Starr blickte ich in seine tiefschwarzen Augen, in denen ich undeutlich mein verängstigtes Gesicht erkennen konnte. Ganz langsam hob er eine Hand mit einem riesigen, silberglänzenden Messer. Zitternd wollte ich zurückweichen, doch ich konnte nicht. Meine Füße waren wie festgefroren. Er riss den Mund auf, wie um in Mordlust zu schreien, doch kein Ton kam heraus. Als er das Messer noch weiter hob und mit weit aufgerissenen Augen auf mich herabblickte, hatte ich das Gefühl, eine kalte Hand würde um mein Herz greifen. Er schloss die Augen, legte den Kopf nach hinten und stieß zu.

Mit einem Keuchen fuhr ich aus dem Schlaf. Mein Herz raste.

Ich streckte eine zittrige Hand aus, um den piespenden Wecker abzuwürgen und atmete einmal tief ein uns aus. Dennoch wollte das Bild von dem Mann mit weit aufgerissenen schwarzen Augen, der gerade im Begriff war, ein Messer auf mich niederzustoßen, nicht aus meinem Kopf verschwinden.

Ich setzte mich auf und rieb mir die Augen. Heute war Samstag. Der große Tag. Juhu. Heute würden Angela, Ben, Mike, Eric, Jessica, Lauren und ich nach Rumänien fliegen, in die sagenumwobene Gegend Transsylvanien. Dank meines Albtraums hatte sich meine Begeisterung natürlich noch gesteigert. Anfangs hatte ich noch versucht, mich herauszureden, indem ich behauptete, der Trip sei mir zu teuer, doch überraschenderweise hatte Charlie sich dazu bereiterklärt, mir diesen Urlaub zu finanzieren.

"Gönn dir auch mal was", hatte er gesagt. "Nach dem vielen Stress mit den Abschlussprüfungen brauchst du etwas Erholung." Pah, ich konnte mir eindeutig Erholsameres vorstellen, als eine Woche lang in Angst und Schrecken zu leben.

Die Abschlussprüfungen waren für mich nicht so anstrengend wie für manch anderen, in Biologie hatte ich sogar ein "A" geschafft. Lächelnd dachte ich daran, wie Mr. Greene mir gestern mein Abschlusszeugnis in die Hand gedrückt hatte. Ich hatte befürchtet, wenn ich auf das Podest stieg, würde wieder meine Tollpatschigkeit von mir Besitz ergreifen und ich würde vor allen Leuten stolpern oder gleich wieder rückwärts von der Bühne herunterfallen, doch erstaunlicherweise war nichts dergleichen passiert.

Im Anschluss an den Festakt in der Schule waren Angela, ich und die anderen mit unseren Eltern ins Lodge gefahren, wo wir bis nach Mitternacht gefeiert hatten.

Ich fuhr mir mit der Hand durchs Haar und stand endgültig auf. Ich duschte und ging dann so leise wie möglich nach unten in die Küche, um Charlie nicht aufzuwecken, doch meine Sorge war unbegründet. Er saß bereits mit einer Tasse Kaffee am Küchentisch und sah auf, als ich hereinkam.

"Morgen, Dad", murmelte ich und begann, eine Schale mit Müsli zu füllen. "Schon wach?" Ich überlegte, was wir wohl auf Schloss Bran, wie das "Draculaschloss" eigentlich hieß, zu Essen bekommen würden. Meine Erfahrungen mit Herbergenverpflegung waren nicht gerade die Besten.

Charlie lächelte kurz.

"Ich muss doch meine Tochter verabschieden."

"Dad, du hättest doch weiterschlafen können. In einer Woche bin ich schließlich wieder da." Ich nahm meine Müslischüssel und einen Löffel und setzte mich ihm gegenüber an den Tisch.

Charlie nahm einen Schluck Kaffee und sah mich mit einem undefinierbarem Ausdruck an.

"Wie schnell doch die Zeit vergeht...", murmelte er. "Mir kommt es so vor, als hätte ich dich gestern erst auf meinem Arm gehalten, und jetzt hast du deinen Abschluss in der Tasche und fährst alleine in den Urlaub."

Ich senkte den Kopf und betrachtete intensiv einen Cornflake, der sich gerade mit Milch vollsog. Weder Charlie noch ich waren begeistert, wenn es darum ging, persönliche Gespräche mit anderen Leuten zu führen – selbst wenn es die eigene Tochter oder der eigene Vater war. So erstaunte es mich jetzt, dass Charlie mit diesem Thema begann.

Ich richtete meinen Blick wieder auf meinen Vater und bemerkte die tiefen Schatten unter seinen Augen. Der Ärmste schien die halbe Nacht kein Auge zugetan zu haben, aber die Augenringe konnten auch noch von der gestrigen Feier herrühren.

Charlie nahm noch einen Schluck Kaffee und stand dann auf. Er begann, an der Küchentheke herumzuhantieren, doch ich vermutete, dass er nur sein Gesicht vor mir verstecken wollte.

