Ich mache jetzt aus dem One Shot eine ganze Story. Allerdings halte ich mich nicht komplett an die Serie gehalten da es ja sonst langweilig wäre. Also wundert euch nicht wenn ein paar Sachen nicht mit der Serie übereinstimmen.

Die Schwarze Lady: Hey danke für das erste Review. Ich hab mir deinen Vorschlag jetzt zu Herzen genommen und werde die FF über Michael und Sara schreiben.

Hoffentlich werden wir bald noch mehr PB Autoren ;)

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Heute Nacht würden sie den zweiten Ausbruchsversuch starten und dieser musste nun endlich Erfolg haben, ansonsten war alles zu spät. Dann würde unvermeidlich das eintreten was er hatte verhindern wollen: den Tod seines Bruders. Alles wofür der gekämpft hatte wäre somit umsonst gewesen. Zwar hätte er sein Gewissen damit beruhigen können das er es versucht hatte, aber so etwas wollte er nicht hinnehmen. Es musste einfach gelingen, koste es was es wolle.

Diese Gedanken schwirrten permanent in Michaels Kopf umher und ließen sich nicht auch nur eine Sekunde abschütteln.

Jedoch bohrte sich noch etwas anderes immer tiefer in seinen Geist ein und brachten sein Herz dazu sich schmerzhaft zusammen zu ziehen.

Sara...würde er sie nach dem Ausbruch jemals wiedersehen? Allein der Gedanke daran das er sie heut vielleicht das letzte Mal für den Rest seines Lebens sehen würde, versetzte ihm einen Stich. Wie hatte es diese Frau nur geschafft ihm in kürzester Zeit so den Kopf zu verdrehen?.

Waren es vielleicht ihr liebevolles Wesen oder die Tatsache, dass sie jeden gleich behandelte, egal was er verbrochen hatte?

Ein Seufzen entwich seinem Mund und er musste erst einmal tief durchatmen, da der ganze Gedankenstrudel ihm Schwindel bereitete.

„Alles klar Kumpel? Du wirkst wieder so nachdenklich", meldete sich Sucre vom Eingang der Zelle. Sie hatten gerade Ausgang, aber Michael war momentan nicht danach. Lieber war er allein und versuchte das Chaos in seinem Kopf zu beseitigen.

„Liegt wohl daran das ich nachdenke", meinte Michael trocken und schloss die Augen. Der Schwindel drohte Überhand zu nehmen und das wollte er verhindern.

Obwohl, vielleicht...

Ruckartig schoss er in die Höhe und stand mit einer schwankenden Bewegung auf. Doch im nächsten Moment befreute er es jedoch sofort wieder. Schwarze Punkte tanzten vor seinen Augen und er wankte hin und her. Hätte er nicht rechtzeitig nach dem Bettpfosten gegriffen, würde er sich jetzt auf dem Boden wiederfinden.

Sucre hatten geistesgegenwärtig ohne zu zögern nach einem Wärter gerufen und Michael auf das Bett verfrachtet, um vielleicht doch noch zu verhindern, das das Gesicht seines Freundes Bekanntschaft mit dem harten Betonboden machte.

„Du bleibst jetzt erst mal liegen bis der Kerl auftaucht", wieß der dunkelhäutige ihn an und Michael brachte nur ein schwaches Nicken zustande. Alles schien sich um ihn zu drehen und die schwarzen Punkte tanzten weiterhin vor seinen Augen herum.

Andererseits hatte er das gerade eben so gewollt. Momentan würde er nahezu alles tun um in die Ambulanz zu kommen. Zwar wäre er aufgrund seiner heutigen Insulinspritze sowieso wieder dort hingelangt, aber je früher desto besser. So kurz vor dem Ende wollte er so viel Zeit mit Sara verbringen wie nur irgend möglich.

Michael musste unbedingt mit ihr reden, sonst hatte er keine freie Minute mehr. Teils aus persönlichen Grund, teils aber auch wegen des Planes.

