Rückkehr ins Leben
Fanfiction von Lady of the dungeon featuring Slytherene
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Vielen Dank für die Reviews, Reni, lufa und Moonlight (was hat dich denn zu einer Lucius-Gechichte verschlagen?).
Schön, dass diese ‚Askaban-Adaptation' Euren Beifall gefunden hat. Wir bleiben noch ein bisschen in der Dunklen Festung bei dem Gefangenen und dem seltsamen Boten des Ministeriums. Nummer 537 wird ein Angebot unterbreitet, das zunächst verlockend klingt. Doch was bezweckt das Ministerium wirklich?
2. Der Vertrag
„Wenn Sie mir bitte folgen wollen?", murmelt der Wärter.
Er zerrt den Gefangenen hinter sich her, noch grober als üblich. Anders als sonst führt er den Fremden und Nummer 537 jedoch nicht in den Gang zum Zellentrakt hinein, sondern linkerhand in den Bereich, der nur den Wachen vorbehalten ist. Er öffnet eine schwere Holztür mit einem „Alohomora" und verbindet die schwere Eisenkette mittels eines Karabiners mit einem Ring, der im Boden eingelassen ist. Die Anordnung zwingt den Gefangenen auf die Knie, eine bewusste Demütigung. Nuntius Fandom nimmt auf einem breiten, aber schlichten Holzstuhl Platz.
„Wünschen Sie etwas zu trinken?", erkundigt sich der Wachhabende.
Fandom rümpft die Nase. „Vielen Dank, aber nein. Ich möchte diese Besprechung so rasch als möglich hinter mich bringen. Bitte lassen Sie uns allein."
„Sir, die Vorschriften besagen…"
„Ich weiß, was die Vorschriften besagen. Ich habe den größten Teil davon selbst verfasst", gibt Fandom barsch zurück. „Demnach sollten Sie wohl jetzt den nächsten Häftling nach oben in den Hof bringen. Keine Sorge, einem gefesselten, unbewaffneten Mann bin ich gerade noch gewachsen!"
Der Ton, den Fandon anschlägt, hat viel von der Art, mit der Nummer 537 früher – in einem anderen Leben – Schwadronen von Todessern dominierte. Tatsächlich zieht sich der Wärter zurück, wenn auch leise vor sich hin fluchend.
Fandon schlägt die Beine übereinander. Selbst im Sitzen überragt er den knienden Lucius um mehr als einen Kopf. Er knöpft seinen zweifellos maßgeschneiderten Umhang auf und durchsucht die Taschen, um schließlich ein Monokel heraus zu befördern. Aus seiner Ledertasche entnimmt er eine Akte.
„Nun, Mr. Malfoy – oder bevorzugen Sie Nummer 537 als Anrede? Man gewöhnt sich ja so leicht an diese kleinen Vereinfachungen, n'est-ce pas? Ich bin, wie bereits angedeutet, hier im Auftrag des Ministeriums. Die Berichte, welche uns zugegangen sind, beschreiben Sie als einen sehr ruhigen, ja geradezu vorbildlichen Häftling. Keine Beschwerden, keine Raufereien in den Gängen. Sie essen regelmäßig, aber selten Ihre gesamte Ration, Sie schlafen besser als die meisten hier, und die Nachtbeobachtung ergibt, dass Sie nicht einmal selbst Hand an sich legen – wirklich diszipliniert, muss ich sagen."
Der Gefangene weicht dem mokanten Blick des Staatsanwaltes nicht aus, aber er wendet den seinen schließlich zu Boden. Das letzte, das er will, ist den Mann provozieren. Weder der grausame Zug um den schmalen Mund noch das Lauern in den blauen Augen sind ihm entgangen. Wenn er hier und jetzt einen Fehler macht, kann und wird Fandon Mittel und Wege finden, ihn das bereuen zu lassen.
„Das Ministerium hat zur Kenntnis genommen, dass bei weiterer guter Führung Ihre Haftstrafe in etwas mehr als drei Jahren beendet sein wird. Sie könnten dann ohne weiteren Übergang in die Magische Gesellschaft eingegliedert werden, unter gewissen Auflagen, versteht sich. Ich will Ihnen nicht verhehlen, dass manche Strömungen im Ministerium dieser Zeit mit einer gewissen Besorgnis entgegen sehen."
