Vielen Dank an meine Mitschreiberin Pinguin3 deren Wolfs Geschichten ich nur uneingeschränkt empfehlen kann. :) Wolfsblut Wolfsmond Wolfswacht und auch die anderen Storys von ihr lohnen sich zu lesen.
Erklärung englischer Adel: Es gibt den Landadel und den Hochadel
Lupusluna - Kapitel 2
Das erste, das Victor wahr nahm war ein beißender Geruch. Mit geschlossenen Augen versuchte er sich zu orientieren. Er lag in einem Bett. Er konnte sich gar nicht daran erinnern bei seinem Onkel angekommen zu sein.
Nein, es roch nicht wie bei seinem Onkel und das Bett fühlte sich auch anders an. Außerdem konnte er sich nur daran erinnern Auto gefahren zu sein, aber nicht daran angekommen zu sein.
Er öffnete die Augen. Krankenhaus! Oh, verdammt! Nun fiel ihm auch der Unfall wieder ein. Allerdings war alles danach etwas verschwommen.
Er sah sich im Zimmer um und bemerkte erst jetzt den Mann der auf einem Stuhl vor seinem Bett schlief. Vic hatte den Typ noch nie gesehen.
Der Mann hatte braunes, von Silberfäden durchzogenes Haar. Sein Gesicht hatte Falten und er schien sehr erschöpft zu sein, Es schien fast so als würde ihn das Schlafen anstrengen. Eine gerade Nase und ein durchschnittlicher Mund komplettierten das Gesicht. Eher unscheinbar, aber sogar im Schlaf strahlte der Mann eine Präsenz aus, um die ihn jeder Schauspieler beneidet hätte.
Was machte der Typ hier? Victor betrachtete ihn weiter. Irgendetwas stimmte nicht mit der Kleidung. Irgendwie schien sie ihm nicht wirklich zu passen. Victor erinnerte sich ein Hemd in der gleichen Farbe zu haben. Nicht viele Männer hatten auberginefarbene Hemden. Dann fiel sein Blick auf den Kragen. Das war sein Hemd, er konnte sich gut daran erinnern, wie er sich darüber geärgert hatte, dass der Fleck beim Waschen nicht verschwunden war. Ein kurzer Blick zur Hose – ja, die war auch von ihm.
Was zum Henker sollte das? Filme, in denen der Held durch einen Doppelgänger ersetzt wurde um Geld zu erschwindeln schossen ihm durch den Kopf. Albern, denn er sah diesem Kerl nun wirklich nicht ähnlich.
Trotzdem, irgendwas stimmte hier ganz und gar nicht!
Wahrscheinlich hatte er ihn erkannt und erhoffte sich nun irgendwie Geld von seinen Eltern zu ergaunern. Vic grinste freudlos. Da hatte der Kerl Pech. Seine Mutter würde lieber auf ihre wöchentliche Maniküre verzichten als Geld für sein Wohlergehen zu opfern.
Er hatte schließlich die Familie durch einen Skandal entehrt und sich dann auch noch geweigert die Ehre durch eine Heirat wieder her zu stellen.
Sein Foto war tagelang durch die Presse gegangen. Darüber wechselnde Überschriften wie „frivoles Leben des Hochadels" oder „Dunkle Straßen – Spielzimmer für jungen Lord". Das Foto zeigte ihn recht deutlich und in eindeutiger Umarmung in einer dunklen Seitenstraße mit einem nicht weiter erkennbaren aber eindeutig männlichen Partner. Unter dem Foto fand man meist Ergüsse von „Quellen aus dem Umfeld des jungen Lords".
Er hatte nie ein Geheimnis aus seinen Vorlieben gemacht. Seine Eltern hatten es gekonnt ignoriert, mit der Überzeugung, dass es nur eine seiner Phasen sei. Als das Foto in der „Sun" und dem „Mirror" erschien hatten sie daher gleich die Lösung parat: Heirat!
Der Name der Familie musste wieder rein gewaschen werden. Aber er hatte sich geweigert und…
Eine Bewegung des Mannes vor ihm riss Vic aus seinen Gedanken. Der andere war wach geworden. Vic starrte ihn misstrauisch an. Der andere lächelte vertrauenserweckend. „Schön, sie sind wach. Soll ich einen Arzt rufen? Haben Sie Schmerzen?"
