Man merkt, ich habe nicht besseres zu tun als hier an meinem Laptop zu sitzen und zu schreiben... bzw. Kapitel hier on zu stellen... hehe By the way: Frohe Ostern!
Viel Spaß beim Lesen,
jadedfool
Ungeduldig saß Severus Snape in einem der Sessel vor dem Schreibtisch des Schulleiters, während dieser durch Abwesenheit glänzte.
Severus Snape hasste es, wenn man ihn warten ließ. Er fragte sich gerade, warum er nicht beim nächsten Treffen zwischen ihm und Albus gleich eine halbe Stunde zu spät kommen sollte. Er wäre in diesem Fall immer noch vor seinem Gastgeber da. Und auf diese Weise würde er nicht wertvolle Zeit verplempern, indem er hier untätig herum saß.
Oh ja, er hasste es zu warten.
Seine augenblickliche Stimmung schlug sich auch in seiner Mimik wieder. Als Albus endlich sein Büro betrat und seelenruhig hinter seinem Schreibtisch Platz nahm, wäre er sofort gestorben, wenn Severus' Blicke töten könnten. Doch Albus ignorierte die offenbare Ungehaltenheit seines Gegenüber und begrüßte ihn fröhlich. „Severus, schön, dass du da bist."
Severus verkniff sich ein Knurren. „Schön, dass du endlich da bist, Albus", sagte er in bedächtig langsamem und leisem Tonfall, doch auch dies ignorierte Albus.
„Möchtest du eine Tasse Kaffee?"
„Nein."
„Tee?"
„Nein."
„Dann vielleicht einen Keks?"
Severus schaute seinen Vorgesetzten und Freund an, als wäre er nicht mehr ganz bei Verstand. „Albus, komm zum Punkt. Ich habe nicht ewig Zeit."
Albus musterte Severus. Sein Herz zog sich, wie so oft wenn er ihn beobachtete, zusammen. So viel Verbitterung in einer Person vereint konnte Severus nicht gut tun. Doch er ließ sich leider nie helfen. Seit dem Krieg hatte er sich noch mehr abgeschottet, als dies bereits vorher der Fall gewesen war. Albus seufzte.
„Weswegen ich dich zu mir bestellt habe..." Er griff nach einem der Kekse, die er in einer Dose auf den Schreibtisch gezaubert hatte, und biss hinein.
Auf der anderen Seite des Tisches hätte Severus am liebsten in die Tischplatte gebissen. Sein Geduldsfaden stand kurz davor zu reißen.
„Also... Ich habe ein Angebot an dich."
„Das da wäre?" gab Snape bissig zurück.
„Willst du in diesem Schuljahr ‚Verteidigung gegen die Dunklen Künste' unterrichten?" fragte Albus geradeheraus und wusste, dass er Severus damit wie ein Blitz aus heiterem Himmel treffen würde.
In der Tat riss Severus die Augen auf und hätte fast das Gleichgewicht verloren, denn genau in diesem Moment hatte er ein Bein über das andere geschlagen. Wenige Sekunden war er sprachlos und starrte Albus lediglich an, als wäre er ein Geist. Dann räusperte er sich. „Du scherzt...", war das einzige, das er sagen konnte.
„Nein."
„Doch."
„Glaub mir doch. Du hast lange genug gewartet."
Severus Augenbraue wanderte immer höher. „Da muss es einen Haken geben."
„Jein", lautete die undefinierte Antwort von Albus.
Severus schüttelte den Kopf. War Albus plötzlich senil geworden?
„Albus, red' deutlich!"
Albus schmunzelte. Er hatte Severus in der Tat mit seinem Angebot überrumpelt. „Einen Haken gibt es in dem Sinne nicht. Ich knüpfe nur ein paar Bedingungen an diese Veränderung."
