Disclaimer: Mir gehört Inuyasha nicht und ich verdiene hiermit kein Geld.

Warning: Minor Character Death

Spoiler: leichte Spoiler für Göttin des Lichts

Genre: Drama, Romanze, Tragödie

Beta: -

Pairing: Xen/Midoriko

(Song: Can't Keep My Hands Off You – Simple Plan)

Widmung: Für DeadCactus. Sie weiß, warum.

Updates: jeden Sonntag

A/N: Die meisten Songs hab ich nachträglich rausgesucht, deshalb passt dieser hier nicht unbedingt wie die Faust aufs Auge...

ENJOY READING!


Kapitel 1: Die Miko

In den zwei Wochen, die Xen nun schon in Japan war, hatte er nicht viel erlebt. Oder eher gar nichts. Es war nicht viel anders hier als in China. Verängstigte Menschen, blutrünstige Dämonen, Krieg.

Immer wieder schnappte er ein paar Gesprächsfetzen von den hiesigen Menschen auf. Zu seiner Überraschung hatte er erfahren, dass der Dämon, dem er bei seiner Ankunft begegnet war, Sesshoumaru, offensichtlich nicht ganz so unwichtig war, wie Xen vermutet hätte. In den Gesprächen kam auch immer wieder eine Miko vor, die mächtiger sein sollte, als jeder Dämon. Irgendwie bezweifelte Xen das ein wenig.

`Zumindest vom Rat der Dämonen scheint hier niemand zu wissen.´

Der Gedanke befriedigte Xen sehr, schließlich war dieser verfluchte Rat der einzige Grund, warum er sein geliebtes China verlassen hatte. Und auch das nur, weil er keine andere Möglichkeit gesehen hatte, ihren verderblichen Klauen zu entkommen. Wenn er eine Wahl gehabt hätte, wäre er geblieben.

„So ist das aber auch nicht ganz richtig, nicht wahr? Eine Wahl hat man immer, die Frage ist nur, ob man bereit ist, die Konsequenzen zu tragen. Und mir haben die Konsequenzen ganz eindeutig nicht gefallen!", kicherte Xen vor sich hin.

„Führst du Selbstgespräche, Dämon?", peitschte eine scharfe Stimme durch die Luft. Xen wirbelte herum und sah sich konfrontiert mit –

`Gibt es überhaupt ein Wort, dass sie beschreiben kann?´ Die Frage schoss ihm so urplötzlich durch den Kopf, dass er sich fragte, woher sie kam.

Die Frau vor ihm trug einen dunkelgrünen, schlichten Kimono. Um ihre Schultern hing ein Tuch, dass ihr offenbar nicht allzu leichtes Gepäck beinhaltete. Ihr Bogen war gespannt, die Spitze ihres Pfeils auf sein Herz gerichtet. Er glühte leicht bläulich.

Das gab Xen die Antwort auf seine Frage, was sie war: eine Miko. Und sie sah fantastisch aus.

Rasch fand Xen zu seinem typisch fröhlichen Selbst zurück.

„Eigentlich war das meine Absicht, schöne Miko, aber da du ja nun hier bist, was hältst du davon, mein kleines Selbstgespräch zu einem Dialog zu machen?" Er ließ seine Stimme bewusst verführerisch klingen. Sie war zwar ein Mensch, aber diese Frau gefiel ihm wirklich außerordentlich gut.

Mit einem feurigen Blitzen in den Augen warf sie ihr Haar über die Schulter und hob das Kinn an.

„Spar dir deine nutzlosen Maschen, Dämon. Damit kannst du mich nicht verunsichern. Wenn du nichts Vernünftiges mehr zu sagen hast, werde ich dich jetzt läutern", entgegnete die unbekannte Miko.

`Meint sie das tatsächlich ernst?´, fragt sich Xen verwundert. `Sie kann doch unmöglich glauben, dass sie es mit mir aufnehmen kann, oder? Ich bin kein kleiner niederer Dämon, wie die, gegen die sie wahrscheinlich sonst...´

Die Miko riss ihn aus seinen Gedanken, indem sie urplötzlich die Sehne ihres Bogens losließ. Xen wich dem Pfeil gelassen aus, wurde aber fast von einem zweiten und dann einem dritten getroffen. Diese Miko war verdammt schnell! Und eine hervorragende Schützin.

Beides Dinge, die ihm ziemlich imponierten. Was wäre das Leben ohne gute Herausforderungen? Herausforderungen, wie sie diese Miko darstellte. Das könnte noch interessant werden. Äußerst interessant.

