Hallo, das nächste Kapitel meiner Geschichte!

Noir13atra: Danke für deine Review! Schön, dass es dir gefällt! Ich hoffe, das war schnell genug!

Und jetzt geht's los!


Kapitel 2:

Am genannten Morgen, nach einem Tag voller Spekulationen, aufgeregten Unterhaltungen und schlossweitem Geflüster, wurden Harry, Hermine, Ron und Neville von Professor McGonagall nach dem Mittagessen in einen kleinen Raum mit Kamin geleitet. Dort warteten schon Moody, Remus Lupin und ein sehr missmutig aussehender Snape auf sie.

„Hallo, ihr vier. Bereit für den Ausflug?", begrüßte sie Lupin.

Moody nickte ihnen kurz zu und meinte knurrig zu Harry: „Wie geht es dem Kopf? Wenn es irgendwie ziepen sollte, dann sage es uns, klar?"

Harry nickte, während Snape murmelte: „Als ob das was brächte. Der hat doch wegen alles und jedem Kopfschmerzen."

Moody fuhr wütend zu ihm herum, doch Lupin kam ihm zuvor. „Schluss jetzt. Das reicht. Wir haben einen Auftrag zu erledigen, schon vergessen?" Keiner der beiden Kontrahenten antwortete und der VgddK – Experte nickte kurz. „Schön. Wir haben noch ein paar Minuten, also sollten wir uns vorbereiten, okay?" Er wendete sich an Harry. „Wir gehen per Flohnetz zum Tropfenden Kessel und von dort aus zu Ollivander. Auf direktem Weg und ohne anzuhalten. Wir nehmen auch den gleichen Weg zurück. Sollte irgendetwas passieren, dann bleibt dicht zusammen und folgt Severus. Er kennt sich in Magisch – London am besten aus."

Er erklärte ihnen noch ein paar Details, bis Moody ihn unterbrach. „Jetzt ist es Zeit. Wir sollten gehen."

Lupin schaute auf die Uhr und nickte. „Okay. Alastor, Severus und ich gehen zuerst, dann kommt ihr vier nach."

Harry und seine drei Freunde verabschiedeten sich von Professor McGonagall, die ihnen viel Glück wünschte und versicherte, dass sie hier auf sie warten würde, wenn sie zurückkehrten.

Die Reise durch den Kamin verlief ohne Zwischenfall, außer, dass Harry von Lupin und Ron aufgefangen wurde, als er aus dem Feuer purzelte. „Immer das gleiche", murmelte er säuerlich.

Während sie auf Hermine und Neville warteten, erkannte Harry, dass nicht nur Snape und Moody misstrauisch den Schankraum beobachteten, sondern auch viele der anderen Gäste. Wie bei der letzten Herrschaft begannen die Menschen sich übervorsichtig zu verhalten.

Hermine stieg aus dem Feuer und kurz darauf Neville. Beide sahen sich um. Im Tropfenden Kessel war es zu ruhig für die Menge an Gästen.

„Gut", sagte Moody leise. „Gehen wir."

Die sieben eilten durch den Schankraum zum Hinterhof. Lupin nickte im Vorbeigehen dem Barkeeper zu.

Am Eingang angekommen zogen die drei erwachsenen Zauberer ihre Zauberstäbe und der Durchgang zur Winkelgasse öffnete sich. Nachdem sie durch das Tor geschritten waren, sahen sich die Jugendlichen befremdet um. Nur wenige Leute hasteten die Gasse entlang, sich immer wieder vorsichtig umschauend. Die Läden hatten keine Außenauslagen mehr und so manches Geschäft war aufgegeben worden. Das Gefühl von unterschwelliger Angst und Gefahr lag drückend über ihnen wie eine schwere Decke. Seit ihrem letzten Besuch in der Winkelgasse im Sommer hatte sie sich unter dem wieder errichteten Regime Voldemorts völlig verwandelt.

„So war es auch letztes Mal", murmelte Snape. Harry schaute den Tränkemeister von der Seite an und meinte Trauerund Niedergeschlagenheit zu sehen.

„Los, kommt schon, wir dürfen hier nicht herumstehen, schnarrte Moody leise, sein magisches Auge wirbelte in alle möglichen Richtungen.

Sie eilten die gepflasterte Gasse hinunter. Hier und da standen Leute in Zweier- oder Dreiergruppen.

