Unseren Edward habt ihr letztens schon kennengelernt und deswegen darf ich euch nun verkünden, dass wir Bella in diesem Kapitel sicher kennenlernen =)

Danke an meine Beta: Emmetts-Baby!
jetzt wünsche ich euch viel Spaß!

Kapitel 2

Krankenhausbegegnung - Soll das ein Witz sein, Kleine?

Edward POV

Meine Bauchmuskeln krampften sich ein wenig zusammen, als der letzte Ton erklang und die Anstrengung ließ den Schweiß meinen Rücken hinunter laufen. Auch wenn ich es hasste so früh einen Auftritt zu haben, nahm ich das was wir bekommen konnten. Nichts sollte uns vorgeworfen werden können, wenn wir es nicht an die Spitze der Charts schaffen würden. Ich wollte alles geben, alles was ich hatte. Dafür würde ich sogar mein letztes Hemd verkaufen.

Die wenigen Leute hier um 18 Uhr abends, waren mehr als wir in den letzten zwei Wochen hatten. Sie waren hier um die Band zu hören, die heute Abend erst auftreten würde, wenn wir gegangen waren. Auch wenn das meinen Stolz ein wenig verletzte, zeigte ich ihnen, was sie verpasst hätten, wenn sie nicht gekommen wären!
Mein Mikrofonständer fiel krachend zu Boden, als ich einige Schritte zurück taumelte und mir durchs Haar fuhr. Langsam sah ich einmal durch die Reihen und versuchte mir vorzustellen was für abgefuckte Menschen das wohl sein mussten, wenn sie mitten der Woche bis nachts hier hockten.

„Komm schon du Idiot! Sonst werfen sie Tomaten nach uns!" , Jake schnappte sich meinen Arm und zog mich die Treppe herunter, als das Licht auf der Bühne ausging. Ich versuchte zu Atem zu kommen und folgte den anderen in die Umkleide.
„Das war mal wieder heiß, Leute!" , Jasper griff nach der Wasserflasche und stürzte diese hinab. „Jetzt hätte ich gern ein Bier."
„Geil?" , James brummte und band sich seine Haare wieder zusammen, nachdem er sich sein Oberteil vom Körper gerissen hatte. „Die haben nur darauf gewartet dass wir wieder verschwinden!"
„Rede doch nicht solch eine Scheiße!" , Emmett war wütend, das sah ich ihm an.
„Beruhigt euch und haltet die Klappe, ihr nervt mich!" , frustriert über die Situation schmiss ich meine Tasche zu Boden. Jeder von ihnen wollte mehr als nur das hier.

Ohne Vorwarnung wurde die Tür aufgerissen. Ein Mitarbeiter des Pubs stand im Rahmen und musterte uns eindringlich. Ich wusste was kommen würde und verzog den Mund als ich ihm den Rücken zudrehte. Gedankenverloren fuhr ich mir über meine tätowierten Arme und fragte mich, ob ich es einmal riskieren konnte diesen Deppen, der jedes Mal hier auftauchte wenn wir spielten, zu verprügeln. „Ihr müsst in zehn Minuten raus sein, die…"

„Verstanden! Verschwinde du Wichser!" , mit voller Wucht schmiss ich meine Wasserflasche nach ihm, doch er schaffte es noch gerade rechtzeitig die Tür vor seiner Nase zuzuziehen.
„Du hast ein echtes Problem mit deiner Aggressivität." , Jake grinste so breit, dass ich schnaubte.
„Sagt der , der gestern das Maul des Türstehers poliert hat." , schnell griff ich nach meiner Jacke. „Und wenn wir hier nicht raus sind, werde ich die Szene von gestern gerne noch Mal wiederholen und dann ist es sicher, dass wir hier nie wieder spielen dürfen."

„Und du ins Kittchen wanderst, Eddie!" , Emmett schüttelte den Kopf und schnell verließen wir das Gebäude. Manchmal fragte ich mich, wie es sich wohl anfühlen würde, wenn man so richtig schlecht war. Wenn man das tun und lassen konnte, was man wollte ohne dafür bestraft zu werden. Ich wartete nur auf den Tag an dem ich mein Hotelzimmer verwüsten, in die Lobby pinkeln und dann einfach verschwinden konnte, weil der Schaden einfach mit meinem Geld und einem großzügigen Bonus bezahlt wurde.

