Anti-Verklage-Zauber: Alles gehört JKR; ich spiele nur zu meinem eigenen Vergnügen damit.


Kapitel Eins: Das Problem

Die meisten Ordensmitglieder hatten Grimmauldplatz bereits verlassen, und die übrigen, die jetzt um den stabilen hölzernen Küchentisch herumsaßen, bildeten das, was Ron – treffend wenn auch unoriginell – Harrys Gruppe nannte: so viele Weasleys, wie gerade Zeit hatten, Albus Dumbledore, Minerva McGonagall, Remus Lupin, Severus Snape, Nymphadora Tonks und Kingsley Shacklebolt.

Harry mochte sie vielleicht nicht direkt alle, aber er hatte mit ihnen regelmäßig zu tun und würde ihnen sein Leben anvertrauen, da er von jedem unterrichtet, trainiert, gerettet oder befreundet worden war – oder in den meisten Fällen eine Kombination dieser vier Dinge.

Die Vorhänge waren gegen die Dunkelheit draußen zugezogen und Kerzen entzündet worden, sodass die Küche, noch immer der heiterste Raum des Hauses, warm und einladend wirkte, selbst um zehn Uhr abends. Sie alle hatten frischen Tee bekommen, und nachdem Albus alles auf seiner Agenda diskutiert hatte, ließ er die anderen mit ihren Anliegen zu Wort kommen.

„Es gibt ein letztes Thema, auf das ich die Aufmerksamkeit des Ordens lenken muss", erklärte Kingsley mit seiner tiefen Stimme, auch wenn sein Ton suggerierte, dass er das betreffende Thema nur ungern ansprach. Es klang, als tat er eher seine Pflicht als seinem Instinkt zu folgen.

Aller Aufmerksamkeit richtete sich nach dieser Ankündigung auf ihn, aber anstatt weiterzureden, richtete Kingsley seinen Blick auf Arthur, der gegenüber am Tisch einen Platz versetzt zu dem Auror saß. Der älteste Weasley wirkte zweifelnd, seine blauen Augen waren aufgewühlt, und sein Blick wanderte zu seiner Frau auf seiner Linken, die es schaffte, trotz der Sitzordnung beide Ministeriumsangestellte gleichzeitig finster anzusehen, bevor sie einen wehleidigen Blick zum anderen Ende des Tisches warf, wo die drei neuesten Mitglieder des Orden des Phönix saßen: Hermine Granger, Ron Weasley und Harry Potter.

Am 31. August 1997, dem Datum dieses Treffens, war Hermine Granger unbestreitbar siebzehn Jahre alt; sie hatte ihren siebzehnten Geburtstag offiziell am neunzehnten September des vergangenen Jahres gefeiert. Ron war seit dem März des jetzigen Jahres siebzehn, und selbst Harry gehörte seit einem Monat zu den erwachsenen Zauberern.

Er hatte die Dursleys sofort und für immer verlassen, und sich mit Hermine am Grimmauldplatz zusammengetan. Ron hatte seine Sachen vom Fuchsbau weg zum fürnehmen und gar alten Haus der Blacks gebracht, und seitdem waren die drei bei den Treffen des Ordens beharrlich zugegen, denn niemand konnte sie mehr mit der Begründung abweisen, dass sie nur Kinder seien.

Was keines der Ordensmitglieder wusste, war, dass Hermine seit dem Sommer nach ihrem fünften Schuljahr in die Inhalte dieser Treffen eingeweiht war. Wenn sie die selben Monate zählte, die jeder andere nur einmal erlebt hatte, so war sie Ende Juni 1996 16 Jahre und 9 Monate alt gewesen.

Soweit es die wohlgesinnten aber übermäßig bemutternden Mitglieder wie Molly Weasley betraf, so war das noch mindestens drei Jahre vom notwendigen Alter entfernt. Auch Albus hatte die Meinung vertreten, dass die Aufnahme aus gutem Grund erst ab siebzehn begann, auch wenn die drei sich direkt im Zentrum des Krieges befanden.

Fakt war aber, dass Hermine sehr viel länger eine Erwachsene gewesen war, als die meisten von ihnen es verstanden. Denn in den zehn Monaten ihres dritten Schuljahrs in Hogwarts war sie die heimliche Besitzerin eines Zeitumkehrers gewesen. Entgegen dem, was Ron und Harry am Ende des Jahres vermutet hatten, hatte sie ihre Tage nicht verdoppelt. Sie hatte tatsächlich durchschnittlich sechzehn Stunden des Tages verdreifacht, an sechs von sieben Tagen. Dies war notwendig, um mit ihrer Schularbeit mitzuhalten, mit Lerngruppen und ungewöhnlichen Freizeitaktivitäten, wie Hagrid mit Seidenschnabel zu helfen, Sirius zu retten, und ihre Freundschaft mit Ron zerfallen zu sehen. Sie glaubte nicht, dass Minerva oder Albus sich dem Ausmaß dieser Verwendung bewusst waren.

Die zusätzliche Zeit schien zunächst nicht wie all zu viel, aber es ergaben sich 192 zusätzliche Stunden die Woche, und somit 7680 Stunden im Schuljahr oder 320 Tage. Selbst wenn man die 22 Tage abzog, während denen sie in ihrem zweiten Jahr versteinert gewesen war (und die meisten Leute betrachteten Zeit, in der sie bettlägerig waren, nicht als Verringerung ihres Alters), machte sie das 298 Tage älter als alle anderen dachten. Soweit es ihre körperliche und geistige Entwicklung betraf, war sie Ende Juni 1996 tatsächlich 17 Jahre und 7 Monate alt gewesen. [2]

Die Verwendung des Zeitumkehrers war aber kein Allgemeinwissen, und sie wusste, dass es nicht allen Ordensmitgliedern mitgeteilt werden sollte. Ein Blick auf Molly und Albus hatte klar gemacht, dass sie unbeugsam sein würden. Nachdem sie gerade die Schlacht hinter sich gebracht hatten, in der sie Sirius verloren hatten und die beinahe sie, Harry, Ron, Ginny, Neville und Luna das Leben gekostet hatte, konnte sie ihren Standpunkt bis zu einem gewissen Grad sogar nachvollziehen. Aber jetzt mehr denn je verstand sie auch Harrys Bedürfnis zu wissen, was vor sich ging.

