Disclaimer: steht bei Kapitel 1
Hmm, hmm. Immer diese Schwarzleser! 46 Hits und nur 2
Reviews! Schämt euch!
Ich hoffe, ihr gelobt Besserung und
nehmt euch ein Beispiel an Miriam und Padblack, denen ich hiermit
auch für die lieben Reviews danken möchte.
Hier gibt's
trotzdem das nächste Kapitel.
Viel Spaß damit.
Danke natürlich noch an meine Betaleserin Sandl.
Kapitel 2: Willkommen zu HauseAls Remus am späten Nachmittag erwachte, musste er sich erst einmal orientieren. Das war nicht sein Schlafzimmer in Hogwarts. So staubig hätten es die Hauselfen dort sicher nicht gelassen. Ganz davon abgesehen, dass das Bett, in dem er lag, bei weitem nicht so bequem war wie seines in Hogwarts. Auch das Zimmer war viel kleiner. Er musste sich der Tatsache stellen: er war wieder zu Hause.
Er fühlte sich noch recht K.O. nach der
vergangenen Vollmondnacht. Mit dem Trank war es entschieden weniger
strapaziös gewesen die letzten Monate. Wieso nur hatte er nicht
daran gedacht, zuerst noch bei Snape vorbeizuschauen?
‚Weil du
viel zu geschockt warst Wurmschwanz auf der Karte zu entdecken.',
antwortete er sich sachlich.
Aber wieso um Himmels willen
hatte er vergessen die Karte zu löschen? Selbst ohne Trank wäre
sicher alles gut gegangen, wenn nur Snape nicht aufgetaucht wäre.
Sie wären längst wieder zurück im Schloss gewesen,
bevor er sich hätte verwandeln können. Er hätte sicher
noch daran gedacht, seinen Trank zu nehmen, wenn sich die Aufregung
erst einmal gelegt hätte.
‚Nein hättest du nicht!',
schalt er sich selbst, ‚Du hättest dich mitten im Schloss
verwandelt und am Ende noch jemanden gebissen!'
Er musste der
Wahrheit einfach ins Auge sehen. Er hatte es vermasselt. Wegen ihm
war Sirius nun irgendwo dort draußen anstatt mit ihm gemütlich
in seinem Büro in Hogwarts zu sitzen und über alte Zeiten
zu reden.
Hogwarts! Beim Gedanken an die Schule spürte er einen kleinen Stich in der Brust. Er hatte gerne unterrichtet und die Schüler, außer natürlich den Slytherins, hatten ihn gemocht. Er hatte sich seit seiner Schulzeit noch nie so angenommen gefühlt. Und das Beste war, dass er endlich die Chance gehabt hatte, Harry kennen zu lernen. Das kleine Baby, das ihn immer liebevoll ´Oony genannt hatte und das immer gejauchzt hatte, wenn er es durch die Luft hatte fliegen lassen, hatte sich wirklich zu einem Prachtjungen entwickelt.
‚Es nützt
dir gar nichts, wenn du jetzt in Erinnerungen schwelgst. Los! Du hast
immer noch ein gefülltes Verließ und nichts Essbares mehr
im Haus. Außerdem sieht es hier aus wie in einem Schweinestall.
Also beweg endlich deinen Hintern und sieh zu, dass du heute
wenigstens irgendetwas hinbekommst!', meldete sich wieder vehement
eine Stimme in seinem Kopf.
Seufzend musste er sich eingestehen,
dass die Stimme Recht hatte. Es nutzte nichts, hier im Bett zu liegen
und Trübsal zu blasen oder in Erinnerungen zu schwelgen.
Entschlossen stand Remus also auf. Als erstes würde er einkaufen gehen. Er hatte sogar noch zwei Galleonen und ein paar Sickel in seinem Geldbeutel. In seinem Verließ hatte er sich auch ein bisschen was sparen können über das Jahr. Es würde nicht ewig reichen (wenn er darüber nachdachte, würde er sogar sehr sparen müssen, wenn es auch nur bis Silvester reichen sollte), aber immerhin musste er sich jetzt im Moment keine Sorgen darüber machen. Noch hatte er Zeit, sich wieder einen Job zu suchen. Er war es eh nicht gewohnt in Saus und Braus zu leben.
Remus stand auf. Anziehen brauchte er sich nicht, da er am Abend zuvor mit den Kleidern ins Bett gefallen war. So zückte er nur den Zauberstab und entknitterte sich ein bisschen. Als er noch kurz im Bad gewesen war, apparierte er in den tropfenden Kessel (wie er das apparieren hasste, aber für Flohpulver fehlte ihm einfach das Geld) und ging gleich weiter in die Winkelgasse, wo er sich mit dem Nötigsten eindeckte. Ein bisschen Brot, ein paar Kartoffeln, Reis, Nudeln. Er nutzte den vollen Geldbeutel, um seinen Vorratsschrank gründlich aufzufüllen. In der Apotheke nahm er sich noch eine Flasche Heiltrank mit. Nun hatte er noch genau 25 Sickel und drei Knut übrig.
