Ausgezeichnete Leistungen 2 Auf Fluren und Gängen

„Severus?", Hermine wirbelte herum.

Tatsächlich!

Himmel! Sie presste ihre Hand auf die Brust, irgendwann hatte er ihr einen Herzinfarkt zugefügt mit seinem Angeschleiche!

Unmöglich!

„Wo kommst Du denn jetzt her? Ich dachte, Charles Monroe hätte mit Dir noch überaus wichtige Dinge zu besprechen?"

„Ich habe mich beeilt, immerhin wollte ich den Vortrag der nächsten Preisträgerin nicht verpassen", er nickte Meister Smith spöttisch zu, „Montgomery, schön Dich wiederzusehen!"

„Ganz meinerseits, Severus!", freute sich der kleine Tränkemeister ehrlich.

„Warst Du draußen?", erkundigte sich Hermine und versuchte ihren Herzschlag wieder zu normalisieren.

„Nein, ich habe es mir hier gemütlich gemacht und mit einem kleinen einseitigen Durchscheinezauber hatte ich den besten Blick von allen!", er betrachtete sie über seine lange Nase hinweg eingehend und obwohl er sie weder berührte noch sonst irgendetwas tat, war dieser eine Blick weit intimer und inniger, als es Simons Umarmungen und Küsse jemals sein könnten. Ein kleiner, glücklicher Schauer durchrieselte sie und ließ sie lächeln. Freilich nur kurz, denn ihr fielen noch ein paar wichtige Detailfragen ein.

„Seit wann bist Du denn schon hier? Es gibt doch nur eine Tür!", hakte sie misstrauisch nach.

„Nun, eine Weile…", legte er sich nicht fest und ließ seine Augenbraue zucken.

„Also schon von Anfang an!", schloss sie.

„Vielleicht, vielleicht auch nicht, jedenfalls früh genug, um gewisse …", seine Augenbrauen zogen sich bedrohlich zusammen, „…Begegnungen hautnah mitzuerleben und gut gemeinte Ratschläge anzuhören."

„Aha…", er hatte also doch Simons Auftritt miterlebt, nun, das war ja sehr hoffnungsvoll für den Verlauf des Abends und der kommenden Nacht. Der Blick, den er ihr unter missmutig zusammengezogenen Brauen zuwarf, schickte ihr einen weiteren Schauer den Rücken herunter, dieses Mal allerdings einen ungemein erregenden.

„Außerdem wollte ich Dich nicht verwirren, indem ich immer diese Fragen stelle, die Dich aus dem Konzept bringen", er goss sich ebenfalls eine Tasse Tee ein.

„Was sollen denn das für Fragen sein, die mich ständig aus dem Konzept bringen?", entrüstete sie sich und reichte ihm die Milch. Ganz klar, dieser alte Slytherin versuchte sich gerade mal wieder herauszureden.

„Nun, was hättest Du denn geantwortet, wenn ich Dich nach dem Grund für Deine Trankalternativsuche gefragt hätte?", antwortete er triumphierend.

„Das man nie so unhöflich und indiskret wäre, eine Frau nach ihren Unpässlichkeiten zu befragen!", entgegnete sie sogleich mit hoch erhobener Nase und wusste doch genau, dass er damit niemals zufrieden gewesen wäre.

„Unpässlichkeiten?", schnaubte er auch erwartungsgemäß.

„Sie waren schwanger, nicht wahr, Professor?", schaltete sich Montgomery Smith mit blitzenden Augen ein.

„Ja, das war ich und zugegebener Maßen ziemlich!", seufzte sie und ließ sich auf den Laborhocker sinken.

Ihr penetrant penibler Ehemann hob seinen Zeigefinger, „Konkret im achten Monat!"

„Fast, es war der siebte!", konnte sie sich nicht verkneifen ihn zu korrigieren.

„Und darum wolltest Du sie nicht gehen lassen, wie ich recht vermute?", schmunzelte Montgomery Smith und hielt Hermine nochmals bittend seine Tasse hin.

„Selbstverständlich wollte ich sie darum nicht mitnehmen, aber diese Frau kann manchmal unglaublich unvernünftig und sturer, als ein Muli sein!", knurrte er.

