„Und was hast du jetzt vor?", Ron sah Hermine an. „Ron, ich werd meine Eltern suchen. Jetzt wo alles vorbei ist.", Hermine schüttelte ungläubig den Kopf, was ihr Freund nicht alles vergessen konnte. Die beiden lagen auf Rons Bett, Hermine hatte ihren Kopf auf Rons Schoß, sie genossen die Ruhe. Der Fuchsbau war stiller geworden, seit Harry und Ginny weg waren. Hermine dachte an ihre beste Freundin, immer wenn sie sich daran erinnerte was Ginny ihr in einem Brief geschrieben hatte, traten ihr Tränen in die Augen und sie war dankbar, dass sie das letzte Jahr nicht alleine war. „Du hattest auch eine schwierige Zeit, denk nur an Malfoys Manor." Hermine schloss die Augen, ein schönes Gefühl zu wissen dass Ron immer darüber bescheid wusste was sie gerade dachte. Sie schluckte: „Jaah schon, aber ich war nicht alleine..." Ron wollte ihr gerade widersprechen, doch Hermine kam ihm zuvor: „Nein Ron, du hast mir Kraft gegeben, ich wusste dass ihr mich da rausholen würdet. Aber Ginny… Ginny war ganz allein…" „Ich weiß, Schatz ich weiß.", Ron strich ihr das Haar aus der Stirn und küsste sie innig.
„Nein, nein, und nochmals nein!", Molly Weasley stand mit den Händen in der Hüfte in der Küche und schaute mit funkelenden Augen die 2 an. „Ihr seid gerade erst wieder gekommen, und jetzt wollt ihr schon wieder fort?", mit einem Schlenker von ihrem Zauberstab, verhinderte sie dass die Kartoffeln sich durch das Fenster flüchteten.
„Dad was ist denn da drinnen los?", Ginny kam gerade mit Harry durch die Wohnungstür und hatte schon von draußen die lauten Stimmen gehört. „Australien.", seufzte ihr Vater nur und vergrub sich wieder hinter dem Tagespropheten. „Die Geschickteste Lösung dem Ärger aus dem Weg zu gehen.", flüsterte Ginny Harry zu und zeigte auf ihren Vater. „Chrmhm, das hab ich gehört junge Dame!"
„Ich glaub das dauert noch.", Harry nickte in Richtung Küche, wo sich Mrs. Weasley gerade in eine Lautstärke hoch geschaukelt hatte, die fast Gläser zerspringen lies. Er zog Ginny hoch in ihr Zimmer.
„Komisch wieder hier zu sein oder?", fragte er, während sie sich an ihr Fenster stellte, die Äste des Baumes bewegten sich im Wind schlugen sachte gegen die Scheibe. „Ja, wie aus einem anderen Leben." Harry schloss seine Arme um ihre Hüfte und zog sie nah an sich, er atmete ihren Duft ein, so vertraut, sie roch nach Apfel, er vergrub seine Nase in ihre Haare, die Ginny sich vor ein paar Tagen hatte abschneiden lassen. „Weißt du, Harry…" „Hmm", Harry war immer noch mit dem Wesen beschäftigt das an seiner Brust lehnte. „Weißt du dass wir das erste Mal wieder so richtig alleine sind?" „Jaah.", seufzte er. „Schließlich hat Mary mich nicht aus den Augen gelassen die letzten 1 ½ Monate." Harry wurde aus Ginnys Cousine einfach nicht schlau. Die beiden hatten die letzte Zeit bei ihr in der Wohnung verbracht, aber Mary hatte Ginny nie aus den Augen gelassen. „Was hast du denn erwartet?", Ginny hob ihren Kopf und schaute Harry in die grünen Augen. „Ich weiß nicht…" „Du musst sie verstehen, sie hat sich um mich gekümmert, als ihr nicht da ward." „Du weißt hoffentlich das…" „Ich würde dir nie Vorwürfe machen Harry, ich hab dich damals verstanden und ich tue es immer noch. Alles klar?" „Alles klar.", er nickte erleichtert. Vorsichtig strich er ihr über die Wange, Ginny hielt seine Hand fest, sie sahen sich lange in die Augen. Hoffnung, Sehnsucht und Vertrauen, sie legte alles in diesen Blick. Harry hob ihr Kinn und berührte sanft mit seinen Lippen ihren Mund. Ginny schloss ihre Arme um seinen Nacken und zog ihn näher an sich heran. Sie versanken in dem Kuss, Harry spürte nur noch sie, ihre Lippen und ihren Körper der sich gegen seinen drückt. Nach einer halben Ewigkeit lösten sie sich voneinander. „Ich liebe dich, Ginny.", sagte Harry mit belegter Stimme. „Ich liebe dich!", Ginny strahlte ihn an. Solange hatte er gewartet und jetzt ging alles so schnell, Harry konnte gar nicht glauben, was gerade passierte. Er lächelte vor Glück, er hob Ginny hoch: „Du weißt schon das du mich gerade zum glücklichsten Menschen überhaupt machst?" Doch auch Ginny lachte: „Natürlich weiß ich das." Harry verlagerte sein Gewicht und konnte sich nicht mehr halten, gemeinsam mit Ginny knallte er nach hinten auf ihr altes Bett. „Alles ok?", fragte Harry. Ginny konnte sich nicht mehr halten vor Lachen. „Hey warum lachst du?", Harry setzte sich auf sie und hielt sie mit beiden Händen fest, so dass sie sich nicht wehren konnte. „Ich lach doch gar nicht.", doch ihre Mundwinkel zuckten verräterisch. „Das wirst du büßen…", Harry fing an Ginny zu kitzeln, „Nein bitte Harry…", Ginny wälzte sich hin und her doch es gelang ihr nicht sich zu befreien.
