A/M: Ihr Lieben, vielen Dank für eure lieben und tollen Rewievs. Ich hab mich echt hammermäßig gefreut, dass es nun doch jemand ließt... Zur Belohnung hier nun das zweite Kapitel, damit ihr auch gleich weitermachen könnt mit lesen. Und achja: Rewieven nicht vergessen, ok? ;-)
Kapitel 2:
Die Nacht und ihre Folgen
Mir ist entsetzlich schwindelig. Gerade drei Drinks habe ich mir geben lassen, jetzt kann ich mich kaum noch auf den Beinen halten...
James ist gerade überall und nirgendwo. Er taucht immer kurz auf, sagt mir, wie sehr er mich liebt, küsst mich und ist dann auch schon wieder verschwunden. Ich seufze. Worauf habe ich mich da nur eingelassen...?
Insgeheim hoffe ich, dass die Party ein nicht allzu spätes Ende findet, doch wenn ich mir die Gäste ansehe, die allesamt zur Musik grölen, lachen oder trinken, kann ich davon ausgehen, dass wir nicht vor Morgengrauen abhauen würden... Ich schüttle mich.
Selbst die Brünette, Laura, ist auf einmal verschwunden. Schade eigentlich, denn obwohl ich immer gedacht hatte, mit Black würde nur die Art von Mädchen ausgehen, die nichts im Kopf hatte, schien Laura auf den zweiten Blick doch sehr sympathisch.
Ein Mädchen steht plötzlich neben mir, seufzt kurz und lächelt mich dann an, als sie bemerkt, dass ich sie anstarre.
„Hi", schreit sie und streckt mir die Hand entgegen. „Ich bin Amber."
„Lily", schreie ich zurück, greife ihre Hand und ziehe im nächsten Augenblick eine Grimasse. Sie nickt verstehend und deutet auf die Typen, die auf der kleinen Tanzfläche rumhüpfen.
„Ziemliche Freaks, hmm?"
Ich nicke. So was hab ich wirklich noch nie gesehen und irgendwie bin ich fast fasziniert von diesem Anblick.
Amber lacht. „Glaub mir, nach der dritten Party nimmst du die gar nicht mehr war." Sie sieht sich kurz um und deutet dann Richtung Toilette. „Kommst du mit? Ich brauch ne Verschnaufpause."
Ich nicke dankbar. Im Gehen halte ich Ausschau nach James, doch ich sehe ihn nirgends. Sein Pech!
„Meine Güte... Hoffentlich haben wir es bald geschafft. Alles was ich jetzt will, ist mein Bett."
„Warum gehst du dann nicht?", frage ich, komme mir im nächsten Augenblick aber schon dämlich vor. Dasselbe kann sie mich fragen.
„Naja, selbst wenn... Bei diesem Lärm würde ich kein Auge zu kriegen. Ravenclaw, siebtes Jahr. Und du?"
„Gryffindor, auch siebtes Jahr."
Sie lässt sich kaltes Wasser über die Handgelenke laufen. Ich frage mich, wofür das gut ist. Als hätte sie meine Gedanken gelesen, lächelt sie mich an.
„Das macht dich etwas klarer. Hilft gegen Übelkeit und Schwindelgefühle." Sie lacht. „Zumindest bei mir."
Ich lächle und tue es ihr gleich. Und wirklich, mein Kopf fühlt sich nicht mehr ganz so schwer an.
„Mit wem bist du hier?"
„James. Und du?"
Sie grinst. „Remus."
Erstaunt sehe ich sie an. Remus´Geschmack habe ich mir ein bisschen... anders vorgestellt. Ich hab mir ne kleine Streberin vorgestellt, dicke Hornbrille, zwei Zöpfchen und ein hoch geschlossenes Kleid. Aber wenn ich jetzt so überlege, könnte das doch eher Peters Geschmack sein...
Amber ist tatsächlich sehr hübsch. Schulterlanges, weizenblondes Haar, stechend blaue Augen und eine Figur, für die so manches Mädchen wohl alles gegeben hätte. Ich lächle.
„James und du, seit ihr zusammen?", fragt sie und sieht mich neugierig an. Vermutlich findet sie mich genauso interessant wie ich sie.
„Ja, seit zwei Monaten. Und bei dir und Remus? Läuft da auch was?"