„Ach, stell Dich nicht so an, ich hatte alles im Griff", behauptete sie gelassen und schwang abermals ihren Stab über Meister Smith gefüllte Tasse, „außerdem war ich lediglich schwanger und nicht krank!"

„Das hast Du noch bei jeder Schwangerschaft behauptet, aber erst wenn Dir nicht mehr ständig übel oder schwindlig oder sonst was war!"

„Das war ja auch alles mehr als ärgerlich!", seufzte sie und versuchte nicht zu sehr an all die lästigen, wie unangenehmen Nebenwirkungen des Kinderkriegens zurück zu denken.

„Wie wahr! Aber anstatt Dich zu freuen, dass es Dir gut geht, müssen wir ja sofort übermütig werden! Stell Dir vor, wenn Dir was passiert wäre!", schimpfte ihr Mann.

„Dann hättest Du mich bestimmt gerettet", sie klimperte ihn mit großen, unschuldigen Augen an und musste sich ein breites Grinsen mühsam verkneifen, sie mochte es sehr, wenn er sich um sie sorgte, das aber selbstverständlich hinter irgendwelchen Vorwürfen oder Ausreden verbarg.

„Na, da wäre ich mir aber nicht so sicher!", war seine brummende Antwort, aber sie sah den kleinen belustigten Schimmer in seinen schwarzen Augen.

„Doch, ganz sicher!", entgegnete sie ihm daher auch voller Überzeugung, „denn Du bist schlau und weißt, dass Du sonst ein sehr alleinerziehender Vater von drei Kindern wärst!", sie beherrschte seine Verschleierungstechniken ebenfalls recht gut.

„Das ist allerdings ein Argument Severus!", kicherte Montgomery und schien sich köstlich zu amüsieren, „Ihr habt drei Mädchen, wenn ich mich recht erinnere?"

„Ja, das tust Du und es ist die Hölle in diesem Hühnerhaufen von Familie!", seufzte ihr Ehemann mitleiderregend.

„Ach, Severus, das ist noch gar nichts!", konterte Montgomery gelassen und stieß mit seiner Kaffeetasse an Severus Teetasse an, „Ich habe fünf Töchter und meine Schwiegermutter wohnt auch noch bei uns!"

„Bei Merlin", räumte Hogwarts dunkler Tränkemeister beeindruckt ein, „dann gebe ich zu, Du hast den Trostpreis gewonnen!"

„Aber, aber, meine Herrn", mischte sich Hermine vergnügt ein, „bevor Sie hier in Selbstmitleid versinken, kann ich Ihnen nur wärmstens empfehlen, eine Männer-Selbsthilfegruppe zu gründen oder seien Sie einfach froh über das große Glück als Mann täglich soviel feminine Facetten miterleben zu dürfen, eine wahre Bereicherung."

Beide Tränkemeister starrten sie an, als wenn sie reif für die Geschlossene des St. Mungos wäre und Montgomery Smith flüsterte Severus unüberhörbar zu, „Ich glaube das mit der Selbsthilfegruppe ist eine brauchbare Idee, aber ein Whiskey tät es auch!"

„Oder zwei!", antwortete der mit stoischem Gesichtsausdruck, schränkte aber ein, als er den mehr als tadelnden Blick seiner Angetrauten sah, „Aber besser erst nach meinem Vortrag, betrunkene Preisträger machen sich nicht gut in den Analen der Akademie!"

„Oh, das würde ich nicht überbewehrten, da mussten wir schon ganz anderes erleben, als einen kleinen Schwips!", schüttelte Montgomery lachend den Kopf, „Nehmen wir zum Beispiel die denkwürdige Verleihung 1786, als der Preisträger zur näheren Anschauung vier Sphinx in den Saal ließ und für eine Massenpanik sorgte. Oder 1845, als die Preisträgerin sich während ihrer Präsentation in die Luft sprengte, die meisten Quellen gehen von einem Unfall aus. Oder die grauenhafte Verleihung 1905 wo der Preisträger alle Anwesenden als Geiseln nahm, um die Weltherrschaft zu erzwingen."

