Hier wäre das zweite Kapitel für meine Story.

Falls sie irgendjemandem gefällt, würde ich wirklich gerne ein Review haben ;)


2.Kapitel

Doch, wie konnte es anders sein, kam er gar nicht erst beim Abendessen an.

Noch fröhlich auf dem Weg, sah er plötzlich eine Schar von Gryffindor-Mädchen. Er wollte eigentlich wie immer möglichst arrogant an ihnen vorbeigehen. Er straffte die Schultern ein wenig und hob den Kopf leicht an, er wollte für diese Gryffindors so unnahbar wie möglich erscheinen. Doch dann erkannte er plötzlich, dass es genau diese gewesen Mädchen waren, die sich vorhin vor dem Fenster drapiert hatten, aus dem er, mehr ausversehen als absichtlich, geschaut hatte.

Schnell zog er seinen Kopf ein, doch es war bereits zu spät.

„Riddle!", Oh, nein, warum passierte das gerade heute immer ihm?. Crawl kam auf ihn zu und schien nicht gerade in bester Stimmung zu sein. „Mitkommen! Sofort!", seine Stimme ließ keinerlei Widerspruch zu. Tom seufzte innerlich schwer und ging, mit seinem typischen Lächeln auf dem Gesicht, hinter Crawl her. Dieser war augenscheinlich auf dem Weg in sein Büro.

„Dieser Tag kann gar nicht mehr schlimmer werden", dachte er nun wirklich am Boden und wich den Blicken aus, die ihm folgten, wie er da so resigniert hinter dem Professor herlief. Er machte gar nicht erst den Versuch, irgendein Wort der Verteidigung zu sagen, Crawl würde ihm sowieso nicht glauben.

Crawl riss die Tür zu seinen Räumen auf. „Da rein", kommentierte er. Tom folgte und bald darauf stand er vor Crawls Schreibtisch, während Crawl selbst sich dahinter auf einem Stuhl platzierte.

Er wartete geduldig, dass sein Lehrer etwas sagen würde, doch Crawl sagte gar nichts und starrte ihn nur an. Tom starrte seinerseits zurück. Sollte das hier ein Kräftemessen im Starren werden? Langsam aber sicher wurde ihm sehr unwohl in seiner Haut und er wand sich unter den Blicken seines Zauberkunst Lehrers.

Dann endlich erhob Crawl die Stimme: „Sie haben also beschlossen, sich nicht an meine Anweisungen zu halten, Mr. Riddle? Ich habe Ihnen gesagt, sie sollen ihr Glück woanders suchen, doch Sie halten es für klug, nicht auf mich zu hören?"

Tom war versucht, ihm eine bestätigende Antwort zu geben, da sein Lehrmeister ihm eh nichts glauben würde, doch er antwortete: „Sir, es tut mir leid, es wird nicht wieder vorkommen." Somit hatte er sich immer noch um eine Aussage gedrückt, die bestätigt hätte, dass er den Mädchen wirklich nachgestellt hatte. Er hatte lediglich bestätigt, sich nicht ganz an Crawls Anweisungen gehalten zu haben.

Crawl schien mit dieser Antwort absolut nicht zufrieden zu sein. Er hatte wohl gehofft, dass er ein Wort des Widerspruchs einlegen würde, doch Tom kannte Crawl lange genug, um zu wissen, wie er sich verhalten musste. „Na schön", sagte er etwas lahm, „dann werden Slytherin weitere zehn Punkte abgezogen. Und wenn ich Sie das nächste mal in der Nähe eines dieser Mädchen sehe und ich habe das Gefühl, Sie stellen ihnen nach, dann beten Sie darum, dass ich Ihnen nicht fünfzig abziehe. Und jetzt gehen Sie besser, oder Sie werden das Abendessen verpassen."

„Natürlich, Sir." Er ging langsam aus dem Raum und entfernte sich von Crawls Büro. Dieser vermaledeite Mistkerl! Wie sollte er jetzt noch sein Abendessen genießen? Er hatte heute schon fünfzehn Punkte verloren. Fünfzehn!

Er ging lustlos in Richtung der Großen Halle. Sollte er wirklich zu Abend essen? „Na ja, Nahrung braucht der Körper nun mal", dachte er und lenkte seine Schritte nun entschiedener.

