Harry und Tonks: Der Orden des Phönix
Anmerkung des Autors: Diese Geschichte spielt nach Band 4 der Harry Potter Reihe. Der fünfte Band wird als Leitfaden genutzt, die Geschichte jedoch, verläuft völlig anders als im Original. Harry Potter und alle Charaktere und Orte aus Harry Potter sind Eigentum von J.K. Rowling und ggf. Ihren Publishern. Dies ist eine Fan-Geschichte, mit der kein Geld gemacht wird. Eine Verletzung der Rechte Dritter ist nicht gewollt.
Kapitel 2: In Sicherheit
Harry wollte sich nicht umdrehen, aber ihm war klar das sein Onkel und seine Tante ihn nicht einfach in Ruhe lassen würden. Er atmete einmal tief durch und drehte sich dann um. Onkel Vernons Blick durchbohrte ihn, Tante Petunia hatte sich wieder zu Dudley gewandt.
„Was ist hier eigentlich los? Du greifst meinen Sohn an, dann holst du auch noch welche.. Welche von deiner SIPPE hier in mein Haus. Was glaubst du eigentlich wer du bist? Meinst du das lasse ich dir durchgehen?"
„Wie kann man in 5 Sätzen so oft Spucken?" wollte Harry eigentlich sagen, aber er beließ es dabei das nur zu denken. „Du hast es doch gehört. Ich habe nichts getan. Es waren die Dementoren. Ich habe Dudley gerettet. Wie es aussieht, war das eine schlechte Entscheidung. Vielleicht sollte ich Dudley nächstes mal ja einfach den Dementoren überlassen, damit sie ihm seine Seele aussaugen."
„Seine - was? Seine Seele aussaugen?" fragte Onkel Vernon.
„Dementoren? Aber.. Sie bewachen doch dieses Zauberer Gefängnis. Azkaban? So heisst es doch, oder?"
Harry sah sich um. Wer hatte das gesagt? Er war der einzige Zauberer im Raum. Er sah seine Tante Petunia an. Hatte sie etwa... „Es war ihre Stimme. Aber woher weiss sie von Azkaban?" fragte er sich.
Auch Onkel Vernons Blick war auf Tante Petunia gerichtet. Tante Petunia selbst hatte sich die Hand vor den Mund gehalten und sah aus als hätte sie ein Gespenst gesehen. Sie hat das verbotene Wort gesagt. Und nicht nur das. Sie hat zum ersten mal seit Harry denken kann zugegeben das so etwas wie die Zauberer Welt überhaupt existiert und es nicht nur ein Haufen Verrückter ist.
„Petunia? Schatz? Du weisst von diesen Dementitoren? Es gibt sie wirklich?" fragte Onkel Vernon entgeistert.
Tante Petunia nickte langsam und bedächtig. Sie nahm die Hand von ihrem Mund und sah ihren Mann an. „Es stimmt. Ich habe meine Schwester und diesen.. Diesen schrecklichen Mann darüber reden gehört."
„Du meinst meine Eltern, oder? Warum sagst du nicht ihre Namen?" sagte Harry erbost.
Aber Petunia beachtete ihn nicht. Sie hatte sich wieder voll und ganz ihrem Sohn gewidmet, der immer noch zitterte.
Onkel Vernon richtete seinen Blick wieder auf Harry. „Also wollten dich diese Dementitoren einfangen, ja? Dich ins Gefängnis werfen?"
Harry seufzte. „Nein, natürlich nicht. Ich weiss nicht warum sie hier waren. Vielleicht.. Hat -er- sie geschickt" sagte Harry und überlegte. Konnte es Voldemort sein, der die Dementoren geschickt hat?
„Er? Wer ist er?" fragte Vernon.
„Lord Voldemort" sagte Harry. Hätte er diesen Namen in der Zaubererwelt laut ausgesprochen, wären alle Leute im Raum zusammengezuckt und hätten ihn angeschrien, aber Onkel Vernon blaffte ihn nur fragend an.
„Voldimort? Ich kenne diesen namen.. Ist das nicht der der deine Eltern getötet hat?" fragte Vernon.
Harry nickte.
„Aber das kann nicht sein. Er ist weg. Der große haarige Mann hat es gesagt" sagte Onkel Vernon.
„Er ist wieder zurück. Seit letztem Monat. Ich habe ihn gesehen" sagte Harry. Und da starrte ihn Tante Petunia an.
„Er ist.. Wieder zurück?" fragte sie.
