Titel: Dangerous Kind
Teil: 2/3
verfasst: 09.03.2010 – 07.12.2010
Autor: Lu-no-sekai
Genre: romance, left out scene
Warnungen: slash, incest, dubious consent – nicht gebetad! ^^"
Pairing: RAB/SB
Disclaimer: Für alle die's noch nicht wussten: Ich bin nicht JKR… Dementsprechend habe ich keinerlei Rechte am HP-Universum, den Charakteren etc. Ich leihe sie mir nur aus und gebe sie leicht verstört wieder zurück… *unschuldig pfeif*
Der Song „Dangerous Kind" ist von der Gruppe „The Rasmus" aus ihrem Album „Black Roses".
Der Spruch zur Trauerkarte entstammt einer Internetseite, die ich hier leider nicht eintragen kann... ^^"
Kommentar: Wie ihr wohl an dem langen Zeitraum erkennen könnt, der hierfür nötig war, fiel mir dieses Kapitel recht schwer. Es ist eine filigrane Gradwanderung zwischen ihren brüderlichen Gefühlen, Regulus' innerer Zerrissenheit und Sirius' Misstrauen… Ich habe oft Teile geschrieben und sie dann bei der Überarbeitung wieder gelöscht und von Neuem angefangen. So habe ich immer noch meine Probleme mit dem Verlauf an einigen Stellen, aber ich hoffe es ist trotzdem verständlich und relativ ‚realistisch'. ^^"
Viel Spaß und R&R, plea~se! ;)
You got a shady reputation
From bed to bed to man to man
Once you deliver your temptation
No one can stop your master plan
Don't try to lie about it
I don't believe a thing you say
The more you try to hide it
The more the lies show on your face
Schwarze Haare umfingen sein Gesicht, heißer Atem traf auf staubtrockene Lippen.
„Ich war so eifersüchtig…"
Die dunklen Augen seines Bruders hielten seinen Blick gefangen und er unwillkürlich die Luft an. Was passierte hier gerade?
„Und was ich auch getan habe, ich konnte deine Aufmerksamkeit nie auf mich lenken …"
„Regulus…"
Sirius schluckte schwer. Er hatte viel erwartet, als er sich entschloss, sein Elternhaus aufzusuchen, doch nie hatte er mit solch intensiven Gefühlen gerechnet. Schon gar nicht seitens seines kleinen Bruders, der ihm doch über die Jahre zunehmend kalt und unnahbar erschienen war.
Doch hier waren sie, in seinem alten Kinderzimmer, auf seinem Bett und sich so nah wie schon lange nicht mehr.
„Willst du mir ehrlich sagen, dass du es nie bemerkt hast? Kannst du wirklich so unsensibel sein?"
Sirius wusste nicht, ob Regulus über die Vergangenheit oder die Gegenwart sprach, doch er konnte und wollte darauf nicht antworten. Stattdessen sprach er die einzigen Worte aus, die ihm in den Sinn kamen.
„Regulus… Es tut mir Leid…"
Einen Moment lang herrschte Stille. Dann ertönte Regulus' heiser klingende Stimme erneut.
„Sicher…"
Unvermittelt unterbrach der Jüngere den Blickkontakt und machte Anstalten sich zurückzuziehen. Doch er blieb dennoch am Bettrand sitzen, in sich zusammengesunken und auf seine im Schoß gefalteten Hände starrend.
„Ich bin so dumm…"
Regulus' Stimme war nicht mehr als ein Flüstern und klang so Mitleid erregend, dass Sirius an sich halten musste ihm nicht gleich tröstend den Arm um die Schultern zu legen. So hatte er seinen Bruder noch nie erlebt! Wenigstens nicht mehr seit ihrer frühesten Kindheit!
„Du…bist nicht dumm… Ich nehme an… Ich bin wohl wirklich nicht sehr sensibel gewesen. Und… Ich tendiere dazu neben meiner Meinung keine andere gelten zu lassen…"
Was trieb ihn nur dazu plötzlich so offen zu sprechen? War er denn verrückt geworden? Das war immer noch Regulus Black, sein kleiner versnobter Bruder, der wohl schon bald (oder war er es vielleicht sogar bereits?) ein Todesser werden würde – ein Diener Lord Voldemorts! Das alles musste ein perfider, hinterhältiger Plan gegen den Orden sein! Welch andere logische Erklärung konnte es geben?