Mit der blinden Sicherheit eines erfahrenen Kämpfers flog seine Hand zu seinem Schwertgriff. Noch während er Cajin aus der Scheide zog und somit zum Leben erweckte, schoss er auf seine Gegnerin zu. Diese lies sich davon nicht beeindrucken, sondern nutzte seine gerade Flugbahn, um noch ein paar Pfeile auf sein Herz zuzuschicken. Doch die jahrelange Übung hatte Xen großes Geschick verliehen, und, wie gesagt, er war ein DaiYoukai, kein einfacherer, niederer Dämon. Folglich hatte er keine Probleme, den Pfeilen der Miko zu entkommen. Allerdings schaffte sie es, ihn auf Distanz zu halten. Frustriert stellte Xen fest, dass er sich im Kreis bewegte.

`Wie ein Hund, der seinem eigenen Schwanz nachjagt... Und müssten dieser Göre nicht langsam die Pfeile ausgehen?´ Jetzt wo er sich darauf konzentrierte, sah er, dass die Pfeile sich selbst aus der Erde oder den Baumstämmen, in die sie sich gebohrt hatten, lösten, und, scheinbar vom Köcher angesaugt, immer wieder in diesen zurückkehrten.

Mit einem Satz katapultierte sich Xen tiefer in den Wald hinein. Erst als er sich sicher war, dass er sich außerhalb der Reichweite ihres Bogens befand, stoppte er und startete seinen eigenen Angriff. Für seine Donnerklaue musste er seinen Gegner nicht sehen, nur kennen.

Er konzentrierte sich auf die Miko und ließ sein Youki in sein Schwert fließen. Mit einem leichten Schwung aus dem Handgelenk ließ er das gesammelte Youki frei. Es formte sich zu einen Tiger aus Blitzen. Als wäre er mehr als nur gebündelte Energie suchte er nach dem Ziel, dass Xen ihm gegeben hatte, und schnellte darauf zu. Doch zur Überraschung des DaiYoukai kam seine Donnerklaue nicht weit. Von der Stelle, an der er die Miko zurückgelassen hatte, raste ein Pfeil heran. Als der ihn umgebende Bannkreis auf das Youki traf, explodierten die beiden ungleichen Energien. Der Pfeil wirbelte durch die Luft und zerbarst an einem Baum. Xen bemerkte die Banderole, die um den Schaft gewickelt war, und vermutete, dass es dieser Zauber war, der ihre Pfeile zur Miko zurückkehren ließ.

„Damit kommst du bei mir nicht weit, Dämon!"

Dieses Miko war wirklich gut. Es sah fast so aus, als müsste er bei ihr tiefer in die Trickkiste greifen, als er es bei den meisten Dämonen tat. Unauffällig ließ er erneut Youki in sein Schwert fließen. Langsam ging er in einem Halbkreis um die Miko herum, wobei er ihr immer näher kam. Schließlich kam sie wieder in sein Blickfeld. Sie stand fast mit dem Rücken zu ihm – perfekt.

Durch schnelle, stoßartige Bewegungen lösten sich kraftvolle Blitze von seinem Schwert. Sie schossen auf die unvorbereitete Miko zu. Für einen Moment sah es so aus, als könne sie dem plötzlichen Angriff noch ausweichen, doch einer der Blitze streifte sie am Arm und zerschmetterte den Bogen, den sie in der Hand hielt.

Die junge Frau stöhnte wegen der unerwarteten Schmerzen kurz unwillkürlich auf, doch Xen kämpfte nicht zum ersten Mal gegen eine Frau – auch wenn es sein erster Kampf gegen eine Menschenfrau war – und nahm darauf genauso wenig Rücksicht, wie er es bei einem Mann getan hätte. Stattdessen rief er sein Youki und sammelte es um sich, bis es ihn wie eine Hülle umgab. Dann nutzte er diese Energie, um sich schneller fortzubewegen, als es jedes andere Lebewesen konnte. Wenn er diese Technik anwandte, konnte er zwar sein Youki nicht anderweitig nutzen, aber das musste er auch nicht. Selbst ohne seine dämonischen Kräfte wäre er noch einer der besten Schwertkämpfer Chinas. Die Miko zeigte sich wenig beeindruckt.

„Was auch immer du da tust, Dämon, es wird dir nicht helfen. Du wirst mich nicht besiegen!"

Das bezweifelte er noch immer. Sie war gut, ohne Frage, und nicht dumm genug, um zu versuchen, ihn mit den Augen zu folgen, fast als wüsste sie, dass sie es nicht konnte. Aber trotzdem... Wie wollte sie ihn besiegen? Ihr Bogen war zerstört und sonst trug sie keine Waffen. Ein leichtes Spiel.

