Hallo erneut ;)
Da ich bisher keine Proteste gehört habe (haha, ich habe auch einfach nicht genug Zeit dafür gelassen ;D), kommt hier nun also Kapitel 2.
Ich hoffe, alles erklärt sich soweit von selbst. Disclaimer quasi wie zuvor; dieses Mal war die Hintergrundmusik jedoch "If today was your last day" von Nickelback. Parallelen dazu müssten, wenn überhaupt, aber nur sehr spärlich vorhanden sein.
Auch dieses Kapitel ist nicht gebetat (ist das eigentlich ein Wort? :D).
Beide Kapitel wurden gerade nachbearbeitet, sodass nun zusätzliche Absätze da eingefügt sind, wo sie hingehörten - auch wenn mir das Ergebnis etwas missfällt, weil die Absätze nun durch Punkte "befestigt" werden mussten, aber So What. Falls jemand wissen sollte, wie man ansehnliche Absätze einfügen kann, bitte melden! :D
Ansonsten:
Ich hoffe, das Kapitel gefällt Euch. Viel Spaß! :)
Kapitel 2 - Sherlock
Verdammt. John war schon wieder zurück geblieben.
Warum tat er das jedes Mal? Wollte John ihn ärgern? Es war doch klar, dass sie verfolgt werden würden!
Sonst war sein Kollege nicht so langsam. Wenn sie jemanden verfolgten, hielt John Watson Schritt, obwohl er ein gutes Stück kleiner war als Sherlock selbst und oft „Schmerzen" im Bein hatte. Er hielt nur dann nicht mit, wenn sie verfolgt wurden. Das konnte doch einfach nicht wahr sein! Wo war denn da bitte die Logik?
Sherlock verstand John einfach nicht.
Normalerweise gefiel es ihm, dass sein Mitbewohner nicht so… langweilig war wie alle anderen – sonst hätte er ihn auch nicht bei sich wohnen lassen –, aber im Moment ärgerte ihn das über alle Maßen.
Sherlock hielt ein Taxi an.
„Zur Polizeiwache."
Eilig stieg er ein und sie fuhren los. Während der Fahr war er so sehr mit dem Mysterium John beschäftigt, dass er fast die offensichtlichsten Hinweise übersah.
„Halten Sie an!", rief er, drückte dem Taxifahrer wahllos ein paar Scheine in die Hand – mittlerweile kümmerte John sich um derartige Unwichtigkeiten; warum hatte er zurückbleiben müssen? – sprang aus dem Taxi und sprintete zu dem einsam wirkenden Polizeifahrzeug.
Das Kennzeichen war das des Wagens, der John mitgenommen hatte. Und er war auch nicht verlassen. Zwei Polizisten hingen leblos in ihren Sitzen.
Verdammt. John!
.
Es dauerte zwei ganze Tage, bis er Johns Aufenthaltsort endlich herausgefunden hatte.
Zwei Tage, in denen er weder gegessen noch geschlafen hatte.
Mittlerweile wusste er, dass Moriarty John gefangen hielt. Das hatte er schon nach wenigen Stunden herausgefunden, was jedoch nicht sonderlich geholfen hatte.
Wenn Moriarty seine Finger im Spiel hatte, brachte jede verstreichende Sekunde John seinem Tod etwas näher, und er, der große Sherlock Holmes, hatte ganze 172.800 davon verstreichen lassen.
Während er nun also zu John eilte, stählte er sich innerlich für die Begegnung mit Moriarty. Jede dieser Begegnungen konnte seine letzte sein, das wusste er.
Sollte das hier nun also sein letzter Tag sein?
.
Endlich erreichte er die Lagerhalle, in der John festgehalten wurde. Sie brannte bereits lichterloh und für einen Moment setzte Sherlocks Herzschlag aus.
War er zu spät gekommen?
Er rannte an einer Regentonne vorbei, kam schlitternd zum Stehen, drehte um, rannte zurück, überprüfte das Wasser mit vier seiner Sinne – sehen, fühlen, riechen und schmecken – auf seine Richtigkeit – mit Spiritus in Feuer zu rennen war immer eine ganz schlechte Idee –, tauchte seinen Schal hinein, wickelte ihn sich über Mund und Nase und rannte in die brennende Lagerhalle.
Da war er.
John! Er lebt. Ich bin noch nicht zu spät.
Als er seinen Kameraden und einzigen Freund jedoch genauer betrachtete, kroch langsam das Entsetzen in ihm hoch.