"Jaja, aus Kindern werden Leute, wie man so schön sagt", seufzte er und stützte sich an der Anrichte mit den Händen ab.

Ein gerührtes Lächeln schlich sich auf mein Gesicht. Ich trat von hinten an Charlie heran und versuchte, ihm in die Augen zu sehen, was nicht gerade leicht war, da er seinen Blick starr auf seine Kaffeetasste fixiert hielt.

"Dad", begann ich leise. Einen Moment lang betrachtete ich den Linoleumboden, der auch mal wieder eine Säuberung nötig hätte, und lächelte Charlie dann an. "Ich bin doch immer noch deine kleine Tochter, egal, ob ich jetzt mit der Schule fertig bin oder nicht."

Für einen Augenblick sah Charlie mich liebevoll an, dann räusperte er sich und drehte sich wieder von mir weg.

"Komm, du musst dich fertig machen, Ben und Angela sind bestimmt bald da."

Ich warf einen Blick auf die Uhr. In zwanzig Minuten würden Angela und Ben mich abholen, damit wir gemeinsam nach Seattle zum Flughafen fahren konnten. Natürlich hatte Mike darauf bestehen wollen, mit mir alleine zu fahren, doch ich hatte ihm erklärt, dass Jess und Lauren es bestimmt begrüßen würden, wenn er die beiden in Gentleman-Manier zum Flughafen kutschierte. Schließlich hatte auch Eric noch angekündigt, er würde bei Mike mitfahren, und so war ich bei Angela und Ben gelandet.

Ich stellte meine Schüssel auf die Theke und ging wieder nach oben, um Zähne zu putzen. Dann packte ich den Waschbeutel in meinen Koffer, der seit gestern Nachmittag den Flur versperrte, und sah mich prüfend in meinem Zimmer um. Nachdem ich mein Bett gemacht hatte und einige herumliegende CDs wieder in Reih und Glied im Regal eingeordnet hatte, schleppte ich meinen Koffer zur Treppe und begann, ihn vorsichtig hinunterzubugsieren.

"Bella, was machst du denn da?" Charlie stand am Fuß der Treppe und sah mir stirnrunzelnd zu. "Komm, ich mach' das für dich."

Dankbar übergab ich Charlie den Koffer und ging hinunter in die Küche. Dort betrachtete ich kritisch den Küchentisch und stellte die Milch wieder in den Kühlschrank.

Als ich den Tisch gerade sauberwischte, kam Charlie etwas außer Atem wieder in die Küche.

"Bella, du musst doch jetzt nicht aufräumen", murmelte er verlegen.

Ich seufzte und legte den Lappen zurück in die Spüle. Ich hatte krampfhaft versucht, mich von meinen Gedanken rund um Messer, Gespensterschlösser, Gruselmythen et cetera abzulenken, aber es hatte nicht wirklich etwas gebracht. Immer noch drängte sich die Vorstellung, eine unheimliche Person würde mich kaltblütig in einer dunklen Ecke abstechen, in meinen Kopf.

Ich wurde vom Türklingeln aus meinen düsteren Gedanken gerissen. Schnell ging ich an Charlie vorbei und öffnete.

"Hi, Bella", strahlte Angela. Im Hintergrund stand ein grinsender Ben.

"Morgen", erwiderte ich lächelnd.

"Tja, Bella, jetzt geht's los", zog Ben mich auf. Ich versuchte, ihm einen gespielt genervten Blick zuzuwerfen, doch mein Albtraum wirkte noch nach, sodass mein Gesicht eher einer verzerrten Grimasse ähnelte.

Einen Moment lang stand ich etwas verlegen im Türrahmen.

"Ich ... hole noch eben meinen Koffer." Ich zog meine Schuhe an und nahm meine schwarze Regenjacke vom Haken. Dann wandte ich mich zu Charlie, der, an der Wand lehnend, mich beobachtet hatte. Etwas Dringendes musste ich noch loswerden.

"Dad, bitte versprich mir, dass du dich in dieser Woche auch von etwas anderem ernähren wirst als von Spiegeleiern und Bratkartoffeln." Ich versuchte, ihn streng anzublicken und dabei mein Grinsen zu verkneifen.

Charlie lachte kopfschüttelnd auf. "Viel Spaß", sagte er nur.

"Haha", murmelte ich, aber ich war mir nicht sicher, ob er es gehört hatte. Ich zögerte kurz, und streckte dann meine Arme aus, um ihn kurz zu umarmen.

"Tschüß, Dad."

Ich löste mich wieder von ihm und nahm meinen Koffer.

"Tschüß." Lächelnd sah Charlie mir zu, wie ich den Koffer nach draußen hievte, und schloss dann die Tür hinter mir.

"So, kann losgehen!" verkündete ich, wie ich hoffte, schwungvoll und mit der nötigen Begeisterung. Aus den grinsenden Gesichtern von Angela und Ben war zu schließen, dass dem nicht so war.