Draußen würde es bald warm werden, stellte ich fest, als ich sah, dass die Bäume sich im Wind bewegten. „Wohin jetzt?", wollte James wissen und blickte sich um.
„Wir gehen denke ich und du Ed? Ins Krankenhaus?" , Jasper lachte so laut, dass ich ihm am liebsten eine rein gehauen hätte. Doch ich beherrschte mich. Er konnte nichts für den Druck der in mir herrschte also zündete ich mir eine Zigarette an und freute mich über die Tatsache, dass die giftigen Inhalte mir meine Kehle zerfressen würden.
„Ah hier seid ihr." , Rose kam gerade um die Ecke und sah erfreut aus, als sie uns sah.

„Pass auf Baby, sonst fliegst du noch in diesen tödlichen Dingern an deinen Füßen um und triffst vielleicht jemand ."
„Keine Sorge. Das einzige was ich treffen würde sind deine Eier. Meine High Heels finden selbst das kleinste Ziel!" , sie warf ihr Haar zurück und brachte uns zum lachen. Emmetts Hand verschwand in der Hosentasche als versuchte er seine Bälle zu schützen. Genüsslich zog ich an meiner Zigarette und beobachtete die Glut, die sich den Weg zu meiner Hand kämpfte. Einen Weg, den sie nie schaffen würde.

„Ihr wart gut, heute Abend." , sie lächelte und hielt mir eine Karte hin. „Das hier Jungs, das ist die Visitenkarten eines sehr beeindruckten Mannes, der euch gerne in seiner großen Lagerhalle auftreten lassen will!" , sie klatschte in die Hände.
„Lagerhalle?" , Jake runzelte die Stirn.
Rose boxte ihn gegen den Arm. „Ich werde euch die Internetseite schicken und dann werden wir noch einmal darüber reden!" , sie schnaubte empört und ich sah mir die Karte an.
„Das sieht aus, als wäre er ein stinkreicher arroganter Schnösel." , angewidert verzog ich die Lippen.

„Und du kannst nicht wählerisch sein. Vielleicht ist er das, na und? Du musst nur für ihn spielen." , sie hatte recht, also packte ich die Karte ein. „Und jetzt packt euer Zeug zusammen!" , sie schnappte sich ihre Autoschlüssel und ich sah, wie Emmett ihr hinterher lief. Ich war mir fast sicher, dass etwas zwischen diesen beiden lief. Meiner Meinung nach fickte er sie aber so richtig und gerade eben verschwanden sie gemeinsam wieder um die Ecke.

Gedankenverloren lief ich diesen sterilen Gang entlang. Es wurde dunkel, das merkte man sofort an den Lichtern des Krankenhauses. Sie machten einen noch kränker als man sowieso schon war. Würde ich nur einmal länger als eine Nacht hier drinnen verbringen müssen, würde ich jeden kurz und klein schlagen.
Eine Frau blieb mitten im Gang stehen als sie mich sah. Langsam ließ sie ihren Blumenstrauß sinken. Es schien, als würde sie nur warten, dass ich ihr entgegen kam. Als ich näher kam, sah ich die Falten in ihrem Gesicht.

„Hey, Sie!" , langsam sah ich zu ihr auf und die schwarzhaarige Frau hatte wirklich auf mich gewartet. Ich brachte ein Lächeln zu standen und zog die Augenbrauen empor, als ihre Stimme im Gang verklang. „Können Sie singen?" , mit der Frage hatte ich nicht gerechnet und stockte. „Meine Frage war, ob Sie singen können?!" , sie sprach ein wenig energischer.
„Warum sonst sollte ich mit meiner Gitarre durch die Gegend laufen, Zicke!" , ich schnaubte und schüttelte den Kopf. Sie wurde ein wenig rot und verzog wütend das Gesicht.
„Du bist bestimmt so ein Knacki, der seine Sozialstunden hier abbauen muss! Komm und sing hier drinnen. Meine Mutter liegt hier schon viel zu lange und bräuchte ein wenig Unterhaltung!"
Langsam drehte ich mich zu ihr und hang mir meine Gitarre um. Langsam steckte ich mir eine Zigarette zwischen die Lippen. „Ich würde lieber dabei zusehen, wie die Alte darin verreckt statt für sie zu singen und Ihnen einen Gefallen damit zu machen! Schönen Tag noch! Und außerdem…ich hab Pause." , ich hörte sie nach Luft schnappen, doch bevor sie etwas sagen konnte, war ich weg.

