Unterdessen hatte sich Tigris verlaufen und langsam begannen sie die vielen verschiedenen Gefühle im Schloss zu übermannen, erschöpft ließ sie sich irgendwo im Schloss, sie hatte keine Ahnung wo genau sie sich gerade befand, auf einem Fensterbrett nieder. Während sie versuchte die Gefühle aus ihrem Kopf zu bannen stieg der Mond immer höher und ohne es zu bemerken verdunkelten sich ihre Haare zu einem tiefen braunschwarz, wie immer in der Nacht, wenn das Serum nachließ. Wenn sie einen Spiegel bei sich gehabt hätte, hätte sie eine Brünette mit dunkelgrünen Augen und honigfarbener Haut darin gesehen. Doch der Spiegel lag dort wo ihr einziger Halt in diesen Nächten auch war, zuhause bei ihrer Familie.
Wenige Gänge von ihr entfernt suchte Sirius noch immer nach der Blonden mit den strahlend blauen Augen und wäre fast an dem Gang vorbei gerannt, hätte er nicht den Schatten gesehen, welcher sich auf dem Boden abzeichnete.
Leise schlich er näher und erblickte das schönste was er je gesehen hatte.
Ein Mädchen saß selbstvergessen auf einem Fensterbrett im 5. Stock und blickte an die Decke bis sie seine Blicke bemerkte und ihn ansah.
„Hey… Ich- Ich steh noch nicht lange hier und schau dich an, ich schwöre ich hab ganz bestimmt nicht gestarrt. Ich hab dich noch nie hier in Hogwarts gesehen. Wie ist dein Name?", stotternd war Sirius an ihre Seite getreten.
Tigris schnupperte kurz in der Luft. „Du bist ein Hund, hab ich recht?"
Er sah sie entsetzt an und richtete plötzlich seine Aufmerksamkeit dem dunklen Gang hinter ihm zu.
Tigris war derweil lautlos vom Fensterbrett gesprungen und in die Entgegengesetzte Richtung gerannt um sich dort in einem Türeingang zu verstecken.
Als Sirius bemerkte dass die junge Frau verschwunden war, erreichten ihn endlich Saphiras und Joyce die ebenfalls auf der Suche nach Tigris waren.
„Ach Gott, ihr seid es nur."
„Und hast du sie gefunden?", fragte Joyce nervös Und Saphiras erreichte zeitgleich einen Gedankenruf von seiner Schwester: Ich bin hier. Keine Angst. Ich hab mich verwandelt, Joyce weiß halbwegs Bescheid, Sirius nicht. Ich halt mich hier versteckt und folge euch unauffällig zurück zum Turm. Ach ja und noch was Sirius ist ein Animagus, ein Grimm um genau zu sein.
Echt? Ist ja irre! Was ist mit Joyce, hat sie dein Empathensyndrom so verfrüht ausgelöst?
Ja, hat sie. Ihre Eltern sind vor einem Jahr gestorben, ein schwerer Schicksalsschlag und dann kamen noch der Rest der Bevölkerung von Hogwarts dazu. Warte mal, da kommt jemand. Von rechts!
Saphiras wandte sich fahrig nach rechts von wo er nun auch rasche Schritte hören konnte.
„Das ist Filch, der Hausmeister! Wir sollten uns aus dem Staub machen."
Die Schritte näherten sich schnell und mittlerweile hörte man auch das Flüstern von ihm.
„Lauf Mrs Norris, meine Kleine."
„Mit seiner kleinen kratzbürstigen Miezekatze, welche er erst vor kurzem aus dem See gefischt hat, folgt mir ich kenn einen Geheimgang.", flüsterte Sirius und zog Joyce und Saph mit sich in den linken Gang.
Und auch Tigris wagte sich endlich aus ihrem Versteck, hinter sich konnte sie die immer lauter werdenden Schritten von Filch hören und rannte nun fast den Dreien hinterher. Diese bogen gerade um eine Ecke und waren verschwunden, als sie selbst um diese bog und eine Sackgasse erblickte.
Die Schritte wurden immer lauter und Tigris suchte immer verzweifelter nach einem Schalter, der möglicherweise einen Geheimgang öffnete.