„Oh, mir war bisher gar nicht bewusst, welche Erwartungen man an mich stellt", murmelte Severus, „hoffentlich finden die Zuhörerinnen und Zuhörer meinen Vortrag jetzt nicht langweilig!"

„Ich kann mir nicht vorstellen, dass es je einer gewagt hätte, einen Vortrag von Professor Severus Snape als langweilig zu titulieren!", grinste Montgomery.

„Nein, denn Gähnen wird normaler Weise schon mit der Todesstrafe geahndet", warf Hermine frech ein, „frag seine Schüler!"

„Die sollen auch beizeiten lernen, aufzupassen!", grollte ihr Tränkemeister beleidigt.

„Apropos ‚beizeiten'", fiel Hermine gerade siedendheiß ein und sie sprang sogleich vom Hocker, „wir sollten uns auf unser Zimmer begeben und uns umziehen!"

„Ist das nicht noch etwas früh?", Severus zückte erstaunt seine Taschenuhr.

„Vielleicht für jemand, der nicht viel Wert darauf legt, wie er daherkommt und der sich nicht noch eine Dusche und einen Kleidungswechsel gönnt", sie packte mit einem Zauber ihre Unterlagen und alle übrigen Utensilien zusammen.

„Schön, dann kann ich ja noch bleiben und mich mit Montgomery über weitere spektakuläre Verleihungen unterhalten, vielleicht kann ich noch was lernen", verkündete Severus ungerührt und trank genüsslich einen weiteren Schluck Tee.

„Natürlich, kein Problem, mein Lieber", flötete sie, „dann kann ich mich auch noch in aller Ruhe nach Simon umsehen und ihn fragen ob er nicht Lust hätte, eine Dusche zu nehmen, ich hätte da zufällig noch Platz unter meiner!"

Hervorragende Strategie, wie sie entzückt feststellte, denn der Erfolg stellte sich sofort ein, ihr Ehemann begann zu knurren, aber verabschiedete sich augenblicklich von einem breit grinsenden Meister Smith.

Ha! Wenn er nicht so anstrengend wäre, würde sie Simon bitten, in ihre Nähe zu ziehen, es gab kein besseres Mittel ihren Willen bei Severus durchzusetzen.

„Wir sehen uns später, Meister Smith, danke für alles!", winkte sie ihrem Betreuer beim Herausgehen zu und macht sich zusammen mit ihrem Mann auf den Weg zu ihren Räumlichkeiten. Netterweise trug er ihren Koffer, vielleicht auch eine Höflichkeit, die der Präsenz von Mister Beaty geschuldet war.

„Was hast Du eigentlich den ganzen Tag so getan?", wollte sie unterwegs von ihm wissen.

„Nun, dies und das", antwortete Severus kryptisch.

„Und was ist dies und das?", er ließ sie mal wieder zappeln, war schon klar, aber sie würde es trotzdem erfahren!

„Wenn Du es ganz genau wissen musst…"

„Aber sicher muss ich!"

„Warum?"

„Weil es mich interessiert und weil ich Lilian einen unbrechbaren Schwur leisten musste, gut auf Dich aufzupassen!"

„Na, dann…", seufzte ihr wortkarger Ehemann, „ich war zuerst mit Charles in diversen Besprechungen und Organisationsgremien und dann in einer durchaus ansprechenden Bar und anschließend habe ich mir die Zeit in einem sehr interessanten Vortrag vertrieben!"

„So, so in einer Bar!", sie verdrehte die Augen, „Und worum ging es in dem Seminar?", sie spähte an einer Kreuzung verschiedener Gänge etwas unsicher in die vielen Flure und entschied sich dann für den rechten.

„Um einen Trank, der die sexuelle Anziehung und Erregung anderer erkennt und durch Farben kenntlich macht", auch ihr Mann schien ob der verwirrenden Gänge und Flure etwas unsicher, daher zog er einen Plan aus seiner Tasche und prüfte ihn eingehend mit tief gerunzelter Stirn.