Ich war froh aus dieser Station draußen zu sein. Hier lagen die wehleidigen Schwachen herum. Gebrochene Gliedmaßen, Blinddarmoperationen und weinende Menschen, die eigentlich mit Schmerzmittel vollgepumpt waren und einfach nur Mitleid wollten. Das schlimmste daran war die Tatsache, dass jeder für den ich sang nach dem Namen der Band fragte. Sie kannten uns nicht und sie würden sich auch, nachdem ich ihnen den Namen genannt hätte, nicht für uns interessieren. Gedankenverloren blickte ich auf die Uhr. „Ah da bist du ja." , Rose kam langsam den Gang entlang. Vor mir blieb sie stehen und zog mir meine Zigarette aus dem Mund.
„Wenn du mir nicht sagen willst, dass ich endlich nach Hause kann, kannst du dich verpissen!"
„Pass auf was du sagst. Deine Eier stehen unter meinem Vertrag! Sei ein wenig freundlicher. Du machst die Leute noch kränker."

„Siehst du nicht, dass ich mich bemühe?" , genervt verdrehte ich die Augen.
„Vielleicht sollten wir einige Stellen an deinem Körper bedecken. Es kann sein, dass die Leute hier Angst vor deinen Tattoos haben. Und ich kann sie verstehen."
„Rose was willst du?" , genervt sah ich sie an.
„Ich war gerade hier, hab essen ausgeteilt und meine Zeit mit den Patienten verbracht. Weißt du, ich bin kein so großes Schwein wie du und mach das hier freiwillig.", gab sie offen zu. Dafür bewunderte ich sie. Sie war gut, ich ein Drecksschwein. „Keine Sorge, ich verfolge dich nicht. Aber ich hab gedacht, ich bring dich zu deiner nächsten Station, das ist wohl besser so." , sie wurde immer leiser und diesmal fiel mir auch auf, dass sie nicht in ihrem schicken Kostüm hier war, sondern in T-Shirt und Jeans. Langsam folgte ich ihr und versuchte die Müdigkeit zu unterdrücken, die sich langsam hinauf schlich.

„Wann bekommen wir den nächsten Scheck?" , Rose lief schweigend weiter. Sie musste sich die Frage viel zu oft anhören, doch sie brachte Verständnis auf.
„Dann wenn wir genügend Geld zusammen und alles bezahlt haben. Jetzt ist einiges schwieriger, da du nicht jederzeit zur Verfügung stehst. Du musst dich noch ein wenig gedulden." , ich fluchte leise und schloss die Augen. Schweigend liefen wir weiter.
„Wo sind wir hier?" , ich flüsterte schon fast, weil hier eine eisige Stille herrschte. Es war leer und leise, echt beängstigend. Rose lief weiter und ich folgte ihr.
„Das ist ein Ort Edward, an dem niemand gerne freiwillig ist." , doch wir waren beide hier und nur einer von beiden freiwillig. Doch das brauchte ich ihr nicht unter die Nase zu reiben. Der Gang war lang und wirkte endlos. Der Geruch der mir in die Nase stieg war kein angenehmer.

Als Rose stehen blieb wäre ich beinahe gegen sie gestoßen. „Schau.", bat sie mich leise und ich sah auf. Vor mir lag eine Glaswand. Dahinter stand ein Bett mit einem Mann darin, der mit unzähligen Schläuchen bedeckt war. Doch das schlimmste war sein Aussehen. Sein Kopf war kahl und seine Haut weiß. So eine Farbe hatte ich an einem Menschen noch nie gesehen. Er war dünn. Seine Handgelenke wirkten zerbrechlich und seine Wangen waren eingefallen.
„Er schläft?"