Er war bereits zurück auf dem Weg zum Tropfenden Kessel, als er an der magischen Menagerie vorbeikam. Am liebsten hätte er sich eine Eule mitgenommen, aber das konnte er gleich vergessen. Eulen waren schlichtweg zu teuer. Seine alte (James, Sirius und Peter hatten sie ihm zum Geburtstag geschenkt) war leider schon vor Jahren gestorben.
Doch mit einer Eule hätte er zumindest Kontakt zur Außenwelt. Es würde sehr einsam werden in seinem Haus. Er vermisste bereits seine Schüler, selbst die Slytherins, von ganzem Herzen. Ganz zu schweigen von seinen Kollegen. Verflucht, er sah sich schon zu Hause sitzen und darauf hoffen, dass Snape vorbeikommen würde. So weit durfte er es nicht kommen lassen. Bei dem Gedanken schüttelte es ihn direkt.
Aber dennoch konnte er sich einfach keine neue
Eule leisten. ‚Hör auf zu träumen. Dein Geld muss noch
eine ganze Weile reichen.', rief er sich zur Raison. Doch dann
wider aller Vernunft, betrat Remus dennoch den Laden. Sehnsüchtig
ging er an den wunderschönen Eulen vorbei. Die Hexe hinter der
Theke beobachtete ihn misstrauisch.
„Was wollen Sie?",
fragte sie barsch.
Remus riss sich vom Anblick der Eulen los und
wandte sich der Hexe zu.
„Danke, ich sehe mich nur etwas um.",
erklärte er bemüht freundlich.
Die Hexe zog eine
Augenbraue hoch, erwiderte jedoch nichts mehr.
Er ging weiter hinten in den Laden vorbei an Springratten, Katzen, Kröten und zu seinem Erstaunen Taranteln. Er beugte sich tief über die Terrarien, um die achtbeinigen Tierchen kopfschüttelnd zu betrachten. In diesem Moment hörte er hinter sich ein empörtes Gackern. Erstaunt hob er den Kopf und drehte sich um. Belustigt hob er eine Augenbraue.
Da saß in der Abteilung für
magische Nutztiere zwischen all den anderen Tieren eine Henne in
ihrem Käfig und regte sich tierisch darüber auf, dass er
den Spinnen offensichtlich mehr Aufmerksamkeit schenkte als ihr.
„Was kann denn diese Henne?", fragte er die Hexe am Tresen.
„Nicht viel. Außer Krach machen. Das kann sie allerdings sehr
gut. Das einzig magische an ihr ist, dass sie im Gegenteil zu
normalen Hühnern nie aufhören wird zu legen und wirklich
jeden Tag ein Ei legt.", erklärte diese gelangweilt.
„Was
soll sie kosten?", fragte er kurzentschlossen.
„23 Sickel",
meinte die Hexe.
Remus schluckte und sah nochmals zurück zu
dem Huhn. Die Henne sah ihn mit großen bernsteinfarbenen Augen
an. ‚Immerhin ist sie nützlicher als eine Tarantel.', dachte
er sich. Jeden Tag ein frisches Ei war schließlich nicht zu
verachten.
Bevor er es sich noch anders überlegen
konnte, kaufte er kurzentschlossen das Huhn, das nun glücklich
und aufgeregt in seinem Käfig hin und her hüpfte und dabei
zufrieden gackerte.
Nun hatte er nur noch 2 Sickel und 3 Knuts
übrig. Dennoch war er mit seinem Einkauf zufrieden. Im
tropfenden Kessel angekommen, schickte er die Tüten schon einmal
vor und klemmte sich den Käfig fest unter den Arm. Dann
apparierte er zurück nach Hause.
Als er vor der Haustür erschien, dachte er zuerst im Wald einen Schatten gesehen zu haben. Er drehte sich schnell dorthin um, doch er konnte nichts erkennen. Dennoch hatte er eine Ahnung, was er da gerade gesehen hatte. Mit Sicherheit wollten die Leute vom Ministerium für die Kontrolle magischer Wesen wissen, was er jetzt wohl so treiben würde. Oder aber sie dachten, Snape sei Dank, dass er Sirius geholfen hatte. Egal wieso, er wurde jedenfalls wieder einmal beobachtet. Seufzend sagte er der Tür das Passwort, so dass sie sich aufschloss und ihn hineinließ.
