Chapter 1: Der Anfang einer langen, langen Reise

A./A: Ich glaube in diesem Kapitel wird erstmalig klar was Oceane ist. Die Idee ergab sich durch den Gedanken an die Medaillons von Tia und Davy woraus sich erschließen lässt das Tia der Grund war warum Davy sein Herz herausschnitt, und warum sollte Tia nicht von ihm schwanger sein? Bei dem Gedanken wenn es in Fluch der Karibik, Untote, Fischmenschen und Verdammte gibt, warum soll es dann nicht auch Meerjungfrauen geben?

Nun ich denke es ist mal was anderes und diese Story beruht auf der Interpretation vom 2. FdK Film. Nun ich hoffe es gefällt euch…

Halsbrecherische Wellen schlugen an die Küste von der kleinen Insel, als eine junge Frau aus dem Wasser stieg. Ihre grünlichen Haare glänzten vor Nässe und in ihren Augen spiegelte sich die schäumende Gischt der See.

Zwischen ihren Fingern bildeten sich noch grünschleimige Schwimmhäute zurück und aus ihrem Mund quoll das restliche Wasser welches sie kurz zuvor noch durch ihre Kiemen gezogen hatte um zu atmen.

Vor einem Jahr war sie das erste Mal hier gewesen, seither kam sie immer wenn das Meer es erlaubte zurück, damals hatte sie Tia Dalma gebeten ihre Eltern ausfindig zu machen, leider war bisher noch nicht viel dabei heraus gekommen.

Von einem alten Seebären hatte sie schließlich vor der Küste von Singapur erfahren, dass Tia Dalma sie erwartete.

Wenig später durchschnitt der Bug das dunkle Wasser, das von einem dunklen, dichten Wald umschlossen wurde. Wie so oft fühlte sie sich auch jetzt wieder beobachtet denn in diesem Wald lebten einige Ureinwohner die Tia Dalma in ihre Mitte aufgenommen hatten.

Schließlich kam sie an einer mit Kerzen beleuchteten Hütte an und stieg die Leiter hinauf.

Nachdem sich die Holztür knarrend geöffnet hatte, fand die junge Frau jedoch nur eine verlassene Hütte vor. Nach den Anzeichen musste Tia Dalma ihr Zuhause hastig verlassen haben, denn Krüge gefüllt mit noch kaum spürbar lauem Rum standen überall im Raum verteilt. Seufzend begab sich das Mädchen wieder nach draußen. „Tja, dann muss ich sie wohl da draußen finden. Doch zuvor brauche ich einen Plan…"

In Gedanken versunken spielte sie an ihrer Kette, das einzige Erinnerungsstück an ihre Mutter: ein silbernes Medaillon in dem sich ein winziger Schlüssel befand und sah sich noch einmal in der Hütte von Tia Dalma um.

Von der Decke hingen etliche Flaschen mit meist widerwärtigem Inhalt, und auf dem Boden lagen allerlei Dinge verstreut die es undenkbar machten nicht über die ein oder andere Kiste zu fallen. Auf einem halb zerfallenem Tisch weiter hinten entdeckte sie eine Karte, die sie als die ihre erkannte. Bei ihrem letzten Besuch hatte sie sie Tia Dalma überlassen, welche ihr versprach die durch das Salzwasser entstellte Karte soweit wieder herzustellen um sie wieder gebrauchen zu können. Doch Tia Dalma hatte sie offenbar noch ein wenig aufgefrischt denn unter mehreren Kreuzen befanden sich Namen die zuvor nicht da gewesen waren, wie zum Beispiel die Bezeichnung „Worlds End" inmitten des antarktischen Ozeans und darüber lagen einige ihrer Muscheln die sie zum Hellsehen benötigte.

Irgendetwas musste vorgefallen sein, denn normalerweise verließ Tia niemals ihre kleine Hütte.

„Das Ende der Welt, sie will doch nicht etwa jemanden zurück holen? Doch - irgendwie schon und dafür braucht sie die Karte von dem Piratenfürsten aus Singapur. Dorthin ist sie also auf den Weg. Doch wen will sie zurückholen und wozu wird das alles führen? Um das herauszufinden muss ich wohl nach Singapur wenn die Royal Navy dort noch nicht alles geplündert hat."

Wenig später ertönte ein platschen und dann schlug eine mittelgroße Fischflosse auf das Wasser und trieb die Junge Frau durch die Gewässer der Karibik in Richtung offene See hinaus.

Tief zog sie das Wasser durch ihre Kiemen und ihr Fischschwanz zerteilte schnell das Wasser und brachte sie mit jedem Schlag einige Meilen näher an ihr Ziel.

Bis zum Abend schwamm sie schnell und ohne Pause schließlich entdeckte sie eine kleine Felsenformation die aus dem Wasser ragte und beschloss dort für einige Stunden zu ruhen. Der Grund war weniger die Erschöpfung und Müdigkeit sondern die Gefahr die in der Tiefe lauerte. Mit den kleineren Haien konnte sie es gerade noch aufnehmen, wenn es hart auf hart kam doch vor den riesigen Ungeheuern hatte sie Respekt und mied deshalb deren Jagdgebiet.