Unfreundlich antwortete Vic „Was machen Sie hier?" Der andere schien etwas irritiert von seinem Ton. „Sie haben mich angefahren und sich scheinbar mehr verletzt als ich. Ich habe sie her gebracht."
Vic starrte ihn ungläubig an und fragte aggressiv „Für wie dumm halten Sie mich? Ich habe einen Hund angefahren, keinen Mann! Wieso haben sie meine Kleider an?"
Der andere kniff die Augen zusammen und schien fast sprungbereit. „Die Ärzte haben eine schwere Gehirnerschütterung bei Ihnen festgestellt. Ich weiß nichts von einem Hund Sie haben mich angefahren und sind dann zusammen geklappt. Meine Kleider waren vollkommen ruiniert, daher habe ich mir erlaubt etwas aus ihrem Koffer zu nehmen. Sie erhalten sie gewaschen zurück."
Vic starrte den anderen immer noch misstrauisch an. Der Fremde schien etwas zu überlegen, dann reichte er ihm seine Hand und lächelte. „Mein Name ist Remus Lupin."
Vic starrte auf die Hand. „Remus? Lupin? Konnten Sie sich nichts Einfacheres ausdenken? Was ist mit einem guten alten John Smith?" Der andere zog seine Hand zurück. Er schien nun ernsthaft beleidigt zu sein.
„Fragen sie meine Eltern. Wie heißen Sie denn?" Vic schnaubte durch die Nase. „Sie kennen mich nicht? Wo haben sie denn das letzte Jahr gelebt? Unter einem Stein?"
Erstaunt starrte Vic den Kerl an, der nun ausgelassen lachte. Als er wieder zu Atem kam sagte er immer noch grinsend. „Ja, so könnte man das sagen! Was ist mit Ihnen? Sind sie ein Filmstar oder ein Sänger oder so was?"
Vic starrte den Mann schweigend an und überlegte. Entweder er war ein sehr guter Lügner oder er sagte wirklich die Wahrheit. „Victor Stuart; Und nein, ich bin kein Star. Nur ein Opfer der Klatschpresse." Damit streckte er nun Lupin die Hand hin.
Der sie schließlich auch ergriff. Vic musste zugeben, dass er über den kräftigen Händedruck doch sehr erstaunt war, erinnerte dieser ihn doch unwillkürlich an seinen Onkel. Paul Stuart. Nur das dieser, wenn auch ungeliebt, kein derart Schwarzes Schaf für seine Familie darstellte, wie Vic es selbst tat. Doch dann runzelte er wieder misstrauisch werdend seine Stirn und zog seine Hand auch wieder zurück: „Wenn ihre Sachen den … Unfall nicht überstanden haben, wie kommt es dann das sie nicht verletzt sind? Davon einmal abgesehen … ich weiß genau dass es ein Hund war und der Schaden an meinem Wagen wird das sicher auch bestätigen. Von den an meinem Kühler klebenden Fellbüscheln mal ganz zu schweigen."
Als keine Antwort kam, zwang sich Vic tief durchzuatmen, was ein Fehler war, da sein Kopf der Meinung war, genug geruht zu haben und der zuvor nur am Rande seiner Wahrnehmung pochende Schmerz zu einem wahren Crescendo ansetzte. So waren Vics nächste Worte weit weniger selbstbewusst, als es ihm lieb gewesen wäre: „Hören Sie Mister … Lupin … falls es sich um ihren Hund gehandelt hat dann tut es mir wirklich leid … aber bei dem Sturm hatte ich keine Chance ihn vor dem Zusammenprall zu entdecken."
Der andere fuhr sich mit der Hand über die Augen. „Sie sind ganz schön anstrengend, dafür dass ich ihnen wahrscheinlich das Leben gerettet habe. Nein, sie haben keine Fellreste am Kühler kleben." Weil Remus sie nämlich sorgfältig entfernt hatte.
Lupin schaute Vic wieder fest in die Augen. „Hören Sie, die Ärzte haben gesagt, dass Sie einen ziemlich harten Schlag auf den Kopf bekommen haben und daher ihr Erinnerungsvermögen etwas in Mitleidenschaft gezogen wurde. Ich rufe gerne einen der Ärzte und dann kann er ihnen das auch noch einmal erklären!"
