Ein gebrochener Stab und seine ungeahnten Folgen
Eine Harry Potter Fanfiction
Author: Djap
Pairing: Severus Snape x Harry Potter
Disclaimer: Tja, gehört leider alles J.K.R. bis auf die Handlung natürlich – die ist meinem kranken Hirn entsprungen! Und ich gebe die auch nicht her! Nein, nein! Trotzdem verdiene ich auch nichts hiermit.
Hinweis: Eigentlich sollte das hier bloß eine KURZgeschichte über Snapes Zauberstab werden (den aus HOLZ natürlich, was ihr wieder denkt) und sollte sich um die Aussöhnung zwischen Harry und Sev drehen, aber irgendwie landen die beiden bei meinen Geschichten doch immer im Bett! Ich weiß auch nicht… seufz
Genre: Slash (Shônen Ai) / ein bisschen Humor / Lime (sollte zuerst Lemon werden, habe es mir dann aber doch verkniffen wegen einer quengelnden Elbin (Luna: schon wieder Sev x Harry nörgel) aber seht besser selbst, was ich dann aus „Rache" daraus gemacht hab zwinker)
Widmung: Für meine Königin Zoi, die so lieb mit mir nach dem passenden Holz gesucht hat!
So take a glass wine, lie back and enjoy
Eure Djap
Part 2 of 4
Kontakt: djap-chanweb.de
KOMMIS erwünscht
Ein gebrochener Stab und seine ungeahnten Folgen
Kapitel 2: Eine Shoppingtour
Snape starrte Harry an. Harry starrte Snape an. Dann starrte Snape seinen zerbrochenen Zauberstab an. Harry tat es ihm gleich und wurde blasser als der Tränkeprofessor. Dann hob Snape seinen Blick wieder und starrte erneut den Goldjungen an, der spürte, dass das Ende der Welt – oder wenigstens das Ende seines Lebens – JETZT bevorstand.
Snape hingegen war sprachlos.
Erneut starrte er auf seinen Zauberstab, der ihn seit dem Beginn seiner Schulzeit in Hogwarts begleitet hatte, dann wieder auf Harry. Endlich fand er seine Sprache wieder, wenn auch erst nach zweimaligem Räuspern.
„Mister Potter… DAS … WIRD … EIN … NACHSPIEL … HABEN… KOMMEN … SIE! Und was den Rest angeht, säubern Sie ihre Plätze und füllen Sie Proben ihrer Tränke in Phiolen ab. Mister Malfoy, Sie sammeln die Phiolen zusammen mit Miss Granger ein, und stellen sie auf mein Pult. Anschließend ist der Klassenraum zu räumen. Und was Sie angeht", damit war Harry gemeint, der erschrocken zuckte „LOS JETZT!"
Das letzte Mal war Harry am Ende des fünften Schuljahres in Dumbledores Büro gewesen. Doch so schnell, wie er jetzt an seinem Kragen nach oben in den Raum geschleift wurde, hatte er das Büro des Schulleiters noch nie besucht, das musste er zugeben.
Snape knirschte das Passwort und rauschte sogar schneller die Treppen nach oben, als sie sich bildeten, so dass er zweimal böse stolperte. Er war außer sich vor Zorn und hatte vielleicht nicht mal damals bei der Sache mit dem Denkarium dermaßen sauer ausgesehen.
„Albus, ich muss sofort mit ihnen reden!"
motzte er in den Raum hinein und überraschte damit Dumbledore, der sich gerade intensiv mit einem Buch beschäftigt hatte.
„Du meine Güte, Severus, solltest du jetzt nicht im Unterricht sein? Und solltest du den jungen Mister Potter nicht doch mal besser loslassen? Er kriegt ja schon keine Luft mehr und sein Gesicht läuft blau an…"
tadelte der Mann zu Harrys Glück den wütenden Professor. Snape leistete der Aufforderung des Schulleiters sogar Folge, wenn auch nicht ohne hasserfüllten Blick und hielt diesem die kläglichen Überreste seines Zauberstabes unter die Nase.
