Trenne Körper und Geist

Schnell lernte Legolas den üblichen Ablauf. Zu jeder Rast hatte er sich um die Pferde zu kümmern, die an ihn übergeben wurden. Zum Glück konnten sich sogar die Soldaten ausrechnen, dass auch ein Sklave, sei er Elb oder nicht, nur zwei Hände hatte und so versorgten über Tag einige der Männer ihre Tiere selbst. Wenn sie jedoch ein Nachtlager aufschlugen, hatte Legolas wieder die Verantwortung über alle Tiere.

Das Zubereiten des Essens besorgten die Männer selbst, dem Sklaven überließen sie das Reinigen der Utensilien. Dabei gestatteten sie ihm alle Reste zu.

Legolas dachte gar nicht erst über die Art seines Lebens nach. Das erlaubte er sich nicht. Wenn er abends an einem Wasser hockte und im Ufersand die verschiedenen Schalen reinigte, dann versuchte er ein Bild zusammen zu fügen über das, was er am Tag gesehen und gehört hatte.

Und er versuchte sich über die beobachtenden Blicke Boromirs klar zu werden. Dieser hatte ihn seit dem Aufbruch nicht mehr beachtet.

Jedenfalls nicht offen.

Doch Legolas fühlte den Blick, der ihm folgte, wenn sich Boromir unbemerkt wähnte.

Nach Tagen, näherten sie sich einer Hafenstadt. Sie hatten seit dem Aufbruch noch zwei weitere Farmen aufgesucht. Auf dem Weg hatte sich Legolas ein Bild über die Elben machen können. Nicht nur die beiden, welche mit ihm auf der Farm gelebt hatten, waren wie leblos, auch andere die er sah und die auf den Feldern und Farmen arbeiteten.

Und er hatte ihr Ziel erfahren. Er hatte aufgrund der Embleme auf Minas Tirith getippt. Damit hatte er richtig gelegen – fast.

Ihr Ziel hieß Minas Anor(1).

Ein dumpfes Gefühl hatte Legolas beschlichen, als er die alte Bezeichnung der Stadt hörte. Er zwang sich zur Ruhe. Er würde mehr erfahren, bald.

In den Straßen einer kleinen Stadt sah er, dass hier ausnahmslos alle auf den Straßen befindlichen Sklaven die Halsmarken trugen. Legolas hasste diese Kette als Symbol seines Status mehr als alles andere. Straff saß sie und die Marke klirrte wenn er den Kopf bewegte. In der Nacht, im Dunkel waren seine Hände oft daran entlang getastet, doch er hatte keine Schwachstelle finden können. Natürlich hätte er am Leder arbeiten können, aber dann hätten die Kettenglieder direkt auf seiner Haut gelegen.

Sie ritten durch Straßen, welche noch gerade als sauber durchgehen konnten. Dem Handel schien es gut zu gehen. Als sie die näheren Hafenanlagen kreuzten, gewahrte Legolas einige Lagerhäuser, an denen Verkehr herrschte. Ballen, Säcke, Karren, leer und beladen und schaukelnde Masten der Schiffe und Boote ergänzten das Bild eines stetigen Handels.

Die frische Seeluft sog er tief ein. Über ihnen kreischten Möwen und als Legolas ihnen mit seinen Augen folgte, drang ein schmerzhafter Stich durch seine Brust, so als müsste jetzt etwas wichtiges geschehen.

Doch nichts geschah, nichts veränderte sich.

Er sah die Möwen hinaus aufs Meer fliegen, den Schiffen folgend. Immer weiter hinaus über die kleinen, tanzenden Kronen der Wellen.

Sein Blick suchte, aber er fand nichts.

Er drehte ab und trieb seinen Fuchs zur größeren Eile an, damit der Abstand nicht zu groß wurde und man einen Grund finden könnte ihn zu strafen. Doch als sie sich vom Hafen abwandten und der Gasthof in Sicht kam, erstarrte Legolas. Ein winziger öffentlicher Platz öffnete sich vor ihnen und dort standen an Ringe an der Wand befestigt, Sklaven. Elben. Betastet und begafft wie Vieh auf dem Markt. Natürlich hatte Legolas sich vorstellen können, dass es so etwas geben musste, doch er hatte es verdrängt. Die katastrophale Lage, in welcher er sich befand, trat immer klarer hervor. Ein eisiger Hauch fuhr durch ihn hindurch. Was, wenn die Summe der Antworten nur eines ergeben würde: du bist ein Sklave und wirst es bleiben.