Einige Tage später erblickte sie am Horizont seit langem mal wieder eine größere Insel. „Singapur" Vorsichtig näherte sich das Mädchen, welches in vielen Legenden auch als eine Meerjungfrau bezeichnet wurde und erblickte mehrere Schiffe im Hafen von Singapur. Doch kein Piratenschiff das ihr bekannt vorkam. Ohne das Wasser aufzurühren stieg sie ein wenig abseits vom Hafen unbemerkt aus dem Wasser. Während sich ihre Flosse in zwei Beine zurückentwickelte, das Wasser von ihrem Körper lief und sich auch ihre 6 Kiemen am Becken schlossen schlich sie sich geduckt unter eine Brücke als sie aus den Augenwinkeln eine Gruppe Soldaten der East India Trading Company herannahen sah. Lautlos näherte sie sich einer verkommenen Hütte, welche sich als das Badehaus des Singapurschen Piratenfürsten Sao Feng erkannte. Seltsam war es schon, es standen nämlich keine Wachen davor, und der Piratenfürst war bekannt dafür dass er mehr Wachen besaß als Piraten und auch im Inneren der Hütte bot sich das gleiche Bild – abgesehen von den vielen Leichen und Verletzten die aufeinander gestapelt in einem Becken lagen.

Plötzlich hörte die junge Frau ein wimmern und wandte ruckartig ihren Kopf in die Richtung dieses Geräusches und erblickte einen Chinesen welcher einen Dolch in der Brust stecken hatte und nun nach Hilfe flüsterte.

„Hey du, was ist hier passiert? Haben sie zufällig Tia Dalma gesehen?", fragte das grünhaarige Mädchen während sie sich über den Verwundeten beugte.

„Cyrili, heilige Meerjungfrau….Tia Dalma…Callysto…SchiffbruchBay…Ende der Welt…Jack Sparrow…Verrat…William Turner.. .Lord Beckett….verbunden…mit…Davy Jones."

„Ja, Cyrili ist mein Name. Tia Dalma hast du also gesehen, Callysto? Die Göttin? SchiffbruchBay…Die Bruderschaft der Piraten! Oh, nein. Jack Sparrow ist TOT!!! Ihn wollen Sie also zurückholen. William Turner – noch nie gehört. Lord Beckett…mal überlegen, war das nicht der General oder so was von der East India Trading Company? Ach ja und Davy Jones, hätte mich auch gewundert wenn der nicht beteiligt wäre…ach jetzt ist mein Informant auch hinüber, klasse! Toll, einfach toll! Und Tia Dalma hat das Land verlassen, dass ich das noch erleben darf. Oh, da kommt jemand." Hastig stieg sie angeekelt zu den vielen Leichen ins Wasser und versteckte sich hinter einer besonders blutigen.

Verschwommen nahm sie das Gespräch der beiden Herren wahr, die sich vor dem Becken unterhielten: Ein weiterer Chinese und ein Schwarzgekleideter Engländer stritten sich laut bis der Engländer schließlich seinen Gegenüber erstach. Anschließend machte der Mann naserümpfend einen großen Schritt über die Leiche hinweg und sah sich noch einmal in der Hütte um. Sein Blick verweilte länger auf dem Becken mit den vielen Leichen und Cyrili als sonst irgendwo drehte sich aber dann doch um und verließ die Hütte.

Cyrili inzwischen atmete erleichtert aus, sodass tausende von kleinen Luftbläschen an die Wasseroberfläche stiegen, und tauchte dann wieder auf um ebenfalls die Hütte zu verlassen.

Seufzend begab sie sich nach einer Stärkung in einem der vielen Lokale wieder auf das offene Meer hinaus. „Ans Ende der Welt, treibst du mich also, Jack Sparrow. Dann soll es wohl so sein, Tia denn ich bin mir sicher, dass du mir das mit deinem Ruf mitteilen wolltest."

Stille Trostlosigkeit erwartete sie je näher sie dem Kreuz auf ihrer Karte kam, sie wäre schon fast in ihr ertrunken wäre sie nicht ein Fisch und doch schwamm sie nur noch in die Richtung weil irgendetwas sie rief. An dem Tag an dem das Wasser kälter als Eis war entdeckte sie endlich in der Ferne ein Schiff. Doch mittlerweile hatten auch ihr Wille und ihre Kraft nachgelassen, denn sie schwamm schon seit Tagen ohne Nahrung. Kein Wunder am Ende der Welt, dort wo sich Tod und Leben kreuzte konnte kein Fisch überleben geschweige denn ein anderes Lebewesen, das sie hätte essen können. Und so trieb sie jetzt nur noch der Hunger, in der Hoffnung dass das Schiff vor ihr noch etwas übrig hatte.