Harry hatte das Gefühl, dass Dumbledore ein Kichern unterdrücken musste. Harry rollte genervt mit den Augen, sah der Mann denn nicht, dass er in der Klemme steckte? Wenn er Snape jetzt auch noch auslachen würde, weil er sich wie ein kleines Schulmädchen benahm, konnte Harry wirklich sein Testament machen. Aber der Schulleiter beherrschte sich und schaute entrüstet:
„Wie ist DAS denn passiert, Severus?"
„DER DA…" Snape zeigte auf Harry „hat ihn kaputt gemacht. Ich verlange, dass er dafür bestraft wird!"
Petze! dachte sich Harry, und hätte fast gegrinst. Das musste den Tränkemeister wirklich hart getroffen haben, wenn er NUR auf eine Bestrafung pochte, noch nicht einmal vorschlug WELCHE es sein sollte. Vorzugsweise ist es normalerweise sein Rausflug aus Hogwarts oder sein Verweis aus der Zauberergesellschaft.
Mit Weniger gab sich der Professor in seinem Fall normalerweise gar nicht erst ab. Irgendwie tat es Harry bei dieser Erkenntnis leid, es war ja wirklich nicht seine Absicht gewesen. Deshalb kratzte er jetzt allen Mut zusammen und sprach, bevor Dumbledore sich ihm zuwenden konnte:
„Er hat Recht, es war meine Schuld. Es tut mir aber leid und ich würde ihn gerne dafür entschädigen, wenn ich irgendwie kann."
Nicht nur Dumbledore schaute ihn verblüfft an, sondern auch Snape. Hatte der Tränkemeister da gerade richtig gehört? Harry Potter hatte sich bei IHM entschuldigt? UND sein Zauberstab war kaputt! Manchmal war das Leben wirklich nicht fair zu ihm. An manchen tagen BLIEB man eben einfach besser im Bett, wenn einem danach zumute war.
„Und wie gedenken Sie das zu tun, Potter?"
zischte Snape jetzt und schaute noch immer verwirrt zu Harry.
„Ich könnte ja vielleicht Ihren neuen Zauberstab aus meiner eigenen Tasche bezahlen, wenn sie das wollen, Professor Snape."
Gab Harry zu und meinte es völlig ernst. Immerhin war es das Mindeste, was er tun konnte.
„Das hättest du gerne, was Potter?"
Snape machte einen großen Schritt auf ihn zu – kein Wunder bei DEN langen Beinen - bevor er weiter auf ihn einredete, wobei Harry heiß und kalt zugleich wurde „aber so einfach kommst du mir nicht davon! Du wirst mich begleiten, wenn ich den neuen kaufe! DAS wirst du tun. UND ihn bezahlen. Melde dich morgen nach dem Unterricht in meinem Büro, und bring deinen Reiseumhang mit!"
Sprachs und verschwand.
Harry schaute jetzt irritiert zu Dumbledore, der ihn ebenso verwirrt zurück anblinzelte:
„Äh, Professor Dumbledore? Habe ich ihn gerade richtig verstanden? Ich gehe morgen mit Professor Snape shoppen?"
„Ich fürchte ja Harry, das hast du ganz richtig verstanden."
„Können Sie mir das vielleicht erklären?"
„Tut mir leid, ich habe keinen Schimmer. Aber ich wünsche Ihnen beiden trotzdem viel Spaß morgen."
Haha, sehr witzig! Den werden wir bestimmt haben!
Dachte sich Harry ironisch und machte sich auf den Weg in den Gryffindorturm, da er jetzt zweifelsohne entlassen war. Na das konnte morgen ja heiter werden.
Harry stand wie bestellt mit seinem Reiseumhang vor der Bürotür des Tränkeprofessors und klopfte zaghaft an.
„Herein!"
knurrte es von drinnen und Harry seufzte noch einmal tief, bevor er der Aufforderung nachkam. Wo hatte er sich da nur wieder reinmanövriert.
„Ah, Mister Potter, da sind Sie ja endlich! Ich dachte schon, ich müsste Sie suchen kommen."
Harry wusste, dass er nicht schneller hätte kommen können, dennoch sparte er sich den Kommentar. Bei Snape konnte man besser gegen eine Wand reden, die verstand einen dann eher. Der dunkelhaarige Tränkemeister trug im Gegensatz zu seinen normalen, weiten Roben eine knackenge, schwarze Stoffhose, darüber eine ebenso enge schwarze Leinenjacke und seinen Reiseumhang.
