Und weiter geht's mit Kapitel 2. Im Nächsten hat Iruka dann seinen Auftritt, versprochen. :)
Knapp drei Tage später erreichten sie die Stelle, an denen sich die Gruppe offensichtlich getrennt hatte. Ran hatte dafür gesorgt das genügend Spuren die auf einen Kampf hinwiesen übrig bleiben würden.
„Offensichtlich…", murmelte Anko. Gai verhielt sich seit zwei Tagen sonderlich, er hatte kaum gesprochen und wenn dann überhaupt nicht seine für ihn typischen „jugendlichen" Bemerkungen. Er machte sich Sorgen, soviel war klar, und da Ran mit ihm in der Akademie gewesen war konnte Anko es auch irgendwie verstehen.
„Und jetzt suchen.", knurrte Genma und begann sich auf die Suche nach weiteren Spuren zu machen.
„Du glaubst doch nicht ernsthaft, das du noch irgendwas finden kannst…", murmelte Anko im vorbeigehen.
Genma reagierte erst gar nicht darauf. Er wusste wenn die Kunoichi schlechte Laune hatte, versuchte sie die immer bei anderen abzulassen, und darauf hatte er jetzt wirklich keinen Bock. Ein paar hundert Meter weiter weg sah er etwas in der Sonne glänzen und wollte es sich genauer ansehen. Breit grinsend hielt er es Anko unter die Nase, Ran's hitai-ate.
„Was war das gerade?", grinste er und wedelte leicht damit.
„Hast du was gefunden?", fragte Gai und kam dazu.
„Ja, Ran's hitai-ate, anscheinend hat sie es abgenommen."
„Gut. Dann wissen sie zumindest nicht, aus welchem Dorf sie kommt. Wo hast du es gefunden?"
„Da vorne.", sagte Genma und ging zurück wo er es gefunden hatte. „Hier war es gelegen."
Gai musterte die Umgebung und sah ein paar dunkle Flecken, die er sich dann genauer ansah.
„Anko, schau dir das Mal an. Das müsste Blut sein."
„Jepp, hast recht. Ist Blut.", sagte sie nach kurzer Untersuchung.
„Wo geht die Spur hin?", murmelte Gai und sah sich suchend um, bis er weitere Tropfen sah.
„Gut das es nicht geregnet hat.", sagte er und folgte der Spur.
„Dann beeil dich lieber, der Himmel zieht sich langsam zu. Es ist nur noch eine Frage der Zeit bis es anfängt.", meinte Genma und steckte sich seine Senbon wieder in den Mund.
„Dann beeil dich gefälligst mit.", knurrte Gai zurück und machte sich auf den Weg der Spur zu folgen. Anko verpasste Genma breit grinsend einen Klaps auf den Hinterkopf und streckte ihm die Zunge raus, bevor sie dem Grüngekleideten hinterher eilte.
Genma knurrte kurz sah dann aber auch zu das er ihnen hinterher kam. Ran war bei allen sehr beliebt und sein bevorzugtes Anbaggeropfer.
Als die Dämmerung hereinbrach wären sie über einen Ninken sehr froh gewesen, doch als es wenig später anfing zu regnen wären auch sie ihnen keine Hilfe mehr gewesen.
„Warum hat Tsunade nicht Kakashi geschickt?", knurrte Anko einige Zeit später.
„Weil er nicht da ist, die Inuzuka's sind auch alle beschäftigt.", flüsterte Genma zurück.
„Und die Hyuuga's?"
„Auch alle auf Mission."
„Na super. Wie sollen wir sie dann bitte finden?", seufzte Anko.
„Weit weg können wir nicht mehr sein.", sagte Genma und suchte weiter nach irgendwelchen Spuren.
Anko grummelte und sah sich ebenfalls weiter um. Missionen wie diese waren nicht das was sie gerne tat, den Feind offen bekämpfen – und je mehr es waren umso besser – war mehr ihr Element.
Gai hatte den beiden nicht zugehört, was vielleicht auch besser war. Ran kannte er seit der Akademiezeit und behandelte sie seitdem mehr wie eine kleine Schwester. Dass sie inzwischen genauso lange Jonin war wie er interessierte ihn nicht wirklich.
Als die Sonne anfing aufzugehen sah Gai in der Nähe eines Wasserfalls einen Mann in eine Hütte schleichen. Mit einem Kopfnicken bedeutete er den beiden hinter ihm dass sie sich das jetzt genauer ansehen würden.