Doch gerade sah besagter kleiner Bruder einfach nur wie ein Häufchen Elend aus und Sirius konnte sich des Eindrucks nicht erwehren, dass es sich dabei um echte Niedergeschlagenheit handelte.
In dem Moment verließ ein freudloses Lachen die Lippen des jüngsten Black-Sprösslings.
„Da könntest du durchaus Recht haben…"
„Natürlich. Ich habe immer Recht!"
Regulus' folgender skeptischer Blick, der seinem Haus alle Ehre machte, rang Sirius zuletzt nicht nur ein Schmunzeln ab, sondern entlockte ihm auch ein dämliches Grinsen.
„Jetzt guckst du genau wie früher, wenn du Vaters Schokodrops-Reservoir geknackt hattest!"
Sirius lachte ob dieser Bemerkung verlegen auf und kratzte sich am Hinterkopf.
„Muss ich dich daran erinnern, dass du den Löwenanteil verschlungen hast?"
„Sie haben aber auch nur so gut geschmeckt, wenn du sie wieder aus einem von Vaters Verstecken geholt hattest!"
„Und du hast dich immer erst einmal strikt geweigert auch nur in die Nähe der Schokodrops zu kommen, bis du schließlich nicht mehr widerstehen konntest! Naschkatze!"
„Oh, du hattest auch schon bessere Spitznamen für mich!"
Was war das nun schon wieder? Welch Ironie des Schicksals hatte dazu geführt, dass er hier auf seinem alten Bett saß und mit seinem Bruder über alte Zeiten plauderte und herumalberte?
„Du meinst ‚Babyboy'?"
„Oh, der war echt fies!"
Regulus deutete mit dem Finger auf seinen älteren Bruder und grinste ihn breit an. Sirius grinste genauso breit zurück und lehnte sich ein Stück nach vorn.
„Oder…‚Schokofrosch-Dieb', wenn du dich mal wieder an meinem Vorrat vergangen hattest!"
„Aber nur aus Rache, weil du wieder an meiner Bildkarten-Sammlung warst!"
„Das war Kreacher! Hör auf deinen großen Bruder!"
Sirius legte den Kopf schief und blitzte den Jüngeren herausfordernd an. Regulus zog eine Augenbraue nach oben und sprach mit unheildrohender Stimme weiter.
„Weil er ja immer Recht hat, nicht wahr?"
„Unbedingt", stimmte der Ältere mit einem Nicken zu.
„Na schön. Kreacher!"
Ein lautes Ploppen bedeutete das Erscheinen des alten Hauselfen in Sirius' Zimmer und der ältere Bruder verengte seine Augen zu Schlitzen als er die kleine Gestalt neben seinem Bett erblickte.
„Kreacher, ich habe eine Frage an dich. Und bitte sag mir die Wahrheit."
„Kreacher sagt Master Regulus immer die Wahrheit, denn Kreacher würde den Master niemals anlügen, denn das würde Master Regulus traurig machen und Kreacher will nicht, dass Master Regulus traurig ist."
Regulus lächelte den kleinen Elfen voller Wärme an und Sirius biss sich auf die Zunge, um jetzt bloß nichts Dummes und vielleicht Gefährliches zu sagen.
„Ich weiß, Kreacher. Also wirst du jetzt auch die Wahrheit sagen, richtig?"
„Natürlich, Master Regulus, so wie Master Regulus es wünscht, wird Kreacher die Wahrheit sagen."
„Gut. Hast du jemals eine von meinen Schokofrosch-Bildkarten genommen?"
„Oh! Kreacher hat niemals eine Karte genommen! Aber einmal hat…Master Sirius…", der Elf warf dem älteren Black einen Blick voll unverhohlener Verachtung zu, „der später sein reines Blut verraten hat, mir aufgetragen eine Karte zu nehmen! Aber Kreacher wollte es nicht und Kreacher hat sich deshalb die Ohren gebügelt und die Finger in der Tür geklemmt!"
Sirius rollte mit den Augen.
„Ich war 8 Jahre alt und du warst so ein sturer 6-Jähriger! Du wolltest mir partout nicht die glitzernde Morgana-Karte geben, obwohl du sie doppelt hattest!"
Regulus zog gekonnt eine Augenbraue gen Haaransatz, als er seinen Bruder skeptisch ansah, jedoch weiter mit dem Hauself sprach.
„Danke Kreacher, dass du so ehrlich warst. Würdest du jetzt bitte aufpassen, dass niemand hereinkommt? Ich möchte nicht gestört werden, während ich mich mit meinem Bruder…unterhalte."
