Kapitel 2

Cameron Kniete vor Johns Bett. Ihr Kopf ruhte auf ihrem Unterarm. Lächelnd blickte sie in das Gesicht des schlafenden Jungen vor ihr. Ihre Finger spielten mit den Haaren an Johns Stirn.

Sarah holte tief Luft aber bevor sie etwas sagen konnte hob Cameron den Kopf und legte den Zeigefinger an die Lippen. Dann erhob sie sich und ging an Sarah vorbei zurück in den Wohnraum.

„Es ist merkwürdig, wenn ich meinen Emotionen freien Lauf lasse...", Cameron verstummte und sah Sarah an. „Irgendwie fühle ich mich wieder …... jung". Fügte sie zögernd hinzu.

„Ich weiß immer noch nicht ob ich Dir auch nur ein Wort glauben soll", entgegnete Sarah zweifelnd. „Kannst Du irgendwas von Alldem beweisen?"

„Ich wusste Du würdest mir nicht glauben", sagte Cameron ehrlich. „...und es reicht Dir natürlich auch nicht, dass ich John noch nicht terminiert habe".

Sarah nickte. „Genau so ist es aber woher weißt Du...".

„Ich habe lange genug mit Euch zusammengelebt, um das zu wissen", unterbrach Cameron die ältere Frau.

Jetzt nickte Sarah. „Dann weißt Du auch, dass ich nicht so leicht nachgebe und an John kommst Du nicht eher heran, als bis Du Beweise geliefert hast".

„Dazu müssen wir Dateien auf meinem Chip sichten", entgegnete Cameron simpel.

Jetzt schüttelte Sarah vehement den Kopf. „Das müsste John machen. Ich schneid Dir nicht in den Kopf, wüsste gar nicht was ich mit dem Ding anfangen sollte".

„Du würdest dann sowieso eher, wie Du es fast bei Onkel Bob getan hättest, einen Hammer nehmen und meine Existenz vorsichtshalber lieber beenden", entgegnete Cameron sarkastisch. „Nein, an meinen Chip lass ich Dich bestimmt nicht".

Sarah lachte auf. „Kluges Kind. Wie also soll das funktionieren?" Enttäuschung war aus Sarahs Stimme herauszuhören.

Cameron deutete auf ihren Hinterkopf. „Ich habe eine Netzwerkschnittstelle am Hinterkopf. In meinem Hotelzimmer befindet sich ein Computer auf Dem ich Dir einige Erinnerungen vorspielen kann".

„Manipulierte Bilder möglicherweise", spekulierte Sarah.

Cameron schüttelte den Kopf. „Du weißt dass ich Dir keine absolut glaubwürdigen Beweise liefern kann. Wenn Du Deine Paranoia nicht überwindest wird John erneut ein trostloses Leben haben".

Sarah wurde ärgerlich. „Ich habe keine Paranoia". Seit Pescadero war sie empfindlich, wenn man ihr vorwarf nicht bei Verstand zu sein.

„Ich bin mit verschiedenen psychologischen Unterprogrammen...".

„Schluss jetzt!" Unterbrach Sarah. „Es ist keine Paranoia vorsichtig zu sein".

Cameron zog es in diesem Moment vor zu schweigen. Sie kannte Sarah gut genug, um zu wissen dass Sarahs Überlegungen an einem wichtigen Punkt angekommen waren. Wenn sie jetzt zu viel Druck ausübte würde sich Johns Mutter gegen sie wenden.

„Onkel Bob...", sagte Sarah gedankenverloren. „Ich dachte eine Zeit lang er könnte eine Art Vaterersatz für John sein, würde immer bei ihm sein und ihn nie betrügen". Sie blickte in Camerons Augen. „Dann mussten wir ihn zerstören. John war am Boden zerstört. Was denkst Du passiert, wenn Dir Etwas zustößt?"

„Johns Schmerz wird unendlich größer sein aber er wird mich auch loslassen können", entgegnete Cameron sanft. „Ich kann mit Gefahren besser umgehen als andere das könnten. Ich werde die ganze Zeit bei ihm sein und er muss mich auch nicht zurücklassen. Er hat bereits genug Verluste erlitten". Camerons Stimme war eindringlich.

Sarah wandte sich ab. „Wann...wann willst Du ihm die Wahrheit sagen?"

„Wenn wir uns ein wenig besser kennengelernt haben", erwiderte die Brünette.