Nein!, es schrie förmlich in Legolas, er war der Sohn Thranduils und seit Jahren ein Krieger im Taur-e-Ndaedelos(2). Er würde frei kommen!

Boromir hatte sich im Sattel leicht herum gedreht. Der Sklave tat gerade so, als würde er das erste mal in eine Stadt kommen. Und der Anblick der anderen Sklaven schien ihn geradezu zu schockieren. Dieser Elb war seltsam, fast so als wäre er erst seit kurzer Zeit Sklave.

Doch das war so gut wie unmöglich. Es gab keine wilden Elben mehr. Offiziell.

Vor einigen Jahrhunderten waren eigentlich die letzten und widerspenstigsten erlegt worden. Man hatte sich mit den meisten von ihnen nicht abgemüht, sie waren zu wild und hätten nur Ärger bedeutet. Für einige andere fand man noch Verwendung.

Einer seiner Vorfahren war bei der letzten erfolgreichen Jagd dabei und so hatte sein Vater ihm und seinem Bruder oft die Geschichte erzählt als zwei sehr hohe Anführer dieser Wildlinge niedergestreckt worden waren. Sie sollen sogar ein König und eine hohe Dame gewesen sein. Am Ende waren sie tot und endlich brach der Widerstand auch der letzten Elben.

Sie ritten in den Hof des Gasthauses in welchem sie während ihres Aufenthaltes nächtigen wollten und sofort sprang der Sklave ab und begann sich um die Pferde zu kümmern. Boromir beobachtete es nur noch kurz, immerhin ließ der Sklave in seiner Arbeit nichts auf sich kommen.

Und doch ... irgend etwas ... Boromir schüttelte energisch den Kopf, Faramir würde schon dahinter kommen. Der kleine Bruder hatte einfach die raffinierteren Ideen und durchschaute viele Dinge schneller.

Er hingegen war ein Soldat und zufrieden, dem kleinen Bruder die Politik überlassen zu können. Und ab und an ein kleines Geschenk. Bei dem Gedanken warf er einen letzten Blick auf den Elben. Eigentlich schade um ihn. Sein kleiner Bruder hatte einen gewissen Geschmack was den Benutzung seiner Sklaven betraf.

o-o-o-o-o-o

In den Stallungen des Gasthofes arbeiteten noch ein Stallmeister und ein Sklave, so hatte Legolas Hilfe, für die er sehr dankbar war. Vielleicht konnte er heute ein wenig mehr schlafen und eventuell war der hiesige Sklave gesprächiger.

Doch es war der Stallmeister, der schließlich redete.

Der Stall war nicht groß und eng. So gab es zuerst ein heilloses Durcheinander, als die Pferde in die Ständer kamen, das Lederzeug an seinen Platz, die Tiere gebürstet und Wasser- und Futtereimer von den dreien hin und her getragen wurden. Wobei der Stallmeister weniger trug sondern sich begnügte, seine beiden Untergebenen im Auge zu behalten.

„Bist` vom Land, was?", fragte er neugierig den neuen Sklaven.

„Ja, Herr." Legolas gab sich fügsam.

„Sicher die Sonne genossen. Aber hier, ne, hier in´ner Stadt, da heißt´s arbeiten. ´n Pferdevermieter sucht noch ´n brauchbaren Sklaven. Der is´ in Ordnung, braucht wenig die Peitsche für solche wie euch. Eigentlich zu wenig, sach ich immer zu ihm", dabei warf er seinem Sklaven einen warnenden Blick zu, ob dieser widersprechen würde, doch der zog den Kopf zwischen die Schulter und bürstete zügig weiter.

„Ich glaube, mein Herr hat noch Interesse an meiner Arbeit", beantwortete Legolas die unausgesprochene Frage ob er zum Verkauf stünde.

Bitter schluckte er bei diesem Gespräch die aufsteigende Galle hinunter.