Remus starrte den anderen Mann ausdruckslos an. Er hatte nur die Hälfte der Fragen beantwortet, aber er wusste, er musste nur lange genug auf seiner Version der Geschichte bestehen, dann würde dieser Vic sie glauben. Es war die logische Erklärung. Muggel liebten es logische Erklärungen zu finden. Die Wahrheit interessierte sie weniger.
Remus war müde und hatte Kopfschmerzen. Der Geruch hier im Krankenhaus bereitete ihm Übelkeit. Er wusste eigentlich auch nicht, warum er überhaupt noch hier hockte. Sein eigentlicher Plan war es gewesen, den Mann hier ab zu liefern und dann zu verschwinden. Aber dann hatte der Mann in der Notaufnahme kurz die Augen geöffnet und ihn angesehen. Remus hatte keine Erklärung dafür, aber der Blick hatte ihn zum Bleiben bewegt.
Er fühlte sich dem Mann vor ihm irgendwie verbunden. Das Gefühl war merkwürdig, aber er hatte gelernt seinem Bauchgefühl zu trauen.
Er sah wie der andere blasser wurde. In einer fließenden Bewegung stand er neben dem Bett und hatte seine Hand auf Vics Stirn. Besorgt zog sich seine Stirn in Falten. „Ich rufe jetzt einen Arzt." Damit drehte er sich um und verlies das Krankenzimmer.
Noch ehe Vic dazu kam, sich eine passende Antwort darauf zu überlegen, das dieser Lupin behauptete ihm das Leben gerettet zu haben, oder er auch nur näher hätte nachfragen können, wie genau dieser das meinte, war sein selbsternannter Retter auch schon zur Krankenzimmertür hinaus verschwunden.
Remus trat auf den Flur und versuchte sich zu orientieren. Er konnte zwei Frauenstimmen ausmachen. Er folgte den Stimmen in der Hoffnung es seien Krankenschwestern und würden ihn zu einem Arzt führen.
"Hast du den jungen Kerl mit der Kopfverletzung gesehen? Der ist niedlich!" Ein Schnauben von der anderen. "hast du den denn nicht erkannt? Das ist der Sohn von Lord Monrose" kühles Gekicher. "Der interessiert sich nicht für Frauen! Den Typ gesehen, der ihn hergebracht hat? Das ist wahrscheinlich sein Liebhaber!"
Abrupt blieb Remus stehen. Redeten die zwei etwa von ihm und diesem Vic?
Sohn eines Lords? Zeitungen? Liebhaber? Was war ihm denn da über den Weg gelaufen? Remus beschloss in diesem Moment sich so schnell wie möglich aus dem Staub zu machen. Dieser Vic mochte ja niedlich sein, aber so viel Ärger war er nicht wirklich wert! Remus konnte sich kein Aufsehen in der Öffentlichkeit leisten.
Nachdem er die zwei Schwatzbasen gefunden hatte, konnte er auch einen Arzt ausfindig machen, der gleich zwei seiner Kollegen hinzu rief. Zu viert traten sie den Rückweg an.
Seufzend schloss Vic kurz seine Augen und versuchte nicht daran zu denken, in welchen Klatschblättern er diese Geschichte würde nachlesen können – er, der Rest von Großbritannien und nicht zuletzt, seine Familie. Na wunderbar … sein Vater wäre begeistert! Vielleicht würde er ihn ja sogar in einer seiner großen Reden im House of Lords über Zivilcourage halten. Es war eine Marotte seiner Familie, über das Leben der einfachen Leute zu diskutieren, auch wenn sie selbst nie auch nur in die Verlegenheit gekommen waren, in einem Supermarkt an der Kasse zu stehen und Brot zu kaufen. Nein … dazu gab es schließlich Personal und wer kümmerte sich schon um solche Belanglosigkeiten, wie darum, woher das Essen kam, das sie Tag für Tag genossen, ohne auch jemals selbst einen Finger dafür gerührt zu haben? Nein .. .sie waren ja schließlich von hohem Rang. Mussten ihre Würde wahren. Es wäre ein Skandal, stände einer von ihnen in einer Warteschlange! Ein Grund mehr für Vic, das er zeitweise in diversen Supermärkten jobbte.