John war gefesselt und geknebelt, er schien Schmerzen im Bein zu haben und nur das Seil, dass ihn am Holzpfahl – der auch bald lichterloh brennen würde – festband, hielt in noch aufrecht, während die Flammen ihm immer näher kamen. Eine Flucht würde sich in jedem Fall als äußerst schwierig gestalten.
Dieser Gedanke und das daraus resultierende Entsetzen lähmten ihn und er konnte an nichts anderes denken, als den Namen des Mannes vor ihm in einem ewigen Mantra.
John! Mein Gott, John!
Dann registrierte er etwas, das er auf Grund zweier Dinge eigentlich gar nicht hätte sehen dürfen: Zum einen war er zuvor viel zu abgelenkt gewesen, zum anderen noch viel zu weit weg von John. Und doch sah er sie.
Eine einzelne Träne, die langsam Johns Wange hinunter tropfte und zu Boden fiel.
In dem Moment, da sie auf dem Boden aufkam und in tausende von kleinen Tropfen zerbarst, ging ein plötzlicher Ruck durch Sherlocks Körper und er stürzte nach vorne, direkt auf John zu.
Er hasste Gefühle, verabscheute sie aus tiefstem Herzen, denn sie machten einen schwach und angreifbar. Er hatte vor Sorge um seinen Partner zwei Tage lang nicht schlafen können und die Angst um ihn hatte ihn gelähmt, sodass er wertvolle Sekunden verloren hatte. Selbst jetzt zitterten seine Hände, während er verzweifelt versuchte diesen elenden Knoten zu lösen.
Er befreite John von den Handfesseln und stützte ihn. Wenn der Kleinere jetzt zu Boden ging, würde er nicht mehr hochkommen.
„Ich bin bei dir, John. Ich bin hier. Wir müssen hier raus, schnell! Meinst du, du kannst laufen, wenn ich dich stütze?", fragte er, gedämpft durch den Schal, direkt an Johns Ohr.
John nickte schwach. Er hatte zwar den Knebel entfernt, war jedoch nicht mehr in der Lage noch Energie fürs Sprechen aufzuwenden – vor allem, wenn er jetzt noch laufen sollte.
„Halt dich fest!", raunte Sherlock, nahm seinen Schal ab und legte ihn John um Mund und Nase. Dann ging er vor ihm in die Knie und löste auch die Fußfesseln.
Auf Sherlock gestützt, gingen die beiden dem Ausgang entgegen.
Zu langsam. Zu langsam, zu langsam, zu langsam! So schaffen wir das nie rechtzeitig!
Er stoppte, packte den geschwächten Mann, dem er grade versuchte das Leben zu retten, an Arm und Bein und legte ihn sich über die Schultern. Obwohl auch er viel Kraft einbüßen musste durch Übermüdung und Hunger, erhielt er die benötigte Kraft allein durch die Angst um das Leben Watsons und trug ihn eilig hinaus ins Freie.
In ausreichender Entfernung setzte er seine Last vorsichtig ab, lehnte John an einen Baum und brach selbst kurz darauf neben ihm erschöpft zusammen.
Moriarty war für den Moment vollkommen vergessen.
Dass dieser, unvorhergesehen von einer Drogenrazzia in seinem aktuellen Versteck aufgeschreckt und kurzfristig verscheucht, bereits über alle Berge war, sollten sie erst später erfahren.
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Sherlock versuchte durch lange Atemzüge wieder ausreichend Sauerstoff in seine Lungen zu pumpen. Im Hintergrund hörte er schon leise den alarmierten Krankenwagen und machte sich darum kaum Sorgen um seine eigenen Lungen mehr.
„Atmen", raunte er stattdessen John mit kratziger Stimme ins Ohr. „Tief durchatmen."
John nickte müde und tat es ihm gleich. Sherlock wusste, dass John wusste, dass sie jetzt möglichst viel Sauerstoff in ihren geschundenen Lungen brauchten, er war schließlich Arzt, aber keiner von beiden sagte etwas dazu.
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Endlich kam der Krankenwagen. Sofort sprangen Sanitäter raus und eilten zu den beiden Männern.
„Ich nicht!", fauchte Sherlock. „Er braucht Hilfe! Ich brauche nur Sauerstoff."
Die Sanitäter wollten ihn auf eine Bahre legen und in den Krankenwagen schaffen, doch er wehrte sich, stand einfach auf und wartete, bis sie John endlich auf besagte Bahre gelegt hatten. Dann lief er neben dieser zum Krankenwagen, setzte sich auf einen der Sitze und bekam, wie auch John, eine Sauerstoffmaske aufgesetzt.
