Disclaimer:

Das HP-Universum gehört nicht mir. : ( Aber dafür mein ABI!!!!! Hahaha, so und jetzt weiter mit der Story…, deren Charaktere natürlich nicht mir gehören… ich werde alt, ich fange an mich zu wiederholen.

Kommentar:

Es tut mir wirklich Leid, dass ich mir so lange Zeit mit dem Updaten gelassen haben, einerseits lag es daran, das ich in meinem Studium in den letzten Wochen weder Internet (hab ich auch im Moment nur am Wochenende) noch viel Zeit hatte… und sonst, na ja, so ein Kapitel muss ja erst mal geschrieben werden. ; )

Vielen, vielen Dank an alle, die gelesen, oder ein Review abgegeben haben und natürlich alle, die diese ff als Fav gewählt oder auf Alert gestellt haben. Ihr seid mein Lebenselixier… wusstet ihr das? oO"

Es geht weiter:

Harrys Gedanken rasten. Er bemerkte noch nicht einmal, dass Hedwig mit empörten Lauten aus der aufgesprungenen Käfigtür gehopst war und nun auf einer der Regenrinnen hockte.

Oh nein! Snape würde ihn in Schwierigkeiten bringen! Er würde zu Dumbledore gehen! Er würde.... Halt, sie waren ja nicht in der Schule. Verdammt, was sollte er tun? Konnte er Snape vertrauen? Er war seine einzige Chance…. Er würde es riskieren müssen.

Severus sah in den wenigen Sekunden da Potter mit entsetzensstarrer Miene dümmlich auf dem Boden hockte ein unglaubliches Spektrum von Emotionen über sein Gesicht ziehen.

Panik, Schrecken, Misstrauen – ja, es lag etwas definitiv Gehetztes in dem Blick des Jungen, als er sich hastig umblickte.

Dann irgendeine Erkenntnis… Erleichterung? Noch bevor Snape darüber nachsinnen oder in anderer Weise reagieren konnte, geschah etwas vollkommen Unerwartetes:

„Bitte Professor, helfen Sie mir! Das Ministerium… Fudge… sie wollen…!" Harrys Stimme überschlug sich in der blanken Panik, die ihn bei dem Gedanken daran von dem Fremden Ministeriumsbeamten gefasst zu werden durchströmte.

„Potter, was hat dieser Unsinn zu bedeuten? Was machst du allein in der Winkelgasse?" Snape durchbohrte den Gryffindor mit seinen pechschwarzen Augen, doch wieder blickte dieser sich nur angsterfüllt um. Noch während er versuchte Hedwigs Käfig aufzuheben und er ihm durch die schweißnassen Hand rutschte und erneut zu Boden fiel, wandte er sich ein zweites Mal an einen völlig perplexen Snape.

Harry stolperte auf seinen Tränkelehrer zu, ergriff dessen Robenärmel als wäre er sein letzter Rettungsanker und begann noch einmal zu sprechen, seine Stimme heiser vor Angst:

„Sir, bitte… Hilfe…. Sie wollen mich zu ihrem Mündel…!" Harry wollte es ihm wirklich erklären, nein, er musste sogar, aber im Moment schnürte ihm die Panik jegliches Wort ab. Stattdessen drehten sich seine Gedanken einzig um die herandrängenden Häscher.

Sie kamen immer näher! Warum tat Snape nichts? Was sollte er tun?!

Als Harry krampfhaft versuchte einen vollen Atemzug zu holen, kam Bewegung in ihr Zusammentreffen:

Harry nahm, plötzlich starr vor Schreck, wahr wie sich die Menschenmenge der Winkelgasse mit beinahe quälender Langsamkeit teilte, um seinen Verfolgern den Weg frei zu machen, da packte Snape ihn bei den Schultern.

Diesmal setzte Harrys Herz fast aus. Wollte Snape ihn ausliefern?!

Severus sah aus dem Augenwinkel, dass einige Männer begannen sich aus der bunten Menge herauszuschälen und als er Potter bei den Schultern packte, um ihn in das Innere der Apotheke zu ziehen, bemerkte er ebenfalls wie kreidebleich der Bengel wurde.

Mit einem leisen Fluch zog er den Jungen mit sich, bevor dieser auf die dumme Idee kam, ihm nun doch zu misstrauen und sich zu wehren, denn jeden Moment würden Potters Verfolger ihn sehen können so wie er sie jetzt ausmachen konnte.