Durch den Krach in Ginnys Zimmer, wurden auch die anderen aufgeschreckt. „Was ist denn da oben los?", Molly kam mit einem immer noch wütenden Gesichtsausdruck aus der Küche. „Ginny und Harry sind da.", meinte ihr Mann nur achselzuckend. „Und dann lässt du beiden alleine nach oben?", Molly schaute Arthur sauer an, der Zauberstab immer noch bedrohlich in ihrer Hand. „Mollyschatz…", Arthur war aufgestanden und sah Molly an, „Die beiden wohnen zusammen…" „Ja bei Mary!", unterbrach ihn Molly. „Schon, aber hörst du nicht wie Ginny lacht?", Mr. Weasley legte seiner Frau eine Hand auf die Schulter. Und jetzt lauschte auch Molly dem Gelächter aus dem ersten Stock.
„Und ihr wollt jetzt wirklich nach Australien?", Ginny konnte es immer noch nicht glauben. „Ich muss meine Eltern wieder finden.", sagte Hermine mit ernster Stimme. „Und ich komme mit.", Ron nahm Hermines Hand. „Das hättest du nicht so betonen müssen, mein lieber Ron, ich hätte dich gekillt wenn du es nicht getan hättest.", gab Ginny zurück. „Hey nicht streiten.", versuchte Harry die Wogen zuglätten, denn er merkte das Ron schon wieder etwas auf der Zunge lag. Aber er hatte keine Lust den schönen Abend mit Zankereien zu verbringen. „Dass du wirklich deine Haare hast schneiden lassen.", Hermine fuhr ungläubig durch Ginnys halblange Haare, die nun kurz unterm Kinn aufhörten. „Ich hab gedacht es wär mal an der Zeit.", Ginny lachte. „Ich hab's gebraucht Hermine.", flüsterte sie leise ihrer besten Freundin zu. Hermine sah sie verständnisvoll an, und drückte ihre Hand. „Wann geht's eigentlich los?", Ginny lenkte das Thema auf die bevorstehende Australienreise. „Übermorgen." „Was übermorgen schon?" „Ja, wir haben schließlich viel zu tun.", sagte Ron und gestikulierte dabei wild. Harry konnte sich gerade das Lachen verkneifen, als er Hermines Blick auffing. „Er freut sich so!", flüsterte sie ihm zu. Dann verwickelte Ron seinen besten Freund auch schon in ein Gespräch über Flugzeuge und Passkontrollen, in diesem Moment erinnerte Ron ihn sehr stark an Mr. Weasley, den so etwas auch zur Verzückung brachte. Hermine lehnte sich an Rons Schulter an und schaute in die Nacht, sie dachte darüber nach was in Australien sie erwartete. Ginnys Kopf lag auf Harrys Bauch und sie hatte die Augen geschlossen und fühlte nur das gleichmäßige Atmen ihres Freundes.
2 Tage später fanden sich Harry und Ginny wieder im Fuchsbau ein um ihre besten Freunde zu verabschieden. Sie begleiteten sie zum Flughafen nach Heathrow.
