Qesse:
Wie kommst du nur auf den Gedanken, dass es nicht weiter geht? "grins" Hab euch Leser nur ein bisschen zappeln lassen. :-) Nee, ehrlich gesagt hab ich auf ein paar mehr Reviews gewartet, denn 2 sind ein bisschen mager... Aber die Story entwickelt sich ja erst und ihr bekommt die Informationen auch nur häppchenweise auf einem silbernen Tablett serviert "g" Deshalb vielen Dank für dein Review! Eine enttäuschte Miene, dass es angeblich nicht weiter gehen wird, ist Ansporn genug "grins"
Melethil:
Auch dir vielen lieben Dank für dein Review! Hab mich riesig gefreut, als ich gelesen hab, dass ich wenigstens eine Person(inzwischen sind's ja zwei) mit meinem Prolog begeistern konnte! Ja, es ist wirklich mal was anderes und ich hoffe, dass ich damit noch viele andere Geschmäcker treffen werde.
Anmerkung der Autorin:
War ziemlich im Prüfungsstress, deswegen die lange Wartezeit... sorry! Das nächste Kapitel wird wahrscheinlich auch nicht so schnell veröffentlicht werden...verlegen die Schuhspitze in den Boden bohrend und den Blick auch ja gesenkt haltend Fahr in den Ferien erst mal richtig schön Skifahren. Aber ihr verschlingt bestimmt nicht pausenlos eine FF nach der anderen, oder?
So, genug der langen Reden! Jetzt wünsch ich euch viel Spaß beim Eintauchen in Teil 1 des Traums eines euch wohl bekannten Orks...
Gedanken kursiv
1. Kapitel: Dangerous
1050 der Valischen Jahre
Es war Nacht.
Tiefste Nacht und am Himmel blitzten Abertausende Sterne auf.
Ein leiser Windhauch strich leicht über die Oberfläche eines Sees und erzeugte somit sanfte Wellen. Dann legte er sich sacht auf die mit Tau besetzten, grünen Grashalme und schließlich auf nackte Körper.
Diese gehörten edlen, starken, anmutigen und wunderschönen Geschöpfen, den Elben. Sie lagen hier, in Cuiviénen, zahlreich am Ufer eines Sees, von den Valar bestimmt zu Erwachen.
Sie waren entblößt und schutzlos, doch als sie ihre Augen aufschlugen und in den dunklen, sternenübersäten Himmel blickten, wussten sie, dass Elbereth Gilthoniel, die Königin und Entfacherin der Sterne, über sie wachen würde...
1080 der Valischen Jahre
Es war ein Tag wie jeder andere in Cuiviénen.
Die Sonne stieg immer weiter an den königsblauen Himmel und verteilte ihre warmen Strahlen. Die Vögel begannen, wie wild um die Wette zu zwitschern und die Blumen reckten ihre prachtvollen Köpfe.
Doch dieser Tag ging wie jeder andere auch wieder zu Ende.
Die Sonne sank immer weiter hinter die grün bewachsenen Hügel und zog ihre warmen Strahlen ein. Die Vögel vollendeten ihr musikalisches Meisterwerk und die Blumen schlossen ihre prachtvollen Köpfe.
OOO
Diese Dämmerung ausnutzend näherte sich ein Reiter dem elbischen Dorf.
Seine hochgewachsene Gestalt verschmolz fast zur Gänze mit dem einsetzenden Dunkel der Nacht und die Hufe seines Pferdes glitt beinahe lautlos über den ausgetrockneten Waldboden.
Ein wenig abwesend musterten seine klugen Augen die Wipfel der Bäume. Er hatte die Bewohner dieses Dorfes lange genug beobachtet, um zu wissen, wo sich ihre Wächter aufhielten.
In Gedanken war er bereits bei seinem mörderischen Plan und da er viel Zeit für die Studierung der Charaktereigenschaften der Elben aufgebracht hatte, war er sich ziemlich sicher, dass er sein Ziel erreichen würde.
Gleich muss es soweit sein, auf ihre scharfen Augen ist doch immer Verlass, dachte er sich.
Kaum hatten sich die einzelnen Buchstaben des letzten Wortes zusammengefügt, rief ihn eine herrische Stimme an: „Wer seid Ihr und was ist Euer Begehr?"
Mit einem kurzen Ziehen an den Zügeln brachte er sein Pferd zum Stehen. Aus den Augenwinkeln konnte der Reiter vage einen Schemen in einer, ihm etwa hundert Meter entfernten, Baumkrone ausmachen.