Fünfzehn Minuten später befanden wir uns bereits auf der Autobahn Richtung Kingston; von dort aus würden wir mit der Fähre nach Edmonds übersetzen und weiter nach Seattle fahren.

Ich gähnte und schloss die Augen. Die Fahrt dauerte ungefähr vier Stunden, ausreichend Zeit, um ein wenig Schlaf nachzuholen.

"Bist du auch noch so müde von der Party gestern?" Ich öffnete die Augen und bemerkte, dass Angela mich durch den Rückspiegel ansah.

"Ja, ich bin einfach nicht so der Feier-Typ", antwortete ich lächelnd. Ihr von meinem Albtraum zu erzählen, war wohl das Letzte, das mir einfiele, obwohl Angela durchaus schweigsam und vertrauenswürdig war. Dennoch war Ben anwesend, und bei ihm war ich mir in dieser Hinsicht nicht so sicher.

"Ich bin auch total kaputt", erzählte Angela, "bis spät in die Nacht hinein zu feiern, gehört auch nicht zu meinen Lieblingsbeschäftigungen."

"Glaub ihr kein Wort!" kam es auf einmal von Ben. "Sie ist ganz sicher nicht von der Party im Lodge so fertig."

Durch den Spiegel konnte ich erkennen, dass er von einem Ohr bis zum anderen grinste.

"Schließlich hatten wir zwei unsere kleine Privatparty."

"Ben!"

Auch ohne in den Spiegel zu schauen, wusste ich, dass Angela tiefrot angelaufen war. Ich lächelte in mich hinein und lehnte den Kopf an die Fensterscheibe. Die beiden waren seit zwei Monaten zusammen und augenscheinlich glücklich miteinander.

"Sag bloß, es hat dir nicht gefallen!" lachte Ben gespielt entsetzt.

Angela kicherte verlegen und streckte die Hand aus, um sein Haar zu verwuscheln.

Ich sah zum Fenster hinaus und dachte über Mike nach. Er war sicherlich ein sehr netter Junge, doch es war mir immer etwas unangenehmn, wenn er seinen Arm um mich legte oder mit einer meiner Haarsträhnen spielte.

Bis jetzt hatte ich noch nie irgendein Interesse an einer Beziehung gehabt, auch in Phoenix nicht. Aber dort waren mir die Jungs auch nicht so hinterhergelaufen wie in Forks, geschweige denn, dass einer von ihnen eine derartige Hartnäckigkeit wie Mike an den Tag gelegt hätte.

Vielleicht war es naiv von mir, auf die "große Liebe" zu warten, doch wieso sollte ich ein Verhältnis eingehen, wenn ich für die andere Person keine tiefer verwurzelten Gefühle empfand?

Ich seufzte unhörbar und sah zu, wie draußen die Büsche am Straßenrand vorbeiflogen.

"Bella, aufwachen", hörte ich eine Stimme an meinem Ohr. Ich schlug die Augen auf und blickte in Angelas Gesicht.

"Sind wir schon da?" fragte ich verschlafen. Langsam brachte ich mich wieder in eine bequemere Position und dehnte meine Gelenke.

"Wir befinden uns im Landeanflug auf Bukarest, also ja, wir sind gleich da."

Ich gähnte ausgiebig und blinzelte ein paar mal, dann reckte ich den Kopf, um einen Blick durch die kleine Fensterluke zu werfen. Unter uns zogen karierte Felder vorbei, und in der Ferne waren die Vorstädte von Bukarest zu erkennen.

Ich lehnte mich wieder zurück und schloss noch einmal kurz die Augen. Am Fährhafen in Kingston waren wir auf Mike, Eric, Jessica und Lauren gestoßen; den Rest der Fahrt waren wir ihnen hinterhergefahren. Der Flug war für mich relativ schnell vergangen, was wohl daran lag, dass ich ihn komplett verschlafen hatte – und dabei nicht einmal den Schimmer eines Messers in meinen Träumen erhascht. Ich war stolz auf mich.

"Oh, ich bin ja so aufgeregt!" hörte ich Laurens näselnde Stimme hinter mir.

"Ja, ich auch!" Das war Jessica. "Glaubst du, die haben dort einen Hausgeist?"

Mike, der links von mir saß, drehte sich nach hinten um.

"Sicher!" grinste er. "Was glaubst du denn? Jedes anständige Gespensterschloss hat einen Hausgeist, und hier haben wir sogar das Schloss von Dracula höchstpersönlich!"

"Uuh", machte Eric, "dann wird der grausame, blutgierige Graf Dracula nachts an das Bett unserer Jungfrauen treten und ihnen das Blut bis auf den letzten Tropfen aussaugen!"

Ben kicherte bei dem Wort "Jungfrauen" und stieß Angela in die Seite, deren Gesicht wieder einen rötlichen Schimmer hatte, doch mir lief bei Erics Worten unwillkürlich ein Schauer über den Rücken.