Sarah sah sie an. „Er wird wütend... verletzt sein".

Jetzt war es an Cameron sich abzuwenden. „Welche Wahl habe ich denn?" Sie sah erneut zu Sarah. „Beim letzten Mal gab er seine Gefühle erst Preis, als es zu spät war".

„Du willst ihn dazu bringen dir seine... Gefühle zu gestehen, bevor Du ihm offenbarst was Du bist?" Fragte Sarah ruhig.

Cameron wusste, sie hatte fast gewonnen. „Das ist der Plan".

Nun begann Sarah im Raum auf und ab zu gehen. Schließlich blieb sie abrupt vor der Maschine stehen. „Na gut, wenn das der Weg ist dass er... Beides sein kann... John Connor und... glücklich..."

„Ich schwöre Dir, ich werde ihn lieben und beschützen solange ich existiere", entgegnete Cameron eindringlich.

Sarah sah sie nachdenklich an. „Liebe...", murmelte sie. „Wir werden sehen". Sie wandte sich ab nur um gleich darauf herumzuwirbeln. „Aber ich will diese Erinnerung...s …. Dateien oder was auch immer sehen", sagte sie wild gestikulierend. „Und wenn Du ihm etwas tust schwöre ich...".

„Verstanden", unterbrach Cameron. Das musste sie nun wirklich nicht hören. „Wirst Du es schaffen, mich wie einen Menschen zu behandeln?"

Sarah lachte auf. „Wirst Du es schaffen Dich wie einer zu benehmen?"

„Definitiv".

„Dann mach dass du hier raus kommst und zieh Deine Show ab", sagte Sarah und deutete mit einer laschen aber nicht ärgerlichen Bewegung zur Tür.

Cameron zögerte noch zwei Sekunden. „Gute Nacht Sarah Connor", sagte sie schließlich, wandte sich ab und ging zur Tür.

Sarah lies sich in den Sessel fallen, schnaufte und wischte sich durchs Gesicht. „Warte!" Rief sie unterdrückt. Siedentheiß war ihr Etwas eingefallen.

Cameron hatte schon einen Fuß über die Schwelle gesetzt. Nun verharrte sie und blickte zurück.

Sarah blickte auf. „Als Du... als Du das erste mal zurückgeschickt wurdest.. hatte das... einen bestimmten Grund?"

Cameron warf einen kurzen Blick nach Draußen. Dann sah sie zurück zu Sarah. „Eine Maschine".

Sarah sprang auf „Was!?"


Kapitel 3

Zwei Stunden zuvor:

Er hatte eine Mission und Nichts konnte ihn davon abhalten diese durchzuführen. Er wusste Niemand konnte ihn aufhalten. Getarnt würde er sich Zugang zur Schulklasse von John Reese alias John Connor verschaffen, diesen Identifizieren und schließlich terminieren.

Der große, kräftig gebaute Mann erreichte ein Haus. Er scannte Das Namensschild. -Ferguson- stand darauf. Als er am Nachmittag den Schulcomputer der örtlichen Highschool gehackt hatte, hatte er den Stundenplan von John Reese mit der Liste des Lehrpersonals verglichen. Die wahrscheinlichsten Kandidaten herausgefiltert und schließlich nach Sichtung der Personalakten einen Lehrer als geeignetes Ziel ausgewählt.

Nun stand er vor dessen Tür.

Der große Mann hob die Hand und wollte klopfen als ein schlanker Schatten herangeflogen kam und ihn in die Seite traf. Beide fielen in das Beet am Haus, wo ein wilder Kampf entbrannte.

30 Minuten später Ging der Körper des Mannes in der Wüste außerhalb der Stadt in Flammen auf.


Gegenwart:

„Keine Sorge, der Tripple Eight ist keine Gefahr mehr", sagte Cameron als wäre das völlig nebensächlich. Dann ging sie.

Sarah sah ihr mit hängendem Kinn nach.

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Cameron ging ein Stück, bis sie außer Hörweite des Hauses ihren Wagen erreichte. Der rote Pick-Up stand am Straßenrand. Als sie einstig wurde die Beifahrertür ebenfalls geöffnet.

„Hat Es funktioniert?" Fragte die Person, die sich auf den Sitz schwang.

„Sarah Connor ist schwer zu überzeugen. Wir dürfen keinen Fehler machen", entgegnete Cameron ohne die Person anzusehen. „Hast Du Alles erledigt?"