„Ron hast du deinen Pass?", Hermine war nervös und fragte Ron das bestimmt schon zum 5. Mal. „Hermine wenn du dich nicht sofort beruhigst dann steigst du alleine in das verdammte Flugzeug!", Ron war langsam genervt. Doch seine Drohung wirkte, Hermine war plötzlich ruhig und sah ihn entsetzt an. „War nicht so gemeint Schatz!", beeilte sich Ron zu sagen und drückte ihr einen Kuss auf die Lippen. Nach ein paar Umarmungen, verabschiedeten sich die beiden: „Ich will das Flugzeug nicht verpassen!" „Hermine wir haben noch über 2 Stunden Zeit.", stöhnte Ron, gab sich dann aber geschlagen und trottete hinter seiner Freundin zur Passkontrolle hinter her. Harry und Ginny winkten noch bis die beiden gänzlich hinter der Absperrung verschwunden waren. „Und was machen wir jetzt?", fragte Harry seine Freundin. „Nach Hause, hast du vergessen, Mary will etwas wichtiges mit uns besprechen.", Ginny sah ihn an. „Was das nur sein kann.", brummte er. „Jetzt sei nicht so." Ginny küsste ihn. „Vielleicht gibt's später mehr davon.", sagte sie mit einem verführerischen Grinsen. „Darüber ließe sich reden.", Harry nahm Ginnys Hand und die beiden gingen zur U-bahn um zu Marys Wohnung zu fahren.
Sie hatten es sich schon richtig angewöhnt mit der U-bahn zu fahren, auch so störte es sie nicht das sie viele Sachen auf Muggelart erledigten, schließlich hatte es auch viele Vorteile, wie Telephon oder Internet. Selbst George hatte sich mittlerweile ein Telephon in seiner Wohnung in der Winkelgasse installieren lassen. Auch Ginny schätzte die Art so mit ihrer Familie zu kommunizieren. „Das geht doch viel schneller als per Eule.", sagte sie jedes Mal zu ihrer Mutter, doch Molly wollte von so einem Teufelszeug nichts hören. Harry musste sich immer das Lachen verkneifen, den Mr. Weasley war Feuer und Flamme für das Telephon doch Mrs. Weasley war unerbittlich.
„Mary!?", rief Ginny als sie die Wohnung in der Londoner Innenstadt aufsperrte. „Wir sind in der Küche.", Marys Stimme klang dumpf durch die Tür. „Wir?", Harry schaute Ginny fragend an. Doch die zuckte nur mit den Schultern. Als sie die Küche betraten, blickten die beiden in das Gesicht von George. „Hey ihr Zwei, Hermine und Ron gut ins Flugzeug gebracht?", George lachte. Mary stand an der kleinen Küchenzeile und kochte Kaffee. Vor George stand ein großes Sandwich: „Sie mästet mich, fast so wie Mum.", meinte er, als er Harrys Blick bemerkte. „Das hab ich gehört.", entgegnete Mary lachend. „Also was gibt's?", fragte Ginny neugierig. „Naja, wir haben uns gedacht…", fing Mary an. „Mary nicht um den heißen Brei was gibt's?", Ginny konnte es nicht leiden wenn jemand erst stundenlang um eine Sache herumschlich bevor er es ansprach. Mary wusste nicht so recht wie sie es sagen sollte, also ergriff George das Wort: „Was Mary euch versucht zu sagen…", für das „versucht" kassierte er einen giftigen Blick von Mary und einen belustigten von Harry, „…ist was haltet ihr davon wenn Mary zu mir zieht?" Es entstand eine kurze Pause. „George das können wir doch nicht entscheiden, das müsst ihr beide doch klar kriegen!", Ginny war verwirrt. Harry musste grinsen, seine sonst so kluge Freundin mit dem klaren Verstand kapierte nicht was ihr großer Bruder ihr gerade versuchte zu sagen. „Naja Ginny weißt du das hieße, dass du und Harry dann die Wohnung mieten müsstet!", Mary sah Ginny an. Nach einer Weile fiel auch bei Ginny der Groschen. „Hmmh, ja, ich weiß nicht?", sie stand auf und ging durch die Schiebetür ins Wohnzimmer, sie stolperte über Harrys Reisebett ans Fenster, und riss es auf. Londoner Sommerluft wehte ihr ins Gesicht unter ihr eilten Menschen nach Hause, alle auf die U-bahn Station zu, alle mit einem Ziel, alle wollten ankommen. „Gin?", Harry stellte sich neben sie, „Weißt du, wenn du dir nicht sicher bist, dann lassen wir es. Ich wär dir nicht böse wenn du nicht willst." Ginny atmete noch einmal tief die Abgasgeschwängerte Londonerluft ein, die für sie immer Freiheit bedeutet hatte und es auch heute noch tut. „Das ist es nicht Harry, ich würde gerne mit dir alleine hier wohnen. Aber weißt du, ich werde in einem Monat 17 und du in 2 Wochen 18. Wir würden einen großen Schritt machen." „Ich weiß aber warum sollten wir nicht einfach springen, Ginny. Ich bin so oft gesprungen, aber immer ins dunkle und alleine. Und jetzt mit dir zusammen, würde ich einfach nur ins Helle springen." Sie sah ihn an, sie liebte ihn, sie konnte ihm gar nicht wie sehr. „Dann lass uns springen, Harry, gemeinsam!", dem letzten Wort gab sie einem besonderen Nachdruck. Harry küsste sie, so wild und leidenschaftlich das ihnen beiden die Luft wegblieb. „Wie es aus schaut habt ihr euch entschieden.", Mary grinste, sie und George standen beide in der Tür. Kurze Zeit später verabschiedeten sich die beiden, viel hatte Mary nicht zu mitnehmen, denn sie hatte schon so gut wie bei George in der Winkelgasse gewohnt.