Die nächsten Augenblicke erlebte Harry wie durch einen dichten, beinah undurchlässigen Schleier. Seit Snape ihn gepackt, fühlte er sich wie eine nutzlose Strohpuppe, die mitgeschleift wurde.

In der einen Sekunde erhaschte er einen Blick auf die Ministeriumsleute, die ihn verfolgten, in der nächsten war er durch die Tür und sah nur noch schwarz.

„Wa..?!"

Ein ärgerliches: „Shhh!!", war die Antwort. Er wurde gleichzeitig eng gegen das Zutatenregal und die schweren Robe des Tränkemeisters gedrückt. Er sah nur den Stoff…

Snape schützte ihn!

OOOOOOOOO

Meergraue Augen suchten den freien Platz vor einer Apotheke ab.

Wo war der Junge hin? Er musste noch in der Nähe sein. Er musste…. Da, der Eulenkäfig!

Edmund Crayton, Beauftragter des Ministeriums und einer von Fudges engsten Vertrauten, ging schnellen Schrittes über den kleinen Platz hinüber zu der alten Apotheke, in der er seinen Schützling vermutete. Seine Bewegungen waren sparsam, unauffällig.

Mit einem Zauber hätte ich ihn viel schneller einfangen können, dachte er verdrießlich, war sich aber einen Moment später schon wieder dem Lohn für diese unnötigen Mühen bewusst:

Er durfte keine Zauber benutzen, durfte kein Aufsehen erregen. Wenn ihr Plan in Erfüllung gehen sollte, dann musste er den Jungen finden und zurückbringen, bevor jemand etwas merkte. Und vor allem durfte er dem Kind keine Gewalt antun.

Der schlanke Mann, dessen Zuversicht nun, da er die schneeweiße Eule auf der Regenrinne sitzen sah, kaum merklich wuchs, war nicht generell dagegen seine Ziele mit Gewalt durchzusetzen, wenn es nötig war (einmal von der Tatsache abgesehen, dass selbst er einem Kind nicht mehr Schaden zufügte als nötig war).

Es war dieser besondere Fall jedoch, die Rolle, die er einmal spielen würde, ebenso wie seine stille, kalkulierende Art, die ihn von einem solchen Weg absehen ließ… vorerst.

Er würde diesen Jungen formen! Ihn zu dem machen, was sie brauchten…. Ihn manipulieren und gleichsam in Sicherheit wiegen.

OOOOOOOOO

Severus nahm sofort wahr, als Potters Verfolger die Apotheke betrat. Er kannte ihn natürlich nicht, aber seine jahrelange Erfahrung lies ihn die Zeichen erkennen, welche diesen Mann als das auswiesen, was er war… wofür er bezahlt wurde. Eine vollkommen ruhige, beherrschte Aura ging von ihm aus. Er schien berechnend und überlegt zu handeln… das machte ihn zu einem gefährlichen Feind.

Edmund sah sich in dem mit Regalen und Gläsern gefülltem Raum um, machte sich ein Bild von der Lage und sann über Möglichkeiten der Flucht ebenso wie der Einengung nach, während er langsam weiter ins Innere schritt. Im Raum befanden sich vier Menschen:

Der Angestellte, vertieft in ein Gespräch mit einem Kunden, einem Mann von schätzungsweise Ende 50, etwas älter also als der Geschäftsbesitzer. Beide waren für den Moment abgelenkt. Gut.

Als nächstes eine junge Frau, dem Aussehen nach couragiert genug, um eine potenzielle Gefahr darzustellen, im Moment aber außerhalb seiner direkten Reichweite. Mit ihr würde er sich beschäftigen, falls Potter in jenen Teil der Apotheke geflüchtet sein sollte, in dem sie sich befand.

Die letzte Person kannte er: Severus Snape. Er hatte viel von ihm gehört: Mitte 30, unsozialer, misstrauischer, wenn nicht gar paranoider Mensch, nicht zu unterschätzender Gegner auf Grund seiner Todesser-Vergangenheit und reichhaltiger Erfahrung.

Niemand hätte geahnt, welche taktischen Überlegungen der unauffällige, charismatische junge Mann angestellt hatte, während er, scheinbar die dargebotenen Waren betrachtend, langsam immer tiefer in das Gebäude vordrang.