Die Situation war nicht ideal; wenn sie hätten wählen können, dann hätten sie alle zweifelsohne vorgezogen in Frieden zu leben und eine Kindheit zu haben. Der Krieg gegen Voldemort fand aber statt, ob es ihnen gefiel oder nicht, und sie waren ein untrennbarer Teil von ihm, wie sie es in den letzten fünf Jahren bewiesen hatten. Es brachte niemandem etwas so zu tun, als sei Harry nicht im Mittelpunkt des Krieges.

Glücklicherweise hatte Albus einen Intimus. Fawkes war nicht menschlich, und er wurde nicht eingeschränkt von menschlichem Verstehen oder Schwächen. Der Für den Phnöix schien es völlig klar zu sein, dass sie volljährig war, und er war, wie sich herausstellte, ziemlich irritiert, dass die Menschen sich so stur verhielten, wenn es für ihn eine einfache Tatsache war. Er konnte Albus nicht direkt überstimmen, aber er konnte sie auf seine eigene Weise in die Treffen mit einbeziehen.

Das war ihre erste Einführung in GedankenSprache gewesen; bis dahin war sie Fawkes nur durch dessen Umgang mit Harry nahe gekommen. Der Phönix war für Harry unschätzbar wichtig gewesen und hatte seinen fantastischen Fähigkeiten gezeigt, aber er war dennoch eindeutig vogelartig geblieben. Im Sommer vor ihrem sechsten Jahr aber hatte Hermine entdeckt, dass Fawkes nur so vogelartig war, wie er es sein wollte.

Bei ihr zumindest war er dazu in der Lage, nicht nur zu singen, sondern direkt in ihrem Kopf zu sprechen. Beschenkt mit dieser Kommunikation empfing das Gryffindormädchen die in den Treffen besprochenen Informationen beinahe in Echtzeit; oder sogar noch besser konnte der Vogel seine Sinne mit ihr teilen, sodass sie sehen und hören konnte, was sich im Treffen abspielte.

Die Wissenschaftlerin in ihr hatte sich gesträubt, weil sie dieses Phänomen so wenig verstand, aber Fawkes wollte es nicht besprechen und, nach einer kurzen aber heftigen Auseinandersetzung mit sich selbst, hatte sie die Vernunft, seinen Wünschen zu folgen. Die wenige dokumentierte Forschung, die in der Hogwarts-Bibliothek zur Verfügung stand – natürlich in der Verbotenen Abteilung – deutete an, dass dies eine Gabe war, die zwischen Intimus und dessen Mensch existieren konnte; sie hatte keinen Anhaltspunkt dafür gefunden, warum diese Fähigkeit auf sie ausgeweitet sein sollte.

Was auch immer der Grund war, die Vorteile wurden schnell ersichtlich. Obwohl ihr Körper pflichtgemäß oben in ihrem Bett lag und vom Ordenstreffen durch verschiedene Zauber und Schutzkreise getrennt war, schien der Großteil ihres Verstandes Fawkes Gesellschaft zu leisten und so die Treffen durch Vogelaugen zu beobachten und durch Vogelohren zu belauschen. Nach diesem ersten Treffen lernte sie sogar, nicht zu versuchen auf die Vorgänge in ihrer Umgebung zu reagieren.

Da sie wusste, wie hart es Harry nach seinem vierten Schuljahr getroffen hatte, machte Hermine keine Anstalten, die Informationen vor ihm zu verstecken. Sie hatte nur zwei Bedingungen: er durfte nicht fragen, woher sie die Information hatte, und er musste lernen, wie er sein Gehirn vernünftig durch Okklumentik schützen konnte. In Anbetracht der desaströsen Geschehnisse in der Mysteriumsabteilung wollte er das sowieso, aber ihm graute vor der Möglichkeit, seinen Unterricht mit Professor Snape wieder anfangen zu müssen.

Weil er jetzt sowohl lernen wollte als auch bereit war, über die Schwierigkeiten zu sprechen, die er vorher gehabt hatte, gab Hermine ihm die Zusammenfassung des Wissens der Bibliotheken von Hogwarts und den Blacks, und all der Informationen, die in diesen über Okklumentik, Legilimentik, Meditation, mentale Schilde und GedankenMagie zu finden waren.

Seit sie im fünften Jahr von Okklumentik und Legilimentik gehört hatte, war Hermine entschlossen gewesen, alles darüber zu lernen. Ihr Verstand war ihre größte Stärke, und sie wollte, dass er so verstärkt und geschützt war wie möglich. Sie hatten noch keinen fähigen Legilimentiker, der sie testen konnte, aber nachdem Hermine mit ihm fertig war, war Harrys Gehirn niemals ohne gedankliche Schilde, wesentliche Gedanken und Erinnerungen waren tief darin verschlossen, und sein Verstand war glasklar, wenn er nachts ins Bett ging.

Während eines ihrer ersten Legilimentik-Vorstöße, als es für ihn noch völlig aussichtslos war, irgendwelche Schilde zu errichten, war sie über seine Erinnerung an die Prophezeiung gestolpert. Der flüchtige Eindruck, den sie bekommen hatte, hatte ausgereicht, dass er die ganze Wahrheit gebeichtet hatte. Dies machte sie nur noch entschlossener, seinen Verstand vor äußeren Mächten zu beschützen, und ihn durch diesen bescheuerten Krieg zu bringen, damit er sein Leben in Frieden leben konnte.

