Kapitel 2
Obwohl sie wussten, wer das Opfer war, war es für Beckett schwerer, die Angehörigen zu verständigen als sie es erhofft hatte. Beim Festnetzanschluss ging der Anrufbeantworter bei den ersten zwei Versuchen dran und zwang sie, eine Nachricht mit ihrem Namen zu hinterlassen. Sie bat Mrs. Zabel, sie zu kontaktieren.
Jetzt, fast zwei Stunden später, sah sie, wie LT eine schmale, schwarzhaarige Frau mit einem Baby auf der Hüfte durch das Großraumbüro leitete. Dankbarerweise schirmte der große, breite Körper des Officers Zabels Frau gut ab und sie konnte nur einen kleinen Teil des Mordfallbrettes sehen bevor Kate mit ihr reden konnte.
Sie traf beide an der Tür zu ihrem Büro und streckte der kleineren Frau ihre Hand hin. Karen Zabel nickte, legte knochige, dünne Finger in Becketts Griff.
„Mrs. Zabel, ich bin Kate Beckett. Es tut mir leid, dass ich nicht zu Ihnen kommen konnte, also vielen Dank, dass sie herkommen."
„Es geht um meinen Mann, nicht?", fragte Karen. Sie zog ihre Hand zurück um das Kind höher auf ihre Hüfte zu hieven. „Was ist mit Ari passiert?"
Auf Kates Schultern ließ sich Betrübnis nieder. Sie war so oft diejenige, die einer Person sagen musste, dass ein geliebter Mensch gestorben war. Sie war diejenige, die das sorgfältig aufgebaute Leben einer Person auf den Kopf stellen musste. Es wurde nie leichter.
Beckett bat sie herein und deutete auf die Couch.
„Warum reden wir nicht ein bisschen", murmelte sie und sah zu, wie die hoffnungsvollen Gesichtszüge der Frau mit der unausgesprochenen Bestätigung ins Gegenteil schlugen.
Karen sank ins Sitzkissen, presste ihr Gesicht gegen den Arm des verwirrten Kindes. Hilflos sah Beckett, wie ihre Schultern sich für einen Moment schüttelten. Dann drehte Beckett sich zu ihrem Schreibtisch und schnappte sich die Tempo-Box, die darauf stand.
„Mein herzliches Beileid", sagte sie nach einer Weile, hielt der anderen Frau die Box hin. „Ich hoffe, Sie haben nichts dagegen, wenn ich Ihnen ein paar Fragen stelle. Ich mache es jetzt nur ungern, aber je länger wir warten, desto schwerer wird es, die Person zu kriegen, die das getan hat."
Mrs. Zabel schniefte und nahm eine paar Taschentücher. „Oh, Ari", seufzte sie. „Was ist mit ihm passiert?"
„Wir haben ihn heute Morgen vor dem Waldorf-Astoria gefunden. Er wurde erschossen. Kennen Sie vielleicht einen Grund, warum Ihr Mann bei dem Hotel war?"
Es war ein etwas ungeschickter Weg um zu fragen, ob Karen dachte, dass ihr Mann eine Affäre hatte oder etwas Illegales gemacht hatte, aber es musste sein.
Mrs. Zabel schüttelte den Kopf. „Nein, nein, ich weiß nichts."
„Wann haben Sie Ihren Mann als letztes gesehen?"
Das Baby in Karens Armen wurde ungeduldig und tat seine – ihre? – Unzufriedenheit darüber kund so festgehalten zu werden.
„Gestern Nachmittag. Er holte die Kinder – unsere zwei Ältesten – von der Schule ab und ging dann zur Arbeit. Er arbeitet, arbeitete, bei der Stadt. Er bereitet die Streuwägen und Schneeschieber vor, wissen Sie, und sorgt dafür, dass sie einsatzbereit sind, wenn Schnee kommt."
Beckett nickte und schrieb es auf um es später zu überprüfen.