„Ich habe die Daten des FBI geändert, bevor diese gesichtet wurden. James Ellison, der zuständige Agent wird einige Zeit brauchen bis er merkt, dass er auf eine falsche Fährte geschickt wurde", entgegnete die Person auf dem Beifahrersitz.

„Das gibt uns maximal 2 Tage Zeit", sagte die Brünette am Steuer. „Zwei Tage um Sarah zu überzeugen".

„Wann willst Du ihr die Dateien zeigen?"

„Morgen in ihrer Mittagspause", entgegnete Cameron.

„Dann könnte John Connors Schicksal morgen Abend schon in unserer Hand liegen", sagte die Person auf dem Beifahrersitz.

„Und sein Glück", fügte Cameron leise hinzu.

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Am Mittag des nächsten Tages war Sarah sehr erstaunt, als Cameron kurz vor ihrer Pause in den Diner kam.

„Was willst Du denn hier?" Fragte Sarah im Vorbeigehen aggressiv aber leise mit einem Tablett in der Hand auf dem Weg in die Küche.

Cameron sah ihr nach, dann suchte sie sich einen Tisch.

„Was willst Du?" Fragte Sarah schon eine Minute später als sie an den Tisch herantrat.

Cameron hatte aus dem Fenster gesehen, drehte nun den Kopf und sah zu ihr auf. „Eine heiße Schokolade bitte".

Sarah verdrehte die Augen. „Ich will wissen warum Du hier bist".

„Du hast gleich Pause. Ich will Dir die Erinnerungsdateien zeigen", entgegnete die Brünette ernst.

„Gut. Du kannst hier aber nicht rumsitzen ohne was zu essen oder zu trinken. Warte drau..."

„Eine heiße Schokolade bitte", sagte Cameron jedes Wort betonend.

Sarah starrte das Mädchen ein paar Sekunden sprachlos an, dann wandte sie sich kopfschüttelnd ab. „Jetzt trinken die schon", murmelte sie weggehend.

„Und ein Stück Apfelkuchen!" Rief Cameron mit einem schelmischen Grinsen hinterher.

Sarah blieb abrupt stehen. Ihre Fäuste ballten sich und entspannten sich sogleich wieder. Dann hatte sie sich wieder unter Kontrolle und setzte, ihren Weg zum Tresen, ohne sich umzusehen, fort.

Zwei Minuten später kehrte sie zurück, stellte eine Tasse vor Cameron hin und Knallte den Teller mit dem Kuchen hinterher. Dann wartete sie geduldig bis Cameron den ersten Schluck nahm. Danach ging sie erneut kopfschüttelnd weg, blickte aber noch über ihre Schulter als sie hörte, wie sich die Maschine mit der Gabel etwas Kuchen abteilte und sah schließlich, wie sie sich das Stück in den Mund schob.

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Cameron nahm gerade den letzten Schluck ihrer heißen Schokolade als sie Sarah an der Hintertür des Diners stehen sah. Sie holte einen Geldschein aus der Tasche und warf ihn achtlos auf den Tisch, dann folgte sie Sarah die bereits durch die Tür getreten war.

„Hats geschmeckt?" Fragte Sarah, die in der Gasse hinter dem Diner auf Cameron wartete, deutlich sarkastisch.

„Der Apfelkuchen war lecker, die heiße Schokolade allerdings war dünn wie Spülwasser", sagte Cameron mit einem Grinsen.

Sarah die vorgegangen war wirbelte herum.

„War nur Spaß", sagte Cameron schnell, bevor Sarah etwas sagen konnte.

Sarah wischte sich mit der Hand über das Gesicht. „Das fehlt mir gerade noch. Eine Maschine mit Humor", sagte Sarah und ging weiter.

„Dünn wie Wasser trifft es eher", korrigierte Cameron allerdings diesmal so leise, dass Sarah es nicht hören konnte.

„Wo hin?" Fragte Sarah am Ausgang der Gasse.

„Gegenüber in mein Hotel", entgegnete die Brünette und deutete auf ein Haus gegenüber.

Sarah folgte ihr.

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Wortlos betrat Cameron das kleine Zimmer und ging sofort zu dem Computer auf dem kleinen Schreibtisch. Sie setzte sich.

Sarah hatte den Raum betreten, die Hand in der Nähe der Waffe. Dann schloss sie die Tür und sah zu Cameron, die den Computer eingeschaltet hatte und nun ein Messer zu ihrem Nacken führte.