Ordensmitglieder.

Eine unnatürliche Stille lag über ihnen. Niemand sagte ein Wort.

Endlich erreichten sie den Laden von Ollivander. Die Glocke läutete, als Snape die Tür öffnete und vor den anderen eintrat. Harry und seine drei Freunde wurden von Moody und Lupin in den Laden geschoben, als Snape nach einem flüchtigen Blick in den Raum den beiden Zauberern zunickte.

Moody zog die Tür hinter sich zu und drehte das Ladenschild um, so dass von außen ‚Geschlossen' zu lesen war.

Kurz darauf erschien der Ladenbesitzer. „Ahh. Ja, wie ich mir dachte. Ich hörte von der bedauerlichen Zerstörung ihrer Zauberstäbe, meine Dame, meine Herren. Kommen sie, ich habe schon einige Exemplare herausgesucht, die passen könnten..." Der Zauberstäbehändler beugte sich hinter die Theke und holte ein Tablett mit mehreren aufgestapelten Schachteln hervor.

„Ollivander", unterbrach ihn Snape. „Passen sie jedem von den Vieren einen Zauberstab an."

Der angesprochene Zauberer stutzte. „Severus Snape", sagte der Mann, als ob er ihn erst jetzt bemerkt hätte. „Eine Spezialanfertigung nehme ich üblicherweise nur dann vor, wenn wirklich kein anderer vorrätiger Zauberstab passt..." Ollivander stockte als Snape eine vielleicht 10 cm lange Glasphiole aus dem Mantel holte. Die Phiole enthielt vier einzelne Haare. Je eines rot, golden, silbern und schwarz. Der Ladenbesitzer klappte den Mund auf und – blinzelte. Er kam hinter der Theke hervor, wie an einer Schnur gezogen, streckte die Hand aus und wollte nach dem Glas greifen. Mit einer knappen Handbewegung entzog Snape sie vor Ollivanders Zugriff.

Die beiden Zauberer starrten sich einen Moment lang in die Augen.

„Ist das...?" fragte der Zauberstäbemeister atemlos.

„Ja", antwortete der Zaubertränkemeister kurz. „Sie bekommen es danach."

Ollivander nickte langsam. „Gut. Dann folgen sie mir bitte." Der alte Zauberer drehte sich um und führte die Gruppe zwischen staubige Regale hindurch, aus dem Verkaufsraum hinaus. Als sie einen holzgetäfelten Gang entlang schritten wandte sich Moody an Snape. „Was ist das, was sie da Ollivander angeboten haben?"

„Gotteshaar."

„Gotteshaar?" fragte Hermine leise.

Snape warf ihr einen Seitenblick zu. „So wird es zumindest genannt. Das hier sind mit die mächtigsten Materialien für Zauberstäbe, die bekannt sind. Diese Gotteshaare werden den Göttern Zeus, Athene, Ares und Hades zugeschrieben. Ob sie allerdings tatsächlich von den griechischen Göttern stammen, sei einmal dahingestellt."

Jetzt wunderte sich Harry nicht mehr, dass Ollivander ihnen dafür vier Spezialanfertigungen machen wollte. Ihn interessierte vielmehr etwas anderes...

Sie erreichten das Arbeitszimmer des Zauberstäbebauers. Es war ein hoher, luftiger Raum, mit großen Fenstern, die so viel Tageslicht hereinließen, wie nur möglich. Decke und Wände waren mit Holz verkleidet, während sich unter dem Teppich Steinboden befand. Materialien für Zauberstabkerne und Hölzer waren in einem wohlgeordneten Chaos gelagert.

Harry fühlte sich irgendwie an Snapes persönliches Labor erinnert, obwohl sich die beiden Räume total von einander unterschieden. Doch eines war gleich. Hier wie dort hatte ein wahrer Meister seiner Kunst sein Reich.

Ollivander drehte sich zu ihnen um und betrachtete jeden der Jugendlichen mit einem langen Blick. Dann lächelte er. „Ich gestehe, ich hatte schon lange nicht mehr das Vergnügen für einen begabten Menschen einen Zauberstab anzupassen. Doch heute sind es gleich vier außergewöhnliche junge Leute, die ich zu bedienen die Ehre habe."

Damit drehte er sich um und machte sich eifrig in seinem Labor zu schaffen.