Hierin zumindest waren sie und Ron unerschütterlich in ihrer Unterstützung, und Harry war erleichtert und erfreut darüber. Ron hatte es damals so formuliert, dass es zwar bis dahin nicht explizit durch eine Prophezeiung klar gestellt gewesen war, aber man dennoch deutlich hatte erkennen können, dass Du-weißt-schon-wer es stets auf Harry abgesehen hatte, und es somit immer an Harry gewesen wäre, den vefluchten Wicher zu stoppen.

Hermine fand, dass sie ihren Teil bisher auf unzählige Arten beigetragen hatte, und sobald sie offiziell siebzehn geworden war, hatte sie darauf bestanden, sofort in den Orden aufgenommen zu werden, und hatte mit Befriedigung zugesehen, wie ihre Argumente auf Molly und Albus wirkten. Bei Erreichen der Volljährigkeit, die in der Mugglewelt achtzehn betrug, durfte sie wählen, trinken, alleine leben, und in Gerichten als Erwachsene verurteilt werden. In der magischen Welt wurde das Mündig werden sogar noch ernster genommen, und einige soziale Bräuche blieben ziemlich formell und altmodisch. Mit siebzehn war sie eine erwachsene Hexe, und andere erwachsene Hexen und Zauberer konnten sie somit als ebenbürtig anerkennen.

Ob sie sich ihrem Schulleiter gegenüber ebenbürtig fühlte, war irrelevant; wenn er wollte, konnten er sie so betrachten, und sie dazu einladen, ihn bei seinem Vornamen zu nennen. Da sie noch zur Schule ging und dieses Angebot bei weitem nicht an alle siebzehnjährigen Schüler gerichtet wurde, musste sie dabei ihr normales Maß an gesundem Menschenverstand verwenden, aber die Geste bedeutete ihr viel.

Während ihres sechsten Schuljahrs, wenn sie eine zusätzliche Frage gestellt hatte oder ihren Professoren in den Gängen begegnet war, hatten sie alle diese Einladung ausgesprochen, und sie hatte sie erwidert. Sogar Severus, offenbar in einem Anfall von Irrsinn, hatte dies getan, auch wenn er bis zum Sommer gewartet hatte. Er schien diese Entscheidung allerdings häufig zu bereuen, und sein Gesichtsausdruck sagte ihr, dass es nicht ratsam war, ihn selbst im Beisein von nur Harry und Ron mit Severus anzusprechen. Die Einladung zurückzunehmen wurde aber als extremst unhöflich angesehen, und sogar die bissige Fledermaus der Kerker schien davor zu zögern.

Eine gleiche Einladung war weder Harry noch Ron ausgesprochen worden.

Die Ordensmitglieder steckten bei ihrer Volljährigkeit also fest. Gesetzlich gesehen war sie so erwachsen wie sie alle. Es war kein Problem, das Argument zu widerlegen, dass sie ihren Freunden berichten würde. Keiner der älteren Weasleys war daran gehindert worden einzutreten, obwohl sie jüngere Familienmitglieder hatten, die nicht volljährig waren, aber beitreten wollten, und dementsprechend ihr Bestes gaben, ihnen Informationen zu entlocken. Der Phönix des Ordens war auf ihrer Seite, und so war sie wegen keiner der Anschuldigungen, die sie ihr entgegen werfen konnten, besonders besorgt gewesen.

Sie nahm an, dass Albus nicht der einzige war, der sie verdächtigte, Harry und Ron praktisch alles zu erzählen, aber so lange niemand sich offiziell beschwerte, machte sie sich keine Sorgen. Sie konnte Semantik mit den Besten von ihnen diskutieren; als sie gefragt wurde, hatte sie ihnen sehr umsichtig gesagt, dass sie wusste, wie man Geheimnisse wahrte, besonders vor den beiden Jungs - auch wenn sie keine Absicht hatte, dies zu tun.

Da sie praktisch bereits seit Monaten bei den Treffen gewesen war und genau wusste, wie diese normalerweise abliefen, wer sich mit wem verbündete, wer wem zuhörte, und wie die jüngsten und unerfahrensten Mitglieder behandelt wurden, hatte sie diesen Vorteil für sich genutzt, zusammen mit jeglichen zusätzlichen Brocken, die Fawkes ihr freundlicherweise mitgeteilt hatte. Das Ergebnis war, dass sie nicht wie ein Neuling erschien und einige Mitglieder dabei erwischt hatte, wie diese versucht hatten, sie zu einer unbedachten Reaktion zu provozieren.

Angesichts dessen, dass sie es durch die Schutzmaßnahmen für den Stein der Weisen geschafft hatte, eine Begegnung mit einem Basilisken überlebt und eine Nacht mit Peter Pettigrew, einem Werwolf, und etwa einem Dutzend Dementoren überstanden hatte, und eine entscheidende Prophezeiung mit Hilfe von fünf anderen Schulkindern vor Voldemort bewahrt hatte, war ihr Lebenslauf auch nicht gerade leer.

Sobald Harry Okklumentik beherrschte, wurde er sehr viel besser darin, seine Gefühle zu verstecken, und war im Stande, andere davon abzuhalten zu erfahren, was er wusste oder auch nicht. Hermine paukte erbarmungslos mit Ron, sodass er den Ostertreffen ihres sechsten Schuljahres ruhig beisitzen konnte, zum Erstaunen seiner Familie. Alles, was sie und Ron hatten tun müssen, war die Anspielungen der Zwillinge zu ignorieren, dass Ron unter ihrem Pantoffel stünde. Ron blieb zwar einer der am wenigsten ausgeglichenen Ordensmitglieder, aber als er schließlich sein Temperament während eines Treffens zeigte, wurde es als eine Weasley-Eigenschaft angesehen anstatt als Zeichen von Jugend und Unerfahrenheit.

