Harry Potter and the Sanctuary of Light

Chapter 2 Geschenke der Elfen

Als er seine Augen erneut öffnete, war es bereits morgens. Ein kleines Fenster am Ende der Halle liess einen schwachen Lichtstrahl zwischen den Zellen erscheinen und die Geräusche des Ozeans konnte man ebenfalls hören. Azkaban war ein Inselgefängnis ohne jegliches pflanzliches Leben. Ein grauer, unangenehmer Ort, wo jede Hoffnung schon im Keime erstickt wurde.

Harry erhob sich langsam, streckte seine Muskeln, welche noch immer von einer ruhelosen Nacht geschwächt waren. Seine fünf mal zwölf Fuss grosse Zelle besass zwei Eimer. Einer diente als Abfalleimer und einer für das Wasser. Jeden Abend bekamen die Gefangenen eine kleine Portion einfachen Gefängnisessens, welches mindestens vierundzwanzig Stunden reichen musste. Nachdem er einen Schluck Wasser getrunken hatte, benutzte er den anderen Eimer, der sich direkt danach selbst reinigte, und setzte sich wieder auf dem Boden, bereit für einen weiteren langweiligen Tag.

Er hatte gerade damit begonnen, alle Zaubertrankzutaten aufzuzählen, an die er sich erinnern konnte, als er lautes Rufen und Schreien hörte. Normalerweise konnte dies nichts gutes bedeuten, wie zum Beispiel einen betrunkenen Wächter oder einen verrückten Insassen. Aber diese Stimme kam ihm bekannt vor. Als er der Stimme lauschte, die näher kam, begannen seine Augen nach langer Zeit wieder zu leuchten und ein Lächeln erschien auf seinen Lippen.

Endlich war die Stimme direkt vor seiner Zellentür und das Schloss der Tür öffnete sich. Die Tür schwang auf und es trat ein Mädchen seines Alters ein. Sie war einen scheinbar achtlosen Blick auf ihn, dem man aber den nur mühsam unterdrückten Ärger über sein Aussehen und seine Verletzungen ansah. Dann wandte sie sich wieder der sich beschwerenden Wache zu.

"Mich interessiert es nicht, wie sie diese Dinge handhaben. Ich habe hier die Erlaubnis eures Ministers für Magie, die besagt, das ich die Zelle alleine betreten darf, das ich solange wie ich möchte verbleiben darf und das kein Wächter anwesend sein darf, und dieses bedeutet, das sie gefälligst auf ihren Posten zurückkehren, während ich genau das beschriebene tue. Mein Vater ist der Botschafter meines Volkes bei den britischen Magiern und Hexen. Und wenn sie dem Minister erklären wollen, wieso die Elfen ihm ihre Unterstützung entzogen haben, wegen ihrer Inkompetenz und Befehlsverweigerung, dann können sie mich gerne weiterhin behindern. Aber wenn Voldemort eure geliebte Welt übernommen und vernichtet hat, kommt nicht heulen zu uns gerannt." Die Wachen starrten die junge Elfe an, entschuldigten sich dann aber und verschwanden.

Die beiden Elfen, die das Mädchen begleitet hatten, blieben als Wache vor der Tür stehen während die Elfe die Zelle betrat und die Tür laut schloss.

"Du siehst echt schlimm aus." sagte sie mit einem traurigen Lächeln an Harry gewandt, während dieser langsam aufstand. Er nahm sich die Zeit um sie zu betrachten. Laurea Isilmolor, die Tochter des Elfen-Botschafters, und nur wenige Monate jünger als er selbst. Sie schien von schwachem Licht umgeben und trug ein leicht lila farbenes Elfenkleid, das ideal zu ihrer Figur passte. Ihre langen, rötlich-braunen Haare wellten sich sanft um ihren Nacken und waren mit goldenen Stränen versehen. Eisblaue Augen betrachteten ihn genauso neugierig wie er sie.

"'Rea... was machst du hier?" fragte er mit heiserer Stimme, wobei sein Gesicht deutliche Verwirrung zeigte.

"Wir glaubten niemals an deine Schuld, weisst du..." Sie zeigte erneut ein trauriges Lächeln als sie sein überraschtes Gesicht sah. "Niemand mit einer solch reinen Seele wie du sie besitzt, könnte etwas derartiges tun. Die Elfen sind mehr als nur schöne Wesen, die auch gute Kämpfer sind, sondern sie besitzen auch eine enge Verbindung zu der Natur. Wir können auch die Seele eines Wesens erkennen. Aber niemand hörte zu. Sie hatten alle Beweise die sie benötigten. Wir waren nur Alliierte, welche die Politik und die Gebräuche der Zauberer nicht verstanden." sagte sie traurig, "Sie dachten, das ich von meiner Freundschaft zu dir geblendet sei. Und das mein Einfluss auf mein Volk daran schuld sei, das wir an deine Unschuld glauben." Ihre Augen glitzerten ob der Tränen und ihre Lippen kräuselten sich.

"Ich schwöre, das wir dich irgend wie hier herausholen werden, Harry..." Selbstsicherheit erfüllte ihr Gesicht, "Auf die eine oder andere Art." nun überwand sie die Distanz zwischen ihnen und umarmte ihn herzlich.