„Mrs Norris, da vorne um die Ecke, sonst können die kleinen Ratten nirgendwo hin sein."
Tigris konnte den Hausmeister schon um die Ecke kommen hören als sie in ihrer Verzweiflung begann sich wieder zu verwandeln, diesmal in ihre Animagusform, einen weißen Wolf. Dann verkroch sie sich in die dunkelste Ecke und wartete auf den Schrei des Hausmeisters der auch Sekunden später mit seiner Lampe in diese Ecke leuchtete und den Wolf erkannte.
„Ach es war nur ein Hund, ganz ruhig Mrs Norris. Komm, mal sehen ob wir sonst noch jemanden erwischen. Ich meine ich hätte vorhin in de Eingangshalle jemanden umher schleichen gehört.
Als sich die Laterne wieder entfernte verwandelte sich Tigris zurück in das dunkelhaarige Mädchen und atmete erleichtert aus.
So und wie zum Teufel komm ich jetzt zurück zum Turm?
Plötzlich fiel ihr die Eule ihres Bruders ein und kramte hastig ein Stück Pergament sowie einen Bleistift aus ihrer Tasche, trat an ein geöffnetes Fenster und schrieb hastig ein paar Worte auf.
„Hey Brüderchen,
Wo seid ihr so plötzlich hin verschwunden, ich konnte mich gerade so noch in den Wolf verwandeln, Filch hat mich für nen räudigen Köter gehalten und ist gott sei Dank an mir vorbei geschlurft. Schickst du mir mein Serum? Ich glaub ich finde die Nacht nicht mehr zurück. Ich muss morgen dringend jemanden bitten der mir das Schloss zeigt, mit möglichst vielen Geheimgängen.
Ich werd mir wohl hier irgendwo was zum schlafen suchen, ist mir auch ehrlich gesagt lieber, fernab von so vielen Gefühlen. Du kennst mich doch.
Gruß und Kuss,
Deine Tigi"
Dann pfiff sie nach Tigerauge, Saphiras Steinkauz. Der auch kurz darauf von einem Baum aufstieg und zu dem Fenster segelte.
„Hallo schöner Vogel, bring den hier schnell zu Saph", flüsterte sie und die Eule fiepte leise zurück.
Lächelnd schleuderte sie die Eule zurück in den Himmel und dieser flog einige Stockwerke nach oben.
Dann wandte sie sich um und wanderte den dunklen Gang entlang auf der Suche nach einer bequemen Couch, irgendwann schlug sie sich mit der Hand gegen die Stirn, wozu war sie eigentlich eine Hexe? Und so suchte sie nach einem abgelegenen Raum in dem sie schlafen konnte.
Die Schuluhr läutete bereits 3 Uhr als die junge Frau endlich einen geeigneten Schlafplatz fand und sich ihr Lager zauberte. Kurz vor dem Einschlafen klopfte die Eule ihres Bruders an das kleine Fenster und sie ließ sie ein.
An deren Bein baumelte ein kleines Fläschchen.
Vorsichtig entkorkte Tigris den Flakon, tauchte einen Finger in die blaue, dickflüssige Substanz ein, malte damit einen Stern auf ihre Stirn und trank den Rest bis auf den letzten Tropfen aus.
Kurz darauf fiel die Flasche zu Boden, zerbrach und Tigris schlief augenblicklich ein.
Während sie schlief wuchsen ihre schulterlangen Haare wurden wieder blond, ihre Haut erblasste und unter ihren Lidern verwandelten sich ihre dunkelgrünen Augen wieder in strahlend Blaue.
Knappe 4 Stunden später ließen sie lautes Stimmengewirr aus dem Schlaf schrecken, hastig ließ sie mit einem Schwung ihres Zauberstabes ihr Bettzeug sowie die zerbrochene Flasche, im Spiegelbild des Fensters versuchte sie noch ihre Haare ein wenig zu ordnen und strich anschließend die Schuluniform die sie vom gestrigen Tag noch trug glatt, oh ja sie musste sich dringend noch vor dem Unterricht waschen.
Vorsichtig spähte sie durch das Schlüsselloch der Tür hinaus und schloss sich einer Horde Mädchen an die offenbar gerade in die große Halle wollten.