Harrys Hormone purzelten bei dem Anblick wild durcheinander, denn ein Severus Snape, der sich Ausgeh-Schick gemacht hatte, war wirklich eine Seltenheit – noch dazu in Harrys Augen eine recht angenehme. Sogar die Haare hatte Snape sich in einem Zopf zusammengebunden, so dass seine durchaus markanten Züge um einiges besser zur Geltung kamen, weil er sich nicht unter den schwarzen Fransen verstecken konnte.
Harry bemerkte, dass er seinen Professor mit offenem Mund anstarrte und schloss diesen hastig, was dem Mann jedoch – Merlin sei Dank – entging, weil er gerade nach dem Flohpulver griff und Harry die Dose hinhielt.
Harry wurde mulmig, als er das Flohpulver sah und zögerte.
„Was ist, Potter?"
„Ich… habe ziemlich schlechte Erfahrungen mit Flohpulver gemacht."
„Was denn Potter…" in Snapes Augen blitzte es vergnügt und er schnurrte fast, so sehr gefiel ihm der Gedanke „Angst?"
Klar, dass Harry das nicht auf sich sitzen lassen konnte. Mutig, aber in seine Unterlippe verbissen griff er sich etwas Flohpulver, warf es in den Kamin und trat mutig in die Flammen.
„Winkelgasse!"
Und – wer hätte das gedacht – es funktionierte sogar. Direkt hinter ihm hörte er dann auch schon Snape, der aus dem richtigen Kamin hinter ihm trat und sich den Ruß vom Umhang klopfte. Dann wollte er zielstrebig losgehen, merkte aber, dass sein junger Begleiter ihm nicht folgte.
„Was ist denn jetzt schon wieder, Potter?"
Snape klang genervt – also wie immer – aber das störte Harry nicht im Geringsten. Er hatte die Winkelgasse bisher nur im Sommer betreten und sah sie jetzt zum ersten Mal im Winter. Und sie war wunderschön im Winter, fand Harry. Es schneite gerade und eine Zentimeterdicke Schicht Schnee hatte sich schon auf den Pflastersteinen abgesetzt, wo viele eilige Füße ihre unverkennbaren Spuren hinterließen. Harry mochte den Schnee und vor allem das Geräusch, dass er unter den Schuhen machte, wenn man auf ihn trat. Plötzlich hatte Harry das Bedürfnis, seine Gefühle jemandem mitzuteilen, selbst wenn es eben Snape war, der ihn begleitete.
„Im Winter gefällt mir die Winkelgasse noch mehr als im Sommer. Sie ist wunderschön! Und dann der ganze echte Schnee!"
„Ja, der Zauber in Hogwarts, der den ganzen Schnee sammelt und bis zum Winterende nicht abtauen lässt ist ja schön und gut, aber es geht nichts über die Kälte von echtem Schnee."
Gab Snape ehrlich zu und Harry starrte verblüfft zu diesem. Hatte der Tränkemeister vielleicht Fieber? War er krank? Harry machte sich ernsthafte Sorgen bis Snape sich doch endlich in Bewegung setzte.
Dann fiel Harry etwas ein und er sprach Snape erneut an:
„Professor Snape?"
„Hm?"
„Wieviel wird ihr neuer Zauberstab denn wohl kosten? Ich habe nur noch drei Galleonen bei mir, also muss ich wohl zuerst noch zu Gringotts."
„Nicht Ihr ernst!"
gab Snape entsetzt von sich und wurde noch bleicher.
„Äh doch, eigentlich schon. Warum?"
„Geht's nicht irgendwie anders?"
„Die Muggel, bei denen ich aufgewachsen bin, sind leider nicht besonders großzügig und alles was ich von meinen Eltern besitze liegt in Gringotts. Das ist doch ziemlich normal…"
Harry hatte nicht den blassesten Schimmer, wo denn jetzt das Problem war, aber Snape sah wirklich alles andere als begeistert aus. Endlich rang er sich aber zu einer Entscheidung durch:
„Na schön, aber ich will keinen Mucks von ihnen hören Potter, ist das klar?"