„Was tust Du da?" Fragte Sarah mit leicht panischem Unterton.

„Der Netzwerkanschluss befindet sich an meinem Hinterkopf. Da ich wohl kaum mit einem sichtbaren Computeranschluss herumlaufen kann ist er natürlich unter meiner Haut verborgen", sagte Cameron dozierend und verdrehte die Augen was Sarah aber nicht sah.

Dann nahm Cameron ein Kabel vom Tisch und führte es zu ihrem Hinterkopf.

Sarah sah, wie sich Cameron plötzlich versteifte, schnell umrundete sie die Maschine und sah ein blaues Leuchten in ihren Augen. 'Blau?' Fragte sie sich verwirrt. Sie dachte Skynets Maschinen hätten allesamt rote Augen.

„Sieh auf den Monitor Sarah Connor", sagte Cameron monoton.

Sarah sah wie sich Bilder Formten. Sie sah aus Camerons Sicht wie sich eine Tür öffnete.

Die Tür öffnete sich. Augenblicklich zoomte Cameron den Mann auf dem weiß bezogenen Krankenbett heran.

Sarah schlug entsetzt die Hand vor den Mund. Was sie sah war der blanke Horror.

Der Mann sah alt aus, die Haut faltig und gelb, die Augen Trübe und müde.

Als Cameron herauszoomend näher trat wurde sie von dem Mann im Krankenbett bemerkt. Er hob die Hand, was sofort die Aufmerksamkeit der beiden Schwestern und des Arztes erregte. „Lasst uns alleine", sagte er mit schwacher Stimme. Dann winkte er Cameron. „Treten sie näher Miss Phillips".

Jawohl Mr. President", hörte Sarah Cameron sagen.

Cameron blickte dem medizinischen Personal hinterher, bis sich die Tür geschlossen hatte. Sie trat ans Bett. „Hallo John", sagte sie.

Cam", sagte der Alte Mann in dem Bett. „Schön, dass Du es einrichten konntest. Komm her", fügte er hinzu und streckte eine zitternde Hand aus.

Cameron blickte auf die Faltige Hand mit der fast durchscheinenden welken Haut, die sie vorsichtig ergriff. Behutsam setzte sie sich neben John Connor auf das Bett. „Wie lange?" Fragte sie wurden auf ihrem HUD seine aktuellen Werte angezeigt.

Der Mann, den Sarah nur schwer als ihren Sohn erkannte versuchte zu lächeln. „Der Quacksalber ist sich nicht sicher. Er meint vielleicht noch eine Woche".

Camerons Blick ruhte auf ihrem Gegenüber mit der krankheitsbedingten Glatze. „Kann ich noch etwas tun?" Fragte sie ohne dass ihre Stimme Gefühle zeigte.

Da..." Ein Hustenanfall schüttelte den Kranken Mann. Als er sich ausgehustet hatte drückte ihm Cameron schnell eine Sauerstoffmaske aufs Gesicht. „Danke", sagte er, nachdem er ein paar tiefe Atemzüge genommen hatte.

Gern geschehen", entgegnete Cameron in ihrer unnachahmlichen Art, was den Mann lächeln lies.

Da wären noch ein paar Sachen, die Du tun könntest. Zunächst könntest Du mir eine Frage beantworten".

Natürlich", hörte Sarah Cameron sagen.

Damals, nach der Autobombe, als du zwischen den LKW''s eingeklemmt warst, hast Du da die Wahrheit gesprochen? Als Du sagtest, dass Du mich liebst, war das...echt?" Fragte der offenbar früher starke Mann mit Tränen in den Augen.

Cameron drehte den Kopf weg und blickte zu Boden. Sarah sah Tropfen, offensichtlich Tränen zu Boden fallen. Cameron nickte.

Warum bist Du damals mit John-Henry, Weaver und mir nicht in die Vergangenheit zurückgekehrt? Warum musste ich 18 Jahre warten, um Dich wieder zu sehen?" Hörte Sarah ihren alt scheinenden und schwer kranken Sohn fragen.

Cameron zögerte mit der Antwort,schließlich sah sie John wieder an. „Wäre ich mit Dir in die Vergangenheit zurückgekehrt, wäre die Wahrscheinlichkeit hoch gewesen, dass ich irgendwann zerstört worden wäre. Ich musste aber in Funktion bleiben um Dir den Kontakt mit dem Maschinenwiderstand zu ermöglichen".