Er macht eine bedeutungsschwere Pause, und es scheint, als warte er auf eine Rückäußerung des Gefangenen. Doch Nummer 537 schweigt. Fandon nimmt schließlich den Faden wieder auf.
„Natürlich wäre es ein Leichtes, Ihnen den einen oder anderen Regelverstoß nachzuweisen, was zu einer Verlängerung Ihrer - mehr als verdienten, wie ich meine – Strafe führen würde. Ich persönlich bin erstaunt, dass es offenbar einige Fürsprecher gibt, die diese probate Vorgehensweise zu verhindern trachten." Er sagt dies nicht ohne Bedauern.
„Wie dem auch sei, man möchte nicht, dass Sie über kurz oder lang als Fokus für versprengte Anhänger Sie-wissen-schon-wessen zurückkehren. Sie waren seine Rechte Hand, sein Stratege und Finanzier. Auch wenn man Sie beobachten wird und Ihr Vermögen eingezogen wurde, besteht die Gefahr, dass Sie das Werk Ihres ehemaligen Gebieters fortsetzen."
Der Gefangene blickt auf. Er beobachtete das Minenspiel des anderen Zauberers, in dem sich Hohn, Missgunst und Verachtung spiegelten.
„Ich hege derlei Pläne nicht", sagt Nummer 537 mit trockener Stimme. Er spricht wenig, und es ist mehrere Tage her, dass er „gleich" zu dem Wärter gesagt hat, der ihm Selenes Brief so schnell hat abnehmen wollen.
„Sie werden verstehen, dass wir mehr als diese unverbindliche Zusage Ihrerseits benötigen", sagt der Ministeriumsbeamte glatt. „Ich bin befugt, Ihnen ein mehr als großzügiges Angebot zu machen."
Wieder wartet er, bevor er weiterredet.
„Der Minister ist bereit, Ihnen den gesamten Rest Ihrer Strafe zur Bewährung zu erlassen."
Scharf zieht der Gefangene die Luft ein. Diese Ankündigung ist allerdings in jeder Hinsicht mehr, viel mehr, als er erwartet hat.
„Diese unglaubliche Großzügigkeit knüpft sich allerdings an bestimmte Bedingungen." Fandon lächelt. Er ist aalglatt. „Zum ersten: Sie entsagen Ihrer Magie. Ich spreche nicht über ein ganzes Leben und auch nicht über eine Zerstörung Ihrer arkanen Zentren. Wir würden Ihnen nicht einmal Ihren Zauberstab vorenthalten. Sie müssten sich allerdings verpflichten, auf jede Ausübung von Magie bis zum Ablauf der Bewährungszeit – also bis zur formalen Beendigung Ihrer Haftzeit – zu entsagen."
Mit gierigem Blick start Fandon den Gefangenen an.
„Sie wünschen, dass ich das Leben eines Squibs führe, ohne einer zu sein?", fragt der Häftling nach.
„Es geht in diese Richtung", antwortet der Ministeriumszauberer. „Allerdings ist dies nicht die einzige Bedingung. Weiterhin müssten Sie sich verpflichten, auf jeden Kontakt zur Magischen Welt – außer in begründeten Notfällen - zu verzichten."
„Wie lange?", fragt Nummer 537.
„Ebenfalls drei Jahre." Fandon lächelt böse. „Wenn Sie sich an diese Regeln halten, verbringen Sie drei Jahre in Freiheit. Entdecken Sie, wie spannend das Leben als Muggel sein kann. Sollten Sie jedoch gegen die Kontaktsperre verstoßen, wird man Sie hierher zurückbringen, und – da bin ich mir sicher – Wege finden, Sie hier zu behalten."
„Mr. Fandon, Sir, ich weiß Ihr…Angebot durchaus zu schätzen. Allerdings sehe ich mich nicht der Lage, es zu akzeptieren." Nummer 537 blickt starr zu Boden.
Merlin, mehr als alles andere will er hier raus. Doch er misstraut Fandon zutiefst, und außerdem ist eine Kontaktsperre nicht akzeptabel. Nicht einmal, wenn sie ihn noch Jahre hier in dieser Hölle behalten. Aber drei Jahre! Das bedeutete fünfhundertachtundvierzig Hofgänge, mit fünftausendvierhundertundachtzig Runden, woraus vierhundertdreiundneunzigtausendzweihundert Schritte resultieren, die er in Freiheit anstatt hier tun könnte.
