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Kapitel 1
„Das
Haus, es steht in Flammen! Schnell hilf mir!" schrie Maev panisch
beim Anblick des brennenden Hauses und griff nach einem Eimer, um ihn
gleich darauf mit Wasser aus dem Brunnen zu füllen. Schnell
eilte sie zu den Bruchstücken die noch übrig waren und
peitschte das eiskalte Nass darauf, ohne Erfolg, der schwarze Rauch
entzündete sich an den kleinen Funken erneut. Mit
rußverschmiertem Gesicht und Tränen in den Augenwinkeln
brach Maev zusammen und prallte hart auf ihren Knien auf. Das
Szenario war perfekt. Sie konnte es nicht glauben, alles war
zerstört, ihr einst so wunderschönes und prunkvolles Haus
stand nicht mehr, es war von den Flammen verwüstet worden. Rauch
und Qualm umhüllten sie und die giftgrünen Flammen loderten
gefährlich in den nachtschwarzen Himmel hinauf, welcher von
Wolken verhüllt war. Maev begann zu schluchzen. Von weitem
näherte sich eine Gestallt dem Haus. Es war eine junge Frau,
vielleicht 23 Menschenmonde zählten ihr Haupt. Ihr langes
tiefschwarzes Haar, in welchem nur ein dünnes Haarband steckte,
viel ihr leicht auf die Schultern und ihr hübsches Gesicht war
besorgt und ebenfalls beschmutzt.
„Alles wird gut wird...es wird
schon irgendwie wieder alles in Ordnung kommen." Ihre lange rote
Robe glitt mit jedem Schritt über den Boden und war mit Dreck
und Erdreich besudelt. Maev blickte die junge Frau mit nassen Augen
an und bebte.
„Nein, es wird nicht wieder alles gut
werden...wird es nicht!" schrie sie, während sie begonnen
hatte zu weinen und ihre Hände vor das mitgenommene Gesicht
hielt.
Bei genauerem Betrachten konnte man erkennen, dass die beiden Frauen Schwestern waren. Beide hatten dasselbe rabenschwarze Haar, eine sehr weibliche Figur und ein hübsches Gesicht, doch Maev war etwas jünger als ihre Schwester Kibu. Auch ihre Interessen gingen eindeutig auseinander, Kibu konnte sich schon in jungen Jahren, in welchen ihre Schwester noch mit den Schwertern ihres Vaters gespielt hatte, für Magie begeistern. In ihrem Heimatdorf im Immersangwald gab es sehr viel davon und so verbrachte Kibu den Großteil ihrer Zeit damit, mit den Manawürmern vor Ihrem Haus zu spielen und den Gesängen der Wälder zu lauschen, wohingegen Maev lieber verstecken spielte und die Würmer erschreckte. Mit den Jahren wurden die Unterschiede zwischen den beiden Schwestern immer weitläufiger, Kibu begann die Bücher im Sanktum zu studieren und erlernte Tag für Tag neue Magie, welche sie im Alltag auch häufiger zu benutzen lernte und Maev...Ja, Maev ließ des Öfteren gewisse Gegenstände in der Küche ihrer Mutter verschwinden oder nahm sich die beiden Schwerter ihres Vaters, um damit in den Wald aufzubrechen und zu üben. Auch die Charaktereigenschaften gingen stark auseinander, wo sich die beiden früher doch so gut verstanden hatten, herrschten jetzt Streiterei und Gezanke. Maev war so etwas wie ein Freigeist. Sie liebte es tagelang umherzustreunen und nicht nach Hause zurück zu kehren. Ihr war es gleich, ob man sich dort um sie sorgte, denn sie selbst wusste ja, sie würde wieder zurückkommen, nur etwas später als erwartet. Sie war dickköpfig, stur und vor allem konnte sie perfekt mit Worten umgehen. Was harmlos klang war in Wirklichkeit eine Drohung, wer mit ihr zu feilschen versuchte, der konnte nicht von dem Handel profitieren, sie war einfach zu geschickt und gewitzt. Kibu hingegen war ehrlich, klug und liebenswert. Sie war das genaue Gegenteil ihrer Schwester Maev, mehr als eine gewisse äußerliche Ähnlichkeit mit ihr war nicht geblieben. Das hübsche Elfenmädchen streunte nicht herum, sondern blieb zu Hause bei Mutter und Vater, half im Haushalt und lernte fleißig all ihre Lektionen der Magie. Die Leute im Dorf waren sehr gut auf die Blutelfe zu sprechen, sogar der Orkstamm im Nebendorf kannten sie flüchtig. Wenn allerdings der Name ‚Maev' fiel blockten viele einfach ab, denn es war meistens so, dass wenn ihr Name genannt wurde, dann doch eher in unangenehmen Situationen und verbunden mit Diebstählen oder irgendwelchen Streichen.
Nun
knieten die beiden Frauen nebeneinander im Dreck vor den Trümmern
ihrer Welt. Die Eine weinte bitterlich, die andere war zutiefst
mitgenommen und erschrocken über das, was sie vor sich sah. Als
Kibu Maev die Hand auf die Schulter legte, strich diese sie weg.
„Lass mich!" Kibu blickte ihre Schwester besorgt an.„Maev.. wir
kriegen das schon wieder hin, wir bauen das Haus neu auf… du wirst
schon seh..."„Nein, das werden wir nicht. Du denkst immer du bist
ach so toll und alles wird schon irgendwie wieder so werden wie es
einmal war…doch das wird es nicht, verstehst du? Bist du nur so
dumm, oder tust du so?" Maev hatte sie abrupt unterbrochen und
schrie nun förmlich. Hinter ihnen knackte es im Gebüsch,
als eine Gestallt aus dem Dickicht hervor brach. Kibu konnte ihre
Schwester gerade noch zur Seite schubsen, ehe die grobe Kriegsaxt auf
den Boden nieder sauste.