„Er liegt im Koma. Schon eine sehr lange Weile, deswegen haben sie ihn wieder hier her verlegt." , Rose Stimme war leise. Noch eine Weile betrachtete ich den Mann, der leblos in seinem Bett lag. „Du solltest jetzt weiter machen, ich geh nach Hause."
„Hier?" , heftig runzelte ich die Stirn. „Verdammte Scheiße wirklich hier?"
„Halt die Klappe Edward und mach einfach." , sie wandte sich ab und ging, während sie mich hier einfach zurück ließ. Ich brauchte ganz dringen einen Fick, stellte ich fest. Das stresste mich hier viel zu sehr.

Genervt ging ich zur nächsten Tür und wünschte mir, dass die Zeit schneller vergehen würde. Für komatiöse Patienten zu singen, war nicht gerade mein Traum. Mit ein wenig Anstand klopfte ich leise an der nächsten Tür, wartete jedoch nicht, bis jemand etwas sagte. Als ich die Tür jedoch aufdrückte, blieb ich einen Moment erschrocken stehen und fragte mich, ob ich mich verirrt hatte. Vor mir saß eine braunhaarige Frau, die mich neugierig musterte. Ihre braunen Augen schienen nur darauf zu warten, dass ich etwas sagte. Leise schloss ich die Tür hinter mir und runzelte die Stirn. Langsam fuhr sie sich mit ihren schmalen grazilen Fingern eine Haarsträhne aus dem Gesicht. Ihr Gesicht wirkte schmal, fast schon zierlich, doch ihr üppiger gerundeter Mund sagte etwas völlig anderes.

„Ähm…Hallo?" , ihre Stimme war ungewohnt weich.
„Wo ist der Patient?" , am liebsten hätte ich mir jetzt gern in den Schritt gegriffen um zu schauen ob mein Schwanz noch da war. Cullen das sollten deine ersten Worte gewesen sein? Da saß ein heißes Mädchen und was machte ich? Etwas verwirrt sah ich mich um. Doch das Bad stand weit offen und das Bett war ungemacht.
Mein Blick schnellte wieder zu ihr und ich sah, wie sie sich versteifte. Einen Moment schien sie durchzuatmen. Langsam zog sie ihr langärmliges Shirt über ihre Hände, als wäre sie nervös.

„Er ist…er kommt gleich. Er ist bei einer Untersuchung."
Langsam nickte ich und sah sie aufmerksam an. Ihre braunen Augen ließen mich keinen Moment aus den Augen. „Gut, dann warte ich hier."
„Was? Du kannst doch nicht...doch du kannst.", stöhnte sie, als ich mich ihr gegenüber setzte und grinste. „Was machst du da?" , jetzt wirkte sie ein wenig verärgert. Aus der Nähe, war sie sogar noch hübscher. Ihre Taille war schmal und die Beine lang, soweit ich sie in dieser engen Jeans sehen konnte. Ich wurde etwas abgelenkt, fing mich aber gleich wieder. Dieses Mädchen wäre perfekt unter mir.

„Reg dich ab, Kleine." , ich stellte vorsichtig meine Gitarre ab und lehnte mich entspannt nach hinten. Doch die Frau vor mir verschränkte nur die Arme vor der Brust. „Ich bin hier zum singen." , seufzend strich ich mir über mein Kinn und versuchte sie einzuschätzen. Sie wirkte auf mich eher schüchtern und doch brachte sie den Mund auf. „Ich hab schon für viele Patienten gesungen, aber es ist mir noch nie passiert dass er nicht…"
„Hör zu. Von mir aus warte hier aber rede nicht mit mir, verstanden?" , sie kniff die Lippen zusammen und schüttelte den Kopf.

„Du bist zickig.", warf ich ihr gnadenlos an den Kopf. „Und verdammt scheiße unhöflich."
„Ich will einfach nur lesen. Und du bist derjenige, der sich selbst eingeladen hat!" , empört schnappte sie sich ihr Buch und vergrub ihre Nase wieder darin. Mein Blick wanderte zu ihren schlangen Fingern mit den schwarz lackierten Fingernägeln. Das gefiel mir und sofort leckte ich mir über die Lippen.