Als es soweit war, dass Harry beitreten konnte, hatte selbst Molly ihn mit beinahe aufrichtiger Akzeptanz willkommen geheißen, und die drei hatten sich darauf geeinigt, dass es nichts zu gewinnen gab, indem man einen alten Groll wieder heraufbeschwor. Gleichzeitig war aber auch ausgeschlossen, dass sie sich aus dem Raum treiben ließen, jetzt da sie Mitglieder waren. Harry verschränkte seine Arme und starrte zurück zu Molly, und nachdem sich Hermine und Ron amüsiert angesehen hatten, taten sie es ihm gleich, um eine geeinte Front zu zeigen.

„Was musst du uns sagen, Kingsley?", fragte Albus, während sein Intimus stets wachsam auf einem Schrank hinter seinem Kopf thronte. Molly öffnete ihren Mund, aber Albus sandte ihr einen strengen Blick vom Ende des Tisches. „Na, na, Molly, jeder hier ist ein volles Ordensmitglied."

Sie sah nicht glücklich aus, aber da es der Schulleiter war, gab sie nach, ohne sie alle dem leidenschaftlichen aber fehlgeleiteten Appell auszusetzen, der angestanden hatte. Ron seufzte erleichtert – er saß nur zwei Stühle von seiner Mutter entfernt – und Harrys Mundwinkel hoben sich leicht, als seine Haltung sich ein wenig entspannte.

Kingsley stand nicht auf, aber er sprach mit kräftiger Stimme von seinem Platz aus, sodass ihn alle deutlich hören konnten: „Vor einer Woche besuchte der Leiter der Abteilung für Magische Strafverfolgung die Aurorenzentrale und begegnete dem Zauberer, der für die Korrespondenz und den Papierkram der Abteilung zuständig ist, Andrew Stebbins. Ich war außer Sichtweite, aber habe angehalten, als ich Scrimgeours Tonfal lhörte. Er verlangte zu wissen, was Stebbins mit einem bestimmten Pergament tat, und zerrte ihn weg, als er gerade den Inhalt dieses Pergaments enthüllen wollte, anstatt für sein Treffen mit mir zu bleiben.

Ich war neugierig, warum er sich so suspekt verhielt, und nahm die Gelegenheit wahr, in Stebbins Büro so viel wie möglich von seinen Aufzeichnungen abzuschreiben; der Mann ist akribisch darin, jedes einzelne Stück Pergament, das er erhält, zu verzeichnen, und ich wusste, dass was auch immer Scrimgeours Aufmerksamkeit erregt hatte, dort sein musste.

Ich schickte die Aufzeichnungen, die ich gemacht hatte, als privates Memo an Arthur, und stellte sicher, dass ich dann anderswo beschäftigt war. Ich habe Stebbins erst am nächsten Tag wieder gesehen, und da hatte er keine Erinnerung mehr an sein Zusammentreffen mit dem Leiter der M.S.V. oder an das Pergament. Sein Protokoll war professionell verändert worden, und alle Spuren dieses Pergaments waren verschwunden.

Indem ich meine Kopie mit dem veränderten Original verglich, stellte ich fest, was solch eine starke Reaktion von Scrimgeour verursacht hat: zwei orange-gesicherte Schriftrollen ersten Grades, die Reine Volljährigkeit bekannt machen."

Angesichts der ehrfurchtsvollen Gesichtsausdrücke der meisten anderen ergab dies für sie wohl mehr Sinn als für Harry und Hermine.

„Ich dachte, das wäre ein Märchen!", stieß Ron hervor, und Hermine sah, dass Arthur, Molly und Tonks zustimmend nickten.

„Dachtest was wäre ein Märchen?", fragte Hermine ungeduldig und blickte ihn über den Tisch hinweg finster an.

Der skeptische Ausdruck des Rothaarigen verwandelte sich in den ärgerlichen überlegenen, den er immer dann bekam, wenn er etwas wusste und sie nicht.

„Zauberer werden mit siebzehn volljährig", fing Ron an.

„Das ist mir klar, Ronald." Sie zog seinen Namen zu zwei langen Silben, wovon sie wusste, dass er es hasste. Als hätte er gerade keine völlig banale Tatsache geäußert, hatte er die Stirn, ihr einen genervten Blick zu senden. Albus intervenierte.

„Ich glaube das, was Ron zu erklären versucht hat, Hermine, war dass es zwei Siebzehnjährige gibt, die volljährig geworden und in einem reinen Zustand geblieben sind."

Hermine hatte so etwas von dem vemutet, was Kingsley gesagt hatte, und Albus' Erklärung war in etwa so hilfreich wie Rons.

„Schulleiter, sie sind kaum Kleinkinder." Severus' spöttische Stimme redete von seiner Position an Albus' rechter Hand dazwischen, wofür Hermine dankbar war, denn es bedeutete, dass sie eine eindeutige Antwort erhalten würde. „Diese zwei erwachsenen Zauberer sind noch Jungfrauen, Miss Granger."

Alles in allem bereinigte das die Angelegenheit weniger als sie gehofft hatte, und sie nahm säuerlich zur Kenntnis, dass sie es noch immer nicht geschafft hatte, ihn davon zu überzeugen, dass Ordenstreffen privat genug waren, ihren Vornamen zu verwenden.

„Und warum erfordert das die meist gesichertsten, unzerstörbarsten Schriftrollen, die die magische Welt zu bieten hat?", fragte sie, als keine weitere Erklärung folgte.

Albus lächelte schwach. „Weißt du, Hermine, das Alter der Volljährigkeit ist für Zauberer nicht nur anders als für Muggel, es gibt auch weitere Auswirkungen auf Zauberer."