Ginny ließ sich erschöpft auf die Couch fallen, sie hatten die ganzen letzten 2 Tage geschuftet um der Wohnung ihren eigen Stempel auf zudrücken. „Puh bin ich kaputt…" „Tja ganz schön anstrengend, aber du wolltest ja unbedingt selber streichen.", neckte Harry sie. Die beiden hatten die Wohnung selber gestrichen, „Handarbeit", hatte Ginny gesagt, „Harry, sonst macht's doch keinen Spaß!" „Sei bloß still ja.", Ginny versetzte ihrem Freund einen Hieb in die Seite. „Jetzt gibt es nur noch eine Sache…" „Was denn noch Schatz?", Ginny stöhnte. „Wer sagst deiner Mum?", Harry sah sie mit hochgezogenen Augenbrauen an. „Ich würde es ja tun Gin, aber ich glaube du willst mich doch noch etwas behalten, oder?", er sah sie frech an. „Du bist doof.", war Ginnys trockener Kommentar darauf. „Ach ja?" „Ja?!", Ginny schnappte sich ein Kissen und schlug es Harry auf die Brust. Das konnte er natürlich nicht auf sich sitzen lassen und es entwickelte sich eine handfeste Kissenschlacht daraus, wie immer in der letzten Zeit landeten die beiden miteinander im Bett. Als sie sich erschöpft voneinander lösten und Ginny ihren Kopf auf Harrys Brust gelegt hatte, wagte er noch einen kurzen Vorstoß auf dass Thema Molly. „Irgendwann müssen wir ihr es sagen Gin. Ich lüg deine Mum einfach nicht gerne an. Nicht nach allem was sie für mich getan hat. Das wär nicht fair!", er sprach zu ihren Haaren, den ihr Mund beschäftigte sich wieder mit seinem Halsansatz, denn sie wusste genau wie kirre ihn das machte. „Ich lüg sie auch nicht gerne an.", meinte Ginny und löste ihre Lippen von Harrys Haut. Er sah sie an, eigentlich wollte er nicht das sie aufhörte auf der anderen Seite war das Thema wichtig. „Also was jetzt aufhören, oder weitermachen?", fragte ihn Ginny mit einem frechen Grinsen. „Kannst du meine Gedanken lesen?", fragte er sie, bevor sie in einem tiefen Kuss versanken. „Ich sags ihnen am Montag, beim obligatorischen Familienessen, was Sie jetzt eingeführt hat, ok?", Ginny hatte sich von ihm gelöst und schaute ihn fragend an. Doch Harry hatte im Moment anderes im Sinn. „Ach so ist das?!", fragte Ginny ihn neckend, als er die Stelle zwischen ihren Schulterblättern küsste. Jetzt wollte sich auch Ginny nicht mehr über ihre Mutter unterhalten und die beiden versanken schon das 2. Mal an diesen Abend im jeweils anderen…
„Komm wieder ins Bett, Gin.", Harry rieb sich die Augen, er war aufgewacht, etwas hatte gefehlt an seiner Seite. Nachdem er seine Brille gefunden hatte, setze er sihc auf und sah seine Freundin, sie saß auf dem Sessel wo normalerweise immer ein Berg ihrer Klamotten lag. Ihr Blick stur geradeaus gerichtet, die braunen Augen getrübt. Er wusste worüber sie grübelte. Auch ihn ließen die Gedanken nicht los. Sie mussten es akzeptieren sie hatten keine andere Wahl. „Wenn nur Hermine und Ron hier wären.", er schüttelte den Kopf er wollte die schlechten Gedanken vertreiben. Er wollte das Ginny wieder schlief. Er stand auf legte ihr eine Decke um die Schultern, „Ginny…?", doch sie reagierte nicht. Er küsste sie auf die Haare, und legte sich wieder ins Bett, doch er wusste das er erst wieder einschlafen konnte, wenn sie neben ihm lag, doch das dauerte noch bis zum Morgengrauen, solange bis sie nicht mehr auf dem Sessel sitzen konnte. Bis dahin döste er vor sich hin.