„Wie heißt du?" , gedankenverloren stützte ich meinen Kopf auf meiner Hand ab und sah die Frau vor mir weiter an.
Langsam ließ sie das Buch sinken und sah mich an, als würde sie verwundert sein, dass ich sie angesprochen hätte.
„Wie ist dein Name?" herausfordernd sah sie mich an. Fluchend schüttelte ich den Kopf. Ich sah wie ihr Blick sich auf meine Gitarre heftete. „Und du kannst wirklich spielen?" , empört sah ich sie an. Es war wie, als wäre sie nicht wirklich an meinem Namen interessiert.
„Soll das ein Witz sein, Kleine? Wieso sonst sollte ich mit so einem beschissenen Stück Holz herumlaufen?" , gelangweilt schob ich die Gitarre an die richtige Stelle und griff ein Em. Lange sah ich ihr in die Augen, bevor ich die Seiten erklingen ließ. Heftig zuckten wir beide zusammen. „So eine verfickte Scheiße!" , ich sah meine Gitarre an und hätte sie am liebsten auf den Boden gedonnert. Sie musste sich verstimmt haben, als ich vorhin hängen geblieben war.

Plötzlich hielt ich inne und blickte auf. Keine Sekunde später fing das Mädchen vor mir an zu lachen. Sie wischte sich theatralisch die Tränen von den Wangen und schüttelte den Kopf. „Bevor dich eine Band aufnimmt, musst du aber noch üben!" , sie schnappte nach Luft und lachte noch einmal.
„Hey!" , ich fletschte die Zähne. Sie wusste nichts über mich, wie konnte sie da urteilen? „Wenn du…." , bevor ich weiter sprechen konnte, ging die Tür auf.

„Ich wusste doch, dass das deine Gitarre war, Eddie." , Rose wirkte nicht gerade begeistert. Am liebsten hätte ich sie geschüttelt, damit ihre blonden Haare, ihr Gehirn nicht mehr beeinträchtigten. Ohne mich könnte sie nicht weiter machen. Plötzlich weiteten sich ihre Augen. „Ah Bella! Geht es dir gut?" , Rose schloss die Tür hinter sich und brachte mich dazu die Stirn zu runzeln. Es war ein Schock, dass sie die Frau vor mir kannte und ließ mich schlucken.

Was suchte Rose hier? Sie hatte doch gesagt, sie würde heim gehen. Lässig streckte ich meine Beine von mir und sah zu dem Mädchen, dass vor lauter Lachen rote Backen bekommen hatte. Sie hieß Bella, schoss es mir durch den Kopf und sah sie ein wenig mit anderen Augen. Der Name passte zu ihr, musste ich zugeben. Als sie Rose sah, erstarrte sie kurz, bevor sie lächelte.
„Ah Rose. Danke…gut."
„Warte mal." , irritiert richtete ich mich auf. „Woher kennst du sie?" , meine Worte richteten sich an Rose.
„Mein Vater wird gleich kommen.", warf Bella schnell ein. Sie sah Rose an und erhob sich. Sie hatte einen verdammt leckeren Arsch, musste ich feststellen. „Rose und ich arbeiten ab und zu hier." , kurz wechselten die beiden ein paar Worte während ich mich aufrichtete und meine Gitarre überwarf. Die musste ich eindeutig erst wieder stimmen bevor es weiter ging.

„Wir sollten jetzt besser gehen." , Rose wandte sich zu mir.
„Ich hab noch nicht gesungen." , es war seltsam, dass ich mich nicht dagegen wehrte und schüttelte mich. „Der Patient ist weg, verdammt! Jetzt soll ich schon singen und dann hört mir niemand zu?"
„Spiel keine Heulsuse und such deinen Schwanz, bevor du anfängst zu heulen!"
„Was soll das du Hure? Schau mal zu Boden, da baumelt er aus meinem Hosenbein, ich brauch nichts zu suchen!" , ich grinste selbstgefällig. Bella wandte sich ab und wedelte mit der Hand, als würde sie das nicht hören wollen. Ich sah ihr rotes Gesicht und grinste innerlich. Große Klappe und schüchtern, so wie ich es vermutet hatte.
Plötzlich wurde die Tür aufgerissen. Wir zuckten alle wie verdammte Pussys zusammen. „Dad!", stöhnte Bella und fasste sich ans Herz.