„Sie erstaunen mich", sagt der Staatsanwalt. „Ist Ihnen Askaban so sehr zur zweiten Heimat geworden, Mr. Malfoy?"
„Der Mensch gewöhnt sich an vieles", antwortet der Gefangene vage. „Sie möchten, dass ich auf Magie verzichte. Das ist bitter, aber nicht relevant. Doch ich will und kann den Kontakt zu meiner Familie, insbesondere zu meiner Tochter nicht abbrechen."
Fandon zieht erstaunt die Augenbrauen hoch. Offenbar überrascht ihn diese Begründung. Er blätterte noch einmal durch die Akte. „Stimmt, Sie haben ja sogar vor sechs Jahren Haftbeschwerde eingelegt, um diesen Kontakt durchzusetzen. Nun, das sollte kein Problem darstellen. Das Mädchen lebt nach meinen Unterlagen bei der Mutter, die eine Muggel ist, auf dem Land in der Nähe von London."
„Ich habe zwei Kinder", sagt Nummer 537.
„Ihr Sohn ist ein verurteilter Todesser."
„Er wurde vor einem Jahr, elf Monaten und vier Tagen entlassen", beharrt der Häftling. Zuvor hat Draco sich allerdings fünf Jahre lang geweigert, mit seinem Vater zu sprechen, doch das erwähnt er nicht. Er ist ihm im Hof zweimal begegnet, und der Junge hat ihn wie einen Fremden behandelt.
„Ich gehe davon aus, dass man den Kontakt zu Familienangehörigen ersten Grades dulden wird", räumt Fandon ein.
„Gibt es weitere Einschränkungen?", erkundigt sich der Verurteilte.
„Keine", sagte Fandom. „Nun?
„Welchen Vorteil zieht das Ministerium aus diesem Abkommen. Wir sprechen doch über einen Magischen Vertrag?"
Fandom lächelt wieder sein geschäftsmäßiges Raubtierlächeln. „Allerdings, es ist ein Magischer Vertrag. Das Ministerium erhält eine Gelegenheit, Ihr Verhalten im Bezug auf Gehorsam, Unterwerfung und Duldsamkeit quasi unter Laborbedingungen zu überprüfen – ohne die Magische Gesellschaft zu gefährden. Sollten Sie nicht reintegrierbar sein, wird sich das schnell heraus stellen. Ein Leben als Muggel wird Sie von Ihren alten Verbindungen abschneiden."
Er beugte sich vor.
„Wir möchten, dass man Sie vergisst, Malfoy. In Askaban bleiben Sie im Fokus der Zauberergesellschaft. Als Muggel werden Sie unwichtig. Außerdem ist man neugierig, wie Sie als Taxifahrer oder Kellner zurechtkommen."
Der Gefangene versucht, diese Gründe nachzuvollziehen. Sie erscheinen ihm wenig stichhaltig.
„Ich würde den Vertrag gerne von meinen Anwälten prüfen lassen", sagt er schließlich.
„Bedaure", erwidert sein Gegenüber. „Sie unterschreiben hier und heute oder gar nicht. Die Kanzlei Ihres Anwalts unterliegt im Übrigen ebenfalls der Kontaktsperre."
Nummer 537 reibt sich die schmerzenden Handgelenke. „Darf ich den Kontrakt lesen?"
„Aber sicher." Fandon zieht eine Rolle Pergament aus der Tasche und reicht sie ihm.
Der Häftling überflieg den Wortlaut der in großen Lettern gefassten Bedingungen. Sie entsprechen exakt dem Besprochenen. Nun widmet er sich dem Kleingedruckten. Seine müden Augen haben Mühe, die winzige Schrift zu entziffern.
„Falls ich eine Regel brechen sollte, verlängert sich meine Strafe automatisch um ein Jahr", konstatiert er. Die Regelung ist glasklar formuliert und eindeutig. Eine harte Bestimmung für einen Slytherin. Begeht er nur einen einzigen Fehler… Wie viel Risiko sind ihm die drei Jahre eingeschränkter Freiheit wert?