„Er sollte eigentlich die Nachtschicht übernehmen, aber sein Chef rief an und sagte mir, er sei mitten in der Schicht weg gegangen und nicht mehr wieder gekommen. Er fragte, ob ich ihn gesehen habe. Und dann habe ich auf das Telefon geschaut nachdem ich die Jungs abgesetzt hatte, und Sie hatten angerufen, und-", brach sie ab. Sie vergrub ihr Gesicht in ein zusammengeknülltes Taschentuch.
Ihren Kopf senkend gab Kate ihr einen Moment um sich zu sammeln. Es gab keinen einfachen Weg den praktisch letzten Tag deines Mannes auf Erden widerzugeben.
„Hat er Sie letzte Nacht irgendwann kontaktiert?"
Karen atmete tief ein. „Er rief um 20:30 Uhr an, um den Kindern gute Nacht zu sagen, dann rief er nochmal um 23:30 Uhr an, um mir gute Nacht zu wünschen. Um diese Zeit gehe ich normalerweise ins Bett."
Naja, das schmälerte das Fenster der Tatzeit ein. Nicht viel, aber wenn sie ihn zu diesem Zeitpunkt bei der Arbeit wüssten, würde es helfen.
„Würde es Ihnen etwas ausmachen, mir die Daten des Arbeitgebers Ihres Mannes zu geben? Ich hätte gerne, dass meine Detectives mit dem Chef über die Schicht letzte Nacht reden."
„Jaja, natürlich."
Beckett lächelte, holte einen Stift und einen Notizblock von der Ecke ihres Schreibtisches. Karen griff ein wenig ungeschickt danach, zog die Sachen letztendlich in ihren Schoß um zu schreiben.
Das Baby hatte andere Pläne. Er kickte mit den Füßen, bekam den Stift zu fassen und riss ihn vom Papier.
„Nein, Liebling, nicht jetzt", ermahnte Karen. Sie drehte sich weg, um das Kind von den neuen Spielsachen zu trennen.
„Hier", begann Kate und streckte ihre Arme aus. „Ich kann ihn eine Weile nehmen während Sie schreiben."
„Oh, vielen Dank. Er ist normal nicht so umtriebig, aber…"
Aber er konnte das Unwohlsein seiner Mutter spüren, nahm sie an.
„Natürlich." Kate stand auf und versuchte ihr Bestes, nicht zu ungeschickt zu wirken, als sie das Kind von seiner Mutter nahm. Sie konnte gut mit den Kindern von Ryan umgehen, es sollte also kein Problem sein.
Außerdem brauchte sie die Übung.
Der kleine Junge bemerkte, dass er bei jemand Fremdem auf den Armen war. Daher beschwerte er sich lauter, weinte aber nicht.
„Es ist nur für eine Minute", erzählte sie ihm. Sie wippte mit ihm wie Sarah Grace es immer gemocht hatte, als sie in diesem Alter war. „Nur, solange Mama schreibt."
Das schien zu funktionieren. Entweder das, oder die Halskette, die sie trug, war sehr spannend.
Karen schaute hoch. Ihr trauriges Lächeln betonte die Linien um ihren Mund. „Darf ich fragen, wann Sie Termin haben?"
Beckett hörte auf mit wippen. Es war nicht das erste Mal, dass jemand ihren leicht gewölbten Bauch anschaute, aber viel seltener fragte auch jemand danach. Die meisten Leute wollten nicht Vorlaut sein und ihre Fragen für sich behalten.
„Im Mai", antwortete sie. Sie warf einen Blick auf ihren Bauch, versuchte zu sehen, was die andere Frau sah. „Mein Mann und ich freuen uns sehr."
„Das verstehe ich gut. Ari und ich… Naja, wir dachten, dass nach zweien Schluss sei, aber dann kam Peter als Nachzügler." Traurigkeit entstellte erneut ihr Gesicht. „Er hat die Jungs so sehr geliebt."
„Ich bin mir sicher, dass er das tat, Mrs. Zabel. Sehr sicher. Und wir werden alles dafür tun, dass der Täter seine gerechte Strafe bekommt."
