Kapitel 2
Kate bemerkte ihn in dem Moment, in dem er das Gericht verließ. Sie hatte sich auf halbem Weg die Treppe des Thurgood Marshall United States Courthouse hinunter platziert, ihre Seite gegen das Metallgeländer gelehnt und ihr Gesicht der Sonne zugewandt, vorgebend die Wärme der Spätseptemberstrahlen aufzunehmen, während sie immer wieder zum Ausgang schaute, auf ihn wartete. Die Ereignisse der letzten Stunde spielten sich wieder und wieder in ihrem Kopf ab, und jede Wiederholung ließ sie etwas erzürnter zurück. Für wen zur Hölle hielt er sich?
Er sah sie fast sofort, richtete sich nach ihrer Gegenwart aus wie ein Leuchtfeuer. Als hätte er auch nach ihr Ausschau gehalten, als hätte er gewusst, dass sie warten würde. Und vielleicht tat er das; sie glaubte nicht für eine Sekunde, dass er nicht mitbekommen hatte, was für Probleme er heraufbeschworen hatte. Ihre Blicke trafen sich und seine Augenbrauen hoben sich, sein Ausdruck änderte sich zu etwas, das Begierde darstellte, während er die Treppen zu ihr hinuntereilte, seine Mundwinkel zu einem halben Lächeln gezogen, das sie nur noch wütender machte.
Sie ließ ihre Arme verschränkt; musste sich selbst befehlen den Griff ihrer Finger um ihren Oberarm zu lockern, während sie zusah, wie er die Treppen hinunterschlenderte, als hätte er nicht gerade ihren Fall komplett ruiniert. Sie hatte definitiv nicht das Gefühl, als gäbe es irgendwas, worüber man lachen konnte.
Sie konfrontierte ihn, sobald er in Hörweite war. „Wo kam das her?" Sie versuchte die Laustärke ihrer Stimme zu kontrollieren, sich der Passanten und Touristen bewusst, die umherschlenderten, und ihre Frage war mehr ein Zischen. „Was haben Sie sich dabei gedacht?" Sie wollte ihm ihren Zeigefinger in die Brust stechen; stattdessen drückte sie ihr eigenes Fleisch, verabreichte sich wahrscheinlich selbst ein paar blaue Flecke.
„Wow, ich dachte, ich sollte die Wahrheit sagen, Anwältin."
„Die Zeit für Informationen solchen Ausmaßes ist während der Vorbereitung, Mr. Castle. Warum haben Sie uns nichts davon gesagt, als wir uns auf den Fall vorbereitet haben?"
„Es ist mir nicht aufgefallen! Sie haben die Fragen anders gestellt, also sind mir keine Abweichungen aufgefallen. Ich habe es zum ersten Mal gehört, als es aus meinem Mund kam."
„Sie müssen lernen Ihren Mund zu kontrollieren", blaffte sie.
Er hatte die Dreistigkeit sie anzugrinsen. „Das sagen Sie nur, weil Sie nicht wissen, was mein Mund-"
„Mr. Castle!", brachte Kate durch zusammengebissene Zähne hervor, sein anzüglicher Blick macht sie nervös. „Dieser bad-boy-Charme, den sie abspielen, funktioniert vielleicht bei anderen Frauen, aber ich arbeite um Geld zu verdienen und Sie haben meinen Job gerade schwerer gemacht! Sie haben meinen Fall torpediert! Wegen Ihnen wird vielleicht ein Mörder freigesprochen; kümmert Sie das gar nicht?"
„Schauen Sie, es tut mir leid, dass ich Ihrem Ruf geschädigt habe, okay?" Sie sträubte sich, aber er fuhr scheinbar unbeirrt fort. „Aber das ändert nichts daran, dass Kyle unschuldig ist."
„Das wissen Sie nicht! Eine Ungereimtheit macht ihn nicht Unschuldig. Es gab eine eingehende Untersuchung."
„Aber die Geschichte ergibt keinen Sinn!"
„Die Geschichte", sagte sie, eher eine Feststellung als eine Frage. Kate rieb sich über ihre Schläfen, atmete langsam aus um ihre Fassung zu wahren. Der Gedankengang dieses Mannes gab ihr ein Schleudertrauma.
