6 Monate später

Der Versammlungsraum im Dorf ohne Namen war voll besetzt und alle redeten auf einmal.

Schließlich hatte der Vorsitzende genug und lies sie verstummen.

„Wir haben uns heute hier versammelt um die Zukunft von Hermine Granger zu besprechen. Wie Ihr wisst, gibt es Anzeichen, dass man sich auf die Suche nach ihr gemacht habt. Damit bringt ihre Anwesenheit uns und unser Dorf in Gefahr."

Die Anwesenden nickten zustimmend. Noch war der Schweigezauber verhängt, sonst wäre es sicher wieder laut geworden.

„Mir liegen zahlreiche Anträge zur Lösung des Problems vor."

Er hob den Zauber auf.

„Gibt es weitere Anträge?"

Hermine Granger saß regungslos da. Sie hatte sich in den letzten Monaten kaum verändert, noch immer trug sie graue, unförmige Gewänder. Ihre Haare waren streng nach hinten gekämmt, sie wirkte alters- und gesichtslos. Aber trotz dieser Veränderungen würde man sie immer und überall erkennen und so konnte sie die Sorgen der Bewohner verstehen.

Die angesprochenen Papiere hatte sie gelesen und alle Anträge liefen auf ein Ziel hinaus: Hermine Granger Weasley sollte gehen.

Nur einer hätte das Unheil aufhalten können: Severus Snape. Aber wo war dieser?

Zum 100. Mal wünschte sie sich seine Anwesenheit herbei, aber man hatte den Zeitpunkt dieser Abstimmung klug gewählt. Der Bürgermeister hatte die Anträge direkt nach seiner Abreise ausgehängt und die Versammlung sofort einberufen. Niemand wollte ihn dabei haben.

So saß sie allein, ohne Hilfe und harrte der Dinge, die da kamen.

„Gibt es jemanden, der sich für das Verbleiben von Miss Granger ausspricht?"

Keine Antwort.

Die alleinstehenden Männer senkten ihre Blicke. Hermine hatte ihre Heiratsanträge abgelehnt und man würde froh sein, sie nicht mehr jeden Tag zu sehen. Welcher Mann will sich schon täglich mit so einer Schmach konfrontiert sehen?

Der Bürgermeister sah sich dramatisch um und räusperte sich.

„Dann bleibt mir keine andere Wahl. Miss Granger, Sie werden unsere Gemeinde bis heute Abend verlassen."

Er stand auf und ging hinaus. Einfach so. Ohne sich klar zu machen was er der jungen Frau antat.

Ihm folgten die Hexen und Zauberer, mit denen Hermine 6 Monate zusammengelebt hatte. Keiner sah sie an, aber alle bemerkten, dass die junge Frau aufrecht und stolz aussah.

Erst als sie allein war, brach sie zusammen. Sie verbarg ihr Gesicht in den Händen und begann zu weinen.