Snape hegte eine Abneigung gegen Potter, das war der Welt nicht verborgen geblieben… aber er schien Dumbledore treu zu sein. Das machte ihn zu der wohl gefährlichsten Person im Raum. Undurchschaubar und mit einem unbekannten Maß an Vorwissen ausgestattet.

OOOOOOOOO

Harry hörte die Schritte eines Fremden. Sie kamen näher. Seine Nackenhaare stellten sich auf und sein Herz schien ihm aus der Brust zu springen! Doch Snape tat nichts. Er hatte einen kleinen dunklen Glasbehälter in der Hand und studierte seinen Inhalt genauestens.

Wollte der Professor nichts tun?! Hatte er sich getäuscht und Snape wartete nur darauf ihn bei passender Gelegenheit unauffällig auszuliefern?

Die beinah bedächtigen Schritte waren jetzt ganz nah. Harry hielt es fast nicht mehr aus!

Man würde ihn entdecken! Snape würde einfach zusehen. Als die Person, welche er nur durch sein Gehör erahnen konnte, auf ihrer Höhe war, wollte der Gryffindor sich in Panik von Snape lösen und sein Heil in der Flucht suchen, doch eine Hand, die sich mit eisernem Griff um seinen Nacken schloss, hielt ihn genau dort, wo er war. Drückte sogar noch fester an den schweren Stoff der Robe. Harry konnte kaum atmen.

Und trotzdem war es wohl nur diese eigentümliche Machtlosigkeit gegen Snapes Griff, die die ihn die nächsten Augenblicke überstehen ließ. Es gab nur die eine Möglichkeit, vollkommen stillhalten und vielleicht unentdeckt bleiben oder sich wehren und auf jeden Fall in die Gefangenschaft des Unbekannten zu geraten.

OOOOOOOOO

Severus spürte mit innerlicher Frustration, dass Potter die Nerven verlor und sich von ihm befreien wollte. Dummer Bengel!!

Doch der Tränkemeister reagierte schnell. Mit einer fließenden, von hinten kaum wahrnehmbaren Bewegung schnellte seine Hand zum Nacken des Jungen und hielt ihn fest. So fest, dass es wahrscheinlich wehtun musste, aber es war ihre einzige Chance. Wenn er Potter vor dem Fremden bewahren wollte, musste der Gryffindor sich seiner Taktik unterordnen oder die Konsequenzen tragen, welche entstanden, wenn er gegen den Plan arbeitete.

Craytons Blick schnellte zu Snape, dessen Hand für einen langen Moment nach unten geglitten war. Er suchte den Blick des hoch gewachsenen Mannes. Die Augen und der Gesichtsausdruck eines Menschen verrieten fast immer mehr über seine Beweggründen als Worte.

Severus spürte den Blick auf sich. Er erwiderte ihn ohne zu blinzeln, ohne auch nur eine Spur von Erkenntnis oder gar Unsicherheit zu zeigen. Nach außen hin war der Fremde für ihn eine unbekannte Person, welche den Kontakt zu ihm gesucht hatte, … welche ihn anhand seines Aussehens maß.

Snape antwortete mit der ihm eigenen verschlossenen Art, so wie er jeden angesehen hätte, der sich der Herausforderung stellte, Schlüsse über ihn ziehen zu wollen:

Der Blick der pechschwarzen Augen war kalt. Wachsam wie der eines Falken. Der Slytherin hob kaum merklich eine Augenbraue, so als wolle er fragen, was dieser junge Mann von ihm wollte.

Crayton sah ebenso sicher in die Augen des Professors wie dieser in seine. Aber innerlich beschlichen ihn Zweifel. Die Chance, dass er etwas mit Potter zu tun hatte, bestand. Aber die Situation war zu unklar. Severus Snape war beinah undurchschaubar, das war ein Risiko, dass er nicht eingehen konnte. Noch nicht jetzt.

Aber es sprach nichts dagegen einen etwas zu testen.

„Würden Sie ein Stück zur Seite treten, Sir? Wenn ich mich recht erinnere befinden sich dort Iboga-Wurzeln, auf die ich gerne einen näheren Blick werfen würde."