Sie stiegen etliche Treppen hinunter, wieder hinauf und Tausende von Gängen entlang schließlich kamen sie endlich in der Eingangshalle an.
Wenige Minuten später eilte sie am Gryffindortisch entlang und ließ sich schließlich neben ihrem Bruder fallen der sie stürmisch umarmte.
„Guten Morgen, allerseits!", wünschte sie den Maraudern, ihrem Bruder und Joyce die auch in der Nähe saß.
„Hast du in nem Heuhaufen geschlafen?", kam's feixend von ihrer rechten Seite.
„Ha ha ha. Wirklich sehr witzig. Was ist eigentlich mit dir los, warst du in der Zwischenzeit tot und hast dich wieder an die Luft gebuddelt? Mit den Augenringen kannst du jedem Untoten Konkurrenz machen.", antwortete sie ihm schnippisch.
„Nun ja was soll ich sagen, ich hab die halbe Nacht nach dir gesucht ebenso wie dein Bruder und Joyce! Leider mussten wir dann fliehen weil Filch hinter uns her war."
„Na dass tut mir aber Leid, vielleicht hast du ja trotzdem Lust mir Hogwarts und sämtliche Geheimgänge zu zeigen?"
„Welche Geheimgänge?"
„Nun du willst mir also weiß machen, dass ihr gestern Nacht, als ihr vor Filch geflohen seid, nicht durch einen Geheimgang entkommen seid, von dem mir mein Bruder berichtet hat? Und genauso das in einem solch altem Schloss keine Gänge existieren die bei Kriegen genutzt wurden um aus dem Schloss zu fliehen? Nun wie ich das sehe wird es ohnehin bald wieder Krieg geben, schließlich sammelt Voldemort bereits seine Truppen und was glaubst du wohl wie viele in Hogwarts über alle Gänge Bescheid wissen, richtig genau 6. Wer das kannst du dir sicher denken, und ich wette du willst auch nicht das ich dein kleines Geheimnis sagen wir, Professor Slughorn verrate, oder?", sie grinste fies während sie diese lange Predigt in Sirius Ohr flüsterte und dieser weitete zum Schluss hin seine Augen.
„Woher ich das weiß, nun ich hab so meine Quellen…Also was sagst du?"
„Nun, dann bleibt mir wohl keine Wahl. Was hältst du von gleich heute Nachmittag nach Verwandlung?"
„Sehr gut. Saph willst du auch Hogwarts sehen?", fragte Tigris ihren Bruder und dieser signalisierte ihr das er es bereits von James und Remus gezeigt bekommen würde.
„Okay, ich frag mich wirklich warum du gegen Mom's Willen Geschichte abgelegt hast. Außerdem ist das Fach doch wahnsinnig interessant, was die ersten Hexen und Magierinnen so getrieben haben um ihre Macht zu vergrößern!", schwärmerisch erzählte sie von ihren Ahninnen.
Ihr Bruder unterdessen hielt ein Pergament hoch auf dem stand: „Jetzt geht das schon wieder los, seit sie in Beauxbatons war erzählt sie nur noch von den Magierinnen aus der alten Zeit die noch hohe Magie gewirkt haben."
Die ganze Ecke um die Marauder fing an zu lachen und James meinte beiläufig.
„Nun wenn du auf unseren Binns so abfährst kannst du ihn gerne über die Koboldaufstände ausfragen. Wisst ihr er ist eines Tages vor seinem Kamin eingeschlafen und am nächsten Tag als Geist in seinen Unterricht gegangen, was natürlich so einige Damen ohnmächtig werden ließ, da er das Zimmer durch die Tafel betrat."
Und wieder hatte er die Lacher auf seiner Seite.
„Wir werden ja sehen ob er so langweilig ist wie ihr sagt. Saph, Joyce wir sehen uns später, Marauder."
Dann erhob sie sich und wollte gerade weg gehen drehte sich aber noch einmal um.
„Ach ja, wäre jemand von euch so nett, mir den Weg zum Turm zu weisen?"