„Es gibt immer eine Geschichte, eine Reihe von Ereignissen, die Sinn ergeben. Diese Geschichte – sie ergibt keinen Sinn."
„Das ist keins Ihrer Bücher, Mr. Castle-"
„Nennen Sie mich Rick", unterbrach er sie.
„Mr. Castle-"
Er trat näher, sein Körper schirmte sie von der Sonne ab, fiel mit seinen breiten Schultern und subtilen Geruch und halb offenen Augen in ihren persönlichen Raum ein. „Und wissen Sie, dass Sie wunderschöne Augen haben?"
Kate blinzelte zu ihm auf, ertappte sich dabei, wie sie versuchte auf ihre Lippe zu beißen, presste stattdessen ihre Zähne aufeinander. Sie war sich der Brise, die Strähnen ihres Haars gegen ihren Hals fegte, leibhaft bewusst, der Sonne, die das schwarze Leder ihrer Pumps erwärmte und die Wärme, die in ihre Zehen kroch, der Geruch seines Aftershaves und das Blut, dass durch die Vene in ihrem Hals pumpte. Sie schloss ihre Augen für eine Sekunde, atmete beruhigend durch.
„Schauen Sie-" Sie trat zurück. „Wenn wir in unserer Branche jemanden mit einer Waffe über einer Leiche finden, war er es für gewöhnlich."
„Aber was, wenn nicht?"
„Dann wird das Gericht ihn freisprechen."
„Und das glauben Sie wirklich?" Er klang ungläubig und sie versteifte sich.
„Das muss ich." Sie hasste, dass sie klang, als würde sie für etwas plädieren, an das sie glaubte, dass er sie so einfach durcheinanderbringen konnte. Sie verschränkte ihre Arme erneut, streckte ihren Rücken. „Ich glaube es."
„Aber wollen Sie es nicht herausfinden? Wollen Sie die Wahrheit, oder wollen Sie nur gewinnen?"
Kate hatte das Gefühl, als wäre aller Sauerstoff aus ihren Lungen gewichen. Wie konnte er es wagen ihre Verpflichtung zu hinterfragen; sie lebte dafür, arbeitete endlos lange Stunden, Tag für Tag, mit geringem Gehalt und zu wenig Schlaf. Sie zählte in ihrem Kopf bis zehn um sich zu beruhigen.
„Es ist mein Job, den Angeklagten basierend auf den gesammelten Beweisen strafrechtlich zu verfolgen, Mr. Castle; ich untersuche keine Mordfälle nach Lust und Laune eines Schriftstellers."
„Und Sie brechen auch nie eine der Regeln, oder? Haben Sie je Spaß? Lassen Sie nie die Sau raus? Ohne Hemmungen, bis zum Abwinken?" Er ließ seinen Blick über ihren Körper wandern. „Es könnte Ihnen gefallen."
„Was mir gefallen würde, ist das Chaos zu beseitigen, das sie angerichtet haben." Sie griff nach ihrer Laptoptasche, legte den Riemen um ihre Schulter, versuchte sich an ihm vorbei zu drängen. „Kein weiteres Einmischen in diesen Fall, Mr. Castle. Haben wir uns verstanden?"
„Ja." Er nickte, trat einen Schritt zurück um sie vorbei zu lassen Sie redete sich selbst ein, dass der enttäuschte Blick von ihm sie nicht störte.
„Aber Sie haben trotzdem den Falschen."
„Ich muss Sie nicht daran erinnern, was bei diesem Fall auf dem Spiel steht, oder?"
Die Stimme des Bezirksstaatsanwaltes donnerte durch den Lautsprecher und Kate widerstand der Versuchung das Telefon von ihrem Ohr weg zu halten. Sie schloss ihre Augen, drückte ihren Daumen und Zeigefinger über ihrem Nasenrücken zusammen um den Kopfschmerz zu lindern, der hinter ihrer Stirn lauerte. „Nein, Sir."
„Dachte ich auch nicht. Jetzt gehen Sie zurück an die Arbeit und korrigieren Sie das!"
„Ja, Sir." Kate gab nach, aber sie bezweifelte, dass er es gehört hatte; er hatte bereits aufgelegt. Nur das Freizeichen summte in ihrem Ohr.
