Chapter 1:
PoV: Aminta
‚Paris ist eine grosse Stadt,
Paris ist eine schmutzige Stadt,
Paris ist eine laute Stadt
Paris ist, im Vergleich zu dem ruhigen Leben in der norditaliänischen Provinz, ein Chaos,
trotzdem fühle ich mich wohl, hier in Paris.'
Ich habe Mutter dazu gebracht, mit mir nach Paris zu fahren um meine Tante Meg zu besuchen. Wir sind mit dem Zug angekommen, an einem Bahnhof mit mehr Gleisen als ich Züge in meinem Leben gesehen habe. Ein Meer an Menschen drängte sich gleichzeitig in und aus dem Gebäude, während Mama verzweifelt versuchte weder mich noch das Gepäck zu verlieren.
Wir haben es endlich geschafft einen Wagen zu bekommen der uns in die Stadtmitte bringt.
PoV: Cristine
Aminta ist kein Kind mehr, nein, sie ist zu einer schönen, jungen Frau herangewachsen und ich fürchte, Paris ist nicht das richtige Pflaster für sie.
Die Stadt ist auch gewachsen, seit dem letzten Mal als ich hier war, und die Menschen sind unfreundlicher und hecktischer geworden.
Trotzdem habe ich Aminta hergebracht; angeblich um ihre Tante Meg zu besuchen, aber ich ahne Böses.
PoV: Aminta
Der Platz ist voller Leute die sich in alle möglichen Richtungen drängen. Die einen die zum Markt gehen, die anderen zur Arbeit, die dritten aufs Amt, und so unzählige mehr.
Jetzt wäre der beste Zeitpunkt um von Mamas sturem Beschützerinstinkt loszukommen. Ich müsste einfach nur stehen bleiben und ich wäre frei um die Stadt zu erkunden, frei um mein Ziel zu erreichen.
Während ich meine Pläne geschmiedet habe, hat Mama einen Moment lang nicht aufgepasst, und so musste ich erst gar nicht stehen bleiben.
Ich schlage die entgegengesetzte Richtung von ihr ein und lasse mich von dem Menschenstrom treiben.
„Aminta! Aminta!", aus der Fehrne höre ich ihre Stimme die meinen Namen ruft, die mich aber längst nicht mehr erreichen kann.
PoV: Der Perse
Der Marktplatz ist eine einzige Menschenmasse. Eigentlich verlasse ich mein zurückgezogenes zu Hause nie um solch eine hecktiche Stunde, aber dringende Geschäfte haben mich in die Stadtmitte gelotzt.
Plötzlich, deutlich über allen anderen, ertönt die helle Stimme einer Frau, die Stimme eines gefallenen Engels der seit Jahren keinen Fuss mehr in diese Stadt gesetzt hat.
Ich hätte nicht gedacht, dass ich Eriks Muse je wiedersehen, geschweige denn die hellen Glocken ihrer Stimme in dieser Stadt vernehmen würde.
Die Ballettänzerin wird an mir vorbeigeschwämmt. Ich kann sehen, dass sie gealtert ist. Ihre langen, braunen Locken sind in einem stumpfen Dutt verschwunden, der dem von Madame Giry verdächtig ähnelt. Ihre zarte, milchige Haut hat einen dunklen Ton angenommen und ihre schönen Augen suchen verzweifelt die Menschenmenge nach jemandem ab.
Wage frage ich mich, nach wem, und meine Schritte führen mich umbewusst hinter ihr her.