Joyce lachte kurz auf. „Du passt tatsächlich zu Lisa-Terra und mir. Komm ich zeig's dir. Und von einem Rundgang mit Sirius kann ich dringend abraten. Beim letzten mal, genau genommen bei Lisa-Terra sie hat nämlich erst vor 3 Jahren an unsere Schule gewechselt, hat er sie gleich zu Anfang rapide angebaggert."
„Aber damals war er noch ein Frauenheld. Und ich weiß seid gestern Abend das er sich in ein Mädchen verknallt hat. Sie saß gestern Abend an einem Fenster im Mondschein irgendwo im Schloss sie hatte dunkelgrüne Augen.." sagte Tigris vielsagend und Joyce verstand, Tigris war diejenige, beziehungsweise ihr anderes Ich, welches nur Nachts zum Vorschein kam.
„Ich hab dich doch gestern Abend gefragt ob ich etwas für dich tun kann, ich weiß ich empfinde momentan die größten Schmerzen die ein Mensch überhaupt erleiden könnte, sag mir nur was kann ich tun das du nicht mehr wegen mir leidest? Ich hab von Saph erfahren das es gestern viel zu früh ausgebrochen ist, normalerweise erreicht es dich erst im Schlaf gegen Mitternacht, sowie die meisten magischen Ereignisse."
Sie liefen eine Weile schweigend neben einander her.
„Würde es helfen wenn ich Okklumentik erlernen würde?"
„Nein, meine Mutter hat es mal ausprobiert, es wurde nur noch schlimmer. So schlimm das ich Nasenbluten bekam und meine Tränen blutrot wurden. Es gibt nur eine Möglichkeit, du musst Animagus werden, aber du darfst dich nicht eintragen lassen. Empathen sterben aus, was natürlich auch kein Wunder ist. Meine Mutter hat mich früher mal mit möglichst vielen von ihnen zusammen gebracht, im Kindergarten. Alle sind gestorben, nach und nach. Keiner erreichte das 30. Lebensjahr. Ich weiß nicht warum ich dir das jetzt erzähle vielleicht weil ich dir schon so vertraue wie ich nur meiner Familie traue, oder weil ich einfach Mitgefühl empfinde, wo unsere Väter doch das gleiche Schicksal ereilte, vielleicht nicht die selbe Ursache aber doch das selbe Endergebnis.", traurig dacht Tigris an ihren Vater den sie schon sehr früh verloren hatte.
Schweigend gingen sie weiter, bis sie endlich das Bild der fetten Dame erreichten.
„Und konntest du dir den Weg merken?"
„Nö."
„Ich sag's dir, in spätestens einer Woche kennst du dich hier genau so gut aus wie ich und findest die meisten Räume im Schlaf."
„Ich wäre mir da nicht so sicher, ich bin nicht gerade ein Ass in Geographie. Wie lautet eigentlich das Passwort? Ich hab dich gestern akustisch nicht ganz verstanden."
„Lach nicht, Mausefalle!" , und das Bild klappte knarrend zur Seite.
„Beeil dich lieber in einer halben Stunde beginnt Wahrsagen und wir haben noch einen weiten Weg vor uns."
„Keine Sorge in 10 Minuten steh ich wieder vor dir – und das Passwort ist wirklich bescheuert!"
Während Tigris sich umzog und frisch machte kamen nach und nach auch noch andere Schüler zurück um ihre Schulsachen zu holen die sie vor dem Frühstück noch einmal oben gelassen hatten. So kamen auch Sirius und James erneut in den Gemeinschaftsraum und ließen sich, nach einem kurzen Abstecher in deren Schlafsaal und einem weiteren gescheiterten Versuch von James bei Evans zu landen, rund um Joyce nieder die noch einmal ihr Traumtagebuch durch las.
„Haben wir dieses Jahr eigentlich wieder mit den Ravenclaws Wahrsagen?", fragte James nach einer Weile das Mädchen neben sich.
„Yap. Lisa-Terra hat es auch wieder gewählt, aber nur weil es so einfach ist und ihren Notenspiegel aufbessert."
„Wo bleibt sie denn nur? Sie wollte schon vor 5 Minuten wieder vor mir stehen, ich schau besser mal nach ihr."
Schnell hastete sie die Treppen hinauf und stieß auf halbem Weg mit ihr zusammen, beide schrieen als sie gemeinsam die Treppe hinab kullerten und unten lachend liegen blieben.