Hermine sah interessiert zu, als die Wangen des Schulleiters, der stellvertretenden Schulleiterin, der Weasley-Eltern und die von Remus einen rosa Ton annahmen. Severus, auch wenn sie fand, dass er müde aussah, zeigte keine äußere Reaktion auf Albus' Worte, aber Hermine sah, dass Tonks – die gelächelt hatte, als sie die siebzehnjährige Hermine das erste Mal gesehen hatte, sie als Erwachsene anerkannt und ihr gesagt hatte, dass sie sie umbringen würde, sollte sie sie Nymphadora nennen – eher belustigt drein blickte.

Albus fuhr fort: „In den Jahren vor Erreichen der Volljährigkeit wird eine Hexe oder ein Zauberers eine verstärkte … Libido erfahren, stärker als ein Muggel. Gepaart mit den normalen Teenager-Hormonen, führt dies meist zu … dem normalen Resultat."

Hermines Lippe kräuselte sich, und sie stellte amüsiert fest, dass Severus auf der anderen Seite von Kingsley und Tonks eine beinahe identische Miene trug.

„Normalerweise haben magische Teenager Sex, bevor sie volljährig werden", fasste sie zusammen.

Albus' leichtes Unbehagen verschwand. „Ganz genau, Hermine. Es ist ein traditioneller Teil der magischen Erziehung geworden." Dies erklärte den, für die muggelstämmige Hermine, sehr merkwürdigen Sexualkunde-Unterricht in ihrem dritten Schuljahr. „Junge Leute heute nehmen es als natürlich wahr. Es ist nicht so, als ob Muggel und Zauberer analysieren, was sie fühlen, und dies mit den Gefühlen anderer vergleichen. Das letzte Mal, dass ein reiner Erwachsener verzeichnet wurde, war ich noch ein Kind."

„Also vor über einem Jahrhundert dann?", fragte Harry mit einem Grinsen.

Severus schenkte Harry den für ihn reservierten finsteren Blick, aber Albus lächelte nur.

„Ganz richtig, Harry."

„Und jetzt haben wir zwei solcher Fälle auf einmal?", frage Hermine skeptisch.

Kingsley übernahm. „Die erste Schriftrolle erschien im Januar, aber wir sind nicht sicher, wie viel Zeit zwischen dem Erreichen des Reinen Erwachsenseins und der Ankunft der Schriftrolle liegt."

„Warum fragt ihr nicht denjenigen, der sie geschickt hat?", sagte Harry.

Severus öffnete seinen Mund, und Hermine beeilte sich zuerst zu reden, um die bevorstehende vernichtende Tirade zu verhindern, was ihr auch einen finsteren Blick bescherte, aber sie rollte nur mit den Augen.

„Es sind automatisch erstellte Schriftrollen, Harry, und von dem, was Kingsley sagt, sind sie so verzaubert, dass sie eine gewisse Zeit nach dem magischen Vorfall erscheinen, der sie hervorgerufen hat. Das verhindert, dass skrupellose Personen ausgehend vom Geburtstag die betreffende Person identifizieren; offenbar wurde das schon vor einer Weile eingerichtet, als jemand im Ministerium noch moralisch war."

Sie sandte dem aktuellen Leiter der Aurorenzentrale einen entschuldigenden Blick, da sie die Institution an sich anzweifelte, und nicht ihn persönlich.

Kingsley nickte, und sein kleines Lächeln zeigte seine Akzeptanz sowohl der Richtigkeit ihrer Worte als auch der Abwesenheit eines persönlichen Angriffs in ihnen. „Stebbins hat vermerkt, dass die Zwischenzeit willkürlich war, also haben die beiden wahrscheinlich nicht einmal den gleichen Abstand zwischen dem realen Datum und der Ankunft im Ministerium."

„Okay, ich verstehe, dass sie selten sind und wir nicht wissen, wer diese beiden Leute sind", sagte Harry mit einem Nicken in Richtung Hermine, „aber warum ist es wichtig? Warum betrifft es das Ministerium?"

„Wie du es geschafft hast, sechs Jahre in der magischen Welt zu überleben, Mr. Potter, ohne ein Mindestmaß an - „

„Severus." Der Tonfall war eine klare Warnung, und der Zaubertranklehrer verstummte, auch wenn er ungehalten wirkte. Albus beantwortete die Frage: „Erreicht eine junge Hexe oder ein Zauberer das Erwachsenenalter, dann wird seine gesamte Kraft verfügbar. Die Zunahme ist spürbar, aber nicht außergewöhnlich. Reine Erwachsene aber erhalten nicht diesen normalen Zuwachs, sondern was als großer Bonus angesehen werden kann."

Fawkes trällerte, und Hermine fühlte sowohlseine Aufregung bei der Erwähnung, endlich, der Reinen Erwachsenen, als auch Belustigung über die Scheu seines Intimus.

Du hättest es früher erwähnen können, dachte sie gereizt.

Und die Überraschung verderben sollen? Bestimmt nicht, erwiderte er schadenfroh.

„Also will das Ministerium die Zauberer im Auge behalten, die mächtiger werden?", fragte Harry.

„Nicht ganz, Harry. Diese Kraftzunahme findet nicht statt beim Erreichen der Mündigkeit, sondern wenn..." Albus verstummte allmählich, und blickte sich nach Unterstützung um.

Mit einem leidgeprüften Seufzen übernahm der Zaubertranklehrer die Erklärung, da Minerva beinah genauso unbehaglich wirkte wie Albus. „Die Kraft nimmt während des Koitus zu, und es kümmert das Ministerium", Severus blickte finster, „weil wer auch immer den Reinen Erwachsenen entjungfert, ebenfalls einen Kraftzuwachs erfährt."

„Severus!", protestierte Minerva von ihrem Platz ihm gegenüber.

Hermine blinzelte, während sie dies verarbeitete. „Wenn das stimmt, warum hält Voldemort keine Horde magischer Kinder bis zu ihrem siebzehnten Geburtstag eingesperrt?"

Severus durchdringender Blick traf ihren für einen Moment, und sie stellte sicher, dass sie ihre mentalen Schilde komplett aufgerichtet hatte. Der Schulleiter gewährte ihr ein Nicken für ihre Frage.