Sirius schluckte. Wenn er es bisher nur geahnt hatte, so war er sich jetzt 100%ig sicher in eine Falle getappt zu sein. Und er sah keine Möglichkeit zu entfliehen! Irgendwie musste er seinen Bruder davon überzeugen, dass er keine Gefahr darstellte und vielleicht sollte er auch an Regulus' Gefühle appellieren und ihre brüderliche Beziehung häufiger betonen? Erneut musste Sirius schlucken. Es sah nicht gut aus für ihn. Ganz und gar nicht gut!
„Kreacher hat verstanden, Master Regulus. Kreacher wird aufpassen, dass niemand Master Regulus stört!"
Ein erneutes Ploppen verriet den Black'schen Brüdern auch ohne hinzusehen, dass der Hauself den Raum verlassen hatte, während sie sich gegenseitig versuchten in Grund und Boden zu starren.
Sirius überlegte angestrengt, was die beste Taktik wäre, um aus dieser heiklen Situation heil zu entkommen und entschloss sich schlussendlich dazu, seinem Bruder zum Schein die Kontrolle zu überlassen. Ein Gegner, der sich in Sicherheit wiegte, wurde immer unvorsichtig und darauf baute Sirius, als er den Blickkontakt als erster brach und sich verlegen an der Schläfe kratzte.
„Tja, da hast du mich wohl ertappt, was? Ich habe Kreacher nie wieder befohlen, etwas von dir zu stehlen. Er mochte dich schon immer lieber als mich."
„Naja… Du warst ja auch nie besonders nett zu ihm."
Da Sirius bei dieser Diskussion nicht als Sieger hervorgehen konnte und sie in absehbarer Zeit nur wieder zu Frustration führen würde, zuckte er einfach nonchalant mit den Schultern.
Regulus unterdessen setzte sich seinem Bruder nun im Schneidersitz direkt gegenüber und musterte ihn interessiert.
„Weißt du, warum ich dir die Karte nicht geben wollte?"
Sirius runzelte die Stirn.
„Vielleicht, weil du mich gern geärgert hast?"
Regulus schüttelte fast unmerklich den Kopf.
„Nein, ich… Ich mochte es, wenn du mich um etwas gebeten hast. Oder sollte ich eher sagen, wenn du gebettelt hast?"
Regulus versuchte zwar sein Grinsen zu unterdrücken, doch seine Augen sprachen Bände und allmählich fürchtete sich Sirius vor was auch immer sein Bruder mit ihm anstellen wollte.
Dieser schien eindeutig Spaß an dieser Situation zu haben. Daran, Sirius so verlegen und unsicher zu sehen, denn auch wenn der Ältere versuchte ruhig und gelassen zu wirken, so verriet er sich doch durch Kleinigkeiten wie das ständige Zurückstreichen seiner Haare. Und Regulus kannte seinen Bruder viel zu gut, um dessen vorgetäuschter Gemütsruhe Glauben zu schenken.
„Gebettelt? Ich habe nie gebettelt, bestimmt nicht!"
„Sicher? ‚Bitte Reg! Komm schon, ich gebe dir auch diese vier Karten hier und Ururgroßvater Phineas dafür! Regulus, bitte…' Ich finde das klingt schon nach betteln, meinst du nicht?"
Sirius fand seine Position, ans Kopfende des Bettes gelehnt, plötzlich schrecklich unbequem. Nervös rutschte er auf dem Laken herum und zog schließlich eines seiner Beine zu sich heran, um sich selbst mehr Gelassenheit zu suggerieren.
Dennoch brach ihm allmählich kalter Schweiß aus. Der stechende Blick seines Bruders hatte irgendetwas Gefährliches an sich und Sirius fühlte, dass nicht er wie geplant die Situation kontrollierte, sondern einzig Regulus. Und er selbst war schuld daran! Ungestüm, wie er war und ohne viele Gedanken an die Konsequenzen zu verschwenden war er der Einladung gefolgt und hatte damit vermutlich sein Todesurteil unterschrieben!
„Das soll ich gesagt haben?", Sirius versuchte sich an einem sorglosen Lachen, das ihm jedoch im Halse stecken blieb, „Das kann ich mir kaum vorstellen."
„Oh doch, glaub mir. Und niemand bettelt so schön wie du."