„Äh ja, klar!"
Eigentlich war nichts klar, aber Snape sah so verzweifelt aus, dass Harry sich darum wenig scherte. Stattdessen machte er sich auf Richtung Gingotts.
„Ich möchte gern etwas Geld aus meinem Safe entnehmen, ich bin Mr. Harry Potter und das hier ist mein Schlüssel."
Der Kobold nahm den Schlüssel wie üblich genau unter die Lupe, dann nickte er, während sich Snape an seiner Seite immer seltsamer verhielt.
Aber als sie dann an die Gondeln traten verstand Harry endlich, WAS dem Tränkemeister wohl solches Kopfzerbrechen bereitet hatte. Er wurde allein Beim Anblick der Gondeln schon grün im Gesicht.
Harry erbarmte sich, obwohl die Situation schon etwas Witziges hatte und meinte:
„Sie können ruhig hier auf mich warten, Professor, ich bin ja gleich zurück!"
„Das darf ich nicht, Mister Potter, selbst, wenn Sie nicht auf der schwarzen Liste von Sie-wissen-schon-wem stehen würden, dürfte ich Sie in der Schulzeit gar nicht alleine lassen, solange Sie sich nicht in Hogwarts befinden. Schulgesetz."
So sprang der Tränkemeister also über seinen eigenen Schatten und machte es sich in der Gondel „bequem" – will heißen er klammerte sich an allem fest, was er finden konnte und schloss die Augen.
Harry genoss die Fahrt, irgendwie hatte sie etwas vom Fliegen, das er so liebte und stand dann schließlich vor seinem Safe. Dort wurde er dann doch unschlüssig. Eigentlich wollte er es gar nicht, weil Snape wirklich hundeelend aussah, aber er musste ihn doch noch einmal stören.
„Wie viel soll ich denn nun überhaupt abnehmen Professor?"
„Ich habe keine Ahnung… Potter…" Snape schnaufte und versuchte seinen Magen unter Kontrolle zu bekommen „Ich habe bisher erst einen Zauberstab besessen, und den haben meine Eltern noch bezahlt. Ich bin nicht gerade auf dem neuesten Stand, was Zauberstabpreise angeht. Wie viel haben Sie denn für Ihren bezahlt?"
„7 Galleonen, aber ich habe keine Ahnung, ob das teuer war. Na schön, ich hebe für alle Fälle mal 15 Galleonen ab, das müsste ja auf jeden Fall reichen."
Er gab ihrem Fahrer, Griphook, ein Zeichen und er verließ mit 15 Galleonen und einem besonders bleichen, grüngesichtigen Tränkemeister mit kaltem Schweiß auf der Stirn Gringotts wieder. Snape schaffte es gerade noch bis zur nächsten Mülltonne, wo er sich dann hemmungslos übergab. Er HASSTE Gringotts wirklich. Schon immer.
Er spürte, wie zwei schlanke Arme ihn netterweise hielten und obwohl ihm das unangenehm war, unternahm er nichts dagegen. Selbst als Potter ihm dann aufhalf und in Richtung des Tropfenden Kessels zog, wehrte er sich nicht. Ihm war einfach nur hundeelend.
„Hallo Tom!"
Harry half Snape sich irgendwie auf einen der Hocker an der Bar zu setzen und begrüßte den Wirt dann freundlich, während er alle neugierigen Blicke der Gäste vehement ignorierte.
„Oh hallo, Harry. Schön dich zu sehen, aber was machst du denn mitten im Schuljahr hier. Ist etwas passiert? Und was macht der Professor hier mit dir?"
„Wir hatten ein kleines Malheur mit einem Zauberstab und müssen zu Ollivander. Also nichts Ernstes. Kannst du mir bitte ein Butterbier bringen und dem Professor einen Magenbitter? Keine Angst, ich rühre ihn schon nicht an."
Harry legte das Geld auf den Tisch und schaute Tom lange an. Schließlich nickte der.
„Gut, weil du's bist, Harry. Aber wenn dich jemand fragt, von mir hast du den Alk nicht!"