Wie ein Knäuel lagen sie eine Weile dort und die Marauder lachten mit den beiden.
„Wenn hahaha ihr wohl die Freundlichkeit besäßet würdet ihr uns jetzt aufhelfen, immerhin müssen wir in knapp –moment- 10 Minuten am anderen Ende des Schlosses sein!", panisch versuchte sich Joyce von Tigris zu befreien.
„Was? Verdammt!", Sirius und James waren jetzt auch erschrocken aufgesprungen packten die Mädchen und rannten aus dem Gemeinschaftsraum etliche Treppen hinunter, quer durch das Schloss schlitterten durch einige feuchte Tunnel, rannten dann wieder etliche Stufen hinauf, nahmen noch einen dunklen Gang und stoppten schließlich 5 Minuten zu spät unter der Leiter zum Wahrsageraum. James kletterte als erster hinauf und klappte die Luke leise auf. Gebückt half er den beiden Mädchen hinauf und jagte sie dann unter den Tischen durch zu einem freien Tisch.
Sirius hingegen wollte gerade die Luke leise schließen, als er hinter sich ein Räuspern hörte. Professor Rosetta Trelawney wie man hörte hatte sie eine jüngere Schwester die gerade ihren Schulabschluss auf einer kleinen Zauberschule gemacht hatte, stand hinter ihm und sah in nun vorwurfsvoll.
„Glauben sie nicht, ich wäre blind. Immerhin besitze ich das dritte Auge, ich habe gesehen, dass sie zu spät kommen werden. Ebenso wie sie Mr. Potter.", mit dem gleichen Blick wandte sich die Professorin an den anderen jungen Mann der seinen Kumpel gerade empört ansah. Ich habe auch die beiden jungen Damen, Kyralia und …wie war noch gleich ihr Name, Lillhington, richtig? Das wird ihrer Mutter gar nicht gefallen, hereinschleichen sehen. Also sie vier, nachsitzen am besten gleich heute Abend, 8 Uhr hier oben und seid pünktlich!"
„Mach dir nichts draus, bisher verging kein erster Schultag ohne Strafarbeit.", flüsterte Sirius.
„Mr. Black, hören sie auf mit ihrer Tischnachbarin zu flirten, sagen sie ihr lieber was sie die letzte Nacht geträumt haben, und sie Miss Lillhington versuchen das anhand dieses Traumlexikons zu deuten. Und auch an alle anderen diskutieren sie ihre Träume mit ihren Partnern."
„Ja, Professor!"
„Also, Mr. Black. Erzählen sie mir ihren Traum von dieser halben Nacht, die andere Hälfte haben sie ja nach mir gesucht.", äffte Tigris den Professor in derselben Tonlage nach und Sirius begann leise zu lachen.
„Also, ich muss ehrlich zugeben dass ich die Nacht gar nicht geträumt habe, oder mich zumindest nicht dran erinnere. Aber da du ein Mädchen bist kannst du mir doch bestimmt einen Tipp geben. Ich hab nämlich im 5. Stock gestern Nacht ein braunhaariges Mädchen im Mondschein im Fenster sitzen sehen, sie sah so schön aus. Ich versteh das nicht, ich habe zuvor noch nie so empfunden. Ich weiß sie geht an unsere Schule, Gryffindor ich hab das Schulabzeichen gesehen. Entweder ich habe mich in einen Geist verliebt, oder es war eine Halluzination.
Sie hat einmal etwas gesagt wie du bist ein Hund, oder so was in der Richtung."
„Und du willst mir was damit sagen? Das ich dir helfen soll diese junge Frau zu finden, oder willst du einfach nur meine Meinung hören?"
„Nun, beides?"
„Meine Meinung, wenn du sie noch nie in Hogwarts gesehen hast, und in Gryffindor ist, müsstest du sie doch normalerweise kennen, oder?", im selben Moment dachte sie. Oh Gott, warum musste er gerade mich das fragen. Mich die er gesehen hat, was soll ich ihm den erzählen, ich kann ihm aber keine Hoffnungen machen, oder?
