Nochmal vielen Dank an alle, die mir bis jetzt gereviewt haben:) Ihr seit echt eine gute Motivation und ich hab so schnell weitergeschriebn, wie ich konnte.
Have fun
Möglichkeiten
„Nimm deine abartigen Drecksfinger von mir du billige Schlampe!", schrie Ginny mit schriller Stimme und Pansy fiel vor Schreck vom Sofa. Da saß sie nun zu Ginnys Füßen und starrte sie mit offenem Mund und großen Augen an.
„Aber . . . Aber Draco-Schatz. Was hast du denn?"
Scheiße. Stimmt ja, sie war Draco Malfoy. Egal. Jetzt war ihre Gelegenheit sich für die ganzen Gemeinheiten zu rächen, die er ihr in den letzten Jahren angetan hatte. Außerdem musste sie irgendetwas sagen, um den Brechreiz zu mindern, der sich bei Pansys Berührung in ihrem Magen ausgebreitet hatte.
„Nenn mich gefälligst nicht Schatz! Und fass' mich auch nie wieder an! Oh Mann, ich muss hier raus." Den letzten Satz sagte sie zu sich selbst, als sie völlig registriert hatte, dass sie in einem Raum voller Slytherins war, die sie anguckten, wie einen Pudel mit neon-grünem Iro. Im Eiltempo floh sie aus diesem Raum und stand nun in einem kalten, feuchten Gang in den Kerkern. Na toll! Wie kam sie jetzt hier raus? Sie war noch nie in dieser Gegend des Schlosses gewesen und hatte beim besten Willen kein Verständnis dafür, dass jemand hier unten einen Gemeinschaftsraum eingerichtet hatte.
Waren das da Schüler? Ja, waren es. Slytherins – noch mehr davon. Sie mussten zum Abendessen gehen, wenn Ginny sich nicht täuschte, dann war jetzt Zeit dafür. Sie folgte der kleinen Gruppe unauffällig bis zur Eingangshalle und machte sich dann auf in den Gryffindorturm. Essen konnte sie jetzt sowieso nichts, denn in diesem Körper hätte sie sich an den Slytherintisch setzen müssen und das kam ja mal gar nicht in Frage. Einfach zum Gryffindortisch gehen, war eine noch blödere Idee, das hätte sie wohl nicht überlebt.
Also ging sie einfach instinktiv zu ihrem Gemeinschaftsraum und bis sie dort war, war sie wahrscheinlich wieder sie selbst. Wie Malfoy dann zurück kam und wie er dann seine komischen Angelegenheiten dort regelte, war ihr erst mal ziemlich egal. Allerdings wusste sie auch nicht, wo er sich mit ihrem Körper gerade herumtrieb.
Also lief Ginny einfach ganz langsam und gemächlich vor sich hin, bis schließlich wieder die Glocken dreiviertel läuteten.
Nein! Sie war jetzt nicht in den Kerkern! Warum geht dieser Idiot im Körper einer Gryffindor in die Kerker? Jetzt durfte sie den ganzen Weg nochmal gehen! Und in einer viertel Stunde war sie schon wieder er. So konnte man auch seinen Tag verbringen. Wenigstens wusste sie jetzt ungefähr, wo sie lang musste.
Das durfte doch jetzt nicht wahr sein! Draco schlug sich mit der flachen Hand gegen den Kopf. Die dämliche Weasley-Tussi war doch ernsthaft in seinem Körper in den Gryffindorturm gegangen! Wie blöd ist die eigentlich? Er war gerade in den Kerkern unten angekommen, jetzt musste er nochmal zurück! Am besten diesmal rannte er, dann hatte er wenigstens ein bisschen Zeit um in Ruhe ein paar Sachen in seinem eigenen Ich zu erledigen.
Ginny entschloss sich zu rennen. Sie musste mit Hermine reden. Sie wusste bestimmt, was zu tun ist und war auch nicht so blöd, es gleich jedem zu erzählen.
Als nach ein paar hundert Metern um eine Ecke bog krachte sie plötzlich mit voller Wucht in irgendetwas rein und fiel zu Boden. Sie öffnete die Augen, schloss sie wieder und öffnete sie dann nochmal. Verdammt! Er war ja immer noch da!
„Ich bin immer noch in dir!", rief Draco wütend aus.
Eine Gruppe Drittklässler, die gerade um die Ecke bog, blieb stehen und starrte die Beiden mit offenen Mündern an.
„Was klotzt ihr denn so!", schrie Ginny ebenso wütend die Kinder an.
Hastig gingen sie weiter.
„Pass verdammt nochmal auf, was du sagst!"