„Oh hm, na ja, schade, kannst arbeiten, das sieht man und auch sicher manchen Streich mit dem Stock vertragen. Is` halt viel Arbeit geworden seit die aus Harad mit uns handeln statt ganz rauf Richtung Osgiliath zu fahren. Sind halt der erste Hafen hier, nech? Und da is` halt viel anzupacken. Wird noch mehr werden, sicher."

Legolas registrierte, dass der Mann keine Antwort von den Sklaven erwartete und lauschte also nur, während er mit dem anderen Elben die Arbeit erledigte. Irgendwann verschwand der Stallmeister und überließ die Sklaven sich selbst.

„Komm, Essen", forderte der andere Elb Legolas nach Beendigung ihrer Aufgaben auf. Legolas starrte den anderen fassungslos an, riss sich dann aber zusammen. Nach Monaten war es das erste mal, dass ihn ein anderer Elb ansprach. Konnte er sich vielleicht mehr erhoffen? Er wollte abwarten.

Bei Brot und Käse, welche von der Härte her eher als Mordwerkzeug hätten dienen können, und einem Wein, der trotz hoher Verdünnung so sauer war, dass sich Legolas` Magen schon beim Geruch protestierend zusammen zog, hockten sie in dem Raum, welchen sich der hiesige Sklave mit jedem durchziehenden teilte.

Er musste zuerst noch acht geben, falls ein Gast noch spät eintraf, als jedoch das Horn vom Wachturm ertönte, entspannte er sich. „Jetzt kommt kein neuer Gast mehr, die Stadttore sind geschlossen." Er nickte zu dem Krug in Legolas Hand. „Für den Kram müssen die Menschen da drin zahlen." Ein scheues Lächeln flog über die Gesichtszüge des Elben.

„Selber schuld", und Legolas prostete grinsend seinem Gegenüber zu. „Imladris?"

Der Noldo schüttelte den Kopf. „Mithlond(3)."

Natürlich, dachte Legolas, viele Noldor hatten sich dort zu Beginn niedergelassen. Der andere Elb legte den Kopf schräg um hinaus blicken zu können und betrachtete schweigend die Sterne. Dann, als Legolas schon dachte das Gespräch wäre beendet, fuhr der andere fort.

„Ich weiß nicht, warum ich mich gerade heute erinnere. Doch als du auftauchtest, da ...", er unterbrach sich hilflos und sah Legolas an, „da waren die Bilder wieder da. Als die Menschen kamen und zerstörten. Sie töteten wer ihnen nicht nützlich war." Bitter lachte er leise auf. „Zerstörten den Hafen, die Schiffe. Und Círdan ...", er brach ab und musste ein paar mal schlucken. „Ich hatte damals einen Namen. Einen Namen."

Am Ende hatte Legolas Mühe ihn zu verstehen, so leise war der andere geworden.

Er rutschte zu ihm hinüber und nahm dessen Hände in seine. „Wie lautet dein Name? Denn es ist noch dein Name. Niemand kann sie uns nehmen!"

Der andere Elb hob verwundert den Kopf. „Woher hast du die Kraft noch immer dagegen zu kämpfen? Wer bist du?"

„Legolas aus Eryn Galen." Er verwendete aufs Geratewohl den alten Namen Taur-e-Ndaedelos und an der Reaktion des anderen bemerkte er, dass er richtig geraten hatte. Ansonsten hätte er sich auf die berüchtigte waldelbische Sturheit berufen den Namen Taur-e-Ndaedelos einfach zu verweigern.

„Bruithwin." Er neigte in einem leicht angedeuteten Gruß seinen Kopf. Dann sah er nachdenklich Legolas an. „Nie hätten wir gedacht, dass sie sogar die Waldelben besiegen werden." Doch dann zog ein Glanz über die Augen Bruithwins. „Und anscheinend haben sie es auch nicht vollständig." Damit drehte er sich ab und entglitt in den Schlaf.

Legolas löste seine Hände und erhob sich, um seinem Ritual zu folgen.

Endlich hatte er mehr erfahren. Sein Geist überließ es seinem Körper den Bewegungen zu folgen und er versuchte Ordnung in die neuen Informationen zu bekommen.

„Was tust du?"