Ginny zog die Decke enger um ihre Schultern und schloss die Augen, sie dachte wieder an den Montag, heute ist es Samstag, seit 5 Tagen hatte sie nichts mehr von ihren Eltern gehört. Sie konnte es nicht verstehen, dabei hatte es so viel versprechend angefangen.
„Mum." „Ja, Ginny was ist?", Molly schaute kurz vom Herd hoch und ihrer Tochter in die Augen. „Du ich muss dir was sagen!" Bei Molly schrillten sofort die Alarmglocken. „Was schlimmes?" „Naja wie man's nimmt.", druckste Ginny herum. „Ginny!", Molly malte sich gerade die schlimmsten Szenarien aus, und ihre Tochter kam nicht auf den Punkt. „Also es ist so…", Ginny fasste neuen Mut, was sollte ihre Mutter groß machen, schreien, brüllen wütend sein und danach wäre es alles gut, sie liebte Harry wie ihr eigenes Kind, sagte Ginny zu sich selbst, „Mary wohnt jetzt bei George…" „Und?", Molly verstand nur Bahnhof, wie Ginny am Anfang auch als ihr Mary und George das eröffnet hatten. „Sollten die beiden uns das nicht selber sagen?" „Naja, das heißt Harry und ich… wir wohnen jetzt alleine in der Wohnung, so zusammen eben.", Ginny sah ihre Mutter unsicher an. „Das heißt… oh…", Molly hatte es verstanden. „Und was sagst du dazu?" „Das kommt ziemlich überraschend, oder, Kind?" „Wie man's nimmt.", Ginny zuckte mit den Achseln. „Ich sag dir eins Mum, nichts was du sagst, machst oder tust wird etwas an unserer Entscheidung ändern, klar!", sagte Ginny bestimmt. „Ist ja gut, Schatz, wenn ich es mir so recht überlege, ich find's schön." Ginny sah ihre Mutter erstaunt an, damit hätte sie nicht gerechnet. „Oh Mum!", sie fiel ihrer Mutter um den Hals. „Es tut dir gut Ginny, es wird dir richtig gut tun." Ginny lächelte glücklich. „Jetzt sagen wir das ganze Mal deinem Dad." Damit hatte es begonnen verkehrt zu laufen. Ihr Dad der sonst immer so ruhig und besonnen war, ist vollkommen ausgeflippt, er hat geschrieen, und getobt, die beiden seien noch viel zu jung Molly, wie kannst du ihr das nur erlauben. Das geschieht doch nur aus einer Laune raus. Sie hatte versucht sich zu erklären, auch Harry wollte ruhig mit Arthur reden doch er hatte ihnen einfach nicht zugehört. Das passiert doch nur aus einer Laune heraus, die beiden denken doch nur weil sie letztes Jahr nicht zusammen waren, müssen nun alles überstürzen. Nein nicht mit mir!
Ginny lief eine Träne über die Wange, so hatte sie ihren Vater noch nie erlebt. ER war doch immer der ruhende Fels gewesen, nicht der Vulkan, den Part hatte doch immer Mum übernommen, sie konnte es einfach nicht verstehen. Zum Schluss hatte Bill sie versucht herauszuschaffen, „Es ist besser wen ihr jetzt geht, ich rede mit ihm. ER kommt zur Vernunft. Zurzeit ist alles zu viel, das Ministerium, der neue Minister, Ron und Hermine nicht da. Und ihr beide wohnt auch nicht mehr hier. Er merkt das seine Kinder erwachsen werden." „Ist das eine Entschuldigung?", hatte Ginny wütend gefragt. „Nein, kleine ist es nicht aber vielleicht eine Erklärung.", Bill zuckte hilflos mit den Schultern. „Passt auf euch auf, ich schick euch ne Eule wenn das alles vorbei ist, ok?" Bill drückte seine Schwester fest, gab Harry einen Schlag auf den Rücken, dann ging er wieder ins Haus. Die beiden sahen ihn auf seinen Vater einreden, Molly saß zusammen gesunken auf einem Stuhl. Dann apparierten Harry und Ginny in ihre Wohnung.
Und jetzt saß Ginny jeden Tag wie auf Kohlen, sie erwarteten Eulen, von ihrer Familie und von Hermine und Ron, die beiden waren schon seit 2 Wochen in Australien und haben noch nichts von sich hören lassen. Allmählich fing sogar Harry an sich Sorgen zumachen.