Harry nickte ebenfalls und wartete, bis Tom das Bestellte brachte. Aufmunternd versuchte er den noch immer völlig abwesenden Snape dazu zu bringen, wenigstens den Magenbitter zu trinken, was ihm schließlich auch gelang. Während er darauf wartete, dass der Alkohol wirkte und Snape wieder unter die Lebenden zurückholte, schlürfte er sein Butterbier und lauschte den Gesprächen der Zauberer hier. Es gefiel ihm hier sehr und er begann sich gerade so richtig wohl zu fühlen, als Snape neben ihm langsam wieder Lebenszeichen von sich gab.
„Es geht mir… besser Potter, wir können… gehen."
Harry sparte sich eine Widerrede und gemeinsam verabschiedeten sie sich von Tom um sich wieder zurück auf die Winkelgasse zu begeben.
„Wie viel schulde ich Ihnen, Mister Potter?"
fragte Snape schließlich und Harry schaute verwirrt.
„Na für den Magenbitter, stellen Sie sich nicht dümmer, als Sie sind, Potter."
„Nichts, nicht der Rede Wert. Wenn ich gewusst hätte, wie allergisch sie auf die Fahrten in den Gondeln reagieren, dann hätte ich mir einfach was von Hermine geborgt, bevor wir aufgebrochen sind."
Plapperte Harry munter drauf los, während er sich an den Auslagen in den Schaufenstern kaum satt sehen konnte. Hier in der Winkelgasse vergaß er immer gerne alles um sich herum und im Moment vergaß er, dass Snape eigentlich nie besonders nett zu ihm gewesen war.
„Das hätte ich ihr bestimmt im nächsten Sommer erst zurückgeben brauchen, das ist für sie kein Problem."
Ergänzte er weiter, ohne den völlig sprachlosen Ausdruck auf Snapes Gesicht zu bemerken.
„Ja sicher!"
knurrte dieser sarkastisch
„Das ich nicht lache. Das hätten Sie ganz BESTIMMT gemacht! Ein Potter für einen Snape, wer's glaubt!"
In Harrys Augen hatte sich plötzlich ein Feuer gebildet, dass Snape abbrechen ließ, als dieser sich ihm zuwandte:
„Hören Sie, SIE waren es, der mich zu IHREM Feind auserkoren hat. MIR hat ihre erste Unterrichtsstunde damals sehr gut gefallen, aber SIE waren der Meinung, mich ständig runtermachen zu müssen. Jetzt kommen Sie mir nicht damit ICH wäre an unserem schlechten Verhältnis Schuld. Ich mag Fehler gemacht haben, das gebe ich gerne zu, aber WER hat hier immer WEN provoziert, hm? ICH hatte bei Ihnen nie eine Chance und damit habe ich mich abgefunden, aber wagen Sie es NIE WIEDER, MIR die Schuld daran zu geben!"
Der Tränkemeister war so verblüfft, über Harrys plötzlichen Ausbruch, dass er ihn noch nicht einmal unterbrach. Zum zweiten Mal in dieser Woche hatte dieser Junge es geschafft, dass er sprachlos war. Besonders beeindruckend fand Snape auch die Tatsache, dass der junge Potter trotz all seiner aufgestauten Wut so leise gesprochen hatte, dass nur Snape ihn verstanden hatte.
Das zeugte von einer Beherrschtheit, die sonst nur Slytherin an den Tag legten. Erstaunlicherweise war genau diese Erkenntnis ausschlaggebend dafür, dass Snape nichts weiter darauf erwiderte.
ETWAS WAR tatsächlich anders an diesem Jungen. Er WAR anders als Black und im Besonderen anders als sein Vater es gewesen war. Er hatte über fünf Jahre in seiner Nähe gebraucht, um das endlich zu erkennen und es sich einzugestehen, aber er wusste nicht, wie lange er noch brauchen würde, um das auch dem Jungen zu sagen. Wie lange er brauchen würde, um sich aufrichtig bei ihm zu entschuldigen.
Um die Situation – und besonders sein eigenes Schweigen zu überspielen – zeigte Snape deshalb jetzt auf den Laden von Ollivanders und steuerte zusammen mit Harry wortlos auf diesen zu.