Doch ganz bewusst blickte er in die entgegengesetzte Richtung und setzte einen irritierten Gesichtsausdruck auf. Nicht jeder vermochte einen Elben, der viel Wert darauf legte unentdeckt zu bleiben, zu sehen und die Wächter sollten ja schließlich keine falschen Schlüsse ziehen.
„Ich bin Melkor, ein Reisender. Doch leider ist mir mein Proviant ausgegangen und als ich das Lagerfeuer sah", der Reiter deutete an den Horizont, an dem man ein rötliches Glimmen und kleine Rauchschwaden erkennen konnte, „dachte ich, dass ich vielleicht dort um etwas zu Essen und um einen ruhigen Schlafplatz bitten könnte."
Seinen wahren Namen konnten sie ruhig erfahren. Sie würden sowieso keine Zeit mehr haben, ihn an ihresgleichen zu verraten...
Angestrengt lauschte er in die Umgebung und kurz darauf wurde seine Konzentration belohnt, denn er vernahm leises Gemurmel in Quenya.
Zwar verstand er nur Bruchstücke dieses Gesprächs, doch als die Wächter, vom Rascheln der Blätter begleitet, aus ihrem hochgelegenen Versteck kletterten und herunter sprangen, wurde er in seinem Verdacht bestätigt.
Endlich einmal schien das Glück auf seiner Seite zu stehen, denn zwei Elben schritten mit einem Lächeln auf ihn zu.
Anscheinend hatte seine Tarnung, der zerschlissene Mantel und der nichtsahnende Gesichtsausdruck, der aus der Sicht der Erstgeborenen für andere Lebewesen so typisch war, den Eindruck, dass es sich um einen Reisenden handelte, noch verstärkt.
Gut so, dachte der Reiter sich, kommt nur näher. Bald wird eurer selbstsicheres Grinsen zu Eis gefrieren...
Die beiden Wächter hatten zwar ein freundliches Lächeln aufgesetzt, doch sollte man sie nie unterschätzen! Das Glitzern in ihren meergrünen Augen verriet ihre Intelligenz und ständige Wachsamkeit, das wusste er.
In einer Hand hielten sie ihre aus einfachem Holz geschnitzten Bögen und mit der anderen bedeuteten sie dem Fremden, sein Pferd zu führen und ihnen zu folgen.
Der eine ging schon mal voraus, jedoch immer bereit, sich von einer Sekunde auf die andere umzudrehen und seinen Pfeil anzusetzen. Der zweite wartete bis Melkor abgestiegen war und beobachtete ihn dabei ganz genau.
Hätte er dies nicht getan, wäre ihm die riesige mit Dornen gespickte Keule, die an der Hüfte des Reiters befestigt war, sicherlich nicht aufgefallen.
OOO
Es war nur eine Sekunde, in der sich sein Umhang verschob und den Blick auf seine Waffe freigab, doch es reichte, um den Elben einen Warnruf ausstoßen zu lassen. Nun musste er schnell handeln.
Er warf sich augenblicklich zu Boden, rollte sich zur Seite und stand kurz darauf mit unglaublicher Wendigkeit wieder auf!
Gerade noch rechtzeitig, wie das Surren zweier Pfeile zeigte. Hätte er nicht sein ausgezeichnetes Reaktionsvermögen bewiesen, hätten sie ihn mit Sicherheit durchbohrt!
Doch wie gesagt, schien das Glück ihm hold zu sein und nichts und niemand würde ihn davon abbringen, seinen Plan zu vollenden.
Plötzlich raste der Fremde mit riesigen Schritten und drohender Keule auf einen Wächter zu! Dieser war zwar auf Grund der offensichtlichen Dummheit, direkt und ohne Schutz auf einen Bogenschützen zuzurennen, erstaunt, aber dennoch schon vorbereitet.
Auf der Sehne seines Bogens lag bereits ein gespannter Pfeil, der nur darauf wartete dem Angreifer den Tod zu bringen.
Doch wie von einer geheimnisvollen Macht beeinflusst, wollte er sich nicht lösen und erst nach etlichen wertvollen Sekunden trat der Pfeil seinen eigentlich gedachten Weg an.