Regulus wollte ihn quälen! Er musste irgendein krankes Vergnügen daran haben, anderen Schmerzen zuzufügen und es genießen, wenn sie um Gnade winselten! (Klar, wozu wurde man auch sonst Todesser?) Ein Sadist erster Güte, das war aus seinem unschuldigen, süßen, kleinen Bruder geworden. Er hätte ihn nicht so vernachlässigen dürfen!
„Das kann ich mir kaum vorstellen. Da draußen gibt es sicher zig Personen, die viel, viel besser betteln können als ich", versuchte er das Unglück noch einmal abzuwenden.
„Oh nein, glaub mir. Ich habe lange versucht jemand anderes zu finden. Ich hatte viele, die gerne zu meinen Füßen gebettelt haben, aber…dich…habe ich seit Hogwarts nicht wieder dazu bekommen, für mich zu betteln. Oder auch nur eine kleine ernst gemeinte Bitte an mich zu richten…", Regulus senkte für einen kurzen Moment den Blick und Sirius atmete tief durch, „Nur Potter… Ihn hast du ständig um etwas gebeten, ihn praktisch angefleht dir etwas aus Hogsmeade mitzubringen, wenn du Arrest hattest! Und du hast bei jedem Spiel von Gryffindor so furchtbar angestrengt gebetet, dass er den Schnatz fangen soll! Sirius…"
Angesprochener schluckte, denn Regulus kniete plötzlich vor ihm und blickte ihm direkt in die Augen.
„Ja…?"
„Würdest du mich um etwas bitten?"
Sirius wusste, dass er jetzt kaum einfach einwilligen konnte, aber eine direkte Zurückweisung hätte wohl unabsehbare, gefährliche Konsequenzen und so versuchte er sich, so gut es seine Gryffindor-Starrköpfigkeit zuließ, aus der Affäre zu ziehen.
„Ich…habe das Bitten schon lange aufgegeben, Regulus."
„Dann werde ich dich wohl daran erinnern müssen. Locomotor brachia mortis"
Sirius spürte wie er zuerst an den Füßen über das Bett gezogen wurde und schließlich, als sein Bruder die Zauberformel sprach, seine Hände über seinem Kopf zusammenschlugen und seine Arme völlig unbeweglich aneinander zu kleben schienen.
„Reg…! Regulus, was soll das?"
Das Gesicht seines Bruders erschien sogleich über ihm und die dunklen Augen des Jüngeren blickten ihn entschuldigend an, während er Sirius sanft über die Wange strich.
„Es tut mir Leid, aber… Das ist meine letzte Chance. Ich kann… Ich kann nicht das Richtige tun, ohne dir vorher wenigstens einmal… Ohne dir einmal nahe gewesen zu sein."
„Was… Was meinst du damit, Reg? Ich…bitte… Bitte, wenn du mich betteln sehen wolltest, dann hast du es geschafft! Bitte, lös diesen Zauber wieder! Ich bitte dich!"
Sirius' Augen waren groß wie Teller, während sie das Gesicht seines Bruders nach einem Hinweis absuchten, der ihm erklären konnte, was hier vor sich ging.
„Nein, Sirius, das kann ich nicht mehr. In dem Moment, als ich dich auf der Beerdigung sah, wusste ich, dass ich es tun muss."
„Regulus… Ich…Ich tu alles, was du willst, bitte… Du bist doch mein Bruder!"
Der jüngere Black verzog das Gesicht zu einer traurigen Grimasse und seufzte.
„Ich weiß, als dein Bruder sollte ich das nicht tun… Aber ich kann einfach nicht mehr, Sirius! Ich habe alles versucht, habe versucht dich zu ersetzen, aber keiner…keiner ist wie du!"
Sirius verstand Regulus nicht, verstand nicht, was dieser versuchte ihm zu sagen. Scheinbar war sein Bruder in irgendeiner Weise von ihm besessen und wollte ihn nun töten, damit er endlich Ruhe hatte oder etwas in der Art. Wie hatte er nur so dumm sein können herzukommen?
„Regulus, du… Du musst das nicht tun! Wir werden schon irgendeine Lösung finden, nur… Mach jetzt nichts Unüberlegtes, okay?"
Doch der Jüngere schenkte den Worten des Älteren schon keine Beachtung mehr. Sein Blick fuhr lediglich über dessen Gesicht, als würde er jedes Detail desselbigen gänzlich in sich aufnehmen wollen und für die Ewigkeit bewahren.
You got a shady reputation
From bed to bed to man to man
Once you deliver your temptation
No one can stop your master plan
Don't try to lie about it
I don't believe a thing you say
The more you try to hide it
The more the lies show on your face