Der Fremde sprach mit ausgesuchter Höflichkeit. Niemand würde vermuten, dass dieser wachsame, bescheidene Mann das Ziel verfolgte seinen Schüler zu entführen.

… Jenen Schüler, der immer noch zwischen ihm und dem Regal stand, so dass der Ministeriumsbeauftragte ihn nicht zu sehen vermochte.

Ein ebenbürtiger Gegner.

„Sie liegen richtig mit Ihrer Vermutung. Junger Wissbegier will ich natürlich nicht im Weg stehen", versetzte Severus, seine Stimme barg einen Hauch Ironie, war aber wie fast immer tief und samtig.

Ein kaum merkliches, kaltes Lächeln, das für den Slytherin so typisch war, hob für einen kurzen Moment den Mundwinkel des Meisters der Tränke, bevor er an Edmund vorbei, in Richtung Kasse schritt. Im Vorübergehen drückte er ihm das kleine Glasfläschchen in die Hand, welches er die ganze Zeit über gehalten hatte. Es war ein Exemplar der vermeintlich gesuchten Iboga-Wurzeln.

Trotz seiner ungewöhnlich guten Beobachtungsgabe, konnte Crayton nicht ahnen, welches Bündel der Professor ihm da vor der Nase wegführte, verborgen durch die weiten, schweren Roben, welche nun hinter ihm her wehten.

Es hatte sehr schnelles Denken seitens Snape erfordert. Die Genialität seines Planes würde jedoch erst ein klein wenig später zum Vorschein kommen und den fremden Häscher in Zweifel darüber stürzen, ob er Potter bei sich hatte oder nicht.

Er wusste schließlich ohne jeden Zweifel, dass der andere auf jedes Wort achten würde, das er in den nächsten Minuten von sich gab… wenn nicht, dann zweifelte er an der Professionalität ihres Gegners…

Etwas, zu dem er leider keinen Anlass hatte.

OOOOOOOOO

Die Hand ließ Harrys Nacken los. Er zitterte so heftig, dass er sich wunderte, ob es nicht vielleicht durch den ganzen Raum zu hören war. Doch beinah Schicksalsergeben stand er dort, verborgen vor den Blicken seines Feindes nur durch unzählige Lagen Stoff. Ihm wurde furchtbar schlecht bei dem Gedanken, aber er beherrschte sich.

Gebannt lauschte er den wenigen Worten, sein Atme stockte bei den letzten!

Wie sollten sie hier wegkommen, ohne dass er gesehen wurde?!

Urplötzlich legte sich die Hand des Professors über seinen Mund und eng an seine Seite gedrückt setzten sie sich in Bewegung.

Die Hand, welche jegliche Worte aus seinem Mund unterdrückte, führte und hielt ihn zugleich. Harry schloss die Augen, Schweiß brach auf seiner Stirn aus!

Oh Gott, das hier war ein reine Timing-Sache! Das konnte nicht gut gehen. Eine falsche Bewegung, ein zu aufmerksamer Blick und alles wäre aus.

Während Severus das Zittern seines Schülers so deutlich spürte, als zitterte sein eigener Körper, verfolgte er die gleichen Gedanken wie Harry: Eine falsche Bewegung und alles wäre aus.

Doch sie gelangten unbehelligt zur Kasse. Severus Nackenhaare stellten sich auf denn er spürte den Blick des Mannes, der ihn beinah durchbohrte. Zeit Zweifel zu streuen…

Es würde ihnen höchstwahrscheinlich gerade genug Zeit geben, um zu verschwinden.

„Pack mir das Bikorn-Horn-Pulver ein, Owen. Die Bezahlung erfolgt wie immer, ich wünsche, dass es mir wie üblich zugeschickt wird", forderte Snape geschäftsmäßig von dem Angestellten hinter dem Tresen, wobei er die Zutat auf die alte Holzplatte stellte.

Edmunds Blick wanderte sofort zu dem unteren Bereich des Regals, vor dem er den Professor angetroffen hatte: Da stand sie, eine breit gefächerte Auswahl verschiedener Bikorn-Horn-Pulver. Ein Fläschchen fehlte in den ansonsten gefüllten Reihen.

Wie hätte Crayton auch ahnen sollen, dass Snape ebendiesen Gegenstand vor etwa fünf Minuten gekauft hatte, bevor er auf seinem Weg nach draußen mit Potter und dieser völlig neuen Aufgabe zusammengestoßen war.