Mit letzter Kraft zog sie ihre Flosse durchs Wasser und bald darauf waren es nur noch wenige Meter bis zu dem Schiff. Erst jetzt tauchte sie aus dem Wasser auf.

Über der Wasseroberfläche war es noch viel, viel kälter als darunter und es trieben auch schon einige Eisberge herum. Doch das weiß gefrorene Schiff vor ihr hatte noch immer volle Fahrt, denn eine seltsame Strömung zog es wie es schien immer schneller auf ein noch viel größeres Eisgebilde zu in dessen Mitte ein großes Loch klaffte. Noch einmal holte sie tief Luft bevor sie direkt neben das Schiff schwamm um dann nach Hilfe zu rufen.

„Hilfe, helft mir doch. Ich bin hier im Wasser! Tia Dalma, ich bin hier!"

Auf dem Deck regte sich etwas und die ganze Crew blickte über die Reling hinunter zu ihr.

„Sieh an, Cyrili. Das ich das noch erleben darf, was treibt dich in diese kalten Gewässer?", schrie Captain Barbossa zu ihr hinab.

„Ich fürchte aus demselben Grund wie ihr und nun frage ich euch, ob ihr wohl die Freundlichkeit besitzt mich endlich aus diesem eiskalten Wasser zu befreien?"

Nach einem Wink von Barbossa landete ein Seil neben ihr im Wasser und sie griff danach, woraufhin sie von einigen Männern der Crew hinauf gezogen wurden. Der Rest beobachtete derweil eines der größten Wunder der Natur die Verwandlung eines Halbfisches in einen Menschen.

Klatschend landete Cyrili schließlich auf dem Deck und während sich ihre Kiemen für alle sichtbar schlossen setzte sie sich auf.

„Danke sehr. Sagt mir habt ihr Tia Dalma gesehen?", flüsterte Cyrili und strich dabei mit ihrer Hand ihre grünblauen Haare zurück, wobei die ganze Crew auf die Schwimmhäute zwischen ihren Fingern starrte.

„Ich bin hier, Cyrili und du hast offenbar den Grund bereits erfahren warum ich dich erbat zu kommen.", Tia Dalma war zwischen den Männern hervor getreten.

„Irgendwie ist es schon traurig dass Jack nicht mehr unter uns weilt, nicht wahr? Aber gut das wir fast am Ende der Welt sind so ist es leichter ihn zu retten. So wie ich ihn kenne, hält er gerade mit seinen vielen Persönlichkeiten ein Plauschchen. Oder aber er erwartet uns bereits…Sagt mal ihr habt nicht zufällig noch was zum Beißen da, oder?"

Tia und Barbossa fingen an zu lachen und die Crew setzte mit ein.

„Wir haben nicht einmal mehr einen Tropfen Wasser, geschweige denn einen Tropfen Rum.", sagte ein älterer, dicklicher Pirat, welcher Pintel gerufen wurde und Ragenty ein Schlaksiger mit einem Holzauge kicherte irre.

Mühsam erhob sich die junge Frau und blickte das erste Mal in die Runde.

„Sagt mal gab es nicht mal so ne alte Mär das Frauen an Bord eines Schiffes Unglück bringen? Ich sehe hier nämlich gleich drei – na ja wobei eher nur zwei.", fragend blickte sie die beiden weiblichen Gesichter zwischen den vielen Männern an und die junge Frau trat hervor.

„Mein Name ist Elizabeth Swann. Früher war ich mal die Tochter des Gouverneurs von Port Royal."

„Freut mich deine Bekanntschaft zu machen. Ich wusste doch das ich das Gesicht irgendwoher kenne – Jack und Tia erzählen ziemlich viel wenn der Tag lang ist. Ich bin Cyrili und die wohl einzige Meerjungfrau die auf dieser Welt wandelt, na ja wohl eher schwimmt.", lächelnd streckte sie Elizabeth, die ungefähr in ihrem Alter sein musste die Hand entgegen.

Und Elizabeth reichte auch ihr lächelnd die Hand.

„Ganz meinerseits. Wartet mal, kommt es mir nur so vor, oder bewegen wir uns noch schneller als zuvor?"

Panisch war die Mannschaft an die Reling gesprungen und entdeckte nun voller Schrecken das Ende der Welt, sprich einen riesigen Wasserfall welcher das Schiff schon bedrohlich nah an sich heran gezogen hatte. Barbossa versuchte zwar noch ein Wendemanöver einzuleiten doch es war zu spät. Das Schiff stürzte in die Tiefe und die Crew versuchte sich noch irgendwo festzuhalten doch je tiefer sie fielen desto schwieriger wurde dieses Vorhaben und stürzten schreiend in die Tiefe. Auch Cyrili konnte sich nicht länger festhalten denn durch die Gischt vom Wasserfall verwandelte sie sich zum Fisch und ihre Haut wurde glitschiger.

„Warum muss so was immer mir passieren. Immer diese blöden Wasserfälle, und ich dachte der hinter Tia's Haus ist groß.. Ich hasse Wasserfälle!" Dann wurde es dunkel…