Mike und Eric alberten weiter herum, bis das Flugzeug landete, während ich versuchte, ihrem Gespräch über Geister mit klirrenden Ketten keine Beachtung zu schenken.

Am Flughafen kamen wir relativ schnell durch die Kontrolle und hatten auch unser Gepäck ohne Komplikationen bald wieder.

Wenn die ganze Woche doch auch nur so problemlos verlaufen würde, dachte ich wehmütig. Aber vielleicht würde es ja gar nicht so schlimm werden, wie ich es mir vorstellte. Vielleicht würde es sogar ganz lustig werden. Ha, was für eine Ironie.

"So, und wie kommen wir jetzt weiter?"

Wir standen zu siebt vor dem Flughafen, zahllose Koffer, die größtenteils Jessica und Lauren gehörten, waren um uns herum verteilt. Es war Abend, doch die Sonne brannte immer noch voller Hitze vom Himmel. Jessica hatte eine anscheinend sehr stylische Sonnenbrille auf der Nase und trommelte mit den Fingern ungeduldig auf einem ihrer Koffer herum.

"Keine Sorge", lächelte Eric und zog ein zerfleddertes Papier aus der Hosentasche. "Wir fahren mit dem Zug nach Brasov, und von dort aus ins Dorf Bran, wo sich das Schloss befindet."

"Dorf?" Skeptisch blickte Lauren Eric an. "Dann werde ich meine Shoppingtour wohl ausfallen lassen müssen, denn Brasov hört sich auch nicht gerade vielversprechend an."

Genervt verdrehte Ben die Augen.

"Also, wenn wir mit dem Zug nach Brasov fahren wollen, müssen wir erst einmal zum Bahnhof. Wo ist der Bahnhof?" fragte er in dem Versuch, strukturiert vorzugehen.

"Ähm..." Eric drehte sein Blatt Papier hin und her, wohl in der Hoffnung, ihm nicht vorhandene Informationen zu entziehen.

Ich seufzte innerlich. Das konnte ja heiter werden. Eine Gruppe von Schulabgängern, die es nicht einmal schaffte, mit dem Zug von einer Stadt in die andere zu fahren.

"Schaut doch mal da drüben", meinte ich und deutete auf ein Schild, auf dem eine Eisenbahn und ein Pfeil, der auf eine in den Untergrund führende Treppe gerichtet war, abgebildet waren.

"Bella, was täten wir nur ohne dich?" sagte Mike und grinste mich schief an.

Tatsächlich standen wir nach einigen Stunden am Brasov'schen Bahnhof, jeder mit einem Hamburger in der Hand.

"So ..." Eric drehte wieder seinen Zettel in den Händen. "Dort drüben ist eine Bushaltestelle, dort müsste in zehn Minuten ein Bus nach Bran, also in das Dorf, abfahren."

Alle Köpfe drehten sich zu dem Haltestellenschild auf der gegenüberliegenden Seite der Straße, auf das Eric zeigte.

Zusammen gingen wir über die Straße, was wegen dem vielen Verkehr ein schwieriges Unterfangen darstellte; Mike und Eric waren mit jeweils zwei Koffern bepackt, da Jessica und Lauren sich zu müde fühlten, ihr Gepäck zehn Meter weit zu tragen.

Ich musste zugeben, dass die Reise wirklich anstrengend gewesen war. So ließ ich mich, nachdem wir die Straße überquert hatten, stöhnend auf die nächstbeste Bank fallen, während Angela sich mit Ben neben mich setzte und erst einmal ausgiebig gähnte.

"Ich habe Hunger", nuschelte Ben und starrte missmutig auf die von seinem Hamburger übriggebliebende Serviette.

Angela lachte leise auf.

"Du hast doch eben erst einen Doppel-Hamburger verdrückt, wie kannst du da noch Hunger haben", murmelte sie und stützte den Kopf auf ihre Hände.

Ben antwortete nicht und grinste nur müde.

Mit halb geschlossenen Augen blickte ich die Straße hinunter. Hoffentlich kam dieser Bus bald, ich konnte es kaum erwarten, endlich in ein wunderschönes, weiches, warmes Bett zu sinken.

"Müde?" hörte ich Mikes Stimme neben mir. Unbemerkt hatte er sich neben gesetzt, und sein Arm lag schon wieder verräterisch nah bei meinem.

"Ein bisschen", antwortete ich und lächelte.

Wir schwiegen; ich sah weiter die Straße hinab und Mike musterte seine Schuhe.

"Sag mal", begann er plötzlich, "mit wem wirst du eigentlich in ein Zimmer gehen? Eric meinte, es gäbe dort nur Zweierzimmer."

Meine Augen weiteten sich ein wenig.