„Ach du je!", sie war bereits einige Meter vorausgegangen, denn sie hatte das Schild mit der Aufschrift ‚Empfang' entdeckt, blieb jetzt aber kopfschüttelnd stehen, „da weiß also einer nach Einnahme dieses Trankes – wahrscheinlich einer auf der Grundlage der Brut des Mitternachtskäfers würde ich meinen – wie heftig jemand auf jemand steht und wie anziehend er diesen findet?" Diese Tränkemeister heutzutage hatten eindeutig zu viel Zeit!

„Korrekt!", nickte ihr Mann, „Ein sehr netter Trank, wie mir scheint! Grün zeigt Neutralität an, Gelb Neid, Schwarz Ablehnung, Blau Sympathie und freundliche Neigung und Rot Begierde und Geilheit."

„Aha, aber ob das funktioniert und selbst wenn es funktioniert, wofür soll so etwas gut sein?", zweifelte Hermine und wartete geduldig, um eine Schar Zauberer und Hexen an ihnen vorbeiziehen zu lassen, die soeben aus einem der Seminarräume strömten. Großer Gott, hier war ja wirklich viel los.

„Es funktioniert ausgezeichnet und ist durchaus amüsant und erhellend, wie mir scheint, denn ich habe ihn getestet und kann Dir sagen, dass Montgomery Smith Dich sehr attraktiv und ungemein sympathisch findet, aber das war es dann auch schon", Severus starrte einer ungewöhnlich großen Hexe hinterher, die zudem noch einen sehr gewagten Kopfputz trug.

„Ich mag Meister Smith auch!", nickte sie lachend und zog ihren staunenden Ehemann weiter.

Severus Augenbrauen schoben sich zusammen, „Dagegen denkt dieser Akademie-Playboy Simon von Dir nur in der Horizontalen!"

„Das, mein Lieber, ist mir auch ohne Trank völlig klar!", kicherte sie und der Übermut ritt sie, als sie sehr schelmisch meinte, „aber wer sagt Ihnen, Professor, dass ich von ihm nicht ebenfalls in dieser Art und Weise denke?"

Als Antwort zog ihr Ehemann sie kurz vor der Rezeption in eine dunkle Nische und legte blitzschnell einen Ignorierzauber auf beide, „Eigentlich mein Herz, aber ein Trank tut es auch!", er küsste sie hart.

Hm, er küsste einfach wundervoll, trotzdem machte sie sich mit Mühe von ihm los, um ihn bedrohlich anzufunkeln, ihr war da gerade ein erschütternder Gedanke gekommen! „Du hast doch wohl nicht allen Ernstes einen Trank ausprobiert um festzustellen, ob ich gerne was mit Simon Beaty anfangen würde?"

„Natürlich nicht!", log er ganz offensichtlich, dieser Schuft, „Ich war nur neugierig, wie viele Menschen hier eigentlich an etwas völlig anderes denken und lediglich so tun, als wenn sie sich mit Tränkekunde beschäftigen." Sein harter Körper drückte sich ganz nahe an ihren heran und lenkte sie zugegebener Maßen erheblich ab, aber bevor sie seinem Drängen nachgeben würde, gab es da ja wohl noch einiges zu klären.

„Und?", sie stemmte ihre Hände auf die Hüften und schenkte ihm einen sehr skeptischen Blick.

„Nun", er grinste sie anzüglich an, zog seine Robe glatt, nahm den Zauber mit einem kleinen Grinsen von ihnen und trat zügig an den Tresen des Empfangs, „meiner unpräzisen Schätzung nach, denken 90% der Leute an etwas anderes!"

„Wo warst Du denn für Deine Forschungen, auf dem Männerklo?", zischte sie leise und lächelte dem Portier freundlich zu, als er ihr den Zimmerschlüssel überreichte.

„Nein, in Deinem Vortrag!", konterte ihr Mann und nun war es an ihm sie funkelnd anzublitzen.

„Wirklich?" Das war ja schockierend! Und sie hatte immer geglaubt es ging um Tränke.