Karen nickte, ihr Lächeln betäubt aber dankbar. Beckett hatte Verständnis für den Gesichtsausdruck; die Zusicherung machte nichts wieder wett, aber es war zumindest ein Anfang.
„Yo, Beckett, ich hab was Interessantes für dich."
Kate schaute von ihrem Computer und der lächerlichen Email, die Castle ihr weitergeleitet hatte auf, und bat Esposito mit einem Kopfnicken herein. Nachdem Karen Zabel gegangen war, gab sie die Informationen von Arams Arbeitgeber an die Jungs weiter und bat sie, ein paar Anrufe zu tätigen um die Aussage der Ehefrau zu checken. Währenddessen suchte Vikram nach den Videoaufnahmen, die sie brauchten. Bis jetzt hatte er noch nichts gefunden.
„Was gibt's denn?"
„Habe mit Zabels Boss bei der Stadt gesprochen. Er meinte, er sei ein guter Mann gewesen, harter Arbeiter, keine Streitigkeiten mit irgendjemandem soweit er wusste."
Sie nickte und faltete die Hände auf der Schreibunterlage vor sich. „Okay, aber das klingt nach dem genauen Gegenteil von interessant. Das klingt, als ob wir immer noch am Anfang stünden, ohne Voranzukommen."
„Ah, jetzt kommt das Interessante. Während der letzten drei Monate hatte er eine Veränderung in Zabels Verhalten bemerkt. Er kam erschöpft zur Arbeit, als ob er die ganze Nacht kaum geschlafen hätte. Er erledigte zwar immer noch seine Arbeit, war aber müde."
„Er hatte ein kleines Kind zu Hause. Vielleicht zahnte das Baby? Die Ehefrau sagte, sie gehe um 23:30 Uhr ins Bett, könnte sein, dass er die Nachtfütterungen übernahm?"
Javi nickte in Zustimmung. „Naja, die Erschöpfung war das eine, aber dann hat Zabel letzten Monat angefangen, zusätzliche Schichten zu übernehmen. Wenn er doch so müde war, würde er wohl kaum mehr arbeiten wollen, oder?"
In dem Punkt musste sie ihm Recht geben. „Ja, das ist schon komisch. Seine Frau sagte nichts darüber, dass sie finanzielle Probleme haben."
„Ryan überprüft das gerade. Und wir schauen, ob Aram einen zweiten Job im Hotel hatte, von dem seine Frau nichts wusste."
Beckett nickte. „Gut. Was sonst?"
Esposito tippte auf seinen Notizblock. „Das war's. Der Chef sagte, dass letzte Nacht das erste Mal gewesen sei, dass Aram eine Schicht habe sausen lassen. Das machte ihn noch besorgter, aber zuerst dachte er, dass es vielleicht ein Problem mit einem seiner Kinder gäbe und Zabel hätte nur vergessen auszustempeln oder seinem Vorgesetzten Bescheid zu geben. Als er heute Morgen immer noch nichts gehört habe, rief er die Ehefrau an."
„Okay. Wir müssen also herausfinden, warum unser Opfer die Arbeit verließ und wie er dann zum Waldorf gelangte."
Ihr Detective nickte. „Ich überprüfe seine MetroCard. Das könnte uns weiterhelfen."
„Gute Idee." Sie schaute zu, wie er sein Handy aus der Hosentasche kramte. Er tippte ein paar Mal auf das Display und steckte das Gerät wieder ein.
„Lanie hat den toxikologischen Bericht bekommen. Soll ich zuerst zu ihr bevor ich die MetroCard prüfe?"
Die Erwähnung von Lanies Namen erinnerte sie an den abwesenden Blick in den Augen ihrer Freundin an diesem Morgen. Ein Ausflug zur Gerichtsmedizin war vielleicht nötig.
„Nein, ich werde gehen. Vervollständige auch den Zeitstrahl mit dem, was du herausfindest. Ich würde gerne bald jemanden zum Verhören hier haben."
Sobald Esposito aus ihrem Büro war, stand Beckett auf, steckte ihr Handy ein und griff nach ihrer Jacke.