„Pass du lieber auf, wo du hin rennst!"
„Wir haben immer noch dasselbe Problem."
„Was für eine Erkenntnis!"
„Ich werde jetzt zu Hermine gehen und ihr das erzählen. Sie wird uns helfen können."
„Du willst diesem Schlammblut erzählen, was hier los ist?"
„Hör auf Hermine Schlammblut zu nennen, du widerliche, kleine Kakerlake!"
„Wie hast du mich gerade genannt?!"
„Hören kann er auch nicht! Meine Fresse. Es gibt so viele Typen an dieser Schule, in dessen Körper ich hätte landen können und ich gerate ausgerechnet an so ein Goldlöckchen!"
„Wenigstens sind meine Haare nicht . . . rot!"
„Stimmt. Und meine sind zum Glück nicht . . . blond! Aber wenn wir uns nicht beeilen, dann wird sich das gleich wieder ändern!"
„Dann gehen wir jetzt am Besten zu Professor Snape."
„NEIN! Wir gehen garantiert nicht zu Snape! Er hasst mich!"
„Wer tut das nicht?"
„Alle die, die dich hassen, du Arschloch! Und wir werden jetzt zu Hermine gehen!"
„Ich lass mir doch nicht von der helfen! Wer weiß mit was für Flüchen die mich belegen würde, wenn sie mit ihrem Zauberstab in meine Nähe kommt!"
„Wie kann man so ignorant sein? Hermine ist die beste Hexe an dieser Schule! Wer weiß, was Snape mich für Zeug trinken lässt!"
Die Glocken läuteten zur vollen Stunde. Ginny und Draco waren plötzlich wieder im Körper des anderen.
„Ich hasse es!", rief Ginny aus.
„Was du nicht sagst. Also gehen wir jetzt zu Professor Snape." Draco, der in dem Körper der Rothaarigen steckte, wandte sich zum Gehen.
„Oh nein! Wir werden jetzt zu Hermine gehen!" sagte Ginny gereizt, lief hinter ihm her und packte ihn am Ohr.
„AUA! Verdammtes Miststück, lass mich los!"
„Werde ich garantiert nicht tun, du schleppst mich nicht zu dieser fetthaarigen Fledermaus!"
„Du kannst vergessen, dass ich zu deiner Schlammblut-Freundin gehe!"
„MALFOY!! Lass meine Schwester los!" Keiner der beiden hatte bemerkt, wie Harry und Ron um die Ecke gebogen kamen. Ron war rot angelaufen vor Wut, als er sah, dass Draco seine kleine Schwester am Ohr gepackt hatte und versuchte hinter sich her zu schleifen.
Ginny ließ sofort das Ohr ihres Körpers los und sah ihren Bruder unschuldig an. Draco warf ihm hasserfüllte Blicke zu. Ron stapfte wütend auf Ginny zu, während sie sich fragte, warum er denn bitte wütend auf sie zustapfte, bis sie sich dann endlich daran erinnern konnte, dass sie ja im Moment gerade Draco Malfoy war und deswegen vermutlich gleich von ihrem Bruder eine reingehauen bekommen würde. Gerade noch sah sie Rons Faust auf sich zurasen, als sie schon den Schmerz auf ihrer Wange fühlte. Ja, er hatte ihr eine reingehauen! Schon wieder! Das würde ihm irgendwann nochmal Leid tun.
„AUA! Ron, verdammt! Warum schlägst du mich dauernd?"
„Das fragst du noch? Was fällt dir ein meine Schwester so grob anzufassen?"
„Was fällt dir ein, Ginny überhaupt anzufassen?", warf Harry zornig ein.
„Und seit wann nennst du mich eigentlich Ron?"
„Eeerrrrgggg!", schrie Ginny verzweifelt. „Ich nenne dich, wie ich will, du Idiot!"
Rums. Schon wieder hatte sie die Faust ihres Bruders im Gesicht. Langsam ging es ihr auf die Nerven.
„Weasley! Hör auf damit! Du zerstörst mein Gesicht!"
Harry, Ron und Ginny drehten gleichzeitig die Köpfe zu Draco, der in dem Moment, als er das sagte, nicht daran gedacht hatte, dass er ja eigentlich gerade Ginny war.
„Dein Gesicht?", fragte Harry.
„Ja, sein Gesicht." bestätigte Ginny.
„Geht es euch gut?", erkundigte sich Ron.
„Was soll die Frage denn?" Malfoys, oder besser gesagt Ginnys Stimme klang ein wenig gestresst.
„Ähm . . .", machte Ron.
„Wir haben da ein kleines Problem," sagte Ginny und die drei Köpfe wandten sich Dracos Körper zu. „Und es ist deine Schuld, Ron."