„Wie Ron hier bewiesen hat, gab es beträchtliche Bemühungen, für den Großteil der magischen Bevölkerung diese Wahrheit zum Märchen zu relegieren. Ein Versuch, wie du ihn vorgeschlagen hast, wurde vor mehreren hundert Jahren unternommen; alle Hexen und Zauberer starben, bevor sie ihren siebzehnten Geburtstag erreichten."

„Wie?"

„Das ist nicht bekannt", antwortete er langsam. „Betrachtet man die zunehmende Besessenheit des Zauberers damit, die Kinder sicher zu halten, so scheint es unwahrscheinlich, dass ein Verräter in seinen Reihen gewesen sein könnte, und die letzten Kinder waren in keinem Zustand, die Tat selbst zu vollbringen."

„Aber man glaubt, dass ihre Magie es für sie getan hat", sagte sie ausdruckslos.

„Um die Kinder davor zu bewahren, schrecklich misshandelt zu werden", sagte Albus mit einem sanften Nicken seines Kopfes. „Ich würde nicht sagen, dass das ausgeschlossen ist. Aber seine Handlungen dezimierten eine Generation, und erzwangen so die Verbannung zum Märchen; die magische Welt schützt ihre Kinder im Allgemeinen sehr."

Hermine dachte, dass sie endlich auf den Punkt gekommen waren. „Aber jetzt, da wir zwei Leute haben, die schon siebzehn sind, ist dieser ganze Schutz verschwunden, und sie sind für den Höchstbietenden verfügbar."

„Das fürchten wir", stimmte er zu. „Wenn Voldemort davon erfährt, wird er diese zwei Erwachsenen für sich beanspruchen wollen. Es gibt momentan keine Daten darüber, was die genauen Ergebnisse davon sind, mit zwei Reinen Erwachsenen zu verkehren, aber die Indizien deuten stark darauf hin, dass er einen exponentiellen Machtzuwachs erfahren würden."

„Scrimgeour ist offensichtlich ebenfalls erpicht darauf, diese Wahl zu bestimmen, egal ob er annimmt, dass er damit davonkommt, die Macht für sich selbst zu beanspruchen", zeigte Severus rasch auf, als hätten sie nicht verstanden, dass beide Männer in dieser Sache skrupellos sein würden. „Er sucht seit Monaten nach einem Weg, Macht zurück zu erobern. Wenn aus keinem anderen Grund, so bin ich sicher, dass er denkt, er könne... deine Kooperation mit dem Ministerium gewinnen, Mr. Potter, und das wäre in der Tat ein Coup."

Klugerweise ignorierte Harry dies, vielleicht verstand er, dass Severus nicht angedeutet hatte, dass Harry dem Plot unterliegen würde. Stattdessen sagte er: „Können die Schriftrollen geöffnet werden? Ich meine, es muss doch einen Weg geben, sie aufzumachen, richtig, oder warum würden sie sonst existieren?"

Albus erklärte: „Diese speziellen Schriftrollen werden auf die betreffende Person eingestimmt sein. Das Ministerium hat darauf bestanden, dass sie von diesen Vorkommnissen in Kenntnis gesetzt werden müssen, wegen der dabei erzeugten magischen Energie. Der Zaubergamot hat sich letztendlich dafür entschieden, aber mit der Einschränkung, dass es das Recht der einzelnen Personen sein würde, spezifische Informationen nach eigenem Ermessen preis geben zu können. Nur weil jemand eine große Kraft hat, folgt daraus nicht automatisch, dass er sie missbrauchen wird." Seine Augen schienen für einen Moment auf Harry zu ruhen. „Das Ministerium ist sich somit der potentiellen Gefahr bewusst und kann nach ungewöhnlichen Ausbrüchen scannen, aber sie können keine einzelne Person lokalisieren."

Minerva fuhr fort: „Es gibt keine Berichte darüber, dass solche Rollen je von jemand anderem als den zugedachten Personen geöffnet wurden."

Severus fügte seinen eigenen sardonischen Kommentar: „Und klügere und bessere Männer als solche wie Scrimgeour und der Dunkle Lord haben es versucht. Sie werden allerdings andere Methoden anwenden."

„Deswegen habe ich diese Neuigkeiten zu eurer Aufmerksamkeit gebracht", ergriff Kingsley wieder das Wort. „Die beiden Reinen Erwachsenen müssen gefunden werden."

Hermines Stimme war trocken. „Was für ein Segen es für unsere Seite wäre - „

„- sie für uns zu gewinnen."

Für einen Moment hatte Hermine einen merkwürdigen Eindruck davon, wie es sein musste, die Weasley-Zwillinge zu sein, wenn jemand anderes dachte, was man selber dachte, und angefangene Sätze beenden konnte. Rons ganze Seite des Tisches wirkte aufgebracht, wobei Ron darauf fokussiert schien, dass sie und Severus die gleiche Meinung ausgesprochen hatten, während Remus, Molly und Arthur mehr betroffen von der Idee an sich wirkten.

„Ich bin mir sicher, dass wir alle überein stimmen, dass diese Leute beschützt und nicht ausgenutzt werden müssen."

Interessanterweise war es Harry, der gesprochen hatte, nicht Albus.

„Niemand wird gezwungen werden, etwas gegen ihren Willen zu tun", versicherte der Schulleiter ihnen allen.

Hermine schien ihren Zynismus nicht unterdrücken zu können, als sie sich vorstellte, was zweifelsohne für den Nutzen ihrer Seite stark ermutigt werden würde, sollten sie die zwei Reinen Erwachsenen finden.

„Ich bin mir sicher, dass wir überein stimmen können", fuhr der Schulleiter mit einem strengen Blick auf jeden einzelnen fort, „dass die betreffenden Hexen oder Zauberer sehr viel sicherer wären, wenn sie zuerst von uns anstatt von Voldemort gefunden würden."