Als die Türe sich schließlich wieder öffnete und dieser Lupin, begleitet von gleich drei Ärzten wieder erschien, musste sich Vic zwingen, einen weiteren tiefen Seufzer zu unterdrücken. Zweifellos hatten sie keine Probleme damit gehabt, ihn zu erkennen. Ebenso wie Vic nicht daran zweifelte, dass jeder andere mit seinen Kopfschmerzen schon längst nach Hause geschickt worden wäre. Vielleicht noch mit einem Rezept für die nächste Apotheke in der Hand. Aber nein … nicht bei ihm.
So richtete er sich, trotz des in ihm aufkommenden Schwindelgefühls und der Übelkeit auf, bis er einigermaßen gerade zum sitzen kam und mit einem düsteren Blick in Richtung seines Möchtegernretters, der sicher schon die Dollarnoten zählte, verkündete er: „Es geht mir gut meine Herren. Kein Grund mich länger hier aufzuhalten." Damit schlug er einfach die Bettdecke zur Seite und schwang seine Beine aus dem Bett. Das Gefühl sich gleich übergeben zu müssen, wollte jedoch nicht so ganz zu seiner Vorstellung passen.
Remus starrte auf Vic, der schwankend vor seinem Bett stand und scheinbar ernsthaft meinte, er könnte entlassen werden. Er hatte nicht viel Ahnung von Kopfverletzungen, aber Vic sah nicht gut aus. Remus war auf dem Rücksitz eines klapprigen Käfers aufgewacht und hatte Vic auf dem Fahrersitz schlafen sehen. Zumindest dachte er, der andere würde schlafen, bis er ihn nicht wecken konnte und die Wunde am Kopf sah. Vic war erst in der Notaufnahme kurz zu sich gekommen, war dann aber wieder bewusstlos geworden. Remus würde ihn mindestens eine Woche nicht aus dem Bett lassen.
Als das Schweigen anhielt, gratulierte sich Vic schon selbst halbwegs zu seiner wohl überzeugenden Zurschaustellung seiner eigenen Gesundheit, ehe erst einer und dann alle drei Ärzte auf einmal begannen auf ihn einzureden, das dies unmöglich sein Ernst sein könne. Das es viel zu gefährlich war mit einer solchen Kopfverletzung entlassen zu werden. Das die Folgeschäden nicht abzusehen seien und … und … und … Und dies alles, während er in einem mehr als notdürftig wärmenden Krankenhaushemd dastand und sich beinahe schon krampfhaft darauf konzentrierte, immer wieder zu wiederholen das es ihm gut ginge, das er sich wohl fühle, das er keine Nebenwirkungen verspüre und das er niemand war, den man gegen seinen Willen festhalten konnte.
Wie er es am Ende geschafft hatte, war Vic selbst nicht so klar. Doch hatte er schlussendlich unterschreiben können, das er auf eigene Verantwortung die Obhut des Krankenhaus verlassen wollte und das war alles, worauf es ihm ankam. Das dazu noch gehörte, das sein Freund die nächste Zeit auf ihn zu achten habe und die Ärzte nun auch auf diesen einredeten …bekam Vic nur am Rande mit, als er in Richtung Bad verschwand, wo er die Türe hinter sich verschloss und sich erst einmal kräftig übergab.
Nachdem die Tür sich hinter Vic geschlossen hatte, fand Remus sich im Schussfeuer der Ärzte. Wie kamen die eigentlich darauf, dass er sich um diesen merkwürdigen Kerl kümmern sollte? Er kannte ihn ja gar nicht. Aber dieser Adelssprössling hatte glatt weg ja gesagt, als die Ärzte ihn darauf ansprachen, ob Remus auf ihn acht geben könnte.
Wahrscheinlich hätte der Kerl seine Großmutter verkauft um hier heraus zu kommen. Das konnte Remus ja sogar irgendwie verstehen, aber nun saß er mit der Verantwortung da auf einen Fremden aufpassen zu sollen.