Sie schüttelt den Kopf und ein bedauerndes Lächeln legt sich auf ihre Lippen. „Wenn es nach mir ginge", sagt sie und sieht mir direkt in die Augen, „würde ich ihn sofort nehmen. Aber er weicht mir immer wieder aus. Ich hab keine Ahnung, was wir beide eigentlich sind... Freunde?"
Zweifeld legt sie den Kopf schief. Die Tür springt auf und ein rothaariges Mädchen stolpert hinein.
„Da bist du ja, Amber. Ich hab dich gesucht..." Sie lallt etwas und ihr Gesicht ist ganz weiß. Sie sieht aus, als müsste sie sich jeden Moment übergeben.
„Mein Gott Cathy!" Amber wirkt ziemlich sauer und ich denke, dass ist der richtige Augenblick, mich zu verabschieden. Sie sieht mich kurz ziemlich verzweifelt an, lächelt aber und schleppt die Rothaarige hinüber zur Toilette.
Die laute Musik dröhnt mir erneut entgegen. Mein Kopf schmerzt, ich bin unheimlich müde und meine Füße tun weh.
Ein Paar Arme schlingt sich um meine Taille und bevor ich überhaupt reagieren kann, werde ich umhergewirbelt. Als ich wieder festen Boden unter den Füßen habe, sieht James mich grinsend an.
Glücklich sieht er aus. Unwahrscheinlich glücklich. Seine Wangen sind leicht gerötet, sein Blick leicht verklärt, doch er klingt ganz ernst und ruhig, als er sich zu mir runter beugt und mir ein sanftes „Ich liebe dich, Lils" ins Ohr flüstert.
„Ich liebe dich auch, Jamie."
Er küsst mich sanft und drückt mich näher an sich; sein Körper ist wunderbar warm. Ich streichle ihm durch die Haare, streichle seinen Nacken und seine Wange. Ich bin in diesem Moment so ausgefüllt mit Liebe, das ich gar nicht weiß, wohin damit.
Er strahlt mich an und ich strahle zurück.
Im nächsten Augenblick steht Remus neben uns. Er ist verdammt blass und sein Blick ist verzerrt; er macht den Eindruck, als würde er jeden Moment zusammen brechen.
„Oh scheiße", flüstert James und greift nach seinem Arm. An seinen Lippen erkenne ich, das Remus irgendetwas flüstert.
„Was ist mit ihm?", frage ich und Panik macht sich in mir breit. Remus´Lippen sind blau angelaufen und an seiner Stirn klebt Schweiß. Zitternd lässt er sich von James mitziehen und sich auf einen Stuhl drücken.
Ich folge ihnen und streiche Remus sanft über die Wange. Er ist unwahrscheinlich kalt. Nach ein paar Augenblicken sieht er mich an und versucht zu lächeln, doch es misslingt kläglich.
„Passt du kurz auf ihn auf? Ich such kurz Sirius und dann bringen wir ihn in den Krankenflügel."
Ich nicke nur. Mir ist nicht wohl dabei, alleine mit ihm zu sein. Alleine in dem Sinne, dass ich wohl die Einzige bin, die hier nüchtern zu denken scheint. Mein Blick fällt auf all die betrunkenen Leute und unwillkürlich schüttle ich den Kopf... Das darf doch alles nicht wahr sein...
Zehn Minuten vergehen und Remus zittert noch immer. Auf einmal taucht die Blonde auf, deren Namen ich leider wieder vergessen hab. Sie scheint nicht betrunken, als sie sich besorgt über ihn beugt und ihm sanft die verklebten Haarsträhnen von der Stirn streicht.
Sie sieht mich an; ihre Augen blitzen. „Was ist passiert?", fragt sie. Ich zucke nur mit den Schultern. Schließlich weiß ich das selber nicht so genau...
In diesem Moment sehe ich James und Black auf mich zukommen. Mein Herz macht einen Hüpfer. Na endlich...
Black drängt sich an mir vorbei und schubst die Blonde unsanft zur Seite. Überrascht stelle ich fest, dass sein Blick gerade sehr sanft wird, als er zu Remus spricht.
„Remus? Moony, kannst du mich hören?"
Remus nickt leicht, ein Zeichen, dass er verstanden hat. Black atmet tief ein.
„Sehr gut", sagt er. „Hör zu, ich bring dich in den Krankenflügel, einverstanden? Madam Pomfrey muss sich das ansehen. In Ordnung?"