Die Halle war noch gut gefüllt als er ankam und so ging er zum Tisch der Slytherins. Seine Freunde saßen an ihrem angestammten Platz und er gesellte sich zu ihnen.

Dort saß nur eine Gruppe von vier Leuten, ihn nicht mitgezählt.

„Was wollte denn Crawl von dir, Tom?", der neben ihm sitzende David O'Neill fragte ihn diese Frage.

War ja klar, dass dies das Gespräch des Abends werden musste. „Frag ihn doch selbst", antwortete er mürrisch. Er hatte jetzt nun wirklich keine Lust, diese bescheuerte Geschichte zu erzählen, die seine Freunde dann womöglich noch in den falschen Hals bekommen könnten. Die Gryffindors waren ihr absolutes Hassobjekt und wenn Tom ihnen diese Story auch noch brühwarm erzählen würde, dann hätte er für immer bei ihnen verschissen. Und nicht mal ein Tom Riddle kam ganz ohne Gesellschaft aus.

„Jetzt komm schon, Tommy!", in diesem Augenblick hätte Katherine Jones, die ihm gegenüber saß, wohl nichts Falscheres sagen können.

Er schloss die Augen, holte tief Luft und öffnete besagte dann wieder. „Wie oft habe ich dir eigentlich schon gesagt, dass du mich nicht so nennen sollst? Ich habe wirklich keine Lust mir die Diskussionen über einen Spitznamen für mich noch weiter anzuhören! Also nennt mich entweder Tom oder lasst es einfach bleiben! Und was diese Sache mit Crawl angeht: Haltet euch da raus!" Mit diesen Worten stand er vom Tisch auf, griff sich ein Stück trockenes Brot und rauschte aus der Halle.

„Gibt es eigentlich irgendeinen Menschen auf der Welt, der mich nicht auf seiner schwarzen Liste hat?" Nun vollends am Tiefpunkt angelangt und auch ein bisschen schlechtes Gewissen habend, da er seine Freunde ohne ersichtlichen Grund angemault hatte, ging er durch die Gänge des Schlosses, um sich abzureagieren.

Doch die Krönung des Abends war noch nicht gekommen. An einer Ecke stieß er noch unglücklich mit jemandem zusammen. Er versuchte auszuweichen, doch es war bereits zu spät. Sein Gegenüber geriet ins Straucheln und war kurz davor hinzufallen. Doch Tom hatte ausgezeichnete Reflexe, die er sich beim Quidditch antrainiert hatte, und ihm gelang es, die Person am Arm zu fangen. Dabei ließ er jedoch noch sein Brot fallen, dass er sich extra noch geistesgegenwärtig mitgenommen hatte.

„Tut mir leid, ich-", fing er an, doch dann erkannte er, dass er eine Gryffindor aufgefangen hatte und, wie könnte es auch anders sein, eine ganz bestimmte Gryffindor. Eines der Mädchen von heute Mittag. Konnte dieser Tag noch besser werden? Gleichzeitig kam natürlich die Frage auf: Steckten diese Mädchen mit Crawl unter einer Decke und verfolgten sie ihn?

Schnell ließ er das Mädchen los und schaute sich hektisch nach Crawl um, doch sein Professor schien ausnahmsweise nicht in der Nähe zu sein.

Das Mädchen setzte einen bösen Gesichtsausdruck auf, als sie erkannte, wer sie da umgerannt und aufgefangen hatte. Doch Tom schaute mindestens genauso böse zurück. Er vermutete schlichtweg Absicht hinter seinem unglücklichen Zusammenstoß.

Nach mindestens einer Minute Gestarre wurden seine Augen langsam so trocken, dass er dringend blinzeln musste und so wandte er sich einfach von der Gryffindor ab und wollte wie üblich weiterstolzieren.

Doch das Mädchen war es augenscheinlich nicht gewohnt, umgerannt, aufgefangen und dann einfach stehen gelassen zu werden. Sie sagte schnippisch: „Ist das die neue Anmache von euch Slytherin-Typen?"

