Kapitel 2: Schreck lass nach und: Überraschung? Nein Danke!

„Scheiße, verdammt, lass mich los!!!" Lily schrie und schlug mit ihrer freien Hand um sich.

„Shhhht", hörte sie plötzlich eine Stimme an ihrem Ohr, und der Griff um ihr Handgelenk lockerte sich ein wenig. Dafür schlang der Mensch hinter ihr jetzt einen Arm um ihre Hüfte und hielt sie gefangen.

„Keinen Laut, Evans." „James!" „Klappe, da ist etwas in deinem Schlafsaal, du kannst da nicht hingehen!" „A- aber ich muss da hin!" „Nein, musst du nicht, du bleibst hier! Solange, bis ich weiß, was dort oben ist. Wäre ja echt zu schade, wenn die Schulsprecherin kurz vor Schuljahresende neu gewählt werden müsste, weil die alte von Ungeziefer gefressen wurde, oder?" Damit stieß er sie von sich, in den Sessel, den sie sonst auch immer benutzte und verschwand.

Keine 5 Minuten später kam er auch schon wieder nach unten, in der Hand ein verblichenes Stück Pergament. Aber was Lily am meisten erstaunte, war, dass er nicht aus ihrem sondern aus seinem Schlafsaal kam.

„So, jetzt sagst du mir, was los ist, James, oder ich schreie halb Hogwarts zusammen!" Sie stand auf, um ihren Worten mehr Kraft zu verleihen.

„Nein, Lily, bitte setz dich wieder hin. Ich möchte mit dir reden." James setzte sich ihr gegenüber in den Sessel und sah sie eindringlich an.

„Was ist, James? Du schaust mich so böse an, was ist?"

„Lily, wieso belügst du mich?", James schüttelte verzweifelt den Kopf. „Lil, wenn du was mit Remus hast, dann würde ich dich ja noch verstehen können, aber wieso zum Teufel belügst du mich?" Er nahm das Pergament, entfaltete es und sprach leise: „Ich schwöre feierlich, dass ich ein Tunichtgut bin!"

Das Pergament, so fand Lily schnell heraus, war eine Karte von Hogwarts. Und sie war erschrocken, als sie die kleinen beschrifteten Punkte sah, jeder Mensch, der sich in Hogwarts aufhielt, wurde dort vermerkt.

„James, hast du mir nachspioniert?" Sie sah ihn enttäuscht an.

„Nein, Lily, habe ich nicht. Die Karte lag noch aktiviert rum, und ich wollte sie deaktivieren, als ich ziemlich enttäuscht feststellen musste, dass du auf dem Weg in den Gryffindorschlafsaal der Jungen unterwegs warst. Wo du mir doch vorher noch gesagt hattest, du hättest nichts mit Remus. Lily, ich bin schwer enttäuscht, ich wusste nicht, dass du, gerade du einen Menschen so stark verletzen kannst, habe ich dich doch immer für den friedfertigsten Menschen auf der ganzen Welt getan, der nicht mal ne Fliege totschlagen würde. Aber ich habe mich geirrt. Ich geh jetzt schlafen, wenn es dir nichts ausmacht. Gute Nacht, ich denke nicht, dass wir noch weiter reden müssen. Missetat begangen!" Die Karte verschwand, und das Pergament war wieder eben nur das: ein Pergament.

Damit ging James niedergeschlagen fort, aus dem Gemeinschafstraum der Schulsprecher und hoch in sein Schlafzimmer.

Lily brach schluchzend auf ihrem Sessel zusammen und schlug die Hände aufs Gesicht.

„Wieso tut er das?" Sie weinte noch eine Weile vor sich hin, bis sie im Sessel vor Erschöpfung einschlief.

James verschwand am nächsten Morgen schon früh. Er wollte noch vor allen anderen frühstücken, damit niemand ihn in diesem Zustand sah.

Seine Augen waren rot und verweint, sein Gesichtsausdruck nun abweisend und hart. Er liebte Lily, und es würde nie eine andere in seinem Leben geben, aber wenn sie sich für Remus entschieden hatte, musste er sie gehen lassen. Wenn man einen liebte, musste man ihm alles geben, was er verlangte, man musste ihn dann auch loslassen können.

