Author's Note: Vielen Dank an euch alle fürs Lesen und Reviewen, besonders an Osnastud, der/dem ich leider nur auf diesem Weg anworten kann.

Warnung: Slash, expliziter Sex. Betrachtet euch als gewarnt ;-)

Disclaimer: Das Harry-Potter-Universum gehört Mrs. Rowling. Ich borge nur, und verdiene auch kein Geld damit.


Stag Night

Teil II

xxx

Der kleine Raum war angenehm kühl und sah aus wie ein Schlachtfeld. Kleider, Zeitschriften, Gläser, Teller und diverse andere Gegenstände stapelten sich in wildem Durcheinander auf jedem freien Platz, dezent beleuchtet vom schwachen Licht einer Öllampe. An den Wänden hingen Zaubererposter verschiedener Quidditch-Teams, Bilder von Muggel-Motorrädern, und dazwischen immer wieder Fotos der vier Rumtreiber, die meisten aus ihrer Schulzeit, aber auch viele neueren Datums. James mußte grinsen. So ähnlich hatte auch ihr Schlafsaal in Hogwarts ausgesehen, weil Tatze die Angewohnheit hatte, sämtlichen verfügbaren Platz für sich in Anspruch zu nehmen. Er fühlte sich sofort wohl hier.

Sirius wandte sich ihm zu und lächelte entschuldigend.

„Sorry", sagte er. „Wenn ich gewußt hätte, daß ich heute noch jemanden herbringe, hätte ich vorher aufgeräumt."

Er schwang den Zauberstab in einem weiten Bogen, und in das Chaos kam Leben. Zeitschriften und Bücher stapelten sich akkurat im Regal, Kleidungsstücke falteten sich säuberlich zusammen und verschwanden im Schrank. James lehnte sich geistesgegenwärtig zur Seite, als das Geschirr an ihm vorbei zur Tür hinaus und Richtung Küche segelte. Bettdecke und Kissen schüttelten sich selbst aus und arrangierten sich dann so, daß man nur noch bequem hineinzuschlüpfen brauchte.

Sirius steckte den Zauberstab in den Gürtel und ging zum Fenster, um die Vorhänge zuzuziehen. James folgte ihm mit den Augen, während er leise die Tür schloß.

„Ich vermute mal, du hast das noch nie gemacht. Ich meine… mit einem Mann."

Sirius lehnte sich gegen das geschlossene Fenster, beide Hände aufs Fensterbrett gestützt, und sah ihn erwartungsvoll an.

James schluckte; mit dieser Frage hatte er nicht gerechnet. Eine eigenartige Mischung aus Scham und Schuld trieb ihm das Blut in die Wangen, als er den Kopf schüttelte.

„Nein", erwiderte er leise, und seine Stimme klang ein wenig rauh. „Du?"

Einen Moment betrachtete Sirius ihn nachdenklich, als versuche er abzuschätzen, was die beste Antwort sei.

„Ja", antwortete er schließlich ruhig. „Einmal. Ich wollte wissen, wie das ist. Und nein", fügte er nach kurzem Zögern hinzu, „es war niemand, den du kennst."

James nickte. Die Antwort überraschte ihn nicht sonderlich. Tatze war in diesen Dingen sehr ungezwungen, wie Remus sich auszudrücken pflegte.

Eine Weile standen sie stumm da und starrten einander über den Raum hinweg an, und die Menge an Willenskraft, die James aufbringen mußte, um nicht nervös von einem Fuß auf den anderen zu treten, wurde von Minute zu Minute größer. Er begann sich schon zu fragen, ob er irgendetwas Dummes gesagt, irgendetwas Falsches getan hatte, doch dann wurde ihm schlagartig klar, was hier vorging: Offenbar wartete sein Freund darauf, daß er den ersten Schritt machte.

Sehr langsam und bedächtig durchquerte er den Raum, so als könne eine zu hastige Bewegung die Szene zerspringen lassen wie Glas. Sirius folgte ihm aufmerksam mit Blicken, bis sie schließlich voreinander standen.