Tom drehte sich langsam um. Hatte er das wirklich gerade gehört? Dieses Mädchen, diese Gryffindor, zog es wirklich in Betracht, dass er, Tom Riddle, seines Zeichens Vertrauensschüler, sich dazu herablassen würde, sich mit einer Gryffindor einzulassen? Noch nicht einmal die verzweifelsten Slytherins hatten so etwas jemals in der Geschichte von Hogwarts getan.

Tom musterte das Mädchen ausgiebig, begann dann zu grinsen und sagte: „Ich glaube, du überschätzt deine Chancen, Schätzchen!" Im Stillen musste er jedoch zugeben, dass sie so schlecht nicht aussah. Sie hatte hellbraune, halblange Haare und ein hübsches Gesicht.

Die Gryffindor ließ sich von Tom jedoch keineswegs aus der Ruhe bringen. Selbst wenn er sie verletzt haben sollte, konnte er es nicht erkennen. Sie zuckte mit keiner Wimper und schaute ihn nur weiter aus ruhigen grün-blauen Augen böse an.

Sie schien ihm kein Wort zu glauben, was Tom nicht besonders kümmerte und kurz darauf war er schon wieder dabei, einfach zu gehen und nicht noch mehr Zeit bei ihr zu verbringen und Crawl damit eine Chance geben, ihn doch noch zu erwischen, doch die Braunhaarige schien sich gerade mit dem Gedanken angefreundet zu haben, mit einem Slytherin ein Streitgespräch zu führen.

„Hm, sehr überzeugt von sich, wie ich sehe. War das der Grund, warum dich deine Letzte sitzen gelassen hat? Hat sie gemerkt, was für ein Blödmann du bist?"

Wahrscheinlich ohne es zu wollen, hatte das Mädchen einen wunden Punkt bei ihm getroffen. Was das Schlussmachen in einer Beziehung anging, war Tom sehr eigen und es war auch wirklich immer er gewesen, der gesagt hatte, es ginge nicht mehr. Er trat einen Schritt näher an die Gryffindor heran. „An deiner Stelle würde ich jetzt verschwinden, denn ich hatte heute einen wirklich beschissenen Tag und ein kleiner Fluch würde mir wahrscheinlich gut tun und bevor ich ihn an dir ausprobiere, solltest du lieber entschwunden sein!", er hatte diese Worte nur wütend gezischt, denn er war nun mal in schlechter Stimmung und wenn sie nichts besseres zu tun hatte, als ihn zu ärgern, dann würde sie die Konsequenzen auch zu spüren bekommen!

Das Mädchen machte aber keinerlei Anstalten, auch nur einen Zentimeter zur Seite zu weichen. Stattdessen legte sie nur ein spöttisches Grinsen auf. „Der große Tom Riddle ist also bereit ein Mädchen zu verhexen. Was werden nur die Lehrer dazu sagen, wenn sie das herausfinden? Der wunderbare Musterschüler würde ihn ihren Augen zu einem fiesen, kleine Jungen werden."

Tom biss die Zähne zusammen. Diese Gryffindor wurde ja wirklich immer dreister! „Wenn ich das will, dann hexe ich dich in die Sahara, wo es keinen mehr interessieren wird, ob du von mir oder irgendeinem anderen dahingebracht wurdest!" Trotz allem sprach er immer noch sehr leise, damit auch ja niemand ihn hören konnte.

„Ach ja? Man bist du eingebildet, Kleiner!", mit diesen Worten drehte das Mädchen sich von ihm weg und ging.

Kleiner? Kleiner? „Oh, das kriegt sie wieder!", dieser und weitere böse Gedanken durchdrangen seinen Kopf, während er dem Bedürfnis widerstand ihr hinterherzulaufen und mal so richtig zu verhexen.

Dieses Mädchen hatte die Wahl getroffen. Sie hatte sich einen Kleinkrieg mit ihm eingehandelt und der würde für sie bestimmt nicht lustig enden.

Jetzt musste er nur ganz schnell einen Weg finden, wie er sie verhexen konnte, ohne dass Crawl von der Sache Wind bekam, denn sonst könnte er in wirkliche Schwierigkeiten geraten.

Er grinste, er liebte Herausforderungen. Und das hier war genau die richtige Art davon.

