Wortanzahl: 676 Wörter
Kapitel 2
„Janet, du siehst fabelhaft. Einfach nur umwerfend."
Kaum hatte Janet die Tür geöffnet, wurde sie auch schon von diesen Worten begrüßt. Eine leichte Röte überzog ihre Wangen, wegen des Kompliments.
„Ach, dass ist doch nichts besonderes.", versuchte sie ihr Outfit runterzuspielen.
Es war eben nur eine einfache, bequeme Jeans und eine weinrote Bluse. Nichts wirklich Aufregendes.
„Ich finde schon.", sagte Sam nun leise und umamte sie zur Begrüßung.
Doch ehe Janet noch etwas sagen konnte, trat Cassandra neben sie und zog Sam in eine starke Umarmung.
„Hey Kleine. Nicht so fest. Ich will noch weiter leben.", sagte Sam scherzhaft als ihre Tochter sich wieder von ihr löste.
Ihre Tochter und ihre beste Freundin … ihre Familie. Lächelnd blickt sie die beiden Personen an, die ihr Leben bestimmen.
"Ich hab ja gesagt, dass du vermisst wirst.", neckt sie ihre Freundin, bevor sie sich schnell ihren Mantel und ihre Handtasche nahm.
"Cass, komm, mach dich schnell fertig. Sam hat bestimmt Hunger, so wie ich sie kenne."
Grinsend trat sie neben ihre Freundin nach draußen.
Schweigend standen sie neben einander und blickten sich nicht an. Nach ein paar Sekunden bemerkte Janet jedoch, dass dies nur auf sie zustimmte. Sam, im Gegensatz zu ihr, starrte sie unverhohlen an.
Stirnrunzelnd blickte sie zu Sam auf.
„Stimmt etwas nicht?", fragte sie leise und musterte nun ihrerseits ihre Freundin, doch sie tat dies mit einem besorgten Blick.
Doch ihr fiel nichts Besorgniserregendes an der Blondine auf.
Eine eng anliegende schwarze Jeans betonte deren Beine und ein blaues Hemd, das vom Schnitt her dem eines Mannes ähnelte, brachte Sams helle Haut zur Geltung. Ihre Augen schienen zu strahlen und ihre Haut glänzte.
Sie sah wunderschön aus.
So wie sonst auch, aber trotzdem schien irgendwas nicht zu stimmen. Janet konnte aber einfach nicht feststellen, was los war.
„Ach weißt du … ich habe dir was mitgebracht und habe gerade überlegt ob ich es dir jetzt oder nachher im Restaurant geben soll. Aber wenn du nun schon fragst … dann bekommst du es gleich.", sagte Sam leise und schenkte ihr ein kleines Lächeln.
Neugierig sah sie dabei zu wie Sam etwas aus ihrer Lederjacke hervorholte und es dann einen Moment lang musterte, ehe sie es ihr gab.
„Was ist das, Sam?"
Doch als sie es umdrehte, sah sie was es war.
Es war eine selbst zusammengestellte CD mit, nach dem Titel, ihrer Lieblingslieder.
Schnell drückte sie Sam fest an sich. Drückte ihren Körper an den ihrer besten Freundin und konnte immer noch nicht glauben, dass sie so eine gute beste Freundin verdiente.
Genauso schnell wie sie die Umarmung angefangen hatte, trennte sie jedoch auch die Umarmung.
"Danke Sammy, das ist wirklich ein tolles Geschenk. Du hast dich wirklich daran erinnert, wie genervt ich von Cass Musik bin."
Lächelnd sah sie in das Gesicht der Blondine, nur ein paar Zentimeter vor ihr stehend, als auf einmal ein Räuspern zu hören war.
Janet drehte sich irritiert um und sah Cassandra vor sich stehen.
Einen Moment lang hatte sie nicht mehr an sie gedacht.
Wie hatte sie nur ihre Tochter vergessen können?
Doch noch viel mehr verunsicherte sie Cassandras Gesichtsausdruck, den sie ganz einfach nicht deuten konnte.
Sie trug ein breites Grinsen und doch … und doch strahlten ihre Augen etwas aus …
Jedoch merkte sie in diesem Moment auch, dass dieser spezielle Blick nicht ihr galt.
Irritiert blickte sie auf ihre beste Freundin, die eben in den Himmel gesehen hatte.
Beinahe verzweifelt aussehend. Doch so schnell sie dieses Bild gesehen hatte, war es auch schon wieder weg und Janet sah einfach nur wie ihre beste Freundin sie mit einem Lächeln ansah.
Misstrauisch wandte ihr Blick von Sam zu Cassie und zurück, doch beide lächelten sie einfach nur unschuldig an.
"Okay ...", sagte sie schließlich lang gezogen. "Ich denke ... wir sollten lieber los, wenn wir wirklich noch essen wollen."
Mit diesen Worten zog sie die Haustür hinter Cassie zu, schloss sie ab und scheuchte ihre "beiden" Mädels zu ihrem Auto. Langsam hatte sie nämlich wirklich Hunger ... trotz des seltsamen Benehmens ihrer Familie.
Ende Kapitel 2
