DisclaimerDie Figuren, die aus „Harry Potter" bekannt sind, gehören nicht mir, sondern Joanne K. Rowling. Ich habe mir lediglich die Handlung ausgedacht und verdiene mit dieser Geschichte kein Geld, sondern wollte nur Spaß am Schreiben haben. Falls es eine ähnliche Geschichte bereits irgendwo geben sollte und der Autor sich beklaut fühlt, tut es mir leid, aber ich habe diese Storyline noch nirgendwo gelesen.
So, hier der zweite und somit letzte Teil des Twoshots! Ich habe mich echt über eure Reviews gefreut und würde mich noch mehr freuen, wenn sich auch noch die restlichen Schwarzleser diesmal äußern würden, die schon beim ersten Teil mitgelesen haben. Reviewen ist auch für nicht angemeldete Personen erlaubt -mit dem Zaunpfahl wink- Also einfach nachher unten links auf das lila Knöpfchen drücken und ein paar Worte hinterlassen... Auch wenn es nur ein "Hat mir gut gefallen" oder "War total dämlich" ist.
So oder so... Der zweite Teil gefällt mir persönlich sogar noch besser als der erste - da hatte ich wirklich viel Spaß am Schreiben! R&R:D
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Freiheit Oder Leine
Part Two
Missmutig starrte ich in mein Essen. Es gab mal wieder das allseitsberühmte Alle-haben-sich-als-große-glückliche-Familie-am-Tisch-versammelt-Essen. Nur das ich alles andere als glücklich war. Aber entweder schien das keiner zu bemerkten oder es schien keinen zu interessieren. Beides fand ich komischweise gleich viel störend.
Die letzten zwei Wochen waren einfach der Horror. Unsere paar Zimmer über dem Zauberscherzartikelladen kamen mir furchtbar leer vor und nachts schlief sich auch nicht mehr so gut, wenn ich nicht den warmen Körper neben mir spürte, der Hermione gehörte.
Vielleicht sollte ich auch einfach hochnäsig das Kinn hochrecken und ein paar Tage zu meinen Eltern fahren. Naja, dort war ich ja gerade.
Mit einem Ohr lauschte ich den Tischgesprächen, während ich gedankenverloren eine Karotte mit meinem Messer zerhackte. Das Hacken wurde intensiver, als ich mir das Bild von Lee und Hermione im Tropfenden Kessel in Erinnerung rief. Oh ja, mit meinem „Freund" hatte ich auch noch ein Hühnchen zu rupfen. Ein Truthahn traf es vielleicht aber eher.
Als ich den Blick senkte, bereitete mir der Anblick der zerstümmelten Karotte ein merkwürdiges Gefühl der Zufriedenheit. Dezent lege ich lächelnd das Messer zur Seite.
Seufzend stützte ich den Kopf mit meiner Handfläche, woraufhin ich mir einen strafenden Blick von Mum einfing, bezüglich meines Ellbogens auf der Tischfläche.
Konnten mich solche Kleinigkeiten noch stören, während die Liebe meines Lebens mir gegenübersaß und mich mit Ignoranz strafte?
Wie ich zufälligerweise aus zuverlässigen Quellen wusste, hatte Miss Eingeschnappt ja ursprünglich nicht vorgehabt, zum gemeinsamen Essen zu kommen. Sogar Bill ist mit Fleur gekommen und auch Charlie hatte sich Zeit genommen! Jedenfall, irgendwie hat es mein kleiner Bruder geschafft, sie wahrscheinlich mit einem weinerlichen „Die einzige Zeit, in der wir uns alle mal wieder treffen und gemütlich zusammensitzen!" zu überreden. Ich vermutete, wenn das nicht zog, ist er einfach ein bisschen auf Knien vor ihr herumgerutscht und hat sie angefleht.
Jeder Idiot weiß doch, was für ein großes Herz Hermione hat. Bei mir schien es komischerweise in letzter Zeit geschrumpft zu sein.
So saßen wir hier, schweigten uns an und ignorierten uns gekonnt gegenseitig. Meine Brüder schickten mir schon fragende Blicke, beließen es aber dabei. Gut. Ich hatte auch nicht vor, sie aufzuklären.
Meine reizende Mutter hingegen schon.
„Ihr seid merkwürdig still in letzter Zeit", kommentierte Mum ahnungslos und tat Ron noch ein paar Kartoffel auf. „Ich habe auch nichts von euch gehört die letzten zwei Wochen."
Hermione lächelte höflich und legte ihr Besteck zur Seite, nachdem sie sich den Mund mit einer Serviette angetupft hat. Pah!
„Das liegt daran, dass es momentan auch nichts zu erzählen gibt."