Die ganze Zeit über ließ er John nicht aus den Augen.
Sie wurden ins Krankenhaus gefahren und untersucht.
Sherlock wich nicht von der Seite seines Freundes.
John hielt noch immer Sherlocks Schal in seiner Hand.
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Nachdem sie alles über sich hatten ergehen lassen, waren sie endlich für eine Weile allein.
„Es tut mir Leid, John", sagte Sherlock leise, nachdem er neben ihm Platz genommen und John Watsons Hand ergriffen hatte.
Auf Johns Gesicht lag ein Ausdruck, den er nicht lesen konnte.
Es beunruhigte ihn, dass er John noch weniger verstand als sonst. Weder konnte er in Johns Mimik lesen, noch sagte dieser etwas oder erwiderte den Händedruck. Es beunruhigte ihn sehr.
„Warum hast du mich im Stich gelassen?", fragte Watson dann doch plötzlich leise. Nun konnte Sherlock den Schmerz in seinen Augen erkennen.
Dich im Stich gelassen? Ich würde dich nie im Stich lassen! Dich nicht. Nur dich nicht. Niemals.
Verwirrt sah der Detektiv ihn an. „Wann habe ich dich im Stich gelassen?"
„Als die Polizei kam. Du bist fortgerannt, wie immer. Du hast mich ihnen einfach ohne Warnung überlassen."
„Mein Gott, John", flüsterte Sherlock, als er plötzlich verstand. John wusste nicht, dass er derjenige war, der ihn immer wieder direkt danach aus dem Polizeigewahrsam herausboxte. Dass er derjenige war, der dafür sorgte, dass alle – wenn auch wirklich noch so widersinnigen – Anklagen gegen ihn fallen gelassen wurden.
Na gut, er hatte es anonym getan, aber unter diesen Aktionen war ganz klar sein Name zu lesen. Dachte er zumindest. John scheinbar nicht.
Er seufzte und erklärte es John. Dabei hatte er wieder diesen typischen, etwas eitlen wie-kann-man-das-nicht-erkennen Blick aufgesetzt.
Und in diesem Moment sah John es.
Es war nicht nur das, was Sherlock sagte, sondern auch das, was er mit seinem eitlen Blick versuchte zu kaschieren.
Sherlock war besorgt um ihn.
Nein, mehr noch, er hatte Angst!
Und das konnte nur bedeuten, dass John Watson dem sonst so unnahbaren Sherlock Holmes wichtig war.
Sherlock endete und John lächelte ihn sanft und verstehend an.
„Ich danke dir", flüsterte John.
„Wofür?"
„Dass du mir gezeigt hast, dass ich dir doch nicht vollkommen egal bin."
Sherlock sah John geschockt an.
Du? Mir egal? Wohl eher das Gegenteil. Oh, John, du hast aber auch wirklich gar nichts mitbekommen.
Sherlock zögerte. Wie konnte er das jetzt am besten ausdrücken? Er war nicht unbedingt der gefühlvollste Mensch aller Zeiten – wofür auch, bisher hatte es ihn auch nicht interessiert, was andere von ihm dachten –, aber bei John war das etwas anderes. John was etwas anderes. Etwas Besonderes.
Er zögerte noch immer.
Überlegte.
Entschied sich.
Beugte sich zu John vor.
Küsste ihn.
„Natürlich bist du mir nicht egal!", hauchte Sherlock gegen Johns Lippen, strich ihm sanft eine Strähne aus dem Gesicht. „Du bist das wichtigste in meinem Leben. Ich dachte, das wüsstest du. Es war so offensichtlich."
John spürte, dass Sherlock dabei war auszuholen und ihm alle Indizien direkt zu präsentieren – was er ohne direkte Nachfrage auch nur bei ihm tat – und lachte sanft.
Er zog den Detektiv, seinen Detektiv, wieder näher zu sich.
„Ich liebe dich auch."
Ihre Lippen trafen sich erneut.
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The End.
So, das war's. Ende. Eine Geschichte, zwei Kapitel, zwei Personen, ein Happy End. Hach, ich liebe es :D
Ich hoffe, es hat Euch gefallen. Reviews sind immer erwünscht - ich möchte mich schließlich verbessern ;)
Vielen Dank für's Lesen und bis hoffentlich zum nächsten Mal!
Alles Liebe,
Rose :)