„Ja, allerdings muss ich zugeben, dass Du es doch geschafft hast, dass sich ein Großteil der Zuhörer weg von Deinen körperlichen Vorzügen hin zu Deinen geistigen Werten wenden konnte. Wenigstens zeitweise!", er steckte eine der zwanzig Nachrichten, die ihm der Portier reichte nach einer oberflächlichen Durchsicht in die Innentasche seiner Robe, die anderen neunzehn hielt er ihr mit säuerlichem Blick hin.

„Wie ich sagte, alles Glückwunschgrüße für die, ach so geniale Tränkemeisterin!", höhnte er grummelnd.

„Oh, wie nett!", freute sie sich und las sogleich einige der wirklich sehr freundlichen Karten.

„Ja, überaus nett! Wenn ich raten müsste, welche Farbe die Aura dieser Kerle hatte, als sie das geschrieben haben, würde ich nicht auf grün tippen!"

Sie schenkte ihm einen verschmitzen Blick, „Nein, wohl nicht, aber weißt Du was? Ich denke, ich werde mir diesen Trank schleunigst auch besorgen, damit ich Deine These heute Abend bei Deinem Vortrag ebenfalls überprüfen kann!", sie nahm kopfschüttelnd die schmale, steile Treppe zu den Zimmern ins Visier und zog an deren Fußende den Hebel für den sechsten Stock.

„Das wird nicht nötig sein! Ich war so frei und habe auch für meine neugierige und ungläubige Frau eine Kostprobe mitgebracht", grinste ihr Mann und betrat zusammen mit ihr die unterste Stufe. Sogleich setzte sich die Treppe in ziemlicher Geschwindigkeit in Bewegung. Gottlob war das keine Wendeltreppe, schoss es ihr durch den Sinn, dann wäre ihr spätestens nach drei schnellen Umdrehungen schlecht geworden. Trotzdem musste sie sich gut festhalten um das Gleichgewicht nicht zu verlieren, daher antwortete sie auch nur mit halber Aufmerksamkeit, „Das war wirklich sehr aufmerksam von Dir!"

„Natürlich, ich bin zwar älter, aber ungemein bemüht!", entgegnete ihr Mann höhnisch und auch er atmete erleichtert auf, als sie oben angekommen waren und sie wieder festen Boden unter den Füßen hatten.

„Ja, unglaublich eifrig!", lächelte sie ihn frech von der Seite an und fasste nach seiner Hand.

„Übrigens habe ich ebenfalls wahrgenommen, dass diese schöne und manchmal durchaus brillante Professorin auch an das ein oder andere außerhalb ihres Vortrages gedacht hat!", er küsste ihre Hand kurz, bevor er sie wieder losließ und eilte dann den Flur hinab, wo er erst vor ihrer Türe stehen blieb und auffordernd auf das Türschloss deutete.

„So, hat sie das?", betont langsam schlenderte sie hinter ihm her.

„Ja, hat sie, sie hatte mitunter tief rote Gedanken!", ein sehr schmutziges Grinsen huschte über sein Gesicht und er kam ihr sehr nahe „Übrigens so wie auch jetzt!"

Bei Gott! Er hatte so recht! „Ach und was denkst Du, sind die Gründe für diese roten Gedanken?", sie musste schlucken.

„Wenn ich raten müsste", seine Stimme war sehr leise und dunkel und er trat jetzt so nahe an sie heran, dass sie seinen Atem auf ihrer Stirn spüren konnte. Sofort stellten sich die kleinen Härchen auf ihren Armen in Vorfreude auf, „würde ich auf gefährliche, dunkle Typen tippen, die Dir am liebsten hier an Ort und Stelle die Kleider vom Leib reißen würden, um Dich und Deinen wundervollen Körper heiß und voller Leidenschaft mitten entzwei zu vögeln!"

Großer Gott! Wie wahr, seine Worte lösten in ihr einen heißen Blitz aus, der seinen Ursprung in ihrem Bauch hatte und genau dorthin zurückkehrte, auf seinem Weg aber ihren gesamten Körper in einen Flächenbrand verwandelte. Trotzdem schaffte sie es irgendwie, ihn noch ein klein wenig zappeln zu lassen!