„Für jeden Verstoß gegen Magisches Gesetz. Aber da Sie nicht zaubern werden… Muggelstrafzettel haben keine Auswirkungen, wie Sie Punkt achtundvierzig, Ziffer b, dritter Spiegelstrich entnehmen können. Sowohl Sie als auch das Ministerium verfügen über eine Ausstiegsklausel. Sie können jederzeit ohne Angabe von Gründen nach Askaban zurückkehren – es könnte ja sein, dass Sie als Muggel nicht zurecht kommen. Immerhin haben Sie noch niemals in Ihrem Leben gearbeitet."
Lauernd betrachtet er den Gefangenen. Doch dieser reagiert mit keinem Wort auf die Beleidigung, er verzieht nicht einmal das Gesicht. Scheinbar haben die Demütigungen der Wärter ihn abstumpfen lassen. Fandon ist zufrieden. Genau dies ist es, wofür Askaban erdacht wurde. Er setzt seine Rede fort.
„Das Ministerium wiederum kann Sie nur bei einem Verstoß Ihrerseits wieder verhaften. Allerdings gibt es theoretisch die Option, die Vertragsdauer zu verkürzen. In diesem Fall wären Sie frei ohne Auflagen. Nun, darauf würde ich an Ihrer Stelle nicht hoffen." Fandon lächelt. Es wirkt nicht freundlich.
Der Gefangene nickt schließlich. Er wirkt erschöpft und müde. Sein Gesicht ist noch fahler als vor einer halben Stunde und die dunklen Schatten unter seinen Augen wirken wie mit violettem Puder bestäubt.
Fandon frohlockt. Sie haben ihn weich gekocht. Sieben Jahre Askaban haben selbst einem Lucius Malfoy, diesem arroganten reinblütigen Mistkerl von einem Todesser, das Rückgrat gebrochen. Drei Jahre als mittelloser Muggel werden ihn umbringen. Malfoy hat ja keine Ahnung, auf welche Raubtiergesellschaft er sich in Muggellondon einläßt. Einer wie er wird keinen Fuß auf den Boden bekommen und am Ende in der Psychiatrie landen. Was Askaban nicht vermag, werden Muggelheiler und ihre Drogen schon erledigen.
Der Häftling streicht das Pergament vor sich auf dem Boden glatt. Sorgfältig, methodisch, fast wie eine rituelle Handlung.
„Bitte, Sir, ich bräuchte dann eine Feder."
Welch eine Freude, ihn so auf den Knien zu sehen, und das „Sir" – wer sagt denn, dass man einem Reinblüter keine Achtung und Demut beibringen kann? Zu lange haben solche wie dieser verfluchte Todesser anständige Zauberer wie Nuntius Fandon als „Schlammblüter" beschimpft. Doch Malfoy hier wird solches nie wieder wagen, stellt Fandon befriedigt fest.
Der Gefangene nimmt die dargebotene Feder entgegen und sticht sich den angeschärften Kiel in die Armbeuge. Ein paar Tropfen Blut reichen für die Signatur, die er in eleganten, verschlungenen Buchstaben auf den dafür vorgesehen Platz setzt.
Fandon unterzeichnet seinerseits, allerdings mit magischer Dokumententinte. Er reicht dem Häftling eine Abschrift des Vertrags. Dieser wartet still am Boden und beobachtet Fandon.
Der Staatsanwalt reibt sich zufrieden das Kinn. Er steht auf und sagt: „Sie hören dann von uns", steckt das Original im Herausgehen ein und läßt den Verurteilten angekettet zurück.
Erst am nächsten Morgen holt man ihn aus dem Raum, in dem er auf dem nackten Fußboden schließlich eingeschlafen sein muss. Sein Rücken schmerzt und er kämpft noch Tage danach mit einer fieberhaften Erkältung.
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Acht Tage – das bedeutet dreißig Runden, und damit zweitausendsiebenhundert Schritte später – wird die Tür zu seiner Zelle aufgestoßen.
„Los, hoch mit dir, Nummer 537."
Sie legen ihm Ketten an und führen ihn über dunkle Gänge, die allein schon von dem grellen Lichtschein, der aus den Zellen der Häftlinge unter Türen und durch Klappen herausdringt, ausreichend erhellt ist. Man zieht ihn in den Trakt der Wächter und bringt ihn schließlich in einen kahlen, gefliesten Raum. Auf dem Tisch im vorderen Bereich steht eine dunkelgraue Reisetasche. Nummer 537 erkennt sie sofort wieder.