"Ähm..." Eigentlich hätte ich es mir denken können, dass Mike darauf spekulieren würde, mit mir ein Zimmer zu teilen. "Eigentlich ... habe ich es lieber, wenn ich alleine in einem Raum schlafe", sagte ich und versuchte, dabei überzeugend zu klingen.

"Wirklich?" Mikes Blick war skeptisch. "Glaubst du nicht, dir könnte etwas passieren, wenn du nachts in einem Geisterschloss alleine bist?"

Ich zuckte unmerklich zusammen. An diese Möglichkeit hatte ich gar nicht gedacht. Aber das war Unsinn, schließlich war es ja kein "echtes" Geisterschloss. Es gab keine Gespenster.

"Nein", antwortete ich munter. "Ich ... schlafe sowieso lieber alleine. Es beunruhigt mich, nachts Atemzüge zu hören."

"Na ja, wenn du meinst ...", murmelte Mike und blickte zur Seite.

Ich merkte, wie er gerade zu einem neuen Kommentar Luft holte, als glücklicherweise der Bus um die Ecke kam. Ich atmete erleichtert auf und erhob mich.

Schnell folgte Mike mir und hievte meinen Koffer untertänig in den Bus. Ich musste mir ein Grinsen verkneifen, als der Fahrer Mike gutmütig lächelnd betrachtete.

Schüchtern sah ich mich um. Im Bus saßen sonst nur zwei Leute, eine junge Frau im Blazer und ein Mann mittleren Alters in einerm seriösen Anzug und mit einer Frisur, die eindeutig zuviel Haargel gesehen hatte.

"Oh, ich bin so froh, wenn wir endlich da sind!" rief Jessica lautstark hinter mir. "Ich hoffe nur, bei dem ganzen Hin und Her sind meine Schminksachen im Koffer nicht durcheinander geraten."

Mike starrte sie ungläubig an, was sie anscheinend als Flirtversuch interpretierte, denn sie setzte ein affektiertes Lächeln auf ihre Lippen und klimperte mit den Wimpern.

Ich seufzte kopfschüttelnd und setzte mich dem Herrn gegenüber in die Vierersitzgruppe. Angela folgte meinem Beispiel und nahm neben mir Platz, Ben setzte sich neben den Mann, und schließlich hatten auch Jessica, Lauren, Mike und Eric eine Sitzgelegenheit auf der gegenüberliegenden Seite des Ganges gefunden. Unsere Koffer hatte der Busfahrer fachmännisch in einem Fach am Boden verstaut.

Wohlwollend betrachtete der Mann mir gegenüber unsere Gruppe.

"Sie machen Urlaub?" fragte er mit starkem Akzent.

Ich lächelte leicht.

"Ja."

Er nickte verstehend.

"Fahren Sie nach Schloss Bran?"

Einen Moment lang sah ich ihn verwirrt an. Woher wusste er das? Dann wurde mir klar, dass er es natürlich aus der Buslinie schließen konnte.

"Ja", antwortete Angela.

"Oh, es wird bestimmt furchtbar aufregend!" quitschte Jessica.

"Aufregend bestimmt." Der Mann lachte in sich hinein. "Die letzte Reisegruppe, die dort Urlaub machte, ist vorzeitig abgereist. Hat es nicht mehr ausgehalten."

Laurens Augen wurden groß. "So schlimm?"

"Oh ja. Eines Nachts sind sie Hals über Kopf aus dem Schloss gestürmt." Er grinste auf eine seltsam fiese Art und Weise. Ich wusste nicht, wieso, aber dieser Typ war mir irgendwie ... suspekt.

"Na, das wird uns nicht passieren", meinte Eric großspurig. "Schließlich gibt es keine echten Geister. Das ist doch alles nur Show."

"Oh, sagen Sie das nicht", entgegnete der Mann heiter. "Die Legende besagt, dass der Geist eines Mannes, der große Schuld auf sich geladen hat, im Schloss sein Unwesen treibt."

"Wirklich?" Gespannt beugte Angela sich nach vorne. "Was hat er denn getan?"

Der Mann lächelte hintergründig.

"Es wird gesagt, dass er einen Bund mit dem Teufel eingegangen ist."

"Ach." Mike winkte ab. "Das ist doch alles nur erfunden."

Mit einem unergründbaren Blick sah der Herr Mike an und schwieg, immer noch ein Lächeln auf seinen Lippen.

"Es ist doch egal, ob es jetzt erfunden ist, oder nicht. Was ist denn passiert? Wieso ist er den Bund mit dem Teufel eingegangen?" fragte Ben neugierig.

Der Mann lehnte sich zurück und sah einen Augenblick zum Fenster hinaus, wo bereits Felder an uns vorbeizogen. Ich war mir nicht sicher, ob ich diese Geschichte jetzt hören wollte.