Harry war schockiert und erwiderte die Umarmung. Tränen füllten seine Augen, als er realisierte, was sie gesagt hatte. Jemand glaubt mir. Die ganze Zeit dachte ich, das ich allein sei, ohne jedwede Freunde, das ich jeden Tag ums überleben kämpfen müsste... er blickte nun auf und schaute ihr ins Gesicht; ihre Augen waren etwas überrascht, als sie zu ihm aufschaute.

"'Rea, wie auch immer ihr mich hier herausholt, oder ob es überhaupt gelingt, du hast mir das grösste Geschenk gemacht, das ich mir wünschen könnte." Sie schaute ihn fragend an. "Das Wissen, das jemand dort draussen an mich glaubt... alleine das schon gibt mir den Lebenswillen zurück." Sie musste nun unter Tränen lächeln und sah sich in der Zelle um.

"Das ist ein eintöniger Ort, nicht wahr? Auch noch sehr schmutzig. Warte, lass mich das beheben." Sie trat zurück und nach mehreren elfischen Sprüchen war die Zelle sauber. "Oh, ich habe den Boden dort drüben an der Schlafstelle mit einem weichmachenden Zauber belegt. Ausserdem besitzt der Wassereimer jetzt einen Zauber, der das Wasser umgehend reinigt. Wir wollen doch nicht, das du am schlechten Wasser hier erkrankst." Sagte sie grinsend. Er kicherte, stöhnte dann aber, da die Rippen schmerzten.

"Harry, alles in Ordnung? Naja, neben dem „in Askaban" sein."

Seine Lippen verzogen sich. Selbst wenn sie mit mir in dieser Hölle war, besass sie noch immer ihre leicht sarkastische Ader. "Nun, den Wachen ist oft langweilig und da ich „der Junge, der die Zaubererwelt verriet" bin, denken sie, das Tritte gegen mich nicht weiter schaden können."

Nach knapp fünfzehn Sekunden, in denen sie auf elfisch heftig fluchte, trat sie zu ihm und bat ihn, sich hinzusetzen. Sie setzte sich ihm gegenüber und berührte mit ihren Fingern beide Seiten seines Kopfes, und begann dann eine Formel auf elfisch aufzusagen. Er spürte wie ihre Magie durch ihn hindurch floss und diese seine Verletzunge heilte, aber auch seine Energiereserven wieder auffüllte, die nach Essens- und Schlafmangel gefährlich niedrig waren. Schliesslich liess sie ihn los.

"Danke Laurea, du bist die beste." sagte er mit einem breiten Lächeln.

"Harry, obwohl ich der Wache gegenüber etwas anderes behauptet habe, muss ich dich bald wieder verlassen. Aber ich habe einige Geschenke für dich, von meine Volk, welche dir hier sehr helfen werden und dir, sollte es schlimm kommen, die Flucht ermöglichen werden." Sie sahn ihn ernst an und berührte erneut mit ihren Fingern seinen Kopf. Nun hörte er ihre Stimme in seinem Kopf.

Harry, ich agiere hier als Botschafter meinesVolkes und übergebe dir zwei Geschenke. Sie sagte dies in formellem Tonfall zu ihm. Das erste ist die komplette Immunität den Dementoren gegenüber. Er sandte ihr die tiefen Dankesgefühle über die Verbindung. Das zweite Geschenk ist das Wissen um die Animagus-Transformation. Dieser Satz liess ihn fast die Augen vor Schock öffnen. Dieses Wissen wird dir langsam nach und nach zugänglich sein, damit du dich nach und nach über die Monate an die Form gewöhnen kannst, aber auch um Verdachtsmomente von mir und meinem Volk abzuhalten, wenn du fliehst. Hoffentlich werden die denken, das du dank dunkler Magie fliehen konntest, oder das Voldemort dir zur Flucht verholfen hat. Wenn du fliehst, schwimm zu Strand. Sobald du die Wände von Askaban verlässt, werde ich es wissen. Ich werde am Ufer auf dich in meiner Animagusform warten und dich dann in die Zuflucht meines Volkes bringen.

Er öffnete seine mit Freudentränen gefüllten Augen um in ihr grinsenden Gesicht zu schauen. Nach einigen sprachlosen Momenten warf er sie mit einer spontanen Umarmung fast um. Sie lachte vor Freude über das Leben das in sein Gesicht zurückgekehrt war und umarmte ihn ebenso. Während des Rests des Besuchs besprachen sie, was in der Zauberer- und Elfenwelt vorsichging, aber auch über die Kultur der Elfen und wie es ihrer Familie ging. Als ein Klopfen an der Tür erklang, standen sie beide traurig auf und er brachte sie zur Tür.

Als sie gegangen war, legte sich Harry wieder hin, allerdings war der Boden nun unnatürlich weich, weshalb ein breites Lächeln auf seinem Gesicht erschien, während er an Laurea und die Freiheit dachte.

AN: Ich möchte noch einmal ausdrücklich darauf hinweisen, das alle Rechte an den Ideen und der Geschichte selbst bei der ursprünglichen Autorin Arye liegen!!!!!