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Schnuffel lag auf dem Boden und zuckte unruhig mit den Pfoten. Es war eindeutig zu sehen, dass er einen Alptraum hatte. Die Sonne war bereits am Untergehen, Seidenschnabel wurde immer unruhiger. Er mochte es nicht den ganzen Tag angebunden zu sein. Missmutig zog er immer wieder an dem Seil, mit dem er an einem Baum festgebunden war.
Eine winzige Eule, die gerade aus ihrem Schlaf erwacht war, fand dies offensichtlich sehr interessant. Sie überflog zuerst ein paar Mal die Lichtung. Dann setzte sie sich auf einem nahe gelegenen Baum auf einen Ast, von dem aus sie alles gut beobachten konnte. Irgendwann wurde es ihr jedoch zu langweilig, alles nur von weitem zu beobachten. Neugierig flog sie näher heran. Immer geringer wurde dabei der Abstand zwischen ihr und dem Hippogreif und dem schlafenden Hund.
Schließlich übertrieb sie es ein bisschen und kam Seidenschnabel zu nahe, der hungrig nach ihr schnappte. Die Winzeule schien dies jedoch für ein Spiel zu halten. Sie flog immer waghalsigere Manöver. Seidenschnabel schnappte wie wild nach der Eule, doch verfehlte sie jedes Mal knapp. Doch irgendwann war die kleine Eule das Spiel dann doch leid und flog zu dem zuckenden Hund hinüber.
Sie flatterte immer näher und näher, doch der Hund bewegte sich nicht. Die Eule sah enttäuscht aus. Endlich landete sie wagemutig auf dem Kopf des Hundes, der prompt empor schnellte. Die Eule flog schnell ein kleines Stück davon und hüpfte nun aufgeregt in sicherer Entfernung hin und her.
Schnuffel fuhr erschrocken aus dem Schlaf, als ihn etwas am Kopf berührte. Ruckartig bewegte er den Kopf in alle Richtungen, bis er endlich die winzige Eule bemerkte. Im ersten Moment verfluchte er den Vogel, weil er ihn geweckt hatte, doch als er sah, wie spät es bereits war, war er ihm sogar etwas dankbar. Vor allem als sein Blick zu Seidenschnabel hinüberging. Er bezweifelte, dass der Knoten und das Seil noch lange standgehalten hätten.
Seufzend stand er auf und begann sich nach Hundemanier zu strecken. Jedoch ließ er dies schnell lieber wieder bleiben. Ein Jaulen entfuhr ihm. Schnuffel ließ sich zurück auf den Boden sinken und wartete darauf, dass der Schmerz nachließ. Dabei lauschte er angestrengt, konnte aber wie am Abend zuvor nichts Verdächtiges wahrnehmen. Also verwandelte er sich zurück in einen Menschen.
Die winzige Eule fand das sehr aufregend. Neugierig hüpfte sie immer um den im Moos sitzenden Mann herum und kam ihm dabei immer näher. Sirius sah ihr lächelnd dabei zu. Er sah sich um und entdeckte hinter sich unter dem Busch ein paar Samen. Er sammelte diese ein und bot sie der Eule mit ausgestreckter flacher Hand an.
Die Eule ließ sich nicht lange bitten, hüpfte auf die Hand und fraß die Samen. Dann schuhute sie glücklich und zwickte Sirius in den Finger. Sirius verzog kurz das Gesicht. Die Eule konnte das doch nicht wirklich zärtlich gemeint haben? Amüsiert schüttelte er den Kopf und betrachtete sich die Eule in seiner Hand von neuem. So zutraulich wie sie war, konnte sie eigentlich keine wilde Eule sein.
Hatten Muggel auch Eulen als Haustiere? Von Katzen wusste er, dass sie auch bei Muggeln beliebt sind, aber bei Eulen war er sich da nicht sicher. Er hatte jedoch das Gefühl im Muggelkunde-Unterricht gehört zu haben, dass Eulen eher selten bei Muggeln zu Hause zu finden waren. Also konnte sie nur einem Zauberer gehören.
Alarmiert sprang Sirius auf. Diesmal ignorierte er den Schmerz in seinem Bein. Er konnte nicht hier bleiben. Die Eule hatte keinen Brief dabei. Vielleicht war das nächste Zaubererhaus ja nur ein paar Meter entfernt.
Sirius ging hinüber zu dem Hippogreif und verbeugte sich. Er sah dem Hippogreif dabei in die Augen ohne zu blinzeln. ‚Wie gut nur, dass Pflege magischer Geschöpfe immer mein Lieblingsfach gewesen ist.', dachte er ironisch. James und er hatten das Fach eigentlich nicht sonderlich gemocht, aber an Peters erste Begegnung mit einem Hippogreif konnte er sich noch sehr gut erinnern und dadurch auch daran, wie er es verhindern konnte von so einem Tier angegriffen zu werden.