Rose schien es plötzlich eilig zu haben und zog mich aus dem Zimmer. Der hochgewachsene Mann, sah mich durch seine braunen Augen an. Er wirkte bedrohlich, als würde es ihm nicht passen, dass wir hier waren. Sofort kam das Gefühl auf , ich müsste mich größer machen wie er. Rose verhinderte dies, indem sie mich weiter zog. Ich sah noch einmal zu dem Mädchen, das Bella hieß und schürzte die Lippen. Auch sie schenkte mir einen Moment ihren Blick.
Bevor sich die Tür schloss runzelte ich die Stirn. „Gute Besserung, Sir." , überrascht zog der Mann die Augenbrauen empor und nickte dann leicht.

„Komischer Spinner." , ich schüttelte nur den Kopf und frage mich, was der Pisser wohl mit uns gemacht hätte, wenn wir da geblieben wären.
„Er ist immer so, wenn ich ihn hier drinnen sehe. Er ist einfach nur besorgt." , Rose schwieg wieder und schloss einen Moment die Augen. Ich schnaubte und versuchte den beißenden Gestank nach Tod zu ignorieren. Das Mädchen war interessant und höllisch sexy gewesen. „Hast du mich gehört Edward? Du musst dich morgen mehr anstrengen." , Rose sah mich genervt an, doch ich ignorierte sie einfach.
„Was suchst du überhaupt hier? Tauchst du hier auf um mich zu nerven?" , wir nahmen die Treppe, weil der Aufzug zu lange brauchte und ich wollte nicht riskieren, dass ich mit jemanden darin stand, der mich mit irgendetwas anstecken könnte. Ein betretendes Schweigen machte sich zwischen uns breit, als wir in Richtung Ausgang liefen.

Ich brauchte nicht auf die Uhr zu schauen. Ich wusste, dass ich noch mindestens eine Stunde hatte, doch das würde niemanden auffallen und Rose sage auch nichts, also warum sonst sollte es mich interessieren. „Also…warum bist du wieder zurück gekommen? Du wolltest nach Hause fahren."
Draußen herrschte angenehme Luft. Rose lehnte lässig an ihr Auto und sah mich an. „Ich wollte auch gehen und hab dann einen Anruf bekommen." , ihr Blick war forschend. „Der Herr hat mich angerufen, der mit dem Konzert in der Lagerhalle." , angepisst verzog ich den Mund, weil sie das so in die Länge zog. „Er ist sehr interessiert und sieht die Möglichkeit euch als Hauptact zu buchen."
„Was?" , mein Herz stoppte für eine Sekunde, als mir ihre Worte durch Mark und Bein gingen. Automatisch tastete ich nach meinen Zigaretten.
„Er klang sehr interessiert und schnitt an, dass ihr die Bühnenzeit am Abend bekommen könntet." Ihr Grinsen wirkte so breit als wollte sie mir sagen, dass sie das schon immer geahnt hatte. Das alles hörte sich gut , aber auch unsicher an. Der Typ hatte sich noch nicht sicher entschieden.

„Wow…ich…" , tief atmete ich durch. „Was ist das für eine krasse Scheiße!" , ich umschlang Rose und drehte sie einmal.
„Mach mal langsam! Es dauert noch eine Weile bis zu dem Event, er ist sich selbst noch nicht sicher. Wer weiß, vielleicht ändert er ja wieder seine Meinung.", lachte sie laut und schlug mir gegen die Schulter.
Kopfschüttelnd fuhr ich mir durch die Haare. „Ich kann es nicht glauben. Wieso sollte er so etwas tun? Ich meine als Voract, kann ich mir das durchaus vorstellen aber das der Idiot uns als Hauptact will ist totale Scheiße."