Esposito musste Lanie vorgewarnt haben, dass sie kam, denn ihre Freundin hatte die Akte schon bereit, sobald sie in den Autopsie-Raum trat.
„Hey du, ich habe den Hausbesuch nicht erwartet."
Mit einem schiefen Lächeln hob Kate eine Schulter. „Ich lasse die Jungs ein paar Sachen überprüfen, also dachte ich, dass ich selber komme um zu sehen, was du herausgefunden hast."
Lanie lächelte, obwohl Kate sah, dass es ihre Augen nicht erreichte. „Die Testergebnisse wiesen keine Drogen aus, aber er hatte Alkohol im Blut. Er war nicht betrunken, aber auf dem Weg dahin."
Ihre Augenbrauen zogen sich zusammen. „Also hat er seine Arbeit verlassen um sich zu betrinken? Das hört sich nicht nach dem Mann an, den seine Frau und sein Chef so hoch gelobt haben."
„Das ist wohl eher deine Spezialität, nicht wahr?"
„Was ist mit seiner Gesundheit? Hast du da etwas bemerkt? Irgendwas, was sein verändertes Verhalten erklären könnte?"
Lanies Zusammenzucken blieb nicht unbemerkt, aber Kate hielt für den Moment den Mund und wartete, bis ihre Freundin bereit war.
„Seine Lungen waren frei und sein Herz war in guter Verfassung. Der Bauchraum hat auch keine Anzeichen einer Krankheit. Keine Pillen, keine blutenden Geschwüre, überhaupt nichts außer ein bisschen Popcorn und Erdnüssen."
„Essen von einer Bar", überlegte sie. Der Gedanke an Snacks ließ ihr das Wasser im Mund zusammenlaufen. Das Kind machte sie heute hungrig.
Lanie nickte. „Anhand des Blutalkohols könnte das gut sein."
„Also war er vielleicht in der Hotelbar?" Sie griff nach ihrem Handy und schickte den Gedanken an Castle um seine Meinung zu hören. Er war gerade bei einer Autogrammstunde – oder das sollte er jetzt sein, aber er mochte es, wenn sie ihn auf dem Laufenden hielt.
„Frag mich nicht, ich schnipple hier nur."
„Du machst mehr als das", versicherte sie. Sie stupste ihre Freundin mit dem Ellbogen an bis der Gerichtsmedizinerin ein Lächeln im Gesicht stand. „Was ist los, Lanie? Du bist nicht du selbst heute. Rede mit mir?"
Lanie schüttelte den Kopf, schob einen ihrer Wägen zur Seite. „Nicht jetzt. Ich kann gerade nicht."
Kates Magen fiel ins Bodenlose. Das hörte sich überhaupt nicht gut an. „Okay. Wie wäre es mit Abendessen heute? Castle kommt erst spät heim, also sind es nur wir beide. Ich schenke dir ein Glas Wein ein und werde es sehnsüchtig anstarren." Das brachte ein echtes Lächeln hervor. „Wir können uns dann unterhalten?"
Nach ein paar Sekunden Bedenkzeit nickte ihre Freundin. „Ja, lass uns das machen. Danke, Kate."
„Alles klar. Ich versuche um sechs Feierabend zu machen, aber ich melde mich, wenn es später wird. Du sagst es auch, wenn du aufgehalten wirst?" Ihr Handy vibrierte in ihrer Hand, was verhinderte, dass Lanie antworten konnte. „Das sind die Jungs. Ich muss gehen."
Lanie nickte. „Geh nur, ich rufe dich später an und du kannst sagen, was ich heute Abend mitbringen soll."
„Nur dich", meinte sie, obwohl sie wusste, dass sich ihre Freundin nicht daran halten würde. Lanie war schon lange in New York, aber es war noch immer genug Südstaaten-Charme in ihr, was ihr nicht erlaubte, einer Einladung mit leeren Händen zu folgen.
„Ich bringe den Nachtisch."
Jap, hatte sie es doch gewusst.