Zum ersten mal seit langer Zeit überwiegte etwas die Sorge um seinen Bruder. Etwas das er niemals hätte einplanen können.

Plötzlich schoben sich zwei Arme unter seinen Rücken und setzten ihn vorsichtig auf. Trotzdem hätte er am liebsten an Ort und Stelle auf den Boden gereiert. Er schwitzte fürchterlich und sein Kopf fühlte sich an als wäre er in Watte gepackt. Kurz gesagt: er fühlte sich beschissen.

Hatte ihn dieser ganze Stress etwas krank gemacht? Innerlich betete Michael dafür das dem nicht so war, dadurch würde die Flucht nur unnötig behindert werden.

„Kommen Sie mit, das sieht nicht gut aus", meinte der Wärter und zog ihn zu sich hoch. Sucre stand auf der anderen Seite und hatte die Aufgabe Michael ebenfalls zu stützen und bis zur Ambulanz zu befördern.

Davon bekam er jedoch nicht allzu viel mit da er vor lauter Schwindel und Hitze nicht mehr klar denken konnte und ihn die beiden mehr hinterher schliffen als das er versucht hätte aus eigener Kraft ein paar Schritte zu gehen. So hatte er sich das wahrlich nicht vorgestellt...

„Sie sollten nächstes mal besser aufpassen sonst kann es passieren das die Wunde nicht mehr richtig abheilt", Sara kümmerte sich gerade um einen Patienten der sich schon zum wiederholten Mal dieselbe Stelle aufgeschürft hatte und deswegen bei ihr gelandet war. Manchmal bemitleidete sie die Häftlinge regelrecht, auch wenn das laut ihres Arbeitsvertrages fehl am Platze war. Andererseits wollte sie nicht ihre Menschlichkeit verlieren und das verraten woran sie glaubte. Wie es schien war sie auch eine der wenigen die sich um so etwas Gedanken machten, aber sie konnte nicht anders.

Nachdem sie den Patienten vor die Tür begleitet hatte, machte sie sich an die Arbeit seine Krankenakte auf den neusten Stand zu bringen. Der Papierberg auf ihrem Schreibtisch wuchs von Tag zu Tag. Heute würde auch noch eine neue Ärztin nach Fox River kommen um sie bei der vielen Arbeit zu unterstützen.

Wie Sara erfahren hatte, war sie nebenbei noch Psychologin und sollte sich dem Fall Michael Scofield annehmen, der auf das gesamte Personal gleichermaßen Faszination ausübte, was nicht zuletzt an seiner perfekten Ausbildung lag. Doch da hatten sie nicht mit Sara gerechnet.

Sie hatte sich mit Händen und Füßen dagegen gewehrt ihn abzugeben, glücklicherweise hatte keiner so wirklich nach dem Grund gefragt. Sie beharrte einfach immer wieder darauf das von Michael keine Gefahr ausging und die Sache mit dem Psychologen somit nicht nötig war.

Die Tür wurde mit einem schnellen Ruck geöffnet und Sara fuhr erschrocken aus ihren Gedanken hoch. Mit wem hatte sie denn nun wieder die Ehre?

Sara warf einen Blick zur Tür und hätte am liebsten laut aufgeschrieen. Der Anblick der sich ihr dort bot, veranlasste ihr Herz dazu vor Panik schneller zu schlagen und sie stand wie angewurzelt da.

„Dr. Tancredi , es ist wirklich dringend. Ich habe Scofield in diesem Zustand in seiner Zelle gefunden und nun ist er nicht mehr ansprechbar", meldete sich der Wärter zu Wort und legte Michael mit Sucres Hilfe auf die Liege.

Endlich erwachte Sara aus ihrer Starre und hastete wie vom Donner gerührt durch den Raum zu ihrem Patienten. Die Anderen schickte sie unter größten Anstrengungen, nämlich ruhig zu bleiben, nach draußen und wandte sich dann wieder Michael zu.