„Wenn du sie das erste Mal in der Nacht gesehen hast, vielleicht sollest du sie nicht länger in am Tag suchen? Such sie doch morgen Nacht, im Schloss, vielleicht sitzt sie wieder an einem Fenster?" Verdammt, was mach ich da eigentlich?
Ohne es zu merken nahte das Ende der 3. Stunde Wahrsagen und Professor Trelawney verkündete ihnen gerade noch die Hausaufgabe: Traumtagebuch mit Bedeutung führen plus Aufsatz über Albträume. Und sie Mr. Black, Potter, Misses Kyralia und Lillhington heute Abend 8 Uhr."
„Komm schon, Tig. Wir müssen in den zweiten Stock, dein Lieblingsfach wartet."
„Ha ha ha. Ich lach mich tot."
Geschichte der Zauberei stellte sich unter der Leitung von Professor Binns als dermaßen langweilig heraus, sodass Tigris in dieser Stunde ihren Schlaf nachholte, ebenso wie etliche andere.
Lily Evans hörte ihm jedoch aufmerksam zu, eine Musterschülerin schlechthin, und schrieb endlose Romane. Und auch ihre beste Freundin Saraneth, die Älteste und wahnsinnig schüchterne Schwester von Esmeralda Orubin folgte gespannt dem Unterricht.
Professor Binns erzählte nämlich gerade von den Gründern von Hogwarts und deren Zusammenhang mit dem damaligen Krieg zwischen den Riesen und den Graskobolden.
Ein unheimlich langweiliges Thema, was wohl auch die Marauder so empfanden und so unterhielten sich die 4 in der letzten Reihe gedämpft und kicherten immer mal wieder verhalten.
Saphiras der neben James saß, starrte verträumt summend in die Luft und malte sich gerade das Läuten der Schulglocken aus, als er von der rechten Seite angestoßen wurde. Erschrocken richtete er sein Augenpaar auf James der mit einem Finger auf Sirius auf dessen anderen Seite deutete.
„Hey Saph! Wir haben einen Streich geplant, bist du dabei?", zischte er ihm zu und fand seine Bestätigung in dem Glitzern von Saphiras Augen.
„Okay, vor dem Mittagessen, in der Eingangshalle. Warte dort auf uns, wir bereiten alles vor."
Durch das Läuten der Schulglocke schreckte Tigris aus ihrem Schlaf auf und begann hastig ihre Sachen zusammen zu packen. Anschließend hastete sie hinter Joyce her, welche ebenfalls einer braunhaarigen jungen Frau hinterher rannte.
„Terra! Warte, doch mal!"
Diese wandte sich grinsend um und umarmte Joyce.
„Schön dich wieder zu sehen, wo habt ihr euch nur herumgetrieben. In Wahrsagen ging die Alte ja ganz schön ab, gleich am ersten Tag Nachsitzen und hey, da ist ja unsere Neue!", schwafelte Lisa-Terra ohne Luft zu holen.
„Hey, ich muss sagen, dich habe ich schon lange nicht mehr gesehen.", nuschelte Tigris nach Atem ringend und stützte sich auf ihre Knie.
„Psst, du solltest ihr von deinem Geheimnis erzählen…", wisperte ihr Joyce ins Ohr.
„Was flüstert ihr den da? Egal, sagt mal was haltet ihr von Jens Goldstein, ist er nicht unheimlich süß?"
„Lisa, ich muss dich demnächst mal unter 4 Augen sprechen, können wir uns sagen wir morgen kurz treffen? Sagen wir nach dem Frühstück? In der Eingangshalle?"
„Klar, um was geht es denn?"
„Gut wenn das nun geklärt ist, wenn du mich fragst ist Jens schon nicht schlecht, aber eben nicht mein Typ. Aber für dich ist der ganz in Ordnung. Kommt lasst uns zum Mittagsessen gehen, sonst ist wieder alles weg.", meinte Joyce grinsend.
Inzwischen hatten die Rumtreiber den Zwilling in der Eingangshalle erreicht und berichteten ihm von ihrem Plan.