Doch Remus schüttelt den Kopf und versucht aufzustehen. Es misslingt kläglich. Er tut mir so unendlich leid, wie er da sitzt und es ihm so furchtbar schlecht geht...
„Moony, sei vernünftig. Es muss sein." Auch James Stimme war unsagbar sanft geworden und sein Blick sehr warm.
Doch Remus lässt nicht mit sich reden. Immer wieder versucht er aufzustehen und immer wieder fällt er erschöpft in den Sessel zurück.
„Remus", sage ich also und sehe ihn bittend an. Sein Blick klebt an mir. „Bitte geh mit ihnen in den Krankenflügel. Sie wollen doch nur, dass es dir besser geht."
Während James lächelt und Black mich das erste Mal überhaupt richtig anzusehen scheint, gibt Remus schließlich nach und nickt. Ich seufze leise.
Auch James seufzt und reicht ihm eine Hand, während Black nach seinem Arm greift. Als er schließlich steht, wird sein Gesicht um noch eine Spur blasser. Er presst die Lippen aufeinander und atmet tief ein.
„Ich werd schnell machen", sagt James und küsst mich leicht auf die Wange. Black sieht mich an mit seinen fast schwarzen Augen und lächelt leicht.
„Vielen Dank, Evans", sagt er und nickt mir zu. Das ist das erste Mal, dass er mich direkt anspricht.
Und dann verschwinden sie.
Die Blonde sieht mich ausdruckslos an, in ihren Augen glitzern Tränen. „Er mag mich nicht", sagt sie und mir ist klar, dass sie nicht Remus meint. „Black hasst mich."
„Quatsch... Er macht sich nur Sorgen, dass ist alles."
Doch sie lächelt bitter. „Ich hatte mal was mit ihm. Mit Black. Und als ich mich dann das erste Mal mit Remus getroffen habe, meinte er, Remus habe etwas besseres verdient als mich. Nicht so eine Schlampe..."
Darauf kann ich nichts erwiedern. Ich kenne sie nicht, doch ich kann mir vorstellen, das hauptsächlich Schlampen mit Black ausgehen. Mädchen, denen es egal ist, wie es mit dem Typen, mit dem sie schlafen, weitergeht. Mädchen, die einfach ihren Spaß wollen...
Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie so eine ist. Doch wenn, dann hat Black recht. So eine hat Remus wirklich nicht verdient...
Ich weiß nicht, wie lange James schon weg ist. Eigentlich weiß ich überhaupt nichts mehr. Nicht, wie spät es ist, nicht wie viele Drinks ich getrunken hab. Gar nichts.
Ich fühle mich wunderbar leicht und beschwingt. Zu aufgedreht um nachzudenken und zu müde zum Tanzen. Sehr seltsam.
Jemand streicht mir über die Wange. Ich hebe den Blick. Es ist der Typ, den wir am Anfang der Party getroffen haben. Irgendwas mit A.
Er sieht in meine Augen und ich sehe nicht weg. Seine Hand ist warm und eine leichte Gänsehaut jagt mir über den Körper, als er seinen Arm um meine Taille legt und mich leicht an sich zieht.
Dann liegen seine Lippen auf meinen. Ich schließe die Augen und gebe mich dem Gefühl hin. Dem Gefühl der Wärme, dem Gefühl des Moments.
Seine Hände wandern über meinen Rücken, malen dort Kreise. Er drückt mich fester an sich und streichelt mich jetzt überall. Es ist mir nicht unangenehm. Nein, es ist mir wirklich nicht unangenehm...
Plötzlich wird er von mir weggerissen. Als ich die Augen öffne, liegt er am Boden. Das nächste was ich sehe, ist James, der mich anstarrt, als hätte ich den Verstand verloren...
Langsam wird mir bewusst, was ich getan habe. Meine Augen weiten sich, sehen abwechselnd den Typen und James an, der wiederum mich anstarrt.
Dann lässt er ganz langsam die Arme sinken. Schmerz glitzert in seinen Augen auf. Enttäuschung und Wut. In diesem Moment sieht er nicht aus, wie sonst. Nicht, wie Mr. Obercool, der sonst auf alles eine Antwort hat. In diesem Moment sieht er aus, wie ein Häufchen Elend...
Er atmet tief ein, wendet seinen Blick von mir ab und geht...
Und, wie hat es euch gefallen? Gut? Schlecht? Mittelmäßig?