Er schoss auf sie zu. Er hatte nicht vor, sie ernsthaft zu verletzen, aber er empfand es durchaus für angebracht, ihr zu zeigen, dass sie von DaiYoukais besser die Finger ließ.

Sein Schwert, dass er zum Angriff leicht vor dem Körper hielt, schien in eine zähflüssige Blase einzudringen. Dann berührte er dieses seltsame Phänomen mit dem Arm, anschließend mit den Oberkörper und schließlich mit den Beinen. Mit einem nicht gerade kleinen Schock registrierte Xen, dass er hilflos an der Außenwand ihres Bannkreises klebte und sich nicht einen Zentimeter bewegen konnte.

Die Miko in der Mitte des heiligen Feldes drehte ihm den Kopf zu und lächelte selbstzufrieden.

„Ich habe dich gewarnt, Dämon", sagte sie. In ihrer Stimme schwang Stolz mit, und überrascht stellte Xen fest, dass auch sie diese Herausforderung genossen hatte. In der nächsten Sekunde verschwand der Bannkreis und der TigerYoukai fiel unzeremoniell auf die Erde.

Sprachlos starrte er der noch immer lächelnden Miko ins Gesicht. Ihre braunen Augen funkelten lebhaft und ihr schwarzes Haar umwehte ihren grazilen Körper. Es verströmte den Geruch von Erdbeeren und Katzengras. Seine Augen begegneten ihrem gnädigen Blick und Xen war auf einmal, als hätte man in seinem Inneren einen Schalter umgelegt. Sein innerer Dämon war auf einmal sehr da, und er war zornig.

Wie hatte er gegen sie kämpfen können? Oder viel mehr, wie hatte er nicht sehen können, dass er seine Gefährtin verletzt hatte? Seine eigene Gefährtin! Xen hatte sowohl das Bedürfnis, etwas vor Zorn in Stücke zu zerlegen, als auch dieser starken und gleichzeitig schwachen Person vor ihm jeden Wunsch von den Lippen abzulesen, solange er lebte.

Mit einer beiläufigen Eleganz, die allen Katzen zu eigen war, erhob er sich vom Boden. Unwillkürlich streckte sich ihr einer seiner Arm entgegen und es forderte eine große Willensanstrengung, diesen wieder sinken zu lassen. Seine Hand ballte sich zur Faust, als er den Drang unterdrückte, sich ihre Wunde genauer anzusehen. Das Bedürfnis, mit ihr zu sprechen und sich zu versichern, dass es ihr gut ging und sie ihm verzieh, konnte er allerdings nicht unterdrücken.

„Geht es dir gut? Dein Arm tut nicht zu sehr weh, oder?" Beschämt stellte er fest, dass ihm seine Sorge nur allzu deutlich anzuhören war.

„Warum kümmert es dich, Dämon? Es ist nicht so, als würdest du es bedauern", erwiderte sie, und es schmerzte Xen zu wissen, dass seine Gefährtin so schlecht von ihm dachte.

„Ich mag dich. Du bist eine hervorragende Kämpferin... Ich würde dich gerne begleiten, wenn dir das nichts ausmacht." Nicht, dass eine Weigerung ihn daran hindern würde, ihr überall hin zu folgen. Dafür würde er sogar noch mehr solcher Kämpfe riskieren. „Ach, und mein Name ist Xen."

Die junge Frau starrte ihn einen Moment lang wortlos an, dann legte sie den Kopf schief und der Hauch eines Lächelns schlich sich auf ihr Gesicht.

„Mein Name ist Midoriko Hiraishi." Das war Midoriko? Die dämonenjagende Miko...? Nun, die Gerüchte schienen wahr zu sein. Sie konnte scheinbar wirklich fast jeden Dämon besiegen. „Aber dir sollte klar sein, Xen, dass ich nicht aufhören werde, andere Youkai und Oni zu bekämpfen. Wenn du mich wirklich begleiten willst, erwarte ich von dir, dass du mir hilfst." Alles, was sie wollte. Außerdem traute er sich – so gerne er es auch verleugnen würde – nicht genug Selbstbeherrschung zu, einfach daneben zu stehen und zuzusehen, wie seine Gefährtin gegen Dämonen kämpfte, ohne ihr zu helfen.

„Damit habe ich kein Problem", teilte er ihr entschieden mit. „Diese japanischen Dämonen haben sowieso keine Manieren."

Midoriko, die sich abgewandt hatte, um ihren kaputten Bogen aufzuheben, warf ihm über die Schulter einen neugierigen Blick zu. „Darf ich daraus schließen, dass du nicht von hier kommst?", fragte sie.