"Sein Name ist vergessen", begann er schließlich. "Er wird nur "Varcolac" genannt. Man erzählt sich, er war unzufrieden mit sich und der Welt, also kam der Teufel zu ihm und bot ihm einen Pakt an: Er würde Varcolac so glücklich machen, dass dieser zum Augenblick sagen würde: "Verweile doch! Du bist so schön!". Im Gegenzug müsste Varcolac sofort sterben und seine Seele dem Teufel übergeben. Varcolac nahm den Vorschlag an, und der Teufel begann sofort, ihm die Vergnügungen des Lebens zu zeigen." Er machte eine kleine Pause.

"Wie geht es weiter?" fragte Lauren gespannt. Wir alle hingen an den Lippen des Mannes.

"Der Teufel gab Varcolac einen Trank, der ihn jünger aussehen ließ und seine Triebe wieder erwachen ließ. Mit neu erwachten Lebensgeistern stieß er auf ein unschuldiges Mädchen, genannt "Nevinovat". Er verliebte sich in sie und schwängerte die jungfräuliche Maid. Das arme Ding wusste nicht, wie ihr geschah, und so tötete sie ihr Neugeborenes gleich nach der Geburt. Ihr Bruder erfuhr von der Liebschaft und dem Tod des Kindes, und um seine schon verloren gegangene Ehre zu retten, erschlug Varcolac den Bruder. Nevinovat hingegen erkannte ihre Schuld und brachte sich um."

Er verstummte und ließ den Blick durch den Bus schweifen.

"Was ist mit Varcolacs Seele geschehen?" fragte ich leise.

Der Mann lachte auf.

"Oh, Varcolac hatte seinen Spaß, ja, den hatte er, und nachdem er die Worte ausgesprochen hatte, kam der Teufel, um seine Wette einzulösen. Doch er hatte nicht mit den Erzengeln gerechnet, die um Varcolacs Seele kämpften. So befindet sich heute noch Varcolacs Seele im Nichts, hin- und hergerissen zwischen Ober- und Unterwelt."

Für einen Moment herrschte Stille, dann prustete Eric auf einmal lauthals los.

"Teufel, ja? Und Erzengel!" Er schlug sich mit den Händen auf die Oberschenkel und lachte aus vollem Hals. "Ihr Volk hat wirklich Sinn für Legenden!"

Der Mann starrte Eric peinlich berührt an und räusperte sich.

"Eric, das war nicht gerade feinfühlig", tadelte Angela ihn leise.

Ich war unfähig, auch nur einen Kommentar zu dieser Geschichte abzugeben, da mir immer noch Schauer über den Rücken liefen. Allein bei der Vorstellung einer zu ewigem Unheil verdammten Person stellten sich meine Nackenhaare auf. Unwillkürlich schob sich das Bild eines hohlwangigen, bleichen Mannes vor mein inneres Auge, der nächtens unruhig von Zimmer zu Zimmer wanderte, auf der Suche nach weiteren unschuldigen Jungfrauen.

Mich selbst zurechtweisend schüttelte ich meinen Kopf. Es gab weder Geister noch sonstige sagenhafte Gestalten!

Eric bog sich immer noch vor Lachen, während der Mann ihn pikiert musterte.

"Wie ist man eigentlich auf die Idee gekommen, Schloss Dracula zu einem Urlaubsziel zu machen?" fragte ich, einerseits, um abzulenken, andererseits, weil es mich tatsächlich interessierte. Menschen, die eine derartige Attraktion betrieben, mussten schon von einem bestimmten Schlag sein.

Der Mann zuckte mit den Schultern.

"Die Burg ist ein Familienerbe der Cullens. Früher lebten sie in Amerika, aber als vor ein paar Jahren der Onkel von Carlisle Cullen gestorben ist, der hier seine letzten Jahre verbrachte, zogen sie hierher und machten ein sogenanntes "Gruselschloss" daraus. Die Einwohner waren dem gegenüber zuerst skeptisch, aber es wurde ein voller Erfolg. Sie haben jedes Wochenende neue Gäste."

"Ich hätte nicht gedacht, dass so viele Leute darauf aus sind, sich zu Tode ängstigen zu lassen", murmelte ich.

Mein Gegenüber lächelte nur und sah wieder zum Fenster hinaus.

"Wenn Sie zum Schloss wollen, müssen Sie gleich aussteigen", bemerkte er nach einer Weile.

Draußen waren heruntergewirtschaftete Häuser zu sehen, die anscheinend zum Dorf Bran gehörten. Der Bus bog um die Ecke und hielt an einer Haltestelle mit einem verkommenen Bushäuschen. Zweifelnd blickte Lauren nach draußen und verzog angewidert ihre Mundwinkel. Auch mir gefiel die Gegend nicht besonders; ich hoffte, dass die Inneneinrichtung der Burg nicht genauso verwahrlost wirkte. Aber was konnte man von einem "Geisterschloss" schon erwarten?

Bella, mahnte ich mich, du solltest nicht immer alles so negativ sehen! Vielleicht wirst du einen Riesenspaß haben.

Ich seufzte auf und erhob mich.