Dafür musste ich den Rest meines leben büßen", sagte John und Tränen liefen wieder aus seinen Augen.

Du hattest doch Frauen über die Jahre hinweg", sagte Cameron.

John zögerte und sah Cameron lange in die Augen. „Was ist schon Sex, wenn man die Liebe seines Lebens verloren hat", sagte er schließlich.

Cameron sah eine Zeit lang aus dem Fenster, bevor sie ihn wieder anblickte. „Aber du hast es geschafft, Du hast Skynet besiegt. Das war es wofür Du gelebt hast...

An dieser Stelle folgte eine kurze Bildstörung.

Langsam schüttelte der Mann den Kopf. „Cam, ich habe nicht gelebt, ich habe nur funktioniert. Mein Leben endete in dem Moment als ich Dich leblos in dem Stuhl fand.

Es tut mir Leid John, es ist nicht mehr zu ändern. Ich war bei der Vernichtung jedes einzelnen TDE zugegen", sagte Cameron und Sarah hörte einen traurigen Unterton.

Ich weiß Cameron, ich habe den Befehl erteilt die Zeitmaschinen alle zu zerstören. Trotzdem kannst Du mir einen Wunsch erfüllen. Komm bitte näher", sagte er und winkte ihr zu.

Cameron näherte sich John bis er ihr ins Ohr flüstern konnte.

Ich liebe Dich, dass habe ich immer. Ich habe diese Gefühle für Dich seit der ersten Sekunde an dem Morgen in der Schule. Ich weiß nicht ob Du verstehen kannst, dass die Liebe bei den Menschen eines der stärksten Gefühle ist. Zuerst habe ich mich dagegen gewehrt, habe meine Gefühle verleugnet aber ich glaube Das weißt Du oder?"

Ich weiß", war Camerons knappe Entgegnung.

Vielleicht verstehst Du dann auch, dass ich Alles was wir erreicht haben riskieren würde, um Dich an meiner Seite zu haben?" Fragte er krächzend.

Cameron zögerte kurz. „Natürlich", entgegnete sie schließlich.

Gut. Deshalb habe ich John-Henry und Catherine gebeten im Keller dieses Hauses eine geheime Anlage einzubauen. Ein TDE für eine einzige Person und zu einem einzigen Zweck. Die Retinakontrolle ist auf Dein Muster Programmiert."

Aber..."

Kein -Aber-", unterbrach er sie. „Ich kann Dir das nicht befehlen aber wenn Du mich wirklich liebst kannst Du Vergangenheits- John nicht so leiden lassen, wie ich gelitten habe. Jetzt geh bitte und rette sein Leben".

Cameron schwieg fast eine Minute lang. „Einverstanden".

An dieser Stelle wurde der Bildschirm schwarz.

„Moment", sagte Sarah sofort. „Was ist dann passiert".

Cameron sah von Sarah weg. „Danach bin ich in die Vergangenheit zurückgekehrt", sagte sie schlicht.

Sarah starrte sie an. „Weißt Du...", begann sie gedehnt. „John hat mich nie belügen können und Du... Dir glaube ich gerade auch kein Wort".

Cameron blickte zu Sarah auf. „Es würde Dir nicht gefallen".

„Pfft..", gab Johns Mutter von sich. „Diese ganze Sache gefällt mir nicht". Sie ging vor Cameron in die Hocke. „Wenn ich Dir quasi meinen Sohn überlassen soll musst Du mir schon mehr geben".

Cameron sah Sarah einige Sekunden in die Augen. In diesem Moment versagte leider ihre Menschenkenntnis. Ihr -Instinkt-, wenn sie so etwas überhaupt hatte vermittelte ihr nicht, ob Sarah ehrlich zu ihr war oder ihr Etwas vormachte.

Schließlich sah Sie wieder zum Monitor. Sarah blickte ebenfalls wieder hin. Bilder erschienen und wurden deutlicher.

Einverstanden", wurde Camerons letztes Wort wiederholt.

Cam Liebes", sagte John Connor voller Zärtlichkeit.

Ja... John?" Entgegnete Cameron langsam.

Lass mich hier nicht so zurück. Lass mich nicht alleine...ohne Dich sterben".

Cameron richtete sich auf. Lange Sekunden blickte sie ihn an, schließlich nickte sie langsam.

Gut", sagte er dann. „Noch ein Letztes. Ich habe nie den Mut aufgebracht dich zu küssen. Würdest Du...".