Xen, der sich vom Interesse seiner Gefährtin auf merkwürdige Art und Weise geschmeichelt fühlte, lächelte eben diese an und antwortete: „Nein, ich komme aus China. Aber da gab es ein paar Leute, die wollten, dass ich für sie arbeitete. Bedauerlicherweise liegt mir nichts ferner, als vor irgendwem zu buckeln, von denen mal ganz zu schweigen, und weil es schwer ist, ihnen auf dem Festland zu entkommen, bin ich hierher gekommen." Und das einzige, was ihn in diesem Moment noch glücklicher machen könnte, als er schon war, wäre, wenn er aufhören könnte, zu plappern. Aber man kann nun mal nicht alles haben, nicht wahr? „In China sind die Dämonen zivilisierter als hier. Dort gibt es allerdings auch mehr DaiYoukai als hier, also haben sie diese Manieren wohl zwangsläufig erlernen müssen, um nicht getötet zu werden."

„Vermisst du China manchmal? Du hast doch sicher eine Menge zurückgelassen, als du hierher kamst." War das Neugier in ihrer Stimme? Xen hoffte wirklich, dass er sich das nicht nur einbildete.

„Nein, eigentlich nicht. Wie gesagt, es gibt dort viele DaiYoukai. Nicht jeder von uns hat eigene Ländereien, wie zum Beispiel dieser Hundekönig, Lord Sessy oder wie der heißt."

Midoriko kicherte. „Den Inu no Taishu und seinen Sohn Sesshoumaru, meinst du?"

„Genau! Jedenfalls bin ich, nach euren Standards, ziemlich arm-" Würde sie das stören? Es würde sie doch nicht stören, oder? „-und mein ganzer Besitz beschränkt sich mehr oder weniger auf das, was ich dabei habe. Meinen Vater kenne ich nicht und meine Mutter habe ich schon Ewigkeiten nicht mehr gesehen."

„Warum denn das nicht?", fragte Midoriko entsetzt nach.

„Mein Vater ist kurz nach meiner Geburt gestorben und meine Mutter hat mich vertrieben, als ich noch sehr jung war. Oh, keine Sorge-" Denn besorgt sah sie aus – besorgt um ihn? Xens Herz klopfte schneller. „-das ist für Tigerdämonen ganz normal. Wir sind da sehr wie unsere tierischen Verwandten." Midoriko sah ihn zweifelnd an, also versuchte er, sie abzulenken. Er hatte sowieso schon zu viel Unsinn von sich gegeben. „Was ist mit dir? Du hast doch sicher eine Familie, die sich um dich sorgt."

„Ja und nein. Ich habe zwar eine Familie, aber sie wissen, dass ihre Sorgen unnötig sind."

„Erzählst du mir von deiner Familie?" Es würde ihn nicht stören, wenn sie seiner Bitte nicht nachkam – Hauptsache, er durfte weiter ihrer Stimme lauschen.

„Hmmm... Also, die Familie Hiraishi ist halb dämonischen, halb göttlichen Ursprungs."

Auf seinen ungläubigen Blick hin sah sie ihn überrascht an. „Sag bloß, auf dem Festland weiß man nicht, woher die Mikos und Houshis ihre heiligen Kräfte haben!"

„Doch, doch, das schon", widersprach der Youkai. „Die Legende der Göttin des Lichts ist vermutlich überall bekannt. Ich frage mich nur, wieso du glaubst, eure Familie habe auch Dämonenblut in den Adern."

„Weil Amairas Gefährte ein Dämon war, natürlich", lachte die Miko. „Das ist auch der Grund, warum sich meine Familie keine Sorgen um mich machen muss. Kein DaiYoukai würde eine Hiraishi angreifen, die so nahe mit dem Familienoberhaupt verwandt ist, wie ich es bin. Und mit allen anderen Dämonen werde ich fertig."

„Wie nah seid ihr denn verwandt?"

„Er ist mein Bruder. Ich habe auch noch eine jüngere Schwester und..."


In den sechs Monaten, die Xen Midoriko nun schon begleitete, hatten beide einander ziemlich gut kennen gelernt.

Midoriko wusste, dass Xen zu keiner Herausforderung nein sagen konnte, er einen Faible für Katzen hatte, und dass seine fröhliche Art ihm die Herzen der Menschen öffnete, vor allem die der Kinder.

Xen wiederum hatte erfahren, dass Midoriko mit allen ihren Aussage genauso ins Schwarze traf, wie mit einem ihrer Pfeile, dass sie eine wahre Berühmtheit war, von Menschen bewundert und von Dämonen gefürchtet – auch wenn sie das nicht davon abhielt, die Miko anzugreifen – und dass sie alles, was sie beschäftigte in ihr Tagebuch schrieb. Er fragte sich, ob sie auch etwas über ihn geschrieben hatte – und vor allem was.