Das, musste Hermine zugeben, war auf jeden Fall wahr.

„Wie lange, bevor Voldemort Bescheid weiß?" Harry richtete die Frage an Severus, der nicht erfreut über diese Forderung nach Informationen schien, aber dennoch antwortete.

„Die Identität der Maulwürfe im Ministerium ist nur dem Dunklen Lord bekannt. Ich ahne, angesichts einiger der Informationen, die uns mitgeteilt werden, dass es jemanden weit oben in der Administration gibt. Auf die ein oder andere Weise tendieren wichtige Infos wie diese dazu, ans Licht zu kommen."

Harry, Ron und Hermine teilten ein Lächeln, das den anderen wahrscheinlich unpassend erschien, aber sie war ziemlich sicher, dass sie sich alle an eine ähnliche Aussage erinnerten, die Dumbledore mit Harry nach dessen Kampf mit Quirrell und Voldemort um den Stein der Weisen geteilt hatte.

„Okay, aber theoretisch gesehen", wies Ron mit guter Logik hin, „gerade da wir nicht wissen, wie viel Zeit zwischen dem, äh, Vorfall und dem Ankommen der Schriftrolle im Ministerium liegt, ist es nicht möglich, dass die zwei Leute gar keine Schüler mehr sind? Oder zumindest, ihr wisst schon", suchte er verlegen nach den passenden Worten, „nicht mehr Rein?"

Severus feixte ob Rons Verlegenheit. „Die Rolle ist schätzungsweise so verzaubert, dass sie entweder verschwindet, wenn ihre Funktion erfüllt ist, oder sie den geänderten Zustand auf irgendeine Weise anzeigt."

Kingsley nickte. „Stebbins Notizen haben es nicht genau angegeben, also war es nicht direkt ersichtlich durch seine Erforschung der Schriftrollen. Wo auch immer sie jetzt sind, ich bezweifle, dass wir die Originale in die Hände bekommen können. Deine Frage ist berechtigt, Ron, aber angesichts Scrimgeours Reaktion erscheint es wahrscheinlich, dass zumindest er große Hoffnung darin setzt, dass die betreffenden Individuen noch Rein sein werden, wenn er sie findet."

„Von dem, was ich gelesen habe", sprach Remus neben Ron zum ersten Mal, seit die Diskussion begonnen hatte, „scheint es unwahrscheinlich, dass die beiden Leute ihrer... Libido lange widerstehen können. Bestimmt nicht jahrelang."

Niemand schien dies bestreiten zu wollen.

„Also Siebtklässler", sagte Ron fröhlich. „Wollt ihr, dass wir unsere Mitschüler befragen?"

„Es wäre nützlich, wenn ihr eure Augen für ungewöhnliches Verhalten offen halten könntet", sagte Albus diplomatisch.

„Damit es nicht sofort die ganze Schule weiß", endete Severus abfällig, aber nicht, wie Hermine stumm zugab, unbegründet.

Ron sträubte sich, aber Harry legte eine Hand auf seinen Arm.

„Wir werden versuchen, den Jungfrauen subtil auf die Spur zu kommen", versprach er pflichtbewusst, sein Tonfall spaßig genug, dass Rons Ärger verrauchte und Severus aufgebracht über die Leichtfertigkeit erschien.

Albus verhinderte einen möglichen Streit. „Ich werde andere Ordensmitglieder unsere Absolventen auskundschaften lassen, für alle Fälle." Kingsley nickte. „Da viele von ihnen schon geheiratet haben, können wir die Aufgabe wohl schnell beenden. Ihr drei und Severus, Minerva und ich selbst werden die Situation an der Schule überwachen. Severus wird sein bestes tun festzustellen, was Voldemort von dem Thema weiß. Wenn die breite Bevölkerung auf die Neuigkeiten aufmerksam wird, werden wir zu gegebener Zeit einen Schlachtplan entwerfen. Bis dahin werden wir uns gegenseitig informiert halten."

Sie erkannten die Verabschiedung in seinen Worten, und so standen die verbleibenden Ordensmitglieder zusammen auf.

Also, fragte Hermine Fawkes, als sie ihren Stuhl zurückschob, hat er gestanden, dass er mehr weiß, als er uns mitgeteilt hat?

Er hat es nicht mit mir besprochen, nein.

Wozu bist du gut, wenn du keine Informationen für mich aufstöberst?

Er gab ihr das mentale Äquivalent einer heraus gestreckten Zunge, und sie erwiderte mit einem gedanklichen Lächeln.

Severus, Albus und Minerva machten sich auf den Weg nach Hogwarts und Hermine konnte ihnen nur ein allgemeines Lebewohl sagen; sie waren die einzigen, die direkt nach Hogwarts zurückkehrten, da alle anderen am nächsten Morgen die Eskorte zu King's Cross bilden würden. Ginny, zweifellos extrem genervt, dass sie nur sechzehn war und es bis zum nächsten August bleiben würde, war bereits oben.

Diejenigen, die blieben, trabten die Treppen hinauf, bis das Trio schließlich alleine war und bis zum fünften Stock hochstieg, wo sie als einzige wohnten. Als Hermine während des Sommers nach dem fünften Schuljahr angefangen hatte, in dem Haus zu leben, hatte sie das gesamte obere Stockwerk für sich beschlagnahmt, und abgelehnt, weiterhin im ersten Stock zu wohnen, wo andauernd Leute über ihrem Kopf hinweg zu ihren Zimmern liefen.

Als Harry und Ron zu ihr gestoßen waren, schien es nur logisch, sie auch dort oben unterzubringen, wenn man die Menge Zeit in Betracht zog, die sie zusammen verbrachten. Da mehrere Wochen mit diesem Arrangement vergangen waren, bevor es jemand merkte, durfte es weiter bestehen.