„Malfoy, hör auf mich Ron zu nennen, das irritiert mich!"
„Ich bin Ginny."
„Du hast eine Macke."
„Sie hat Recht," bestätigte Draco.
„Hä?", sagte Ron und Harry wie aus einem Munde.
„Dein dämlicher Zauber, Wiesel, hat dafür gesorgt, dass ich alle fünfzehn Minuten mit deiner Schwester den Körper tauschen muss!"
„Ich . . . Also . . ." Mehr konnte Harry nicht sagen.
„Ginny ist also da drin?" Angewidert deutete Ron auf Dracos Körper.
„Ja, Ron. Ich bin hier drin und in ein paar Minuten bin ich wieder da drin." Damit deutete sie auf ihren eigenen Körper.
„Deswegen hast du mich geschubst!", rief Harry erleichtert aus und deutete auf Malfoys Körper.
„Nein. Ich habe dich geschubst, Potter," wandte Draco griesgrämig ein.
„Aber wie habe ich das gemacht?", fragte Ron mit gerunzelter Stirn.
„Das ist die Eintausend-Galeonen-Frage," sagte Ginny trocken „Wir müssen nämlich wissen, was das für ein Zauber war, damit wir einen Gegenzauber finden und wieder normal werden. Und deswegen werden wir jetzt zu Hermine gehen."
„Das ist wahrscheinlich das Beste," bemerkte Harry.
„Nein, ist es nicht!", wandte Draco ein.
„Drei gegen Einen," sagte Ginny. „Wir gehen zu Hermine."
In diesem Moment läutete die Glocke einmal. Draco und Ginny tauschten wieder in ihren eigenen Körper.
„Gott sei Dank!", stieß die Rothaarige erleichtert aus. „Also gehen wir mal los."
„Warst du nicht eben noch dagegen, Malfoy?", fragte Ron, der mit der ganzen Sache noch mehr überfordert zu sein schien, als die beiden betroffenen.
„Wir tauschen jedes Mal, wenn die Glocken läuten, Weasley!" Malfoy, jetzt wieder er selbst, verdrehte übertrieben genervt die Augen. „Genau das, habe ich dir gerade gesagt!"
„Hast du nicht!"
„Das ist doch jetzt so was von egal!", warf Ginny gereizt ein. „Jetzt bewegt euch endlich, Jungs, bevor wir wieder tauschen!" Mit diesen Worten hakte sie sich bei Harry unter und lief los in Richtung Gryffindorgemeinschaftsraum. Mal wieder.
Ein paar Minuten später standen sie dann vor dem Portrait der fetten Dame.
„Kopernikus Malventius," sagte Harry und das Bild schwang zur Seite.
Malfoy blieb hinter den dreien zurück. „Ich werde da nicht nochmal reingehen," sagte er schlicht.
„Du hast da auch nicht reinzugehen!", keifte Ginny ihn an. „Wir werden Hermine holen und du wartest so lange hier." Und so gingen die Gryffindors in ihren Gemeinschaftsraum und Draco stand auf dem Korridor.
Was fiel dieser Zicke von Weasley ein, so mit ihm zu reden? Er war Draco Malfoy! So redete niemand mit ihm! Er konnte nur hoffen, dass dieses blöde Schlammblut einen Ausweg fand, sonst würde er einfach selbst zu Professor Snape gehen, sollte sie dazu sagen, was sie wolle. Es dauerte genau drei Minuten, dann kamen die Weasleys, Harry und Hermine aus dem Portraitloch. Als Rons Freundin Malfoy erblickte schaute sie erst wütend, dann verwirrt und schließlich fragend.
„Was macht er denn hier?", fragte sie ihre drei Freunde.
„Genau das ist das Problem," begann Ginny. Und dann erklärte sie Hermine die ganze Geschichte.
„Ron! Ich habe dir doch gesagt, du sollst mit diesem kaputten Zauberstab nicht zaubern! Jetzt siehst du, was du angerichtet hast!"
„Das konnte ich doch nicht wissen!", verteidigte sich der Rothaarige.
„Du hättest es sehr wohl wissen können! Immerhin weißt du doch wohl auch noch, was beim letzten Mal passiert ist!"
„Es hat keinen Sinn, sich zu streiten!", unterbrach Harry Hermines Wutanfall. „Wir müssen eine Lösung für all das finden und zwar so schnell wie nur möglich!" In seiner Stimme war eindeutig Verzweiflung zu hören.