Fünf Minuten später standen wir mitsamt Koffern am Straßenrand und blickten dem Bus hinterher.

"Also, dieser Typ war ja wirklich seltsam", murmelte Angela.

"Ja, genau!" Eric war schon wieder dabei, sich halbtot zu lachen. "Teufel und Erzengel! Der hatte sie wirklich nicht mehr alle!"

Wir stimmten in sein Lachen ein, wobei ich mich dennoch etwas mulmig fühlte.

Ich sah mich um und erblickte auf einer Anhöhe das von Bäumen umgebene Schloss, etwas abseits von den Häusern des Dorfes. Dahinter erstreckte sich dunkelgrüner Wald. Durch die Abendsonne schimmerten die Mauern der Burg rötlich, was ihr einen fast einladenden, aber zugleich auch warnenden Charakter verlieh. Der Bergfried ragte in den Himmel, kleine Türmchen und Erker verzierten das imposante Gebäude. Schon allein beim Betrachten spürte man die einstige Macht, die von Schloss Bran ausging; nur ein klein wenig Fantasie genügte, und man konnte sich vorstellen, wie früher Knechte und Mägde für die Herren der Burg hinter den Mauern und auf den Feldern schufteten.

"Oh nein, müssen wir jetzt da hinauf laufen?" stöhnte Jessica. Aus meinen Träumen gerissen blinzelte ich ein paar Mal und erblickte eine steile Gasse, die mit Wegweisern zum Schloss versehen war.

"Sieht wohl so aus", grinste Mike und machte Anstalten, den Weg hinaufzusteigen.

Seufzend nahmen wir unsere Koffer und folgten ihm.

Keuchend standen wir zwanzig Minuten später vor einer gepflasterten Brücke, die hinüber zur von einer mächtigen Mauer eingegrenzten Burg führte.

"Endlich", japste Jessica. "Meine Füße bringen mich um."

Ich betrachtete abermals das Schloss. Von hier aus machte es einen komplett anderen Eindruck. Es wirkte bedrückend, die Mauern abweisend. Ein Lufthauch wehte uns entgegen und ließ die Blätter in den Bäumen geheimnisvoll rascheln. Hinter den dunklen Fenstern der Burg schienen uns unsichtbare Augen heimlich zu beobachten. Auf einmal flackerte hinter einem der kleinen Luken ein Licht, nur um gleich wieder zu erlöschen. Ich zuckte zusammen.

"Ang?" flüsterte ich. "Hast du das auch gesehen?"

"Ja", wisperte sie genauso nervös wie ich.

"Jetzt macht euch doch nicht gleich in die Hose", meinte Eric. "Schließlich sind wir hier, um Spaß zu haben!"

"Naja", murmelte Ben, "ein bisschen unheimlich ist es schon..."

"Das ist doch der Sinn der Sache", erwiderte Eric nur und schritt energisch über die Brücke.

Zögernd folgten wir ihm. Unsere Koffer klackerten unheilvoll über das Pflaster.

Eric blieb stehen und betrachtete das große, hölzerne Tor. Das dunkle Holz war durch Wind und Wetter schon gespalten, doch man konnte trotzdem noch die Schnitzereien erkennen. Am Rand und in einer Zeile in der Mitte des Portal waren viele kleine Pentagramme eingeritzt.

Eric drehte sich zu uns um und hob dann den Arm, um zu klopfen, doch genau in diesem Moment öffnete sich das Tor unter großem Quitschen von selbst, und er sprang vor Schreck einen Schritt zurück.

Auch ich war zusammengefahren, doch jetzt reckte ich meinen Kopf, um einen Blick auf das Innere der Burg zu erhaschen.

Langsam öffneten sich die Torflügel wie von Geisterhand. Der Spalt zwischen ihnen vergrößerte sich und gab den Blick auf den Innenhof frei. Mit einem Wummern schlugen die Flügel gegen die Mauern und gewährten uns Einlass.

"Sollen wir einfach so hineingehen?" fragte Angela leise.

"Ich weiß nicht", murmelte ich angespannt zurück. Ich blickte in die Runde. Wer würde als Erster gehen?

Vorsichtig wagte Mike sich hinein und sah sich um.

"O Gott, Mike, pass bloß auf!" kreischte Jessica mit weit aufgerissenen Augen.

Mike ging ein wenig nach links und verschwand so aus unserem Blickfeld. Fahrig biss Jessica auf ihrer Unterlippe herum.

"Hier ist nichts!" hörten wir Mike schließlich rufen. "Niemand da."

Ich wechselte einen besorgten Blick mit Angela. Aber immerhin war dies ein Gruselschloss, rief ich mir in Erinnerung, die Leute kamen hierher, um sich zu fürchten.

Ich atmete einmal tief durch und folgte dann den anderen hinein. Kaum war der Letzte über die Schwelle geschritten, knallten die Torflügel mit einem Schlag zu.

"Das war schon mal ein toller Effekt", murmelte Eric.

