Nur für einen Moment des Wahnsinns

Nach einer Weile erwacht Bobby von neuem. Immer längere Schatten erobern sein Bett. Tief einatmend, inhaliert er Alex sehr angenehmen Geruch und nimmt die Wärme, die von ihrem Körper verströmt wird, wahr. Alex riecht so vertraut, so nach Sicherheit. Er fühlt sich erregt. Langsam beginnt er sie durch den Stoff ihres Rockes auf den Bauch und an ihrer intimen Stelle zu küssen. Er will wieder etwas anderes fühlen als diese überwältigende Trauer, deshalb drückt er Alex bestimmt in die Laken.

Er tastet unter ihren Rock und streift ihr ihr Höschen ab. Kurz blickt er in Alex erstaunte Augen und ganz schnell wieder weg. Leicht legt er seine Finger über ihren Mund und murmelt: "Schhh!" Sie darf jetzt nicht nein sagen, sonst würde das alles in einer Katastrophe enden.

Forsch schiebt er mit einer Hand Alex Rock hoch und zerrt an seiner Unterhose. Auf der Suche nach einem Kondom, wühlt er verzweifelt mit seiner anderen Hand in der Nachttischschublade. Mit gekonnten Griffen streift er das Präservativ über seinen erigierten Penis.

Alex bemerkt, wie Bobby sich reckt und sie durch ihren Rock an ihren empfindlichen Stellen berührt. Im nächsten Augenblick liegt sie schon auf ihrem Rücken und Bobby kniet vor ihr. Schnell hat er sie von ihrer Unterhose befreit und ihren Rock hochgeschoben. Endlich ist es so weit. Endlich öffnet er sich dir total, denkt Alex. Sie will etwas sagen, dass es okay ist, dass sie es auch will, aber Bobby unterbricht sie, also ist sie still. Sie hat lange auf diesen Augenblick gewartet, aber nie hätte sie gedacht, dass es wirklich passieren würde.

Alex ist nur etwas verwundert. Wieso schaut Bobby mir nicht in die Augen?

„Dreh dich um!", sagt Bobby.

Er kann sie jetzt nicht ansehen. Nicht in diesem Moment…wenn er das jetzt tun würde, müsste er zugeben, dass das Alex ist, die bei ihm ist. Wenn er ihr jetzt in die Augen gucken würde, würde er es nie wieder tun können. Er könnte es nicht ertragen die Enttäuschung in ihren Augen zu sehen, die sie zweifellos fühlen muss. Für einen Moment kann er so tun, dass sie irgendwer ist, nur nicht sie. Für diesen Moment kann er so tun, als würde sie es genauso wollen wie er.

Grob drückt er Alex die Beine auseinander und dringt ohne zu zögern in sie ein. Während Tränen in seine Augen steigen, reagiert er sich gefühllos und schnell an ihr ab…zu schnell erreicht er das Ziel. Als er fertig ist bricht atemlos über Alex zusammen. Er zieht sich aus ihr zurück und rollt sich weg. Er will so viel Platz wie möglich zwischen sie und sich selbst bringen.

Er weiß, dass es falsch war. Jetzt war sicherlich alles vorbei. Alles was sie über die vielen Jahre aufgebaut haben, war zerstört nur für einen Moment des Wahnsinns.

„Dreht dich um!", hört Alex Bobby leise sagen. Wieso?, fragt sie sich. Aber sie vertraut ihm, deshalb tut sie es und rollt sich rum. Sie ist bereit, sie ist schon so lange bereit ihn zu empfangen. Sie spürt seine Hände auf ihren Oberschenkeln, die sie auseinander drücken und auf einmal ist er in ihr, obwohl weder sie noch er ganz ausgezogen sind. Es tut nicht weh, aber es ist auch nicht schön. Auf einmal bemerkt sie wie heiße Tränen ihren Rücken benetzen. Es treten auch Tränen in ihre Augen. Das geschieht aber so langsam, dass sie sie erst spürt, als sie ihre Wangen ungehindert hinunter laufen.

Sie weint mit ihm. Weint um seinen Verlust. Sie versteht, dass er jetzt etwas fühlen muss. Etwas anderes, als den alles überwältigenden Schmerz.

Nach wenigen tiefen und kräftigen Stößen ist er fertig. Bevor sich ein erregendes Gefühl einstellen kann, zieht er sich Bobby aus ihr zurück. Er hat seinen Orgasmus bevor Alex seine Umarmung, seine Geräusche, seinen Geruch und seine Zärtlichkeiten richtig wahrnehmen und genießen kann. Er dreht sich weg und lässt sie allein so liegen. Alex zieht ihre Beine an ihre Brust, schlingt ihre Arme um ihre Knie und kauert sich zusammen. Obwohl er neben ihr liegt, fühlt sie sich einsam und allein. Sie hat das Gefühl, dass sie nie weiter von einander entfernt waren. So nah und doch so weit fern, geht ihr durch den Kopf.

Nach mehreren Minuten streckt sie sich, schwingt ihre Beine aus dem Bett, schaut kurz auf den abgewendeten Rücken ihres Partners und sagt leise: „Ich gehe duschen."

Alle verlassen mich, denkt Bobby. Er rollt sich wie ein Embryo zusammen. Darauf beginnt er ungehemmt zu weinen. Oh Gott, das war Alex! Du hast sie benutzt wie einen Gegenstand, nur um dich abzureagieren. Endlich warst du ihr so nahe, wie du ihr schon lange sein wolltest. Sie hat sich so bereitwillig von dir dirigieren lassen. Sie hat dir vertraut und du hast ihr Vertrauen schändlich missbraucht. Du hast sie behandelt wie ein Stück Dreck.


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