Zum ersten Mal hatte James nicht die leiseste Ahnung, wie er sich seinem Freund gegenüber verhalten sollte. Sollte er ihn einfach zu sich heranziehen und dort weitermachen, wo sie aufgehört hatten? Oder erwartete Sirius irgendeine romantische Geste von ihm; ein Streicheln über die Wange, eine geflüsterte Zärtlichkeit? Merlin, dachte er verzweifelt. Hilf mir.

Sirius lächelte sein verschmitztes Lächeln und legte sachte die Arme um James' Taille.

„Weißt du, das mit dem Küssen hast du vorhin schon ganz gut hingekriegt", neckte er, während er James behutsam an sich zog. „Damit könntest du weitermachen."

„Dir geb ich gleich ganz gut", murmelte James, allerdings nur halbherzig entrüstet, denn ihre Gesichter waren sich jetzt so nahe, daß er Sirius' Atem auf seinen Wangen spüren konnte. Er brauchte nur den Kopf um eine Winzigkeit zu drehen, damit ihre Lippen sich streiften.

Diesmal war das Gefühl schon beinahe vertraut, als ihre Zungen sich trafen und sich gegenseitig zärtlich umschlangen. Sirius hatte seine Position klug gewählt, denn dadurch, daß er sich gegen den Fensterrahmen lehnen konnte, hatte er beide Hände frei. James schauderte wohlig, als sein Freund behutsam seinen Nacken, seine Schultern, seinen Rücken streichelte und mit der Zunge die Linie seines Mundes nachzeichnete. Warum war ihm in all den Jahren nie aufgefallen, wie gut es sich anfühlte, wenn Sirius' Wärme langsam durch seine Kleidung in seinen Körper sickerte?

„Tatze", flüsterte er atemlos, als sie sich voneinander lösten. Sirius barg das Gesicht an seinem Hals und preßte den Mund auf die kleine Kuhle, in der der Puls schlug, während er gleichzeitig die Hände unter James' Hemd wandern ließ. Seine Finger folgten der Linie der Wirbelsäule, glitten dann nach vorn und streiften zart über eine Brustwarze.

James wurden die Knie weich, als die Berührung sofort ein angenehmes Pochen zwischen seinen Schenkeln wachrief. Seine Finger griffen wie von selbst in Sirius' dunkle Haare, als er instinktiv nach einem Halt suchte.

„Tatze", murmelte er rauh. „Bett. Jetzt."

Das war keine rhetorische Höchstleistung, aber Sirius hatte verstanden. Ein amüsiertes Grinsen huschte über sein Gesicht, als er sich behutsam losmachte und ihre Finger ineinander verschränkte. James ließ sich von ihm zum Bett führen und fragte sich dabei, wieviel er wohl getrunken hatte. Allein das Gefühl von Sirius' Hand in seiner sandte einen Schauer der Erregung durch seinen Körper. Er mußte ganz schön was intus haben, daß eine so simple Berührung ihn derart in Hitze bringen konnte.

Mit einem tiefen Atemzug ließ er sich auf das Bett fallen. Sirius setzte sich neben ihn und musterte ihn aufmerksam.

„Alles klar?"

James hatte keine Ahnung, warum er plötzlich kichern mußte.

„Ja!" erwiderte er beschwingt. „Bestens." Er griff nach dem Saum seines Hemdes und hatte es sich schon halb über den Kopf gezogen, bevor Sirius seine Hände zu fassen bekam.

„Sachte, sachte, Cowboy!" lachte er. „Laß mich das machen."

Gehorsam ließ James die Arme sinken und wartete ungeduldig, aber anstatt sich um das lästige Kleidungsstück zu kümmern, legte Sirius erst einmal die Hände an die Bügel von James' Brille und zog sie ihm behutsam vom Gesicht.