Moody hatte die Augenbrauen hochgezogen, als Ollivander ein derartiges Loblied anstimmte. Lupin allerdings hatte kaum hingehört und warf Snape einen fragenden Blick zu. „Severus, wo hast du diese Götterhaare her?"

Snape ignorierte den Werwolf und beobachtete Ollivander, wie dieser etwas aus einem Schrank nahm, das wie eine Messlatte aussah.

„Stammen sie von Dumbledore?", hakte Lupin nach. Und als der Tränkemeister immer noch nicht reagierte, legte er ihm eine Hand auf den Arm. „Severus, ich habe dich etwas gefragt."

„Ich bin nicht taub, Lupin", war die Antwort.

„Warum wollen sie uns nicht sagen, woher sie das haben, Snape?", drängte jetzt auch Moody.

Ein unmerkliches Lächeln huschte über Snapes Gesicht und er schüttelte leicht den Kopf. Gerade wurde Harry abgemessen. Es war tatsächlich eine Messlatte, allerdings standen dort statt Zahlen alle Holzsorten der Welt, die bei Benutzung des Lignumeters sich ständig veränderten, bis sie das richtige Holz anzeigten.

Moody legte eine Hand auf Snapes Schulter und knurrte: „Snape!"

„Was wollen sie den hören, Moody? Und woher wollen sie wissen, dass ich sie nicht anlüge? Würden sie mir glauben, wenn ich sage, dass ich sie gestern Abend vom Olymp geholt habe? Oder klingt es wahrscheinlicher, wenn ich behauptete, sie aus der persönlichen Sammlung des Dunklen Lords gestohlen zu haben? Oder wenn ich etwas völlig anderes erzähle?" Snape schmunzelte als er die perplexen Gesichter der beiden erwachsenen Zauberer sah und setzte dazu: „Lassen sie es einfach auf sich beruhen, Moody. Vertrauen sie mir nur insoweit, als dass ich absolut rechtmäßig darüber verfügen kann."

Die vier Jugendlichen waren mit der Latte inzwischen abgemessen worden und Ollivander suchte freudestrahlend vier verstaubte Schachteln mit gedrechselten Zauberstabhölzern hervor.

„Teakholz für die Dame." Eine Schachtel wurde geöffnet an Hermine überreicht. „Suchen sie sich das Holz heraus, das ihnen am besten gefällt."

„Sequoia für sie, Mr Potter. Blutulme passt am besten für Mr Weasley. Und ein sehr besonderes Holz auch für Mr Longbottom. Zeder."

Remus Lupin zeigte seine Überraschung offen. „Ich kenne niemanden, der einen Stab aus einem dieser Hölzer hätte."

Ollivander schaute ihn bedächtig nickend an. „Das ist wahr. Bei einer Spezialanfertigung kommen häufig interessante Verbindungen zustande. Ich glaube sogar, dass diese vier Zauberstäbe, die heute hier entstehen, von niemanden sonst benutzt werden können."

Jetzt holte er aus einer Schublade einen kompassähnlichen Gegenstand heraus. Die Nadel drehte sich beständig um sich selbst. Als Harry den Kernkompass in die Hand nahm, schwirrte die Nadel unglaublich schnell und stoppte dann abrupt wieder. Sie zeigte direkt auf Professor Snape.

„Äh", machte Harry ratlos.

„Erstaunlich, erstaunlich!", rief Ollivander aufgeregt. „Er ruft wohl nach einem der Götterhaare!"

Snape schüttelte den Kopf. „Das glaube ich weniger. Es wird wohl eher das hier sein." Er zog eine Phönixfeder aus seinem Mantel. „Ich habe Fawkes um eine seiner Federn gebeten, ehe wir hierher gekommen sind."

„Ahhh, Fawkes!", hauchte Ollivander, nahm die Feder von Snape und bewegte sie vor dem Kompass hin und her. Die Nadel folgte den Bewegungen, wie von einem Magneten angezogen. „Ja, ja. Man nennt ihn nicht umsonst den König der Phönixe. Obwohl es so etwas wie einen wirklichen Phönixkönig nicht gibt", erläuterte der Meister der Zauberstäbe. Er legte die kostbare Feder sorgsam neben Harrys Sequoia - Rohstab und drückte Hermine den Kompass in die Hand.

