihre Mutter nahm sie in den Arm und versuchte sie zu trösten.
"Ginny meine Kleine, Harry hat doch schon ganz andere Sachen überstanden. Denk doch mal an damals, als er gegen Du-w... Voldemort gekämpft hat. Das hat er doch auch locker weggesteckt!"
"Ach Mama, das war doch nicht dasselbe. Damals war Harry darauf vorbereitet gewesen, das hier muss überraschend gekommen sein, sonst wäre das doch nicht passiert!" schluchzte Ginny unter Tränen.
"Nun lass uns mal fragen gehen, ob wir ihn sehen dürfen. Hier, trockne dein Gesicht und dann komm."
Der energischen Stimme ihrer Mutter hatte Ginny noch nie widersprechen können, also nahm sie das Taschentuch, trocknete ihr Gesicht und folgte ihrer Mutter auf den Gang.

Die Heilerin stand am letzten Bett auf der rechten Seite direkt unter dem Fenster. Als sie sah, dass die zwei auf sie zukamen, ging sie ihnen entgegen.
"Können wir Harry sehen?" fragte Ginny hoffnungsvoll.
"Natürlich, aber nur kurz. Wir haben noch viel zu tun, er wirkt zwar im Moment ganz ruhig, aber das kann sich jederzeit ändern. Es ist nämlich meines Wissens nach das erste Mal, dass jemand eine Kombination von den zwei Unverzeihlichen Flüchen und noch einigen Anderen überlebt hat. Bis wir herausgefunden haben, welche Flüche angewendet wurden, könnte es sein, dass er für jeden in seinem Umkreis eine Gefahr darstellt."

Während dieser Unterhaltung waren sie an das Bett herangetreten. Molly und Ginny waren geschockt. Harry sah nicht mehr aus wie Harry; überall in seinem Gesicht waren Wunden, wie von Messern geschlitzt, seine Haare waren komplett abgesengt, dort wo sein rechtes Ohr sein sollte war nur ein blutiger Klumpen.

Das war zu viel für Ginny. Sie stürzte in Richtung Tür, die sich genau in diesem Moment öffnete. Arthur Weasley betrat den Raum und nahm seine Tochter in den Arm. Sein Umhang kokelte noch an den Rändern und er signalisierte Molly, dass sie zu ihm kommen sollte.
"Kommt mit nach Hause, dort werde ich euch erzählen, was heute passiert ist."
Nach ein paar Minuten waren die Formalitäten erledigt und die Drei begaben sich auf den Heimweg.
Dort angekommen stellten Arthur und Molly jedoch fest, dass Ginny nicht in der Lage war, sich das Geschehene anzuhören. Also brachten sie Ginny in ihr Zimmer, in dem sie vor der Hochzeit mit Harry gewohnt hatte. Molly stellte ihr noch ein Glas Milch auf den Nachttisch und als sie das Zimmer verließen, blieb die Tür einen Spalt breit auf.
"Jetzt erzähl doch mal grob, was passiert ist und lass mich sehen, ob ich deinen Umhang noch retten kenn, oder ob ich dir einen neuen kaufen muss."
"Oh Molly, ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Es ging so schnell! Wir waren gerade alle da und hatten angefangen, den Papierkram zu erledigen, den diese Sache vor zwei Wochen verursacht hat. Du weißt schon, in Bristol, wo..."
"Arthur, du schweifst ab! Ich will wissen, was mir Harry passiert ist!"
"Ach so, ja, wo war ich? Also, wir waren gerade alle da, da kam Mad-Eye plötzlich hereingestürmt, er sah noch zerzauster aus als normal schon, und schrie: ' Sofort alle mitkommen. Eine Gruppe von Todessern sammelt sich auf dem Marktplatz, die haben wieder mal was vor! Wir also alle aufgesprungen und ihm hinterher. Auf dem Marktplatz bot sich uns ein schreckliches Bild, alle Stände verwüstet und mittendrin die Todesser, die einen Kreis bildeten. Als sie uns bemerkten schleuderten sie direkt ein paar Flüche auf uns, ein paar von ihnen disapparierten unverzüglich, der Rest, immer noch gut 13 Stück, fing an, mit uns zu kämpfen. Harry musste sich natürlich den Größten aussuchen. Als so ziemlich alle erledigtund mit Anti-Disapparier-Zaubern gefesselt waren, bemerkten wir, 2 oder 3 von ihnen immer noch auf Harry einfluchten, obwohl er schon bewusstlos am Boden lag. Nachdem auch die letzten Todesser überwältigt waren, schickte ich Tonks und Lupin geradewegs mit Harry ins St.-Mungo, während ich mich noch darum kümmerte, dass die Todesser nach Askaban kamen, der Marktplatz in seinen Urzustand zurückversetzt wurde und die Gedächtnisse der Muggel verändert wurden, insbesondere das des Muggels, der im Kreis der Todesser saß.
Kaum war das alles erledigt, bin ich auch schon ins St.-Mungo und dort hab ich euch getroffen."
"Das ist ja schrecklich, hoffentlich wird Harry wieder ganz gesund. Oh je, wie wird Ginny das verkraften?"
"Sie wird das schon überleben. Ist ja auch nicht grad die Schwächste! Jetzt lass uns schlafen gehen, morgen wird ein harter Tag!"

tbc.


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