Mein Herz schlug wie verrückt. Wie sollte ich nur diese eine Woche überstehen, dachte ich verzweifelt. Einmal mehr verfluchte ich mich dafür, dieser hirnrissigen Idee zugestimmt zu haben.

Zögerlich sah ich mich im Innenhof der Burg um. Obwohl die Sonne schien, war es dunkel und kühl. Dem Eingang gegenüber befand sich ein überdachter Außengang mit Bögen, darüber ein Wehrgang aus Holz, der sich um den gesamten Innenhof zog. Links und rechts waren in die Wände zwei schwarze Türen eingelassen, in einer Ecke wuchs eine Eiche.

"Kommt hier vielleicht auch mal jemand, der uns begrüßt?" maulte Jessica. "Sonst gehe ich nämlich gleich durch diese Tür da und ..." In diesem Moment wurde eben jene Tür, von der sie gesprochen hatte, von innen geöffnet, und eine kleine Frau trat heraus. Jessica merkte, dass ihr Mund offen stand, und schloss ihn schnell wieder.

Die Frau trat in den Innenhof und starrte uns eindringlich an. Jetzt, wo sie nicht mehr im Dunklen verborgen war, erkannte ich, dass sie noch sehr jung war, fast noch ein Mädchen und höchstens sechzehn Jahre alt. Ihre Haut war sehr blass, fast gräulich, und spannte über die Knochen. Ihr Gesicht war hohlwangig und die dunklen Augen lagen tief in den Höhlen. Die Lippen wirkten trocken und hatten einen leicht bläulichen Stich; ihr glanzloses blondes Haar war strähig und hing ihr ins Gesicht, soweit es nicht in dem Knoten in ihrem Nacken zusammengehalten wurde. Sie trug ein schwarzes Kleid mit knielangem Rock und darüber eine gestärkte weiße Schürze. Alles in allem wirkte sie ... nun ja, nicht durchsichtig, aber auf eine seltsame Weise farblos.

"Guten Tag", sprach sie, es war ein eigenartiger, hoher Singsang. "Mein Name ist Daciana Largareta. Ich kümmere mich hier auf Schloss Bran um den Haushalt, koche und putze. Ich werde Ihnen jetzt Ihre Zimmer zeigen, wo Sie sich für das Abendessen frisch machen können. Ihr Gepäck wird für Sie nach oben gebracht."

Wir alle waren zu baff, um etwas zu erwidern, selbst Eric schien es die Sprache verschlagen zu haben.

Sie ging wieder zu der Tür und bedeutete uns, hineinzugehen.

Wir wechselte einige verblüffte Blicke und marschierten dann nacheinander hinein.

Ein kleiner düsterer Gang tat sich uns auf, der von einigen Fackeln, die an den Wänden befestigt waren, erhellt wurde. Zwei Türen führten in verschiedene Zimmer, am Ende des Ganges führte eine Treppe nach oben.

Ohne ein weiteres Wort ging Daciana die enge Treppe hinauf, sodass wir uns beeilen mussten, mitzukommen. Oben angekommen, blieb sie stehen und wartete, bis sich alle drängelnd eingefunden hatten.

"Hier befinden sich Ihre Schlafzimmer", erklärte sie und deutete auf zwei nummerierte Türen mit Schnitzereien von Schlangen und Lindwürmern. "Auf der anderen Seite des Innenhofes befinden sich zwei weitere Räume, die entweder durch die Pforte im Innenhof oder durch diesen Wehrgang zu erreichen sind." Daciana zeigte auf einen Durchgang am Ende des Korridors.

"Wer wird das erste Zimmer beziehen?" fragte sie und sah mit ihren großen Augen in die Runde.

Ich räusperte mich.

"Äh, ich", sagte ich.

"Alleine", fügte ich schnell hinzu, als ich an Mike dachte.

Fast unmerklich zog Daciana eine Augenbraue nach oben. "Sind Sie sich sicher?"

"Äh, ja." Ich räusperte mich noch einmal und nickte bekräftigend. Es war seltsam, sich mit jemandem zu unterhalten, dessen Erscheinungsbild eher einem Spuk als einem Menschen ähnelte.

"Gut", sagte Daciana und öffnete die Tür mit der Nummer Eins.

Vorsichtig trat ich heran. Als ich einen Blick hineinwarf, klappte mir entsetzt der Mund auf.

Der Raum war wunderschön eingerichtet, mit antiken Kommoden, Gemälden, Wandteppichen, Kerzenleuchtern, einem diamantenen Kronleuchter und einem eigenen Bad. Doch das war es nicht, was mich schockierte.

Vielmehr waren es die zwei riesigen, mit rotem Samt ausgekleideten Särge, die anstelle von Betten an der rechten Wand platziert waren.


So, das war das zweite Kapitel, ich würde mich über Reviews freuen :)

(und danke für die Reviews des ersten Kapitels ^^)

lg Chemistry1