Oh, das war nicht so gut, denn selbstverständlich verschwamm seine Sicht sofort, und das führte dazu, daß er sich augenblicklich verunsichert fühlte. Er blinzelte ein paar Mal, aber das half natürlich nichts.

Sirius schien sein Unbehagen zu spüren, denn er rückte ein wenig näher und legte einen Arm um James' Taille, wie um ihm Halt zu geben. Unwillkürlich erwiderte James die Geste, und der enge Kontakt vermittelte tatsächlich ein Gefühl von Sicherheit. So nahe, wie sie sich jetzt waren, würde er sicher keine Brille brauchen, um alles zu sehen, was er sehen wollte.

Sein Freund nahm sich viel Zeit dafür, die Knöpfe seines Hemdes einen nach dem anderen zu öffnen, und mit jedem Knopf wurde James' Kehle trockener. Das war etwas Neues, dieses Prickeln, diese erotische Spannung zwischen ihnen. Zu spät fiel ihm ein, daß Sirius Orion Black keine halben Sachen machte. Nie. Wenn Tatze beschlossen hatte, mit seinem besten Freund ins Bett zu gehen, dann würde er daraus ein Erlebnis machen, das sie beide so schnell nicht vergessen würden.

Endlich hatte Sirius den letzten Knopf gelöst und schob den weißen Stoff sanft über James' Schultern zurück, so daß er die Arme freischütteln konnte. Da saß er nun, nackt bis zur Hüfte, und fühlte seine Wangen heiß werden, so als hätte sein Freund ihn noch nie mit nacktem Oberkörper gesehen. Sirius lächelte.

„Jetzt du", sagte er leise, als würden sie ein Spiel spielen.

James' Augen glitten flüchtig über das dünne T-Shirt, das sein Freund trug. Hier gab es keine Knöpfe zu öffnen, und das war ganz gut so, denn er war nicht sicher, ob seine Finger nicht vor Aufregung gezittert hätten.

Wie ein schwarzer Schleier fiel Sirius' dunkles Haar auf seine Schultern, als er sich mit James' Hilfe aus dem T-Shirt befreite. Er fuhr nur einmal achtlos mit den Fingern durch die wirren Strähnen, damit sie ihm nicht in die Augen hingen, und grinste. James beobachtete fasziniert den weichen, goldenen Glanz, den das Licht der Öllampe auf die bloße Haut seines Freundes goß. Er streckte bewundernd die Hände aus; Sirius ergriff sie, verschränkte ihre Finger ineinander und bog James behutsam, aber entschlossen zurück aufs Bett, während er ihm den Mund mit einem warmen Kuß verschloß.

Es war ein seltsames Gefühl, fremd und vertraut zugleich. Sirius' Gewicht auf ihm, die Art, wie sein Freund seine Hände festhielt, das alles kannte James aus den spielerischen Raufereien ihrer Kindheit. Neu waren das erregende Spiel der heißen Zunge in seinem Mund und die harte Wärme eines erigierten Gliedes, die sich sanft gegen seinen Oberschenkel drückte.

"Junge, hast du's eilig", murmelte er halb belustigt, halb erstaunt zwischen einem Kuß und dem nächsten. Sirius lachte leise.

"Na ja, du weißt doch, ich hasse Zeitverschwendung."

James hätte darüber gelacht, aber das Lachen verging ihm im nächsten Moment, als Sirius anfing, mit Mund und Händen zärtlich seine nackte Haut zu erkunden.

Jede Berührung dieser sanften Finger hinterließ glühende, unsichtbare Spuren auf James' Körper. Sirius' Zunge folgte dem Weg seiner Hände, umspielte neckend die Brustwarzen, nur um sie im nächsten Moment hingebungsvoll zu liebkosen. Unterdessen wanderte seine freie Hand langsam tiefer, streifte sanft den Nabel und glitt im nächsten Augenblick zwischen James' Schenkel, um dort zärtlich die harte Wölbung in seiner Hose zu streicheln.