Harry. Er zuckte gerade im Schlaf und murmelte irgendwas. Plötzlich weinen aus der gegenüberliegenden Ecke des Schlafzimmers, dort hatte Teddy seinen Bereich, mit Bett, Spielzeug und Schaukelpferd. „Ich geh schon.", murmelte Ginny, bevor Harry aufstehen konnte. Sie hatten Teddy seit 2 Tagen, Andromeda war in Urlaub gefahren und gefragt ob die beiden auf den Kleinen aufpassen könnten. Seitdem hatte ihr Tag einen ganz anderen Rhythmus der Teddy bestimmt war. Ginny nahm den Jungen aus seinem Reisebettchen, beruhigend redete sie auf ihn ein. „Schhh, ich weiß du vermisst deine Oma und deine Eltern. Ich bin ja da Teddy, ganz ruhig. Hmm Warum willst du denn nicht weiter schlafen?" Sie lief mit Teddy im Schlafzimmer auf und ab und wiegte ihn dabei hin und her, während sie immerweiter auf ihn einredete. Harry beobachtete sie aus dem Augenwinkel, ihre Stimme war so beruhigend, reine Entspannung. Er hörte seiner Freundin, wie die seinem Patenkind eine Geschichte über Feen erzählte, Harry schloss die Augen und die Anspannung der letzten Tage viel ab und er rutschte langsam in einen wohligen Schlaf. Ginny legte Teddy wieder in sein Bettchen und ging dann selber wider ins Bett. „Hmmh", Harry schlang den Arm um sie und Ginny kuschelte sich an ihn. „Es wird alles gut, Ginny.", flüsterte er noch bevor er einschlief. Ginny lag noch lange wach, solang bis die Sonne so langsam aufging, erst dann viel sie in einen unruhigen Schlaf.
„Ich glaub wir kriegen Besuch.", meinte Harr am nächsten Morgen und schaute aus dem Fenster. Doch Ginny sah die Eulen nicht die sich ihrem Küchenfenster näherten, denn sie war gerade damit beschäftigt, Teddy unter viel gutem Zureden wenigstens etwas Apfelmus zufüttern, doch aus irgendeinem Grund landete das Mus nicht seinem Mund sondern auf dem Tisch, dem Boden oder auf ihr selbst. „Teddy!", stöhnte sie entnervt auf. „Ich mach weiter.", sagte Harry und nahm ihr den Löffel aus der Hand, „Dann kannst du deine Briefe lesen, die sind nämlich alle für dich." „Hä?" „Auf dem Tisch, Schatz.", Harry gab ihr einen Kuss, „So mein Kleiner ich würde sagen wir stecken dich erstmal in die Badewanne!", Harry ging mit Teddy ins Bad, damit Ginny ihre Briefe ohne Apfelmus- und Heulattacken lesen konnte.
Auf dem ersten Umschlag stand mit kleiner und akkurater Schrift ihr Name: „Hermine!"
Und sie hatte Recht der erste Brief war von ihrer besten Freundin:
Liebe Ginny,
und natürlich lieber Harry,
uns geht es ganz gut. Ron hat einen fürchterlichen Sonnenbrand, ihr solltet ihn mal sehn. Einfach zum totlachen, ich hab ganz viele Photos gemacht, damit du ihn noch ein bisschen ärgern kannst.
Aber jetzt zu was wichtigerem, wir haben meine Eltern noch nicht gefunden. Wir sind schon die gesamte Westküste hinaufgefahren aber nirgendwo eine Spur von Ihnen. Es ist frustrierend, nicht zu wissen wo sie sind. Ich weiß jetzt wie du dich im letzten Jahr gefühlt haben musst, und es tut mir wirklich Leid dass wir das tun mussten.
Der Australische Zaubererminister hat uns seine Unterstützung zugesagt. Das klingt gut oder? Aber natürlich musste Kingsley erst mal mächtig Druck machen. Schon komisch das ein Ordenmitglied unser Zaubereiminister ist, aber es hat seine Vorteile. Und die kann ich wirklich gebrauchen. Wie kam ich nur auf die Idee, meine Eltern in so ein großes Land zu schicken, Australien ist so riesig! Aber ein atemberaubendes Land, Ron und ich haben schon so viele Photos gemacht, es ist wirklich toll. Wir fahren jetzt an die Nordküste, vielleicht haben wir ja Glück, der Minister hier hat mir versprochen einen Suchzauber los zuschicken. Lassen wir uns überraschen. Ron lässt kein gutes Haar an dem armen Mann.
Ich schreibe sofort wenn es was Neues gibt!