„Was zum Teufel…"
„Lauf!"
schrie Maev. Kibu rollte sich ab und machte einen Satz, welcher sie
knapp vor dem zweiten Hieb retten konnte.
„Was ist das für
ein Ding?" rief Kibu ihrer Schwester zu, welche gerade damit
beschäftigt war, Halt an einem Ast zu finden.
„Ich habe
keine Ahnung, aber es ist uns nicht sehr freundlich gesinnt…PASS
AUF!" Kibu drehte den Kopf, konnte dem Schlag allerdings nicht mehr
vollständig ausweichen und wurde hart von dem Schlagring des
Gegners an der Schulter getroffen. Mit schmerzverzerrtem Gesicht
taumelte sie nach hinten und sprang mit letzter Kraft zur Seite, um
einem weiteren Hieb auszuweichen. Der Gegner war groß und
klobig. Er schien nicht von dieser Welt zu sein, denn in seinen Augen
loderte dasselbe Feuer, wie zwischen den Resten des einst so
prächtigen Hauses. Dazu kam das Paar riesiger Hörner,
welches sein Haupt krönte, auch die mächtigen dunklen Hufe
fielen direkt auf, genau wie der Körper, welcher über und
über mit Muskel bedeckt zu sein schien. Maev, welche nun fast
wie eine Katze auf dem Baum hing, balancierte auf einen der Äste,
welcher sich genau über der Teufelswache befand und zückte
das Schwert ihres Vaters, als das Wesen zu sprechen begann. Die
‚Stimme', welche eigentlich gar nicht als das bezeichnet werden
konnte, grollte wie der Donner über die beiden Mädchen
hinweg.
„Närrisches Elfenpack…hättet Ihr Euch doch
nur damals entschlossen dem großen Illidan Sturmgrimm folge zu
leisten und Ihm zu gehorchen, so müsste ich Euch jetzt nicht
auch noch töten, wie all die anderen, die es nicht verdienen
fortan ein Leben in dieser Welt zu führen. STERBT!" Kibu,
welche verletzt am Boden lag, war fassungslos. Es stimmte, sie hatte
ihre Eltern nicht mehr gesehen, seitdem sie am Haus angekommen waren,
aber das hieß doch nicht gleich…nein, das konnte nicht sein.
Der Dämon holte zum Schlag aus, Kibu kniff die Augen zusammen,
bereit in die Geschichte der Sin'Dorei einzugehen, doch nichts
geschah. Nichts außer einem dumpfen Aufprall. Kibu öffnete
die Augen und sah Maev, welche auf dem Wesen hockte, den Schwertknauf
in der Hand, welcher bis zum Griff im Nacken der Wache steckte. Eine
dunkle Flüssigkeit besprenkelte den Boden und ebenfalls Maevs
Gesicht.
„Maev.." Kibu wollte ihre Schwester in die Arme
nehmen, doch sie wehrte es ab.
„Fass mich nicht an!" Kibu wich
zurück. Maev blickte auf. Wut war in ihren Augen zu lesen.
„Aber
was..?" „Es ist deine Schuld! DEINE!" Kibu wusste nicht, wovon
Maev da sprach und dieses Unverständnis stand ihr deutlich ins
Gesicht geschrieben.
„Deine Idee war es doch, mich mit zum See
zu nehmen, nur wir beide, wir sollten mal wieder etwas zusammen
unternehmen…PAH!" schnaubte sie. „Wegen dir, waren sie alleine,
waren wir nicht da um sie zu beschützen…Unsere Eltern sind
TOT! UND DAS WEGEN DIR! ES IST DEINE SCHULD!" fauchte Maev ihre
Schwester an. Kibus Augen weiteten sich.
„Aber das ist nicht
wahr! Wir konnten es nicht wissen, wären wir ebenfalls zu Hause
gewesen, wären auch wir jetzt tot, Maev, es war nicht unsere
Schuld." Maev stieß Kibu zurück.
„Nein, da hast du
Recht, es war nicht unsere Schuld, es war ganz allein deine! Denkst
du denn, ich hätte unbedingt mit dir an den dummen See gewollt,
wenn du nicht darauf bestanden hättest? Denkst du denn, ich
hätte Interesse daran gehabt, deinen langweiligen Geschichten
über die Magie in diesem Wald zu lauschen? Oder mir anzugucken,
wie du die Umgebung von der Verderbnis läuterst?" Kibu war
fassungslos. Wie konnte Maev ernsthaft glauben, was sie da von sich
gab. Niemand hätte auch nur ahnen können, dass die
brennende Legion über ihr Heimatdorf her fiel, während Kibu
und ihre Schwester gerade am See waren.
„Ich hasse dich, Kibu,
du hast unsere Eltern auf dem Gewissen!" Maev stand auf. Kibu
blickte sie an.
„Warte." Maev schüttelte ihre Hand
ab.
„Lass mich."„Maev, bitte..."
„LASS MICH!" Die
Jüngere funkelte böse. „Ich verschwinde… was hält
mich noch hier? Nichts…leb wohl,…‚Schwester'!" Kibu sprang
auf, um Maev von ihrer Idee abzubringen, doch Maev war schneller. Das
nächste was Kibu sah, war der immer näher kommende
Erdboden, das letzte die völlige Dunkelheit, welche sie umgab.
Als sie wieder zu sich kam, war Maev fort und mit ihr das Haus und
ihre geliebten Eltern, Kibu war allein…