Es kam ihm wie eine Ewigkeit vor, ehe Seidenschnabel
sich endlich dazu herabließ, sich ebenfalls zu verbeugen.
Erleichtert ging er zu dem Tier hinüber und machte es vom Baum
los. Der Hippogreif zog dabei wie wild an der Leine, was es nicht
gerade leicht machte, den Knoten zu lösen. Endlich hatte Sirius
es geschafft. Das Seil wurde ihm nun fast aus der Hand gerissen.
„Schon gut. Wir fliegen ja schon weiter. Einverstanden?",
redete er auf das Tier ein und schaffte es tatsächlich, es so zu
beruhigen, dass er schließlich aufsitzen und weiterfliegen
konnte.
Er hatte dabei nicht mehr auf die Eule geachtet. Er
hatte angenommen, dass sie das Interesse verloren hätte und nach
Hause geflogen wäre. Doch weit gefehlt, wie er nach nicht einmal
100 m feststellen musste. Die winzige Eule folgte ihnen und schuhute
dabei glücklich. Immer näher kam sie heran und flog um ihn
und den Hippogreifen herum. Sie dachte gar nicht daran umzukehren.
‚Verrückte Eule.', dachte Sirius schmunzelnd.
„Schon gut, du darfst ja mitkommen. Aber nur, solange dein Besitzer
sich nicht meldet. Verstanden?", rief er der Winzeule zu.
Die
Winzeule ließ sich schuhuend auf seiner Schulter nieder.
Sie flogen noch gut eine Stunde. Inzwischen war es dunkel geworden. Da tauchten am Horizont die Lichter einer Stadt auf. Sirius war hin und her gerissen. In einer Stadt fand man immer etwas zu Essen, das hatte er auf seiner Flucht schnell gelernt. Und nicht nur Ratten wie im verbotenen Wald gab es dort, sondern Mülleimer voller halb gegessener Brote, angebissenen Schokoriegeln, Schrebergärten mit Äpfeln und Tomaten. Sirius lief das Wasser im Mund zusammen. Sein Magen rumorte. Er wusste gar nicht, wann er zuletzt etwas zu Essen zwischen den Zähnen hatte. Auch Seidenschnabel war unruhig. Der Hippogreif hatte mit Sicherheit auch Hunger. Er musste es einfach riskieren. Sie flogen den Rand der Stadt an. Sirius spähte nach etwas grünem. Als er ein paar Bäume entdeckte, gingen sie tiefer und hatten tatsächlich Glück. Eine kleine Schrebergartensiedlung breitete sich unter ihnen aus.
Eine Stunde später ließen sie die Stadt wieder hinter sich. Doch nun hatte der Hippogreif ein paar Maulwürfe gefressen und Sirius hatte wirklich ein paar reife Tomaten und noch nicht ganz so reife, aber essbare Äpfel gefunden und (er hatte sein Glück kaum fassen können) Erdbeeren. Er hatte gar nicht mehr gewusst, wie die kleinen roten Früchte schmecken. Mit Andacht hatte er sich die erste in den Mund geschoben und genüsslich gekaut.
Doch nun waren sie auf dem Weg weiter in Richtung Süden. Erst einmal weg von Hogwarts. Wo er am Ende hinwollte, wusste er immer noch nicht, doch Süden war eine gute Richtung. Im Süden wurde es wärmer und sonniger. Und Dementoren hassten die Wärme und die Sonne. Beim Gedanken an diese Kreaturen bekam er eine Gänsehaut und es schüttelte ihn unwillkürlich. Schnell schob er den Gedanken an sie beiseite.
Er zwang sich stattdessen wieder an den Süden zu denken. An Sonne und Palmen. Und das Meer. Er war noch nie am Meer gewesen. Jedenfalls nicht an einem schönen warmen Meer mit einem schönen weißen Strand, an dem man liegen und Kokosmilch schlürfen konnte. Das einzige Meer, das er bisher kannte, war dieses eiskalte Meer, das Askaban umgab. Und wieder fröstelte es ihn.
Sirius schüttelte desillusioniert den Kopf. Askaban hatte ihn nach fast einem Jahr immer noch fest im Griff. Es war frustrierend. Ob er wohl je die Zeit dort würde vergessen können? Er bezweifelte es inzwischen. In diesem Moment zwickte ihn die Winzeule zärtlich ins Ohr. Zumindest hatte sie es wohl zärtlich gemeint. In diesem Moment war er das erste Mal so richtig dankbar, dass sie sich nicht abschütteln lassen hatte.
TBC
So, das war Kapitel 2. Wenn's gefallen hat, da unten
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Wenn nicht, ebenfalls da unten
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interessiert.
Liebe Grüße,
Pemaroth
PS: Hühner als Haustiere kann ich nur jedem empfehlen. Ich hab auch 3 Stück davon im Garten rumgackern. gg