Die Ärzte gaben ihm Medikamente in die Hand und Anweisungen, wie sie einzunehmen seien. Sie gaben ihm Handynummern für den Notfall und dann ließen sie ihn endlich alleine. Er starrte verwirrt auf die Medikamente in seiner Hand. Nun war er wohl die offizielle Krankenschwester…
Seufzend ließ er sich auf den Stuhl fallen. So etwas konnte auch nur ihm passieren. Er wusste wirklich nicht, was er machen sollte. Er wollte Victor auch nicht in Schwierigkeiten bringen. Und je länger er mit ihm zusammen war, desto größer würde die Gefahr für Victor werden.
Als die Badezimmertür sich öffnete hob er den Kopf. Die Augen des anderen waren immer noch glasig. Seufzend ergab Remus sich in sein Schicksal.
„Kommen Sie, lassen Sie uns fahren. Ihr Auto steht auf dem Parkplatz."
Vic, der nur allzu froh war, dem Krankenhaus schließlich entkommen zu können, beeilte sich damit sich anzuziehen und das mehr als dürftige Krankenhaushemdchen loszuwerden. Dennoch dauerte es fast zwanzig Minuten bis er schließlich auch seine Jacke angezogen hatte. Sich eine Mütze über den Kopf ziehend und eine Sonnenbrille aufsetzend verkündete Vic schließlich: „Dann nichts wie weg hier ..."
Das Krankenzimmer konnten sie noch relativ unbeachtet verlassen, doch als sie sich einem der Hauptgänge näherten, erstarrte Victor mitten im Schritt, hatte er doch gleich mehrere Reporter entdeckt und sogar einen Kameramann glaubte er weiter hinten stehen zu sehen. Leise fluchend drehte sich Vic wieder um und ging den Gang zurück: „Ich hasse Menschenansammlungen ...", brummelte er leise, hoffend das sein unfreiwilliger Begleiter nicht gerade jetzt seine fünf Minuten Ruhm ergreifen wollte.
Remus hatte die Menschen schon gehört und gerochen, aber als er sie sah, wurde ihm doch ungemütlich. Er hasste Menschenansammlungen. Sie machten ihn aggressiv. Und das war etwas, dass er um jeden Preis vermeiden wollte.
Allerdings hatte Remus nicht wirklich damit gerechnet, dass der Auflauf wegen seinem Begleiter zustande gekommen war. Einer hatte sie entdeckt und nun stürzten alle auf sie zu.
Er spürte, wie Vic neben ihm schwankte. Eisern griff er zu, um den anderen Mann so unauffällig wie möglich aufrecht zu halten.
Leider war es nicht unauffällig genug. „Vic – was ist passiert?" – „Geht es ihnen gut?" – „Wer ist der Mann an ihrer Seite?" Zu dem Chaos an Fragen kamen nun auch noch Blitzlichter. Remus versuchte seine Augen zu schützen. Er spürte wie er nervös wurde. Als ihn dann auch noch einer der Reporter anrempelte, schien etwas in ihm ein zu rasten. Ein Knurren entsprang seiner Kehle.
Er streckte einen Arm vor sich in die Menge und schob unsanft alles in seiner Reichweite zur Seite. Erstaunt schauten die Reporter auf den Mann. Er sah gar nicht sonderlich stark aus, hatte aber gerade 3 Menschen einfach so aus dem Weg gefegt. Nun ging erst Recht das Blitzlichtgewitter los. Remus Knurren wurde lauter. Mit Gewalt bahnte er sich nun einen Weg durch die Menge und zog dabei Vic immer noch hinter sich her.
Endlich erreichte er die Außentüren und trat auf den Parkplatz. Als er die stickige Luft des Krankenhauses nicht mehr riechen konnte, wurde er ruhiger. Er konnte sich nicht erinnern, wie er nach draußen gekommen war, zog aber weiterhin Vic zu dessen Auto, schloss ihm die Tür auf und stieg auf der Fahrerseite ein.
Kaum saß Vic, schoss das Auto auch schon auf die Straße. Erst nach einigen Kilometern auf der Straße fuhr Remus an den Rand und ließ den Kopf auf seine Hände fallen, die das Lenkrad umklammerten.
Er hatte die letzten Jahre „unter einem Stein" gelebt um das zu vermeiden. Er wollte nicht in einer harmlosen Situation ausrassten. Er hoffte, dass er sich genug im Griff gehabt hatte und niemand ernstlich verletzt worden war. Verdammt, er musste lernen sich zu beherrschen!
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TBC
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