Harry nickte abermals.
Onkel Vernon dachte einen Moment nach. „Dieser Voldimort. Der Mann der deine Eltern umgebracht hat und auch dich töten wollte, ist also hinter dir her, ja?" fragte er.
„Ja" sagte Harry.
„Und deswegen haben diese Dementoren dich angegriffen und Dudley war nur zur falschen Zeit am falschen Ort, richtig?"
„Genau. Jetzt hast du es verstanden" sagte Harry.
Onkel Vernon nickte eifrig. „Oh ja. Das habe ich. Das habe ich in der Tat."
Harry gefiel Onkel Vernons Tonfall nicht. Irgendetwas stimmte nicht.
„RAUS!" schrie Vernon Harry an.
„Bitte.. Was?" fragte Harry verdutzt.
„Du hast mich gehört. RAUS!" schrie Vernon abermals, Gift und Galle spuckend. „RAUS aus meinem Haus. RAUS. Ich will dich hier nicht mehr sehen. Wir waren zu gutherzig. Wir haben dich aufgenommen. In ein Weisenhaus hätte man dich stecken sollen. Wir dachten wir könnten es aus dir heraus prügeln. Aber du bist verdorben wie deine nichtsnutzigen Eltern. Und jetzt bringst du auch noch meine Frau und meinen Sohn in Gefahr. RAUS!"
Harry rührte sich nicht. „Geh nicht aus dem Haus Harry, egal was passiert. Hier bist du sicher" hatte Tonks gesagt.
„Bist du Taub? Ich sagte RAUS AUS MEINEM HAUS!" schrie Vernon, noch lauter als vorher. Als Harry immer noch nicht reagierte, packte ihn Vernon an den Schultern und schob ihn zur Tür, noch bevor Harry wusste wie ihm geschah, stand er draussen. Alleine. Und sah die Tür vor sich zuschlagen.
„Das kann alles nicht wahr sein.. Ich träume nur. Ein blöder Traum..." sagte sich Harry. Er starrte die Tür an, eine Minute, zwei Minuten. Dann hörte er einen Schrei im Haus und dann ein lautes Klirren. Irgendetwas wurde zerbrochen. Dann öffnete sich die Haustür wieder und Tonks stand vor Harry. Sie schob ihn hastig beiseite und schloss die Tür hinter sich.
„Er hat eine Vase nach mir geworfen. Ist dein Onkel verrückt?" fragte Tonks.
„Tut mir leid. Er.. Kann nicht gut mit Menschen, denke ich" sagte Harry.
„Was ist denn passiert als ich weg war? Ich war doch nur ein paar Minuten weg. Dumbledore regelt gerade alles. Warum stehst du hier draussen? Ich hab doch gesagt, du sollst im Haus bleiben."
„Onkel Vernon hat mich rausgeschmissen, weil ich seine Familie in Gefahr bringe da Voldemort mich töten will" sagte Harry als wäre es das normalste auf der Welt.
Tonks sah ihn entsetzt an. „Das hat er nicht. Wie kann ein Mensch.. Egal. Später. Wir haben keine Zeit. Wir müssen uns in Sicherheit bringen. Diese verdammten Muggel. Hast du schonmal appariert, Harry?" fragte ihn Tonks.
Harry schüttelte den Kopf. „Ich bin noch keine Siebzehn."
Tonks nahm seine Hand. „Man kann jemanden mit sich Apparieren. In Notfällen. Und ich denke, das ist ein Notfall. Es ist ein wenig unangenehm bei den ersten paar Malen, aber man gewöhnt sich daran. Bereit?"
Harry nickte, dann hörte er einen Knall und auf einmal fühlte er sich als würde er von allen Seiten zusammen gedrückt werden und durch einen Gartenschlauch gezwängt werden. Es tat weh und er kniff die Augen zusammen, als er sie wieder aufmachte, sah er sich um.
Er stand in einem kleinen Apartment. Ein paar Quidditch Bücher lagen auf dem Boden und auf einem Sofa lag eine große Kugel aus Klamotten. Dies musste Tonks Wohnung sein.
Tonks ging zu der großen Kleider-Kugel und nahm sie vom Sofa. „Setz dich, Harry. Tut mir leid wegen der Unordnung, ich habe keinen Besuch erwartet. Ach, was rede ich da, ich bin gerne etwas unordentlich. So sieht es viel realer aus? Gemütlich, finde ich. Ich kann diese Peniblen Putzteufel nicht leiden. Und ich bin auch keine wirklich gute Hausfrau."