Erschrocken fuhr Legolas herum. Boromir stand an der Tür zu dem Raum. Er verfluchte sich, dass er in Freude über die wenigen neuen Wissensbrocken seine Aufmerksamkeit vernachlässigt hatte. Sofort hatte er sich jedoch wieder im Griff.

„Die Bewegungen helfen mir zu verhindern, dass meine Muskeln verkrampfen. Ich hatte einen Unfall und danach begann ich längere Arbeitstage zu spüren."

Innerlich wehrte er sich gegen das, was er jetzt tun musste, doch Boromir durfte keinen Argwohn haben. So kniete Legolas also vor ihm nieder.

„Bitte Herr, die Übungen helfen mir und ich bin dadurch nicht in der Arbeitskraft geschwächt. Bitte glaubt mir Herr."

Boromir trat einen Schritt zurück. Der Sklave war ihm bis jetzt alles andere als lahm in irgendeiner Form erschienen. „Was für eine Verletzung? Ihr Elben seid doch gerade deshalb so nützlich weil ihr nicht krank werdet und gut heilt."

„Ja Herr, doch wenn die Verletzung groß genug ist, so haben auch wir länger damit zu tun." Legolas mühte sich, dass er auf keinen Fall belehrend klingen würde.

„Was für eine Verletzung?"

„Die Hüfte war gebrochen. Im Schlamm der Straße war ein Wagen stecken geblieben und drohte zu kippen. Wir Sklaven wurden geschickt um ihn wieder aufzurichten. Wir schafften es nicht und ich geriet unter den Wagen." Legolas kniete noch immer. Sah aus den Augenwinkeln wie Boromir ihn umkreiste und ihn wieder anstarrte. „Der Verwalter muss dich als nützlich genug erachtet haben, wenn er dir eine solch lange Genesung zugestand."

Legolas schluckte trocken. Was tat man hier mit schwer verletzten Sklaven?

Er hatte sich die Geschichte für genau diesen Fall ausgedacht. Niemand konnte es sofort überprüfen.

Boromir betrachtete den blonden Sklaven, der dort kniete. Wie immer, zeigte der Elb keinen Fehler in seinem Verhalten.

Boromir betrachtete die Linien des Elbenkörpers. Freute sich schon jetzt was Faramir zu ihm sagen würde. Die unförmige Kleidung verhüllte die schlanken und doch gut muskulösen Formen des Sklaven. Er spürte, wie das Blut in ihm zu pochen begann. Das Bild erwärmte ihn.

Nein.

Mehr.

Er war erregt.

Das belustigte ihn leicht. Im Palast gab es genug Sklaven und Boromir interessierte sich nur für sie, wenn er es dringend brauchte. Er war jedoch noch nie vom Anblick eines Sklaven so erregt worden.

Warum also nicht von diesem hier kosten? Sein kleiner Bruder teilte gern.

Er kam zu dem Entschluss, sich dem Gefühl zu überlassen. Die Wärme schlug in der Lende in Hitze und forderte ihr Recht.

„Du wirst für das Verschweigen nicht bestraft. Aber du wirst mir jetzt zu Gefallen sein." Boromirs Stimme wurde heiser. Er stand jetzt wieder so dicht beim Sklaven wie in dem Pferdestall, als er den Elben auf seine Tauglichkeit geprüft hatte.

Der Mann blickte hinab auf die blonden, feinen Haare. Straff zurück in einen Zopf genommen. Er dachte an uralte Bilder von freien Elben die nur einen Teil ihrer Haare geflochten und in kunstvollen Frisuren getragen hatten, einen Teil immer offen.

Seine Hand packte das Band in dem Haar und zerrte es heraus. Die Haare fielen auf die Schultern. Die Atmung des Elben war schwer geworden und wenn Boromir es richtig sah, überlief den Körper des Knieenden ein leichtes Zittern. „Nun komm schon, du wirst doch wohl wissen was du zu tun hast?" Boromirs Erregung zeichnete sich jetzt deutlich unter dem Stoff der Hose ab und somit direkt vor den Augen des Elben.

Boromirs Finger griffen in die Haare und bogen den Kopf zurück. Die Augen des Elben hatten sich geweitet. „Herr ich ... bitte ... ich weiß nicht ..."