Wir freuen uns schon euch Wieder zu sehen,
Hermine & Ron
Ginny atmete auf wenigstens ging es den beiden gut, auch wenn sie bis jetzt noch nicht so viel Erfolg hatten.
„Harry kommst du mal!", rief sie. „Was ist denn, Gin?" Sie hatte bei dem anderen Brief die Schrift erkannt und das machte ihr Angst, sie bezweifelte das Brief eine gute Nachricht beinhalten würde. Harry kam mit nassen T-Shirt, aber einen Quietschvergnügten Teddy auf dem Arm, aus dem Bad. „Na kleine Seeschlacht gehabt, ihr zwei?", neckte sie ihn. Harry brummte nur und setzte sich mit Teddy auf dem Schoß neben sie. „Oh!", machte er als er die Handschrift erkannte. „Genau, das hab ich auch gedacht. Komisch es stehen unsere beiden Namen drauf." Harry holte tief Luft und nahm den Umschlag und öffnete ihn….
„Und?", Ginny sah ihren Freund. Harry war vollkommen in den Brief vertieft und sein Gesicht zeigte keine Reaktion. Nach einer Weile schloss er die Augen, und konnte sich nur mühsam zurück halten nicht sofort an zu fangen zu schreien. Wütend knallte Harry den Brief auf den Tisch und ging aus der Küche. Ginny sah ihm hinter her, mit zitternden Fingern nahm sie den Brief:
Sehr geehrter Mr. Potter, sehr geehrte Miss Weasley,
wie wir soeben erfahren haben leben sie beide in einer eheähnlichen Gemeinschaft, da Miss Weasley noch Minderjährig ist, ist dies solange verboten bis die Erziehungsberechtigten ihr Einverständnis geben. Da das bei Ihnen nicht der Fall ist, fordern wir Sie dazu auf, bis zum 30. Juli diese Wohnsituation auf zulösen. Sollten Sie dem nicht nachkommen, werden wir weitere Schritte gegen Sie einleiten.
Wir verbleiben mit freundlichen Grüßen,
Timotheus Miller
Abteilung für
Jungzauberer
„Nein...", Ginny legte ihren Kopf auf den Tisch und seufzte. „Gigi?", Teddy machte sich bemerkbar. Mit großen Augen sah er sie an. Ginny riss sich zusammen, sie wischte sich die Tränen weg und streifte sich durch die Haare. Sie ging ins Wohnzimmer dort starrte Harry die Wand an. Sie stellte sich vor ihn, doch er sah nur auf die Bilder, die an der Wand hingen. Sie zusammen im Hyde Park, mit George und Mary in der Winkelgasse, Photos von ihnen mit Hermine und Ron in Hogwarts, Ginny's Eltern und Photos aus Godric's Hollow von seinen Eltern. Er verstand die Welt nicht mehr, er hatte immer gedacht Mr. Weasley würde ihn mögen. „Harry?", Ginnys Stimme klang so wie er sich fühlte, traurig und nicht fähig zu begreifen was sie da eben gelesen hatten. „Abteilung für Jungzauberer, was ist das Ginny?" Sie holte tief Luft: „Ich glaub bei den Muggeln heißt das Jugendbehörde?", sie sah ihn fragend an. „Du meinst Jugendamt? So was gibt's für Zauberer auch. Ich hab davon noch nie gehört. Was machen die?" „Solche Briefe schreiben, Harry! Und dann na ja sie kümmern sich um Kinder die keine Familie haben und so weiter so wie das Jugendamt bei Muggeln." „Aber warum wir? Was haben wir denn getan?", Harry konnte und wollte nicht begreifen, das irgendjemand soweit gehen würde um zu verhindern das er mit Ginny zusammen war. „Ich bin noch nicht volljährig Harry!" „Es ist sind noch 3 Wochen, drei beschissene Wochen!", sagte er verzweifelt. „Ich weiß, ich weiß.", sagte Ginny leise, sie umarmte ihren Freund, doch Harry war so steif wie ein Brett. „Kannst du dich noch erinnern, was du heute Nacht zu mir gesagt hast?" Harry zuckte nur mit den Schultern. „Du hast gemeint, alles wird wieder gut." Doch er schnaubte nur: „So was ab gedroschenes hab ich gesagt?" „Ja hast du, und ich verspreche dir es wird alles wieder gut.", sagte Ginny mit fester Stimme. „Hast du den Brief nicht gelesen?", fragte Harry voller Zweifel. „Du vertraust mir doch, oder?" Er nickte. „Siehst du!" „Was hast du vor Ginny.", seine Freundin hatte einen Plan und aus der Vergangenheit wusste er, dass das nichts Gutes sein konnte. „Ich regele das, sonst