Chateau Fontainbleau
Constance stieg aus dem Auto. Vor ihr erstreckte sich ein Anwesen, wessen Größe alles überstieg was sie je gesehen hat. „Habe ich zu viel versprochen?" D'Artagnan hielt ihr noch die immer die Autotür auf und betrachtete sie mit einem wissenden Grinsen. Als er zum ersten Mal das Chateau Fontainbleau gesehen hatte, stand er, genau wie sie jetzt, einfach nur da und ließ es auf sich wirken. Zu seiner Zeit war es Nacht und regnete, doch dies Tat der Größe und Schönheit nichts an. Heute war ein schon rechter warmer Tag für Mai und die hellbraun, beige Fassade strahlte sie an. D'Artagnan betrachtete die Fremde verstohlen von der Seite. Sie war wunderschön, stand der Cousine in nichts nach. Ihr Haar war offen und die Locken hatte sie locker um die Schultern gelegt. Sie trug eine einfache Jeans und ein T-Shirt mit Druck. Darüber einen hellblauen Blazer.
Ein kleiner Mann kam die Treppe herunter auf sie zu. Für Constance Geschmack war er zu bunt angezogen. Schwarze Lackschuhe, eine grüne Chino-Hose, ein rotes V-Shirt und ein marineblaues Jackett. Die Männer nahmen augenblicklich Haltung an. „Liebe Cousine Anne, wie geht es euch? Die Reise war angenehm?" Er kam auf Anne zu. Nahm ihre Hände und küsste diese. Constance merkte, so entspannt ihre Freundin bei Aramis, einem Fremden, war, so angespannt war sie jetzt bei Louis, Ihrem Cousin. „Vielen Dank für die Einladung und das du gleich zu unserem Schutz vier Männer geschickt hast, auch wenn mir das etwas übertrieben erscheint. Es war eine ruhige Reise." „Gut, gut." Louis wirkte zerstreut. Ohne Führung. „Monsieur, vielleicht sollte jemand den Damen ihre Zimmer zeigen, sie möchten sich bestimmt ausruhen und frisch machen." Porthos half seinem Arbeitgeber aus seiner Misere. „Ja genau, die Zimmer." „Wenn mir die Damen bitte folgen würden." Porthos machte eine einladende Geste und zeigte den Damen den Weg zu den Zimmern.
Im Chateau mussten sich die anderen drei Bewacher nicht mehr um das Gepäck kümmern. Es gab dafür Bedienstete. „Heute Abend gibt es ein großes Abendessen zur Feier eures Kommens." Klärte Porthos die Damen auf. „Feste Zeiten für das Essen gibt es sonst nicht, the King isst immer in seinen Gemächern. Und da sind wir auch schon bei euren angelangt." Er öffnete beide Flügeltüren. Es war ein sehr großes Appartement mit reich verzierten Möbelstücken. „Sie haben einen wunderschönen Ausblick auf den Garten. Ein großes Schlafzimmer, ein Wohnbereich, sowie ein Arbeitszimmer. Madame Constance, ihr seid ein Stockwerk über uns untergebracht, in Appartement No. 48. Ihr habt einen direkten Zugang zu diesen Gemächern. Ich würde euch nun alleine lassen. Ein Diener wird euch zum Abendessen holen. Wenn ihr irgendetwas braucht, zieht dort an dem Strick. Er führt zu einer Klingel im Raum der Bediensteten. Hier seit ihr sicher." „Vielen Dank Porthos." Anne drückte kurz seine Hand und drehte sich dann zum Fenster um in den Garten zu schauen. Porthos deutete einen Diener an und verschwand.
Constance wollte sich gerade um das eingetroffene Gepäck kümmern. „Constance, das kann ich doch selbst machen. Bitte, schau dir doch dein Zimmer an und ruh dich etwas aus." „Ihr habt Recht, ich lege mich etwas hin. All die neuen Eindrücke." Auch Constance verließ die Anne. Sie war nun mit ihren Gedanken alleine
Anne hatte sich gerade dem vorletzten Koffer auf das Bett gestellt, als es an der Tür klopfte. „Herein." Rief sie. „Entschuldigen sie für die Störung Madame, ich habe hier ihr Notfalltelefon für sie. Damit können wir sie immer orten und auf den ersten vier Nummern im Kurzwahlspeicher sind unsere Paigernummern. So können sie uns immer erreichen." Aramis legte das schwarze Handy auf den kleinen Tisch im Wohnbereich. Anne ging zu ihm. „Oh vielen Dank. Ihr bemüht euch wirklich sehr. Dabei bin ich nur seine Cousine." „Es ist unsere Aufgabe und die nehmen wir immer sehr ernst. Ich lasse euch nun weiter auspacken." Er setzte ein verschmitztes Grinsen auf. Anne war kurz verwirrt und wusste den Grund seines Grinsens nicht.