Severus stöhnte auf. „Wusste ich's doch, ein Haken!" Seine Befürchtungen reichten von ‚Wohnung im Kerker aufgeben' bis zu ‚Therapie machen'.
„Du wirst deiner Nachfolgerin dein Büro im Kerker überlassen."
Severus Gedanken überschlugen sich. „Nur das Büro? Nachfolgerin?"
„Ja, nur das Büro, wohnen wird sie als ehemalige Gryffindor in den Räumen eine Etage über Minervas Räumen."
„Und mein Labor?"
„Dein Labor wirst du mit ihr teilen. Dir ist klar, dass du eigentlich nicht mehr die Berechtigung hast, das Labor uneingeschränkt zu nutzen, wenn du nicht mehr Zaubertränke unterrichtest. Aber ich weiß, dass du in deiner Freizeit gerne den ein oder anderen Trank braust, und deshalb wirst du weiterhin Zugang zum Labor haben – du wirst dich lediglich mit deiner Nachfolgerin absprechen müssen."
Severus schien mit sich zu ringen. Auf der einen Seite stand da der teilweise Verlust seines geliebten Labors – denn ein Teilen-müssen war für ihn bereits so etwas wie ein Verlust -, aber auf der anderen Seite stand die Verlockung, endlich das Fach unterrichten zu können, nachdem er sich seit über elf Jahren sehnte.
Schließlich nickte er ergeben. „Ich ergebe mich meinem Schicksal... Wer ist denn meine Nachfolgerin?"
Albus räusperte sich. „Ähm ja... du kennst sie..."
„Wer?"
„Hermine Granger."
„Merlin...", stöhnte Severus. „Wie kannst du mir das antun?"
„Frag mich besser, wie ich ihr das antun kann", meinte Albus trocken und erntete einen bösen Blick von Severus. „Ich weiß, dass du nicht gerade begeistert von meiner Wahl bist..."
„Das ist untertrieben", warf Severus ein.
„... aber du weißt auch, dass sie eine der besten Schülerinnen war, die jemals Hogwarts besucht haben. Und wenn ich mich recht erinnere, war sie auch die beste in Zaubertränke, oder?"
Severus knurrte etwas Unverständliches.
„Wie bitte?"
„Gnaa..."
„Ich fasse das jetzt mal als ‚ja' auf. Severus, ich sage dir nur eins: Benimm dich."
Schweigend blickte Severus sein Gegenüber an. Man merkte deutlich, wie sehr ihm diese Anordnung missfiel.
„Severus, ich meine es ernst!" Albus Stimme wurde hart. „Sonst bist du den Posten schneller wieder los als du Quidditch sagen kannst. Verstanden?"
„Hmm... ja..."
„Gut... räum doch bitte deine Sachen bis zum Anfang der nächsten Woche um, ich erwarte Miss Granger zu diesem Zeitpunkt im Schloss. Ich wünsche dir noch einen schönen Abend, Severus."
Dieser blickte ihn mit einer Mischung aus Irritation und Trotz an. Was fiel Albus ein, ihn wie einen kleinen Schuljungen zu behandeln, den man einfach so wieder aus dem Büro schicken konnte?
Severus schluckte seinen Ärger hinunter und stand eilig auf. Ohne sich seinerseits zu verabschieden, war er auch schon mit wehendem Umhang verschwunden.
Albus lächelte ihm hinterher und setzte sich sofort daran, Hermine einen Brief zu schreiben. Er musste sie unmittelbar von seinem Entschluss in Kenntnis setzen. Er wusste intuitiv, dass sie sein Angebot annehmen würde. Deutlich hatte er die Sehnsucht in ihrer Stimme wahrgenommen, als sie sich nach Hogwarts erkundigt hatte. Ja, seine Entscheidung war richtig, dessen war er sich nun sicher.
Und vielleicht hatte sie auch Einfluss auf Severus. Vielleicht würde er von nun an etwas zufriedener mit seinem Leben sein.
tbc