Kate legt den Hörer zurück auf seine Gabel, und vergrub ihren Kopf in ihre verschränkten Arme auf ihrem Tisch. Sie grummelte, widerstand dem Bedürfnis ihre Frustration hinauszuschreien. Wenigstens hatte sie die dünne Jalousie vor dem kleinen Fenster in ihrer Bürotür hinuntergezogen, sich selbst etwas Privatsphäre gegeben.
Es war nicht, als hätte Kate den Anruf nicht erwartet, aber das machte es nicht einfacher den Zorn des Bezirksstaatsanwaltes zu spüren. Und sie war damit nicht vertraut; war es nicht gewohnt nicht zu gewinnen. Sie war jung, war kaum zwei Jahre in diesem Job, aber sie arbeitete hart, und ihr Ruf war herausragend; sie hatte eine großartige Verurteilungsrate und wurde von ihren Kollegen und dem Bezirksstaatsanwalt hochgeschätzt. Sie war nicht leicht aus der Fassung zu bringen. Aber das war ein großer Fall – größer als die meisten der Fälle, die sie bisher bearbeitet hatte. Das Geld und der Einfluss der Tisdale Familie hatte Gewicht, und der Druck kam vom Bürgermeister, dem Commissioner, dem Bezirksstaatsanwalt; jeder, der Rang und Namen in dieser Stadt hatte, wollte den Fall glatt und unwiderlegbar abschließen.
Und sie hatte es meisterhaft verbockt. Nein, nicht nur sie – er hatte seinen Teil dazu beigetragen – Richard, der einzig Wahre, Castle! Für wen hielt er sich, in ihrem Gerichtssaal anzutanzen, Aufruhr anzuzetteln ohne über die Konsequenzen nachzudenken, und ihre Arbeitsmoral in Frage zu stellen?
Aber so sehr sie es auch wollte, sie konnte die gerechte Empörung, die sie gespürt hatte, als Rick Castle vor Gericht seine große Klappe nicht halten konnte. Denn er hatte recht, und sie konnte es nicht länger ignorieren.
Sie hätte genauer nachgucken sollen; sie hätte die Diskrepanzen selbst sehen sollen. Oder?
Der Fall wurde ihr so unkompliziert dargelegt – die gefundenen Beweise, um Kyle Cabot zu verurteilen waren eindeutig und überzeugend. Der Fingerabdruck auf dem Fanbrief, der Schrein für Castle in seiner Wohnung, sowohl Alisons blutige Bluse als auch die Mordwaffe in seinem Besitz. Es gab keinen Grund die Wahrhaftigkeit dieses Falls anzuzweifeln, die Beweise, die ihr vorgelegt wurden, in Frage zu stellen. Sie hatte sich jedes Beweisstück angeschaut, sich jede Aussage gründlich durchgelesen, die Tatortbilder angesehen, war den Tathergang durchgegangen. Es gab keinen sichtbaren Grund die polizeiliche Ermittlung anzuzweifeln, oder ihre eigene Arbeit. Sie hatte ihren Job getan, und dennoch-
Sie hasste es, wenn Cops Dinge nur erklären konnten, wenn sie sie in eine Box stecken konnten, und nur versuchten alles hübsch einzupacken, wenn sie nicht außerhalb des Rahmens denken konnten.
Hatte sie das gleiche getan? War sie selbstgefällig geworden, zu sehr daran gewöhnt zu gewinnen; hatte sie aufgehört über den Tellerrand zu schauen? War sie so auf ihr eigenes Ziel konzentriert, auf ihren eigenen Erfolg, dass sie die Sicht darauf verloren hatte, was wirklich wichtig war?
Er hatte ihr das angetan. Er hatte Zweifel gesät, und sie konnte sie nicht aus ihrem Kopf vertreiben. Wie hatte er sie so einfach durchschauen können?
Kate hob ihren Kopf, griff erneut nach ihrem Telefon und wählte. Es klingelte ein paar Mal, und dann klang die warme, bekannte Stimme mit einer Begrüßung durch den Hörer, und Kate wollte bei dem Gefühl von Erholung seufzen, das sie umgab.
„Hallo?"