„Wieso Edward? Ihr seid gut, richtig gut! Er hat euch spielen hören und er will euch. Er ist einer derjenigen, der durch die Szene zieht und sich unbekannte Talente herauspickt um sie dann in seiner riesigen Halle spielen lässt, die zurzeit der Hit ist."
„Wenn ich das den Anderen erzähle." , tief atmete ich durch und brauchte dringend eine Zigarette. Beruhigend zog ich daran und stieß den Rauch in die Luft. „Und deswegen bist du hergekommen? Um einem Arsch wie mir diese gute Neuigkeit zu berichten?"

„Nicht ganz." , langsam griff sie in ihre Tasche und zog einen Briefumschlag heraus. „Hier ist ein Scheck drin, Edward. Es wurde schon im Voraus bezahlt und ich kann es dir geben. Ich weiß wie sehr du es brauchst." , einen Moment fühlte ich mich wie ein verdammter Loser. Doch dann begriff ich, dass Rose sich den Arsch dafür aufgerissen hatte.
„Danke.", brachte ich heraus und nahm ihr den Umschlag ab.
„Das hört man nicht sehr oft von dir." , ihre Stimme klang jetzt viel lockerer und unbeschwerter, als wäre sie eine furchtbare Last losgeworden.

„Das Leben ist beschissen, was erwartest du?" , schnell steckte ich mir das Papier in die Hosentasche und sah sie an. „Das weißt du ganz genau." , Rose senkte ein wenig den Blick und nickte. Gedankenverloren zog ich an meiner Zigarette und sah in den Himmel. Das Leben konnte mehr als nur unfair sein.
„Ich mach mich auf den Weg, wenn ich meine Schwester noch zu Gesicht bekommen will." , Rose nickte nach meinen Worten und griff nach der Autotür.

„Wenn du den Gig machen willst, Edward. Dann musst du die Stunden hier fertig bringen. Es sind nicht mehr viele, mach was draus." , ich nickte ihr zu und wusste, dass ihre Ratschläge nichts bringen würden. Ich war ein Typ der unberechenbar war. Ich konnte mich jetzt noch für irgendein Scheiß begeistern und mein Leben dafür hergeben und im nächsten Augenblick kackte ich darauf und zerstör es. Das einzige was für immer in meinem Leben bleiben würde, war die Musik. Sie würde immer da sein und sie würde von niemand ersetzt oder vertrieben werden. Ich würde jeden umbringen und sterben lassen, um meine Musik behalten zu können.

„Ich weiß das ihr da seid, macht die beschissene Tür auf!" , heftig klopfte ich an der Tür von Jaspers Wohnung. Lautes Gekicher war dahinter zu hören und ließ mich frustriert aufstöhnen. Die Haustüre würde aufgerissen und ich starrte in Alice grüne Augen. Man sah unverkennbar, dass sie meine Schwester war. „Was war so wichtig, dass ihr mich warten habt lassen?" , ich drückte mich an ihr vorbei und schüttelte den Kopf.
„Jasper ist sich gerade anziehen."

„Verstehe." , ich wollte nicht wirklich darüber Bescheid wissen. Schon allein dass er mit meiner Schwester zusammen war, war für mich zu Anfang ein rotes Tuch gewesen.
„Schön dich zu sehen, Edward!" , Alice hüpfte vor mich und schlang ihre Arme um meinen Oberkörper. Augenverdrehend umschlang ich sie und drückte sie gleich wieder weg. „Der Gleiche wie eh und je. Magst du was trinken?"

„Bier." , sie reichte mir eines und musterte mich lange. Ihr schwarzes Haar war zerzaust und ich fragte mich, wie es passieren konnte, dass sie solch eine Haarfarbe hatte, die sich noch nicht einmal annähernd mit Moms oder mit Dads ähnelnde. Doch ich wusste, dass Grandma rabenschwarzes Haar hatte, also sollte es mich nicht wundern, wahrscheinlich half sie auch nach. Alice setzte sich zu mir auf die Couch und legte ihre Füße auf den kleinen Tisch vor uns.