„Guten Tag!"
sagte Harry, als der alte Ollivander von den hinteren Teilen seines Geschäftes nach vorne trat und seine beiden Kunden begutachtete, während Snape dem Mann einfach nur zunickte.
„Harry Potter, Severus Snape. Was ist geschehen, dass ich Sie beide hier mitten in der Schulzeit antreffe?"
Snape kramte in seiner Umhangtasche und förderte die kläglichen Reste seines Zauberstabes zu Tage.
Ollivander nahm die Bruchstücke mit einer Zärtlichkeit entgegen, die deutlich zeigte, wie sehr er seinen Job und seine Arbeiten liebte. Dann nahm er sie mit seinen silbernen Augen einige Minuten lang genau unter die Lupe und untersuchte sie fachmännisch.
„Ja, ich erinnere mich an diesen Stab, Mister Snape. Mahagoni, 11 Einhalb Zoll, Einhornhaar, nicht besonders elastisch, gut für geradlinige Arbeit. Wir haben Stunden gebraucht, um das Richtige für Sie zu finden. Ich fürchte, der Stab ist leider nicht reparabel."
Harry hatte bisher recht selten gehört, dass jemand Snape nicht mit Professor angesprochen hatte, außer Dumbledore oder sein Pate Sirius und natürlich Remus Lupin.
Es hörte sich etwas seltsam an, aber es stellte Snape auch in einem ganz anderen Licht dar. Auch Snape hatte mal hier als Junge von elf Jahren gestanden und mit Mr. Ollivander zusammen seinen Zauberstab ausgesucht. Irgendetwas gefiel Harry an diesem Gedanken und er musste schmunzeln, auch wenn er nicht erklären konnte, warum.
„Wir werden wohl einen neuen für sie suchen müssen, Mister Snape. Und was führt Sie hierher, Mister Potter?"
Harrys Herz machte einen kleinen Aussetzer, denn es gefiel ihm ganz und gar nicht zugeben zu müssen, dass er für die Zerstörung solch liebevoller Arbeit verantwortlich war. Dennoch räusperte er sich und erklärte die Situation und auch die Tatsache, dass er hier war, um Snapes neuen Zauberstab zu bezahlen.
„So ist das also. Gut, dann wollen wir mal schauen, ob wir diesmal etwas genauso Gutes für Ihren Professor finden werden, Mister Potter."
Harry fiel auf, dass Ollivander sich offensichtlich nicht nur jeden Zauberstab merkte, den er verkaufte, sondern auch die Maßen der Hände, die sie benutzten. Im Gegenzug zu ihm sparte er es sich nämlich, Snapes Hände zu vermessen, obwohl er ja seit dem letzten Mal garantiert um einiges gewachsen war.
Harry hatte damals geglaubt, ein schwieriger Kunde zu sein, doch die Zeit, die er mit Snape in dem Geschäft verbrachte schien endlos zu sein. Wie damals bei ihm schon wurde Ollivander immer fröhlicher je größer der Haufen war, der keine Reaktion zeigte und irgendwann zauberte Ollivander ihnen noch einen weiteren Stuhl hinzu, damit sie es etwas bequemer hatten.
Irgendwann dann runzelte Ollivander die Stirn und ging in eine ganz andere Abteilung, in der er vorher nichts gesucht hatte.
Er blies den Staub von einigen Schachteln und suchte mit geschickten Bewegungen eine ganz bestimmte Schachtel heraus. Harry hatte plötzlich das komische Gefühl sich zu erinnern, dass sein Zauberstab aus der gleichen, verstaubten Ecke des Ladens gekommen war.
„Hier, Mister Snape, probieren sie diesen einmal: Trauerweide, Drachenherzfasern, 13 Zoll, recht biegsam, gut für neue Wege."
Weder Harry noch Snape hatten eine Ahnung, was der letzte Hinweis wohl zu bedeuten hatte, aber als der Tränkeprofessor den Stab ergriff und sicher schwang, schossen sofort grüne und silberne Funken daraus hervor.
Ollivander freute sich sehr über diese Entwicklung, aber auch seine beiden Kunden waren sehr begeistert.
End of Part 2