Schweren Herzens sah er noch einmal hoch zu ihrem Schlafzimmer, dann ging er aus dem Raum und ließ das Portrait des schwarzen Einhorns, das den Eingang zu den Gemächern und Räumen der Schulsprecher bewachte, zufallen.

Er war natürlich nicht alleine in der großen Halle zum Essen. Zu seinem Übel saß Remus am Gryffindortisch und die beiden waren die einzigen Besucher der großen Halle. James sah seinen Freund machte auf dem Absatz kehrt, und setzte sich an den Ravenclaw Tisch.

Er begann zu essen, langsam, ohne Hast. Das Schlucken fiel ihm schwer. Am liebsten würde er jetzt auf Remus losgehen, ihn schütteln und anschreien. Ihn dafür strafen, dass er nun litt. Remus dafür verantwortlich machen, dass Lily ihn ihm James Pottervorzog.

Tief in seinem Innern wusste er, dass das Quatsch war. Niemand konnte etwas dafür, dass Lilys Gefühle sich geändert hatten. Nichts dafür, dass sie einfach mit einem seiner besten Freunde ins Bett gestiegen war, nichts für seine ungeheure Wut auf Remus nichts aber wirklich gar nichts was er tat und dachte war irgendwie gerechtfertigt, als er sich erhob, den Zauberstab zückte und Remus erst einmal eine Ganzkörperklammer verpasste.

„Ey, James, was ist denn in dich gefah-", er brach ab, denn James hatte einen Silencio auf ihn gehetzt. Sein Mund bewegte sich weiter, doch kein Ton kam über seine Lippen.

„Jetzt wollen wir doch mal sehen, was mit Leuten passiert, die sich einfach an Flower ranmachen! Remus, ich bin echt schwer enttäuscht von dir. Ich dachte, du wärest mein Freund!!!" Damit belegte er Remus mit dem Levicorpus und verschwand, zusammen mit seinem Brot aus der Halle.

In seinem Zimmer angekommen, setzte er sich auf sein Bett und murmelte„Accio Karte!"

Er machte es sich so gut es ging bequem und aktivierte die Karte, um zu sehen, wann und von wem Remus befreit werden würde, doch dann lenkte etwas anderes seine Aufmerksamkeit auf sich.

„Du kleine Schlampe! Du verdammtes Bist! Zur Hölle mit dir!!!"

Lily wartete um Punkt 8 Uhr vor dem Raum der Wünsche. Sirius würde bestimmt gleich kommen.

Und richtig, Sekunden später kam er um die Ecke. Er keuchte. „Lil! Rat mal, was James gemacht hat?"

Bestimmt Snapes Unterhosen geklaut… interessiert mich grade mal gar nicht, der benimmt sich unmöglich!, dachte sie sich. „Snape verhext?", fragte sie desinteressiert.

„Fast, Lil, fast! Er hat Remus verhext und in die Große Halle gehängt! Kopfüber. Und mit [iGanzkörperklammer[/i und Silencio belegt! Der spinnt, sage ich dir, vollkommen!"

„Hmm, ich weiß auch nicht. Ich verstehe ihn einfach nicht. Er ist in letzter Zeit so… verwirrend. Manchmal weiß ich nicht, woran ich bin…"

„Ist gut, Lil. Er ist nicht nur verwirrend, er ist auch verwirrt. Und sauer auf dich. Tierisch sauer. Aber auch sauer auf Remus. Er versteht es nicht. Er weiß auch nichts. Menschenskinder, ist das kompliziert…" Sirius stöhnte und strich sich die Haare aus dem Gesicht.

„Ist gut, Siri, ich weiß, dass das ganze auch für dich nicht leicht sein kann. Naja, lass uns reingehen, wir müssen anfangen, wenn wir heute Abend fertig sein wollen."

Dann ging sie los, dreimal an der Wand vorbei, immer denkend: „Lass mich einen Raum finden, in dem ich die Überraschung für James herrichten kann, lass mich einen Raum finden…"

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