Sie ging mit der Kugel zu einem Schrank und öffnete ihn, dabei fiel ein Teil von der Kugel ab. Harry ging schnell zu ihr und Hob es für sie auf. Aber als er sah was er in der Hand hatte, ließ er es schnell wieder fallen und weitete die Augen.
Tonks steckte die große Kugel in den Schrank, drehte sich um und sah dann Harrys Blick. Sie folgte seinem Blick auf den Boden und grinste. „Oh Harry, nun tu nicht so als hättest du so etwas noch nie gesehen. Wie alt bist du? Fünfzehn? Sechzehn? Na, vielleicht hinkt diese Generation etwas hinterher. Aber auch ich muss mir Unterwäsche anziehen." Sie hob es auf und steckte es zu den anderen Klamotten in den Schrank und drückte die Tür zu.
„Tut mir leid" stammelte Harry, sichtlich beschämt.
Tonks lachte, und wuschelte ihm dann durch die Haare. „Braucht dir nicht leid tun, du bist halt doch noch ein Kind" sagte sie und ging in ihre kleine Küche. „Hunger, Harry?"
Harry mochte es nicht wie ein Kind behandelt zu werden. „Und schon garnicht von Tonks" dachte er sich. Warum eigentlich? Woher kam dieser Gedanke? Er kannte Tonks nicht einmal richtig. Aber sie gefiel ihm irgendwie. Sie war nett. „Die Aufregung. Das wird es sein" sagte sich Harry. „Ich bin nur ein wenig gereizt, das ist alles" dachte er.
Er ging zu Tonks in die Küche. „Wenns keine Umstände macht, ein wenig Hunger hätte ich schon" sagte er.
„Du bist ziemlich höflich. Man kann kaum glauben aus was für einer Familie du kommst" sagte Tonks und öffnete den Kühlschrank. „Ich hoffe du magst Pizza?" sagte sie und holte eine kleine Pizza Scheibe aus dem Kühlschrank, in Folie verpackt. „Teilen wir?" fragte sie.
Harry sah die kleine Pizza an. Sie war nicht größer als 10 cm. Tonks musste sehr arm sein wenn sie sich nur so kleine Pizzen leisten konnte. „Werden Auroren so schlecht bezahlt?" fragte er sich in Gedanken. „Ist die nicht ein wenig zu klein für uns Beide?" fragte Harry.
Tonks lachte. „Du bist witzig, Harry." Sie entfernte die Folie von der Pizza, legte sie auf einen Teller und zückte ihren Zauberstab. „Pizza baccus" sagte sie und Harry sah zu wie die kleine Pizza langsam größer wurde und der Käse auf ihr zu Bruzzeln begann. Die Pizza wurde größer und größer bis sie knapp über den Tellerrand ging. Heiss und schon in Stücke geschnitten. „Fertig" sagte Tonks und brachte den Teller ins Wohnzimmer auf den kleinen Tisch. Sie setzte sich vor dem Tisch auf das Sofa. Harry folgte ihr und setzte sich zu ihr. Sie nahmen sich beide ein Stück. Harry kam sich sehr dumm vor. Er hätte wissen müssen, das Zauberer Pizzen nicht im Backofen gebacken werden. Aber es gab noch so vieles was Harry nicht wusste, da er bei Muggeln aufgewachsen war. Immerhin, dachte Harry, schmeckte die Pizza genau wie er sie kannte. Vielleicht sogar noch einen Tick besser.
Harry fragte sich, ob er das letzte Stück essen sollte. Tonks nahm ihn die Entscheidung ab und steckte sich das letzte Stück in den Mund. Sie stand auf und ging zu einem kleinen Sekretär in der Ecke des Zimmers. Sie kramte Federkiel und Pergament aus einer Schublade und schrieb einen Brief während sie vom Pizza Stück abbiss. „Ich schreibe nur kurz Dumbledore, das du bei mir bist. Es wird ihm nicht gefallen. Es würde mich nicht wundern, wenn er den Muggeln persönlich noch einen Besuch abstatten wird.
Das erinnerte Harry an etwas.
„Hedwig!" rief er.
Tonks drehte sich zu ihm herum. „Ein was?"
„Hedwig" sagte Harry abermals. „Meine Eule. Sie ist noch bei den Dursleys. Zusammen mit meinen ganzen anderen Sachen."