Der Gegner jedoch hatte diese Absicht schon längst erkannt und war deswegen kurzerhand mit einem Satz nach rechts ausgewichen! Gegen ihn schien diese Macht nicht zu arbeiten, denn gleich darauf lief er geradewegs mit unveränderter Schnelligkeit auf sein Ziel zu!
Auf einen Schlag war dem Elben klar, dass er und sein Artgenosse es hier mit mehr als einem kampfeswütigen Reisenden zu tun hatten. Der war nur noch ein paar Schritte von ihm entfernt und aus seinen Augen sprach kühle Entschlossenheit und pure Mordlust.
Der Wächter ließ seinen Bogen fallen, um, wie es ihm durch jahrelanges Training eingeprägt wurde, blitzschnell sein Schwert zu ziehen. Aber dieses Vorhaben scheiterte durch einen wuchtigen Schlag einer Keule!
Er hörte seine Knochen splittern und spürte wie sich Stahldornen in sein Herz gruben! Warmes Blut lief unablässig über seinen Arm und die Luft zum Atmen fand immer seltener den Weg in seine Lungen.
Als er schließlich zu Boden fiel und die Fänge des Todes sich nach ihm ausstreckten, schmerzte nicht die Verletzung sondern die Erkenntnis, dass er versagt hatte, mehr...
OOO
Der Fremde starrte gebannt auf den vor ihm liegenden blutüberströmten Körper. Sein Blick suchte nach einem geringsten Anzeichen von Leben, doch die meergrünen Augen des Elben blieben leer.
Genugtuung breitete sich in ihm aus.
Endlich hatte er seiner Gewalt mal wieder freien Lauf lassen können! Obwohl es fast schade um diesen Wächter war, er hätte noch ganz nützlich für seine späteren Pläne sein können...
Nun war nur noch einer übrig, den dasselbe Schicksal wie das seines Artgenossen ereilen würde.
Melkor musste nicht erst nach ihm suchen, denn plötzlich warf sich ein Schatten über ihn.
Er hatte zu lange gewartet! Selbst mit seiner Macht, die Verzerrung der Zeit, konnte er sich nicht ewig in Sicherheit wähnen.
Wahrlich hatten ihn die Pfeile des Elben nicht getroffen, weil ihr Flug so verlangsamt wurde, dass ihr eigentliches Ziel schon längst an einer anderen Stelle war. Doch sein Gegner hatten immer noch ein Schwert und als er sich umdrehte, sah er sich genau einem solchen gegenüber!
Gerade noch rechtzeitig parierte er den kommenden Schlag mit seiner blutverschmierten Keule!
Dieser Wächter hatte es auf ihn abgesehen. Seine sonst hell strahlenden Augen hatten sich verdunkelt und der Ausdruck puren Entsetzens, wechselte von tiefer Trauer zu rasender Wut. Erstaunlich, wie nah diese Gefühle beieinander lagen...
Immer und immer wieder hieb der Elb auf den Fremden ein und drängte ihn mit kühler Präzision auf einen Baumstamm zu.
Dieses Vorgehen konnte man leicht mit einem Tanz vergleichen, wenn man außer Acht ließ, dass er hier über Tod oder Leben entscheiden konnte: Das durchdringende Klirren des Schwertes und das dumpfe Krachen der Keule. Das stetige Abwehr- und Angriffverfahren, ständig darauf bedacht, die nächsten Züge des jeweiligen Gegenübers zu erraten.
Melkor musste sich langsam eingestehen, dass er nicht über eine solch ausdauernde Kondition wie sein Gegner verfügte. Unablässig musste er zurückweichen und er wusste, dass der Baumstamm nicht mehr fern sein konnte. Wenn er diesen erst mal im Rücken spürte, hatte sein Gegner leichtes Spiel.
Dasselbe schien sich der Wächter zu denken, denn ein leichtes zielsicheres Grinsen huschte über sein Gesicht. Doch er wurde eines besseren belehrt...
Der Fremde sah seine letzte Chance kommen, drehte sich, kurz bevor sein Gegner ihn stellen konnte, um seine eigene Achse und versetzte dem Elben mit der Keule einen kräftigen Schlag zwischen Schulterblätter und Kopf! Ein hässliches Knacken verdeutlichte die Tatsache, das er ihm soeben das Genick gebrochen hatte!
Schwer atmend, aber zufrieden blickte Melkor auf den toten Körper hinab.
Wieder einmal hatte die Gutmütigkeit und Arroganz der Elben ihrem eigenen Leben ein Ende gesetzt...
TBC...