„Also Pete, du hältst wie immer Wache, Saph du merkst dir den Zauberspruch, Moony, Sirius und ich übernehmen den Rest. Also, wir verzaubern jeden der diese Treppe dort oben herunter kommt, alles klar? Gut, dann los. Alle auf ihre Posten.", kündigte James verschwörerisch an und begab sich dann hinter eine Säule im hinteren Bereich der Halle und wartete auf sein erstes Opfer welches auch nicht lange auf sich warten ließ. Sniefelus Snape schlurfte die Stufen von den Kerkern herauf und zog auch prompt eine Gewitterwolke hinter sich her die beständig regnete, donnerte und blitzte.
Bereits nach wenigen Sekunden war er durchnässt und stampfte mit grimmigen Blicken zur großen Halle hinüber, registrierte zuvor jedoch noch James aus den Augenwinkeln.
Dann stürmte eine ganze Horde Mädchen die Treppen hinunter und stoben kreischend auseinander als sie ebenfalls nach wenigen Sekunden patschnass wurden und die kleinen Wolken sie immer weiter verfolgten.
Die Marauder lachten sich in der Zwischenzeit dermaßen schlapp, dass sie beinahe die Gryffindordamen und Lisa-Terra verpasst hätten, die soeben das Verhalten der Mädchen in der Eingangshalle bemerkten und sich darüber lustig machten.
„Tja, wieder einmal ein Streich unserer lieben Marauder. Sieh mal hinter der Säule ist James, dort hinter dem Wasserspeier versteckt sich Peter. Oh, und Remus turnt da hinter der Rüstung rum, wir sollten sie besser im Auge behalten. Könnt ihr Sirius sehen?", ermittelte Joyce gerade als sie von hinten getroffen wurde und nun ebenfalls eine Wolke verfolgte und wie ein begossener Pudel aussah und lautes Gelächter ihrer Freundinnen nach zog.
„Ha ha ha. Lacht ihr nur, euch erwischt es auch noch.", ihr Jähzorn drohte mal wieder durch zu kommen und so bemühten sich die beiden anderen ihr Lachen einzudämmen, was ihnen auch relativ schnell gelang da sie nun auch dunkle Wolken hinter sich herzogen.
„Denkt ihr was ich denke, die verdienen dringend ne Abreibung. Was haltet ihr von rosa Farbe?", fragte Tigris.
„Das ist fies. Sirius liebt seine schwarzen, langen Haare.", erwiderte Lisa.
„Dann hat er dringend eine neue Frisur nötig. Oder was sagt ihr?", grinste nun Joyce und schlich sich leise an James heran, der noch immer nicht bemerkt hatte, das er bereits entdeckt wurde.
„Psst, Lisa! Saph ist auch dabei, übernimmst du Rem und Pete? Ich such die anderen beiden.", wisperte Tig leise.
„Ja, bis gleich.", langsam schlich sich die Brünette an Peter heran und setzte ihn mit einem Pertrifikus Totalus außer Gefecht, streckte diesem die Zunge raus und huschte dann weiter.
So dann wollen wir mal, wo würde sich mein Brüderlein verstecken, richtig in einer dunklen Ecke. Aha, da ist er, ja!
Vorsichtig zog Tigris ihren Zauberstab aus der Tasche und richtete ihn auf den Eingang zu den Kerkern, in dem sich ein Schatten regte und immer wieder einen Zauber abschoss.
Leise flüsterte sie die magischen Worte und wenige Sekunden später lag ihr Bruder geknebelt in eben dieser Ecke.
Zufrieden wandte sie sich um und entdeckte nun endlich Black, welcher sie geradewegs ansah.
„Rache ist süß!", flüsterte sie ihm zu und verzauberte seine Haare, erst als er entsetzt in sein Haar griff und eine rosa Strähne vor seine Augen zerrte, erstarrte er vor Schreck und hörte im gleichen Moment von der anderen Seite der Halle einen Schrei von James und Remus, welche beide mit strahlend blauen Ikonhaarschnitten aus ihren Verstecken hervor traten.
Zufrieden lächelnd traten Lisa-Terra, Joyce und Tigris aufeinander zu.
„Diesmal ward ihr aber schrecklich einfallslos. Kommt Mädels, ich hab Hunger!", sagte Joyce und zog ihre beiden Freundinnen mit sich mit.