„Hi, Mom", antwortete Kate und lehnte sich in ihren Stuhl zurück. Sie drehte sich um 180°, sodass sie auf das Einbauregal und nicht ihren Schreibtisch schaute. Auf die Reihen voll Bücher und Rechtsschinken, die sie erdeten, ihren Job verankerten, auf das System und ihren Platz darin.
„Kate! Alles in Ordnung?"
„Warum denkst du, dass es das nicht ist?"
„Tu nicht so zurückhaltend, Kate Beckett. Ich kenne deine Stimme. Ich kann hören, wenn dich etwas beschäftigt. Also worum geht es, Sweetheart, hm? Raus damit."
„Oh, Mom", seufzte Kate und dann erzählte sie ihrer Mutter von ihrem Morgen – erzählte ihr von dem Fall, von Richard Castle und der vermasselten Zeugenbefragung und die Zweifel, die das in ihr ausgelöst hatte. Ihre Mutter unterbrach sie nicht, bis Kate das Ender ihrer Geschichte erreicht hatte, sie mit dem Zusammenschiss, den sie gerade vom Bezirksstaatsanwalt erhalten hatte, abschloss.
„Ich weiß einfach nicht, was ich tun soll."
„Ich denke, du weißt genau, was du tun sollst, Kate. Ist das nicht der Grund, weswegen du mich angerufen hast? Für Absolution?"
Kate konnte das Necken in der Stimme ihrer Mutter hören, konnte das kleine Lächeln, das sich auf ihr Gesicht stahl, nicht unterdrücken. Denn ihre Mutter hatte recht. Sie hatte gewusst, Johanna Beckett würde sie ermutigen zu tun, was Kate tief drin – wenn sie wirklich ehrlich war – schon wusste tun zu wollen, zu müssen.
Kate hatte ein Ziel, auf das sie hinarbeitete, aber das bedeutete nicht, dass sie die Sicht darauf verlieren wollte, was wirklich zählte – die Wahrheit zählte. Gerechtigkeit zählte. Ihre Mutter hatte ihr das beigebracht, hatte ihrer Tochter den wesentlichen Wert eingeflößt, indem sie ihr Leben damit verbrachte für die Wahrheit zu kämpfen, für Gerechtigkeit zu kämpfen, komme, was wolle. Vincit omnia veritas. So lange Kate zurückdenken konnte – die Phase ihrer Teenagerrebellion beiseite – wollte sie sein wie ihre Mutter, wollte ihren Teil dazu beitragen die Welt zu einem besseren Ort zu machen, zu einem faireren Ort.
„Aber es ist nicht mein Job zu ermitteln. Ich habe vielleicht 40 Stunden, bevor wir wieder vor Gericht sein müssen. Ich habe keine Ressourcen um anzufangen zu graben, und wenn es rauskommt, dass ich meinen Fall sabotiere anstatt für die Verurteilung zu kämpfen… Lass uns einfach sagen, dass ich dann nie wieder irgendwas in dieser Stadt verhandeln werde."
Kate fühlte sich zerrissen. Gerechtigkeit war ihr wichtig. Die Opfer verdienten das. Jedes Opfer verdiente es, dass sein Mörder verurteilt wurde und die Strafe für seine Taten absaß. In den meisten Fällen – anders als Fernsehserien es einen oft denken lassen – war dies ein geradliniger Prozess. Wie sie Castle vorhin erklärt hatte, wenn sie im realen Leben schlüssige Beweise fanden, die ein Opfer einem Täter zuwiesen, war er oder sie für gewöhnlich derjenige, der es getan hatte. Aber Kate hatte nie gewinnen wollen nur um zu gewinnen. Sie wollte sehen, dass die richtige Person für eine Straftat verurteilt wurde. Sie wollte sicher gehen, dass sie das Gerechte getan hatte.
„Du findest einen Weg. Das weiß ich. Du weißt, was am wichtigsten ist, also kämpf dafür. Kein Sieg ist es wert, wenn er nicht gerecht ist."
Kate kaute auf ihrer Lippe. Sie wusste, ihre Mutter hatte recht. Wusste, dass ihre Instinkte sie in die gleiche Richtung gelenkt hatten. Deswegen hatte sie ihre Mutter angerufen. Alles klang immer so einfach, so unkompliziert, wenn Johanna Beckett es sagte, wenn sie ihren Weg ging, egal, was für Hindernisse kamen. Den tatsächlichen Sprung zu wagen, war eine andere Sache.