Ich sah sie von der Seite an und seufzte tief. „Wie geht es Mom und Dad?" , Alice stockte und senkte den Blick. Sie wohnte noch daheim und ich wusste, dass wenn ihr das Studium und unsere Eltern ihr aufs Dach stiegen, sie meistens zu Jasper ging. Also war sie ebenfalls sehr selten daheim. Sie studierte nicht nur Modedesign, sondern arbeitete nebenbei noch in einer Boutique um sich alles finanzieren zu können.
„Wie schon Edward.", meinte sie spöttisch. „So wie immer." , gedankenverloren sah sie auf ihre Hände. Es war wohl auch bei ihr ein harter Tag gewesen, denn man kannte sie normalerweise aufgeweckt und meistens konnte sie kaum still sitzen.

Als Alice ihren Kopf an meine Schulter lehnte, versteifte ich mich kurz, doch ließ sie. Ich mochte solchen Körperkontakt gar nicht, doch bei Alice war das etwas anderes. Ich mochte es nicht an die Zeit zurück zu denken. Auch Alice schien wohl den gleichen Gedanken zu haben, denn sie lüpfte mein T-Shirt an und ich ließ sie gewähren. Gedankenverloren starrte sie auf die Haut, am Bund meiner Hose, am Gürtel, in der Nähe der Hosentasche, dort an die Stelle, an der eine schwarze Sichel heraustrat. Sie schürzte die Lippen und ich zog mein Shirt wieder herunter.

„Wenn ich dich nicht kennen würde, würde ich ziemliche Angst vor dir haben." , Alice schüttelte den Kopf und strich über meinen tätowierten Arm. Als wir Jasper hörten, sprang Alice auf. Sofort legte sie ihren Arm um ihren Freund und küsste ihn, bevor sie verschwand.
„Hey, man." , Jasper schlug bei mir ein und ließ sich aufs Sofa nieder. "Was ist los?"
"Der Typ mit der riesigen Halle hat sich gemeldet. Er will uns wahrscheinlich haben."
"Ehrlich?" , ich nickte und grinste breit. Er schüttelte ungläubig den Kopf und holte sich ein Bier. „Das ist….das kann ein Anfang sein Edward."
„Ich weiß." , gedankenverloren legte ich den Kopf in den Nacken und sah zur Decke, bevor ich einen Schluck nahm. „Bei nächster Gelegenheit feiern wir. So richtig."

„Du feierst richtig. Wenn ich ein Weib knalle, dann knallt mir Alice was anderes!" Er lachte als würde ihn das amüsieren und lehnte sich ebenfalls zurück. „Edward, dass kann der Anfang von allem sein."
„Wenn der Typ wirklich so gut ist wie man sagt, dann ist das schon mal ein Anfang."
„Ich hab mir die Leute angesehen, die er spielen lässt. Das sind einige große Nummern, nicht vergleichbar mit uns." , Jasper wirkte fast so, als würde er Ehrfurcht empfinden, also schnaubte ich nur.
„Dann sollten wir uns geehrt fühlen." , ich zuckte mit den Schultern. Ich hatte so richtig Bock auf dieses Konzert. Doch dazu musste ich erst einmal diese Stunden so schnell wie möglich abbauen, dieser Mann zusagen und wir uns richtig ins Zeug legen.

„Ein Anfang, so was abgefucktes.", flüsterte ich und gönnte mir einen Moment in dem ich einfach meine Augen schloss und mir vorstellte, was uns alles danach ermöglicht werden könnte.

Das 2. Kapitel ist vorbei und die beiden haben sich kennengelernt! Na was für ein Start :D Aber Edwards Interesse hat sie auf jeden Fall eingefangen!
Was haltet ihr von unseren kleinen Bella, die so einsam und allein im Krankenzimmer sitzt und auf ihren Vater wartet? Sicher ist, dass sich die beiden wieder begegnen werden!

Das nächste Mal…natürlich werden die beiden sich wieder begegnen und Bella eilt dem verzweifelten Edward zur Hilfe! Doch dieser kann sie auch danach nicht in Ruhe lassen und das gefällt ihr zu Anfang gar nicht. Und lieber Edward…was haben deine Gedanken am Schluss bitte zu bedeuten?

Eure Susu