Zielstrebig setzte er sich in Bewegung und stand kurz darauf in der Bibliothek. Auch wenn die wirklich interessanten Bücher in der Verbotenen Abteilung standen und für ihn somit nur nachts zu erreichen waren, konnte man hier schon mal einiges an Informationen besorgen. Also, womit konnte er dieser miesen Gryffindor-Göre so richtig Dampf unterm Hintern machen?

Er ging an den Regalen entlang und blieb ab und zu stehen, um sich einen Buchrücken näher zu betrachten. „Handhabung der gefährlichsten Tierwesen", las er. „Könnte vielleicht nützlich sein..." Nein, sie konnte immerhin denken, dass hatte sie bewiesen, auch wenn er das nicht gerne zugab. „Einfache Zauber", so etwas hatte er seit dem ersten Schuljahr nicht mehr gemacht. Also weiter. „Scherzzauber zum Ausprobieren". Er blieb stehen und zog das Buch aus dem Regal. Die Zauber, die in diesem Wälzer standen, waren zwar eigentlich nicht ganz sein Niveau, doch unter den gegebenen Umständen, waren diese Sprüche durchaus vertretbar. Vor allem würde niemand auf den Gedanken kommen, dass er irgendetwas mit dieser Sache zu tun haben könnte.

Vor allem nicht Crawl.

„Tom!", hörte er jemanden hinter ihm leise rufen. Er drehte sich um und erkannte Katherine. „Was tust du da?" Sie musterte das Buch in seinen Händen.

„Nichts, Kate", sagte er schnell und verstecke den Titel mit seiner Hand, bevor sie ihn entziffern konnte. „Wie war das Abendessen?"

Seine Gegenüber schaute erst etwas verwirrt drein, zuckte dann kaum merklich mit den Schultern und antwortete: „Wie immer. Nichts Besonderes."

Katherine Jones war eine von wenigen Auserwählten. Sie war eine Freundin von Tom Riddle, dem zur Zeit besten Schüler von Hogwarts. Sie war eine typische Slytherin. Reinblüterin und sehr stolz darauf. Wie eigentlich jeder Slytherin hasste sie die Gryffindors wie nichts anderes auf der Welt. Auf ihre Weise wirkte sie natürlich hochnäsig und arrogant, doch auch das war eine Eigenschaft, die jeder aus dem Hause Salazars besaß. Äußerlich war sie ziemlich normal, schwarze, lange Haare und dunkle Augen. Sie hatte ein schmales Gesicht und war auch vom Körperbau her ziemlich mager.

Er sah sie an. Dann wurde ihm wieder bewusst, dass er beim Abendessen nicht gerade wie ein Gentleman gehandelt hatte. „Na ja, äh, wegen vorhin. Ich hatte nicht vor dich zu beleidigen...", seine Stimme wurde schwach. Er konnte sich einfach nicht entschuldigen. Das lag höchstwahrscheinlich in den Genen, auch wenn er gar nicht wusste, wer seine Eltern überhaupt waren. Er ging davon aus, dass es beide Magier gewesen sein mussten, denn sonst wäre er kaum im Hause Slytherin.

„Mach dir mal keinen Kopf. Ich bin solche Dinge von dir gewohnt, falls du dich erinnerst", sie setzte ein ironisches Grinsen auf. „Willst du noch was Geheimnisvolles machen, oder kommst du mit in den Gemeinschaftsraum? Dave glaubt, er hätte was Interessantes entdeckt", ihr Grinsen wurde noch eine Spur fieser. David O'Neill glaubte immer, er hätte etwas „Interessantes" entdeckt.

„Geh schon mal vor. Ich komme direkt."

Kate schaute ihn noch einen Moment mit ihrem „Habe-Ich's-Doch-Gewusst!"-Blick an und ging von dannen.

Tom hingegen setzte sich kurz an einen Tisch, um sich ein paar der Sprüche einzuprägen. Er konnte das Buch schließlich nicht mitnehmen, denn dann müsste er sich in die Liste eintragen, wo alle aufgeführt waren, die sich eine Lektüre mitgenommen hatten. Das wäre zu auffällig gewesen.

Schließlich entdeckte er einen Zauber, der seinen Ansprüchen genügte. Er lächelte auf eine grausame Art und Weise, stellte das Buch zurück ins Regal und machte sich auf den Weg in den Gemeinschaftsraum.