„Oh, stimmt ja. Tut mir leid Harry, ich habe nicht daran gedacht. Das wichtigste war es, dich in Sicherheit zu bringen. Wir holen deine Sachen morgen ab. Vielleicht kommt Dumbledore dann ja gleich mit. Ich schreibe es dazu." Tonks machte sich wieder daran den Brief zu schreiben. Als sie fertig war, rollte sie das Pergament auf und band es mit einem Faden fest.
Harry sah sich um. Er konnte keine Eule sehen. Und Tonks ging auf den Kamin zu. „Sie wird ihre Eule doch wohl nicht im Kamin halten?" fragte er sich.
Tonks nahm etwas Flohpulver aus einem Beutel neben dem Kamin und rief „Incendio". Sofort loderte das Feuer im Kamin und sie streute das Pulver in die Flammen, die sich grün verfärbten. Sie steckte ihren Kopf in den Kamin und sagte „Winkelgasse, Postamt, Eilbrief-Sendung".
Schon wieder etwas neues für Harry. Natürlich musste es einen anderen Weg geben um einen Brief zu verschicken. Nicht jeder Zauberer hat eine eigene Eule. Im Postamt werden sicher einige Eulen bereit stehen und per Flohpulver kann man den Brief einfach abgeben. „Könnte man den Brief dann nicht einfach direkt dem Empfänger in den Kamin werfen?" überlegte Harry. „Nein, geht ja nicht. Sonst könnte man einfach in jedes Zauberer Haus der Welt einbrechen. Es sind natürlich Schutzzauber auf den Kaminen, die sie nur bestimmte Leute benutzen lassen, ausgenommen natürlich den öffentlichen Kaminen."
Er sah gerade noch wie Tonks mit einer Hand ein paar Münzen aus ihrer Hosentasche zog und sie ins Feuer warf, dann zog sie ihren Kopf auch schon wieder aus den Flammen und hustete. „Ich sollte aufhören zu Rauchen."
Harry grinste als sich Tonks wieder zu ihm setzte.
„Ich habe eine Eilsendung genommen, es wird nur ein paar Minuten dauern dann wird Dumbledore bescheid wissen. Willst du vielleicht schlafen gehen? Nach diesem Schock kannst du sicher eine Mütze voll Schlaf gebrauchen. Ich warte noch auf Dumbledores Antwort."
Harry war tatsächlich sehr müde und nickte.
„Gut, komm mit" sagte Tonks und stand auf. Sie brachte ihn in ihr Schlafzimmer und schob noch schnell ein paar Sachen vom Bett runter. „Machs dir gemütlich. Ich hatte Nachtschicht heute, also brauche ich das Bett nicht mehr."
„Nachtschicht?" fragte Harry. Und dann fiel ihm ein das er Tonks noch garnicht gefragt hatte, wie sie so schnell zu Hilfe kommen konnte. Und woher sie überhaupt wusste, das er in Gefahr war.
Tonks nickte. „Dumbledore lässt dich seit letztem Monat rund um die Uhr bewachen." Sie sah Harrys erzonten Blick. „Nur zu deinem Schutz Harry. Du weisst schon wer könnte dich jederzeit angreifen wollen. Wir müssen auf alles vorbereitet sein. Ich oder Mundungus Fletcher waren immer in der Nähe, unter Tarnumhängen und haben dein Haus beobachtet. Eigentlich sollte ja Mundungus Heute Nacht auf dich aufpassen, aber er hat Stundenlang von irgendwelchen Kesseln und einem echten Schnäppchen geredet und dann habe ich mit ihm getauscht. Schlaf jetzt, Harry. Wir können morgen noch über alles reden. Versuch nicht soviel darüber nach zu denken. Es wird schon alles gut werden."
Sie schenkte ihm ein Lächeln und ging dann aus dem Schlafzimmer und machte die Tür hinter sich zu.
„Als ob ich an irgendetwas anderes denken könnte..." dachte Harry. Er zog seine Jeans und seinen Pullover aus, löschte das Licht und ließ sich ins Bett fallen. Fast sofort musste er niesen. „Parfum" dachte er. „So riecht also ein Frauenbett". Als ihm einfiel das er wohl nicht nur Parfum, sondern auch Tonks riechen würde, beschloß er um weitere peinliche Gedanken zu vermeiden, Tonks Rat zu befolgen und einfach zu schlafen. Die Erschöpfung half ihm dabei schnell einzuschlafen, auch wenn die Gedanken in seinem Kopf sich alle drehten.