„Ja, vielleicht denke ich hin und wieder an solche Typen", gab sie zu und befeuchtete mit der Zunge ihre trockenen Lippen, „Schade nur, dass diese dunklen Kerle es in der Öffentlichkeit noch nicht einmal wagen mich zu küssen, geschweige denn sonstige Dinge mit mir anzustellen!" Und sie hatte sehr konkrete Vorstellungen, was diese sonstigen Dinge so beinhalten könnten und wenn sie sein Gesicht sah, er auch. Aber sie riss sich vorerst zusammen und sprach über ihrer Büchertasche einen Aufrufezauber für den Schlüssel, dabei ließ sie ihn aber nicht eine Sekunde aus den Augen.

„Diese Exemplare sind zwar gefährlich, aber eben auch etwas altmodisch!", erklärte er arrogant und nahm ihr den Schlüssel ab, um ihn endlich ins Schloss zu stecken.

„Sehr altmodisch und dazu noch unglaublich schamhaft", bestätigte sie und murmelte das Passwort „Sturmwind", bevor sie mit unterdrücktem Lachen ergänzte, „wie kleine Mädchen!"

„Wie bitte?", ihr stolzer Ehegemahl hielt entsetzt inne und stemmte die Arme auf seine Hüften.

„Kleine Mädchen", wiederholte sie gerne, aber als sie sein mörderisches Gesicht sah, ergänzte sie schnell, „natürlich unglaublich gefährliche, kleine Mädchen!"

„Du meinst solche wie die, die bei uns zu Hause massenhaft herumlaufen?", er trat sehr dicht an sie heran, drängte sie mit seinem Körper an das Türblatt und ihr Herzschlag beschleunigte sich sprunghaft.

„Sehr gut bemerkt, Professor", murmelte sie, verflixt sie konnte ihren Blick nicht von seinem lösen, „es freut mich ungemein, dass Sie bereits nach wenigen Jahren erkannt haben, dass das wirklich alles Mädchen sind!"

„Danke, ich lerne schnell!", grollte er, fasste sie an der Schulter und wirbelte sie herum, um sie blitzschnell gegen die Flurwand zu drücken, „und wir werden sehen, ob der dunkle Mann nicht doch weitaus gefährlicher ist, als Sie denken, Miss Granger!" er zückte seinen Zauberstab und schwang ihn in präzisen Linien.

„Huch!", keuchte Hermine und wurde ein wenig rot, denn er hielt ihr mit einem Wolfsgrinsen ihren Slip vor die Nase.

„Reicht das als Beweis meiner Gefährlichkeit, Miss Granger?", wollte er wissen und steckte seine lange Nase in das schwarze Höschen.

„Also", wisperte sie erregt und schlang ihre Arme um seinen Nacken, „es ist ein netter Anfang, aber wir sollten das gründlich untersuchen, nicht dass ich den Mädchen Unrecht tue!", dann ließ sie es gerne zu, dass er während er sie leidenschaftlich küsste, sehr geschickt die Türe aufstieß, sie zügig hinein schob und sie dann hart an eine weitere Wand pinnte.

Großer Gott, sie liebte es, wenn er sie dermaßen fordernd in seine Arme riss, voller Leidenschaft, voller Begierde, Dominierend und doch voller Zuneigung und Zugewandtheit.

Sie konnte ihm dann nicht widerstehen und wollte das auch gar nicht. Sie liebte ihn. Seinen Mund, der sie schier zu verschlingen suchte, seine Hände, die einfach überall waren, seinen muskulösen, schlanken Körper, der sich an ihrem rieb und sein Duft, der ihr den Atem raubte, aber ihr Herz ganz, ganz weit werden ließ.

„Wie viel Zeit haben wir noch?", nuschelte er fragend, während er fieberhaft die Knöpfe ihrer Robe löste.

„Noch fast zwei Stunden", schnaufte sie und rieb ihr Becken unbewusst an seinem. Unglaublich, wie schnell er es schaffte, sie in diesen Zustand der absoluten Geilheit zu versetzen. Das konnte sonst nichts und niemand.