Cameron hatte ihn unterbrochen, in dem sie einen Finger auf seinen Mund legte. Sie beugte sich vor und küsste ihn. Nachdem der Kuss endete sahen sie sich noch eine Weile in die Augen. Ihre Nasen berührten sich fast.

Sarah konnte nicht sehen was passierte, sie sah nur weiter in Johns trübe Augen. Allerdings war plötzlich etwas anders. Sie wusste erst nicht was es war, bis ihr auffiel, dass es merkwürdig ruhig war. Das Piepen von dem Medizinischen Gerät hatte aufgehört und dann war ihr auch klar wieso. Cameron musste es abgeschaltet haben.

In Horror erkannte Sarah was gleich passieren würde. Geschockt legte sie die Hand über ihren Mund. Und sah wie John zur Seite blickte, nur um dann Cameron wieder anzublicken und zuzunicken.

Wieder schienen sie sich zu küssen. Sekundenlang passierte gar nichts, dann hörte Sarah ein hässliches Knackgeräusch, dass ihr Tränen in die Augen trieb.

Sekundenlang sah nun Cameron in das nun friedliche Gesicht von John Connor. Dann streichelte sie seine Wange. Schließlich erhob sie sich und ging zum Hinterausgang des Raumes. Sie ging über die Hintertreppe bis in den Keller. Dort befand sich ein Retinascanner. ...Die Tür öffnete sich.

Sarah sah einen Raum, der mit Technik vollgestopft war. Zielstrebig ging sie zu einem Schaltpult...

„Das reicht!", sagte Sarah unter Tränen. Sie wollte die Maschine anschreien aber als sie nun in das Tränen überströmte Gesicht sah blieben ihr die Worte buchstäblich im Halse stecken.

Während Cameron das Kabel aus ihrem Kopf entfernte und den Computer abschaltete sah Sarah aus dem Fenster.

Cameron sagte kein Wort. Sie ging während Sarahs Überlegungen zum Schminktisch und reinigte ihr Gesicht. Schließlich erhob sie sich wieder und trat hinter Sarah, die die ganze Zeit den Kopf schüttelte.

„Du glaubst mir nicht?", sagte Cameron enttäuscht.

Langsam drehte sich Sarah herum. Tränenspuren waren auf ihren Wangen zu erkennen. Eine Minute lang sah sie in das Gesicht der Maschine, die ihren Sohn getötet hatte. „Doch ich glaube Dir", sagte sie dann kratzig.

Cameron sah zu Boden. „Wirst Du mir erlauben...?"

Ein schlichtes und überraschendes „Ja" von Sarah unterbrach Camerons Frage.

Camerons Kopf war hochgeruckt. Verwundert starrte sie Sarah an. „Darf ich fragen warum?"

Diesmal sah Sarah zu Boden. „Nichts von Alldem was Du gesagt oder mir gezeigt hast hätte mich überzeugen können, nichts außer...". Sarah brach ab.

„Außer?" Hakte Cameron nach einigen Sekunden nach.

„Dieser Wunsch lieber zu sterben als ohne Dich zu sein...Nicht ohne Dich sterben zu wollen...", sagte die Schwarzhaarige noch leiser als der geflüsterte Satz zuvor. „Das ist genau... mein John". Nun blickte sie auf. „Das und weil Du den... Mut hattest mir das überhaupt zu zeigen. Eine Maschine Skynets hätte das sicherlich nicht getan".

„Selbstverständlich nicht. Ich danke Dir...".

„Dank mir nicht", sagte Sarah plötzlich aggressiv wie gewohnt. „Du hast meinen Sohn getötet". Sarah war näher getreten so dass sie sich Auge in Auge gegenüberstanden.

Cameron befürchtete schon, dass Sarahs Stimmung nun umschlagen würde.

„Aber...", sagte Sarah, senkte den Blick und trat zurück. „Ich verstehe es". Die Worte waren leise. „Ich hätte es auch getan".

Nur ein Flüstern waren die letzten Worte aber Cameron hatte natürlich trotzdem verstanden. Mit aufgerissenen Augen starrte sie seitlich auf Sarahs Gesicht.

Sarah drehte den Kopf und sah Cameron nun mit traurigen Augen an. „Bei Menschen ist sowas Liebe, bei Dir...", sie sprach wohl mehr zu sich selbst. „...wir werden sehen".