Er sah gar nicht gut aus. Sein Atem ging unregelmäßig und immer wieder begann sein Körper zu zittern. Eindeutig Schüttelfrost, anscheinend hatte er sich durch das kalte Wetter eine Grippe eingefangen. Vielleicht war es aber auch nur eine stärkere Erkältung und er hatte noch einmal Glück gehabt.

Eilige wühlte die junge Frau in ein paar Schubladen und hatte dann endlich das gefunden wonach sie gesucht hatte: fürs erste würde sie ihm ein fiebersenkendes Mittel einflößen und dann würde sie beobachten ob sein Zustand sich besserte. Wenn das nicht der Fall war musste sie ihn eine Weile zur Beobachtung hier behalten.

Beunruhigt darüber das es ihm so plötzlich und ohne Vorwarnung so schlecht ging, setzte sie sich auf den einzigsten Stuhl der neben der Liege stand und beobachtete ihn genau. Sie hatte selten die Gelegenheit dazu ohne das jemand dabei war, oder er es merkte. Wie konnte solch ein Mensch im Gefängnis landen? Eine Frage die sie sich immer und immer wieder stellte und doch keine Antwort darauf fand. Einzig und allein Michael würde es ihr sagen können, doch er bewahrte stillschweigen darüber.

Es verging eine ganze Weile in der sie einfach nur dasaß und ihn beobachtete, bis wieder Bewegung in seinen Körper kam und er unter großen Anstrengungen die Augen aufschlug. Sie wirkten matt und glanzlos und der sonst so aufgeweckte Ausdruck war Lustlosigkeit gewichen. Ein typisches Krankheitssyndrom.

„Wo bin ich?", fragte Michael mit krächzender Stimme und versuchte sie aufzurichten, doch Sara drückte ihn behutsam zurück auf die Liege. Unnötige Anstrengung war jetzt pures Gift für ihn.

„Ganz ruhig, keine Sorge Sie sind in der Ambulanz. Anscheinend haben sie sich eine starke Erkältung eingefangen. Liegt wohl an den kalten Temperaturen. Aber normalerweise ist so ein plötzliches auftreten wie bei Ihnen nur mit viel Stress verbunden", Sara beugte sich ein wenig nach vorne damit Michael nicht so laut sprechen musste.

„Kann sein. Mir ist kalt...", erneut begann sein Körper zu zittern und eine feine Gänsehaut bildete auf seinen Armen.

„Ich weiß, aber das legt sich sicher bald wieder. Das ist nur eine Frage der Zeit", bei diesen Worten hatte die Ärztin unbewusst nach Michaels Hand gegriffen und streichelte über seinen Handrücken. Es schien ihn zu beruhigen.

Minuten vergingen ohne das einer der beiden etwas sagte, bis Michael schließlich die Stille durchbrach:

„Sara ich...ich muss mit Ihnen reden. Es ist wichtig, aber bitte unterbrechen sie mich jetzt nicht."

Sara nickte, gespannt darauf was sie erwarten würde. Würde er sich ihr jetzt doch vollkommen öffnen?

„Ich werde fliehen. Noch heute Abend werde ich mit meinem Bruder hier ausbrechen, dazu brauche ich aber ihre Hilfe. Zu unserem Fluchtweg gehört auch die Ambulanz, aber da gibt es ein kleines Problem. Nachts werden die Türen verriegelt und wir hätten keine Möglichkeit hindurch zu kommen, es sei denn..."

„Sie bitten mich also das Gesetz zu brechen?", fragte sie ohne darauf zu achten ihn unterbrochen zu haben. Das durfte doch nicht wahr sein. Hatte er das etwa die ganze Zeit nur getan um sie um den Finger zu wickeln um dann leichtes Spiel zu haben? Hatte sie Michael wirklich so falsch eingeschätzt?

„Nein", Michael holte tief Luft und schaute ihr direkt in die Augen, „ich bitte Sie nur einen Fehler zu machen."

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To be continued

So, wie schon oben erwähnt habe ich mich nicht so ganz an die Serie gehalten, aber das ist ja auch nur eine FF. Würde mich wie immer über Feedback freuen.