Sie lief rot an. Sie hatte den BH, den sie gerade noch in die Schublade legen wollte als Aramis herein kam in der Hand. Schnell versteckte sie ihn hinter ihrem Rücken. „Madame." Er ging zur Tür, das Grinsen blieb jedoch auf seinem Gesicht. „Oh Gott, wie peinlich." Hochroten Kopfes ging sie wieder zum Koffer. „Oh nein und es war auch noch der BH mit den Blümchen." Sie atmete laut aus. „Alles ok, Anne?" Constance ging zu ihrer Freundin. „Jaja, habe mich nur ein klein bisschen lächerlich gemacht." Constance lachte laut auf. „So schlimm kann es nicht gewesen sein." Schnell packten die Frauen die restlichen Sachen aus. „Wurdest du gut untergebracht?" Anne war immer besorgt um ihre Freundin. „Ja vielen Dank. Mehr als man hoffen kann. Das Zimmer sieht aus wie in einem Grand Hotel." Anne betrachte ihre Freundin. „Schau mich nicht so an, es geht mir gut. Lass uns nicht darüber nachdenken. Lass uns die Zeit genießen."
Was hat denn dieses Grinsen in dein Gesicht gezaubert?" fragte Porthos seinen Freund. „Ach nix, nur die Freuden eines Mannes." Aramis setzte sich zu seinem Freund an den Tisch. Gleich hatten sie eine Besprechung in dem Büro von ihrem Vorgesetzten, Treville. Sie sollten informiert werden, wie die folgenden Tage ablaufen sollten. „Aramis, halte dich zurück. Sie ist die Cousine vom King und ihre Freundin ist verheiratet." Arthos blickte seinen Freund böse an. Er wusste von dem Ruf und die Probleme, die sein Charme anrichten würde. „Verheiratet…. Mit wem? Sie ist doch noch so jung. Und wie ist dann der Mann? Hat er sie etwa alleine hierher reisen lassen?" D'Artagnan blickte verwundert in die Runde. „Bevor du mich schellst für Sachen, die noch gar nicht passiert sind. Pass lieber auf den Kleinen auf." Aramis zeigte auf D'Artagnan. Ehe eine Diskussion daraus wurde, kam Treville, der Sicherheitschef, an den Tisch und sie besprachen die nächsten Tage.
„Heute Abend haben wir normale Sicherheitsstufe 0. Die Tore sind verschlossen. Wachhunde sind auf den äußeren Ringen. Wir haben Posten am Zimmer des King und am Ballsaal." „Vielleicht sollte noch jemand bei der Cousine vor dem Zimmer sein?" Arthos blickte fragend in die Runde. „Das wird durch die Kameras abgedeckt. Die Zentrale ist jetzt 24h besetzt." „Stehen Ausflüge an?" Porthos holte sich eine Cola. „Hättest ja was mitbringen können." Aramis unterbrach Treville. „Wenn die Cola Krise geklärt ist… Morgen bleibt es ruhig. Vielleicht den Garten oder die Wälder." Damit war die kleine Versammlung aufgelöst und sie gesellten sich in den Ballsaal zum Abendessen.
Anne und Constance kamen ein paar Minuten später dazu und setzten sich an den oberen Teil der langen Tafel. Louis ließ sich Zeit. Der Saal füllte sich immer mehr. Dementsprechend wurde es auch noch lauter. „Anne, wo bleibt dein Cousin?" „Ich habe keine Ahnung." „Wundern sie sich bitte nicht." Treville richtete das Wort an sie. Als Sicherheitschef dufte er auch etwas weiter oben sitzen. „The King ist immer etwas später. Sein Zeitgefühl ist anders als unseres." Nach einer halben Stunde kam Louis und das Essen wurde aufgetragen.