Die Jungs warteten bei Espositos Schreibtisch auf sie, sehr mit sich selbst zufrieden aussehend, als sie aus dem Aufzug trat.
„Okay, was lässt euch so selbstsicher wirken?", wollte Beckett wissen und schaute auf das Mordfallbrett um den Grund für die gute Laune herauszufinden.
Sie sah, wie die beiden sich einen Blick zuwarfen und wartete, bis sie sich ohne Worte entschieden hatten, wer ihr sagen durfte, was auch immer sie ermittelt hatten.
Endlich fing Ryan an: „Du weißt ja, dass ich die Finanzen unseres Opfers durchleuchtet habe um zu sehen, ob Ungereimtheiten da sind oder sonst etwas, das finanzielle Schwierigkeiten vermuten lässt."
„Uh-huh", meinte sie nickend. Soweit konnte sie folgen. „Und?"
„Ich habe fast ein Jahr durchgeforstet, damit ich sehen kann, was typisch war. Alles war normal bis vor ein paar Monaten als, zweimal im Monat, riesige Summen verschwanden."
Interessant. Sie zeigte ihm an, fortzufahren und lehnte sich an Javis Schreibtisch. „Zusätzliche Rechnungen? Vielleicht schon Weihnachtseinkäufe für die Kinder?"
„Das hoffe ich nicht, weil, wenn diese Summen dem entsprechen, was die Erwartungen angeht, wie viel man für seine Kinder für Weihnachten ausgibt, bin ich erledigt", grummelte Ryan. „Es waren jedes Mal Barauszahlungen."
„Am Geldautomaten der First Republic Bank", sprang Esposito mit freudigem Blick ein. „Welcher nur die Straße runter vom Waldorf-Astoria liegt."
„Und hör dir das an", fügte Ryan hinzu. „Er hob gestern Abend um 22:30 Uhr etwas ab."
Das bestätigte, dass er am Tatort war. „Wurde das Geld bei seiner Leiche gefunden?"
Zwei Köpfe schwenkten gleichzeitig hin und her. „Nö."
„Lanie sagte, er war nicht betrunken, aber auf dem Weg dahin. Ich dachte, dass er möglicherweise zu der Hotelbar gegangen sein könnte um seine Probleme wegzutrinken, aber wenn er Geld abgehoben hat…"
„Er könnte aus einem anderen Grund gegangen sein?", bot Ryan an. „Ich bin froh, dass du das erwähnst, weil Javi etwas gefunden hat, das recht interessant ist."
„Oh?" Kate hob eine Augenbraue und nahm die Akte, die Esposito ihr reichte.
„Ich habe ja Zabels MetroCard überprüft, wo er denn so hinfuhr. Du glaubst es nicht, zweimal monatlich fuhr er von daheim oder von der Arbeit entweder zur Grand Central Station oder zur Lexington und 53. Straße. Jedes Mal stieg er an der 51. Straße kurz nach 2 Uhr früh wieder ein und fuhr heim."
„Somit haben wir bestätigt, dass er regelmäßig zum Waldorf ging. Gut." Jetzt galt es nur noch herauszufinden, warum. Vielleicht war jetzt Zeit, die Hotelmitarbeiter zu befragen.
Espo nickte. „Es gibt noch mehr. Leo, der Kofferträger? Herr ‚Ich bin gerade für meine Schicht hergekommen'? Stieg auch fast jedes Mal an der 51. Straße um kurz nach 2 Uhr früh ein. Er und Zabel haben nur ein paar Sekunden nacheinander die Karte durchgezogen. Außer letzte Nacht, da zog er sie um 0:30 Uhr durch."
Sie verstand nun glasklar, was das selbstsichere Grinsen auf ihre Gesichter gezaubert hatte. Sie fühlte schon das kribbelnde Gefühl, wenn der Fall sich gut entwickelte. „Das ist mitten in unserem Fenster des Todeszeitpunktes. Um wie viel wollt ihr wetten, dass er gelogen hat, das Opfer nicht zu kennen?"
Beide Detectives nickten und feierten sich mit einem High-Five.
„Bringt ihn her."