„Die Wahrheit kann uns nie verletzen. Merk dir das, Katie."
Sie musste zweimal klingeln, hatte in der Pause, die nach jedem Summen folgte, fast den Mut verloren, musste ihre Füße dazu zwingen stehen zu bleiben und ihre Finger sich aus dem festen Knoten zu lösen, in dem sie ihre Hände hielt. Was tat sie ausgerechnet hier?
Die Tür öffnete sich und sie fand sich im Angesicht des Laufs einer Plastikwaffe.
„Staatsanwältin!" Rick Castle senkte die Spielzeugpistole, die er auf sie gerichtet hatte, sein Oberkörper in Neon grün und blau blinkend.
„Wer ist es, Dad?" Ein schlaksiger, rothaariger Teenager erschien an seiner Seite, trug den gleichen blinkenden Anzug, eine große Plastikpistole von ihrer Hand baumelnd. Ihr Blick wanderte zwischen ihrem Vater und Kate hin und her.
„Alexis, das ist Staatsanwältin Kate Beckett. Staatsanwältin, das ist meine Tochter Alexis."
„Hi", Kate winkte ein unangenehmes kleines Winken, fühlte sich eindringlich gemustert. Zwei Paar fast identisch blaue Augen schauten sie mit unverhohlenem Interesse an, und Kate bemerkte, wie ihre Wangen erhitzen, hoffte entgegen aller Hoffnung, dass es nicht sichtbar war.
In den letzten paar Stunden, die Kate überlegt hatte her zu kommen, in denen sie es sich ein- und wieder ausgeredet hatte, in einem Taxi saß und probte, was sie sagen würde, war es ihr nicht in den Sinn gekommen, dass er vielleicht nicht allein war. Sie hatte vollkommen vergessen, dass er eine Tochter hatte.
„Dad! Manieren!" Seine Tochter stieß ihren Vater mit ihrem Ellbogen in die Seite.
„Oh, richtig. Duh." Richard Castle verdrehte seine Augen, tat so, als würde er sich mit der Laser-Tag-Waffe selbst erschießen, während er sie hineinbat. Es schien, als würde auch er sich etwas unbeholfen fühlen, und auf eine merkwürdige Weise beruhigte sie das.
„Bitte, kommen Sie herein."
Beckett trat in Richard Castles Wohnung, schaute sich verstohlen um. Sein Heim war ein geräumiges Loft mit hohen Decken und warmen Farben, ein bodenlanges Fenster mit einem schwarzen Flügel davor. Eine Wand bestand komplett aus Bücherregalen. Das offene Konzept des Wohnraums fühlte sich warm und einladend and, und nicht, was sie erwartet hatte. Was hatte sie erwartet?
„Wo ist meine Handtasche? Hat jemand meine – Oh." Eine rothaarige Frau kam die Treppen hinter, bewegte sich zu der kleinen Gruppe im Foyer. „Und wer ist diese bezaubernde Kreatur?" Die Frau hatte glänzende Augen und einen temperamentvollen Ausdruck, trotz der erbsengrünen Gesichtsmaske, die sie trug, und betrachtete Kates Anwesenheit sehr viel unverfrorener als Castle es getan hatte.
„Mutter, dass ist Staatsanwältin Kate Beckett. Meine Mutter, Martha Rodgers."
„Hallo, Liebes", die Frau hielt ihr die Hand zur Begrüßung hin, und drückte Kates Hand liebevoll, als wäre sie von ihrer unerwarteten Anwesenheit vollkommen entzückt.
„Hi", sagte Kate erneut. Sie fühlte sich hoffnungslos sprachlos, außerhalb ihres Elements. Eine peinliche Pause legte sich um die Gruppe und Kate wurde nervös, unruhig mit dem Bedürfnis unter vier Augen mit ihm zu reden.
Castle fuhr mit seinen Fingern über ihre Schulter. Die plötzliche Berührung überraschte sie so sehr, dass sie fast zusammenzuckte. Ihr Blick traf seinen, bis sie erkannte, dass er versuchte sie weiter in seine Wohnung zu leiten, sie somit rettete.
„Darf ich Ihnen einen Drink anbieten?"