Owen ließ äußerlich nicht erkennen, was er davon hielt, dass zwischen dem Tresen und dem Tränkemeister ein verängstigter Junge stand.

Zu Snapes heimlicher Erleichterung ließ sein alter Bekannter sich noch nicht einmal anmerken, dass dort überhaupt etwas Merkwürdiges vor sich ging.

„Gestattest du mir außerdem deinen Kamin zu benutzen? Mir steht nicht der Sinn mich länger als nötig durch enge Gassen vollgestopft mit lauten Zauberern zu zwängen", Snapes Abneigung gegen diese Aussicht war deutlich an dem Schnarren seiner Stimme zu hören, obwohl das nicht der Grund für sein Begehren war….

Immerhin, Severus hasste es wirklich!!

„Oh… natürlich. Du kennst ja den Weg." Snape nickte dem Verkäufer zu, einem Waliser, der mehr von Tränken und Zutaten verstand als so mancher Meister und sich so über viele Jahre den Respekt und auch die Freundschaft des anspruchsvollen, verschlossenen Slytherin erworben hatte.

Während der Gryffindor mit angehaltenem Atem dagestanden hatte und tausend Tode gestorben war, waren die Momente verstrichen.

Jetzt ging es weiter. Snapes Hand legte sich auf seine Schulter und schob ihn vorwärts ohne ihn dabei loszulassen. Der Griff war fest.

Sie verschwanden im Hinterraum und ehe der 13-Jährige sich versah, wurde es schwarz vor seinen Augen und er fühlte sich als würde man ihn durch ein enges Rohr quetschen.

OOOOOOOOO

Die Meer grauen Augen wanderte in der Apotheke umher. Analysierte erneut die Situation.

Wo war der Junge? Wer konnte ihm gefä…?

Er spürte etwas… erkannte die Bedeutung des Gefühls sofort: Verdammt, sie waren appariert!!

Nur ein leichtes Verengen seiner Augen verriet seinen Ärger. Nun gut, jetzt würde er warten müssen… warten auf die richtigen Zeichen… sie würden kommen.

OOOOOOOOO

Harry und Severus landeten in einer Art Lagerraum, vielleicht eine Speisekammer. Sobald ihre Füße den Boden berührten, stieß Snape den Gryffindor von sich, der daraufhin unsanft auf dem Boden landete.

„Du dummer Bengel! Es war dein verdammtes Glück, dass du dich nach deinem ach so klugen Fluchtversuch nicht mehr bewegt hast, sonst wären wir definitiv in Schwierigkeiten geraten!", zischte der Slytherin und machte der Anspannung, die sich in den letzten Minuten seines Körpers bemächtigt hatte, damit Luft.

Harry jedoch hatte andere Sorgen:

Erst die Flucht durch die Winkelgasse, dann die bangen Augenblicke in der Apotheke und nun auch noch das Apparieren… es war alles etwas viel. Stoßweise atmend saß er auf dem staubigen Boden und hatte sich (wenn man vom Zittern seines Körpers absah) noch nicht gerührt. Er spürte die Schweißtropfen, welche seine Schläfen hinunter rannen.

„Warum hast du mich überhaupt um Hilfe angebettelt, wenn du dich dann auf halbem Wege um entschieden hast?", bohrte der Professor weiter.

Harry hob langsam den Kopf so als hätte er ihn erst jetzt bemerkt. Snape stellte mit gemischte Gefühlen fest, dass er kreidebleich war.

„Professor, ich…!", Die unzähligen Fragen in seinem Kopf waren jetzt wichtiger, als eine Rechtfertigung: „Was… haben wir gerade gemacht?! … Wo sind wir?"

Obwohl Severus mit Potter lieber weiter sein irrationales Verhalten erörtert hätte, zeigte er widerwillig so etwas wie Mitleid. Schließlich wusste Snape tief in seinem Innern, dass er dem Kind nicht vorwerfen konnte Angst gehabt zu haben.

Natürlich war es kein Mitleid, das ihn dazu bewog die Frage zu beantworten anstatt ihn zu tadeln! Sie hatten lediglich keine Zeit es jetzt darüber zu sprechen!

Oder zumindest war es das, was sich Severus sagte.