Zustimmend nickte ich. Wenn Hermione entschloss, dass diese Antwort die Beste sei, dann sollte es auch lieber so bleiben.
„Das ist mir auch schon aufgefallen", flötete Ron nicht gerade hilfreich von der Seite. „Habt ihr euch gestritten oder so? Ich meine, sonst wart ihr viel mehr am Flirten und so..."
Fast wäre mir mein genüssliches Grinsen herausgerutscht, als ich Hermiones Züge studierte. Tja, wie willst du da jetzt herauskommen?
Ich konterte ihren Blick, der über den Tisch auf mich zugeschossen kam.
„In der Tat. Fred und ich hatten eine kleine... Meinungsverschiedenheit. Tut mir leid, wenn wir dadurch die Stimmung am Tisch trüben."
Alle Blicke richteten sich auf mich. Hey, was hatte ich damit zu tun? Naja... okay. Aber mussten mich alle anstarren, als wäre ich ein Stück tanzendes Fleisch vor einem Rudel ausgehungerter Hyänen?
„Da hört ihr es", sagte ich gelassen. Gelassener, als ich mich zum gegenwärtigen Zeitpunkt fühlte. „Kein Grund, so einen Terz zu machen. Nicht wahr, Hermione?" Ich warf ihr einen vielsagenden Blick zu und achtete darauf, dass genau der kleine Seitenhieb für sie in meiner Stimme mitschwang.
Das klirrende Glas, das auf die Tischplatte geknallt wurde, war Antwort genug. „Entschuldigt mich bitte", presste sie wütend zwischen zusammengebissenen Zähnen heraus, „Ich fühle mich nicht gut." Und damit stürmte sie aus der Küche.
Wie dramatisch. Spöttisch verzog ich die Mundwinkel nach oben, bis ich bemerkte, dass mich alle anstarrten.
„Was?", fragte ich irritiert.
Ein Kopfschütteln ging durch die Runde, begleitet von vorwurfsvollen Blicken. Bevor ich die angefangenen Sätze wie „Was ist denn-...", „Also so hättest du-..." und „Mein Junge, was ist denn zwischen euch-..." über mich ergehen lassen musste, sprang ich ebenfalls von meinem Stuhl hoch und ging – im Gegensatz zu meiner feurigen anderen Hälfte – erhaben aus dem Raum.
In meinem alten Zimmer warf ich mich schlecht gelaunt aufs Bett. Wieso verstand mich keiner? Warum schob man mir alle Schuld zu? Es war doch alles frustrierend! Ich meine, was regte sie sich so auf, wenn ich mal jemanden – zugegeben vorzugsweise der weiblichen Hälfte der Menschheit – ein Lächeln zuwarf?
Ich bin schließlich nicht fremdgegangen! Und ich hatte es auch nicht vor, also wenn sie sich bitte mal wieder einkriegen könnte...
Allerdings schien Hermione das ja förmlich herauszufordern. Sollte ich ihr also endlich einen Grund liefern?
Außerdem: Will ich Freiheit auf Lächeln, wann und zu wem ich will, oder will ich wie ein Hund brav und folgsam an der Leine hinterhertrotten?
Bevor ich meinen tiefsinnigen Gedanken fortführen konnte, unterbrach mich ein weniger tiefsinniges Klopfen an der alten Tür. Bevor ich ein eventuelles „NEIN!" Richtung Tür brüllen konnte (was ja gut hätte sein können!), spazierte meine Schwester ins Zimmer und setzte sich unaufgefordert auf die Bettkante.
Lieblich, die Kleinen, was sie sich alles an Selbstverständlichkeiten herausnehmen.
„Ich habe vorhin mit Hermione geredet", begann sie und zupfte an der Bettdecke.
„Aha", machte ich nur, während alles in mir danach schrie, dass Ginny weiterreden sollte.
„Sie hat dir auch schon gesagt, was sie so aufregt." Ginny kann kleine Stimmen hören. Ich wusste es schon immer. „Es nervt sie einfach tierisch, dass du scheinbar mit jedem anderem weiblichen Wesen zu flirten scheinst, auch wenn du es nicht so meinst. Vielleicht machst du es ja unabsichtlich, ich weiß es nicht." Sie zuckte mit den Schultern.
„Natürlich mache ich es nicht mit Absicht", schnaubte ich und fügte nach einem Zögern ein kleinlautes „Jedenfalls nicht mit vollster Absicht" hinzu.
„Fred – der Schwarm vieler Frauen", sprach Ginny mehr zu sich als zu mir, „Leider gefällt das der Frau, die ihre Zeit an deiner Seite verbringen will, weniger." Sie warf mir einen Blick zu. Diesen typischen, vielsagenden Blick, den ich in letzter Zeit viel zu häufig gesehen habe. Diesen Blick, der mich langsam, aber sicher zum Kotzen bringt, wenn ich ihn noch ein paar Mal öfter zu Gesicht bekomme.