Hermine atmete einmal tief durch und schloss kurz die Augen. „Wir gehen in die Bibliothek. Es muss einen Gegenzauber geben und wenn wir zusammen suchen, dann finden wir ihn schneller." Ohne auf eine Antwort zu warten ging sie los und die anderen folgten ihr. Draco allerdings nur sehr widerwillig. Der Slytherin konnte es einfach nicht fassen, dass er hier einfach so hinter Schlammblut-Granger herdackelte und sich von ihr Vorschriften machen ließ. Am liebsten hätte er sie einfach . . . Aber was hatte er denn für eine Wahl, wenn er aus diesem lächerlichen Schauspiel herauskommen wollte?
In der Bibliothek schnappte Hermine sich sofort einen Stapel Zauberspruchbücher mit ihrer Erläuterung und den Gegenflüchen samt Nebenwirkungen, dann ließ sie sich auf einen Stuhl fallen. „Am besten, ihr nehmt euch auch jeder ein paar davon, es gibt eine Menge," sagte sie zu ihren vier Mitschülern, die ratlos neben ihr standen.
„Warum sollte ich das tun?", ertönte die Stimme von Draco, der sich bis dahin im Hintergrund gehalten hatte. „Es war doch Weasleys Schuld, dass das alles hier passiert, also soll er das gefälligst auch wieder in Ordnung bringen!"
Gerade wollte Ron eine wütende Bemerkung von sich geben, als ihm seine Schwester zuvor kam. „Malfoy! Du weißt, was ich mit deinem Körper tue, wenn du dich weiter wie ein verzogener Fünfjähriger benimmst, also mach einfach mit!"
„Du wirst es garantiert nicht wagen mit meinem Körper irgendetwas anzustellen, sonst sorge ich dafür, dass Goyle dir ein Kind macht!"
„Wenn du das Bedürfnis hast, mit Goyle zu schlafen, dann tu das in deinem eigenen Körper, aber nicht in meinem!"
"An eurer Stelle würde ich es im Moment vermeiden, mit überhaupt irgendwem zu schlafen," warf Hermine trocken ein.
Mitten in dem Wortgefecht läuteten zweimal die Schulglocken. Jetzt war es wieder an der Zeit für Draco und Ginny den eigenen Körper zu verlassen und ihn gegen den des anderen einzutauschen.
„Verdammte Scheiße!", rief Ginny direkt im Anschluss an das Letztgesagte, nur mit einer männlicheren Stimme.
„Denkst du, mir gefällt es, jetzt wieder hier drin zu sein?", brüllte Draco zurück. „Vielleicht sollten wir langsam mal anfangen etwas zu tun!"
„Wer hat sich denn eben noch dagegen gewehrt überhaupt etwas zu tun?!" Dracos Stimme überschlug sich vor Ginnys Wut.
„Hey, ihr zwei!" unterbrach die Bibliothekarin Madame Prince den Streit. „Ihr könnt doch hier nicht so einen Lärm machen! Das ist eine Bibliothek und kein Irrenhaus, wenn ich noch einen Ton höre, dann schmeiße ich euch alle raus!" Mit wackelnden Hüften verschwand die Frau wieder und Ginny und Draco beließen es dabei, sich wütend anzustarren.
Hermine hatte aufgehört in den Büchern zu blättern und blickte die beiden mit einem, für sie ungewöhnlich dummen, Gesichtsausdruck an. „Ich habe noch nie von etwas vergleichbarem gehört," sagte sie nachdenklich. „Ich meine, es gibt den Vielsafttrank, aber das hier ist dann doch noch etwas anderes und auch ein paar Nummern größer. Wir sollten uns wirklich beeilen, ich weiß nämlich nicht, ob das einer dieser Flüche ist, der nach einer bestimmten Zeit zum Dauerzustand wird."
Bei diesen Worten vergaßen Ginny und Draco ihre Wut und starrten Hermine, genau wie Harry und Ron fassungslos an.
„Ein Dauerzustand?" Harrys Stimme war abnormal hoch.
„So was geht?", fragte Ron.
„Ihr solltet wirklich mehr lesen, Jungs, wisst ihr das?" Hermine schüttelte nur mit dem Kopf und vertiefte sich wieder in das Buch, das aufgeschlagen vor ihr lag.
Auch die anderen vier lösten sich jetzt aus ihrer Starre und machten sich auf den Weg, um sich Bücher zu holen. Selbst Draco hatte alle seine Einwände vergessen. Der Gedanke für immer den Körper mit der kleinen Weasley tauschen zu müssen, war einfach zu schrecklich.