Die Nadel zeigte in die Tiefen des Raumes und der Zauberstabkern des Mädchens stellte sich als ein zerstoßener Drachenkarfunkel heraus. „Hmm. Perfekt für Verwandlungen und komplexe Zauberarbeiten", kommentierte Ollivander das Ergebnis.

Für Neville wählte der Kompass Äskulapschlangenhaut und Ollivander bedachte ihn über der Brille mit einem langen Blick. „Haben sie schon darüber nachgedacht, Heiler zu werden? Nein? Das sollten sie aber."

Auch Rons Wahl entlockte dem grauhaarigen Mann ein erstauntes, erfreutes Lächeln. „Merlin! Greifenherzfasern! Wussten sie, dass in Godric Gryffindors Zauberstab ebenfalls Greifenherzfasern eingearbeitet waren?"

Als Ollivander die vier Zusammenstellungen vor sich betrachtete, wirkte er auf Harry so glücklich, das der Jugendliche meinte er würde gleich anfangen zu tanzen.

„Ollivander", drängte Snape den seligen Mann. „Könnten sie jetzt die Stäbe fertig stellen? Es ist nicht gut, wenn wir uns zu lange hier aufhalten."

„Natürlich, natürlich", antwortete er und holte einige sehr seltsame Geräte und setzte sich an einen Tisch. „Severus Snape.", begann er nach kurzer Zeit wieder. „Ich weiß noch als ob es gestern gewesen wäre, wie sie ihren Zauberstab gekauft haben. Kein Stab im Laden hat auch nur annähernd zu ihnen gepasst. Als ich mich nachdem der Großteil der Stäbe durchprobiert worden waren, dazu entschloss ihnen einen Stab anzupassen, herrschte in dem Laden ein völliges Durcheinander. Es hat mich zweieinhalb Tage gekostet, die Ordnung wieder herzustellen." Er lachte leise, während er vorsichtig die Phönixfeder in Harrys neuen Stab hineinzog.

Snape verzog spöttisch den Mund. „Das wäre damals nicht notwendig gewesen, wenn sie es gleich auf das Verlangen hin getan hätten, Ollivander."

„Oh, sie wissen doch, wie viele Leute eine Spezialanfertigung verlangen, obwohl es nicht notwendig ist. Nachdem allerdings ihre Materialien ausgewählt waren, begriff ich, weshalb kein gewöhnlicher Zauberstab zu ihnen passte. Ebenholz und Odinsfeder. Nichts davon wird in normalen Zauberstäben verwendet. Wenn ich schon zuvor von ihrer ... Besonderheit gewusst hätte, Mr Snape, dann hätte ich meinen Laden nicht von ihnen verwüsten lassen."

„Die Menschen, die davon wissen, kann man an einer Hand abzählen", antwortete Snape ungerührt.

Ollivander schenkte ihm ein geheimnisvolles Lächeln.

Still fertigte Ollivander die Zauberstäbe an. Die Jugendlichen, sowie Moody und Lupin hatten der Unterhaltung gelauscht und warfen sich jetzt fragende Blicke zu. Keiner erwägte, Snape zu fragen, was gemeint war, sagte ihnen doch dessen Gesichtsausdruck, dass sie bei einer Frage bestenfalls zu hören bekämen, dass sie sich um ihre eigenen Angelegenheiten kümmern sollten. Kurz darauf waren die vier Zauberstäbe fertig und wurden ihren neuen Besitzern in die Hand gedrückt. Um jeden der Jugendlichen strahlte eine helle Aura auf, die gleich wieder verging. Während Lupin und Moody erstaunt die Erscheinung beobachteten, sah Snape nur ungerührt zu.

Ollivander führte seine Kunden wieder nach vorne in den Laden. Dort gab Snape ihm ohne weitere Umschweife die Phiole mit den begehrten Haaren und man verabschiedete sich mit ein paar höflichen Floskeln. Die drei erwachsenen Zauberer traten mit gezogenen Zauberstäben aus der Tür.


Okay! Was haltet ihr davon? Ja, heute nicht viel Action, aber beim nächsten Kapitel auf jeden Fall!

Zu Ollivander: Wer hätte gedacht, dass der auch mal blinzeln kann:-D (siehe HP1: Harrys Besuch in der Winkelgasse)

Zu den Hölzern: die Wahl meiner Zauberstabhölzer hat nicht viel zu bedeuten, eigentlich gar nichts.

Wie immer: Reviews sind sehr erwünscht!

Thaia