nichts." Harry gab auf, er würde sowieso nichts aus ihr herausbekommen. Während Ginny im Bad verschwand, rief Harry bei George an: „Kann ich später vorbei kommen?" „Na klar, ist irgendwas passiert?" „Naja wie man es nimmt.", druckste Harry herum. „Du es ist grad irre viel los, komm einfach wenn du Zeit hast.", würgte George ihn ab und hatte auch schon aufgelegt. „Wer war das denn?", sie hatte gerade noch gehört wie sich Harry am Telephon verabschiedet hatte. „Ich geh später nur kurz zu George." „Hmh.", machte Ginny, sie setzte sich mit Teddy auf dem Schoß zu Harry auf die Couch. „Ginny was machen wir wenn wir das Problem nicht lösen können?", Harry legte seine Hand auf ihren Oberschenkel und drückte ihn sachte. Ginny schluckte, sie wusste dass es dann nur eine unausweichliche Lösung gab, sie konnte ihn nicht anschauen. Ihr gefiel diese „Lösung" nicht, denn es war keine. Sie sagte nichts, aber Harry verstand sie auch ohne Worte: „So ein Scheiß!", fluchte er. Sie schwiegen, aber nicht lange, denn Teddy schaffte es sich Harrys Zauberstab zuschnappen und lies grüne Funken sprühen. „Teddy!", rief Harry als er merkte dass der Kleine Kerl das Sofa in Brand gesteckt hatte. Er schnappte sich sein Patenkind zog ihn runter von der Couch. Teddy brach in ein herzzerreißendes Geheule aus, weil Harry ihm den Zauberstab wegnahm. Ginny musste sich arg zusammen reißen um nicht in Lachen auszubrechen: „Aguamenti!", mit einem Schlenker ihres Zauberstabes löschte sie das Feuer. „Harry wie oft soll ich dir noch sagen, dass du deinen Zauberstab nicht rum liegen lassen sollst.", meinte sie langsam genervt. „Hat dir das Loch in der Decke gestern nicht gelangt?" Teddys Weinen wurde bei Ginnys Tonfall immer lauter und seine Haare nahmen einen immer röter werdenden Farbton an. Harry zuckte nur entschuldigend mit den Schultern. Harry stand mit Teddy auf dem Arm vor ihr und redete auf ihn ein. Irgendetwas musste er ihm zu geflüstert haben, denn auf einmal lachte er wieder und patschte vergnügt in die Hände. „ich will gar nicht wissen, was du ihm jetzt wieder versprochen hast.", stöhnte Ginny, denn Harry konnte seinem Patensohn einfach nichts abschlagen. „Glaubst du wirklich dass der Kinderbesen immer noch zieht?", fragte sie ihn, während sie Teddys Spielsachen die überall verstreut lagen einsammelte. „Weiß nicht.", entgegnete ihr Freund. „Ich hab's einfach mal mit nem Tag mit dir versucht, und es hat geklappt!", Harry grinste sie an. Ginny sah ihn an, ein Ball und mehrer Bauklötze tanzten vor ihr her. „Harry..." Doch bevor sie weiter sprechen konnte, unterbrach er sie: „Schatz, du weißt doch das du nicht zaubern darfst? Oder ist dir nachdem Brief jetzt alles egal?" „Das hab ich nicht vergessen, aber ich benütz gerade deinen." Harry fiel alles aus dem Gesicht, als er sich an seinen Gürtel langte wo er nach Teddys Feueraktion seinen Stab eigentlich hin gesteckt hatte, aber er griff ins Leere. „Ginny!" „Du scheinst immer wieder zu vergessen dass ich mit Fred und George aufgewachsen bin, mein Schatz!", lachte sie und gab ihm seinen Zauberstab wieder zurück. „Machst du's?" „Was?" „Na auf Teddy aufpassen? Ich will jetzt zu George." Eigentlich konnte Ginny den Kleinen nicht gebrauchen, für das was sie vorhatte, aber sie sah das Harry mal ein paar Stunden Ruhe brauchte. Teddy blickte von einem zu anderem, als wüsste er was gerade besprochen wurde. Ginny atmete durch: „Na klar. Hau schon ab!" „Danke!", Harry war erleichtert. Er küsste sie: „Was willst du heute Abend zu essen, ich koche!", murmelte er zwischen 2 Küssen. „Überrasch mich.", Ginny knabberte an seiner Unterlippe: „Und jetzt schau das du fort kommst, sonst überleg ich es mir anders." Das musste sie nicht zweimal sagen, Harry wuschelte Teddy durch die mittlerweile blonden Haare, drehte sich um die eigene Achse und verschwand.