Stöhnend hob sich James den tastenden Fingern entgegen, doch der dünne Stoff, der sie trennte, spannte unangenehm über seinem Schritt bei der Bewegung. Bei Merlin, wenn er die verdammten Hosen doch endlich los wäre!

Sirius schien seine Gedanken zu lesen, denn er setzte sich auf und schob mit geübtem Griff die Finger unter James' Hosenbund.

„Darf ich?"

James hob die Hüften ein wenig an, um ihm mehr Spielraum zu geben, und sein Freund streifte ihm Hosen und Shorts mit sanften Bewegungen ab. Für einen Augenblick war James froh, daß er die durchweichten Schuhe und die nassen Socken schon im Wohnzimmer ausgezogen hatte; die hätten jetzt sonst Probleme gemacht.

Nackt, Arme und Beine leicht gespreizt, lag er auf dem Bett, die kühlen Laken ein angenehmer Kontrast zu seinem erhitzten Körper, und Sirius kniete neben ihm und ließ seine Blicke ungeniert wandern.

James' Herz pochte so heftig, als wolle es aus seiner Brust heraushüpfen. Sein erster Impuls war, die Bettdecke über sich zu ziehen, doch die war außerhalb seiner Reichweite, also blieb ihm nur, die Augen zu schließen, um dem Blick seines Freundes nicht direkt begegnen zu müssen. In der künstlichen Dunkelheit, die ihn nun umgab, fühlte er sich, so albern das sein mochte, gleich sehr viel wohler, und ein angenehmes Zittern überlief ihn plötzlich beim Gedanken an diese dunklen Augen, die, von ihm ungesehen, seine bloße Haut mit ihren Blicken liebkosten...

Von irgendwoher legten sich warme Hände auf seine Hüften, verharrten dort einen Moment und glitten dann tiefer, streichelten sanft über seine Schenkel. James hörte sein eigenes, rauhes Atmen laut in der Stille des kleinen Raumes.

Plötzlich war Sirius über ihm, ließ sich mit seinem ganzen Gewicht auf ihn niedersinken. James keuchte überrascht, doch Sirius preßte zärtlich den Mund auf seinen, fing den erstaunten Laut auf und erstickte ihn mit Küssen.

"Scht", flüsterte er, als wolle er ein verängstigtes Kind beruhigen. "Schon gut, schon gut..." Und dann fanden seine Bewegungen in einen Rhythmus, der sich nahezu perfekt an James' Herzschlag anpaßte und ihm den Schweiß aus sämtlichen Poren trieb.

Es war so fremd, so anders, statt weicher Brüste und sanfter Rundungen plötzlich geschmeidige Muskeln und eine harte Erektion zu spüren, die sich an seinem Körper rieben, aber er fühlte sich in keiner Weise abgestoßen. Seine Hände suchten instinktiv Halt an Sirius' Schultern, und sein Kopf fiel zurück in die Kissen, so daß sein Freund eine Spur warmer Küsse von seiner Schulter aus über seine Kehle den Hals hinaufhauchen konnte. Eine feuchte Zungenspitze fuhr langsam, neckend die Linie seines Ohrs nach, und ohne sein Zutun verwandelte sich James' viel zu tiefer Atem in leises Stöhnen. Sirius, dieser Bastard, hatte seine Jeans noch immer nicht ausgezogen, und das Gefühl des groben Stoffes, der mit jeder Bewegung über seine verschwitzte Haut glitt, machte James wahnsinnig. Er spürte, wie ein unkontrolliertes Zucken seinen Körper erfaßte.

"Tatze..."

Es sollte eine Warnung sein, aber sie kam zu spät. Er konnte nichts mehr tun als sich an seinem Freund festzuklammern, hilflos keuchend, als die Lust wie ein heißer Strom durch seinen Körper flutete, sämtliche Muskeln zusammenkrampfte und ihn schließlich wehrlos zitternd, bebend, schaudernd zurückließ. Heiße Flüssigkeit tropfte auf seine Haut.


Fortsetzung folgt...