„Zwei Jungfrauen, hm? Wer schätzt ihr ist es?", fragte Ron vergnügt.

„Ich denke kaum, dass das eine Frage ist, die wir hier und jetzt beantworten können", sagte Hermine trocken.

Ron ignorierte sie. „Was ist mit Susan Bones? Als Seamus mit ihr ausgegangen ist, hat er gesagt, dass sie ihn nicht rangelassen - „

Hermine blieb abrupt stehen, sodass Harry beinahe in sie hineinlief, bevor er ihr knapp auswich und Ron ihrer Gnade überließ. Sie wirbelte herum und starrte ihn finster an, die Hände auf den Hüften.

„Nur weil Susan den guten Verstand hatte, sich nicht mit diesem sexbesessenen Rüpel abzugeben, heißt das nicht, dass sie eine Jungfrau ist. Es zeigt nur, dass sie Geschmack hat."

Ron schnitt eine Grimasse, eindeutig ungehalten mit ihrem Ärger und ihrem Kommentar. Wie Harry wich er ihr schließlich aus, und sie gingen weiter den Flur entlang.

„Was ist dann mit diesem Ravenclawmädchen, wie heißt sie, Mindy? Mandy?", schlug Ron vor, ohne ihren Zorn zu bemerken. „Oder Bulstrode." Er schnitt eine Grimasse. „Garantiert sie. Sicher würde niemand - „

„Gibt es einen bestimmten Grund, dass nur Frauen auf deiner Liste stehen?", fragte Hermine kühl.

Ron sah sie an, als hätte sie Tentakeln entwickelt. „Bist du verrückt, 'Mine? Kein Kerl bei klarem Verstand wäre mit siebzehn noch eine Jungfrau."

An diesem Punkt wirkte Harry beinahe so genervt wie sie, aber es war dennoch sie, die Ron erneut anfauchte: „Ich habe mehr Respekt für einen rücksichtsvollen Jungen, der mit siebzehn eine Jungfrau ist, als für einen Jungen, der seine Jungfräulichkeit mit vierzehn an das erste Mädchen verliert, das ihre Hüften für ihn schwingt."

Ron wurde rot bis zu seinen Ohrenspitzen, und sie wusste, dass er kurz davor stand zu explodieren, erst mit Zorn und dann mit verlegenen Fragen.

„Aber was ist mir Crabbe, 'Mine?", fragte Harry mit scheinbarer Ernsthaftigkeit. „Und Goyle? Glaubst du wirklich, dass jemand freiwillig mit ihnen geschlafen hat?"

Die Aufmerksamkeit des Rotschopfes war sofort abgelenkt. „Ooh, es sind garantiert die, ich bin mir sicher. Wir können sie austricksen, dass sie es morgen zugeben, ich weiß, wir können..."

Sie schüttelte ihren Kopf über den Meisterstrategen bei der Arbeit und wünschte den anderen beiden eine Gute Nacht. Ihr Zimmer war am Absatz der Treppe, daneben Harrys und dann Rons. Ihrer war der einzige Raum auf diesem Stock mit eigenem Bad, die Jungs teilten sich das am Ende des Flurs neben Rons Zimmer.

Sie zog ihren Pyjama an, Flanellhose und ein Baumwolltop. Hermine war nicht sicher, ob es an der Aura des Hauses lag oder ob tatsächliche Zauber verwendet worden waren, aber selbst im Hochsommer blieb es kühl und düster, trotz der Verbesserungen, die gemacht wurden, seit Sirius das Haus dem Orden überlassen hatte.

Nicht nur war es immer sauber, aber Harry hatte endlich Mrs. Blacks Porträt entfernt, auch wenn er nicht sagen wollte wie, und sie war es gewesen, die die Elfenköpfe mit Hilfe eines obskuren Zaubertrankrezeptes zur Ruhe gelegt hatte, das sie in einem der sogar noch obskureren Bücher gefunden hatte, die in der Bibliothek verborgen gewesen waren.

Sie dachte nicht, dass jemand anderem klar war, wie viele Bücher sie sich wirklich angeeignet und in ihrem Zimmer verstaut hatte. Auf jeden Fall waren dort Folianten vorhanden gewesen, von denen sie ziemlich sicher war, dass der Großteil des Ordens nicht wollen würde, dass sie, Harry oder Ron sie in die Hände bekämen, und so hatte sie die mögliche Auseinandersetzung auf die zweckmäßigste Weise vermieden.

Fertig mit waschen und Zähne putzen stieg sie in ihr Bett, wobei der alte Holzrahmen leicht quietschte, aber machte sich nicht die Mühe das Licht zu löschen. Tatsächlich, obwohl sie keine offizielle Verabredung getroffen hatten, erklang ein paar Minuten später ein kaum hörbares Klopfen an ihrer Tür, die sich sofort öffnete und den unordentlichen, dunkelhaarigen Kopf des Retters der magischen Welt offenbarte. Sie gab ihm ein Zeichen einzutrete, und klopfte auf den Platz neben sich auf der dunkelblauen Patchworkdecke.

Bald saßen sie Seite an Seite, ihre Schultern und Beine berührten sich und ihre Rücken lehnten an der kühlen Außenwand. Sie war näher am Kopfende des Bettes und er am Fußende, und sie saßen in Richtung der geschlossenen TÜr, die in den Flur hinaus führte. Sobald sie das Zimmer gegen Unterbrechungen und Abhören abgesichert hatte, wandte sie sich ihm mit einem Lächeln zu.

„Ich finde, wir hatten ein schönes erstes Mal."


[2] Ich bezweifle, dass JKR vorhatte, dass Hermine den Zeitumkehrer so häufig verwendet hat, wie ich das hier andeute. Ich denke aber nicht, dass es völlig ausgeschlossen ist, und so habe ich es in dieser Geschichte angenommen.


Kapitel Zwei, in dem ein Plan ausgebrütet wird, folgt nächsten Donnerstag.