In Momenten wie diesen vergaß sie einfach alles um sich herum, da waren nur noch seine harten Lippen, welche die ihren eroberten, seine Hände auf ihrem Körper, sein Geruch in ihrer Nase. Sie konnte gar nicht genug bekommen, von seiner Kraft und Entschlossenheit, von seiner Lust und seinem Begehren. Ach, fiel ihr ein, hatte sie das nicht eben bereits gedacht… Egal, es war nun mal einfach wahr! Und das Schöne daran, sie war sich absolut sicher, dass es ihm genau so erging. Er wollte auch nicht irgendwen, er wollte nur sie und sie wollte nur ihn! Definitiv!

Er war zwar schwierig, bockig, mehr als spröde, distanziert und vieles mehr und dennoch wollte auch sie keinen anderen. An ihn reichte keiner heran und trotz aller Gegensätzlichkeit war ihre Freundschaft und ihre Liebe der wunderbare gemeinsame Nenner zwischen ihnen ein großer und tragfähiger Grund, der alles bisherigen Stürme und Untiefen überstanden hatte.

Ihre restlichen Kleider fanden sich nur wenige Augenblicke später zu ihren Füßen wieder und auch sie hatte es schnell geschafft ihn vom gröbsten störenden Stoff zu befreien. Wenn sie seine Blicke richtig deutete, würden sie es bis zur Sitzgruppe oder gar bis ins Schlafzimmer wohl nicht mehr schaffen. Egal, die Wand des Zimmerflures tat es auch, solange seine starken Arme sie sicher und fest hielten, wollte sie nirgends anders sein.

Schon hob er sie an und sie spürte ihn vorsichtig, aber mit Nachdruck in sich eindringen und sie kam ihm gerne mit sanftem Druck entgegen, indem sie ihre Beine um seine Hüfte und ihre Arme um seinen Nacken schlang. Normalerweise kosteten beide diesen Augenblick der Vereinigung gerne eine kleine Weile aus, verharrten still, um sich innig zu küssen oder zärtlich zu streicheln. Aber dafür war diese Stellung nicht besonders geeignet und beide schon viel zu erregt.

Als Severus ein etwas ruppiges und eckiges Tempo begann, breiteten sich die pulsierenden Blitze in ihrem Unterleib rasch auf ihren gesamten Körper aus und ließen sie lustvoll keuchen.

Ihre steil aufgerichteten Brustspitzen rieben sich aufreizend an seiner Brust und seine Hände auf ihren Pobacken ruckten immer wieder in den feuchten Spalt der sie teilte. Die herrlichsten Gefühle durchfluteten ihren Körper und wurden noch verstärkt, als er den Winkel etwas veränderte und er einen gewissen Punkt in ihrem Inneren traf, der sie Sterne sehen ließ.

„Bei Merlin!", japste er abgehakt und riss sie aus ihren wundervollen Empfindungen, „Du bist blutrot!"

„Hm?", sie blinzelte ihn mit glasigen Augen fragend an.

„Deine Aura… sie… ist so… rot… wie Blut!", erklärte er und intensivierte seine Stöße.

Dieser Mann war vollkommen verrückt! „Ach! Hattest Du daran etwa Zweifel?", stieß sie mühsam hervor.

„Es war nur … eine Feststellung!", erklärte er zwischen zusammengebissenen Zähnen. Ein kleiner Schweißtropfen rann ihm vor Anstrengung von der Schläfe und sie beeilte sich ihn wegzuküssen.

„Eine völlig überflüssige und unnütze Feststellung, Professor!", schnaufte sie und murrte, „Und Du sagst mir immer, dass ich zuviel rede!", sie übernahm seufzend die Initiative und zog sich rhythmisch an ihm hoch.

„Ganz schön frech, Miss Granger!", erwiderte ihr Mann etwas verzerrt grinsend und verlieh seinen Stößen noch mehr Nachdruck.

Sie schloss ihre Augen, denn sie spürte, dass es nur noch weniger Sekunden bedurfte und sie würde ihren Höhepunkt erreichen. Nur noch zwei oder vielleicht drei solcher herrlichen Bewegungen waren nötig, schätze sie und vergrub erwartungsvoll ihre Finger in seinen Haaren.

Da klopfte es hektisch an ihre Tür.