Die Zeit verging. Als Hermine gesagt hatte, es wären eine Menge Bücher, hatte keiner damit gerechnet, dass sie von den nächsten zehn Regalreihen sprach. Draco und Ginny tauschten weiterhin alle fünfzehn Minuten die Körper, was das Suchen in den Büchern nicht gerade erleichterte. Schließlich entschieden sie sich dafür, sich nebeneinander zu setzen und nach jedem Wechsel auch das Buch zu tauschen.
„Also," unterbrach das Mädchen mit den braunen Locken nach drei Stunden die Stille. „Ich habe mal eine Liste gemacht, mit allen möglichen Lösungen. Es gibt etliche Zauber, die einen Körpertausch herbeirufen. Ich hatte ja keine Ahnung, dass das so viele sind. Wir haben wohl keine andere Wahl, als solange herumzuprobieren, bis wir den richtigen Gegenzauber gefunden haben. Was habt ihr denn so herausgefunden?"
„Ähm . . . ," sagte Ron.
„Also . . . ," sagte Harry.
„Vielleicht versuchen wir es erst mal mit dem Gegenzauber von dem Fluch, den Ron eigentlich versucht hat," sagte Ginny, die in Malfoys Körper steckte. „Der steht nämlich hier in dem Buch."
„Gut. Zeig mal her," antwortete Hermine unfreundlich. Offensichtlich konnte sie, wie Ron und Harry, noch nicht so ganz damit umgehen, dass Ginny jetzt eben manchmal aussah wie Malfoy. Sie besah sich die Buchseite, holte ihren Zauberstab heraus und richtete ihn auf Malfoys Körper. Sie sprach den Zauber, aber nichts geschah.
„Vielleicht wenn du ihn nimmst," sagte Ginny nun und deutete auf ihren Körper.
„Oh, ach so, du bist gerade . . . ," Wieder nahm Hermine ihren Zauberstab, aber auch bei Malfoy geschah nichts. Die Glocken läuteten und die beiden wechselten in ihre eigenen Körper.
„Also, wenn ihr mich fragt, dann wars das nicht," sagte Harry missmutig.
„Glaube ich auch nicht," entgegnete Hermine. „Ich hab ein paar mehr Sachen gefunden." Sie nahm ein Blatt Pergament, auf dass sie die ganze Zeit gekritzelt hatte und hielt es sich vor die Nase.
„Also, erstens: Ihr könntet euch einfach umarmen."
„Umarmen?" Draco blickte Hermine hochnäsig an. „Du bist doch nicht ernsthaft der Meinung, dass man durch eine Umarmung einen Fluch lösen kann, oder?"
„Lass mich einfach erst mal alles vorlesen, Malfoy! Und fall mir nicht mehr ins Wort, sonst belege ich dich mit einem Fluch, den man definitiv nicht durch eine einfache Umarmung los wird!"
„Das wirst du nicht tun, weil du dann auch gleichzeitig deine Freundin hier verfluchst." Der Blonde grinste herablassend. Hermine funkelte ihn nur wütend an und fuhr fort ihre Liste vorzutragen:
„Zweitens: Ein Kuss."
Harry stöhnte leidend auf und Ron schien es übel zu werden. Draco und Ginny ging es nicht anders.
„Drittens: Den Darminhalt eines Einhorns verspeisen."
Ron wurde blass und rannte aus der Bibliothek.
„Viertens: Zusammen tanzen. Und zwar zu dem schlechtesten Lied, dass ihr kennt. Fünftens: Euer Gesicht mit in Essig eingelegten Spinnenbeinen einreiben." Wenn Ron nicht schon weggerannt wäre, um sich zu übergeben, dann hätte er das jetzt getan.
„Sechstens: Den Trank des Seelentausches trinken."
„Was ist der Trank des Seelentausches?", warf Harry ein.
„Tscht!", fuhr ihn Hermine an und las weiter ihre Liste vor. „Siebtens: Die gemahlenen Wurzeln des tausendjährigen, gedankenlosen Baumes einnehmen."
„Was ist . . . ?"
„Tscht! Achtens: Einen Tag verbringen, ohne den Körperkontakt mit dem anderen zu lösen. Neuntens: Die Denkweise des anderen vollkommen versehen. Zehntens: Das Leben des jeweils anderem retten. Ich denke, dass sollte fürs Erste reichen, und wenn nichts davon funktioniert, dann müssen wir weiter suchen."
„Du meinst, wir sollen das alles wirklich machen?" Ginny klang fassungslos.
„Ihr habt wohl keine andere Wahl, wenn ihr nicht für immer so bleiben wollt."
„Das ist die Hölle," sagte Draco halblaut, „die absolute Hölle."
„Ich würde sagen," fuhr Hermine fort, „ihr fangt dann mal an."
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