„Meinst du, alle verlieben sich in mich, weil ich so hässlich bin? Oder weil ich so einen schlechten Charakter habe? Was kann ich denn dafür?", knurrte ich zurück.
„Natürlich nicht", kommentierte sie, ohne mit der Wimper zu zucken, „Aber du solltest dich zusammenreißen. Du hast schließlich deine Freundin. Und nur sie und keine andere zählt in diesem Moment."
„Ich hatte sie", verbesserte ich sie mit einem bitteren Unterton in der Stimme, bevor ich mich rückwärts auf mein Kissen fallen ließ. In einer theatralischen Geste schloss ich die Augen. So etwas wirkt immer, jede Wette.
Ich hörte Ginnys Seufzen. Seht ihr? Es klappt immer. Jahrelange Erfahrung kann nicht täuschen.
„Reiß dich einfach zusammen und entschuldige dich. Hermione hat mir nämlich auch gesagt, dass sie die Beziehung weiterführen will, auch wenn ich oft nicht verstehe, warum. So idiotisch, wie du dich manchmal aufführst."
Ich überhörte absichtlich ihren letzten Satz und richtete mich auf. „Das hat sie wirklich gesagt?", bohrte ich misstrauisch nach und ärgerte mich über den hoffnungsvollen Klang meiner Stimme. Verdammt. War ich wirklich so abhängig von dieser Frau und brauchte sie so sehr?
„Japp." Meine Schwester stand wieder auf, drehte sich aber an der Tür noch einmal um. „Übrigens, ich würde mich schnell entschuldigen. Hermione heult sich gerade wegen dir im Bad die Augen aus." Und damit ließ sie die Tür ins Schloss fallen.
Sprachlos blieb ich für ein Sekunden auf dem Bett sitzen. Hallo?! Wer war hier die beste Freundin, die die weinende Freundin trösten sollte? Ich war nur der idiotische Freund, der sich entschuldigen sollte, verdammt!
Schnell richtete ich mich auf und hastete zum Badezimmer. Wenn ich eins hasse, dann sind es ihre Tränen. Ganz egal, wer angeblich Schuld hat oder wer nicht.
Als ich die Badezimmertür aufriss, schlug mir sogleich warmer Dampf entgegen. Wasserdampf.
„Was ist denn jetzt los, Ginny?", ertönte es leicht genervt, „Ich sagte doch, dass ich in Ruhe zuende baden wollte!"
Mein Mund wurde trocken und nervös fuhr ich mir durch die Haare.
Als ihr keine Antwort gegeben wurde, drehte sich Hermione um und starrte mich ebenso entgeistert an.
Hermione. Nicht am Weinen. Ginny erwürgen.
Die ersten Gedanken ließen mich erleichtert aufatmen, dafür raubten mir die nächsten Gedanken den Sauerstoff.
Nackt. In der Badewanne.
Ich meine, kann man es mir verübeln? Nach zwei Wochen praktischen Hermione-Entzug kann man nicht erwarten, dass mich der Anblick kalt lässt. Und das tat er auch nicht.
„Was willst du denn hier?", knurrte sie misstrauisch, nachdem sie ein bisschen Fassung wiedergewonnen hatte.
„Mich entschuldigen", brachte ich noch hervor, bevor ich halb auf Autopilot schaltete und mich wirklich entschuldigte...
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Ich konnte mir das dämliche Grinsen nicht verkneifen, als ich die Badezimmertür wieder öffnete und eine, diesmal bekleidete, Hermione an der Hand hinter mir herzog. Das Grinsen verschwand allerdings wieder, als ich meine komplette Familie im Flur versammelt stehen sah.
Hermione ließ ein erschrockenes Quieken ertönen, dass zum Glück nur meine Ohren erreichte und hektisch ließ ich meinen Blick über die Gesichter streifen. Hm, keine verräterischen Anzeichen von Verlegenheit.
„Seit... seit wann steht ihr denn schon da?", fragte ich nervös und verstärkte unbewusst meinen Griff um Hermiones Hand.
„Gerade erst angekommen, Bruderherz", grinste mir George entgegen.
Trotz bleibender Zweifel beäugte ich auch den Rest der Truppe, der auf etwas zu warten schien.
Lächelnd hob ich Hermiones Hand und drücke ihr einen leichten Kuss auf die Fingerknöchel. Das sollte ihre Fragen beantworten, lästiges Pack. Da kann man sich nicht einmal in Ruhe aussprechen und... ähm, ja. Was auch immer.
Oh, und noch etwas: Ich habe mich für die Leine entschieden.