Dieser spezielle Morgen begann wie die meisten anderen auch – indem Midoriko ihre Karte von Japan aus dem Gepäck holte und sich auf starke dämonische Energien konzentrierte. Mit dem Geschick einer Meisterin übertrug sie die Quelle der Energie auf ihre Karte und bestimmte somit ihren Zielort.

„Ein See? Musste das unbedingt ein Wasserdämon sein?", jammerte Xen.

„Es ist nicht meine Schuld, dass Katzen wasserscheu sind, mein Lieber", erwiderte die Miko abwesend. „Ich mache die Welt nur für uns Menschen ein wenig sicherer. Wenn du mir nicht helfen möchtest-" Midoriko kam nicht mehr dazu, diesen Satz zu beenden, denn Xen legte ihr mit übermenschlicher Geschwindigkeit eine Hand auf die Lippen. Während er das Gefühl genoss, die selben Lippen zu berühren, die er seit ihrer ersten Begegnung küssen wollte, flüsterte er ihr ins Ohr: „Du weißt, dass ich dich nie allein lassen würde, nicht wahr?"

Ihr Atem beschleunigte sich, aber bevor er der Ursache für dieses seltene Phänomen auf den Grund gehen konnte, nickte sie und befreite sich rasch von seinem sanften Griff und lief voraus. Verwirrt folgte der Dämon seiner großen Liebe.


Zwei Tage später standen sie am Seeufer und ließen ihre Augen über die spiegelnde Fläche wandern. Beide konnten das Youki des Dämons spüren, doch unter dem reflektierenden Wasser war er selbst vor Xens scharfen Katzenaugen verborgen.

„Komm raus, Dämon!", rief Midoriko. Sie hatte den Bogen in der Hand und ein Pfeil lag bereits auf der Sehne. „Du kannst uns nicht entkommen!" Einen Moment regten sich nur die vom Blätter bewegten Wind, dann zuckte Midoriko mit den Schulter und schoss einen ihrer heiligen Pfeile ab. Er durchschnitt die Oberfläche des Sees und trieb – wie zweifellos von der jungen Frau beabsichtigt – den Dämon an die Oberfläche.

Xen nutzte augenblicklich die günstige Gelegenheit, um den Dämon anzugreifen. Er schwang sein mit Youki aufgeladenes Schwert, doch der Dämon hatte mit etwas ähnlichem wohl gerechnet, denn sein Schwanz fuhr nach oben und schleuderte Xen, der mitten im Sprung getroffen wurde, ans Ufer zurück. Er schlug neben Midorikos Bündel auf.

Besagte junge Miko hatte die Unaufmerksamkeit des Wasserdämons genutzt, um ihn mit einem oder zwei ihrer heiligen Pfeile zu spicken. Der überrumpelte Dämon löste sich in Wohlgefallen auf.

Midoriko wandte sich sofort ihrem Wegbegleiter zu, doch Xen interessierte sich nicht wirklich dafür, dass ein weiterer niederer Youkai sein Leben gelassen hatte.

Er betrachtete das Loch, dass sein Schwertgriff in Midorikos Tragetuch gebrannt hatte, oder viel mehr sein Zeichen, dass sich auf die Rückseite ihres Tagebuchs gebrannt hatte. Er sah zu ihr auf, als sie sich zu ihm gesellte, und hob es hoch, sodass sie den Schaden besser betrachten konnte.

„Ich hoffe, das macht dir nichts aus", sagte er. Innerlich betete er, dass sie `nein´ sagen würde.

„Nein", erwiderte sie, als hätte sie seine Gedanken gelesen. „Es macht mir nichts aus, das Zeichen meines Geliebten zu tragen." In ihren Augen lag ein leicht fragender Blick, während sie auf eine Reaktion wartete. Xen brauchte ein paar Sekunden, um seinen inneren Dämon zumindest ein wenig zu beruhigen, dann beugte er sich impulsiv vor und küsste sie.


Bitte seid so gut und hinterlasst mir ein Review.

Kisses, E*R

Some Piece of Random Information Nobody Needs: Während ich dieses Kapitel überarbeitet habe, habe ich gleichzeitig: 1. kalten Tee getrunken (Chai, nicht unbedingt mein Favorit); 2. Nickelback gehört (Holding Onto Heaven; Don't Ever Let It End); 3. aufs Abendessen gewartet (Pizza, nicht selbstgemacht)