Die Hütte war nur ein Abgang zu einem Stollen, der in die Felsen dahinter getrieben worden war. Vorsichtig schlichen sie die Stufen hinunter und kamen in einen düsteren relativ langen Gang, in dem sie Stimmengeflüster hören konnten.
„Hat sie schon gesungen?", fragte einer, sehr wahrscheinlich der, der vor ihnen die Hütte betreten hatte.
„Nein.", brummte ein anderer zurück. „Aber sprechen tut sie sowieso nicht."
„Dann versuch es nochmal, wenn nicht, dann wirf sie ins Wasser. Noch mehr Zeit verschwenden wir mit ihr nicht."
Der Mann drehte sich um und ging den Gang zurück. Die drei Shinobi drückten sich in eine Nische in der Wand und warteten, bis der Mann an ihnen vorbei war. Als er die Stufen hinauf stieg, ordnete Gai an das Genma ihn verfolgen sollte, was dieser mit einem kurzen Nicken bestätigte. Als sie die Tür hörten traten sie leise wieder in den Gang und gingen ihn entlang. Es waren mehrere Zellen in die Felsen geschlagen worden, jedoch waren die Ersten alle leer. Sie konnten vier schwache Chakrasignaturen wahrnehmen, eine von ihnen bereits so schwach, das sie drohte zu verlöschen.
Die schweren Schritte des zweiten hallten den ganzen Flur entlang, kurz darauf folgte das rostige quietschen eines alten Scharniers.
„Na, vermisst du mich schon?", höhnte er ungesehen in den Raum.
Anko sah Gai an und wartete auf ein Zeichen, Kunai bereits in der Hand. Er schüttelte den Kopf und bedeutete ihr zu warten.
Ein heiseres Krächzen kam aus der Kammer und beide identifizierten Ran augenblicklich. Gai nickte und beide stürmten den Gang entlang. Der grobschlächtige Kerl erkannte erst was los war, als ihn ein gezielter Tritt von Gai durch den ganzen Raum an die gegenüberliegende Wand katapultierte. Anko betrat hinter dem Jonin den Raum und stürzte sich auf den Mann bevor er weiteren Schaden anrichten konnte. Gai sah Ran auf dem Boden liegen und eilte zu ihr. Er war entsetzt als er sah in welchem Zustand sie sich befand.
„He! Könnt ihr mich auch losmachen?", fragte der Mann der immer noch an die Decke gekettet war. Gai ignorierte ihn und befreite Ran von ihren Ketten. Anko hatte dem Wärter bereits die Kehle durchtrennt und suchte den Raum nach der schwächsten Chakrasiquelle ab, doch als sie die Person unter Dreck in der Ecke schließlich fand, war nichts mehr zu wollen. Sie schüttelte wortlos den Kopf und ließ sie liegen.
„Was ist mit ihm?", fragte sie Gai.
„Mach ihn los und dann lass uns gehen."
Plötzlich hörten sie Schritte auf dem Gang und warteten mit gezogenem Kunai wer näher kam.
„Nicht angreifen Leute, ich bin's.", sagte Genma als er die Tür erreichte. „Der andere hatte einen merkwürdigen Unfall… allerdings war es nicht ganz geräuschlos. Lasst uns abhauen bevor jemand was… ach du liebe Scheiße! Was ist denn… Ran?", erschrocken sah er die junge Frau an, die Gai inzwischen vom Boden gehoben hatte.
„Lasst uns gehen. Was passiert ist können wir zu Hause auch noch klären."
Ran nickte nur müde und ließ ihren Kopf dann schwach gegen Gai's Brust sinken.
Drei Tage später erreichten sie das Haupttor von Konoha. Izumo war schockiert als er Ran sah, stellte jedoch keine Fragen. Gai eilte mit Ran schnurstraks ins Krankenhaus, während Genma und Anko sofort zu Tsunade gingen um Bericht zu erstatten. Anfangs schien die Godaime noch zuzuhören, doch dann war sie aufgestanden und auf dem Weg ins Krankenhaus hörte sie sich den Rest des Geschehens an.
Mitate hatte bereits mit der Behandlung begonnen, war jedoch noch nicht weiter gekommen als Ran von den Fetzen – die einst ihre Kleidung waren – zu befreien.
„Lass mich das machen.", ordnete Tsunade an. „Und schick mir Shizune rein."
Knapp eine Stunde später schob eine Krankenschwester das Bett mit Ran in ein freies Zimmer. Shizune hatte sie gewaschen und in ein Nachthemd gesteckt nachdem Tsunade die schlimmsten Wunden geheilt hatte. Verbunden und mit einer Infusion versorgt lag sie nun in ihrem Zimmer und schlief.