Mit einem Seufzen setzte er zu einer Erklärung an, während er Harry gelichzeitig etwas sanfter als zuvor beim Oberarm fasste und ihn langsam auf die Füße stellte.

„Wir sind appariert. Bei der Apparation handelt es sich um eine sehr schnelle Transportform, die über weite Strecken möglich ist." Er machte eine kurze Pause und wartete bis Harry leicht nickte.

„Und nun zu dem Grund, weshalb ich meine geruhsamen Ferien wahrscheinlich damit verbringen werde, deinen Babysitter zu spielen: Du hast genau jetzt die Gelegenheit mir triftige Gründe zu nennen, warum ich dich nicht wieder zurück zur Winkelgasse bringen und meiner eigenen Wege gehen sollte."

Doch damit hatte er wohl das Falsche gesagt.

Harry wurde wenn möglich noch blasser, schüttelte wild den Kopf und begann merklich, wenn auch vollkommen unbewusst zu taumeln.

„Professor, bitte… nicht zurück!", stieß der panische Gryffindor atemlos hervor. Snape hätte gern die Augen verdreht, dazu jedoch hatte er keine Zeit. Zum wiederholten Male umfasste er einen der schmächtigen Oberarme, – diesmal um ihn zu stützen – zog einen umgedrehten Eimer unter einem der Regale hervor und setzte den Jungen darauf, bevor er noch umfallen konnte.

Harry nahm war, dass Snape ihn auf den Eimer setzte und im nächsten Moment, dass er Daumen und Zeigfinger unter sein Kinn legte und seinen Kopf anhob.

Er sah jetzt genau in die schwarzen Augen seines Professors.

Dieser schüttelte leicht den Kopf, bevor er ihn etwas gereizt ansprach:

„Potter, was ich meinte, war: Erkläre mir, was du in der Winkelgasse getan hast und warum du verfolgt worden bist…. Aber erst einmal komm wieder zu Atem. Es bringt nichts, wenn du hier zusammenklappst. So viel Zeit haben wir nicht."

Ungewöhnlicher weise befolgte Harry Snapes Rat und beruhigte sich erst ein wenig, bevor zu sprechen begann.

Trotz Snapes Ermahnung in Bezug auf den Zeitmangel, dauerte es doch eine ganze Weile bis der Gryffindor alles berichtet hatte. Von der Tatsache, dass er seine Tante aufgeblasen und zum tropfenden Kessel gefahren war, bis hin zu dem belauschten Gespräch und seiner darauffolgenden Flucht.

Einen Moment sah der hagere Slytherin mit einer tiefen Sorgenfalte auf der Stirn auf ihn herab. Dann fasste er seine Überlegungen in Worte:

„Der Schluss liegt nahe, dass der Minister dich so schnell wie möglich zu seinem Mündel machen wird. Da er es inzwischen schon getan haben könnte, ist eine Reise nach Hogwarts ausgeschlossen."

Der 13-Jährige riss erschrocken die Augen auf und wollte protestieren, doch Severus hob gebieterisch seine Hand und gebot ihm damit zu schweigen.

„Wenn Fudge seinen Plan tatsächlich schon in die Tat umgesetzt hat, könnte er dich vollkommen legal aus der Schule mitnehmen. Ist dir der Gedanke noch nie gekommen?", versetzte Snape schneidend, seine Ungeduld deutlich zeigend.

Nein, ehrlich gesagt, war Harry dieser Gedanke noch nicht gekommen. Niedergeschlagen senkte er den Kopf.

„Und was machen wir jetzt?"

„Wir werden uns hier ein Zimmer nehmen und außerdem etwas essen." Harry sah ihn entgeistert an bis Snape enthüllte: „Wir befinden uns gerade im Hinterraum einer Gaststätte weit entfernt von London."

„Oh." War Harrys einzige Antwort, während er dem Professor langsam aus dem kleinen Lager in den geräumigeren Schankraum folgte.

OOOOOOOOOOOOOOOOOO

Das war das zweite Kapitel. Ich hoffe, es war nicht langweilig oder zu unrealistisch. Sagt mir, was ihr denkt, ich hab versucht während des Kapitels die Denkweise und den Charakter von meinem Lieblings-„Schurken" Crayton etwas näher zu erklären…keine Ahnung, gelungen? Eher nicht?

Ich freu mich, Melfis.