Kapitel 1

Für dich...

Langsam und vorsichtig öffnete der Junge, der Überlebt hatte seine Augen und blinzelte in das sanfte Licht, das die Morgensonne durch die Fenster des Fuchsbaus schickte und in dessen Strahlen Staubkörner tanzten. Lächelnd drückte er den warmen Körper der sich an ihn schmiegte noch ein wenig fester an sich und genoss die wärme die dieser aussant. Er konnte es immer noch nicht fassen, dass sie nun wirklich zusammen waren...

Am Ende des letzten Schuljahres, nachdem er und Dumbledore den angeblichen Horkrux gefunden hatten und der Direktor dabei fast sein Leben verloren hätte, hätte Snape nicht so schnell die Situation erfasst und ein Gegenmittel parat gehabt, da hatte Harry für sich gemeint, erkannt zu haben, dass alle, die einen Platz in seinem Leben hatten in großer Gefahr schwebten. Wegen ihm. Voldemort wollte nur ihn. Und Harry dachte, er könnte den Menschen, den er am meisten Liebt, dadurch schützen, dass er ihm keinen Platz in seinem Leben gab. Und so trennte er sich von ihr.

Jedoch – diese Entscheidung machte sie beide unglücklich und minderte keineswegs die Gefahr in der sie alle schwebten. Und so kam eines wieder zum anderen.

Auf Bills und Fleurs Hochzeit vor einigen Tagen waren sie sich wiederbegegnet.

Zuerst versuchten sie, sich nicht zu beachten, sich nichts anmerken zu lassen. Es hatte nicht funktioniert, immer wieder hatten sie sich minutelang durch den Raum hindurch angeschaut.

Dann versuchten sie miteinander zu reden, als hätte es niemals irgendwelche Gefühle zwischen ihnen gegeben...Es hatte nicht funktioniert, zu stark waren die Gefühle, die sie beide zu unterdrücken versuchten.

Sie versuchten, zu tanzen. Ohne den anderen zu berühren. Es hatte funktioniert. Bis jemand Ginny anstieß und sie fiel.

Direkt in seine Arme.

Gefühle schossen wie Blitze in seine Adern, er versank in ihren Augen. Und auch sie versank in den Grünen Smaragden die so sehnsuchtsvoll auf sie herunterblickten. Die Welt um sie herum schien stehen zu bleiben, alle Geräusche leiser zu werden. Es gab nur noch sie beide.

Kein Gestern. Kein Morgen. Kein Voldemort. Nur das Hier und Jetzt und sie beide.

Langsam, ohne das sie es bewusst wahrnahmen näherten sich ihre Gesichter. Nur noch ein kurzes Stück trennte die beiden voneinander, sie konnten schon den Atem des anderen auf dem Gesicht spüren.

Als sich ihre Lippen endlich berührten, schlossen sie beide mit dem Gefühl, dass es das einzig richtige war, ihre Augen und versanken in einen der wohl sinnlichsten Küsse, die sie jemals miteinander geteilt hatten. Ihre Gefühle, die zu unterdrücken versucht hatten kamen mit all ihrer Intensität wieder an die Oberfläche, wirbelten durch ihren Körper.

Als sie sich atemlos voneinander lösten wussten jeder von ihnen, dass sie ohne einander niemals glücklich werden könnten, egal welche Gefahr eine Beziehung bedeuten würde.

Ein leises klopfen riss Harry aus seinen Erinnerungen. Knarrend öffnete sich die Türe und Hermine schlich mit verstrubbelten Haaren und im Nachthemd herein.

„Harry, auf, geh wieder in dein Bett... Ich möchte nich wissen was Molly sagt, wenn sie mitbekommt, dass ihr zusammen in einem Bett schlaft...", gähnte sie herzhaft und ließ sich in ihr Bett fallen, wo sie sich sofort in die Decke kuschelte.

Harry musste beim anblick seiner völlig verschlafenen besten Freundin Grinsen und nuschelte in Ginnys Locken: „Als würde es dich stören, bei Ron im Zimmer schlafen zu müssen..."

„Mhhh... Was issen Harry?" Ginny schaute ihren Freund schlaftrunken an, der bei diesem Anblick wieder glücklich zu lächeln begann.

„Nichts, ich muss nur wieder in mein eigenes Bett."