„Ausziehen, duschen", kommandiert der Wachzauberer. Er zeigt auf ein rostiges Rohr, das am Ende des Raums aus der Wand springt. Lediglich der Abfluss im Boden lässt erahnen, dass es hier eine Waschmöglichkeit gibt.
Der Gefangene zögert nur kurz. Er legt den feuchten Umhang ab und auch die anderen Kleider. Die Wärter grinsen einander zu. Nummer 537 hat eine ungefähre Ahnung, was ihn erwartet. Die Prozedur bei seiner Einlieferung hier war ähnlich rabiat. Als er nackt vor das Rohr tritt, schwenkt der Wächter seinen Zauberstab. Ein Schwall eisigen Wassers trifft ihn hart auf den Rücken und er beißt die Zähne aufeinander und schließt die Augen, während Wasser, Schaum und wieder Wasser über seinen Haut rinnen und der Gestank eines Insektenvertilgungszaubers ihn einhüllt. Als der eisige Strom versiegt, zittert er vor Kälte und seine Zähne schlagen unkontrolliert aufeinander.
„Frisch, was?", höhnt einer der beiden Wärter.
Der Gefangene erwidert nichts.
„Anziehen, Nummer 537", lautet der nächste Befehl.
Er gehorcht wortlos. Es sind die grauen Leinenkleider, die man ihm im Ministerium gegeben hat: Hose, Hemd, alte Schuhe und ein grober Wollumhang. Im Vergleich zu dem Lumpen, die er bis eben getragen hat, eine deutlich Verbesserung.
„Warten!", befiehlt der größere der Wachzauberer, dann verlässt er den Raum.
Die Minuten verrinnen. Der zweite Wächter pfeift ein Lied und lehnt gelangweilt an der Mauer.
Irgendwann öffnet sich die Tür und ein ranghoher Wachzauberer betritt den Raum. Er mustert den Gefangenen in der grauen Robe und tritt hinter den Tisch.
„Nummer 537. Das Handgelenk."
Der Häftling nähert sich langsam, entblößt seinen Unterarm und zeigt ihn vor. Zwei Runen und die Nummer 537, die sie ihm eingebrannt haben, darüber das Dunkle Mal, verblasst. Der Zauberer vergleicht die Ziffern mit den Eintragungen auf einer langen Liste.
„Name?"
Schwer kommt er dem Gefangenen über die Lippen. Zu lange war er bloß eine Nummer, reduziert zu einem Wesen ohne Rechte und Würde.
„Lucius Abraxas Malfoy."
„Kontrollieren Sie den Inhalt der Tasche, Mr. Malfoy."
Lucius öffnet die Tasche, seine Finger gleiten über den kostbaren Silberverschluss und das Drachenleder. Viel war es ohnehin nicht, das man ihm gelassen hatte. Rasierzeug, eine Zahnbürste, Seife, dazu eine Ledermappe mit dem Identitätsdokument und eine Geldbörse.
„Zählen Sie es nach."
Lucius tut, wie ihm geheißen. Drei Galleonen, vier Sickel. Er hat selten Bargold gebraucht. In einem separaten Fach liegt sein Siegelring. ‚Noch nicht', denkt er zuerst, doch dann streift er ihn doch über den Finger, nur, um ihn dann zurück zu legen. Der Ring würde ihm vom Finger rutschen.
„Es ist vollständig." Er würde nichts anderes sagen, selbst wenn die Hälfte fehlte.
„Dann unterschreiben Sie hier."
Zum zweiten Mal in wenigen Tagen unterzeichnet er ein Pergament, doch diesmal reicht man ihm Tinte.
„Sie sind auf Geheiß des Ministeriums frei, sobald das Boot am Ufer des Festlandes anlegt. Dort erhalten Sie auch Ihren Zauberstab, damit Sie disapparieren können, oder Sie benutzen den Portschlüssel zum Ministerium. Ich hoffe, wir werden Sie hier nie wieder sehen, Mr. Malfoy. Das nächste Mal gibt es kein Zurück."
TBC