Fast hätte Boromir aufgelacht. Unmöglich! Solch ein blondes Geschöpf und unberührt? Ja, sein Loch hatte er getestet, aber das sogar seine Zunge jungfräulich war? Wo hatte man diesen Sklaven versteckt? In jeder größeren Stadt würde er eigentlich seit Jahrhunderten nur noch zu dieser Arbeit heran gezogen. Und er, Boromir, musste solch einen Burschen im tiefen Hinterland entdecken. Er hätte jubeln können. Es wurde immer besser. Sein Bruder würde ihm dafür sehr lange, sehr dankbar sein.

„Pack ihn aus, langsam und vorsichtig. Ihr Elben habt geschickte Finger, lass es mich spüren." Nur mit Mühe konnte er ruhig die Anweisungen geben. Wenn er in Zukunft diesen Sklaven nutzen und Spaß haben wollte, dann musste die Einweisung stimmen. Nahm man sie am Anfang zu hart, vermasselte man sich selber den Spaß für später. Ein klein wenig ruhig anfangen, später konnte man immer noch härter zugreifen.

Legolas Finger zitterten als er die Hände hob und begann die Bänder an Boromirs Hose zu lösen. Er rief sich zurecht. Zwang sich an den Teil der Ausbildung zu erinnern, als die Trainer genau solche Szenarien entworfen hatten. [style type="italic"]Falls man eure Körper missbraucht, gegen euren Willen, [/style] so hatten die Trainer es umschrieben. Legolas konzentrierte sich, gehorchte den heiseren Anweisungen Boromirs und trennte gleichzeitig Geist und Körper.

Boromir genoss den Anblick.

Er beobachtete wie der Elb seinen Anweisungen gehorchte. Wie die Zungenspitze seine Lippen befeuchtete, dass sie glänzten. Dann begann die gleiche Zunge mit ihm zu spielen, noch ungeschickt, sicher, aber gerade diese unterdrückte Unwilligkeit, die der Sklave hinter Gehorsam zu verstecken suchte, hätte schon gelangt um Boromir kommen zu lassen. Doch er ließ sich Zeit, genoss die Zunge und dann die Lippen. Führte seinen Penis weit in den Rachen des Elben, zog den Kopf tief in den Nacken um Platz zu finden. Spürte das brechende Zucken und empfand seinen Triumph gesteigert, als er dem Knieenden nur streng befahl sich zu beherrschen.

Beide Hände hatten jetzt die Haare gepackt und während er sich der Erlösung näherte, dirigierte er den Kopf vor und zurück um dann endlich tief in ihm zu kommen. Genießerisch legte Boromir den Kopf in den Nacken. „Kein Tropfen verlässt deinen Mund." Er spürte ein Nicken.

„Gut. Du weißt jetzt wie es geht."

Legolas hatte Schwierigkeiten seine Sprache wieder zu finden. „Ja, Herr", klang es mehr krächzend. Auf einen Wink durfte er endlich aufstehen. Sofort war die Hand Boromirs unter seinem Kinn. Erschrocken stellte Legolas fest, dass er ihm in die Augen blickte. Schnell wollte er nach unten sehen, doch die Hand zwang seinen Blick wieder auf den Mann.

Boromirs Augen blickten konzentriert, beobachteten. Dann ließ er los und ging.

Legolas keuchte und sammelte sich. Du bist ein Krieger, ausgebildet und geschult. Dieser Mensch hat nur deinen Körper genutzt. Legolas zog sich zurück in den Schatten, atmete tief ein und begann von neuem mit den Übungen.

Am Ende atmete er ruhig, ein letzter Schluck des verdünnten Weines hatte jeden erinnernden Geschmack im Mund hinunter gespült. Er machte sich nichts vor, Boromir würde wieder kommen und diesen Dienst einfordern. Unbewusst hatten seine Hände begonnen die Haare in Zöpfe zu flechten, als er seinen Fehler bemerkte.

Verboten bei Strafe, dachte er säuerlich und löste die Strähnen wieder um sie zu einem einfachen Zopf zusammen zu nehmen.

TBC

(1) Minas Anor – Minas Tirith

(2) Taur-e-Ndaedelos – Düsterwald (exakt: Wald der großen Furcht)

(3) Mithlond – Graue Anfurten